The Mandalorian: Folge 1 verändert das Star Wars-Universum für immer

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Star Wars: The Mandalorian
24.03.2020 - 11:00 UhrVor 8 Tagen aktualisiert
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Die 1. Folge von The Mandalorian stellt uns einen neuen Helden vor und wartet am Ende mit einer Überraschung auf, die das Star Wars-Universum für immer verändern wird.

Den Traum einer Star Wars-Serie im Live-Action-Gewand verfolgte bereits George Lucas nach der Fertigstellung der Prequel-Trilogie. Aufgrund von logistischen wie finanziellen Problemen konnte er sein "Deadwood im All", wie es Produzent Rick McCallum einst beschrieb, jedoch nie umsetzen. Stattdessen fokussierte sich George Lucas auf die Animationsserie Star Wars: The Clone Wars.

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Viele Jahre später wird sein Traum dennoch wahr: Mit The Mandalorian startet die erste Realserie aus dem Star Wars-Universum auf Disney+. Lucas selbst ist zwar nicht mehr in die Produktion involviert, dennoch fängt die Reise an den Rand der Galaxis den Geist jener Sternensaga ein, die 1977 in Form von Krieg der Sterne zum ersten Mal die große Leinwand eroberte.

Drei Beobachtungen zur Pilot-Folge von The Mandalorian

  • Ja, The Mandalorian fühlt sich wie Star Wars an, besonders im Hinblick auf die Originaltrilogie, Nostalgie und Referenzen inklusive.
  • Serienschöpfer Jon Favreau und sein Team lassen moderne Technologie und handgemachte Effekte stimmungsvoll miteinander verschmelzen.
  • Etwas abgehackt wirkt der Auftakt von The Mandalorian trotzdem. Es passiert sehr viel und gleichzeitig viel zu wenig.
The Mandalorian

Drei neue Planeten lernen wir in der ersten Episode von The Mandalorian kennen, während der von Pedro Pascal verkörperte Kopfgeldjäger schweigsam sein Tagwerk verrichtet. Er ist ein Einzelkämpfer und Profi, der zuverlässig seine Aufträge ausführt und daher von Greef Carga (Carl Weathers), dem Chef der Kopfgeldjäger-Gilde, geschätzt wird. Gleich in der ersten Szene werden wir Zeugen seiner Kompromisslosigkeit und Effizienz.

Werner Herzog im Star Wars-Universum ist ein Geschenk

Sein neuster Auftrag bringt den Mandalorianer zu einem imperialen Klienten, der von Werner Herzog gespielt wird, was eine Sensation für sich ist. Als Filmemacher entführt Herzog für gewöhnlich in die Abgründe der menschlichen Seele, wenn er nicht gerade die Natur in all ihren Extremen untersucht. Im Zuge der Star Wars-Serie tritt er vor die Kamera und verkörpert ein Überbleibsel der alten Ordnung, als hätte er seinen Jack Reacher-Bösewicht niemals hinter sich gelassen.

Das Imperium existiert in The Mandalorian nicht mehr. Fünf Jahre nach den Ereignissen von Die Rückkehr der Jedi-Ritter tauchen wir in die Geschichte ein und lernen einen Teil der Galaxis kennen, der nicht unbedingt am Aufblühen ist. Im Gegenteil: Zwielichtige Gestalten treiben auf den abgelegenen Planeten ihr Unwesen. So wird das Szenenbild von heruntergekommenen Stormtroopern, Offworld Jawas und kowakianischen Echsenaffen geprägt, die mitten auf der Straße gegrillt werden.

The Mandalorian

The Mandalorian schafft eine wahrlich ruppige, feindselige Umgebung für seinen wortkargen Protagonisten, der keine Droiden ausstehen kann, lieber auf Calamari Flan anstelle von imperialen Credits setzt und eine tragische Vergangenheit hinter sich hat, wie ein Flashback nahelegt. Im Kreis der Mandalorianer hat er eine neue Familie gefunden, doch auch diese folgt strengen Regeln und lebt zurückgezogen im Untergrund.

Ein Star Wars-Held ohne Gesicht und Namen

Obwohl sich die Hauptfigur der Serie vehement hinter einem Helm versteckt, bisher keinen Namen hat und selbst ihre Stimme nur in verzerrter Form preisgibt, erfahren wir hier durchaus eine Menge Informationen, die uns ein genaueres Bild des Mandalorianers verschaffen. Am interessantesten ist jedoch, wie er sich bewegt: Ruhig und kontrolliert. Trotzdem ist er nicht immer Herr der Lage, was durchaus überrascht.

Die erste Begegnung mit einem Blurrg entpuppt sich als überaus unvorteilhaft, um seinen Ruf als Kopfgeldjäger zu wahren. Zum Glück ist da der bescheidene Feuchtfarmer Kuiil (Nick Nolte), der nicht nur das einprägsamste Zitat der Folge ("I have spoken") liefert, sondern dem Mando die ein oder andere Lektion beibringen kann, ehe sich die von Dave Filoni inszenierte Folge in ein actionreiches Finale inklusive Taika Waititi als IG-11 stürzt.

The Mandalorian

Spätestens hier kommt The Mandalorian ganz in seinem Western-Element an. Wie Clint Eastwoods namenloser Revolverheld in Sergio Leones Dollar-Trilogie bahnt sich der Mandalorianer seinen Weg durch die spektakulärsten Minuten der Episode. Ein besonderer Reiz gestaltet sich darin, die redselige IG-Einheit in Bewegung zu erleben. Dennoch fällt es schwer, so richtig in das Geschehen der Episode einzutauchen.

The Mandalorian präsentiert: Die Baby Yoda-Chroniken

Schon der Zwischenstopp auf Kuiils-Farm sowie das Flashback-Intermezzo wirken recht abgehackt. Einerseits ist die für eine solch aufwendige Blockbuster-Serie kurze Laufzeit eine reizvolle Angelegenheit. Andererseits fällt es bisher schwer, sich komplett in diese Welt fallen zu lassen - trotz Monster und reichlich Kopfgeldjäger-Action. The Mandalorian zeigt zum Auftakt viel, erforscht aber wenig.

Und dennoch gibt es da etwas, das das Star Wars-Universum für immer verändern wird. Ein 50-jähriges Kind liegt am Ende der Episode in einer schwebenden Wiege und starrt dem Mando durch den Helm in die Augen. Die Ankunft von Baby Yoda dürfte wohl keinem Star Wars-Fans in den vergangenen Monaten entgangen sein. Hier wurde nicht nur ein Meme-Generator geboren, sondern ebenfalls ein kostbares, kleines Wesen.

The Mandalorian

Ein schöner Kontrast zu dem harten, verschlossenen Titelhelden, der in letzter Konsequenz seinen Beschützerinstinkt auspackt und sich der IG-11 entledigt, die Baby Yoda ganz nach Protokoll eliminiert hätte. Hier vereint The Mandalorian plötzlich seinen rauen Tonfall mit etwas unerwartet Zerbrechlichem und zieht uns mit nur einer vorsichtigen Geste, einer Berührung der Fingerspitzen à la E.T. - Der Außerirdische, hinein in das Weltraummärchen.

The Mandalorian-Podcast: Erster Eindruck der Star Wars-Serie

In der ersten Mini-Ausgabe unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - geben wir einen kurzen Einblick in die erste Star Wars-Realserie.

The Mandalorian fühlt sich an wie ein Weltraum-Western. Doch wann spielt die Handlung der Star Wars-Serie? Welche Figur ist bisher die coolste? Und was hat Werner Herzog damit zu tun? Im Mini-Podcast stellen Andrea und Matthias das langerwartete Disney+-Original vor.

Wie hat euch die erste Folge von The Mandalorian gefallen?

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