The Walking Dead: Russischer Satellit mischt die Zombie-Apokalypse auf

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 1: Lines We Cross
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The Walking Dead - Staffel 10, Folge 1: Lines We Cross
Moviepilot Team
Beeblebrox Matthias Hopf
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

10 Jahre The Walking Dead. Verrückt. Mit dem Start der 10. Staffel erreicht die Zombieserie aus dem Hause AMC einen Meilenstein, der gerade in Zeiten von kurzlebigen Netflix-Serien noch beeindruckender wirkt. 131 Episoden liegen hinter uns, in denen wir zusammen mit Rick Grimes durch die Wirren der Zombie-Apokalypse irrten, ehe sich der Protagonist im Zuge der letzten Staffel aus der Serie verabschiedete, um in Zukunft seine Abenteuer in drei Spielfilmen zu erleben.

Vieles hat sich also getan, seitdem The Walking Dead im Oktober 2010 erstmals über die heimischen Bildschirme flimmerte. Auch der Auftakt der 10. Staffel ist ein beeindruckendes Zeugnis für die ständige Veränderung, die diese außergewöhnliche Serie in den vergangenen Jahren durchlaufen hat, sowohl aus inhaltlicher als auch gestalterischer Sicht. Selbst wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt: Die Überlebenden sind sehr weit gekommen.

Die wichtigsten Beobachtungen zur der neuen The Walking Dead-Folge

  • Der Staffelauftakt der 10. Staffel von The Walking Dead unterteilt sich in sieben Kapitel, die alle auf das gleiche Ereignis, ein gefährliches Feuer, zulaufen.
  • Von Alpha und ihrer Gefolgschaft ist anfangs nichts zu entdecken. Die Grenzen werden von den Überlebenden trotzdem geachtet, vor allem aus Angst und Vorsicht.
  • Beeindruckend ist trotzdem, wie sich die Gemeinschaft der Überlebenden weiterentwickelt hat und ihre Stärke im Zusammenhalt erkennt.

"Unsere neue Welt ist immer noch gefährlich", attestiert die junge Judith Grimes (Cailey Fleming) zu Beginn der 1. Folge der 10. Staffel, namentlich Lines We Cross bzw. Überschrittene Grenzen. Dennoch dürfen wir in den ersten Minuten etwas bezeugen, das in den vergangenen Episoden stets aufblitzte, jedoch nie so richtig an Gestalt annahm: Ein Gefühl von Einheit, von Ordnung und vor allem Selbstvertrauen. Wie ein römisches Bataillon bahnen sich die Überlebenden ihren Weg durch die Untoten, die nach wie vor in der Gegend umherstreunen.

Im Gegensatz zu älteren The Walking Dead-Episoden haben die Menschen lange die Oberhand: Alles findet im Rahmen einer Übung statt - hier geht es um Disziplin und Routine, die ein Überleben selbst am gottverlassensten Ort auf diesem Planeten garantiert. Die Taktik ist klar von Vorteil, doch viel stärker noch ist die Gemeinschaft und wie sich ihre einzelnen Mitglieder gegenseitig ergänzen und dadurch beschützen, selbst wenn die Situation außer Kontrolle gerät und eine schnelle Reaktion erforderlich ist.

Ein abgestürzter Satellit mischt die Zombie-Apokalypse auf

Auch die Serie geht diesen Schritt mit ihren Figuren mit: Aufwendige Zeitlupen und Kamerabewegungen gesellen sich zu den sowieso schon erhabenen Spezialeffekten, was die Gestaltung der Zombies angeht. Regisseur Greg Nicotero, der gerne die aufwendigen The Walking Dead-Geschichten erzählt, inszeniert auch den Auftakt der 10. Staffel mit einem Gespür für Größe, was nicht nur dann zum Ausdruck kommt, wenn sich Michonne mit ihrem Katana durch die lebenden Toten metzelt, sondern ebenso, wenn ein Satellit aus dem Weltraum auf die Erde stürzt.

Gleich die erste Einstellung von Lines We Cross offenbart den russischen Trabanten, der für eine kurze Zeit majestätisch vor dem Hintergrund des Erdballs schwebt, bevor wir seinen Absturz im Lauf der Episode aus verschiedenen Perspektive beobachten dürfen. So ein Bild gab es in The Walking Dead noch nicht zu sehen. Von den klaustrophobischen Gängen des Krankenhaus in Atlanta bis zu den unendlichen Weiten des Weltraums: The Walking Dead ist wahrlich weit gekommen.

Ricks neue Welt blüht - und trotzdem braucht es nicht mehr als einen Hautfetzen, um große Verunsicherung bei den Überlebenden auszulösen. Alphas Grenzzaun-Massaker ist nicht vergessen. Selbst wenn die Menschen aus Alexandria, Hilltop, Oceanside und dem Kingdom versuchen, das Grauen in der Vergangenheit zu begraben, bringt eine Whisperer-Maske all die schrecklichen Erinnerungen zurück - und schürt die Angst vor einer weiteren Katastrophe, obwohl von Alpha (Samantha Morton) jegliches Lebenszeichen fehlt.

Die Guten und die Bösen werden nur von einer Grenze getrennt

Bei Aaron (Ross Marquand) nimmt die Unsicherheit schließlich Überhand und vernichtet jegliches Selbstbewusstsein, dass im Opening der Episode noch deutlich zu spüren war. Was, wenn wir nicht die Guten sind? In irgendeiner Version der Geschichte müssen wir die Bösen sein. Aaron provoziert den Gedanken geradezu, wenn er weiter erklärt, dass er es satt hat, nett zu sein, den Guten zu spielen. Michonne, die Stimme der Vernunft, fährt ihm jedoch passend ins Wort: Es geht nicht darum, nett zu sein, sondern geschickt und gerissen.

Durch Selbstmitleid kommt niemand vorwärts, stattdessen ist die Ausdauer gefragt, auch wenn es nicht leicht ist, sich nach all den Niederlagen wieder zusammenzuraffen. Das aber zeichnet schließlich die Guten der Geschichte aus. Und hier wird es spannend: In der 1. Folge der 10. Staffel sind die Überlebenden an einem Punkt angekommen, wo sie es geschafft haben, nach einer ihrer größten Niederlagen aufzustehen. Genau in diesem Moment zwingt sie das Schicksal, eine unter Umständen verheerende Entscheidung zu treffen.

Der Satellit, der nicht nur alle Blicke anzieht, sondern ebenfalls die im Umkreis verstreuten Figuren zusammenbringt, stürzt nämlich im Gebiet der Whisperers ab. Diese haben sich seit Wochen nicht mehr blicken lassen, sodass niemand dem sich rasant verbreitenden Feuer Einhalt gebietet. Die Situation erfordert im wahrsten Sinne des Wortes eine Grenzüberschreitung, wie sie wenige Minuten zuvor die Ernährung von 200 Menschen ermöglicht und damit wenigstens Eigennutz gehabt hätte.

Die Überlebenden überschreiten die Grenze zwischen Gut und Böse

Nun bricht Michonne präventiv die Regeln und nimmt jedes tragische Missverständnis in Kauf, das aus dieser Entscheidung resultieren könnte. Allen Gefahren zum Trotz (das Feuer, die Zombies und womöglich die Whisperers) soll die mühsam erlangte Einheit jedoch den Kampf gegen die Flammen gewinnen, während sich Eugene (Josh McDermitt) in die glänzenden Einzelteile des abgestürzten Himmelskörpers verliebt. Am Ende lässt sich Alpha trotzdem blicken - und zwar in der schaurigsten Szene der Episode.

Hier könnt ihr die neuen Folgen von The Walking Dead sehen:

  • Die 10. Staffel von The Walking Dead wird sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und ist hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket zu sehen.

Wo Carol (Melissa McBride) eben noch davon träumte, gemeinsam mit Daryl (Norman Reedus) abzuhauen, steht sie nun wir angewurzelt auf der Klippe und blickt auf das angrenzende Gebiet. Langsam bewegt sich Alpha aus dem Gebüsch heraus, bis sie erschreckend teilnahmslos der (Ersatz-)Mutter des Jungen entgegenblickt, dessen Kopf sie zuletzt auf einem Zaunpfahl aufgespießt hat, während ihre eigene Tochter die Seiten wechselte. Trauer spiegelt sich in den Augen beider Frauen, aber insgeheim noch etwas viel Unheimlicheres.

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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.
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