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Schwer am denken

Top 7 der schwergewichtigen Philosophiekracher

07.10.2011 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Szene aus Melancholia
© Zentropa Productions
Szene aus Melancholia
Auf einem Oxfordsofa mit Whisky und Zigarre lässt es sich wunderbar philosophieren. Wer nicht immer den passenden Tropfen zur Hand hat, kann auch zu dem ein oder anderen Film greifen.

Es gibt Menschen, die studieren Philosophie, es soll auch Menschen geben, die lesen in ihrer Freizeit Nietzsche und Kant zum Vergnügen. Und es gibt Menschen, die begnügen sich mit Filmen. Aber was heißt hier eigentlich ‘begnügen’? Manches Mal kommen wir aus dem Kino und sind völlig geflasht ob der Weltanschauungen, die uns soeben in epochalen Bildern auf die Netzhaut gebrannt wurden. So mancher Film vermochte es schon, uns in Abgründe des Denkens zu entführen, von denen wir zuvor nie auch nur im Entferntesten etwas geahnt hatten. Potential zu einem Weiteren dieser Philosophiekracher hat wohl Melancholia von Lars von Trier, der in dieser Woche anläuft. Er knüpft sich nahtlos an eine Reihe bedeutungsschwangerer Werke, die wir hier in einer Top 7 Revue passieren lassen.

Platz 7: Babel
Babel gilt als wunderbares Beispiel für die bekannte Schmetterlingstheorie, nach der ein kleines Ereignis wie der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt einen Orkan auslösen kann. Regisseur Alejandro González Iñárritu verwebt in seinem Drama verschiedene Handlungsstränge auf unterschiedlichen Kontinenten miteinander, deren Verbindungen erst im Verlauf des Episodenfilms deutlich werden. Platz 7 ist ihm mit dieser Parabel auf die menschlichen Abgründe alle Mal sicher.

Platz 6: Inception
Inception entführt uns in die Welt der Träume. Jedoch nicht die der zuckerwatteklebrigen Träumereien, sondern in ein Labyrinth, in dem schnell die Grenzen zwischen Realität und Hirngespinst verschwimmen. Damit hat auch Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio so seine Probleme, und das finden wir noch zusätzlich sympathisch. Unser Platz 6 geht an den surrealen Action-Science-Fiction-Streifen.

Platz 5: Dogma
Dogma brachte nicht nur die Grundfesten der jüngeren Filmgeschichte ins Wanken, sondern auch die vieler gläubiger Katholiken, handelt die Fantasy-Satire doch von zwei gefallenen Engeln, die die Unfehlbarkeit Gottes infrage stellen. Das kritische Hinterfragen allgemein gültiger Normen und Werte können wir nur unterstützen und so erhält der Film mit Matt Damon und Ben Affleck unseren fünften Platz.

Platz 4: Vergiss mein nicht!
Auch in Vergiss mein nicht! geht es um die Macht der Erinnerung. Der Fokus liegt hier allerdings weniger auf dem ideellen, als ihrem emotionalen Wert. Der nervenaufreibende Kampf gegen das Vergessen wird hier verbunden mit einer ergreifenden Liebesgeschichte zwischen Kate Winslet und Jim Carrey, die nicht in Kitsch abrutscht sondern stattdessen zum Sinnieren über den wahren Sinn des Lebens anregt. So viel romantisch angehauchter Tiefgang verdient unseren Platz 4.

Platz 3: Matrix
Was bereits in Metropolis 1927 thematisiert und seither in diversen Romanen und Verfilmungen immer wieder aufgearbeitet wurde, kulminierte 1999 in Matrix. In dem Kultfilm musste sich Keanu Reeves mit Künstlicher Intelligenz, Scheinrealitäten und Orakeln herumschlagen, und wirbelte auf seinem Weg durch die die dystopische Stadt Zion auch unser Weltbild gehörig durcheinander. Mit dieser Leistung erklimmt er das Treppchen in unserer Top 7.

Platz 2: The Tree of Life
Terrence Malick schneidet in The Tree of Life die ganz großen Themen an. Wir wohnen der Entstehung der Welt bei, sehen Dinosaurier durch das Bild rennen und machen einen Abstecher ins Jenseits. Immer wenn wir drohen, vor lauter Bedeutung zu kollabieren, erfolgt der Sprung ins Kleine: wir sehen eine amerikanische Kleinfamilie, die unter dem patriarchalischen Vater Brad Pitt leidet. Weil das Meisterwerk des scheuen Regisseurs so selbstverständlich aus komplexen Zusammenhängen in kleine Alltagsszenen wechselt wie es sonst nur das eigene Leben schafft, verdient er unseren zweiten Platz.

Platz 1: 2001: Odyssee im Weltraum
Stanley Kubrick ist eine Legende und so auch sein Science-Fiction-Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum. Ein perfekter Computer schickt sich an, die Menschen zu übertrumpfen, ein geheimnisvoller Monolith wird auf dem Mond gefunden und zu den Klängen von Also sprach Zarathustra blickt das sogenannte ‘Starchild’ auf die Erde herab. Wer diesen Film sehen kann ohne in tiefschürfende Gedanken zum Thema Wiedergeburt und den Kampf Mensch vs. Maschine zu verfallen, macht garantiert irgendetwas falsch. 2001: Odyssee im Weltraum erreicht unseren Platz 1 mit Auszeichnung.

Welche Philosophiekracher fallen euch sonst noch ein? Habt ihr einen bestimmten Favoriten, der eure Illusionen ins Schwanken brachte?

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