Verstörendes Horror-Highlight: Den besten Halloween-Trip gibt's bei Spotify

Scream - Trailer (Deutsch)
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© Sony/Turbine
Candyman und Blutgericht in Texas
29.10.2020 - 10:49 UhrVor 5 Monaten aktualisiert
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Wer ein beeindruckendes Horrorerlebnis zu Halloween sucht, muss keinen Film schauen. Ein neues Musikalbum bei Spotify & Co. ist ein Frontalangriff auf die Nerven von Genre-Fans.

Um im Dunkeln panisch die Nerven zu verlieren, müsst ihr dieses Jahr zu Halloween gar keinen Horrorfilm schauen. Das verstörendste Erlebnis zum schaurigen Fest gibt's stattdessen in musikalischer Form zu entdecken. Hier treffen Candyman, Scream und The Texas Chain Saw Massacre aufeinander, während eure Ohren auf einen irren Trip geschickt werden.

Das neue Album Visions of Bodies Being Burned des experimentellen Hip-Hop-Trios clipping. bombardiert euch mit verspielten Genre-Referenzen und ist gleichzeitig selbst ein brutaler Horrortrip für die Ohren. Die 16 Songs könnt ihr bei den gängigen Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music & Co. hören.

Von Candyman bis Scream: clipping. huldigen den Horror-Ikonen

Auf Visions of Bodies Being Burned zelebriert das Hip-Hop-Trio eine jahrzehntelange Horrorfilm-Historie und ihre Ikonen. Auf dem zweiten Song Say the Name beschwört Rapper Daveed Diggs, der als Schauspieler unter anderem im Hamilton-Musical oder in der Snowpiercer-Serie zu sehen ist, schon den Candyman herauf.

Neben dem gespenstischen Killer mit dem Haken als Hand, den clipping. auch als Zeichen rassistischer Missstände in den USA aufgreifen, ist der vierte Song ’96 Neve Campbell eine Hommage an das Slasher-Genre.

Wie der Titel schon verrät, huldigt das Hip-Hop-Trio hier dem Klassiker Scream - Schrei! und der von Neve Campbell gespielten Hauptfigur Sidney Prescott, um im Song das typische Final Girl als eigentliche Bedrohung gegen den Killer in den Ring zu schicken.
 

Hier könnt ihr das neue Album von clipping. bei Spotify streamen

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Wer keine Lust hat, sich auf Entdeckungsreise nach den vielen nerdigen Referenzen auf Visions of Bodies Being Burned zu begeben, wird von dem Hip-Hop-Trio aber alleine auf der Gefühlsebene mit einem intensiven Erlebnis überrollt.

Visions of Bodies Being Burned ist ein akustisch verstörender Horrortrip

Das neue Album von clipping. lebt von der unangenehmen Atmosphäre, die Rapper Daveed Diggs und die beiden Produzenten William Hutson und Jonathan Snipes vom ersten Song an erzeugen.

Schon das Intro wirkt wie der Anfang eines Horrorfilms, nur entstehen die scheußlichen Bilder durch schräge Geräusche und dumpfe Bassschläge komplett im Kopf. Die Bilder werden von Diggs' verzerrter, immer schneller rappender Stimme und einem ohrenbetäubenden Rauschen jedoch schnell in Fetzen gerissen.

Die nächsten Songs Say the Name und ’96 Neve Campbell täuschen dann erstmal Sicherheit vor. Mit ordentlich Groove klingen clipping. hier fast schon radiofreundlich, wenn die Texte rund um Psychoterror, Mord und andere Verstümmelungen nicht wären.

Hier könnt ihr euch zwei Songs vom clipping.-Album als Video anschauen

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Ab dem fünften Song Something Underneath sind aber keine Ohren mehr sicher. Mit dem Highspeed-Rap von Daveed Diggs und den polternden Drums klingt der Track wie ein Terrorfilm, in dem das Opfer getrieben und atemlos vor dem Killer wegrennt.

Noch gnadenloser ist der Anfang des nächsten Songs Make Them Dead. Wer den Song über zu laut gestellte Kopfhörer abspielt, muss beim grellen, verzerrten Noise-Rauschen des Intros aufpassen, keinen Tinnitus zu bekommen. Kaum weniger verstörend ist der hohe Ton im kurzen Invocation-Interlude, der auch über Kopfhörer so klingt, als würde eine heiße Nadel langsam in die eigenen Ohrgänge wandern.

Mit den öden Jumpscares vieler moderner Horrorfilme hat Visions of Bodies Being Burned wenig gemeinsam. Dem Hip-Hop-Trio geht es nicht um den schnellen Schock für zwischendurch, sondern um eine fast schon qualvoll zelebrierte Atmosphäre des Grauens.

clipping. lassen Leatherface akustisch durch seine Schlachterküche wirbeln

Auf den Punkt bringen clipping. ihr großartiges Konzept für mich mit dem besten Song des Albums Eaten Alive. Der spielt auf den Originaltitel von Tobe Hoopers Blutrausch an, in dem ein Killerkrokodil im Sumpfland lauert.

Während Daveed Diggs beim Rappen zwischen den ungemütlichen Klängen wirkt, als würde er selbst mühsam durch die Sümpfe schleichen, erinnert die Tonkulisse des Songs noch stärker an Hoopers Blutgericht in Texas aka The Texas Chain Saw Massacre.

Durch die Unterstützung des experimentellen Drummers Ted Byrnes wird Eaten Alive zur grauenerregenden Symphonie klirrender Töpfe und raschelnden Bestecks. Die letzten zwei Minuten des Songs sind dann ein Instrumental-Part, der sich anhört, als würde Leatherface tollwütig durch seine Schlachterküche rasen.

Im Video stellen wir euch 5 Horrorfilme nach wahren Begebenheiten vor

Horrorfilme nach wahren Begebenheiten | Top 5
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Erst der allerletzte Track Secret Piece lässt vermeintliche Harmonie aufkommen. Mit den Aufnahmen von Tiergeräuschen irgendwo in der Wildnis bewegt man sich nach dem extremen Horror ausgelaugt zurück in Richtung Zivilisation. Mit dem friedlichen Sonnenaufgang vor Augen kommt sogar kurz Entspannung auf. Doch wie lange wird der Frieden halten?

Habt ihr Lust bekommen, euch das Album von clipping. anzuhören? Wie findet ihr es als Horrorfilm-Alternative?

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