Zum Staffelstart von Parenthood

Wenn der Spielfilm zur Fernsehserie wird

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Ab heute läuft die fünfte Staffel der Dramaserie Parenthood auf dem Pay-TV-Sender TNT Glitz. Familie Braverman erlebt auch in dieser Saison wieder diverse emotionale Berg- und Talfahrten, bei denen der Zuschauer immer wieder mitfiebert. Doch wusstet ihr, dass im Jahre 1989 eine Familie namens Buckman schon ziemlich ähnliche Abenteuer durchlebt hat? Der Film Eine Wahnsinnsfamilie von Ron Howard war die Vorlage für Jason Katims' Familiengeschichte. Parenthood ist nicht die einzige Serie, die auf einem Film basiert. Wir zeigen euch ein paar Serien, die ihr Vorbild ebenfalls auf der großen Leinwand gefunden haben.

Die Anfänge der Filmadaptionen

Die Adaption eines Langfilmes für eine Fernsehserie ist keine neue Idee. Schon in den 1950ern gelangten die ersten Shows, die auf Kinofilmen basieren, ins Fernsehen. So wurde beispielsweise das Polizeidrama Stadt ohne Maske von 1948 im Jahre 1958 zur Serie Gnadenlose Stadt. Bis heute ist es üblich, bereits verfilmte Stoffe neu aufzubereiten und damit den heimischen Bildschirm zu erobern. Bei vielen der heutzutage ausgestrahlten Serien ist dem Zuschauer des Öfteren wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sie gar keine originären Geschichten vorgesetzt bekommen. Dafür wird immer wieder ein ganz simpler Trick angewendet.

Genrewechsel für den Erfolg

Wird die leichte Filmkomödie in eine Dramaserie umgewandelt, so lassen sich viel besser längere Geschichten erzählen, die folgenübergreifend funktionieren. Die MTV-Serie Teen Wolf beispielsweise basiert auf der albernen gleichnamigen Komödie mit Michael J. Fox. Wahrscheinlich hätte die serielle Verarbeitung als Comedy nicht mehr als ein paar Witze über gängige Werwolf-Klischees geliefert. Als Horrordrama jedoch erzählt die Show seit nunmehr vier Staffeln mehr oder weniger gruselige Abenteuer. Lässt sich auch noch so sehr über die Qualität von Teen Wolf streiten, hat die Serie eine riesige Fangemeinde, sodass MTV noch in diesem Monat mit der Ausstrahlung der fünften Staffel beginnt.

Auch Parenthood ist der ernstere Tonfall gut bekommen. Sicherlich war Eine Wahnsinnsfamilie nicht gerade ein Gagfeuerwerk, jedoch ist die NBC-Serie deutlich einfühlsamer geworden, als es die Vorlage mit Steve Martin war. Im Januar schloss die Serie mit der sechsten Staffel und insgesamt 103 Episoden die Geschichte der Bravermans ab. Doch sind solche Film-Adaptionen auch im Comedy-Bereich ein Erfolg?

Sitcom - Eine schwierige Sache...

Oft genug werden auch Sitcom-Varianten von erfolgreichen Kinofilmen produziert. Das Paradebeispiel hierfür ist wahrscheinlich die Serie Männerwirtschaft aus dem Jahre 1970. Fünf Staffeln lang konnten wir dem ungleichen Paar Oscar und Felix beim Streiten zusehen. Schon zwei Jahre zuvor waren Walter Matthau und Jack Lemmon in der Theater-Adaption Ein seltsames Paar in den Rollen der Mitbewohner wider Willen zu sehen. Bis heute erfreuen sich sowohl Serie als auch Film großer Beliebtheit.

Bei anderen Sitcom-Adaptionen ist es allerdings nicht so gut gelaufen. Die Serie 10 Dinge, die ich an dir hasse, die auf dem gleichnamigen Film mit Heath Ledger beruht, hat es auf nicht mehr als eine Staffel gebracht. Dabei waren sowohl der Regisseur des Filmes Gil Junger als auch Darsteller Larry Miller erneut mit von der Partie, um der Serie den gleichen Anstrich zu verpassen, wie ihn sein Vorbild schon hatte. Noch übler ging es der Adaption des Cameron Diaz-Streifen Bad Teacher. Nach nur fünf ausgestrahlten Folgen der CBS-Serie wurde sie aus dem Programm genommen, die restlichen Episoden später im Sommerloch verbraten. Die Nick Hornby-Adaption About a Boy, die lose auf dem Hugh Grant-Film von 2002 basiert, durchlebte ein ähnliches Schicksal. Sie konnte sich zwar zunächst in eine zweite Staffel retten, wurde jedoch ebenfalls vorzeitig abgesetzt. Sechs Folgen warten derzeit noch auf ihre Ausstrahlung.

Wie geht's weiter?

In diesem Jahr wurde die Männerwirtschaft erneut wiederbelebt. Friends-Star Matthew Perry hat den Stoff noch einmal aufgegriffen und sich selbst für eine der Hauptrollen besetzt. Trotz mäßiger Kritiken wurde die Serie für eine zweite Staffel verlängert. Übrigens ist The Odd Couple schon die vierte Serie nach dem Matthau/Lennon-Film bzw. dem Theaterstück von Neil Simon. Wir werden sehen, ob hier der heutzutage vorherrschende "Komödie zu Sitcom"-Fluch geschlagen wird.

Einfacher hat es da die Serie From Dusk Till Dawn. Auch wenn die Show zum Horrorfilm von Robert Rodriguez in der vergangenen TV-Saison ziemlich im Serienrummel untergegangen ist, wurde sie um eine zweite Staffel verlängert. Kreativkopf Rodriguez hat es hierbei jedoch sehr gut, da die Serie auf seinem eigenen Sender El Rey ausgestrahlt wird und er dadurch entscheiden kann, wie es um die Zukunft der Show steht. Und auch das diesjährige 12 Monkeys-Remake des modernen Klassikers von Terry Gilliam kehrt im nächsten Jahr auf die Bildschirme zurück.

Die Übertragung von Kinogeschichten auf das Fernsehformat Serie nimmt also in naher Zukunft kein Ende. Ob die angekündigte Adaption des Jack Black-Hits School of Rock als Nickelodeon-Serie ein gütigeres Schicksal ereilt als frühere Sitcom-Remakes, wird sich erst noch zeigen müssen. Wir werden sie im Auge behalten.

Was haltet ihr von Serien, die auf Filmen beruhen?

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