Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte (2009), DE Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 19.11.2009
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von Birgit Schulz, mit Horst Mahler und Otto Schily
Anfang der 70er Jahre kämpfen drei linke Anwälte gegen die BRD als restriktiven Staat. Vor Gericht verteidigen sie Menschen, die als Staatsfeinde gelten. Heute ist der eine Bundesinnenminister a.D., der zweite das linke Gewissen der Grünen, der dritte als Holocaust-Leugner verurteilter Rechtsextremist. Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler: Mit Regisseurin Birgit Schulz sprechen die drei Anwälte über die Zeit, in der sie die Angeklagten der RAF-Fraktion vor Gericht verteidigten, über ihre Ideale, ihre Lebensträume dieser Zeit – und darüber, was daraus wurde. Und jeder der drei glaubt, sich treu geblieben zu sein.
HandlungEin Foto ist der Ausgangspunkt für diese Filmidee, ein Foto, das drei Männer in einem Berliner Gerichtssaal abbildet: Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler, Anfang der 70er Jahre. Damals sind alle drei Anwälte der linken außerparlamentarischen Opposition. In der abgebildeten Situation sitzt Mahler auf der Anklagebank und Schily und Ströbele sind seine Verteidiger. Den Staat BRD sehen sie als Unterdrücker politischer Freiheit und als Vasallen der USA.
Die drei Anwälte wollen eine andere Republik. Uneins sind sie sich über den Weg dorthin. Mahler hat einen Molotow-Cocktail geworfen und versucht, der RAF Waffen zu besorgen, die beiden anderen fechten mit Worten. Was diese drei Männer damals verbindet, ist der Kampf für ihre Vorstellungen von einer “linken Gerechtigkeit” und dass sie das Risiko eingehen, sich öffentlich mit Menschen zu solidarisieren, die als Staatsfeinde gelten. Ein Dreigestirn, das spektakuläre politische Prozesse führt: Sie legen sich mit Axel Springer an, mit Polizeipräsidenten, hohen Richtern und verbringen manches Wochenende miteinander.
Heute ist der eine SPD-Bundesinnenminister a.D., der andere ist das linke Gewissen der Grünen im Bundestag und der dritte einer der Anführer der rechten Szene. Sie decken das politische Spektrum der Bundesrepublik ab: Ströbele ist der unbeirrbare Linke, Schily der Bürgerliche in der konservativen Mitte, Mahler der Rechtsextreme. Heute, 38 Jahre später, wäre es nicht mehr möglich, das Trio für ein gemeinsames Foto zu gewinnen. Schily und Ströbele gehen sich aus dem Weg, Mahlers Nähe meiden sie beide.
HintergründeDie Anwälte – Eine Deutsche Geschichte verfolgt die Biografien von drei Männern, die einer Generation angehören und die sich in derselben bundesdeutschen Wirklichkeit entwickelt haben. Regisseurin Birgit Schulz untersucht, was diese Männer geprägt hat, was sie in Bezug auf ihre politischen Ideale verbunden hat, und an welchen Punkten sie drei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, um am Ende Gegner zu werden. Dabei verübeln alle drei dem jeweils anderen den Weg aus der gemeinsamen Geschichte.
QuellenReal Fiction
Weiterführende Informationen
Die Anwälte – Eine Deutsche Geschichte auf moviepilot.de
Die Anwälte – Eine Deutsche Geschichte auf film-zeit.de
Die Anwälte – Eine Deutsche Geschichte – Trailer auf film-zeit.de
Cast & Crew
-
Birgit Schulz
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Horst Mahler
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Otto Schily
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-
Hans-Christian Ströbele
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Regie
Schauspieler
-
Birgit Schulz
- Genre
- Dokumentarfilm
- Handlung
- Abgeordneter, Alternativer Lebensstil, Bürgerechtsbewegung, Bürgerrechte, Ideal, Kapitalismus, Marktwirtschaft, Partei, Politik, Politiker, Rechtsanwalt
- Stimmung
- Ernst
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
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- Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte: critic.de

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Kritiken (4) — Film: Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenDie ganze Dokumentation ist ein höchst spannender und origineller Blick auf dramatische Zeiten deutscher Geschichte.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenEs ist das erste Mal, dass Schily, Ströbele und Mahler in einem Film über ihre Vergangenheit reden. Birgit Schulz musste dazu viel Überzeugungsarbeit leisten, denn am Anfang wollte keiner der drei an ihrem Film mitwirken. Doch die Kölnerin hat sich nicht entmutigen lassen und neue Anläufe genommen.
Der Kraftakt hat sich gelohnt, denn herausgekommen ist eine Dokumentation, die - von der Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 an bis zur Gegenwart - über ein Vierteljahrhundert deutsche Zeitgeschichte hautnah und lebendig vermittelt.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenSie gehörten zweifelsohne zu den exponiertesten und schillernsten Vertretern ihres Berufsstands in der alten, westdeutschen Bundesrepublik. Wobei dort nur ihre Wurzeln liegen, ihre Namen aber auch in der wiedervereinigten Gegenwart noch immer bekannt und in aller Munde sind: Hans-Christian Ströbele als streitbarer, unermüdlich die pazifistische Fahne hochhaltender Bundestagsabgeordneter der Grünen, Otto Schily als Bundesinnenminister unter Rot-Grün mit dem Ruf des harten Law and Order-Mannes und Horst Mahler, der es als Haus und Hof-Anwalt der rechtsextremen NPD und mit seinen Holocaust-Leugnungen immer wieder in die Schlagzeilen und vor bundesdeutsche Gerichte schaffte.
Ende der 1960er und in den frühen 1970er Jahren waren die drei noch Kollegen, die eng zusammen arbeiteten und gemeinsam in Berlin das sozialistische Anwaltskollektiv gründeten. Dies dokumentiert ein Foto, das auch den Ausgangspunkt für diesen Dokumentarfilm bildet. Darauf zu sehen sind Schily und Ströbele,…
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Sascha Keilholz: critic.de
Kommentar löschenRegisseurin Birgit Schulz sieht sich drei absoluten, jahrzehntelang erprobten Medienprofis gegenüber. Die sind – auch nach eigener Einschätzung – rhetorisch, intellektuell und politisch äußerst befähigt. Was sie nutzen, um die Autonomie ihrer Lebenswege zu betonen. Schulzes Verdienst ist es, sie, die sich einst situativ und räumlich so nah waren, im Grunde gegen den eigenen Willen unter einer bestimmten Perspektive wieder zusammen zu führen und ihre Geschichten zu verschmelzen.
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Kommentare (9) — Film: Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
Kommentar schreibenmichebavaria1986 2012/02/09 13:35:23
Kommentar löschenSehr interessante, aber leider wenig aufschlussreiche Dokumentation über drei sehr streitbare Menschen.
Persönlich sympathisch ist mir keine der drei Personen. Auch politisch steht mir keiner Nahe. Aber ohne Frage haben alle drei ein interessantes Leben geführt und zumindest früher auch mal (halbwegs) gemeinsame Interessen gehabt.
Die Laufzeit von gut 90 Minuten stellt sich aber als viel zu kurz dar, um 3 so bewegte Lebensläufe nachzuzeichnen. Die persönlichen Motivationen, sich für bestimmte politische Ziele einzusetzen (im Beispiel Mahler ja sogar auf terroristische Weise) kommen deshalb einfach zu kurz.
Der Wandel Schilys vom linken APO- und RAF-Anwalt zum „roten Sheriff“ und die von Mahler von ganz links nach ganz rechts können so auch nicht wirklich erklärt werden. Wobei das im Beispiel von Mahler wohl auch gar nicht zu erklären ist.
Was man zu sehen bekommt, sind aber interessante Archivaufnahmen aus einer bewegten Zeit. Die Interviewpassagen sind auch gut gelungen.
Für Leute die sich für Politik und Zeitgeschichte interessieren sicher empfehlenswert.
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Andy Dufresne 2012/02/08 09:57:17
Kommentar löschen"Der Widerspruch ist das Erheben der Vernunft über die Beschränkungen des Verstandes"
Hegel
Drei Lebenswege durch Nachkriegsdeutschland, Drei Biografien die ein wichtiges Stück innerdeutsche Geschichte aufzeigen, fassbar, begreifbar machen.
90 Minuten die sehr geeignet sind sich ein kleines Bild der Wirklichkeit der damaligen Zeit und ihrer Auswirkung auf heutige politische und persönliche Realitäten zu machen, aufgezeigt anhand von persönlichen Schicksalen dreier Anwälte,die in den Tagen der 68er und des deutschen Herbstes RAF und/oder APO Mandanten vertraten, oder selbst zu solchen Mandanten wurden.
Zum einen Otto Schily,späterer Bundesinnenminister, der meint "Nur Idioten ändern sich nicht" und der vom linken Anwalt zum Law and Order Sheriff avancierte.
Zum anderen Hans-Christian Ströbele,vielen noch heute zu links für die Grünen, der bis heute "Sozialismus mit Freiheit" haben möchte.
Und Horst Mahler, der ambivalenteste "Mit Richtern spricht man nicht,auf Richter schießt man", der vom Linksaktivisten zum Rechtsextremen wurde und dafür nur "Neue Ansichten ohne Wandlung" vollziehen musste und heute eine Haftstrafe wegen Holocaustleugnung absitzt.
Manche bleiben,manche ändern sich,manche gehen verloren.
Ein Film der Hintergründe aufzeigt für politische Entwicklungen, für Protestbewegungen und für den Wandel des Einzelnen im Mahlstrom des Großen und Ganzen.
Nicht immer ganz in die Tiefe gehender, aber doch sehr zu empfehlender, spannender und erhellender Dokumentarfilm.
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Hagen Hagen 2011/11/17 07:20:34
Kommentar löschenLeider nur im Bezug auf Otto Schily erhellend.
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L-viz 2011/09/28 21:35:22
Kommentar löschenEine sehenswerte Dokumentation über drei Linksanwälte und was aus ihnen geworden ist. Während Ströbele am ehesten seiner Linie treu geblieben ist, hat Schily als einziger der drei noch die Kurve gekriegt. Schade nur, dass er nicht einfach zugibt, dass er Fehler gemacht hat und stattdessen verzweifelt eine konstante Linie von den 70ern bis heute zu ziehen versucht. Und Mahler? Der war immer schon Extremist und wenn wir uns das politische Spektrum als Kreis vorstellen, dann ist der Weg von linksextrem zu rechtsextrem auch gar nicht weit. Tatsächlich musste er nur ideologisch einige Modifikationen vornehmen: Aus dem Kampf gegen das Kapital wurde der Kampf gegen das jüdische Kapital.
Die Dokumentation beleuchtet nun die Lebenswege dieser drei Personen recht gut und lässt sie zu Wort kommen. Allerdings hätte mehr nachgehakt werden können.
Warum machte Schily als Innenminister genau das, was die Alt-68er damals als faschistisch bezeichnet hätten? Seine Erklärungen von Sicherheit als unerlässliches rechtsstaatliches Element ist unzureichend, denn das hätte auch damals schon gelten müssen. Hier aber wäre der Interviewer gefragt die Daumschrauben anzuziehen.
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Prestigeww 2011/08/01 16:52:22
Kommentar löschenEine spannende Doku über ein Trio, wie es Hollywood nicht besser hätte erfinden können. Schade nur, dass es die Regisseurin fast überhaupt nicht interessiert hat, wie aus Marx-Mahler der Hitler-Mahler geworden ist ("Aus meiner Sicht war das eine logische Entwicklung" - na danke, Herr Mahler) und warum Ströbele der Treehugger geblieben ist, der er war. Schade, gerade da wo's interessant wurde, wo die Brüche in den Biographien liegen, hat sie nicht nachgehakt, sondern sich mit Phrasen begnügt.
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alanger 2011/07/19 23:35:31
Kommentar löschendrama in verschiedenen aufzügen:
schily gibt eher den liberalen bürger der sich die linke weste überstreift (und später wieder abstreift) mit etwas (guts)herrischer attitüde.
ströbele ist der fleißige (sicher auch recht gutmenschelnde) aber nicht sonderlich intellektuelle/helle mensch, zu dem man sagt: armer kerl.
mahler tritt als der intellektuell interessanteste, eloquenteste und sympathischste auf.
er ist heute holocaustleugner und überzeugter nazi dem die npd zu links ist.
tolle geschichte mit guten darstellern.
und was hat der spielführer draus gemacht?
leider zu wenig.
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Brennegan 2011/07/20 09:10:26
Antwort löschenWie kann man da zu wenig machen? Es gibt Sachen, die kann man doch eigentlich nicht vermasseln! Und das klingt danach!
felschi 2009/11/26 23:32:59
Kommentar löschengut um ein bischen geschichte nachzuholen, könnte aber ein bischen dichter und unterfütterter sein.
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Geistertexter 2009/11/24 17:21:34
Kommentar löschenDezenter Film über wenig dezente politische Vorgänge in der jüngeren deutschen Geschichte. Ich frage mich, ob da filmisch nicht mehr möglich gewesen wäre. Solide Fernseh-Dokumentation.
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Heavy_Metal 2009/11/12 14:13:28
Kommentar löschenwieso isn der adler *räusper* horst auf dem cover ausgerechnet in der mitte und nicht..achso..! guck ich mir an, wird bestimmt ultra brutal.
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eine überraschung gabs nicht, hat aber auch keiner erwartet. kommen alle drei nicht so toll weg, was irgendwie jetzt auch zu erwarten war. ich hätte noch ein bißchen mehr persönliches mir gewünscht. solide.
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