Die verlorene Zeit

Die verlorene Zeit (2011),
Laufzeit 111 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 24.11.2011

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von Anna Justice, mit Alice Dwyer und Dagmar Manzel

Die junge Jüdin Hannah und der junge Pole Tomasz lernen sich 1944 in einem Konzentrationslager kennen und verlieben sich. Doch nach einer waghalsigen und lebensgefährlichen Flucht werden sie im Chaos des Krieges voneinander getrennt und treffen sich erst nach mehr als dreißig Jahren wieder. Es ist eine dieser unsagbar traurigen und gleichzeitig schönen Geschichten, wie sie nur das wahre Leben schreiben kann. Die Geschichte beginnt 1944: Hannah Silberstein und Tomasz Limanowski sind ein Liebespaar, doch der Ort, an dem sie zueinander finden, ist die Hölle – sie lernen sich in einem Konzentrationslager kennen. Heimlich treffen sie sich, so oft es geht. Hannah, eine deutsche Jüdin, ist als einziges Mitglied ihrer gesamten Familie nicht sofort nach Ankunft in dem Konzentrationslager in die Gaskammer geschickt worden. Tomasz, ein junger Pole, ist ein politischer Gefangener. Hannah muss täglich damit rechnen, ermordet zu werden. Unter diesem Damoklesschwert stellt sie zudem fest, dass sie schwanger ist. In dem verzweifelten Versuch, Hannah zu retten, stiehlt Tomasz eine Uniform und gibt sich als SS-Offizier aus. Unter Todesangst gelingt den Liebenden die Flucht. Es folgen endlose Tage, an denen sich Hannah und Tomasz verstecken, nur im Schutz der Nacht wagen sie sich voran. Wie durch ein Wunder gelingt es ihnen tatsächlich, bis zu Tomasz’ Elternhaus vorzudringen. Dort aber müssen sie feststellen, dass die Deutschen den Besitz der Familie längst konfisziert haben. Es kommt zu einem bewegenden Wiedersehen zwischen Tomasz’ und seiner Mutter Stefania Limanowski, doch die Freude währt nur kurz. Stefania, ein strenggläubige Katholikin, verbietet ihrem Sohn, eine Jüdin zu heiraten. Als Hannah eine Fehlgeburt erleidet, bringt Tomasz sie auf den Bauernhof seiner Schwägerin, damit sie sich dort erholen kann. Er selbst schließt sich dem polnischen Widerstand an. Die Trennung soll nur kurz währen, doch nach einigen Monaten kehrt Tomasz’ Bruder Czeslaw allein aus dem umkämpften Warschau zurück. Während der letzten blutigen Schlachten hat er den Kontakt zu Tomasz verloren. Frühling 1945. Die Straßen sind voll mit Kriegsheimkehrern und Vertriebenen, die Menschen fürchten sich vor dem Einmarsch der Russen. Bereits kurz nach seiner Rückkehr werden Czeslaw und seine Frau von der provisorischen Sowjet-Regierung wegen Unterstützung der polnischen Unabhängigkeit verhaftet. Hannah verharrt mit Tomasz’ Mutter auf dem Bauernhof und wartet sehnsüchtig auf Tomasz’ Heimkehr, doch er kommt nicht. Die Zeit vergeht und Hannah beschließt, nach Berlin zurückzukehren. Zu Fuß macht sie sich auf den langen, einsamen und beschwerlichen Weg. Nur ein paar Wochen später kehrt Tomasz tatsächlich auf den Bauernhof zurück, findet jedoch nur noch seine Mutter vor. Aus Angst, ihren Sohn noch einmal zu verlieren, lügt sie ihn an und behauptet, Hannah sei gestorben. 1976. 32 Jahre später in New York sieht Hannah zufällig ein Fernsehinterview, in dem sie Tomasz wiedererkennt. Sie ist überwältigt von der Tatsache, dass Tomasz noch lebt, kann sich aber weder dazu durchringen, ihrem amerikanischen Ehemann Daniel noch ihrer Tochter Rebecca davon zu erzählen. Heimlich versucht Hannah, Kontakt mit Tomasz aufzunehmen, doch die Bürde dieses Geheimnisses belastet sie schwer. Ihr Verhalten wird immer seltsamer und zwanghafter. Die Spannungen zwischen Hannah und Daniel steigen und stehen kurz vor der Explosion. Tomasz lebt nach wie vor in Polen, das 1976 noch hinter dem Eisernen Vorhang liegt. Er ist mittlerweile geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Seinen fröhlichen Optimismus – einst Tomasz’ Markenzeichen – hat er im Laufe der Jahre jedoch verloren. Erst als das Telefon klingelt und er Hannahs Stimme hört, scheint der “alte” Tomasz neu zum Leben erweckt. Hannah fliegt nach Polen, um ihn zu treffen.

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Kritiken (9) — Film: Die verlorene Zeit

Christina Wittich: Sächsische Zeitung Christina Wittich: Sächsische Zeitung

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7.0Sehenswert

Eine spannende, bewegende Geschichte ohne Kitsch und Schnörkel.

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Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei... Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei...

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7.5Sehenswert

In seiner pietätvollen und um Realismus bemühten Bilderwahl ist Die verlorene Zeit ein cineastischer Gegenpol, der sich auf die stillen Emotionen seiner Charaktere konzentriert, ohne je ins Reißerische zu verfallen.

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Bernd Sobolla: Deutschland Radio Bernd Sobolla: Deutschland Radio

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8.0Ausgezeichnet

Eine eindrucksvolle Geschichte, ohne falsche Sentimentalität, die sich nach ausgiebigen Recherchen in ähnlicher Form mehr als einmal ereignet hat.

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Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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8.0Ausgezeichnet

So unwahrscheinlich das alles klingt, so absolut glaubwürdig ist es doch in diesem Film erzählt und gespielt.

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Andreas Resch: fluter Andreas Resch: fluter

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6.0Ganz gut

Zwischen diesen beiden Zeitebenen springt der Plot von "Die verlorene Zeit" hin und her. Doch irgendwie gelingt es dem Film nicht so recht, beide Stränge wirklich zueinander finden zu lassen. Zu undramatisch ist der später liegende Abschnitt, zu unklar zudem, welche emotionalen Wunden Hannah aus der unausgelebten Liebe zu Tomasz geblieben sind.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Eine politische Geschichte, ein Beitrag zur Aufarbeitung von Vergangenheit und eine anrührende Liebestragödie. Immer wieder fließen die beiden Zeitebenen ineinander, dramaturgisch hat das ziemlich gut geklappt. Erstaunlich wie mit verhältnismäßig geringen Finanzmitteln das Lagerleben sowie die Atmosphäre in New York glaubhaft geschildert werden konnten.

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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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6.0Ganz gut

Regisseurin Anna Justice ist klug genug, die durch die Wirren der Geschichte erschütterten Biografien dank einer dezenten Musik und klar strukturierter Handlungsführung nicht unnötig sentimental aufzuladen; die Beklemmung stellt sich angesichts der Schicksale und schmerzhaften Trennungen ganz von allein ein. Zwischendurch stößt der fehlende Mut zur eigenen Handschrift auf, die Übergänge zwischen Vergangenheit und Erzählzeit stottern, und die Hoffnung auf das Betreten noch nicht ausgetretener Pfade wird enttäuscht.

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Martin Kowalczyk : BR Martin Kowalczyk : BR

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5.0Geht so

Insgesamt wirken bei "Die verlorene Zeit" die historischen Ereignisse stärker als ihre Nacherzählung im Film. Und über die bloße Nacherzählung hinaus wagt der Film nicht viel. Er scheut sich, die Geschichte hinter der Geschichte zu finden. Deshalb kommt er trotz guter Darsteller leider nicht über ein besseres Fernsehdrama hinaus.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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5.0Geht so

Am Ende zerfällt „Die verlorene Zeit“ in zwei Hälften unterschiedlicher Qualität, die zusammengenommen einen im Ansatz interessanten, aber nur bedingt gelungenen Film formen.

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Kommentar — Film: Die verlorene Zeit

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Kris

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film über eine Liebe, die unter den undenkbarsten Umständen aufkeimt und irgendwie ein Leben lang besteht. Intensiv, dramatisch, tragisch. Gelungen.

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