Apocalypse Now

Apocalypse Now (1979), US Laufzeit 153 Minuten, FSK 16, Drama, Actionfilm, Kinostart 18.10.2001


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8.6
Kritiker
71 Bewertungen
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7.8
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19815 Bewertungen
231 Kommentare
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von Francis Ford Coppola, mit Martin Sheen und Robert Duvall

Der von Francis Ford Coppola unter wahnwitzigen Bedingungen gedrehte Apocalypse Now! gilt als einer der größten Klassiker des Anti-Kriegs-Films und zeigt Martin Sheen in einem psychedelischen Vietnam-Albtraum.

Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges erhält der Militärpolizist Captain Willard (Martin Sheen) einen waghalsigen Auftrag. Gemeinsam mit einer kleinen Truppe Soldaten (u.a Laurence Fishburne) begibt er sich in Richtung kambodschanische Grenze, um einen hochrangigen US-Militär, Colonel Kurtz (Marlon Brando), zu liquidieren. Kurtz, der sich mit einer folgsamen Einheit im Dschungel verschanzt hat, gehorcht keinerlei Militärbefehlen mehr und sorgt für Angst und Schrecken. Dem soll Captain Willard nun ein Ende bereiten. Auf ihrem Kanonenboot dringen sie immer Tiefer in den düsteren Albtraum des vietnamesischen Dschungels ein.

Hintergrund & Infos zu Apocalypse Now!
Regie-Ikone Francis Ford Coppola ging für die Dreharbeiten zu Apocalypse Now an seine geistigen und finanziellen Grenzen. Taifune am Set, ein störrischer Marlon Brando und ein Herzinfarkt Martin Sheens brachten das Projekt beinahe zum erliegen. Totzdem hielt Coppola an Apocalypse Now fest und stellte so ein Meisterwerk fertig, dass allerdings bei den Oscarverleihungen 1980 nicht als solches erkannt wurde. Dort wurde Apocalypse Now zwar für alle wichtigen Kategorien nominiert, erhielt jedoch nur den Oscar für die beste Kamera und den besten Ton. Über die zahlreichen Zwischenfälle am Set und die künstlerischen Selbstzeifel Koppolas informiert die Dokumentation Reise ins Herz der Finsternis, die auf Videomaterial beruht, welches seine Ehefrau während der Dreharbeiten anfertigte.

Von Apocalypse Now! existieren sowohl eine Kino-Fassung, als auch eine längere Fassung unter dem Titel Apocalypse Now! Redux. In dieser längeren Fassung sind im Original nicht verwendete Kapitel enthalten, welche etwa die gespenstische Kolonie französischer Großgrundbesitzer und eine Szene in einem Versorgungslager zeigen.

Apocalypse Now basiert lose auf dem Buch ‘Herz der Finsternis’ von Joseph Conrad. Coppola verlegte für Apocalypse Now die Handlung vom kolonialen Afrika des 19. Jahrhunderts in den vietnamesischen Dschungel. (ST)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Apocalypse Now
Genre
Anti-Kriegsfilm, Militärfilm, Drama
Zeit
1969, Vietnamkrieg
Ort
Kambodscha, Laos, Vietnam
Handlung
Alptraum, Anführer, Angriff, Angst vor dem Tod, Armee-Einheit, Auftrag, Bedrohung, Befehl, Bombardement, Boot, Brutalität, Delirium, Dschungel, Einheit, Eliteeinheit, Feuer, Fluss, GI, Gefahr, Guerilla, Helikopter, Helikopterabsturz, Kameradschaft, Kampf auf Leben und Tod, Kampfeinsatz, Klassiker, Krieg, Kriegsverbrechen, Kultfilm, Luftangriff, Luftwaffe, Marine Corps, Maschinengewehr, Massaker, Massenmord, Menschlichkeit, Militär, Mission, Napalm, Odyssee, Oscargewinner, Patrouille, Pazifismus, Psychopath, Reise, Schlacht, Schrecken, Schusswechsel, Soldat, Spezialeinheit, Surfbrett, Surfen, Surfer, Tod, Trauma, Töten, Veterane des Vietnamkrieges, Vietcong, Wahnvorstellung
Stimmung
Aufregend, Berührend, Ernst, Geistreich, Hart, Spannend, Verstörend
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
AFI Top 100, BFI 50 Greatest Films of All Time, Klassiker, Kultfilm, New Hollywood, Oscargewinner
Verleiher
Kinowelt
Produktionsfirma
Zoetrope Studios

Kommentare (224) — Film: Apocalypse Now


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Bleecher

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Bewertung9.0Herausragend

Dieser Film ruft einen Zwiespalt in mir hervor. Wenn ich ihn aus dem Regal hole, um ihn wieder man anzusehen, muß ich mich jedes mal mental darauf vorbereiten. Vorbereiten nicht nur auf die Gewaltszenen, sonder auch auf den psychischen Terror dieses Films. "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen"
Dieser Film zieht mich in etwas hinein, was ich als beängstigend finde. Und trotzdem liebe ich diese Ode an die Hoffnungslosigkeit, den Stumpfsinn des Krieges und das rohe Ende.
Fazit: Dieser Film ist nichts für Zartbesaitete und schwache Nerven.
Nichtsdestotrotz ist er ein Klassiker der Filmgeschichte.

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Lydia Huxley

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Bewertung9.5Herausragend

"In diesem Krieg verwirren sich da draußen ein bisschen die Dinge - Macht, Ideale, die alte Moral und praktische militärische Notwendigkeit. Aber da draußen unter den Eingeborenen ist es bestimmt eine große Versuchung, Gott zu werden. Weil es in jeder menschlichen Seele einen Konflikt gibt, zwischen Vernunft und Unvernunft, zwischen Gut und Böse. Und das Gute triumphiert nicht immer."

Der Konflikt der menschlichen Seele, er ist der Ursprung unserer Zwiespältigkeit. Wir wissen, was richtig ist und tun das Falsche. Handeln zu oft entgegen unserem Gewissen. Wir wissen, wo wir das Licht finden und begeben uns doch auf die Suche nach den Grenzen zur Dunkelheit. Was bei alltäglichen Nichtigkeiten anfängt, trägt sich bis hin zu den grausamsten Taten in unserer Geschichte. Der Kampf zwischen Gut und Böse war nie ein Kampf zwischen vielen sondern immer nur der eines einzigen, mit sich selbst.
"Apocalypse Now" ist die Verbildlichung genau dieses Dilemmas, die Zerrissenheit im Inneren. Er steht nicht nur für die Ereignisse im Vietnam-Krieg, vielmehr für jeden Krieg, die großen und die kleinen, der Krieg um uns und der in uns.

"In dir wohnen zwei Seelen, weißt du das. Eine, die tötet, und eine, die liebt!"

Wo es um die menschliche Psyche geht, entstehen viele Fragen und im Verlauf des Films häufen sie sich. Beantworten kann er sie nicht, will er nicht. Antworten finden wir nur in uns selbst, in Betrachtung unseres eigenen existentiellen Zerwürfnisses. Colonel Walter E. Kurtz (Marlon Brando) hat das Grauen gesehen und es hat sich in ihm festgesetzt, sich verbreitet wie ein Virus, ihn eingenommen. Er ist die personifizierte Parabel für alle, in denen das Gute nicht triumphieren konnte.

"Sie haben das Recht mich zu töten. Sie haben ein Recht, das zu tun. Aber sie haben kein Recht, über mich ein Urteil zu fällen."

Ein Zitat, so essentiell für die Intention des Films wie auch für das Leben. Wir können zwar ein System erschaffen, um Menschen für ihre Taten zu bestrafen, aber wir werden nie genau wissen können, warum es dazu kam. Wir können einfach nicht in die Seele eines anderen Menschen hineinblicken. Mehr als angebliche Motive oder Vermutungen wird es nie geben. Wissen wir doch selbst oft nicht, warum wir so handel, wie wir handeln. Nur eines ist sicher, wenn die Finsternis sich einmal um einen hüllt, ist jedes Licht kostbar.

Licht und Schatten, das ist es auch, was "Apocalypse Now" optisch bestimmt. Ein ruhiger Moment und ein Sonnenstrahl, der durch den dichten Dschungel scheint, wie ein Hoffnungsschimmer, wie ein Silberstreif am Horizont. Und dann ein spärlich beleuchtetes Gesicht, meist nur ein Profil, dass immer wieder in der Dunkelheit verschwindet. Oft kann man die Blicke nur erahnen, aber man spürt sie deutlich. Bilder und Musik bilden eine stimmige Komposition, die eine sehr dichte, unbehagliche Atmosphäre schafft. Wie auch bei der Szene an der Brücke, nahe der kambodschanischen Grenze. Es ist so finster, wie es nur sein kann. Überall dröhnen Schüsse und Schreie durchhallen die Nacht. Über der Brücke hängen Lichterketten. Es wirkt beinah romantisch. Es erklingt zirkushafte Musik, verzerrt, wie in einer Geisterbahn. Eine kurze, sehr beklemmende Szene, die mich in ihrer inszenatorischen Gesamtheit einfach beeindruckt hat. Dazu kommen faszinierende Einstellungen vom philippinischen Dschungel und von gewaltigen Explosionen, die sich durch die Palmenreihen fressen, alles durchzogenen von einem einnehmenden Soundtrack.
Ich habe die Redux-Version geschaut und muss sagen, dass sie keine Minute zu lang war. Ich hätte keine Szene missen wollen. Kein Bild, kein Wort, keine Note war zu viel.
Der Cast ist traumhaft besetzt und spielt einfach hervorragend. Die vielen Totalen, die uns ihre Gesichter ganz nah bringen, zeigen jede Gefühlsregung - Zweifel, Wahnsinn, Angst, Resignation. Ständig sind sie eingehüllt in Dunst, quellenden Nebelschwaden, bunten Signalfeuern und beißenden Rauch. Das macht die Kulissen oft so undurchsichtig, wie die Menschen selbst.

"Ich dachte immer, wenn ich an einem Ort des Bösen sterben würde, dann würde meine Seele nicht in den Himmel kommen. Aber jetzt? Meine Fresse... Mir ist egal, wo sie hinkommt, wenn es nur nicht hier ist!"

bedenklich? 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

Val Vega

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Ein ganz ganz ganz großer Kommentar zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme. hab jetzt schon wieder bock mir den Shit zu gönnen :D Ganz großes Lob Lydi ;)


Lydia Huxley

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Vielen Dank, Val :) Ich könnte ihn mir auch schon wieder ankucken^^


MaceWindu1998

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Apocalypse Now ist ein weiteres Paradebeispiel für einen Film mit grandioser erster Hälfte und einem unglaublich abfallenden zweiten Part. Wenn Vietnam bombardiert wird, unterlegt mit Richard Wagner fühle ich mich sofort an Kubricks goldene Filme erinnert!
Doch die Redux-Fassung ist definitiv zu lang die OV reicht völlig aus.
Technisch kann man dem Film nichts vorwerfen. FFC gelingt ein Film mit einer wahnsinnig guten Bild- und Tonqualität (für 1979) und wüsste ich nicht, das der Film schon über 30 Jahre alt ist, ich hätte das Alter des Films auf höchtens 10 Jahre geschätzt.
Kommt nicht an die ersten beiden Pate-Filme ran, aber hat seinen Kult-Status trotzdem vollkommen verdient.

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Samweis_Gamdschie

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Richtig starker Film, der mir persönlich viel besser in der Originalfassung gefällt !


MaceWindu1998

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Richtig stark ist er, aber sie Szene bei den Franzosen hätte man kürzen können ...


Hereisjohnny

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Bewertung9.5Herausragend

“My film is not a movie. My film is not about Vietnam. It is Vietnam. It’s what it was really like. It was crazy. And the way we made it was very much like the way the Americans were in Vietnam. We were in the jungle. There were too many of us. We had access to too much money, too much equipment, and little by little, we went insane.” - Francis Ford Coppol

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Val Vega

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

„Apocalypse Now“ ist kein Kriegsfilm, sondern ein Film über den Krieg. Aber auch ein Film über den Menschen. Ein Film darüber, was Menschlichkeit ausmacht und ob Dinge wie Tod, Leiden und Verderben nicht auch zur Menschlichkeit gehören. Ob diese Dinge nicht urmenschlich sind. Und schließlich sagt uns der Film ganz und gar, dass man einen Krieg nicht gewinnen kann. Oder dass man nur dann gewinnt, wenn man gar nicht erst zu kämpfen beginnt? Oder ist es wie Brecht sagte, dass man verlieren kann, wenn man kämpft, man aber schon verloren hat, wenn man den Kampf nicht aufnimmt?

Doch das ist ja das so faszinierende und berauschende an diesem Film. Der Krieg geschieht meistens nur um uns herum. Nur in den wenigsten Szenen sehen wir wirklich wie Menschen gegeneinander kämpfen und sich ermorden. Es sterben viele Menschen im Laufe der Geschichte, doch der Krieg geschieht immer Off-Screen. Wir sehen unsere Charaktere zwar schießen und hier und da auch das Mündungsfeuer des „Feindes“, aber im Prinzip geht es Coppola um die Menschen.
„Apocalypse Now“ ist in seiner Grausamkeit und Brutalität immer noch ein äußerst humanes Filmerlebnis.
Ein Film, der sich seinen Charakteren annimmt. Während der Film schon eine Charakterstudie an sich ist und er den Charakterwandel seiner kleinen Gruppe von Menschen beleuchtet, geschieht innerhalb der vom Film erzählten Geschichte eine weitere Charakterstudie. Es ist die von Willard an Kurtz. Er informiert sich über dieses Wesen, dass dort irgendwo im Dunkel des Dschungels – ja im „Herz der Finsternis“ hockt und beginnt zu hinterfragen.
Wieso?
Was treibt diesen Menschen an?
Weshalb handelt Kurtz so, wie er handelt?
Der Grund der Kurtz bewegt, das was Willard führt und begleitet, das ist der Krieg.

Weswegen dieser Film, den ich nach der zweiten Sichtung in mein Herz geschlossen habe, so wertvoll ist, ist weil er nicht unterscheidet. Er unterscheidet nicht zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Er gibt niemandem die Schuld. Legitimiert nicht. Er zeigt auf. Er zeigt, dass menschliche Verderben, sucht nach einem Grund für das, was im Krieg geschieht, wenn jede Form der Menschenwürde, all die Schönheit des Lebens, mit Füßen getreten wird.

„We went into a camp to inoculate some children. We left the camp after we had inoculated the children for polio, and this old man came running after us and he was crying. He couldn't see. We went back there, and they had come and hacked off every inoculated arm. There they were in a pile. A pile of little arms. And I remember... I... I... I cried, I wept like some grandmother.“

Aber er kritisiert oder regt zumindest den Zuschauer dazu an nachzudenken. Eine der wohl legendärsten Filmfiguren aller Zeiten, Bill Kilgore, gespielt von dem grandiosen, absolut meisterhaften Robert Duvall, tritt auf. Ein wahnsinniger wie er im Buche steht. Doch er ist ein Wahnsinniger, der das tut was man von ihm verlangt, obgleich er auch dies nur tut um seinen perversen Vergnügen zu frönen.

Und dann kommt später im Film eine ganz besondere Szene. Vielleicht die wichtigste Szene von allen. Es ist die brutale und ungeschönte Darstellung eines Verbrechens an der Menschlichkeit. Eines Massenmordes, begannen von jungen Männern, die Angst haben. Männer, die in der Situation stecken:
Wir oder die?
Doch tat der Bursche das Richtige oder das Falsche? Kann man dies überhaupt als Kriegsverbrechen werten? Ist es nicht das wahre Verbrechen Krieg zu führen? Denn der Krieg ist es, der den Menschen dazu anhält diese Gräuel zu tun.

„Apocalypse Now“ ist ähnlich wie „Der große Diktator“ nicht nur einer der besten Filme aller Zeiten, sondern auch einer der WICHTIGSTEN Filme aller Zeiten. Dieser Film sollte von jedem Menschen gesehen werden und Pflicht in der Schule sein. Die Schauspieler agieren allesamt auf höchstem Niveau. Martin Sheen ist als Cpt. Willard ohnehin grandios, wird allerdings noch einmal von seinen beiden Kollegen Duvall und Brando, zwei der aller, aller größten Schauspieler aller Zeiten. Gerade sie machen „Apocalypse Now“ zu dem surrealistischen und psychedelischen Albtraum, der er ist.

Film in seiner Perfektion, einer Perfektion, die bedeutet, dass ein Film mehr als ein Film ist, bedeutender als das Medium an sich, dann ist ein Film etwas ganz besonderes. Etwas großes! So ein Film in reinster Vollkommenheit ist „Apocalypse Now“.

“The movie is not about Vietnam. It is Vietnam. We were in the jungle. There were too many of us. We had access to too much money, too much equipment – and little by little, we went insane.”

„Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen.“
- Plato

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dopodynamite

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gnädige 8.0 Punkte für die Redux-Fassung, welche mit einer Laufzeit von 202 Minuten definitiv zu lang geraten ist. Über große Strecken ist man der Meinung den besten (Anti-)Kriegsfilm aller Zeiten zu sehen, jedoch dann wieder phasenweise bemüht nicht einzuschlafen. Habe einen derartig krassen Kontrast noch nie bei einem Film erlebt, daher folgt ein ausführlicherer Kommentar nach Sichtung der ursprünglichen Fassung.

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ironspidey

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Bewertung9.0Herausragend

Brauch ich nicht mehr viel zu sagen - genial verstörend mit einem brillianten Marlon Brando.

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Grimalkin

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Bewertung9.0Herausragend

- Die große Moviepilot Oster-Wichtelaktion 2014 -
Bevor ich mich gleich zur Verwandschaft zum traditionellen Osterfrühstück aufmache: Dieser Kommentar ist für den User Big_Kahuna und handelt von einem Film mit beeindruckender Überlänge, der gemeinhin als "Apocalypse Now" bekannt ist. Gesehen habe ich die Redux-Version und... the horror, the horror!

Krieg. Ein einsilbiger Begriff für einen wiederkehrenden, alles verzehrenden Zustand, der die Überschreitung von Grenzen beschreibt, Grenzen der Natur, der Gesellschaft, der Welt, ja, des Menschen selbst. Francis Ford Coppola nahm sich dieses hässlichen Zustands an und hielt ihn meisterhaft auf Zelluloid fest. Zweihundert Minuten lang zeigt er uns kraftvolle Bilder, die sich nicht nur in die Netzhaut brennen, sondern bis in die Seele vordringen.
Sein Film ergründet zunächst vordergründig die physische Ebene des Grauens, indem er die Amerikaner eine Arie der Zerstörung spielen lässt. Wie eine Naturgewalt fegen sie über die Vietnamesen hinweg und hinterlassen einen Pfad der Vernichtung. "I love the smell of napalm in the morning", gibt Kilgore lächelnd zu verstehen. Doch weder beginnt, noch endet der Krieg mit Bomben und Maschinengewehren.
Wenn sich die psychologische Ebene mehr und mehr entfaltet, durch psychedelische und surreal anmutende Sequenzen überlagerter Bilder unterstützt wird und schließlich in ein existenzialistisches Schlusskapitel mündet, das nicht weniger als das Handeln des Menschen in Frage stellt, dann, ja dann erreicht die Wahrheit von der Obszönität, der Perversion und des reinen Wahnsinns des Krieges endgültig unseren Verstand. In diesem Moment erhält das Genre des Antikriegsfilms seine Definition.
Ist der abtrünnige, von der Army für verrückt erklärte, Kurtz eine mystische Figur, ein Prophet oder gar ein Gott? Seine Person und alles, was er verkörpert, ist jenseits solcher Kategorien zu begreifen. Bewegt er sich auf rationalem Terrain oder ist sein Geist unwiderruflich verloren? Ironischer Gedanke, bedenkt man, dass der Krieg jegliche Rationalität ohnehin nur wie eine Maske trägt und bereits von Beginn an von Verlorenen geführt wird. Coppola verleiht hier seinen Gefühlen und Gedanken Ausdruck, indem er das, wofür einem angesichts der unmenschlichen Wirklichkeit die Worte fehlen, in das bewegte Bild überträgt. Und dies ist gleichermaßen ehrfurchtgebietend wie beängstigend. Denn der Krieg ist ein Alptraum, der aus uns selbst erwächst, sich im Denken einnistet und den Leib kontrolliert, um fern von Würde und Moral über Leben und Tod anderer zu bestimmen.
"Und wenn du lange in einen Abgrund blickst,", so einst Friedrich Nietzsche, "blickt der Abgrund auch in dich hinein."
Mit "Apocalypse Now" verhält es sich ganz genauso.

bedenklich? 28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten

Lydia Huxley

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Sehr gut geschrieben und so wahr! Das Zitat von Nietzsche gefällt mir richtig gut :)


jacker

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Ganz groß!
Ist einer dieser Filme, in denen ich so viele Ebenen und Inhalte erahne (bzw. einfach fühle), dass ich bis jetzt immer gescheut habe was zu schreien. Du triffst super den Kern!


The Freewheelin Fonda

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Bewertung10.0Herausragend

!!!!!KOMMENTAR 1000!!!!!!!!

Jetzt ist es also soweit, der Eintausendste Kommentar den ich hier bei Moviepilot schreibe und ganz ohne falsche Bescheidenheit muss ich zugeben, dass ich beim Schreiben dieses Textes doch etwas sentimental wurde, es kommt mir vor wie gestern als ich mich hier Ende 2012 angemeldet habe, zu „großen, langlebigen“ Profilen ehrfürchtig aufgeblickt habe und mir nicht vorstellen konnte, dass meine Texte hier einmal größeren Anklang finden würden und von dieser großartigen Community ständig gelobt werden sollten.
Ich kann nach dieser Zeit nur hoffen, dass ich es irgendwie beschreiben konnte, was Filme mir bedeuten, welche Faszination die ganz großen Werke bei mir auslösen!
Jetzt bin ich seit gut eineinhalb Jahren schon ein fester Bestandteil der Community, habe vieles geschrieben auf das ich selbst recht Stolz bin, wurde einmal sogar mit dem „Kommentar der Woche“ ausgezeichnet, durfte vieles lesen, was mein Filmwissen reifen ließ und entwickelte zu manchem Nutzer sogar ein so intensives Verhältnis, wie ich es mir vor einigen Monaten noch gar nicht von einer „Internetfreundschaft“ hätte vorstellen können…
Ja, Moviepilot hat mir in der letzten Zeit viel gegeben, mehr als ich je von einer Internetseite erwartet hätte, was vor allem an den unglaublich vielfältigen Usern liegt, denen ich im Nachhinein für die unzähligen Austausche über Filme, Politik, Philosophisches(man diskutiert sich ja immer gerne von Thema zu Thema) dankbar bin.
Die Community macht Moviepilot in all ihrer Vielfalt zu einem wunderbaren, liebenswerten Netzwerk, was einen Teil meines Lebens irgendwo mitgeprägt hat, wofür ich an dieser Stelle einfach mal DANKE sagen muss, ohne irgendeinen meiner zahllosen MP-Buddies besonders hervorzuheben, denn sie ALLE machen Moviepilot ja aus, sowohl Positive als auch Negative Begegnungen.
So hoffe ich, dass es MP in den nächsten Jahren schafft die Plattform zu bleiben die ich kenne und einen gelungenen Ausgleich schafft zwischen Regeln und den Freiheiten die sich gewisse Piloten rausnehmen.

Mein 1000ster veröffentlichter Text soll aber nicht bloß über die Community gehen und auch nicht, wie bei mir zu erwarten, eine erneute Würdigung Bob Dylans sein, sondern ein Filmkommentar zu einem DER Filme, zu einem der ganz, ganz großen Meisterwerke der Geschichte!

„APOCALYPSE NOW“

Ich habe vor Ewigkeiten schon einmal einen Text zu diesem Werk geschrieben, den ich jedoch schon lange überarbeiten wollte und da schien mir mein Jubiläumstext am besten für geeignet!
Damals schrieb ich, dass der Streifen ja „krank“ sei, in seinen Figuren, ihrem Verhalten und vom ganzen Geschehen im Dschungel.
Aber „krank“ muss dieses Werk auch sein in seiner Darstellung, bei dem Thema um das es geht, um seiner Intention gerecht zu werden:
Krieg, das Grauen…
Etwas das mich seit Jahren beschäftigt, ein Zustand den die Menschen in ihrem Miteinander niemals ablegen können, egal wie sehr sich viele Leute noch von pazifistischen, humanen Ideen überzeugen lassen.

Hollywood behandelt den Krieg auf seine ganz eigene Art, viel zu oft werden Konflikte verklärt, Gut und Böse werden durch undifferenzierte Schuldzuweisungen falsch ausgearbeitet oder Opfer von Kriegen werden zu einseitig beleuchtet.
Wenige Ausnahmewerke zeigen Kriege in ihren ganzen Ausmaßen, in einem wahren Bild, sowie Coppolas Meisterwerk, denn er zeigt auf einzigartige, bedrückend ehrliche und leider teils auch faszinierende Weise das Grauen des Krieges, er zeigt uns die Hölle!
Das GRAUEN ist wie ein brutaler Fiebertraum, aus dem man nicht mehr aufwachen kann, man ist gefangen in diesem abartigen Abgrund von allem menschlichen, da wo der Mensch vielleicht aber doch am ehrlichsten ist, weil er seine innersten Instinkte zeigen kann in diesem Alptraum:
Der Hölle Vietnams.
Man kann nicht entfliehen und wird an Martin Sheens Seite immer tiefer in das Grauen mit hineingezogen, der Geruch von Napalm, ein unaufhörliches Dröhnen und dein Körper der droht dich im Stich zu lassen.
Hier wird alles Zivilisierte abgelegt, der Krieg zerstört alles und entführt den Zuschauer in diese kranke, kaputte Hölle.

DER Vietnamkriegsfilm, der aber gar nicht nur um diesen sinnlosen Kriegseinsatz, der Millionen von Toten forderte, geht, sondern nur über die Opfer des Krieges DIE Charakterstudie die sich voll auf die Menschen einlässt, die die unmenschlichsten Sachen gesehen haben.

Die ersten Szenen, (in denen Martin Sheen das stärkste Schauspiel seiner Karriere abliefert):

Enger werdende erdrückende Wände, stetig ansteigende Musikuntermalung, der Ventilator als Helikopter, es sagt schon ALLES über den Film aus bevor die Mission, der Trip durch den Dschungel überhaupt losgeht.

Eine Mission in der der Kriegsgezeichnete Sheen mit ein paar jungen unerfahrenen Soldaten auf einem kleinen Patrouillenboot das Kriegsgebiet durchfahren muss und den durchgedrehten Colonel Kurtz exekutieren soll, einen hochrangigen Offizier, der an Vietnam zerbrochen ist:

"I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my dream; that's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a straight razor...
and surviving."

"...his methods became unsound..."

Ein Streifen der eine Mission zeigt, die so tief geht, wie es sich nur wenige andere trauen.
JEDE Szene ist hier perfekt, zeigt ein Abbild von einem Szenario an einem Ort, für das wir Menschen ganz allein verantwortlich waren.
Szenen die sich alle im Gedächtnis verewigen.

Der Angriff auf das Dorf mit Wagneruntermalung durch DEN Robert Duvall, dessen einzigartige Rollen sich durch die ganze Filmgeschichte ziehen.
Das Festival mit den Playboy Bunnies und CCR Untermalung was die Isolation der Soldaten in Vietnam zum Ausdruck bringt.
Die Fischerbootinspektion, die mir jedes Mal an die Nieren geht.
Brennende Dörfer aus denen verzweifelte Soldaten fliehen wollen.

An all diesen gottverlassenen Orten zieht Martin Sheen in seinen kleinen Patrouillenboot vorbei, sieht das Grauen Vietnams und beginnt Kurtz zu verstehen.
Versteht zu was ein Mensch an solch einem Ort fähig sein kann und wird immer mehr von Kurtz fasziniert.
Die Bilder werden mitreißender, der Trip in den Dschungel geht immer tiefer hinein und das Verlangen Kurtz zu konfrontieren immer größer.
Nach einer schier endlosen Reise, verlustreich und verstörend, gelangt man tief in diesem eigentlich wunderschönen Land in ein ganz eigenes Reich des Grauens, das Reich von Colonel Kurtz, wo er von seinen Leuten verehrt wird und sich gottgleich zurückgezogen hat, am Ende des Flusses.

Wenn Kurtz dann selbst auftaucht ist es vielleicht DER Moment der Filmgeschichte.
Eine Figur die in diesem Film komplett mystifiziert wurde. Ein Kriegsheld der an Vietnam zerbrach und im Dschungel nun sein eigenes Psychoregiment befiehlt, die Legende die gefallen ist und nun beseitigt werden muss.
Gespielt von DER Schauspiellegende:
Marlon Brando in seiner letzten echten "Brandorolle".

Diese Figur, im halbdunkeln auf seinem Bett nur einige Sätze gegenüber Martin Sheen, nur einige Minuten Screentime und trotzdem einer der faszinierendsten Filmcharakter aller Zeiten, wenn dieser Colonel da sitzt und einen aus der Dunkelheit mustert und einen mit seinem Blick erschlägt, kann man den Blick nicht mehr von einer solch faszinierenden Figur abwenden.

"You have the right to kill me!
But you have not the right to judge me!
You dont know what horror means.
Horror.
Horror has a face.
Horror and moral terror are your friends.
If they are not, they are enemies to be feared.
They are truly enemies."

Nach Kurtz Auftritt beginnt der letzte Akt des Films, die totale Entladung von allem Gezeigten.
Coppola gibt noch einmal alles, der Wahnsinn erreicht seinen absoluten Höhepunkt, makabere Morde, Menschen die ihren Verstand komplett verlieren und zu genau dem geworden sind, was dieser Ort verkörpert.

Die letzten Szenen, die Opferung durch die Eingeborenen, die völlige Entsagung der alten Strukturen der Welt und der Armee bildet in den letzten 10 Minuten dann den absoluten Höhepunkt des Horrors, wenn man davor schon stets dachte der Wahnsinn könnte sich nicht mehr steigern!

Ein einzigartiger Film, durch die Musik, die Dialoge, die Darsteller, die Inszenierung, die Produktionsgeschichte und durch das Gezeigte was einen fassungslos macht.
Der Höhepunkt des New Hollywood, einer der Gründe Filme zu lieben, der Film der "die große Scheiße des Krieges" am Besten zeigt.
Der die Sinnlosigkeit aller menschlichen Konflikte zeigt, Kämpfe die nicht gewonnen werden können, denn der Feind ist man selbst, man macht sich den Gegner selber!

Eine Reflektierte Reise über das "Mensch-sein" ein Film der philosophische Fragen stellt über uns alle, was wir sind, wozu wir fähig sein können, was unsere Aufgaben sind!

Ich hoffe ich konnte der Nummer 1000 meiner Texte einigermaßen gerecht werden, doch muss den Kommentar leider auch damit schließen, dass ich in den nächsten Monaten für eine längere Zeit kaum bis gar nicht online sein werde, da ich durch mehrere Verpflichtungen vorübergehend MP fern bleiben muss,
in diesem Sinne könnte ich mir nichts Passenderes vorstellen als mit einem großen Song von einer DER Bands unserer Geschichte zu enden:

"The End"
https://www.youtube.com/watch?v=vrYvcFDNmBM

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Morissa

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Glückwunsch zum 1000sten!!! Man man man... Das ist mal ne Hausnummer und wie immer klasse Kommentar, kann deiner Beschreibung über die Community nur zustimmen.
Bin bei 598, mal sehen wozu ich Nummer 600 schreibe.


The Freewheelin Fonda

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Lieben Dank Morissa(glaube ich wurde noch nie SO SEHR für einen Text gelobt wie für den Apocalypsetext, freut mich sehr :D)
Habe mir gleich mal deinen Jubiläumstext angesehen :)


SalocinRocknRolla

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Bewertung9.0Herausragend

Ich habe nur die 50 Minuten längere Redux-Version des Films gesehen, der mit seinen 3:14 h Laufzeit schon extreme Längen hat. (Deshalb keine Top-Bewertung, weil es zwischenzeitlich wirklich langweilig wurde). Trotzdem liefert er packende Schauspieler-Leistungen, bis in jede Nebenrolle, zeigt die Grausamkeiten des Vietnam-Krieges erschreckend authentisch auf und liefert packende Bilder und einen grandiosen, perfekt aufs Bild abgestimmten Soundtrack. Ein Meisterwerk der Filmgeschichte, allerdings ist die Redux (Director's Cut) Version wirklich nur Fans des Films zu empfehlen, da er wie gesagt schon sehr, sehr langatmig ist und man als Zuschauer manchmal nicht mehr die nötige Aufnahmefähigkeit aufbringen kann, wirklich alles aufzunehmen und die wichtigen kleinen Details die den Film ausmachen, aufgrund der Fülle nicht mehr zu schätzen weiß.

Der Film ist wohl neben "Full Metal Jacket" der bedeutsamste Anti-Kriegs-Film gegen den Vietnam-Krieg.

Habe später erst gelesen, dass das Projekt oftmals vor dem Abbruch stand, weil es viele Widrigkeiten gab, dass Set wurde des Öfteren von Tropenstürmen zerstört, Martin Sheen hatte während der Dreharbeiten einen Herzinfarkt, Harvel Keitel drehte 2 Wochen lang die Hauptrolle, bevor er entlassen wurde und Martin Sheen als neuer Hauptdarsteller engagiert wurde, da Coppola mit seiner darstellerischen Leistung nicht zufrieden war. Die Dreharbeiten dauerten über 16 Monate und haben fast das Doppelte des angedachten Budgets gekostet, weshalb Coppola eine Menge seines Privatvermögens in die Fertigstellung des Films stecken musste, es gab starke Auseinandersetzungen zwischen Coppola und Brando, die die Arbeiten sehr schwierig gemacht haben, umso schöner, dass nach all diesen Widrigkeiten doch noch ein solches Meisterwerk heraus gekommen ist, dass wertet meiner Meinung nach den Film selbst noch einmal stark auf, wenn man weiß wie oft dieses Projekt auf der Kippe stand und fast gescheitert wäre...

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undDerwolf

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Schwer zu sagen, was das Beste an Apocalypse Now ist: Die schauspielerischen Leistungen, der Soundtrack, die Eröffnungssequenz, die vielen zitierfähigen Dialoge und Monologe, seine Entstehungsgeschichte, ....? Es ist wahrscheinlich das virtuose Zusammenspiel aller Parameter, welches einen verstört zurücklässt. Der Film hat eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte und kann.

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Samweis_Gamdschie

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Bewertung9.0Herausragend

"The horror... the horror..."

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I_have_seen

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Bewertung4.0Uninteressant

"Apocalypse Now - Redux" ist voll Scheiße und Gold.

Anti-Kriegsfilme sind, wenn Sie gut sind, immer sehr speziell, ungemein wortkarg und häufig abstrakt angelegt – alles dies trifft auf „Apocalypse Now“ voll zu und von mir aus ist das die „wohltemperierteste“ Annäherungsform für diese Art von Filmen. Es geht nicht um Wohlgefallen. Es geht darum eine Ausdruckform zu finden die zu den schwersten zählt und Marlon Brando und Dennis Hopper zeigen uns den Abgrund und Martin Sheen ist ein hervorragender Grenzgänger zwischen den verschiedenen Welten des Grauens, das alles ist Gold. Der Film ist noch mehr er ist elendig lang, er nervt und man sehnt sich danach sich wieder etwas sinnvolleren zuwenden zu können – erlöst zu werden und man denkt ich hab’s doch jetzt kapiert, wieso muss ich diese Flussfahrt ins nirgendwo noch 2 Stunden mitmachen – und ich bin durchaus zwiegespalten, aber am Ende muss ich sagen der Film ist zu öde, zu banal, zu selbstgerecht, zu einfach, zu total – viel zu total; alle sind jenseits von Verstand und Zurechnungsfähigkeit, alle sind nur noch ein Restbild ihrer selbst, kaum mehr menschlich, alle haben sich den verrückt sein hingegeben und kapitulieren, es regiert überall der Wahnsinn, er hat alle ecken, jedes Antlitz für sich eingenommen, er kann mir nichts beibringen, nichts erklären und er versucht es nicht, er will es nicht und er macht es nicht und deswegen, genau aus diesem Grund ist jedes Lob hier völlig verirrt, genau deswegen ist der Film auch – und ich betone auch, voll Scheiße – voll Gold, ein höllenmäßiges „master piece“; voll Scheiße, weil total frei von Sinnen; „Apocalypese Now“ ist keine Erzählung, es lohnt sich nicht über verrücktes Nachzudenken: Wer verrückt ist, ist verloren, aus, Ende. Was für ein Grauen. Was für eine elende Verschwendung. Francis Ford Coppola. Es ist vielleicht gut das es einen Film , wie diesen, mit dieser Vehemenz gibt, aber ich brauche niemanden davon erzählen; ich könnte den Film 9 Punkte geben für das Schauspiel, das Bild und ein paar bedeutungsschwangere, surreal-verzerrte Szenen und verrückten Phrasen, aber der Film ist keine Erzählung, er inszeniert das Verrückte, ich bin jetzt, mehr oder minder, direkt nach dem Film vollkommen ruhig, das sagt glaube ich sehr viel; aus; Ende.

Zwei Oscars.

Es lohnt sich, im Grunde mehr, über die letzte Feststellung sich Gedanken zu machen als über den Film – denn das ist real, und somit ein begreifbarer teil meiner Realität.

Der Film ist alles in allem: Einfach Uninteressant. Es ist kein schlecht gemachter Film – das überhaupt nicht. Es ist gut, dass der Film gedreht wurde - das er sozusagen existiert. Es ist Schade um die Zeit. Grauenhaft stimmt - stimmt nicht. Aus. Ende.

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SalocinRocknRolla

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Liegt aber vielleicht auch daran, dass die Redrux-Version 50 Minuten länger ist als der Original-Film und Szenen teilweise auch chronologisch anders angereiht. ich fand ihn in der Redux-version auch irgendwann einfach zu langatmig, weil ich als Zuschauer nicht mehr alles aufnehmen konnte, aber trotzdem hat er mich beeindruckt, aber ich kann deine Kritikpunkte nachvollziehen.


Wednesday90

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Bewertung9.5Herausragend

Die 3. Sichtung von "Apocalypse Now", aber jetzt endlich zum ersten Mal die Version von 1979 angeschaut. Bisher hatte ich immer nur die Redux-Fassung gesehen, welche ohne Zweifel großartig ist. Aber mich haben immer einige Dinge gestört, einige Szenen wirkten einfach deplatziert. Vor allem der Abschnitt auf der franz. Plantage, sowie die Szene mit den Playmates haben für mich nicht so recht passen wollen. Ich hatte den Eindruck, diese Szenen würden dem Film etwas von seiner Intensität nehmen. Nun, wo ich endlich die Fassung von 1979 gesehen habe, hat das meinen Eindruck bestätigt. Denn in der ursprünglichen Version ist "Apocalypse Now" ein nahezu makelloses Meisterwerk.
Eine hypnotische Reise in die tiefsten Abgründe des Vietnam-Krieges, selten wurde der Schrecken des Krieges derart beklemmend und aussichtslos porträtiert.
"The horror... the horror..."

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Oekolampad

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Absolut empfehlenswert, allerdings einer der verstörendsten Filme aller Zeiten. Im Vergleich zu anderen Vietnam-Antikriegsfilmen geht es weniger um den Krieg, als vielmehr tatsächlich um menschliche Abgründe während des Krieges; also nicht um die Auseinandersetzung eines Menschen mit seinen Kriegserlebnissen, sondern um die Auseinandersetzung der Menschen miteinander. Marlon Brando wirkt hier allerdings etwas über seinem Zenit spielend, träge und wie ein Pate im vietnamesischen Sumpf. Das macht die Bewertung etwas schlechter.

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Kunstmut

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Bewertung9.5Herausragend

Filmbewertung

Filmtitel: Apocalypse Now Redux
Regisseur: Francis Ford Coppola
Jahr: 1979 / 2001
Genre: (Anti) Kriegsfilm
Laufzeit: ca. 188 min (Redux ist der um 50 Minuten längere Directors Cut - Danke für den Hinweis an SalocinRocknRolla)
FSK: 16

Kurzfazit: sehenswert (!)

*** SPOILER ***

Prämisse:
Mitten im Vietnamkrieg wird ein psychisch angeschlagener Captain damit beauftragt einen außer Kontrolle geratenen Colonel zu liquidieren.

Favorisierte Sprachfassung:
(1) Englisch
(2) Deutsch
Die Sprachfassungen sind fast gleich gut - vor allem da Christian Brückner Martin Sheen synchronisiert. Allerdings ist die englische Sprachfassung einfach einen Tick authentischer, da im Deutschen logischerweise der typisch amerikanische Slang fehlt.
Beispiel: "How do you feel, son?" - "I feel like a mean motherfucker, sir!" (Sowas kann man beim besten Willen nicht übersetzen)
Wer also american english versteht - der schaut sich den Film bitte im Original an.

Leistung der Schauspieler:
Martin Sheen (Captain Willard) spielt die Rolle seines Lebens. Allein für die ersten siebeneinhalb Minuten lohnt es sich schon Apocalypse Now Redux zu sehen. Und den ganzen Film über sieht man immer diese Augen - Augen die anscheinend die Hölle gesehen haben und keine Lust mehr verspüren, sich weiterhin mit dem Krieg zu beschäftigen. Ganz stark!
Als Nebendarsteller bleiben in Erinnerung: Robert Duvall (als Colonel Kilgore - Der sich hauptsächlich für den Surfsport interessiert und weniger für den Krieg), Frederic Forrest (als Jay "Chef" Hicks - Ein Saucier aus New Orleans mit schwachen Nerven), Dennis Hopper (als amerikanischer Journalist, der in Colonel Kurtz einen weisen Poeten sieht und viel metaphysischen Blödsinn zum Besten gibt) und Marlon Brando (als Colonel Walter E. Kurtz, der aufgrund des Horrors des Krieges wahnsinnig geworden ist und eine erschütternde und kranke Weltsicht offenbart)

OST:
Der Synthesizer Soundtrack von Carmine Coppola passt zur düsteren Stimmung des Filmes und erweckt zusammen mit den Hubschrauber- und Dschungelgeräuschen Apocalypse Now Redux erst so richtig zum Leben. Erwähnenswert ist auch der Song: "The End" von den Doors, der in der Anfangssequenz und in der entscheidenden Schlusssequenz passend zur Dramatik der Ereignisse eingespielt wird. Zusammen mit den eindrucksvollen Bildern ergibt sich dadurch eine Spannung, die jeden Zuschauer emotionalisieren dürfte.

Kamera / Schnitt:
Wunderschön! Warum kann nicht jeder Film eine so großartige Kameraführung und einen so guten Schnitt haben? Anders als in den modernen Hollywoodfilmen wird nicht spätestens alle sechs Sekunden der Bildausschnitt gewechselt. Daraus resultiert eine Ruhe, die dem Film wirklich gut tut und die es dem Zuschauer erleichtert sich auf den Film einzulassen. Und die immer wieder eingesetzten Überblendungen sind jedesmal ein Kunstwerk für sich (vor allem die ersten siebeneinhalb Minuten). Von Hektik, verwackelten Actionszenen oder unklaren Motiven keine Spur - und das gefällt mir.

Emotionale Wirkung:
Mir geht der Film jedes mal an die Nieren - vor allem der Helikopterangriff der Amerikaner auf das Vietnamesendorf ist harter Tobak und hat eine riesige Schockwirkung, die jeden Zuschauer auf eine psychische Belastungsprobe stellen dürfte.
Und dann sind da noch die Monologe von Marlon Brando - ist das krankes Geschwafel eines Wahnsinnigen oder sind das unbequeme Wahrheiten eines intelligenten Mannes?

Rationale Wirkung:
Krieg schadet den Menschen sowohl physisch als auch psychisch und ist ein krankes Übel das die Menschheit verhindern sollte. Das ist jedenfalls das Fazit, dass ich aus Apocalypse Now Redux gezogen habe. Wenn man sich den Film angesehen und über den Inhalt reflektiert nachgedacht hat, kann man dem Krieg nichts mehr Positives abgewinnen. Und man fragt sich, wie verrückt die Menschheit des 21. Jahrhunderts ist, wenn es immer noch Menschen auf dem Planeten Erde gibt, die dem Krieg etwas Positives abgewinnen können.
Ein zweiter Punkt, der mich zum Nachdenken gebracht hat, ist die Figur des Walter E. Kurtz. Wer legt eigentlich fest, was gut und was böse, was gesund und was krankhaft ist? Ist die amerikanische Militärführung mit ihrem Beschluss über Kurtz Liquidierung etwa nur im Recht, weil sie viele sind und Kurtz alleine dasteht mit seinen Meinungen bezüglich des Krieges? Meiner Meinung nach sind beide Seiten krankhafte Mörder, die man verurteilen müsste. Lediglich Kurtz wird jedoch verurteilt und dass nur weil er die Minderheit darstellt. In diesem Sinne kann man Apocalypse Now Redux auch in dem Kontext sehen, dass immer die Meinung der Mehrheit die Maßstäbe der Gesellschaft darstellt - sei es in Fragen der Moral, des Gesetzes oder der Verantwortung. Gerichtet wird dabei immer über die Minderheit - selbst wenn die Minderheit (wie in dem Fall Kurtz) in ihrem Denken und Handeln klare Fehler in der Logik der Mehrheit findet. Über die Mehrheit richtet dagegen niemand.

Fazit:

Apocalypse Now Redux ist meiner Meinung nach der sehenswerteste amerikanische Film überhaupt.
(Interessanter Fakt: Apocalypse Now Redux wurde 1979 gedreht. Etwa im selben Zeitfenster - nämlich auch 1979 wurde der Film Stalker gedreht. Meiner Meinung nach der sehenswerteste russische Film. Zufall?)

Gruß

Kunstmut

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SalocinRocknRolla

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Redux ist allerdings nicht der Original-Film, sondern der 50 Minuten längere Director's Cut des Films


Ioosh698

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Bewertung9.0Herausragend

Vornweg: Ich habe die Redux Fassung gesehen!

Apocalypse Now Redux, lange vor mir her geschoben und heute endlich geschaut. Ich bin im Moment immer noch ein wenig geschockt. Nicht weil der Film schlecht ist, sondern weil er mich ungemein gepackt hat! Apocalypse Now ( Redux hin oder her) zeigt den Vietnamkrieg als das was er war: Verstörend, Sinnlos, Menschenverachtend, Blutig und oder einfach nur Schrecklich!
Francis Ford Coppola hat hier ein unvergessliches Meisterwerk geschaffen und verknüpft historische Ereignisse mit einer fiktiven Story. Niemals zuvor habe ich den Vietnamkrieg so intensiv wahrnehmen können wie in diesem Film hier. Apocalypse Now ist ein Trip in die tiefsten menschlichen Abgründe, der sich vor allem gegen Ende immer mehr in die Psyche des Zuschauers selbst einbrennt. Die Szenen mit Marlon Brando fande ich teilweise einfach nur krank! Am Beispiel seiner Filmfigur sieht man, was der Krieg letztlich mit den Menschen macht. Und das hat mich dann im nachhinein doch sehr nachdenklich gestimmt.
Was mir auch gefiel war, das Coppola nicht nur auf tosende Action setzte, sondern sich wirklich auf die Figuren und ihre Entwicklung während des Filmes spezialisierte. Und das ist ihm wahrlich gelungen! Starke Figuren und noch stärkere Schauspieler. Martin Sheen liefert hier eine unglaubliche Performance ab, sodass man sagen kann das er perfekt in die Rolle des Cpt. Willard passt. Im Verlauf der Geschichte kommt sehr gut zur Geltung, wie er immer mehr an seiner Mission und vor allem an deren Erfolg zweifelt. Zu Marlon Brando braucht man denke ich keine Worte mehr verlieren... Er ist der Schauspielgott persönlich und zeigt auch in Apocalypse Now eine starke Leistung als Col. Kurtz, ein vom Krieg vollkommen zerstörtes, durchdrehendes Menschliches Wrack, psychisch nicht er selbst. Denn im Grunde genommen ist auch Kurtz nur durch den Krieg zu dem geworden was er ist: Ein psychopathischer Irrer!
Allgemein bietet dieser Film unglaublich viele, legendäre Szenen und Zitate. Denn es geht nichts über einen Helikopterangriff, begleitet von Wagners "Walkürenritt" , gemischt mit ein bisschen Surfen und "dem Geruch von Napalm am Morgen"! Selten sah ich so eine verrückte Szene wie diese es ist ( die Schonungslose Wahrheit) .
Fazit: Definitiv einer der besten (Anti) Kriegsfilme aller Zeiten. Ich bin immer noch sprachlos über dieses Direktheit die Apocalypse Now ausstrahlt. Ein nachdenklich stimmender Film der noch sehr lange nachwirkt. Ganz stark was Francis Ford Coppola hier geleistet hat. Er schuf ein zeitloses Meisterwerk über einen der grausamsten Krieg aller Zeiten. Einer der Filme die man gesehen haben MUSS, ob Redux oder nicht, das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

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xedos666

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sicherlich einer der besten Anti-Kriegsfilme aller Zeiten. Hier wird der Krieg geradezu ästhetisch inszeniert (unglaublich die Hubschrauber-Sequenzen und der Gegensatz zwischen einer herrlichen Küstenlandschaft und brennende Stränden und Wäldern!) und dennoch ist in jeder Sekunde spürbar wie abstrus, unsinnig und menschenverachtende dieser Krieg ist. Bild- und wortgewaltig und düster hat Coppola hier ein Meisterwerk geschaffen, dem man nur ab und an doch etwas Langatmigkeit und in einigen Teilen fehlende Logik vorwerfen kann. Aber das nur am Rande. Charlie surft nicht, dieses Statement hat Bestand!

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martin.grigoleit

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Bewertung5.0Geht so

Ich verstehe leider auch nicht wie der Film es zu so einem hohen Rating Geschafft hat. Die ersten 40 Minuten war ich noch voll dabei aber dann verlierte ich mehr mehr das Interesse an dem Film und musste 3 mal die letzten 40 Minuten von neu anfangen, da ich jedes mal eingeschlafen bin. Ganz gut aber leider total overrated.

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memayme

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Bewertung3.0Schwach

Also ich würde mich schon als Filmkenner bezeichnen, hab allein hier schon fast 600 Filme bewertet. Aber könnte mir jemand vielleicht mal erklären wie es zu diesem Rating kommt? Komme grad von der Redux Version und muss sagen, die letzten 15 Sekunden haben alles gesagt: Das Grauen. Die ersten 20 Minuten waren noch ganz ok, aber für diese Story hätten locker 90 Minuten gerreicht. Zu keiner Zeit packend und naja also ich musste mich wirklich durchquälen, um dieses Meisterwerk mal gesehen zu haben. Kann ihm aber nicht viel abgewinnen. Kriegsthematik mag ich allgemein nicht, aber das war einfach nur Langeweile an seinem Samstagabend. Sorry für die Fans, vielleicht könnt ihr mir sagen, was ich wohl übersehen habe...

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Stroszek

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schau ihn dir vllt. i-wann nochmal an und überlege worüber der film handelt. Ist das ein einfacher anti-kriegs film, ist es ein psychogramm, ein film über insanity oder vielleicht ein film über den verlust von moral in einer überkomplexen Umwelt. Der film handelt von all diesen dingen, dann kannst du noch schauen wie uns diese ideen oder handlungen vermittelt werden...schonungsloser realismus oder doch surrealistisch? was hat es mit wagners walkürenritt auf sich und inwiefern passt "the end" von the doors in diesen film, beachte auch historische hintergründe. ja und dann kannst du den film vielleicht etwas besser nachvollziehen, und dann kannst du ihn selbstverständlicher weise immer noch schlecht finden :P



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