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Apocalypse Now

Apocalypse Now (1979), US Laufzeit 153 Minuten, FSK 16, Drama, Actionfilm, Kinostart 18.10.2001


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8.7
Kritiker
71 Bewertungen
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7.8
Community
19314 Bewertungen
225 Kommentare
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von Francis Ford Coppola, mit Martin Sheen und Robert Duvall

Der von Francis Ford Coppola unter wahnwitzigen Bedingungen gedrehte Apocalypse Now! gilt als einer der größten Klassiker des Anti-Kriegs-Films und zeigt Marin Sheen in einem psychedelischen Vietnam-Albtraum.

Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges erhält der Militärpolizist Captain Willard (Martin Sheen) einen waghalsigen Auftrag. Gemeinsam mit einer kleinen Truppe Soldaten (u.a Laurence Fishburne) begibt er sich in Richtung kambodschanische Grenze, um einen hochrangigen US-Militär, Colonel Kurtz (Marlon Brando), zu liquidieren. Kurtz, der sich mit einer folgsamen Einheit im Dschungel verschanzt hat, gehorcht keinerlei Militärbefehlen mehr und sorgt für Angst und Schrecken. Dem soll Captain Willard nun ein Ende bereiten. Auf ihrem Kanonenboot dringen sie immer Tiefer in den düsteren Albtraum des vietnamesischen Dschungels ein.

Hintergrund & Infos zu Apocalypse Now!
Regie-Ikone Francis Ford Coppola ging für die Dreharbeiten zu Apocalypse Now an seine geistigen und finanziellen Grenzen. Taifune am Set, ein störrischer Marlon Brando und ein Herzinfarkt Martin Sheens brachten das Projekt beinahe zum erliegen. Totzdem hielt Coppola an Apocalypse Now fest und stellte so ein Meisterwerk fertig, dass allerdings bei den Oscarverleihungen 1980 nicht als solches erkannt wurde. Dort wurde Apocalypse Now zwar für alle wichtigen Kategorien nominiert, erhielt jedoch nur den Oscar für die beste Kamera und den besten Ton. Über die zahlreichen Zwischenfälle am Set und die künstlerischen Selbstzeifel Koppolas informiert die Dokumentation Heart of Darkness, die auf Videomaterial beruht, welches seine Ehefrau während der Dreharbeiten anfertigte.

Von Apocalypse Now! existieren sowohl eine Kino-Fassung, als auch eine längere Fassung unter dem Titel Apocalypse Now! Redux. In dieser längeren Fassung sind im Original nicht verwendete Kapitel enthalten, welche etwa die gespenstische Kolonie französischer Großgrundbesitzer und eine Szene in einem Versorgungslager zeigen.

Apocalypse Now basiert lose auf dem Buch ‘Herz der Finsternis’ von Joseph Conrad. Coppola verlegte für Apocalypse Now die Handlung vom kolonialen Afrika des 19. Jahrhunderts in den vietnamesischen Dschungel. (ST)

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Mehr Bilder (38) und Videos (14) zu Apocalypse Now


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Apocalypse Now
Genre
Anti-Kriegsfilm, Militärfilm, Drama
Zeit
1969, Vietnamkrieg
Ort
Kambodscha, Laos, Vietnam
Handlung
Alptraum, Anführer, Angriff, Angst vor dem Tod, Armee-Einheit, Auftrag, Bedrohung, Befehl, Bombardement, Boot, Brutalität, Delirium, Dschungel, Einheit, Eliteeinheit, Feuer, Fluss, GI, Gefahr, Guerilla, Helikopter, Helikopterabsturz, Kameradschaft, Kampf auf Leben und Tod, Kampfeinsatz, Klassiker, Krieg, Kriegsverbrechen, Kultfilm, Luftangriff, Luftwaffe, Marine Corps, Maschinengewehr, Massaker, Massenmord, Menschlichkeit, Militär, Mission, Napalm, Odyssee, Oscargewinner, Patrouille, Pazifismus, Psychopath, Reise, Schlacht, Schrecken, Schusswechsel, Soldat, Spezialeinheit, Surfbrett, Surfen, Surfer, Tod, Trauma, Töten, Veterane des Vietnamkrieges, Vietcong, Wahnvorstellung
Stimmung
Aufregend, Berührend, Ernst, Geistreich, Hart, Spannend, Verstörend
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
AFI Top 100, BFI 50 Greatest Films of All Time, Klassiker, Kultfilm, New Hollywood, Oscargewinner
Verleiher
Kinowelt
Produktionsfirma
Zoetrope Studios

Kritiken (8) — Film: Apocalypse Now

Beeblebrox: dasfilmfeuilleton.de

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9.5Herausragend

Das Geräusch der gleichmäßigen Bewegung von Rotorblättern setzt ein. Langsam steigert sich die Lautstärke und die erste Einstellung von Francis Ford Coppolas erschreckendem Anti-Kriegs-Epos ‘Apocalypse Now‘ offenbart eine nahezu wunderschöne Landschaftsidylle. Schließlich durchbricht der zum unbändigen Geräusch dazugehörende Helikopter das satte Grün der paradiesischen Flora und wirbelt erstickenden Staub auf, der sich wie dichter Nebel vor dem erhabenen Gemälde ausbreitet. Dann setzten die erste Takte des psychedelischen The End von The Doors ein und sobald Jim Morrisons Stimme die titelgebenden Worte des Songs mit vollkommener Hingabe in sein Mikrofon haucht, schießen aus dem Dschungel Feuerbälle in die Höhe, als wäre der Weltuntergang im vollen Gange – und er ist im vollen Gange. Ein intensives Inferno unglaublichen Ausmaßes, eine Zerstörung der Natur und die hässliche Seite des Krieges. Ein Prolog, der nur ungewiss erahnen lässt, welche alles verändernde Odyssee auf uns wartet: Die Reise ins Herz der Finsternis, direkt in den Schlund des Wahnsinns. Es gibt kein Zurück mehr. Das ist das Ende. Jetzt. Und es ist unvermeidlich. [...]

Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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8.0Ausgezeichnet

Über Weltenkollisionen und der Wiederherstellung der alten Ordnung

Über 30 Jahre sind vergangen, und über "Apocalypse Now" weht nach wie vor der Mantel der Filmgeschichte. Das wahnsinnigste Werk New Hollywoods mit der wahnsinnigsten Produktionsgeschichte, schlicht und ergreifend eine Bestie, schlicht und ergreifend ein Kriegsfilm, der keiner ist, ein Genrefilm, der nie in die Nähe des Genres rückt, am ehesten ein künstlerischer Bewältigungsprozess, der allen Beteiligten die Kraft raubte. Vielleicht ist "Apocalypse Now" deshalb so kraftvoll, weil er die Widerstandsfähigkeit des Körpers und die Mechanik des Geistes in sich trägt, vielleicht ist "Apocalypse Now" deshalb eine Lehrstunde des Filmemachens, ein Mammutwerk, ein erschöpfender Akt zerstörerischer Energie, so weit sein Horizont, so tief seine Aussagen, so groß und verstörend der Abgrund, an dem der Film zwischen extremer Gegensätzlichkeit taumelt und dies verhandelt wissen will.

"Apocalypse Now" ist anstrengend, und wenn er nicht anstrengend ist, dann ist er imponierend, und zwar so imponierend, dass jede einzelne Sekunde Zelluloid in ihren tiefsten Bestandteilen mit der Ohnmächtigkeit nach dem totalen Chaos angereichert scheint. Eine Weltordnung zerbricht, der Mensch radikalisiert sich zu seinen archaischen Wurzeln, weg von der Technik, dem Tastendruck des Tötens, hin zum Werkzeug, der Klinge des Aufspießens, Zeit und Raum verschieben sich; "Apocalypse Now" spielt in einem irrationalen, der Chronologie der Ereignisse entrückten Gefüge, das keinen Anfang und kein Ende kennt. Es kennt nur Inhalte einer Welt im Rückwärtsgang – Schlick, Matsch, Morast, Napalm, Vergewaltigung, Mord, abgeschossene Hubschrauber, abgehackte Gliedmaßen, abgelegte Unschuld, den Horror, die Droge danach. Es flattert, es schwirrt, es bebt und es zittert, es riecht nach der Qual, etwas dagegen tun zu müssen.

Und die Bilder des Infernos erst – Wälzen im Blutbett, Surfen im von Explosionen erschütterten Strand des Feindes, Massakrierung mit Wagner, Apokalypse mit den Doors. Irgendwie ist die Zeit verloren gegangen, aber was zählt die Zeit in der Hölle, einer animalischen? Willards Reise entlang der Halsschlagader des Universums bis zum schwarzen Herzen seines Verstandes ist mit Blut geschrieben, ihr fehlt jegliche Orientierung, jegliche innere Bewegung, aber Coppola verrät sein Sujet nicht, indem er es bedient. Coppola begreift Vietnam als allegorische Überleitung zu tiefen, existenziellen Schichten des Menschseins, aus denen sich die verheißungsvolle Verführung und schlussendlich die Heirat mit dem Bösen manifestiert, angezogen vom gesetzlosen Dschungel, abgestoßen vom Humanismus der westlichen Welt.

Nach der Brücke – der Do-Lung-Brücke –, die der Film zum letzten Tor der Zivilisation erklärt, bevor alles in einem vorzeitlichen Matsch aus psychedelischer Mystik und surrealem Führerkult untergeht und ein schwarzes Loch am Himmel Ungeheuer gebärt, hat Marlon Brando seinen ikonischen Auftritt als in der Zeit Reisender, um dahin zu gelangen, wo er dem ultimativen Grauen ein Stück näher kommt. Coppola filmt ihn im Schatten, dessen Licht er als Requisite gebraucht. Kurtz wird als Opfer auf die Schlachtbank geführt, während Willard im gleichen Licht-und Schattenspiel zum Nachfolger emporgehoben wird. Alle legen ihre Waffen nieder, vorbei ist es mit dem Krieg. Willard umarmt seinen Partner vom Patrouillenboot und reißt ihn mit sich. Er zerrt in eine neue Ära, in der hoffentlich die Waffen schweigen. Unter dem Berg voll Scheiße findet Coppola einen Hauch von Ausblick für den Frieden in den Generationen nach der Wiedererrichtung der Neuen Welt.

29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

Timo K.

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Schade, dabei sorge ich bereits zu vorzeitigen Kommentarlöschungen. ;) | Wie viele Punkte sind's denn geworden?


Punsha

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8,5


SoulReaver: CinemaForever, D3M

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10.0Herausragend

[...] 'Apocalypse Now' erscheint mit seiner knapp 200 minütigen Laufzeit unheimlich mächtig und abschreckend. Im Gegenteil. Die Minuten vergehen wie im Flug, viel zu sehr wird man von den Bildern hypnotisiert und vergisst jegliches Zeitgefühl. Anstrengend und schwer ist der Film wegen seines Themas und seiner Darstellung dennoch. Man sollte sich in jedem Fall aber die Zeit nehmen, denn sonst verpasst man einen der wichtigsten und besten Filme aller Zeiten. Ohne Helden, ohne Patriotismus und ohne Glorifizierung blicken wir in den Abgrund dieses Krieges und in den Abgrund, der in jedem von uns ist. [...]

Kritik im Original 29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

SalocinRocknRolla

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Laut legende hat sich Sheen in der Hotelzimmerszene wirklich blutig gehauen und extrem geblutet, aber weitergespielt und deshalb wirkt er so authentisch. Zudem ist auch interessant zu wissen, dass Sheen während der Dreharbeiten einen Herzinfarkt erlitt und dennoch Copalla an ihm als Darsteller festhielt und er nach Genesung weiterspielte.


Andy Dufresne

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Da ist was dran. Allerdings hängt es zusammen: Sheen war in einer persönlichen Krise, als die Dreharbeiten begannen und die Szene im Hotelzimmer, als er sich eben "in echt" verletzte, war nicht gespielt sondern eben echte Verzweiflung, die Kamera lief und zeichnete es auf. Kurz später bekam er einen Herzinfarkt was eigentlich seinen sicheren Austausch bedeutete. Coppola hielt aber eben wegen eben jener Szene an ihm fest und wartete bis er sich vom Infarkt erholt hatte.


LuGr: MovieMaze / multimania u.a.

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9.0Herausragend

238 Drehtage, 20 Millionen Dollar Budget, ein Regisseur, dem kein gutes Ende einfallen will, der immer wieder an seinem Werk (ver-)zweifelt. Doch dieses Martyrium aus Blut und Tränen führte Coppola zu sich selbst, zu seinem endgültigen Meisterwerk, an welches er bisher nicht mehr anknüpfen konnte. APOCALYPSE NOW ist ein psychedelisch orchestrierter und bebilderter Trip ins Innere seiner Akteure, der sich gegen jede Genre-Einordnung sträubt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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10.0Herausragend

Coppolas Statement gegen den Krieg wirkt in der 49 Minuten längeren Redux Fassung um einiges stimmiger und wahrhaftiger als in der alte 159 Minuten Fassung. Der labyrinthische Film um die Euphorie des Krieges erhält dazu noch einige interessanter Handlungsstränge, etwa der Abstecher der Bootscrew zu einer französische Plantage, wo die Besitzer immer noch nach dem Kolonialismus leben. Alles in allem ist die neue Fassung des Meisterwerks immer noch ein gigantisches Mahnmal gegen den Krieg. Ein wütendes, geistreiche Feuer gegen die Krankheit Krieg deren Symptome das Töten und Erobern sind, angeführt von einer bedrohlichen Intensität die sich aus den Fragmenten des Films zusammen formt und eine klare Botschaft wiedergibt: Krieg ist kranker Wahnsinn.

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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9.0Herausragend

Ein Film über die Gewalt des Bildes, wie diese Bilder des Grauens die Psychen der Soldaten beeinflussten und sie wahnsinnig werden lassen. Gehört zu den wichtigsten Filmen aller Zeiten!

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Ulrich Behrens

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9.0Herausragend

„Apocalypse now“ ist ähnlich dem „Paten“ ein breit angelegtes Epos. Während „Der Pate“ (Teile 1 bis 3) jedoch als eine Reise durch die Verzweigungen einer Familie und einer mafiösen Sozialstruktur konzipiert ist und eine vertikale (historische) wie horizontale (Sozialgeflecht) Dimension sich die Waage halten, scheint in „Apocalypse now“ die Zeit still zu stehen. Obwohl wie ein Reisebericht konstruiert, den uns mit verhaltener Stimme Captain Willard (Martin Sheen) vorliest, wirkt diese Reise mit dem Patrouillenboot zu Colonel Kurtz (Marlon Brando) wie eine Bestandsaufnahme eines Zustands, eines seelischen, brutalen, skrupellosen, erbärmlichen Status Quo. Und hier treffen sich beide Epen. Denn am Schluss des „Paten“ wie am Ende von „Apocalypse now“ schließt sich ein Kreis am selben Punkt, an dem die Reise begann. Den Figuren hinterlassen diese Reisen kaum eine Spur von Hoffnung. Die Epen enden, wo sie begannen.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.5Ganz gut

Grandiose Bilder, tolle Szenarien und Kompositionen. Dennoch, als jemand der mit Kriegs/Antikriegsfilmen nichts anfangen kann, hatte ich auch bei der Redux-Fassung dieses Films mit der großen Langeweile zu kämpfen. Sicherlich ungerecht, da Apocalypse vorher da war, hatte ich doch das Gefühl das alles schon dutzendfach gesehen zu haben. Im Zweifel hat mich der Originalroman dann doch mehr in den Bann gezogen als dieses ebenso kunstvolle wie überlange Drama, das bei allen offenkundigen Qualitäten doch reichlich gedehnt wirkt. Bis Brando endlich Auftritt war ich mehrfach dran einfach wegzudösen, nur die laustarken Feuergefechte die alle viertel Stunde kamen, haben mich dran gehindert...

Aber man muß ja nun auch nicht jeden Klassiker mögen...

27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

jetteleli

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Der Originalroman? Das Herz der Finsternis? Das "finstere" Afrika? und die "Wilden"? Na klasse!


CyberExistenz

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Hast Du das Buch jemals gelesen, jettleli?



Kommentare (217) — Film: Apocalypse Now


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The Freewheelin Fonda

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Bewertung10.0Herausragend

!!!!!KOMMENTAR 1000!!!!!!!!

Jetzt ist es also soweit, der Eintausendste Kommentar den ich hier bei Moviepilot schreibe und ganz ohne falsche Bescheidenheit muss ich zugeben, dass ich beim Schreiben dieses Textes doch etwas sentimental wurde, es kommt mir vor wie gestern als ich mich hier Ende 2012 angemeldet habe, zu „großen, langlebigen“ Profilen ehrfürchtig aufgeblickt habe und mir nicht vorstellen konnte, dass meine Texte hier einmal größeren Anklang finden würden und von dieser großartigen Community ständig gelobt werden sollten.
Ich kann nach dieser Zeit nur hoffen, dass ich es irgendwie beschreiben konnte, was Filme mir bedeuten, welche Faszination die ganz großen Werke bei mir auslösen!
Jetzt bin ich seit gut eineinhalb Jahren schon ein fester Bestandteil der Community, habe vieles geschrieben auf das ich selbst recht Stolz bin, wurde einmal sogar mit dem „Kommentar der Woche“ ausgezeichnet, durfte vieles lesen, was mein Filmwissen reifen ließ und entwickelte zu manchem Nutzer sogar ein so intensives Verhältnis, wie ich es mir vor einigen Monaten noch gar nicht von einer „Internetfreundschaft“ hätte vorstellen können…
Ja, Moviepilot hat mir in der letzten Zeit viel gegeben, mehr als ich je von einer Internetseite erwartet hätte, was vor allem an den unglaublich vielfältigen Usern liegt, denen ich im Nachhinein für die unzähligen Austausche über Filme, Politik, Philosophisches(man diskutiert sich ja immer gerne von Thema zu Thema) dankbar bin.
Die Community macht Moviepilot in all ihrer Vielfalt zu einem wunderbaren, liebenswerten Netzwerk, was einen Teil meines Lebens irgendwo mitgeprägt hat, wofür ich an dieser Stelle einfach mal DANKE sagen muss, ohne irgendeinen meiner zahllosen MP-Buddies besonders hervorzuheben, denn sie ALLE machen Moviepilot ja aus, sowohl Positive als auch Negative Begegnungen.
So hoffe ich, dass es MP in den nächsten Jahren schafft die Plattform zu bleiben die ich kenne und einen gelungenen Ausgleich schafft zwischen Regeln und den Freiheiten die sich gewisse Piloten rausnehmen.

Mein 1000ster veröffentlichter Text soll aber nicht bloß über die Community gehen und auch nicht, wie bei mir zu erwarten, eine erneute Würdigung Bob Dylans sein, sondern ein Filmkommentar zu einem DER Filme, zu einem der ganz, ganz großen Meisterwerke der Geschichte!

„APOCALYPSE NOW“

Ich habe vor Ewigkeiten schon einmal einen Text zu diesem Werk geschrieben, den ich jedoch schon lange überarbeiten wollte und da schien mir mein Jubiläumstext am besten für geeignet!
Damals schrieb ich, dass der Streifen ja „krank“ sei, in seinen Figuren, ihrem Verhalten und vom ganzen Geschehen im Dschungel.
Aber „krank“ muss dieses Werk auch sein in seiner Darstellung, bei dem Thema um das es geht, um seiner Intention gerecht zu werden:
Krieg, das Grauen…
Etwas das mich seit Jahren beschäftigt, ein Zustand den die Menschen in ihrem Miteinander niemals ablegen können, egal wie sehr sich viele Leute noch von pazifistischen, humanen Ideen überzeugen lassen.

Hollywood behandelt den Krieg auf seine ganz eigene Art, viel zu oft werden Konflikte verklärt, Gut und Böse werden durch undifferenzierte Schuldzuweisungen falsch ausgearbeitet oder Opfer von Kriegen werden zu einseitig beleuchtet.
Wenige Ausnahmewerke zeigen Kriege in ihren ganzen Ausmaßen, in einem wahren Bild, sowie Coppolas Meisterwerk, denn er zeigt auf einzigartige, bedrückend ehrliche und leider teils auch faszinierende Weise das Grauen des Krieges, er zeigt uns die Hölle!
Das GRAUEN ist wie ein brutaler Fiebertraum, aus dem man nicht mehr aufwachen kann, man ist gefangen in diesem abartigen Abgrund von allem menschlichen, da wo der Mensch vielleicht aber doch am ehrlichsten ist, weil er seine innersten Instinkte zeigen kann in diesem Alptraum:
Der Hölle Vietnams.
Man kann nicht entfliehen und wird an Martin Sheens Seite immer tiefer in das Grauen mit hineingezogen, der Geruch von Napalm, ein unaufhörliches Dröhnen und dein Körper der droht dich im Stich zu lassen.
Hier wird alles Zivilisierte abgelegt, der Krieg zerstört alles und entführt den Zuschauer in diese kranke, kaputte Hölle.

DER Vietnamkriegsfilm, der aber gar nicht nur um diesen sinnlosen Kriegseinsatz, der Millionen von Toten forderte, geht, sondern nur über die Opfer des Krieges DIE Charakterstudie die sich voll auf die Menschen einlässt, die die unmenschlichsten Sachen gesehen haben.

Die ersten Szenen, (in denen Martin Sheen das stärkste Schauspiel seiner Karriere abliefert):

Enger werdende erdrückende Wände, stetig ansteigende Musikuntermalung, der Ventilator als Helikopter, es sagt schon ALLES über den Film aus bevor die Mission, der Trip durch den Dschungel überhaupt losgeht.

Eine Mission in der der Kriegsgezeichnete Sheen mit ein paar jungen unerfahrenen Soldaten auf einem kleinen Patrouillenboot das Kriegsgebiet durchfahren muss und den durchgedrehten Colonel Kurtz exekutieren soll, einen hochrangigen Offizier, der an Vietnam zerbrochen ist:

"I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my dream; that's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a straight razor...
and surviving."

"...his methods became unsound..."

Ein Streifen der eine Mission zeigt, die so tief geht, wie es sich nur wenige andere trauen.
JEDE Szene ist hier perfekt, zeigt ein Abbild von einem Szenario an einem Ort, für das wir Menschen ganz allein verantwortlich waren.
Szenen die sich alle im Gedächtnis verewigen.

Der Angriff auf das Dorf mit Wagneruntermalung durch DEN Robert Duvall, dessen einzigartige Rollen sich durch die ganze Filmgeschichte ziehen.
Das Festival mit den Playboy Bunnies und CCR Untermalung was die Isolation der Soldaten in Vietnam zum Ausdruck bringt.
Die Fischerbootinspektion, die mir jedes Mal an die Nieren geht.
Brennende Dörfer aus denen verzweifelte Soldaten fliehen wollen.

An all diesen gottverlassenen Orten zieht Martin Sheen in seinen kleinen Patrouillenboot vorbei, sieht das Grauen Vietnams und beginnt Kurtz zu verstehen.
Versteht zu was ein Mensch an solch einem Ort fähig sein kann und wird immer mehr von Kurtz fasziniert.
Die Bilder werden mitreißender, der Trip in den Dschungel geht immer tiefer hinein und das Verlangen Kurtz zu konfrontieren immer größer.
Nach einer schier endlosen Reise, verlustreich und verstörend, gelangt man tief in diesem eigentlich wunderschönen Land in ein ganz eigenes Reich des Grauens, das Reich von Colonel Kurtz, wo er von seinen Leuten verehrt wird und sich gottgleich zurückgezogen hat, am Ende des Flusses.

Wenn Kurtz dann selbst auftaucht ist es vielleicht DER Moment der Filmgeschichte.
Eine Figur die in diesem Film komplett mystifiziert wurde. Ein Kriegsheld der an Vietnam zerbrach und im Dschungel nun sein eigenes Psychoregiment befiehlt, die Legende die gefallen ist und nun beseitigt werden muss.
Gespielt von DER Schauspiellegende:
Marlon Brando in seiner letzten echten "Brandorolle".

Diese Figur, im halbdunkeln auf seinem Bett nur einige Sätze gegenüber Martin Sheen, nur einige Minuten Screentime und trotzdem einer der faszinierendsten Filmcharakter aller Zeiten, wenn dieser Colonel da sitzt und einen aus der Dunkelheit mustert und einen mit seinem Blick erschlägt, kann man den Blick nicht mehr von einer solch faszinierenden Figur abwenden.

"You have the right to kill me!
But you have not the right to judge me!
You dont know what horror means.
Horror.
Horror has a face.
Horror and moral terror are your friends.
If they are not, they are enemies to be feared.
They are truly enemies."

Nach Kurtz Auftritt beginnt der letzte Akt des Films, die totale Entladung von allem Gezeigten.
Coppola gibt noch einmal alles, der Wahnsinn erreicht seinen absoluten Höhepunkt, makabere Morde, Menschen die ihren Verstand komplett verlieren und zu genau dem geworden sind, was dieser Ort verkörpert.

Die letzten Szenen, die Opferung durch die Eingeborenen, die völlige Entsagung der alten Strukturen der Welt und der Armee bildet in den letzten 10 Minuten dann den absoluten Höhepunkt des Horrors, wenn man davor schon stets dachte der Wahnsinn könnte sich nicht mehr steigern!

Ein einzigartiger Film, durch die Musik, die Dialoge, die Darsteller, die Inszenierung, die Produktionsgeschichte und durch das Gezeigte was einen fassungslos macht.
Der Höhepunkt des New Hollywood, einer der Gründe Filme zu lieben, der Film der "die große Scheiße des Krieges" am Besten zeigt.
Der die Sinnlosigkeit aller menschlichen Konflikte zeigt, Kämpfe die nicht gewonnen werden können, denn der Feind ist man selbst, man macht sich den Gegner selber!

Eine Reflektierte Reise über das "Mensch-sein" ein Film der philosophische Fragen stellt über uns alle, was wir sind, wozu wir fähig sein können, was unsere Aufgaben sind!

Ich hoffe ich konnte der Nummer 1000 meiner Texte einigermaßen gerecht werden, doch muss den Kommentar leider auch damit schließen, dass ich in den nächsten Monaten für eine längere Zeit kaum bis gar nicht online sein werde, da ich durch mehrere Verpflichtungen vorübergehend MP fern bleiben muss,
in diesem Sinne könnte ich mir nichts Passenderes vorstellen als mit einem großen Song von einer DER Bands unserer Geschichte zu enden:

"The End"
https://www.youtube.com/watch?v=vrYvcFDNmBM

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razzo

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Mein Güte Fonda. Ich hab ein episches Spektakel erwartet und was hab ich bekommen...ein apocalyptisches Inferno von einem Kommentar. Glückwunsch zum 1000. und zu diesem großen Kommentar.


Big_Kahuna

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Foooondaaaa! Glückwünsch und explosiver Kommentar, richtig klasse!


SalocinRocknRolla

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Bewertung9.0Herausragend

Ich habe nur die 50 Minuten längere Redux-Version des Films gesehen, der mit seinen 3:14 h Laufzeit schon extreme Längen hat. (Deshalb keine Top-Bewertung, weil es zwischenzeitlich wirklich langweilig wurde). Trotzdem liefert er packende Schauspieler-Leistungen, bis in jede Nebenrolle, zeigt die Grausamkeiten des Vietnam-Krieges erschreckend authentisch auf und liefert packende Bilder und einen grandiosen, perfekt aufs Bild abgestimmten Soundtrack. Ein Meisterwerk der Filmgeschichte, allerdings ist die Redux (Director's Cut) Version wirklich nur Fans des Films zu empfehlen, da er wie gesagt schon sehr, sehr langatmig ist und man als Zuschauer manchmal nicht mehr die nötige Aufnahmefähigkeit aufbringen kann, wirklich alles aufzunehmen und die wichtigen kleinen Details die den Film ausmachen, aufgrund der Fülle nicht mehr zu schätzen weiß.

Der Film ist wohl neben "Full Metal Jacket" der bedeutsamste Anti-Kriegs-Film gegen den Vietnam-Krieg.

Habe später erst gelesen, dass das Projekt oftmals vor dem Abbruch stand, weil es viele Widrigkeiten gab, dass Set wurde des Öfteren von Tropenstürmen zerstört, Martin Sheen hatte während der Dreharbeiten einen Herzinfarkt, Harvel Keitel drehte 2 Wochen lang die Hauptrolle, bevor er entlassen wurde und Martin Sheen als neuer Hauptdarsteller engagiert wurde, da Coppola mit seiner darstellerischen Leistung nicht zufrieden war. Die Dreharbeiten dauerten über 16 Monate und haben fast das Doppelte des angedachten Budgets gekostet, weshalb Coppola eine Menge seines Privatvermögens in die Fertigstellung des Films stecken musste, es gab starke Auseinandersetzungen zwischen Coppola und Brando, die die Arbeiten sehr schwierig gemacht haben, umso schöner, dass nach all diesen Widrigkeiten doch noch ein solches Meisterwerk heraus gekommen ist, dass wertet meiner Meinung nach den Film selbst noch einmal stark auf, wenn man weiß wie oft dieses Projekt auf der Kippe stand und fast gescheitert wäre...

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undDerwolf

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Schwer zu sagen, was das Beste an Apocalypse Now ist: Die schauspielerischen Leistungen, der Soundtrack, die Eröffnungssequenz, die vielen zitierfähigen Dialoge und Monologe, seine Entstehungsgeschichte, ....? Es ist wahrscheinlich das virtuose Zusammenspiel aller Parameter, welches einen verstört zurücklässt. Der Film hat eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte und kann.

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Samweis_Gamdschie

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"The horror... the horror..."

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I_have_seen

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Bewertung4.0Uninteressant

"Apocalypse Now - Redux" ist voll Scheiße und Gold.

Anti-Kriegsfilme sind, wenn Sie gut sind, immer sehr speziell, ungemein wortkarg und häufig abstrakt angelegt – alles dies trifft auf „Apocalypse Now“ voll zu und von mir aus ist das die „wohltemperierteste“ Annäherungsform für diese Art von Filmen. Es geht nicht um Wohlgefallen. Es geht darum eine Ausdruckform zu finden die zu den schwersten zählt und Marlon Brando und Dennis Hopper zeigen uns den Abgrund und Martin Sheen ist ein hervorragender Grenzgänger zwischen den verschiedenen Welten des Grauens, das alles ist Gold. Der Film ist noch mehr er ist elendig lang, er nervt und man sehnt sich danach sich wieder etwas sinnvolleren zuwenden zu können – erlöst zu werden und man denkt ich hab’s doch jetzt kapiert, wieso muss ich diese Flussfahrt ins nirgendwo noch 2 Stunden mitmachen – und ich bin durchaus zwiegespalten, aber am Ende muss ich sagen der Film ist zu öde, zu banal, zu selbstgerecht, zu einfach, zu total – viel zu total; alle sind jenseits von Verstand und Zurechnungsfähigkeit, alle sind nur noch ein Restbild ihrer selbst, kaum mehr menschlich, alle haben sich den verrückt sein hingegeben und kapitulieren, es regiert überall der Wahnsinn, er hat alle ecken, jedes Antlitz für sich eingenommen, er kann mir nichts beibringen, nichts erklären und er versucht es nicht, er will es nicht und er macht es nicht und deswegen, genau aus diesem Grund ist jedes Lob hier völlig verirrt, genau deswegen ist der Film auch – und ich betone auch, voll Scheiße – voll Gold, ein höllenmäßiges „master piece“; voll Scheiße, weil total frei von Sinnen; „Apocalypese Now“ ist keine Erzählung, es lohnt sich nicht über verrücktes Nachzudenken: Wer verrückt ist, ist verloren, aus, Ende. Was für ein Grauen. Was für eine elende Verschwendung. Francis Ford Coppola. Es ist vielleicht gut das es einen Film , wie diesen, mit dieser Vehemenz gibt, aber ich brauche niemanden davon erzählen; ich könnte den Film 9 Punkte geben für das Schauspiel, das Bild und ein paar bedeutungsschwangere, surreal-verzerrte Szenen und verrückten Phrasen, aber der Film ist keine Erzählung, er inszeniert das Verrückte, ich bin jetzt, mehr oder minder, direkt nach dem Film vollkommen ruhig, das sagt glaube ich sehr viel; aus; Ende.

Zwei Oscars.

Es lohnt sich, im Grunde mehr, über die letzte Feststellung sich Gedanken zu machen als über den Film – denn das ist real, und somit ein begreifbarer teil meiner Realität.

Der Film ist alles in allem: Einfach Uninteressant. Es ist kein schlecht gemachter Film – das überhaupt nicht. Es ist gut, dass der Film gedreht wurde - das er sozusagen existiert. Es ist Schade um die Zeit. Grauenhaft stimmt - stimmt nicht. Aus. Ende.

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SalocinRocknRolla

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Liegt aber vielleicht auch daran, dass die Redrux-Version 50 Minuten länger ist als der Original-Film und Szenen teilweise auch chronologisch anders angereiht. ich fand ihn in der Redux-version auch irgendwann einfach zu langatmig, weil ich als Zuschauer nicht mehr alles aufnehmen konnte, aber trotzdem hat er mich beeindruckt, aber ich kann deine Kritikpunkte nachvollziehen.


Wednesday90

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Bewertung9.5Herausragend

Die 3. Sichtung von "Apocalypse Now", aber jetzt endlich zum ersten Mal die Version von 1979 angeschaut. Bisher hatte ich immer nur die Redux-Fassung gesehen, welche ohne Zweifel großartig ist. Aber mich haben immer einige Dinge gestört, einige Szenen wirkten einfach deplatziert. Vor allem der Abschnitt auf der franz. Plantage, sowie die Szene mit den Playmates haben für mich nicht so recht passen wollen. Ich hatte den Eindruck, diese Szenen würden dem Film etwas von seiner Intensität nehmen. Nun, wo ich endlich die Fassung von 1979 gesehen habe, hat das meinen Eindruck bestätigt. Denn in der ursprünglichen Version ist "Apocalypse Now" ein nahezu makelloses Meisterwerk.
Eine hypnotische Reise in die tiefsten Abgründe des Vietnam-Krieges, selten wurde der Schrecken des Krieges derart beklemmend und aussichtslos porträtiert.
"The horror... the horror..."

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Oekolampad

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Absolut empfehlenswert, allerdings einer der verstörendsten Filme aller Zeiten. Im Vergleich zu anderen Vietnam-Antikriegsfilmen geht es weniger um den Krieg, als vielmehr tatsächlich um menschliche Abgründe während des Krieges; also nicht um die Auseinandersetzung eines Menschen mit seinen Kriegserlebnissen, sondern um die Auseinandersetzung der Menschen miteinander. Marlon Brando wirkt hier allerdings etwas über seinem Zenit spielend, träge und wie ein Pate im vietnamesischen Sumpf. Das macht die Bewertung etwas schlechter.

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Kunstmut

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Bewertung9.5Herausragend

Filmbewertung

Filmtitel: Apocalypse Now Redux
Regisseur: Francis Ford Coppola
Jahr: 1979 / 2001
Genre: (Anti) Kriegsfilm
Laufzeit: ca. 188 min
FSK: 16

Kurzfazit: sehenswert (!)

*** SPOILER ***

Prämisse:
Mitten im Vietnamkrieg wird ein psychisch angeschlagener Captain damit beauftragt einen außer Kontrolle geratenen Colonel zu liquidieren.

Favorisierte Sprachfassung:
(1) Englisch
(2) Deutsch
Die Sprachfassungen sind fast gleich gut - vor allem da Christian Brückner Martin Sheen synchronisiert. Allerdings ist die englische Sprachfassung einfach einen Tick authentischer, da im Deutschen logischerweise der typisch amerikanische Slang fehlt.
Beispiel: "How do you feel, son?" - "I feel like a mean motherfucker, sir!" (Sowas kann man beim besten Willen nicht übersetzen)
Wer also american english versteht - der schaut sich den Film bitte im Original an.

Leistung der Schauspieler:
Martin Sheen (Captain Willard) spielt die Rolle seines Lebens. Allein für die ersten siebeneinhalb Minuten lohnt es sich schon Apocalypse Now Redux zu sehen. Und den ganzen Film über sieht man immer diese Augen - Augen die anscheinend die Hölle gesehen haben und keine Lust mehr verspüren, sich weiterhin mit dem Krieg zu beschäftigen. Ganz stark!
Als Nebendarsteller bleiben in Erinnerung: Robert Duvall (als Colonel Kilgore - Der sich hauptsächlich für den Surfsport interessiert und weniger für den Krieg), Frederic Forrest (als Jay "Chef" Hicks - Ein Saucier aus New Orleans mit schwachen Nerven), Dennis Hopper (als amerikanischer Journalist, der in Colonel Kurtz einen weisen Poeten sieht und viel metaphysischen Blödsinn zum Besten gibt) und Marlon Brando (als Colonel Walter E. Kurtz, der aufgrund des Horrors des Krieges wahnsinnig geworden ist und eine erschütternde und kranke Weltsicht offenbart)

OST:
Der Synthesizer Soundtrack von Carmine Coppola passt zur düsteren Stimmung des Filmes und erweckt zusammen mit den Hubschrauber- und Dschungelgeräuschen Apocalypse Now Redux erst so richtig zum Leben. Erwähnenswert ist auch der Song: "The End" von den Doors, der in der Anfangssequenz und in der entscheidenden Schlusssequenz passend zur Dramatik der Ereignisse eingespielt wird. Zusammen mit den eindrucksvollen Bildern ergibt sich dadurch eine Spannung, die jeden Zuschauer emotionalisieren dürfte.

Kamera / Schnitt:
Wunderschön! Warum kann nicht jeder Film eine so großartige Kameraführung und einen so guten Schnitt haben? Anders als in den modernen Hollywoodfilmen wird nicht spätestens alle sechs Sekunden der Bildausschnitt gewechselt. Daraus resultiert eine Ruhe, die dem Film wirklich gut tut und die es dem Zuschauer erleichtert sich auf den Film einzulassen. Und die immer wieder eingesetzten Überblendungen sind jedesmal ein Kunstwerk für sich (vor allem die ersten siebeneinhalb Minuten). Von Hektik, verwackelten Actionszenen oder unklaren Motiven keine Spur - und das gefällt mir.

Emotionale Wirkung:
Mir geht der Film jedes mal an die Nieren - vor allem der Helikopterangriff der Amerikaner auf das Vietnamesendorf ist harter Tobak und hat eine riesige Schockwirkung, die jeden Zuschauer auf eine psychische Belastungsprobe stellen dürfte.
Und dann sind da noch die Monologe von Marlon Brando - ist das krankes Geschwafel eines Wahnsinnigen oder sind das unbequeme Wahrheiten eines intelligenten Mannes?

Rationale Wirkung:
Krieg schadet den Menschen sowohl physisch als auch psychisch und ist ein krankes Übel das die Menschheit verhindern sollte. Das ist jedenfalls das Fazit, dass ich aus Apocalypse Now Redux gezogen habe. Wenn man sich den Film angesehen und über den Inhalt reflektiert nachgedacht hat, kann man dem Krieg nichts mehr Positives abgewinnen. Und man fragt sich, wie verrückt die Menschheit des 21. Jahrhunderts ist, wenn es immer noch Menschen auf dem Planeten Erde gibt, die dem Krieg etwas Positives abgewinnen können.
Ein zweiter Punkt, der mich zum Nachdenken gebracht hat, ist die Figur des Walter E. Kurtz. Wer legt eigentlich fest, was gut und was böse, was gesund und was krankhaft ist? Ist die amerikanische Militärführung mit ihrem Beschluss über Kurtz Liquidierung etwa nur im Recht, weil sie viele sind und Kurtz alleine dasteht mit seinen Meinungen bezüglich des Krieges? Meiner Meinung nach sind beide Seiten krankhafte Mörder, die man verurteilen müsste. Lediglich Kurtz wird jedoch verurteilt und dass nur weil er die Minderheit darstellt. In diesem Sinne kann man Apocalypse Now Redux auch in dem Kontext sehen, dass immer die Meinung der Mehrheit die Maßstäbe der Gesellschaft darstellt - sei es in Fragen der Moral, des Gesetzes oder der Verantwortung. Gerichtet wird dabei immer über die Minderheit - selbst wenn die Minderheit (wie in dem Fall Kurtz) in ihrem Denken und Handeln klare Fehler in der Logik der Mehrheit findet. Über die Mehrheit richtet dagegen niemand.

Fazit:

Apocalypse Now Redux ist meiner Meinung nach der sehenswerteste amerikanische Film überhaupt.
(Interessanter Fakt: Apocalypse Now Redux wurde 1979 gedreht. Etwa im selben Zeitfenster - nämlich auch 1979 wurde der Film Stalker gedreht. Meiner Meinung nach der sehenswerteste russische Film. Zufall?)

Gruß

Kunstmut

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SalocinRocknRolla

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Redux ist allerdings nicht der Original-Film, sondern der 50 Minuten längere Director's Cut des Films


Ioosh698

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Bewertung9.0Herausragend

Vornweg: Ich habe die Redux Fassung gesehen!

Apocalypse Now Redux, lange vor mir her geschoben und heute endlich geschaut. Ich bin im Moment immer noch ein wenig geschockt. Nicht weil der Film schlecht ist, sondern weil er mich ungemein gepackt hat! Apocalypse Now ( Redux hin oder her) zeigt den Vietnamkrieg als das was er war: Verstörend, Sinnlos, Menschenverachtend, Blutig und oder einfach nur Schrecklich!
Francis Ford Coppola hat hier ein unvergessliches Meisterwerk geschaffen und verknüpft historische Ereignisse mit einer fiktiven Story. Niemals zuvor habe ich den Vietnamkrieg so intensiv wahrnehmen können wie in diesem Film hier. Apocalypse Now ist ein Trip in die tiefsten menschlichen Abgründe, der sich vor allem gegen Ende immer mehr in die Psyche des Zuschauers selbst einbrennt. Die Szenen mit Marlon Brando fande ich teilweise einfach nur krank! Am Beispiel seiner Filmfigur sieht man, was der Krieg letztlich mit den Menschen macht. Und das hat mich dann im nachhinein doch sehr nachdenklich gestimmt.
Was mir auch gefiel war, das Coppola nicht nur auf tosende Action setzte, sondern sich wirklich auf die Figuren und ihre Entwicklung während des Filmes spezialisierte. Und das ist ihm wahrlich gelungen! Starke Figuren und noch stärkere Schauspieler. Martin Sheen liefert hier eine unglaubliche Performance ab, sodass man sagen kann das er perfekt in die Rolle des Cpt. Willard passt. Im Verlauf der Geschichte kommt sehr gut zur Geltung, wie er immer mehr an seiner Mission und vor allem an deren Erfolg zweifelt. Zu Marlon Brando braucht man denke ich keine Worte mehr verlieren... Er ist der Schauspielgott persönlich und zeigt auch in Apocalypse Now eine starke Leistung als Col. Kurtz, ein vom Krieg vollkommen zerstörtes, durchdrehendes Menschliches Wrack, psychisch nicht er selbst. Denn im Grunde genommen ist auch Kurtz nur durch den Krieg zu dem geworden was er ist: Ein psychopathischer Irrer!
Allgemein bietet dieser Film unglaublich viele, legendäre Szenen und Zitate. Denn es geht nichts über einen Helikopterangriff, begleitet von Wagners "Walkürenritt" , gemischt mit ein bisschen Surfen und "dem Geruch von Napalm am Morgen"! Selten sah ich so eine verrückte Szene wie diese es ist ( die Schonungslose Wahrheit) .
Fazit: Definitiv einer der besten (Anti) Kriegsfilme aller Zeiten. Ich bin immer noch sprachlos über dieses Direktheit die Apocalypse Now ausstrahlt. Ein nachdenklich stimmender Film der noch sehr lange nachwirkt. Ganz stark was Francis Ford Coppola hier geleistet hat. Er schuf ein zeitloses Meisterwerk über einen der grausamsten Krieg aller Zeiten. Einer der Filme die man gesehen haben MUSS, ob Redux oder nicht, das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

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xedos666

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sicherlich einer der besten Anti-Kriegsfilme aller Zeiten. Hier wird der Krieg geradezu ästhetisch inszeniert (unglaublich die Hubschrauber-Sequenzen und der Gegensatz zwischen einer herrlichen Küstenlandschaft und brennende Stränden und Wäldern!) und dennoch ist in jeder Sekunde spürbar wie abstrus, unsinnig und menschenverachtende dieser Krieg ist. Bild- und wortgewaltig und düster hat Coppola hier ein Meisterwerk geschaffen, dem man nur ab und an doch etwas Langatmigkeit und in einigen Teilen fehlende Logik vorwerfen kann. Aber das nur am Rande. Charlie surft nicht, dieses Statement hat Bestand!

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martin.grigoleit

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Bewertung5.0Geht so

Ich verstehe leider auch nicht wie der Film es zu so einem hohen Rating Geschafft hat. Die ersten 40 Minuten war ich noch voll dabei aber dann verlierte ich mehr mehr das Interesse an dem Film und musste 3 mal die letzten 40 Minuten von neu anfangen, da ich jedes mal eingeschlafen bin. Ganz gut aber leider total overrated.

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memayme

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Bewertung3.0Schwach

Also ich würde mich schon als Filmkenner bezeichnen, hab allein hier schon fast 600 Filme bewertet. Aber könnte mir jemand vielleicht mal erklären wie es zu diesem Rating kommt? Komme grad von der Redux Version und muss sagen, die letzten 15 Sekunden haben alles gesagt: Das Grauen. Die ersten 20 Minuten waren noch ganz ok, aber für diese Story hätten locker 90 Minuten gerreicht. Zu keiner Zeit packend und naja also ich musste mich wirklich durchquälen, um dieses Meisterwerk mal gesehen zu haben. Kann ihm aber nicht viel abgewinnen. Kriegsthematik mag ich allgemein nicht, aber das war einfach nur Langeweile an seinem Samstagabend. Sorry für die Fans, vielleicht könnt ihr mir sagen, was ich wohl übersehen habe...

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Stroszek

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schau ihn dir vllt. i-wann nochmal an und überlege worüber der film handelt. Ist das ein einfacher anti-kriegs film, ist es ein psychogramm, ein film über insanity oder vielleicht ein film über den verlust von moral in einer überkomplexen Umwelt. Der film handelt von all diesen dingen, dann kannst du noch schauen wie uns diese ideen oder handlungen vermittelt werden...schonungsloser realismus oder doch surrealistisch? was hat es mit wagners walkürenritt auf sich und inwiefern passt "the end" von the doors in diesen film, beachte auch historische hintergründe. ja und dann kannst du den film vielleicht etwas besser nachvollziehen, und dann kannst du ihn selbstverständlicher weise immer noch schlecht finden :P


TheStuntmanMike

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Bewertung9.5Herausragend

http://www.youtube.com/watch?v=vrYvcFDNmBM

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Dahmer

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hier meine persönliche Meinung zur ORIGINALVERSION von "Apocalypse Now" , denn die REDUX Edition fand ich überhaupt nicht gut! Man sollte Meisterwerke so belassen wie sie sind, alles andere ist entweder Geschäftsmacherei , unsinnige Verschandelung und noch vieles mehr :P
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"Apocalypse Now" hat mich beim ersten mal ansehen ziemlich verstört, aber auch extrem fasziniert, ich konnte kaum glauben welch intensiven Level dieser Film erreichte und es immer noch tut, selbst nach über 30 Jahren hat "Apocalypse Now" kein bißchen an Ausstrahlung eingebüßt, das schaffen nicht sehr viele Filme aus den 70gern find ich...Hier steckt das ganze Herzblut von Regisseur Francis Ford Coppola drinnen, aber auch Martin Sheen übertifft sich selber, ZB. die Sequenz wo er besoffen in seinem Zimmer einen Spiegel zerbricht, ist echt und nicht künstlich inszeniert ! Aber das nur nebenbei....
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"Apocalypse Now" ist ein eigenwilliger, Bizarrer Trip in die menschlichen Abgründe, es scheint eine andere, pervertierte fremde Welt zu sein, eine verzerrte Realität die den Zuschauer nicht mehr losläßt...Die technisch einwandfreien Kamerawinkel und Einstellungen waren zur damaligen Zeit außergewöhnlich soweit ich das beurteilen kann...Die Dialoge, besonders Martin Sheens Kommentare aus dem Off, seine Monologe, sind atypisch und sprudeln vor Genialität meiner Meinung nach, vorallem als Marlon Brando ins düstere Bild tritt steigert sich der Film nochmals um eine psychopathische Ebene...

Ein ruhiger, spannender Psychotrip für die Ewigkeit und nur wenige (Anti-Kriegs) Filme erreichen solch einen grotesken Pegel! Danke Mr. Coppola, auch wenn ich etwas sauer bin wegen der REDUX Version ;))) Nix für Ungut

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Stroszek

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autsch Dahmer :D die Redux Version ist die von Coppola ursprünglich oder endgültig gedachte form des films, die kürzere wurde für das kinopublikum geschnitten, also die version die du bevorzugst, beruht ursprünglich auf dieser bösen "geschäftsmacherei"...was nicht heißen soll, dass man deswegen die redux-version besser finden muss ;)


Dahmer

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ja das wusste ich stroszek.....dennoch finde ich die originale kinoversion einfach besser, auch wenn der große coppola das anderst sieht....ist geschmackssache


Shentenza

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es ist schwer ein Meisterwerk wie Apocalypse Now zu beschreiben. Und ich bin mir nicht einmal sicher ob ich dem Film mit meinen Worten gerecht werde.

Ein Film, in dem wirklich alles passt, jede Szene, jeder Dialog, jede Einstellung. Die Stimmung die Apocalypse Now vermittelt ist nie eine gute, sie ist immer bedrückend, absurd, surreal und beängstigend. Und genau das Ziel wollte man erreichen. Denn die Begriffe, die die Stimmung im Film beschreiben, passen auch perfekt zum eigentlichen Vietnam-Krieg. Und Apocalypse Now hat eine Menge Szenen, die wegen ihrer grotesken Absurdität im Kopf bleiben und ihn nie wieder verlassen.

Doch auch die Schauspieler glänzen hier durch die Bank, Martin Sheen, der immer wahnsinniger wird. Robert Duvall als surfender Lieutenant. Ein sehr junger Laurence Fishburne. Dank des Films muss ich im Übrigen immer an die Stones denken, wenn ich ihn in einem Film sehe. Dennis Hopper als Journalist, denn ich hier richtig stark finde und natürlich die große Legende Marlon Brando als Kurtz. Bei jedem Wort, jeden Satz den er sagt, bekomme ich Gänsehaut. Mir egal, dass er damals zu fett gewesen sein soll, sein Gesicht und die Schatten haben Film-Geschichte geschrieben, so wie Francis Ford Coppola mit Apocalypse Now.

Man könnte noch so viel mehr dazu schreiben, doch ich glaube das reicht um zu zeigen, wie sehr ich diesen Film liebe für seine Bilder, seine Charaktere und für seinen Blick auf den grausamen Vietnam-Krieg.

Habe bis jetzt nur die normale Fassung gesehen, werde mir aber noch die Redux-Version ansehen.

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Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

I'll never look into your eyes...

"I wanted a mission, and for my sins, they gave me one."

It hurts to set you free, but you'll never follow me. "Apocalypse Now" zeigt nicht so gut, was der Krieg aus den Menschen macht, wie "The Deer Hunter" und dessen Sinnlosigkeit nicht so gut wie "Full Metal Jacket". Aber der Film zeigt wie kein anderer, wie sich Krieg vermutlich anfühlen muss. Eine Reise ohne Ziel, unstet, unruhig, ungewiss, schwermütig, rastlos und doch langatmig, zusammenhanglos, ohne Sinn, verrückt, dem Wahnsinn nahe. Try to set the night on fire. Ein Wahnsinnsfilm im wahrsten Sinne des Wortes. Getragen von den Worten des großen Poeten Jim Morrison wird Captain Willards geheime Mission im Fernen Osten zu einem kräftezehrenden, zermürbenden Albtraum, einer ermüdenden, psychedelischen Fieberfantasie, die ich nicht wegen der Faszination mag, die das Geschehen, auch in Verbindung mit den wahnsinnigen Produktionsbedingungen, ausstrahlt, nicht wegen Martin Sheen und seiner völligen Hingabe zur Kunst, bis hin zur Selbstaufgabe, zum Kontrollverlust, zur Selbstzerstörung, zum beinahen Tod, nicht wegen Wagner, Hopper und Duvall, die dem Wahnsinn Gesicht und Stimme geben, sondern in erster Linie wegen Marlon Brando und seinem Colonel Walter E. Kurtz, der in seinem kurzen Auftritt alles, einfach alles, alles, alles, alles erklärt, was man über das menschliche Wesen, die Welt, das Leben und den Tod, das Grauen, das ach so wundervolle, wundervolle Grauen, wissen muss.

"You have a right to kill me. You have a right to do that...but you have no right to judge me."

...again.

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Mr:Much

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Sie bilden junge Männer zum Töten aus; aber sie erlauben ihnen nicht, "Ficken" auf ihre Maschinen zu schreiben, weil das obszön ist."

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BattlemasterIZ

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Um Hochspannung zu erzeugen und den Albtraum des Vietnam-Krieges zu zeigen, braucht Francis Ford Coppola nicht viele Actionszenen.
Er werkt "das Grauen" ambivalent, mit traumatischen Erfahrungen die den Vietnamkrieg schrecklich gemacht haben. Die Abgründe der eigenen Psyche sind hier deftig und ganz stark umgesetzt. Die Erzählungen von Captain Willard (Martin Sheen), die geheimnisvollen Zwischentöne um Colonel Walter E. Kurtz (Marlon Brando) oder der grandiose Score sind mir sofort im Gedächtnis geblieben. Die Musik ist "fantastisch" gewählt, Wagners Walkürenritt bei einem Hubschrauberangriff ist sicherlich vielen bekannt. Auch die Redux-Version habe ich gesehen, die mit etwa 200 Minuten auch eine Wucht ist. Viele Symbole dieses Krieges sind inszeniert, so auch eine Napalm-Wolke. Diese hat hier auch ein berühmtes Filmzitat bekommen ("Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen"). Ein Meisterwerk, dieser Höllentrip begesitert mich immer wieder. > This is the end, beautiful friend < > This is the end, my only friend, the end <

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Ener

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Seit meinen Kommentaren hab ich den Film zugegeben immer wieder mal gesehen, während ich sonst normalerweise jeden Film kurz nach Sichtung bewerte. Und mir fallen nach wie vor keine Sätze ein, die Apocalypse Now gerecht werden. Es handelt sich um ein in Sich vollkommenes Gesamtkunstwerk, atemberaubend, hypnotisierend, verstörend, selbst genreübergreifend nahezu außer Konkurrenz. Das ganze typische Hype-Geschwafel, was mir auf den Sack geht, so oft ich es lese. Hier bleibt mir nichts anderes übrig als selbst den Leser zu nerven. Ob Redux oder Original ist dabei eigentlich vollkommen egal; Dem Original fehlt es an Nichts, um die volle Wirkung zu entfalten, dem Redux ist hingegen kein Beiwerk zugemischt, dem dieser Ausnahmefilm schadet. Atmosphärisch von einer anderen Welt und gerade was den amerikanischen Vietnam Krieg angeht der unnahbare Status Quo der Filmindustrie. Mit Abstand.

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Dady

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cooler Kommentar....Daumen hoch :)


CyberExistenz

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ganz einfach der beste und abgründigste Kriegsfilm aller Zeiten, gerade auch in der Redux- Version.

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