Keine Angst
Keine Angst (2009), DE Laufzeit 90 Minuten, Drama
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58 Bewertungen
7 Kommentare
Keine
von Aelrun Goette, mit Michelle Barthel und Max Hegewald
Die 14-jährige Becky lebt mit ihren drei kleinen Geschwistern und ihrer Mutter Corinna in einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. Väter sind gekommen und gegangen, die schäbigen Verhältnisse sind geblieben. Aber Corinna hofft, dass bald jemand kommt. ‘Und den nehmen wir dann als neuen Papa.’ Bis dahin begräbt sie ihr Elend im Suff und Becky ist das Familienoberhaupt. Und Becky ist es gern. Denn sie mag die Kleinen. Im Gegensatz zu ihrer bester Freundin Melanie: die findet Beckys Geschwister ‘nutzlose Hosenscheißer’ und ist auch sonst das ganze Gegenteil von ihr. Während Becky von ihrer ersten, romantischen Liebe träumt, hat Melanie die Jungs fest im Griff und ist als ‘Zuckerbitch’ die Königin im Kiez. Und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein können, halten die beiden Mädchen fest zusammen, besonders wenn der Wind mal wieder etwas härter durch die Hochhauswelt bläst. Als Becky im Bus beim Schwarzfahren erwischt wird, rettet sie ein fremder Junge aus der Not. Becky kann es nicht glauben: so etwas hat noch nie jemand für sie getan. Mutig folgt sie seiner Spur und überschreitet zum ersten Mal die Grenzen ihres Kiezes. Sie findet ihren Retter Bente (Max Hegewald) in einer ihr völlig fremden Welt: im Haus mit Garten und Eltern, die am Sonntag Apfelkuchen backen. Im ersten Moment scheint Bente von Beckys Auftauchen total überfordert zu sein. Denn er ist alles andere als ein cooler Typ. Zurückgezogen lebt er mit Geckos und Muschelaminosäuren und allerhand unverständlichem Zeugs. Doch das stört Becky nicht. Im Gegenteil: Über die beiden bricht mit Macht die erste Liebe herein. Vor lauter Glück kommt Becky zu spät, um ihre kleinen Geschwister aus der Sozialstation abzuholen. Zu Hause droht das Jugendamt der überforderten Mutter, die Kleinen aus der Familie zu nehmen und Becky wird Zeugin, wie ihre Freundin Melanie von der Hochhausclique fertig gemacht wird. Als Becky Melanie helfen will, kommt es zwischen den…
Die 14-jährige Becky lebt mit ihren drei kleinen Geschwistern und ihrer Mutter Corinna in einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. Väter sind gekommen und gegangen, die schäbigen Verhältnisse sind geblieben. Aber Corinna hofft, dass bald jemand kommt. ‘Und den nehmen wir dann als neuen Papa.’ Bis dahin begräbt sie ihr Elend im Suff und Becky ist das Familienoberhaupt. Und Becky ist es gern. Denn sie mag die Kleinen. Im Gegensatz zu ihrer bester Freundin Melanie: die findet Beckys Geschwister ‘nutzlose Hosenscheißer’ und ist auch sonst das ganze Gegenteil von ihr. Während Becky von ihrer ersten, romantischen Liebe träumt, hat Melanie die Jungs fest im Griff und ist als ‘Zuckerbitch’ die Königin im Kiez. Und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein können, halten die beiden Mädchen fest zusammen, besonders wenn der Wind mal wieder etwas härter durch die Hochhauswelt bläst. Als Becky im Bus beim Schwarzfahren erwischt wird, rettet sie ein fremder Junge aus der Not. Becky kann es nicht glauben: so etwas hat noch nie jemand für sie getan. Mutig folgt sie seiner Spur und überschreitet zum ersten Mal die Grenzen ihres Kiezes. Sie findet ihren Retter Bente (Max Hegewald) in einer ihr völlig fremden Welt: im Haus mit Garten und Eltern, die am Sonntag Apfelkuchen backen. Im ersten Moment scheint Bente von Beckys Auftauchen total überfordert zu sein. Denn er ist alles andere als ein cooler Typ. Zurückgezogen lebt er mit Geckos und Muschelaminosäuren und allerhand unverständlichem Zeugs. Doch das stört Becky nicht. Im Gegenteil: Über die beiden bricht mit Macht die erste Liebe herein. Vor lauter Glück kommt Becky zu spät, um ihre kleinen Geschwister aus der Sozialstation abzuholen. Zu Hause droht das Jugendamt der überforderten Mutter, die Kleinen aus der Familie zu nehmen und Becky wird Zeugin, wie ihre Freundin Melanie von der Hochhausclique fertig gemacht wird. Als Becky Melanie helfen will, kommt es zwischen den beiden zum ersten, großen Streit. Als wäre das nicht genug, präsentiert Corinna auch noch Thomas, der gerade bei Melanies Mutter rausgeflogen ist, als das neue Familienoberhaupt. Auch bei Bente hängt der Haussegen schief: Seine Eltern sind von Becky alles andere als begeistert. Und dann wird er auch noch von der Hochhausclique verprügelt. Bente soll ins Internat. Aber Bente und Becky geben nicht auf. Allen Widerständen zum Trotz kämpfen sie um ihr Glück. Doch die Situation spitzt sich weiter zu. Und ausgerechnet an Beckys Geburtstag kommt es zur Katastrophe.
Inhalt
Die 14-jährige Becky (Michelle Barthel) lebt mit ihren drei kleinen Geschwistern und ihrer Mutter Corinna (Dagmar Leesch) in einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. Väter sind gekommen und gegangen, die schäbigen Verhältnisse sind geblieben. Aber Corinna hofft, dass bald jemand kommt. „Und den nehmen wir dann als neuen Papa.” Bis dahin begräbt sie ihr Elend im Suff und Becky ist das Familienoberhaupt. Und Becky ist es gern. Denn sie mag die Kleinen. Im Gegensatz zu ihrer bester Freundin Melanie (Carolyn Sophia Genzkow): die findet Beckys Geschwister „nutzlose Hosenscheißer” und ist auch sonst das ganze Gegenteil von ihr.
Während Becky von ihrer ersten, romantischen Liebe träumt, hat Melanie die Jungs fest im Griff und ist als „Zuckerbitch” die Königin im Kiez. Und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein können, halten die beiden Mädchen fest zusammen, besonders wenn der Wind mal wieder etwas härter durch die Hochhauswelt bläst.
Als Becky im Bus beim Schwarzfahren erwischt wird, rettet sie ein fremder Junge aus der Not. Becky kann es nicht glauben: so etwas hat noch nie jemand für sie getan. Mutig folgt sie seiner Spur und überschreitet zum ersten Mal die Grenzen ihres Kiezes. Sie findet ihren Retter Bente (Max Hegewald) in einer ihr völlig fremden Welt: im Haus mit Garten und Eltern, die am Sonntag Apfelkuchen backen.
Im ersten Moment scheint Bente von Beckys Auftauchen total überfordert zu sein. Denn er ist alles andere als ein cooler Typ. Zurückgezogen lebt er mit Geckos und Muschelaminosäuren und allerhand unverständlichem Zeugs. Doch das stört Becky nicht. Im Gegenteil: Über die beiden bricht mit Macht die erste Liebe herein.
Vor lauter Glück kommt Becky zu spät, um ihre kleinen Geschwister aus der Sozialstation abzuholen. Zu Hause droht das Jugendamt der überforderten Mutter, die Kleinen aus der Familie zu nehmen und Becky wird Zeugin, wie ihre Freundin Melanie von der Hochhausclique fertig gemacht wird. Als Becky Melanie helfen will, kommt es zwischen den beiden zum ersten, großen Streit. Als wäre das nicht genug, präsentiert Corinna auch noch Thomas (Frank Giering), der gerade bei Melanies Mutter rausgeflogen ist, als das neue Familienoberhaupt.
Auch bei Bente hängt der Haussegen schief: Seine Eltern sind von Becky alles andere als begeistert. Und dann wird er auch noch von der Hochhausclique verprügelt. Bente soll ins Internat.
Aber Bente und Becky geben nicht auf. Allen Widerständen zum Trotz kämpfen sie um ihr Glück. Doch die Situation spitzt sich weiter zu. Und ausgerechnet an Beckys Geburtstag kommt es zur Katastrophe…
Mit Material der ARD
Cast & Crew
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Aelrun Goette
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Michelle Barthel
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Max Hegewald
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Dagmar Leesch
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Frank Giering
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Anian Zollner
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Bentes Vater
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Wiebke Frost
Regie
Schauspieler
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Johanna Gastdorf
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Bus driver Renate
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Carolyn Genzkow
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Gerrit Klein
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Martina Mouchot
- Genre
- Sozialdrama, Coming of Age-Film
- Handlung
- Alkoholfreies Getränk, Erste Liebe, Fahrkarte, Geburtstagsparty, Hochhaus, Jugendamt, Kiez, Spielplatz
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Hart, Verstörend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Keine Angst
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Kommentare (7) — Film: Keine Angst
Kommentar schreibenHolden82 2012/04/21 12:14:27
Kommentar löschenWeniger ist manchmal mehr...
Finde den Film sehr schön erzählt und die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller sehr gut. Manch ein Nebendarsteller ist vielleicht eindimensional und etwas klischeebeladen gezeichnet (die Jungs im Plattenbau), auch richtig, allerdings schadet das dem Film nicht wirklich wie ich finde. Stellenweise vielleicht auch etwas kitschig, aber das macht der Rest des Films mehr als weg. Was mir besonders gut gefällt ist dass der Film mit so wenig Pathos und gekünzelter Dramatik auskommt, so wenig reißerisch, wie es vermutlich ein Hollywood Film wäre der sich dieses Themas annimmt. Da denke ich wird "der" deutsche Film, vor allem Fernsehfilm, gerne unterschätzt und es lohnt sich, wie in meinem Fall gestern, auch mal Einsfestival einzuschalten.
Der Film ist meiner Meinung nach auch sehr authentisch erzählt, was das ganze abrundet. Ich arbeite in einem sog. "sozialen Brennpunkt" (schlimmer Begriff) und sehe vieles, wenn auch nicht ganz so dramatisch, was auch der Film thematisiert. Also so weit von der Realität ist der Film nicht weg.
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emily 2011/04/05 09:05:22
Kommentar löschen„Keine Angst“ ist wahrlich keine leichte Kost, im Gegenteil, der Film hat mich sehr deprimiert und verstört zurückgelassen.
Gezeigt wird das Leben einer Familie in einem sozialen Kölner Brennpunkt (für die Kölner unter euch: der Film spielt in Köln-Meschenich, gedreht wurde aber in Porz-Finkenberg): Die Mutter ist alleinerziehend und Alkoholikerin, völlig überfordert mit der Erziehung der Kinder überlässt sie es ihrer ältesten Tochter Becky sich um die jüngeren Geschwister zu kümmern. Als die Mutter sich einen neuen Freund in die Wohnung holt und Becky sich in einen Jungen verliebt, der aufs Gymnasium geht, gerät die fragile Stabilität der Familie ins Wanken.
Auch wenn der Film wahrlich kein Klischee auslässt (Alkohol, Gewalt, Vergewaltigungen, Verwahrlosung), so wirkt er doch sehr realitätsnah. Insbesondere die Trostlosigkeit des Stadtteils und der Wohnung wirkten sehr bedrückend. Da mir beide Stadtteile nicht unbekannt sind, kann ich sagen, dass es dort wirklich so trist ist, wie im Film dargestellt.
Von der Thematik her erinnert mich der Film an die Dokumentation „Zirkus is nich“, in der sich ein kleiner Junge um seine jüngeren Geschwister kümmern muss weil die Mutter mit der Erziehung überfordert ist. Der Gedanke an die Dokumentation hat mich auch wieder daran erinnert, dass der Film eben nicht übertreibt und nicht weit weg von der Realität ist, auch wenn man dies am Ende des Films gerne denken möchte.
Wer einen ungeschönten Blick auf einen sozialen Brennpunkt werfen möchte, der ist bei „Keine Angst“ bestens aufgehoben, wer allerdings einen netten, unbeschwerten Filmabend genießen möchte, der sollte um den Film einen Bogen machen.
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pluto 2010/03/13 18:05:38
Kommentar löschenDieser Film verdient höchstes Lob. Er wurde von sämtlichen Darstellern insbesondere Hauptdarstellern hervorragend gespielt.
Das war keine Darstellung eines Klischees sondern die Realität vor der viele Mittelschichtler nur allzugern die Augen verschließen. Ich arbeite im Brennpunkt und kann vieles nur bestätigen.
Hervorragend dargestellt die zarte Liebe von Bente und Becky und die graue Wirklichkeit im "Ghetto".
Hilflosigkeit überall. Das Jugendamt greift nicht ein. Die Mittelschichteltern überwinden ihre Mauern nicht. Nicht einmal als Becky verzweifelt ist, schafft es die Mutter von Bente sich ihr zu nähern, menschlich zu sein. Zu groß ist die Angst ebenfalls abzurutschen.
Es ist ein Film der wachrüttelt und vor allen Mittel- und Oberschichtlern gezeigt werden muss, damit sie dann annährend wissen, worum es geht, wenn sie in die Hartz 4 - Empfänger- Debatte einsteigen.
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paxxx 2010/04/18 17:52:08
Antwort löschengut gespieltes Drama? - naja, es sind Viele der Ansicht, das sei eine Geschmacksache ... Aber wenn man so etwas mit Handwerk vergleicht, dann bin ich gegenteiliger Ansicht!
Nayuma 2010/03/11 19:58:13
Kommentar löschenIch war noch nie so unsicher in der Bewertung wie bei diesem Film. Bin hin und her gerissen. Einserseits glaube ich schon, dass viele Jugendliche so ein Schicksal oder ein ähnliches ertragen müssen, aber anderseits war mir das ganze dann doch irgendwie teilweise "zu lieb" und teilweise "zu überzogen". Ich kann das auch nicht so ganz beschreiben. Was ich auch schade fand, dass leider nicht so ganz gezeigt wurde warum Becky nicht so ist wie die anderen Jugendlichen. Ich meine das Mitläufer-Prinzip der anderen ist ja deutlich geworden, gehörste nicht dazu, biste nix wert. Aber sie gehört ja eigentlich nicht wirklich dazu und hat auch gar kein richtiges Bedürfnis "mitzulaufen". Den Punkt hätte ich mir doch etwas ausführlicher gewünscht. Trotzdem fand ich es sehr interessant was einem für ein Einblick in sozial schwächere Viertel gegeben wurde. Typische Reaktionen waren auch vertreten wie z.B. Bentes Eltern "Weggucken, verdrängen und dafür dankbar sein, dass es einem selbst nicht so geht, aber auch nicht helfen wollen/können!" Naja, der Film wird sich wohl noch jeder Menge Kritik stellen müssen... trotzdem anschauen lohnt sich irgendwie dann doch...
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Pepilotta 2010/11/18 19:40:26
Antwort löschenwarum Becky so anders ist, als die anderen Jugendlichen, hab ich mich auch gefragt. Anscheinend ist sie die einzige, die Geschwister hat, oder zumindest die einzige, die sich um ihre Geschwister wie eine Mutter kümmern muss. Vielleicht kann sie sich deswegen das Verhalten von Gleichaltrigen nicht leisten...
oder es wird nur nicht gezeigt. Als sie Bente das erste Mal besucht, holt sie ja zwei Flaschen aus ihrem Rucksack, in denen scheinbar irgendwas alkoholisches enthalten ist - vielleicht hat sie einfach nur nicht so viel Zeit, so zu sein wie die anderen.
Blöd aber wirklich, dass der Film einen da (nicht nur da) raten lässt, warum.
kristallrainer 2010/03/11 17:03:33
Kommentar löschenEs gibt Schwächen in der Handlung, die nicht von der Hand zu weisen sind. Aber, der Film traut sich was! "Keine Angst" ist der erste Film über Kinderarmut in Deutschland, den ich bislang gesehen habe. Schonungslos wird gezeigt in was für schlechten Verhältnissen viele Kinder in unserem Land aufwachsen müssen und kaum Chancen auf sozialen Aufstieg haben.
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Matty 2010/03/11 13:07:53
Kommentar löschenDer Film hat mich ganz ander getroffen als "larom".
Der Film spielt sich in einem langsamen Erzähltempo ab und geht genau auf die wichtigen Dinge ein.
Die Jungdarsteller können sehr überzeugen.
Ich finde den Film sehr realitätsnah und möchte gar nicht wissen wie vielen Jugendliche diesem Schicksal ausgehändigt sind.
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larom 2010/03/10 22:34:00
Kommentar löschenKlischeefilm allerübelster Sorte. Ich beschreibe den Inhalt des Films einmal, der Text entspricht jedoch absichtlich nicht dem chronologischen Ablauf und ist mit viel Wut im Bauch geschrieben.
Zwei Jugendliche spielen die Hauptrollen, eins arm (Becky), das andere wohlhabend (Bente). Becky wohnt in einer Sozialbaugegend, in der natürlich massig alte Plattenhochhäuser stehen, Kriminalität und Alkohol den Alltag bildet.
Ihre Mutter ist alkoholabhängig, hat viele Kinder, ist arbeitslos, durchgehend volltrunken, aggressiv zu ihren Kindern und hält diese fast als Arbeitssklaven, die den Haushalt erledigen.
Bente lebt in einem hübschen, peinlichst sauberen und aufgeräumten Reihenhaus mit seinen glücklichen, höflichen Eltern. Vor der Tür steht sein Fahrrad, Bente ist schließlich ökologisch, mag Tiere und möchte wahlweise die Welt retten, indem er Biologe wird oder alternativ wenigstens die Menschheit, wenn er seinen zweiten Berufswunsch als Arzt ausübt.
Becky fährt schwarz Bus und wird kontrolliert. Bente "rettet" völlig uneigennützig und ohne zu zögern die ihm unbekannte Becky, indem er seinen Fahrschein fallen lässt, so tut als wäre dieser von ihr und ihr diesen gibt. Anschließend gibt er an schwarz gefahren zu sein und zahlt die 30,- € Strafe, die sonst Becky getroffen hätte.
Bente wird überfallen und ausgeraubt. Diese haben es natürlich nur auf Dinge wie seinen iPod abgesehen und lieben es offenbar den armen Bente dabei noch zu beschimpfen und aus Spaß zusammen zu dreschen. Bente ist diesen nicht böse und hängt auch nicht an seinem iPod. Becky sieht den Überfall vom Bus aus, kann sich gegenüber der Busfahrerin aber nicht gescheit artikulieren, sodass diese sie erst an der nächsten Bushaltestelle heraus lässt und Becky erst dort ankommt, als vom Raub nichts mehr zu sehen ist, abgesehen von Bentes Schulmäppchen, das seinen Namen und Anschrift erhält.
Becky macht sich auf den Weg zu Bente. Dort angekommen lernt sie dieses fremde Umfeld kennen. Bente erzählt ihr etwas von seinem Haustier, einem Gecko. Natürlich kennt sich Bente ganz genau aus und die dumme Becky versteht nur Bahnhof, schließlich ist sie aus armen Hause und ungebildet. Deshalb geht sie auch auf die Hauptschule, Bente natürlich auf's Gymnasium. Als Bente sie gramatikalisch berichtigt, mault Becky zurück, ob er sie für dumm hält. Natürlich denkt Bente sowas nicht, er ist ein "reiner Guter", wie Dittsche vermutlich sagen würde. Die Mutter kommt dazu und lädt Becky zum Mittagessen ein, was diese ablehnt. Becky hat die Aufgabe ihre Geschwister vom Kindergarten abzuholen, da ihre im Dauersuff befindliche Mutter dies nicht machen kann und mag. Natürlich kommt Becky viel zu spät, da sie ja lieber zu Bente wollte.
Die Sozialarbeiter gehen bei Beckys Familie ein und aus, wollen natürlich nur das Beste für die Familie, die Polizeit ist natürlich Freund und Helfer, ihre ca. 14-jährige Freundin lässt sich von der Gang in der Öffentlichkeit durchvögeln um dafür den geraubten iPod zu bekommen, ihr Freund mit illegal getuntem Motorroller (natürlich nur ohne Helm, ohne Spiegel und mit Tussi hinten drauf!) behandelt sie eh mies und macht daraufhin mit ihr Schluss bla bla....
Die Freundin von Becky ist schließlich auch eine Hobbyhure, das sieht man ihr auch an. Läuft als Kind mit enger Kleidung, weißen Stiefeln, Tigerfellimitat, Leggings o. ö. herum und natürlich Kunstpelz. Neben billigem Styling, rauchen und saufen hat sie nur noch Herumhurerei und Jungs im Kopf, die sie gerne für ihre Ziele ausnutzt und diese z. B. als privaten Fahrdienst missbraucht.
Die Mutter von Becky pimpert mit irgendeinem aus dem Haus, dieser ist natürlich auch arbeitslos, interessiert sich nur für Fußball und Alkohol, dass die Mutter von Becky ihm gefälligst zu servieren hat. Nachdem er die Mutter gevögelt hat, kommt aber zur bereits in ihrem Bett liegenden Becky. Er präsentiert sich ihr nackt und kommt ihr dabei nahe, was Becky sichtlich unangenehm ist und sie ängstigt. Ihre Freundin hatte sie bereits vor diesem Kerl gewarnt, die wohl als Kind bereits "Erfahrungen" in entsprechender Richtung mit diesem dicken Mann gemacht hat.
Becky und Bente verlieben sich ineinander und kommen zusammen. Bente wollte ins Internat, seine Eltern haben ihm nun einen Platz dort verschafft und er geht dorthin. Als Becky an ihrem Geburtstag zu Bente will und erfährt, dieser wäre kurzfristig ins Internat gegangen, bricht für sie eine Welt zusammen. Bentes Mutter steckt ihr einen größeren Geldbetrag zu, tröstet sie etwas und wünscht ihr einen schönen Geburtstag o. ä.. Becky verschwindet mit dem Geld, beschimpft dabei noch die Mutter, die ihr das Geld geschenkt hat.
Mit dem Geld maht Becky natürlich nur eines...sie haut es sofort für Alkohol auf den Kopf und finanziert auch ihren Bekannten und ihrer Freundin damit ihren Alkohol. Becky säuft sich damit zu Tode, da sie auch eine Herzkrankheit hat. Ihre Bekannten stehen desinteressiert herum, ihre Freundin weiß nicht was sie machen soll. Da kommt ihr Retter, Prinz Bente. Dieser weiß natürlich sofort was zu tun ist und rettet Becky mit einer Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung. So holt er Becky wieder zurück ins Leben, leben von nun an glücklich und wenn sie nicht gestorben sind...
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BigDi 2010/03/10 22:56:58
Antwort löschenAua. Die Story hört sich ja so richtig übel an.
Alle 3 Antworten zeigen
kristallrainer 2010/03/11 16:51:07
Antwort löschenNaja, man kann es sich auch einfach machen... Man kann doch letzendlich jeden Film so auseinandernehmen wie du das hier gemacht hast und immer, überall etwas kritisieren. Na klar, der Film hat seine Schwächen in der Handlung... Das ist mir auch aufgefallen. Andererseits hast du z.B. in deiner Zusammenfassung vergessen zu erwähnen, dass jener Freund der Mutter Becky vergewaltigt hat, welche daraufhin ziemlich verzweifelt ist und jemand (ihren Freund Bente) zum Reden sucht. So ist der letzte Teil doch etwas anders als du ihn beschreibst, denn sie scheint einfach so fertig zu sein mit dem Leben, dass sie sich einfach mit Alkohol ins Koma saufen will, was den Umständen entsprechend zumindest nachvollziehbar ist. Im ersten Moment weiss Prinz Bente auch nicht, was er tun soll. Er improvisiert halt ein bisschen und hat das nötige Glück um sie zu retten ;) Und von Happy End kann keine Rede sein. Die trinkende Mutter existiert noch, sie hat immer noch 3 kleine Geschwister um die sie sich quasi alleine kümmern muss usw... Der Film zeigt doch letztendlich nur ein paar wenige Wochen ihres Lebens und will auf das Problem der Kinderarmut, wie sie in Deutschland so existiert, aufmerksam machen. Daher kann ich die 0.0 nicht nachvollziehen. Auch ich würde dem Film keine 8.0 oder so geben, aber eine 6.5 hat er sich schon verdient, weil die Jungschauspieler richtig gut spielen und der Film einfach so schonungslos daherkommt, wie das Leben für viele Kinder in unserem Land ist.
Pepilotta 2010/11/18 19:34:52
Antwort löschenMir fehlen bei deiner Nacherzählung aber auch wichtige Details. Du verschweigst mindestens 2 Vergewaltigungen (beide durch den Freund der Mütter der beiden Freundinnen); die Szene, in der Beckys Freundin (Mel?) den ipod erhält, ist zugegebenermaßen vielschichtig. Zumindest wird Mels(?) Verhalten in dieser Szene durch ihre vorangegangenen Erfahrungen schlüssig; was meinst du, was Prostituierte in einigen Fällen zu Prostituierten werden lässt (soweit es die Kanadier bewiesen haben wollen)?
Klischees scheint der Film ja zu zeigen, aber man darf nicht vergessen, das Klischees die Summe reeler Einzelteile sind...
man kann sich höchstens fragen, wie oft es tatsächlich vorkommt, dass alle diese Einzelteile tatsächlich so zusammenfallen wie zb. hier im Film. Da kann ich nur auf das Kommentar von pluto verweisen, der von diesem Teil der Realität anscheinend mehr gesehen hat als wir. Und pluto ist nicht der erste von dem ich höre, der in dem Bereich tätig ist und solche Klischees bestätigen kann (auch wenn das natürlich nicht auf 100% der in einer Plattenbausiedlung lebenden Menschen zutrifft).