Die Reifeprüfung

The Graduate, US 1967

Community:

7.6

Sehenswert

bewerten

 

Kritiker: 8.2

Vormerken Kein Interesse Kommentar schreiben


Genre
Tragikomödie, Romanze, Erwachsenwerden
Inhalt

Nach seinem Collegeabschluss verbringt der junge Benjamin den Sommer plan- und tatenlos auf einer Luftmatratze im Pool - sehr zum Missfallen seiner Eltern. Als ihn die elterliche Freundin Mrs. Robinson überraschend zu verführen versucht, wehrt er… Mehr

Cast
Katharine Ross, Anne Bancroft, Brian Avery, Elizabeth Wilson, Murray Hamilton, William Daniels, Dustin Hoffman Mehr
Regisseure
Mike Nichols
Autoren
Buck Henry, Calder Willingham
Laufzeit
105 Minuten

Über diesen Film

Handlung

Benjamin Braddock hat gerade erst das College abgeschlossen und noch keine Vorstellung, welche berufliche Karriere er einschlagen will. Um seinen Abschluss zu feiern, geben seine Eltern ihm zu Ehren eine Party, zu der neben an… Mehr

Poster und Merchandise zum Film im Fanshop


Kommentare — Sehenswert 7.6

Der Film Die Reifeprüfung wurde von 2411 Mitgliedern bewertet.

doctorgonzo

Bewertung8.5Ausgezeichnet

Toll inszenierter Klassiker mit herrlichen Dialogen, großartiger Musik und wunderbar aufgelegten Hauptdarstellern. Bancroft und Hoffman ergänzen einander auf mitreißende Weise und die Dialoge scheinen ihnen selbst zu entspringen und nicht einem Drehbuch... "Wir hätten uns genausogut die Hände schütteln können" ist eine herrliche Erklärung über die Affäre. Dazu kommt ein Ende, das durch zahlreiche Reminiszenzen geadelt wurde, wie zum Beispiel durch Mike Myers oder durch die Simpsons. Zusätzliches Highlight ist das Product-Placement von Alfa Romeo, die Präsentation des damals neuen Spider im Film führte zu bemerkenswerten Kauferfolgen und auch heute noch sind die alten Spider Modelle in den USA als "Graduate" (orig. Kinotitel) bekannt. Vielleicht kein Meilenstein, da er ja nichts Bahnbrechendes oder Neues zeigt (auch wenn eine Affäre zwischen einer älteren, verheirateten Frau und einem College Bubi damals schockieren konnte), aber was er zeigt, und vor allem wie, machen aus diesem Film ganz eindeutig ein Must-See!

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

pellekraut007

Gibt's etwas Vergleichbares aus dieser Zeit, das das Thema "ungleiche Liebespaare" so gut behandelt? Schade eigentlich, dass Mrs. Robinson fies und berechnend bleibt und Benji sich für Elaine entscheidet! Oder, was für ein Glück, sonst hätten wir die Kirchenszene nie erleben dürfen... xD


doctorgonzo

Ich finde gerade, dass fiese und berechnende Element trägt entscheidend zum zeitlosen Charakter des ganzen Filmes bei.


filmfan90

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein zeitloser Klassiker des "New Hollywood"- Kinos, der zu meinen Lieblingsfilmen gehört, ist Mike Nichols' "The Graduate". Dieser Film ist in nahezu jeder hinsicht perfekt durchdacht und ich habe auch nach dem fünften Ansehen des Films neue Metaphern und Symbole entdeckt, die dem Film einen hohen ästhetischen Wert geben. Als Ben beispielsweise widerwillig die Treppe hinuntergeht, um an der Party, die ihm und seinen Leistungen auf dem College zu Ehren veranstaltet wird, ist an der Wand das Bild eines Clowns zu sehen- ein Ausdruck des Gefühlszustands, in dem sich Ben in diesem Moment befindet. Selbst die Fahrbahnmarkierungen am Ende des Films und während Ben in seinem AR Spyder den Highway entlangfegt, besitzen eine ganz eigene Symbolik, die sogar maßgeblich zur Interpretation des Films beiträgt: (Spoiler!) Während Ben auf der Fahrt zu Elaines Hochzeit ständig auf der Überholspur rast, sitzen er und seine Geliebte am Ende des Films in einem Bus, der eine Straße, auf der Überholverbot gilt, entlang tuckert. Nachdem Ben die Hochzeit erfolgreich gestürmt hat, beginnt nun für die beiden Liebenden der Weg in die Bürgerlichkeit; die beiden werden Teil des Systems, gegen das sie wenige Minuten zuvor noch angekämpft haben. Man mag sich über meine Interpretation der Schlussszene streiten können, doch ist es eine Tatsache, dass "The Graduate" ein intelligenter, spritziger, lustiger, z.T. auch trauriger Film ist, der einiges an Substanz besitzt und nicht zuletzt durch den legendären Soundtrack von Simon and Garfunkel überzeugt. Auch das Schauspielerdreigestirn Hoffman/ Bancroft/ Ross ist unvergleichbar gut; jeder der drei Schauspieler wird seiner Rolle vollends gerecht und ich könnte mir keine bessere Besetzung vorstellen. Insbesondere dem zum Entstehungszeitpunkt des Films bereits 30 Jahre alten Dustin Hoffman gelingt es, die Zerrissenheit, Langeweile und jugendliche Naivität Bens auf wunderbare Weise darzustellen.
Einer der besten Filme aller Zeiten!

Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Darbon

Etwas mehr Clown angesichts des Clowns an der Treppe wäre bei Hoffmans Ben wünschenswert. Denn der bis zum Alarm in der Kirche und der Busfahrt immerzu steif gespielte Ben ist nicht annähernd ein Doinel. Und das verkopfte, steife "New Hollywood" ist ein hier ein Witz gegen sein so oft erklärtes Vorbild der "Nouvelle Vague". Während La Bancroft edel und verrucht dahinwelkt als Elaines Mutter und die atemberaubend schöne Katharine Ross, die selbst unter den baumelnden Titten einer Go-Go-Dame gedemütigt und hilflos unvergleichlich aufblühend undtraurig den Frühling spielt, der den Winter vertreibt (die überdeutlichen Postkarten-Motive an der Uni), ist Hoffman schnöde im Vergleich zur Reifeprüfung des Antoine Doinel in Truffauts etwa zeitgleich entstandenen "Geraubten Küssen". Christine Darbon...Elaine Robinson...

Die so langen wie statitschen Motive, die durchaus geschmackvoll und zeitlos schön sind, dümpeln leider dahin in diesem allzu larmoyanten Film, der sich der Revolution an den Swimmingpools der Reihenhäuser zu seicht verweigert: "The Graduate" ist bleischwer und weinerlich im Vergleich zu den federleichten "Baisers volés". Das Finale ("Elaine!" "Ben!") und die Fahrt im Bus reißen es dann nach einem Film, der mit seinem seichten Geplänkel ständig zu Pipi-Pausen einlädt, wieder raus.

Dein Verweis auf die etlichen Metaphern und Symbole adelt das hübsche Postkartenidyll, doch es bleibt bis auf das sehr europäische, fast weise und zurecht filmgeschichtlich zurecht bedeutende Ende eine amerikanische Schmonzette.


willy50

Bewertung7.5Sehenswert

wie man bei Käse die Reife prüft ? Einfach mal leicht draufdrücken und wenn er etwas nachgibt ist er alt. Und dieser beginnt schon leicht nachzugeben.... Nochmal 42 Jahre und es heißt dann: Hello Darkness, my old friend !

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kommentar schreiben | Alle Kommentare (22)


Deine Meinung zum Film Die Reifeprüfung

Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.


Fans dieses Films gefiel auch