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Into the Wild

Into the Wild (2007), US Laufzeit 148 Minuten, FSK 12, Abenteuerfilm, Drama, Road Movie, Kinostart 31.01.2008


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7.5
Kritiker
62 Bewertungen
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7.9
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22618 Bewertungen
372 Kommentare
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von Sean Penn, mit Emile Hirsch und Marcia Gay Harden

Wohin würdest du gehen, wenn dir die ganze Welt offen stände? Emile Hirsch weiß, wohin der Weg führt: Into the Wild.

Ein behütetes Elternhaus, finanzielle Sicherheit, eine außergewöhnliche Begabung und umwerfender Charme – eigentlich ist der Anfang 20-jährige Student Christopher (Emile Hirsch) so etwas wie ein Vorzeige-Amerikaner mit glänzenden Zukunftsperspektiven. Doch dann plötzlich, von heute auf morgen, bricht er aus seiner privilegierten Existenz aus und lässt alles hinter sich.

Ohne einen Cent in der Tasche trampt Christopher quer durch die Staaten, Richtung Alaska, in die Wildnis. Unterwegs trifft er auf andere Aussteiger (u.a. Catherine Keener und Kristen Stewart), die wie er am Rande der Gesellschaft leben, und spürt die menschliche Nähe, die er bei seinen Eltern (William Hurt, Marcia Gay Harden) immer vermisste. Doch vier Monate später findet das Abenteuer ein jähes Ende.

Hintergrund & Infos zu Into the Wild
Into the Wild basiert auf dem Buch gleichen Namens von Jon Krakauer, das die wahre Geschichte des Aussteigers Christopher McCandless erzählt. Sean Penn adaptierte das Buch für seine filmische Version von Into the Wild.
Das Drama vor gewaltigen Naturkulissen feierte seine Premiere auf dem Telluride Festival und wurde für zwei Oscars nominiert. Eine davon ging an Hal Holbrook in der Rolle des großväterlichen Freundes. (EM)

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Mehr Bilder (28) und Videos (6) zu Into the Wild


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Into the Wild
Genre
Abenteuerfilm, Coming of Age-Film, Familiendrama, Road Movie, Biopic, Drama
Zeit
2000er Jahre
Ort
Alaska, Arizona, Atlanta, Campus, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika, Wildnis, Wüste, Zug
Handlung
Abenteuer, Abenteurer, Abgrenzung, Abnabelung, Abschied, Absolvent, Alternativer Lebensstil, Anhalter, Ausbruch, Barmherzigkeit, Baum, Begegnung, Beziehung, Bruder-Schwester Beziehung, Cannabis, College, Duett, Durchbrennen, Durst, Eigenwilligkeit, Einsamkeit, Elch, Eltern-Kinder-Beziehung, Familienkonflikt, Fluss, Freundschaft, Gesang, Gitarre, Grenze USA-Mexiko, Herzstillstand, Hippie, Hunger, Identität, Jagd, Kajak, Kanu, Kleinbürgertum, Kreditkarte, Kälte, Lebensgefahr, Lebensgefühl, Lebensmittel, Lkw, Lyrik, Mensch gegen Natur, Menschliches Zusammenleben, Musikfestival, Männerfreundschaft, Natur, Natur und Umwelt, Naturverbundenheit, Neue Identität, Reise, Road Trip, Schmerz, Schmerzvoller Tod, Schulabschluss, Sehnsucht, Selbsterkenntnis, Selbstfindung, Selbstverwirklichung, Sinn des Lebens, Sterben und Tod, Streit, Streit mit den Eltern, Suche, Tagebuch, Tagelöhner, Tod durch Erschöpfung, US-Amerikaner, Unfalltod, Universität, Vater-Sohn-Beziehung, Vergiftung, Verlieben, Verlust einer geliebten Person, Verzicht, Vorgetäuschter Tod, Wohnmobil, Wunsch, Zugfahrt, Überflutung
Stimmung
Berührend, Traurig
Tag
Wahre Begebenheit
Verleiher
Tobis StudioCanal GmbH & Co. KG
Produktionsfirma
Art Linson Productions, Into the Wild, Paramount Vantage, River Road

Kritiken (23) — Film: Into the Wild

kobbi88: Die Drei Muscheln

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9.5Herausragend

„Ich bin nicht notleidend, ich hab mir dieses Leben ausgesucht.“ – „Hier im Dreck?“ – „Hier im Dreck.“
Freiwillig eine tolle Zukunft aufgeben? Mit perfekten Noten an einer der besten Unis des Landes zu studieren? Und stattdessen in der Natur leben, ohne Dach über dem Kopf, mit dem Zufall als Begleiter? Für viele, auch für mich kaum vorstellbar. Aber Chris tut es einfach. Er braucht ein solches sicheres, materielles Leben nicht, er will es nicht. Er hat es einfach satt. Stattdessen begibt er sich auf einen Roadtrip durch die Vereinigten Staaten. Ohne Geld, ohne Auto, nur mit seinem Rucksack und einer großen Portion Lebensfreude. Emile Hirsch ist wohl perfekt in dieser Rolle. So sympathisch, so idealistisch. Er lebt den Aussteiger, füllt die Rolle perfekt aus. Auch die übrigen Schauspieler sind ideal ausgewählt worden. William Hurt und Marcia Gay Harden als Eltern, Vince Vaughn oder Kristen Stewart als zufällige Bekanntschaften auf seiner Reise. Besonders aber bleibt die Schwester von Chris in Erinnerung, gespielt von Jena Malone

"Es ist nicht wichtig stark zu sein, sondern sich stark zu fühlen."
Wie wahr. Und das zeigt dieser Film. Mit jeder einzelnen Szene zeigt er es. Man muss nichts sein, man muss nichts haben. Chris/Alex weiß das. Er gibt alles auf, er lässt alles zurück. Im Einklang mit der Natur, nur mit dem, was auf einen zukommt. Solange das eigene Gefühl stimmt ist es richtig. Solange die Freiheit vorhanden ist, alles zu tun, was man gerade machen will, frei von gesellschaftlichen Zwängen, frei von Regeln, frei von Abhängigkeiten.

„Findest du das nicht auch toll? Das hier ist die Natur!“
Die Naturaufnahmen sind beeindruckend. Ob es nun unter Wasser ist, Berggipfel, Würmer, Wassertropfen. Eis, wilde Tiere oder Wälder. Man kann sich nicht satt sehen an diesen prächtigen Bildern. Mal bombastisch, mal so klein. Und doch werden einem stets das Gewaltige und das Reine in den Bildern klar. Auch die große Gefahr, die in der Natur stets dabei ist. Genau wie im Leben.

Die größte Leistung vollzog neben Emile Hirsch aber Regisseur Sean Penn. Die ruhige Inszenierung, die schon bei seinem vorherigem Film „Das Versprechen“ sehr auffällig war, treibt er hier auf die Spitze. Er bringt zahlreiche Einstellungen von intensiven Naturbildern, eine Erzählweise mit Tagebucheinträgen, zwei Erzählern, Ausblicken und einzelnen Episoden. Das alles lässt den Zuschauer noch besser in den Film eintreten. Kombiniert mit der Musik, die melancholisch und wunderschön die Bilder untermalt, schickt Sean Penn den Zuschauer auch ein bisschen auf seinen eigenen Selbstfindungstrip. Auf die Suche nach der eigenen Freiheit. Und er ist einer der Filme, die länger im Gedächtnis hängen werden.

"Glück ist nur echt, wenn man es teilt!"
Aber „Into the Wild“ ist nicht nur eine Ode an die Freiheit und an die Natur. Der Film ist auch eine Dokumentation. Eine Dokumentation über Chris’ Suche nach Glück. Nach dem Glück, das er in der Gesellschaft scheinbar nicht finden kann, sodass er in der Natur lebt. Aber dies wiederum konfrontiert ihn mit der größten Gefahr, auf das er stoßen kann: Einsamkeit.

Abschließend muss ich aber sagen: was bringen schon all die, meine, Worte hier? Man muss von Worten, von diesen materiellen Dingen loslassen und diesen Film einfach selbst erleben.

27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

kobbi88

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Danke pischti^^


Martin Oberndorf

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@Pitschi: Zahnfee? ^^
Naja. Dann werd ich mir mal keine Sorgen machen und mir halt immer "Panic Room" vor Augen halten.


_Garfield: Blogbusters

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6.0Ganz gut

Ja sicher, Penn hätte gut und gerne die Hälfte des omnipräsenten Soundtracks einsparen können und das bemühte Zitieren literarischer Vorbilder bringt weder in irgendeiner Weise weiter, noch kann sich der bemühte Off-Kommentar einer gewissen Oberflächlichkeit erwehren, aber scheiße nochmal, irgendwie bewegt „Into the Wild“ dann doch. Emile Hirsch darf überzeugen, Hal Holbrook ist der pure, unfassbar bewegende Wahnsinn (der Abschied). Von den ebenso tragischen, wie höchst bewegenden Schluss-Szenen ganz zu schweigen.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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9.0Herausragend

[...] Ein Film über die Höhen und Tiefen, über den Sinn des Lebens, den Chris längst auf seinem Weg gefunden hat, ohne es zu bemerken und über das Scheitern von großen Träumen. Das Scheitern an sich selbst. Man muss Chris einfach in sein Herz schließen und man wird sich in dieser philosophischen wie eindringlichen Reise wiederfinden. Gerade weil sie so ehrlich ist. Die bittere Ironie erwischt den Zuschauer schlussendlich genau da, wo es am schmerzhaftesten ist: Die unberührte Natur, die im Film doch nie bedrohlich oder gefährlich erschien, wird ihm zum Verhängnis. 'Into the Wild' ist ein unbändiger Schrei nach Freiheit. [...]

Kritik im Original 31 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

SoulReaver

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Unbedingt! :)


alex023

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@filmschauer: Kann man lesen, aber ab ca. der Hälfte redet der Autor nur noch über sich selbst, was ziemlich uninteressant ist, da hab ich es dann auch weggelegt. Aber die Geschichte wird da auch so erzählt, als sei sie eine Inhaltszusammenfassung des Films, obwohl der natürlich erst daraus entstanden ist. Also: muss man nicht, kann man, aber dann nur zur Hälfte.


JackoXL: Die Drei Muscheln

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8.5Ausgezeichnet

"Into the Wild" erzählt die Geschichte eines Mannes auf der Suche nach der Freiheit, dem Abenteuer, nach sich selbst. Ruhig beleuchtet Sean Penn die Geschichte von Chris bzw. Alex, der sich bewusst aus idealistischer Überzeugung gegen sein wohlsituiertes Leben und die von seinen Eltern angestrebte Zukunft entscheidet, einen radikalen Bruch vollzieht und alles hinter sich lässt.

Was andere sich vielleicht als reines Gedankenspiel überlegen, um es gleich darauf als romantische Spinnerei wieder zu verwerfen, zieht er kompromisslos durch, bis zur aller letzten Konsequenz. Auch ich würde nie so handeln. Nie würde ich meine gesamte Identität hinter mir lassen, alle Zelte abbrechen, meine gelegentlich zwar eintönige, dafür aber sichere Welt für immer verlassen, sogar mein Geld verbrennen, nur um mich frei zu fühlen. Das wäre mir persönlich zwar fremd, aber diesem Mann dabei zu zusehen ist ungemein faszinierend und erzeugt einen ungeahnte Identifikation.

"Into The Wild" ist ein philosophisch und meditativ angehauchter Roadtrip, in wunderschönen Bildern eingefangen, unterlegt mit einem klasse Soundtrack, der dieses Gefühl vom Streben nach der unbegrenzten Freiheit beeindruckend rüberbringt. Etwas Geduld und Konzentration fordert der Film schon ein, belohnt es dafür immer wieder mit bewegenden und wunderbaren Momenten. Sean Penn zeigt, dass er als Regisseur auf einem vergleichbar großen Niveau agiert wie als Darsteller. Er hat ein Gespür für den Moment, weiß Situationen einzufangen, die bei anderen eventuell nur banal erscheinen würden. Er versteht es außerdem (da kommt ihm vielleicht sein darstellerisches Talent zugute), seine Darsteller so zu führen, dass sie zu absoluter Höchstform auflaufen. Wie schon bei "Das Versprechen" ist auch dieser Film gespickt mit renomierten Darstellern, deren Rollen jedoch verhältnismässig klein ausfallen. Doch sie alle spielen es so, wie es besser kaum sein könnte (ganz besonders William Hurt, Marcia Gay Harden, Hal Holbrook). Das größte Lob muss jedoch Hauptdarsteller Emile Hirsch gebühren. Er taucht so dermaßen und bedingungslos in seine Figur ein, dass es fast nicht mehr gespielt wirkt. Sensationell.

"Into The Wild" passt vielleicht nicht zu jedem Filmabend, man muss sich schon einlassen auf seine ruhige und wenig auf Spannung setzende Erzählweise. Ohne jeden Zweifel aber ein ganz hervorragender Film, der sicher lange im Gedächtnis bleibt.

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stevenwolff

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@SoulReaver Sehr gut!!!!!!!!!!!


jacker

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Ich finde den Film ebenfalls unglaublich gut.. Ja, den könnte man auch mal wieder schauen!


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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5.5Geht so

SPOILERWARNUNG!!!

Einfach weg. Alles hinter sich lassen. Aus den Konventionen ausbrechen und sich selbst etwas beweisen, etwas erleben, nur für sich. Jeder sollte diesen Wunsch kennen. In einigen keimt dieser Gedanke kurz auf, wird aber unbedacht fort getragen, andere wiederum machen ihren Wunsch war. Sie trampen mit Rucksack durch die Welt. Sie werden Backpacker genannt. Die meisten erfüllen sich diesen Wunsch um danach in ihr normales, regulierten Leben zurückkehren, aber als Christopher McCandless Anfang der 1990er Jahre aufbrach, sollte dies nicht nur seine größte Reise sein, sondern auch seine letzte. Diesem Christopher McCandless setzte Darsteller und Regisseur Sean Penn mit seiner vierten Regiearbeit „Into the Wild“ ein filmisches Denkmal.

Penn inszeniert „Into the Wild“ anfänglich wie eine von vielen Geschichten, in der ein Querdenker seinen Traum durchsetzen kann. Christopher widersetzt sich seinen wohlhabenden Eltern. Er spendet sein Geld einer wohltätigen Organisation, zerschneidet seine Kreditkarte und geht zunächst im Auto, später per Fuß und als Tramp seiner Reise nach. Sein geografisches Ziel: Alaska. Sein eigentliches Ziel: Freiheit. Regisseur Penn lässt keinen Zweifel daran, dass Christopher sich gefangen fühlte, bei seinen Eltern, die ihren Kindern gerne teure Geschenke machen. Dass sie ihren Sohn lieben, auch daran hat Penn keine Zweifel. Letztlich bleiben die Eltern (gespielt von den Oscar-Preisträgern William Hurt und Marcia Gay Harden) nur Randerscheinungen. Penn braucht sie um Christopher als Gefangenen einer elitären Welt hinzustellen und er braucht sie später um die Emotionalität des Films zu steigern. Nicht sonderlich elegant, aber funktional. Ähnlich wie der Soundtrack von „Pearl Jam“-Frontmann Eddie Vedder, der die herausragenden Naturaufnahmen, die mal karg, mal gewaltig, mal imposant ausfallen gut unterstreicht, auch wenn der Film bei der musikalischen Untermalung oftmals etwas zu übertrieben, bzw. zu gewollt kunstvoll agiert.

Aus seiner Reise lernt Christopher, der übrigens überzeugend von Emile Hirsh verkörpert wird, noch andere Charaktere kennen, wobei die Bezeichnung Charaktere doch übertrieben ist. „Into the Wild“ bleibt stetig auf Ausreißer Christopher konzentriert. Die menschlichen Begegnungen die er erlebt besitzen durchweg interessante und nachdenkliche Momente und sie werfen nebenbei einen guten, facettenreichen Blick auf das Amerika von heute, eine durchweg eindringliche Note besitzen sie meisten aber nicht. Wie auch die Eltern bleiben die Nebenfiguren im Randbereich. Sie tauchen auf, geben erheiterndes oder belehrendes von sich und verschwinden wieder. Hängen bleibt davon zu wenig. „Into the Wild“ flüchtet sich vor Menschlichkeit und, dies ist interessant, wirft so die Frage in den Raum, ob Christopher McCandless dies nicht auch tat. Vielleicht bestand sein Traum nicht nur darin frei zu sein, sondern auch darin keine Verantwortung tragen zu müssen? Und wenn dann nur für sich.

Der Film beantwortet diese Frage nicht. Der Zuschauer muss sich selbst ein Bild machen, eine passende Antwort finden. Doch gerade gegen Ende wird es immer deutlicher, dass der Traum von Freiheit etwas von einer verzweifelten Flucht hat. Beharrlich macht McCandless weiter. Am Ende ist er in Alaska. Er geht sammeln und jagen. Begegnet Bären und der unberührten Natur, doch er begegnet auch seinen Grenzen und am Ende dem Tod.

„Into the Wild“ wird für viele als der Aussteiger-Film gehandelt, der Film der Backpacker und Freiheitsliebhaber, aber der Film ist keine schick geschmückte Einladung zum großen Abenteuer. Er endet bitter, voller Trauer und obwohl Christopher McCandless seine Freiheit fand, tat er damit auch den Menschen weh, die ihn liebten, die sich um ihn sorgten. Ob er nun ein Held der Freiheit war oder letztlich ein freiheitsliebender Egoist war, darf jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden und die ist die größte Stärke von „Into the Wild“. Ein Film, der seinen Zuschauern eine gewisse Freiheit lässt.

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Mr.Film: City of Cinema

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8.5Ausgezeichnet

Ein Luxusleben wird gegen verbranntes Geld getauscht, Tiefkühlpizza gegen Beeren und anderes Plfanzengedöns, die Familie gegen andere Aussteiger. Wieso sollte man soetwas wollen? Aber warum nicht? Diese Gesellschaft in der wir leben ist doch schon eher ein dunkles Gewitter als eine lachende Sonne. Warum sollten man sie also nicht einfach hinter sich lassen. Für eine bestimmte Zeit jedenfalls. Die Natur erleben. Ab in die Wildnis. Andere Menschen kennenlernen, die genauso denken. Ja, warum denn nicht.

Diese Geschichte berührt einfach, auch wenn man es natürlich für dämlich hällt das dieser junge Mann, der nebenbei erwähnt perfekt von Emile Hirsch gespielt wird, zum Beispiel sein Geld verbrennt um daraufhin nur neues zu verdienen, oder das er mit so schlechter Ausrüstung los zieht. Aber es ist auch beeindruckend was er aus dieser schlechten Situation gemacht hat, kämpft sich über Monate durch dieses Leben und entdeckt Panoramen und Gegenden, die nur sehr wenige Menschen je sehen werden,
sammelt Erfahrungen die noch weniger Menschen sammeln werden.

Chris lernt eine Menge fremder Menschen kennen, hört von ihnen ihren Lebensgeschichten, die meiner Meinung nach emotionalste Begegnung hat er mit dem Witwer Ron Franz, er zeigt dem alten Mann was 'Leben' bedeutet, und wie er seine restliche Zeite richtig nutzen solle. Die Erkenntniss, "Glück ist nur etwas schönes wenn man es teilt", ereilt ihn.

Dieser Drang ist auf einmal da. Dieser Drang der einen raus zieht, der einen einfach nur in die Wildnis tragen will. Ich weiß, das sagen viele, aber irgendwann will ich auch mal diese Erfahrung machen. Auch wenn dieses Gerede genau in diesem Moment nur Schall und Rauch ist. Für ein paar Wochen einfach mal alles hinter sich lassen. Dieser Gedanke ist schön.

"Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne,
Entzücken weilt auf unbetretner Düne,
Gesellschaft ist, wo alles menschenleer,
Musik im Wellenschlag am ewigen Meer,
Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr."
-Lord Byron

In Gedenken an Christoph McCandless.

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alex023

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Casper...ich mag "So Perfekt"...aber das wars dann eigentlich schon, der Rest gefällt mir nicht so dolle.


Mr.Film

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Joar muss ja auch nicht :)


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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10.0Lieblingsfilm

Penn hat mit «Into the Wild» sein bisher reifstes Werk abgelegt, das nicht nur durch die bis auf die letzte Rolle perfekte Besetzung, sondern auch durch die übrigen Elemente restlos überzeugt und in seinen Bann zieht.

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Fricki76: Asianfilmweb.de

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9.0Herausragend

Mit großer inszenatorischer Feinfühligkeit romantisiert hier Penn nicht den Aussteiger im Kapf gegen die Wildnis, wie es der erste oberflächliche EIndruck vermuten lässt. Im Gegenteil stellt er Christopher McCandless als einen Getriebenen dar, auf der Suche nach sich selbst nach einer traumatischen Kindheit und stellt bei allen wunderschönen Bildern der Landschaft immer wieder klar heraus, wie wenig der Protagonist weiß, wer er selbst wirklich ist. Auf der verzweifelten und kompromißlosen Suche nach seiner Identität muss er bis an die Grenzen der Gesellschaft gehen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Formal bestechen vor allem Grandiose Kameraführung und Bildästhetik. Zudem ein Spitzen-Soundtrack von Eddie Vedder (Pearl Jam)...

Ein Drama der etwas anderen Art, das sich vom Mainstream entfernt und zum Nachdenken darüber anregt, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind....

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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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4.0Uninteressant

"Du siehst aus wie ein geliebtes Kind" -

Es ist ein nahezu unwiderlegbares Merkmal von Überflussgesellschaften, dass sie es zulassen, und gelegentlich sogar heraufbeschwören, dass man den Ausstieg aus ihnen heroisiert - der Rebell von heute geht dazu allerdings nicht mehr in den Untergrund, sondern in den Wald. Und tatsächlich: "Into The Wild" ist ein Kind seiner Zeit, und konvertiert mit 15jähriger Verspätung McCandless' Lebensgeschichte für die große Leinwand.
Wie ein Traumkonstrukt all jener, die am Wochenende, WallStreet-Journal gegen Wolfskin-Anorak tauschen, und dem Ruf der Freiheit ins deutsche Mittelgebirge folgen, zelebriert Sean Penn den rauhen Charme der Natur, und die Vorzüge des gesellschaftlichen Exodus': Wahre Erfüllung findet sein Hauptdarsteller nur im Eremiten-Dasein; sein sonstiger Weg ist gesäumt von manipulativ inszenierten Bürokraten und Shakehands mit anderen Aussteigern. Auch wenn der Film sich durch diese zeitweise etwas aus der Affäre ziehen möchte: "Into The Wild" ist ein Hohelied auf den vermeintlich moralisch legitimierten Egosimus.

Es weht bisweilen ein Hauch von Hoppers "Easy Rider" durch "Into The Wild", und wie beim Standardwerk, verhagelt auch hier die fehlende Tiefe höhere Wertungsphären: So schön die Bilder an manchen Stellen für sich alleinstehend sind, so rührseelig der in seinen Klischees ertrinkende Score und die Off-Belanglosigkeiten vor sich hin tönen - ebenso wie sein zweifelhafter Held, befindet sich der Film und mit ihm sein Auditorium auf einer Odyssee ins Nirgendwo.
"Into The Wild" mäandert, und versteht seine Langatmtigkeit als breite Inszenierung; Penn bebildert eine Reise, zu der er sein Publikum zu keiner Zeit mitzunehmen vermag: Obwohl Emile Hirsch keine schlechte Performance abliefert, so versagt das Drehbuch von Beginn an dabei, irgendeine Art von Sympathie für ihn zuzulassen: Der McCandless aus dem Film (über die echte Figur sollte man an dieser Stelle nicht richten) ist der Prototyp eines unsympathischen Gutmenschen, der sich permanent in seinem moralischen Elitarismus suhlt und dessen tragisches Ende auf eigenem Verschulden, nicht auf einem möglicherweise bedauernswerten Fatalismus gründet.
Ein Vergleich, der auf den ersten Blick verschrecken mag, der sich aber aufgrund nicht unähnlicher Parameter trotzdem anbietet: Ellis' fiktive Bateman-Figur ist in ihrem Ausbruchbestreben aus dem vermeintlichen Käfig der Zivilisation stets nachvollziehbarer und zeitgleich empathiefähiger, als es Hirschs historisch verbriefter Charakter ist - angesichts der Tatsache, dass es sich bei Ersteren um einen soziopathischen Killer, bei zweiteren um einen Backpacker in den Mid-twenties handelt, darf man dies ruhig als narratives Totalversagen bezeichnen.

Aber auch fernab seines Plots ist Penns Unerfahrenheit auf dem Regiestuhl omnipräsent: Für ein Plädoyer für Ruhe, Ausgleich und Abgeschiedenheit ist "Into The Wild" erstaunlich zerfahren und undurchdacht inszeniert - visuelle Gimmicks wie SlowMotion, Splitscreens und shaky cam wollen so garnicht zum Anspruch der besinnlichen Meditation über sein Thema passen, welche der Film vorgibt zu sein.

Schlussendlich präsentiert sich "Into The Wild" als weitere Epigone vermeintlicher Aussteiger-Roadmovies, welche in schöner Beständigkeit immer mal wieder auf Zelluloid landen.
Mittelmaß, und gemessen an seinem Ruf und den eigenen Ansprüchen eine Enttäuschung, jedoch mit der Erkenntnis, dass man für verkitschte Romantisierungen und lasche Zivilisationsmüdigkeit kein Lagerfeuer und Gitarre mehr benötigt, sondern nur noch einen BluRay-Player und den passenden Flatscreen. Darauf eine Bionade...

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Tom S. Jaeger

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toll.. bin auch zu spät.

Primitivismus rockt. Autonomie und Selbstverwaltung rocken. Er war naiv und hat die natur misachtet. Er hat nicht versucht die welt zu verändern sondern hat sich verkrochen um zu sterben.. nicht sehr mannhaft. Nicht sehr tapfer. Nicht sehr mutig. Dumm und egoistisch trifft es wohl ganz gut. Naja lies meine kritik wenns wen kümmert.

Aber ma davon ab das ich dir in einigen punkten sicher zustimme - in anderen wiederum absolut nicht (und das ich nach wie vor finde irgendwer sollte DOM699 nen Maulkorb verpassen) - Ich geb dir mal nen tipp von wortgewandtem zu wortgewandtem. Es ist zwar schön und gut wenn das geschrieben nach ner Wissenschaftlichen abhandlung klingt - aber wenn es am ende dazu führt das nichma ich mehr verstehe was du uns mitteilen willst... dann vergiss es alter. schreib unkomplizierter und nich so verkrampft. Das is ja furchtbar^^ Dann lieber wie ich... wild drauf los und voller rechtschreibfehler... sowas lese ich dann doch lieber als diese Doktorarbeit xD ;)


Tom S. Jaeger

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aber lustig.. selten einen film hier gehabt bei dem nich über den film sondern seine position im politischen spektrum geredet wurde.. nurma so... davon hätte ich gerne mehr :D


Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

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9.0Herausragend

Mit “Into the wild” ist es Sean Penn gelungen ein absolutes Filmhighlight der letzen Jahre zu erschaffen. Der ernste Film hat das Zeug dazu ein echter Klassiker zu werden und muss einfach von jedem, der auch nur ansatzweise Interesse am Medium Film hat gesehen haben. Wer sich dieses fesselnde Werk entgehen lässt ist selber Schuld.

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Evie: www.inderzange.de

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10.0Lieblingsfilm

“Into the Wild” erzählt die wahre Geschichte von Christopher Johnson McCandless. Er war ein 22 jähriger Student, der gerade seinen Abschluss in Geschichte und Anthropologie gemacht hat. Nach vielen Problemen im Elternhaus und der materiellen Sucht der heutigen Gesellschaft begibt sich McCandless auf ein Abendteuer. Er reist 2 Jahre lang durch Amerika bis nach Mexiko und wieder zurück.

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DivDav

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Jope super, die Inhaltsangabe steht auch schon oben. Wenn man 10 Punkte vergibt, sollte man doch auch ein paar Sätze zu den Gründen der Vergabe einer solch hohen Punktzahl schreiben können....


Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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4.5Uninteressant

Sean Penn übt sich in unkritischer Heldenverehrung, bebildert wie ein GEO-Sonderheft. Doch trotz dieser Zelebration eines unabhängigen Geistes, bleibt dieser Chris letztlich doch seltsam blass, unsympathisch und kalt. Technisch und schauspielerisch ist dem glänzend besetzten Film wenig vorzuwerfen - besonders die Nebenrollen, Chris Eltern und seine Wegbekanntschaften strahlen viel Faszination aus.

Nur die Hauptfigur bleibt - und das ist die Schuld des Drehbuchs, nicht des talentierten Emile Hirsch - ein selbstgefälliger Spinner, der halbverdaute Literaturfetzen ausspuckt, einer ethnokitschigen Räucherkerzen-Gesellschaftskritk anhängt und sich im Endeffekt für niemanden außer sich selbst interessiert. Es bleibt das Geheimnis des Films, warum all die Menschen die er trifft (zuletzt der großartige Hal Holbrock) sich derartig um ihn bemühen, denn Chris selbst interessiert sich nicht wirklich für Menschen.

Er ist jemand der nichts interessantes von sich gibt, außer irgendwelcher Kalendersprüche aus dem Greenpeace-Fotokalender. Seine oberflächliche Freundlichkeit kaschiert nur schlecht sein Desinteresse an allen um sich herum. Was ihn in die Wildnis treibt ist nicht Erfahrungshunger und Tatendrang, sondern trotzige Wehleidigkeit und unverdaute Daddy-Issues. Kein Wunder, das sich seine naive Jack-London meets Jack Keruac-Odyssee am Ende als Selbstmord auf Raten erweist, denn wenn trotzige Mittelstandsbübchen meinen sie müssten einen auf Aussteiger machen, krepieren sie eben... in the wild. Überschrift: He had it coming.

Schade um Emile Hirsch, der weniger schauspielen muss, als in endlosen Montageszenen durch die gegend stapst, Berge erklimmt, herumschwimmt und tiefsinnig in die Botanik gucken darf. Überlang und zum Schluss mit zweifelhafter pathetisch-religiöser Stilisierung verklärt Penn hier jemand zur Ikone, der gerechterweise als Kandidat für den Darwin-Award gelten müsste.

Aber immerhin: Schöne Bilder und schöner Soundtrack und Emile Hirsch nackt.

PS: Der Film hat wohl die hässlichste Titelsequenz dieseits des ZDF-Fernsehgartens. Das hätte mir Warnung sein sollen.

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tscharlie

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erstmal @dissonanz+snajper: Zugegeben, einiges in meinem vorigen Kommentar war unbedacht von mir und das tut mir leid.
Natürlich ist es für die Beurteilung eines Films egal, welche Vorgeschichte man selbst hat, da stimme ich euch zu. Es ist sch...egal. Jeder kann sich in Chris hineinversetzen, wenn er es versucht.
Aber genau das meinte ich damit, dass man sich auf die Familiensituation von Chris total einlassen sollte, denn dann kann man dem Film wirklich viel mehr abgewinnen meiner Meinung nach. z.b.: Natürlich könnte Chris -anstatt abzuhauen- seinen Eltern sagen, was er von ihren Lügen, ihren Anfeindungen, ihr mangelndes Vertrauen in ihn usw. hält, vielleicht wäre das sogar die beste Lösung, um die Familie auszusöhnen.
Aber wenn man sich nun in Chris einfühlt und denkt: Mein Gott, ich bin 22, erfahre, dass meine Eltern mich das ganze Leben angelogen haben, ich kann mich erinnern, wie sie sich immer wieder gegenseitig angeschrien haben, usw.
Also wenn ich mir das vorstelle, also mir vorstelle ich wäre Chris, dann kann ich verstehen, dass er einfach nur raus will, um endlich sein eigenes Leben zu leben - anstatt sich mit seiner Familie auseinanderzusetzen, denn das schmerzt ihn innerlich sehr (so kommt es jedenfalls für mich im Film rüber)
Und deshalb kann ich auch verstehen, dass er so lebensfroh ist, weil er endlich weiß: Jetzt lebe ich, und es ist alles wahr, keine Lügen!
Und das war jetzt alles nur meine persönliche Meinung oder meine Interpretation - und es war keine Kritik an anderen Kommentaren.

Ok, jetzt aber noch was zu deinem KOmmentar, dissonanz. Also, wenn du sagst, du glaubst nicht dass der echte Chris sein Leben (seine Schwester, seine Talente, seine guten Beziehungen, die er auf der Reise aufgebaut hat,...) einfach so aufgegeben hat oder hätte:
Also ich hab das - im Film - so verstanden, dass Chris lange nicht klar war, wie wichtig menschliche Beziehungen für ihn sind.
Aber ich dachte, als er gegen Ende des Films wieder über den Fluss wollte aber nicht konnte, da wollte er doch wieder zurück aus Alaska, eben weil er endlich verstanden hat, dass er seine Schwester, seine menschl. Bez.,usw. braucht... (oder hab ich das falsch verstanden)


MrLu

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gute Kritik!


Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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8.5Ausgezeichnet

Penn hat den Stoff unorthodox - und in Überlänge - inszeniert: Er bricht mit dramaturgischen Mustern, spielt mit Zeitebenen, arbeitet mit eingesprochenem Text - und schafft es, dass die Zuschauer dem Protagonisten nahekommen, ohne vorbehaltlos mit ihm zu sympathisieren.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

Emile Hirsch liefert eine starke und selbstbewusste Darbietung in diesem sorgfältig inszenierten und wunderschön bebilderten Ausnahmewerk. In schwarz-weiß wäre der Film undenkbar gewesen, jedoch ist er noch viel mehr als eine ästhetische Bilderflut. Es ist schwer die Gedanken dieses Films überhaupt zu erfassen. Raum für eigene Gedanken und Interpretationen herrscht genug. Jeder muss den Film auf seine Weise auf sich wirken lassen. Es steckt einfach sehr viel in Sean Penns Buchverfilmung, doch wird es dabei weder anstrengend noch zäh. „Into the Wild“ ist ein erstklassiges Abenteuer-Drama, das man einfach mal gesehen haben sollte.

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TheCorey: MovieMaze

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10.0Lieblingsfilm

Bei der Geschichte um Christopher McCandless handelt es sich um wahre Begebenheiten. Am 18. August 1992 wurde Chris von einem Elchjäger tot in einem liegengebliebenen Bus mitten in der Wildnis gefunden. Vollkommen abgemagert und neben einem leeren Fünf-Kilo Reissack ein Jagdgewehr neben sich. Die genaue Todesursache ist bis heute nicht geklärt, der Journalist Jon Krakauer, der Chris Erlebnisse 1993 in einem Artikel im Outside Magazin und drei Jahre später in dem Roman Into the Wild verarbeitete, sieht eine Vergiftung von Pflanzensamen als Todesursache. Ebenjenen Roman las damals Schauspieler Sean Penn und wollte sich sogleich die Filmrechte an dem Stoff sichern, musste jedoch zehn Jahre lang um diese kämpfen, da sich die Familie unsicher war, ob die Geschichte ihres Sohnes in einem Film verarbeitet werden sollte. Vor wenigen Jahren gelang es Penn dann doch die McCandless’ umzustimmen und so stand seiner vierten Regiearbeit nichts mehr im Wege.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

Wir alle kennen den Jever-Mann: ein vielleicht Mittvierziger schließt die Augen und lässt sich fast schwerelos rückwärts in die friesisch herben Dünen fallen. Einfach mal aussteigen. Den ganzen Alltags-Mist vergessen. All die Quälereien im Job, die miesepetrigen Menschen, die dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnen, all das Streben nach materiellen Zielen, die letzten Endes nicht glücklich machen. Augen zu und weg.

Ähnlich (nur vielleicht etwas konsequenter) dachte es sich wohl auch Chris, als er begann all die Plastikkärtchen zu zerschneiden, die symbolisch für ein behütetes und abgesichertes Leben stehen - sowohl in finanzieller als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Um sein neues Leben als Aussteiger auch in seiner Identität zu manifestieren, hinterlässt der erfolgreiche Highschool-Absolvent nicht nur Familie und eine sichere berufliche Zukunft, sondern auch seinen bisherigen Namen und nennt sich fortan „Alexander Supertramp“.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Mit der wahren Geschichte des Aussteigers Chris McCandless zeichnete Autor Jon Krakauer so einen idealistischen Trip nach. Schauspieler, Autor und Regisseur Sean Penn verfilmte den Traum-Stoff durchaus doppelbödig: "Into the Wild" schwelgt in Naturromantik und bricht diese gleichzeitig im aufmerksamen Blick.

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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte

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7.0Sehenswert

Der Schauspieler Sean Penn, integrer Held des amerikanischen Kinos, hat hier wieder einmal Regie geführt und nicht nur die Schönheit amerikanischer Landschaften eingefangen, sondern Partei ergriffen für einen, der endlich die alleinige Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen will.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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6.5Ganz gut

hm, bis zur Hälfte fand ich den Film trotz einiger schöner Aufnahmen und der tollen Musik ziemlich mistig. Warum? Schon allein weil ich dem Hauptdarsteller zu keinem Zeitpunkt abgenommen habe was er da veranstaltet. Und wieso sich überhaupt auf eine Reise der Erleuchtung und der Selbstfindung begeben, wenn man die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat und so ziemlich das arroganteste Arschloch von Mexico bis Alaska ist.

Gut das sich das Ganze schon bald als Haken herausstellt. Hier musste ich oft an BOOGIE NIGHTS denken, indem wir ja auch erst eine tolle, bunte Traumwelt präsentiert bekommen, später aber hinter die Kulissen schauen. Und Emilie Hirsch ging in Ordnung, auch wenn sein Spiel manchmal grenzwertig schien. Das Ende ist laut und hart - Sean Penn liebt es eben zu kleckern. Und obwohl mich sehr wohl einiges gestört hat, kann ich mit dem Film recht versöhnlich abschließen.

Alles in allem: In Ordnung. Dennoch: Wenn ich einem Menschen dabei zusehen möchte, wie er der Zivilisation abschwört und sich versucht in die Wildnis einzuweben, obwohl sie ihm nicht passt, schaue ich mir doch lieber Herzogs GRIZZLY MAN an. Ach ja, William Hurt ist ein Gott.

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Chuchaqui: Critic.de

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8.0Ausgezeichnet

Sean Penn gelingt mit diesem Film ein kleines Meisterwerk, das so viel mehr ist, als die Geschichte eines Aussteigers. Es geht um die Entscheidung eines jungen Menschen, sich der Gesellschaft zu entsagen, weil er sie nicht verändern kann oder nicht verändern will. Der Film stellt wichtige Fragen, und tut dies auf eine bemerkenswerte Art und Weise. Der Weg des Protagonisten wird immer wieder gebrochen durch die Sicht der von ihm Verlassenen, vertreten durch seine Schwester. Abgerundet wird dies durch diese großartige Riege an Nebendarstellern wie Catherine Keener, Vince Vaughn und dem faszinierend zuzusehenden Hal Holbrook. Ein beeindruckender, bewegender Film.

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Alle Kritiken (23)


Kommentare (349) — Film: Into the Wild


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travelpussy

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Bewertung9.0Herausragend

"Doch Sie haben unrecht wenn sie denken die Freude im Leben würde hauptsächlich aus menschlichen Beziehungen erwachsen. Gott hat sie überall um uns angelegt. Sie steckt überall drin, in allen Dingen die wir fähig sind zu erfahren. Die Menschen müssen nur ihre Sichtweise auf diese Dinge verändern."
"Es ist nicht wichtig stark zu sein, sondern sich stark zu fühlen."
"Manche Menschen glauben, sie haben es nicht verdient geliebt zu werden."

Ich könnte jetzt ewig so weiter machen, richtig tolle Zitate hat dieser Film. Habe ihn mir gerade auf einsfestival angesehen und war von Anfang an gefesselt, wunderschöne Bilder, Szenen, der Soundtrack und alles drum und dran. Das der Schauspieler Emile Hirsch echt eine Ähnlichkeit hatte mit dem Original, fand ich gleich noch sympathischer wie er sowieso schon war. Er hat seine Rolle wirklich unglaublich gut gespielt. Ich bin eigentlich sagen wir mal stolz drauf so einen schönen Film gesehen zu haben. Go Alexander Supertramp!

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Dady

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Bewertung9.0Herausragend

Endlich schaffe ich es diesen einmaligen Film zu bewerten. Er steht zwar schon ewig in meiner Sammlung und hab ihn letztens wieder gesehen. "Into the Wild" ist einfach nur gut....Story, Bilder, Soundtrack und Emile Hirsch sind einfach einmalig. Die Geschichte über einen jungen Mann der alles hinter sich lässt um seinen großen Traum Alaska zu verwirklichen. Auf dieser unglaublichen Reise lernt er eine Menge Leute kennen den er sogar zu ihrem persönlichen Glück verhilft. Natürlich ist Emil Hirsch der entscheidende Punkt er spielt so wunderbar sympathisch und hat mich glatt mal umgehauen. Er liefert hier einfach mal die beste Leistung seiner Karriere ab. Was den Film auch trägt ist sein grandioser Soundtrack. Ich war ja immer eher für Nirvana von Pearl Jam hab ich nie so viel gehalten. Doch was Eddie Vedder hier geschaffen hat ist schon der Hammer. Der in meinen Augen vielleicht beste Soundtrack der Filmgeschichte. Dazu die großen Bilder der Nordamerikanischen Natur und schon war ich einfach mal sprachlos. Ich kann diesen Streifen jedem empfehlen und muss auch noch Sean Penn loben der hier ein Meisterwerk geschaffen hat.
Doch ein Kritikpunkt habe ich noch. Die Story ist eigentlich fast schon zu schön und ein wenig zu sehr auf Hollywood gebügelt. Da wenn man mal überlegt Alexander Supertramp vielleicht einfach nur ein Spinner war der zu viel Jack London gelesen hat. Auf die Idee in eine der menschenfeindlichsten Gegenden der Welt zu wandern muss man erst mal kommen. Da es einfach mal sehr gefährlich ist trotz der ganzen Natur und den unendlichen Weiten. Es will ja auch niemand nach Sibirien auch wenn es da vielleicht ganz schön ist.

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CHF

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Ist eine Mega-Hammer von Road Movie. Das Gleichnis Freiheit=Einsamkeit hat ihm ja einige Möglichkeiten zum Abbiegen gegeben. Nachdem er dann endlich die langersehnte Freiheit errungen hat, ist sie doch nichts anderes, als eine neues Gefängnis.

Ergo, vom Regen in die Traufe und wer das Ende kennt, dem ist auch der Preis bekannt.


Dady

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Ja nach dem er sein lang ersehntes Ziel erreicht hat gab es für leider kein zurück mehr. Nennt man so etwas Schicksal oder einfach nur Pech...jedenfalls ist das Ende einfach mal gelungen und ziemlich beeindruckend.


Mary Pickford

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Toller, toller, toller Soundtrack! Sollte Eddie Vedder öfter machen.

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nerdilicious

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Bewertung10.0Herausragend

Bewerte ich den Film, die Geschichte, oder den Traum dahinter? Ich weiß es nicht.

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Slevin_Kelevra23

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sean Penn inszeniert hier ein Meisterwerk, welches sich seiner gleichen sucht, soviel seih bereits vorweg gesagt!
Emile Hirsch, welchen ich zuvor nur aus "The Girl Next Door" als eingeschüchterten Teenager kannte, schafft es dieses hochgelobte Drama über die gesamte Spieldauer von knapp 2 1/2 Stunden zu tragen. Sein Charakter beeindruckt und verwirrt zugleich. Doch als Zuschauer kann man sich so gut in ihn hereinversetzen, dass man die ganze Zeit in seinen eigenen Gedanken schwebt, was man an seiner Stelle getan hätte und wie man selbst diese ersehnte Freiheit finden kann.
Die Weite der faszinierenden Natur im kaum besiedelten Nordamerika wird perfekt auf die Leinwand projeziert.
Das entscheidene besondere Etwas am Film machen jedoch für mich die tollen Nebencharaktere aus. Allzu häufig fühlt man sich mit ihnen auf eine besondere Art und Weise verbunden. Ich kann mich an kaum einen anderen Film erinnern, bei dem dieses Gefühl der Verbundenheit so stark ausgeprägt war.
Neben "Little Miss Sunshine" stellt "Into The Wild" den wohl besten Roadmovie der neuzeitigen Filmgeschichte dar.
Aufgrund der Einzigartigkeit dieses Film fällt es mir deshalb schwer ihn gerecht zu bewerten. In seinem Genre als Drama/Roadmovie hat er sicherlich die Höchstpunktzahl von 10 Punkten verdient. Auf meiner eigenen Skala der Lieblingsfilme setze ich ihn jedoch auf eine 8,5, was auf keinem Fall als Abwertung gegenüber der Meisterleistung von Sean Penn verstanden werden darf, sondern einzig dem Grund gescholten ist, dass er nicht mein absoluter Lieblingsfilm geworden ist, obwohl er dass auf irgendeiner Art und Weise doch geschafft hat...

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vanilla

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"Wenn du vergibst, dann liebst du. Und wenn du liebst, scheint das Licht Gottes auf dich."
Toller Film.


Luke_92

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Slevin...Du triffst den Nagel auf den Kopf und sprichst mir aus der Seele!


Roolfer

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Bewertung9.0Herausragend

Into the Wild. Vorerst zwar noch nicht wirklich. Aber bald. Für mich zumindest.

Ich nutze die Kommentarfunktion einfach mal ganz dreist, um mich von dieser tollen Film-Community zu verabschieden. Denn ich fahre jetzt auch into the wild. Beziehungsweise into the east. Nämlich mit dem Fahrrad nach China. In knapp 8 Monaten werd ich zwar wieder zurück sein, aber den übermäßigen Film- und Serienkonsum muss ich wohl währenddessen etwas zurückschrauben. Und vor allem das lange Stöbern durch die Kommentare der vielen lieben Moviepiloten hier.
Wer Interesse hat darf mich über meinen Blog virtuell begleiten:
www.robin-unterwegs.com

Und das wars auch schon mit der dreckigen Werbung für eine drittklassige Internetseite und dem jämmerlichen Versuch hier noch mal irgendwas einigermaßen Persönliches aufs "Papier" zu bringen. Also zum Film:

Wer über den Hippie-Anstrich dieser sehr romantisierten Alles-liegenlass-und-abhau-Story hinwegsehen kann, der bekommt mit "Into the Wild" eine spannende, interessante und absolut faszinierende Geschichte serviert. Grandiose Aufnahmen und ein absolut passender Soundtrack machen den Film zu einem tollen Filmerlebnis, in das man eintauchen kann und für gut zwei Stunden den eigenen banalen Alltagsstress vergessen kann. Dafür sind Filme da. Und deswegen ist "Into the Wild" ein herausragend guter Film.

Ciao :)

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Roolfer

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natedb, kobbi: danke :)
ready2fall: Kashgar vorerst.


Bubbles

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Dude! Wünsch dir alles Gute und viel Spaß! Bis bald! ;)


MrMo

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Bewertung6.0Ganz gut

enthält spoiler

wer träumt denn da nicht von? alles liegen lassen, alles hinter sich lassen und keinem sagen, das man geht um ein abenteuer zu erleben - auf sich gestellt, ohne geld, allein in der wildnis und sehen wie weit man es schafft - die meisten wohl gerade bis zur nächsten straße oder nächste stadt... ich mag david thoreau, allerdings halte ich das ganze für doch ziemlich naiv. von thoreau und von chris. so ganz ohne erfahrung einen fluß hinunter zu fahren, zu jagen, draußen zu überleben, kann funktionieren - wirds aber in den wenigsten fällen. thoreau hat auch nicht völlig alleine gelebt (zumindest sollen das einige quellen belegen) und er war nicht ständig unterwegs sondern hatte da ja seine hütte im wald... das leben wirklich leben und an seine grenzen gehen hat was, es aber ständig auf solch eine (teilweise lächerliche weise) zu riskieren ist schon leicht bescheuert. ich mag die jugend von heute mit ihrer kopierten "yolo" scheisse. klar lebt man nur einmal, aber muss man es für jeden scheiss aufs spiel setzen oder sich möglich gekonnt (oder ungekonnt) lächerlich machen? alle warnungen ignorieren und einfach drauf los, ist nunmal falsch - gerade wie gesagt, wenn man kaum erfahrung hat und nicht ein survival angel ist sollte man nicht einfach aufs "blaue raus" oder weil man glaubt zu wissen, nen kartoffelpflanze essen die sich als später als giftig entpuppt. man kann ein rebellisches, eigenständiges leben führen, natürlich mit ein paar anpassungen... nichts ist perfekt, aber was ists schon? man muss sich an ein paar regeln halten...

der film zeigt auf wie es ist, wie schnell man sich selbst in seinem "traum" etwas großes zu erleben verläuft und nicht mehr aufwacht. manche träume sollten nur im kopf bleiben. ich gehöre ja nicht zu den leuten, die nie etwas riskieren, aber etwas sicherheit in form von wissen und erfahrung gehört dazu. nen ausweis und ne krankenversicherungskarte wären auch mal nicht schlecht und ein paar dollars in der tasche für bestimmte notfälle oder wenn gerade mal keine ratte in die falle läuft oder man nicht schnell genug den erschossenen elch auseinander nimmt, brät und isst (die szene ist schon recht heftig für 12 find ich). es scheint auch so, als würde er nicht vor seinem leben davon laufen, sondern vor dem seiner eltern... aber das hätte er auch wenn er ins collage gegangen wäre, sein studium abschließt und sein leben aufbaut und seine eltern "vergisst".

ich weiss auch nicht, ob ich hier jetzt so den film bewerten kann oder die ignoranz von chris - irgend ne bewertung muss ich ja abgeben und ich bewerte wie meist nach dem gefühl das ich beim film habe und nicht unbedingt "wie er gemacht ist und die schauspielerische leistung" machart und schauspielerische leistung sowie bilder sind jedenfalls nochmal +2 punkte als bewertung.

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Medardus

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Bewertung6.5Ganz gut

Meeew, da bin ich wohl zu zynisch und zu kaputt mittlerweile um den Film, auch die Vorlage und dann die Realität des Falles irgendwie romantisieren zu können.

Den Willen in Ehren dem ganzen Scheiss den Rücken zu kehren, ist der Film dann auch nur eine wenig selbstreflektive Arbeit vom Penn. Das ja jemand einfach in menschenfeindliche Gefilde aufbricht, Warnungen in den Wind schlägt ist emotional gesehen "toll verträumt" aber im Endeffekt rational dumm. Auch die penetrante Musik vom noch schlimmeren Eddie Vedder macht den Film nicht gerade erträglicher. Die Postkartenlyrik/Poesie ist leider zu allem Übel noch viel zu wenig um hier zu begeistern.

Schade drum, aber dann lieber nur WALDEN lesen von Thoreau mit dem Überpart :

„Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde.“

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MrMo

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wobei thoreau mit walden auch etwas übertrieb bzw. teilweise unehrlich gewesen sein soll. ich mag thoreau sehr, vorallem pflicht zum ungehorsam, walden is auch super, allerdings war er nicht völlig auf sich gestellt und wäre sicherlich auch ähnlich "schnell" an seine grenzen gekommen und verreckt.

einfach ins wilde stürzen, sich zwar gedanken machen, aber nach dem wunsch nur etwas "großes" erleben zu wollen, ist demnach also meiner meinung nach völlig flasch, da man die "gefahren" und das "allein sein" ggf. wirklich überschätzt... :/


Medardus

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Ja, Thoreau hat geschummelt, wenn man so will und war sich vielleicht diesem Dilemma bewusst. Die Theorie dahinter hat seinen Reiz, keine Frage auch die Alleinstellung des Ichs in diesen Situationen ist reizvoll, aber warum kann man den Bruch gegenüber der Realität, also Etwas zwischen Traum/Wunsch und Boden der Tatsachen nicht mit im Film und Buch zeigen?

So ist es einfach eine unreflektierte Euphemisierung und Romantisierung des Ganzen, was schade ist.


kati.bre

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Bewertung9.5Herausragend

Es hat schon eine weile gedauert bis dieser Film mal fahrt aufnahm,ja gut, so vor dem Tv ist es ja auch einfach es als langweilig anzusehen wenn einer mit nen Rucksack ohne Kohle durch die Welt tingelt und die ein oder anderen (interessanten) Menschen kennen lernt.So viel passiert ja nun nicht.
Andererseits habe ich mich bis zum ende hin oft gefragt wie Leonardo DiCaprio diese Rolle gespielt hätte - das wäre vielleicht sein Oscar gewesen ;) und der Film hätte schon von Anfang einen mitgerissen.Der Typ- wie hieß er doch gleich Emile Hirsch - war mir irgendwie unsympathisch.
Wie dem auch sei, das Ende hat er gut gemeistert und ich war wirklich berührt.

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MrMo

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also hirsch hat die rolle schon sehr überzeugend gespielt und sieht dem chris sogar entfernt ähnlich. passt also find ich


haturast

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Bewertung9.0Herausragend

März 2014.
Die Sonne erhellt und wärmt mein Zimmer, die Baumspitzen vor meinem Fenster ragen stolz vor dem hellblauen Himmel. Perspektivwechsel. Noch vor wenigen Minuten durchstreifte ich die Wälder und Waldwege meiner Gegend, erlebte für zwei Stunden die Schönheit dieses frühzeitigen Frühlings in seiner ganzen Blüte auf der eigenen Haut. Wie so oft bei meinen Spaziergängen bestimmten dabei Gedanken und Tagträume meine Welt, ließen mich abtauchen in meine ganz eigene, für andere oftmals so unverständliche Welt. Aufmerksam lauschte ich dem Zwitschern der Vögel, dem Rascheln im Laub und den leise im Hintergrund laufenden Tönen Eddie Vedders. Es war sein Soundtrack zu „Into The Wild“, einen Film den ich insbesondere dann zu schätzen lerne, wenn ich mich eben dort, mitten im Wald befinde. Einmal mehr lösten die Gedanken an Sean Penns Film etwas in mir aus, das mich unmittelbar dazu brachte, mich jetzt hier hinzusetzen und das, was der Film für mich bedeutet in Worte zu fassen.

Es war wohl schon immer meine Stärke, Dinge in Worte zu fassen. Zumindest wenn der Ernstfall eintrat verließ mich mein Hang zur Linguistik selten, bewahrte mich in fast jeder noch so unglücklichen Lage vor Schlimmerem und ließ es zu, dass ich auch dann anders oder gar rebellisch sein durfte, wenn es eigentlich vollkommen unangemessen war. Doch meine größte Stärke war und ist zugleich auch meine größte Schwäche. So sehr ich oft die richtigen Worte im richtigen Moment finde, so oft versagen sie, wenn ich auszudrücken versuche, was ich wirklich schätze, wirklich aufrichtig liebe. Ich kann das nicht, verzweifele, spiele mit der Verlegenheit und merke, dass mir ausgerechnet in diesen Momenten die Sprache vergeht.

Vielleicht gab es deshalb bisher keine Worte meinerseits zu „Into the Wild“. Ich liebe ihn, nur wie soll ich das ausdrücken? Wie soll ich ausdrücken, warum der Film ein so großer Teil meines Lebens ist? Möglicherweise wird dies erst deutlich, wenn man weiß, wer ich bin, wie ich denke und lebe.
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Sommer 2012.
Irgendwann Ende Juli, spät abends. Ich sitze mitten hinter den verstecktesten Büschen des Waldes. Lange muss es her sein, dass hier zuletzt jemand war, Spuren menschlicher Verwüstung scheinen hier vollkommen fremd. Vor mir liegt ein still vor sich hin plätschernder Fluss, neben mir hüpfen fröhlich zwei Frösche durchs Geäst hinein ins tiefste Gras. Die Sonne erhellt den Fluss, es ist eine fast meditative Stille. Meditation ist was ich hier erlebe, Meditation ohne zu meditieren, ohne meine Augen zu schließen. Ich bin in einem Zustand der absoluten inneren Ruhe, der Zufriedenheit. An dem Punkt an dem ich mit mir und der Welt um mich herum im vollen Einklang bin.

Stunden sitze ich hier, beobachte die Frösche, lasse mich von der Ruhe des Flusses treiben. Wie schön nur ist dieses unberührte Stück Natur, wie einzigartig diese Stimmung, die nichts auf der Welt ersetzen kann, die mir kein Buch, kein Film auf der Welt fühlen lassen kann. Das ist das Leben, echt und unberührt. Die Orte, die der Mensch durch sein Dasein, durch sein Unvorsichtiges Handeln nicht zerstört hat. Augenblicke wie diese haben etwas Faszinierendes für mich, immer schon. Immer schon liebte ich Orte wie diese, Orte die kaum einer so zu schätzen wissen würde wie ich.
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Herbst 2012.
Ich habe wieder etwas schätzen gelernt.
Ich sah zum ersten Mal „Into The Wild“.
Ich war glücklich.
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April 2013.
Ich war an vielen Orten. Zwei Tage durchstreifte ich das Land, sah das Meer, Wälder, Flüsse. Vielleicht was es verrückt einfach in ein solch altes Auto zu steigen und loszufahren, morgens spontan zu beschließen, allein sein zu wollen. Vielleicht für viele nicht nachvollziehbar. Doch das war mir egal, nachvollziehbar war ich nie. Nachts saß ich auf dem Dach meines Autos, allein, und starrte an den von Sternen besetzten Himmel, während ich merkte, dass es langsam frischer, nicht kalt, aber kühler wurde. Glücklich wie selten erlebte ich diese Kühle als etwas wundervoll erwärmendes, etwas wundervoll einzigartiges.

Möglicherweise finde ich in den Dingen Faszination, die für viele so unbedeutend oder ja, gar langweilig wären. Der Blick nachts in den Himmel, den ich hier, die berauschende Kraft des Meeres, die ich wenige Stunden zuvor erlebte oder die zahlreichen Nächte in den Sommern meiner Kindheit, die ich am Lagerfeuer mit Gitarrenklängen erleben durfte. Möglicherweise waren das treffende Beispiele für die Momente in denen ich das Leben am meisten zu schätzen wusste.
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2007.
Sean Penn dreht einen Film. Er ist in Alaska, South Dakota, Mexiko. Originalschauplätze. Er erzählt die Geschichte von Christopher McCandless. McCandless, der sich selbst Alex Supertramp nannte, der wie ein vom Wahn getriebener Träumer nach seinem Collegeabschluss aus seiner Heimatstadt flüchtete und quer durch Amerika reiste mit dem Wunsch irgendwann in Alaska Rast zu finden um dort allein nur mit sich selbst in der Natur zu leben.

Er reiste ohne Geld, ohne ausreichende Ausstattung. Naiv, naiv aber konsequent. Auf seiner Reise begegnete er vielen, ehrenhaften, angepassten Bürger, genauso wie er Streunern und Hippies begegnete, arbeitete bei Fastfoodketten, ebenso wie auf Feldern. Er lebte von dem Moment, von der allgegenwärtigen Angst nicht zu wissen, was morgen ist. Doch er machte dies nicht, weil er musste, sondern weil er es wollte. Weil er glücklich war, diesen, seinen Trau ausleben zu können.

Er lebte von einem Minimum, einem Minimum, das zum überleben gerade so zu reichen schien. McCandless lebte wie seine Vorbilder Tolstoi, Thoreau oder London es taten, wie einer, der mit und in der Natur überleben wollte, ohne von der Gesellschaft und äußeren Einflüssen beeinträchtigt zu sein.

McCandless lehnte moderne Wertesysteme und Karrieredenken ab, hielt den Menschen für ein Lebewesen, das sich von der wahren Natur des Geistes entfernt hat. Penn drehte „Into the Wild“, weil er eben dies so beachtenswert fand. Fand, dass Menschen wie McCandless mit ihrem Weltbild und ihrer Willenskraft Beachtung verdienen und sie zu denjenigen eigenständig denkenden Menschen unserer Zeit gehören, die einem größeren Publikum bekannt gemacht werden sollten.
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Sieben Jahre später.
Noch immer erhellt die Sonne mein Zimmer, noch immer zweifle ich, ob das, was ich so sehr an „Into The Wild“ liebe in den gerade geschriebenen Worten zur Geltung kommt. Dass ich verstehen kann, wenn man McCandless‘ Ansichten für idiotisch hält, ich gleichzeitig aber zu sehr mit seinen Denkweisen verbunden zu sein scheine, als dass ich in seiner Geschichte nicht etwas wunderbar bewegendes finden würde. Ich in McCandless einen der wenigen sehe, die in ihrer Konsequenz das gemacht haben, was sich kaum einer in der heutigen Zeit zu trauen scheint, zu trauen im Stande ist: die Auslebung eines Traumes.

Und so sehr jeder für sich selbst seine eigenen Träume hat, so sehr scheine ich in den Momenten in denen ich in der Natur bin, Thoreaus „Walden“ oder Kerouacs „On the Road“ lese oder mir einmal mehr „Into The Wild“ ansehe, zu wissen, welcher einer meiner größten ist.

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haturast

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Vielen Dank für die äußerst freundlichen und ausführlichen Worte bezüglich meines Kommentars. Allerdings sollte ich berichtigend sagen, dass mir selten etwas ferner lag als Filme objektiv zu bewerten. Objektivität ist nur ein Wort, sie ist nicht existent. Mir war's immer fremd auf offensichtliche Inhalte einzugehen, ich möchte keine Filme beschreiben, nicht ameraarbeit oder andere technische Gegebenheiten eingehen. In meinen Kommentaren versuche ich immer persönliches mit dem jeweiligen Film zu verbinden, vollkommen subjektiv versteht sch.


haturast

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Ich meinte natürlich Kameraarbeit.


Axellent

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Bewertung9.5Herausragend

Wow !!!Danke Moviepilot. Bin durch die Empfehlung von Moviepiot auf den Film aufmerksam geworden und hätte ihn wohl sonst übersehen. Habe ihn mir günstig auf einer gebrauchten DVD gekauft und gestern ganz entspannt bei einem Glas Wein angesehen. Der Film hat mich erwischt. Die Mischung aus Survival-Film, Familiendrama, einer Hommage an die Schönheit der Natur und der damit verbundenen Lebensphilosophie ist Klasse. Eindringlich, nicht kitschig und authentisch wie ich finde... Habe auch einen Roadtrip durch 4 Staaten an der Westküste der USA unternommen, viele Schauplätze wiedererkannt und konnte mich so noch stärker in den Hauptdarsteller einfühlen. Habe bei dem Film echt rein gar nichts zu meckern... Aus dem Nichts in meine Lieblingsfilme eingereiht ! Für mich auch der beste Filmsoundtrack den ich kenne.

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Axellent

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http://www.youtube.com/watch?v=VSvsVRHMpIE


pischti

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Der Soundtrack ist wirklich überragend. Mein Lieblingslied ist dieses hier (fand ich im Trailer absolut magisch): http://www.youtube.com/watch?v=aJT0pqPlzT0


HimmelHoch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

„I read somewhere... how important it is in life not necessarily to be strong... but to feel strong.”

Christopher McCandless hat Jahre der Hilflosigkeit und Verzweiflung hinter sich. Alles gut versteckt hinter auf Hochglanz polierter Fassade und mit einem schönen Auto vor der Tür. Chris klagt auf sehr hohem Niveau, mag man meinen, wenn man sieht, dass er grade die Highschool als Ehrenabsolvent beendet, er seinen Eltern von einem Jura-Studium in Yale erzählt und vehement das neue Auto ablehnt. Und auf einmal geht er und man ist sich noch nicht sicher, ob es Mut oder Feigheit ist, die ihn antreibt. Doch dann setzt Eddie Vedder’s tiefe Stimme an und singt „Have no fear/For when I'm alone/I'll be better off/Than I was before/I've got this light/I'll be around to grow/
Who I was before/I cannot recall” und auf einmal ist das Gefühl für Chris und alles was er ist, da, auf einmal kann man sein streben verstehen. Emile Hirsch spielt hier einfach großartig, verleiht Chris in all seiner Verzweiflung Intelligenz und Charme, lässt den abgedrehten jungen Bursch echt sein. Was genau zu Chris’s Situation und der Transformation zu „Alexander Supertramp“ geführt hat, erzählt uns die Hinterbliebene, ebenso verzweifelte und leidende Schwester Carine aus dem Off.
Carine, gespielt von einer wirklich starken Jena Malone ist eine wunderbare Person. Sie hat Chris ziehen lassen, vermisst ihn schrecklich, unterstützt ihn aber bedingungslos. Chris ist nun schon lange Alex, zieht durch die Welt, erlebt seine Abenteuer, probiert sich auch, lernt wunderbare Menschen kennen, kommt nach und nach mit sich ins Reine. Doch genauso faszinierend wie Alex‘ Reise, ist das Leben der Hinterbliebenen. So manch eine intakte Ehe wäre an dieser Situation zerbrochen. Der Sohn ist weg, ohne Erklärung. Was bleiben würde, wären Verständnislosigkeit, Schuldzuweisungen und bei Menschen mit ein bisschen Anstand auch ein schlechtes Gewissen. Doch dieser Trümmerhaufen von Ehe und Tyrannei ist anders. Die Eltern können sich endlich wieder angucken, suchen ihn ihrer Verzweiflung halt aneinander. Arbeiten endlich wieder mit einander, nicht mehr gegeneinander. Aus Gewalt wird Einfühlsamkeit. Die Fassade ist endlich nicht mehr wichtig. Es geht endlich wieder um das Essenzielle. Wäre Chris wütend? Alex wäre glücklich.
_____________________

Ich habe „Into the wild“ lange aufgeschoben. Die Story „privilegierter--Bursche-schmeißt-alles-hin-klingt-sich-aus-und-kommt-2-Jahre-später-erleuchtet-nach-Hause-und-alles-ist-gut“ hat mich so gar nicht gereitzt. Die Bewertungen sind so hoch und ich wollte nicht die Blöde sein, die ihn nicht mag. Doch dieser Film ist viel mehr als „privilegierter-Bursche-schmeißt-alles-hin“ und dieser Film ist auch viel mehr, als „into the wild“. Ganz großen Respekt an die Familie, die die Tür zu ihrem Familienalbum geöffnet hat und großen Respekt an Sean Penn, der diesen Mut belohnt hat.

Denn das wichtigste ist:
„Happiness only real when shared.”

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mondauge

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An dem Film kommt man nicht wirklich vorbei, wenn man Abenteuer mag und Chic nicht die erste Priorität ist.


HimmelHoch

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Das stimmt. Aber er ist auch durch aus einen Blick wert! :)


Pipkin

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Bewertung9.0Herausragend

Als erstes hatte ich das Buch gelesen bis ich mich an den Film traute. Anfänglich hatte ich Angst das der Film diesen nicht gerecht werden könnte. Ich war so blöd! Der Film hat mich eingelullt, mich zum lächeln gebracht und teilweise brannten auch bisschen meine Äuglein. Die Stimmung wurde wunderbar aufgefangen und wiedergegeben. Urlaub fürs Auge, Handlung kratzt stellenweise an der Seele. So wie ichs mag. Abzug gibts aus persönlichen Gründen da ich Christopher McCandless persönlich naiv finde, kann ja aber der Film nix für. Egal.

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Deathpool

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Bewertung9.5Herausragend

http://www.youtube.com/watch?v=tcPsEcx7Tk8

Special Deathpool Reloaded
Aufgebohrt und der letzte seiner Art(diesmal wirklich)

Lege ab die alten Werte
Verseucht mein Geist
Lege ab die Maske der Konformität
Eure Welt hat nix mit mir gemein

Verbrennen soll das System
Vernichtet die Habgier
Der Spiegel des Reichtums ist zerbrochen

Dort wo all die Menschen untergehen
Nicht im Gleichschritt marschieren
Lüge schwimmt im Geld
Intelligenz scheitert am Horizont

Lasst mich leben
Befreie mich selbst
Wer gibt schon den Sinn im Leben vor?

Masse an Gütern
Brauch sie nicht
Sachen ohne Charakter
Ihr schmeißt das Essen ins Loch
Übersättigter Konsum

Scheinheilige Worte
Über Armut und Elend
Während euch das Rind im Hals stecken bleibt
Redet über Werte und Treue
Doch belügt jeden Tag eure Kinder

Ich treibe hinfort
Mein Seelenheil
Ohne die Pest Mensch
Endlich Reinheit und Natur

Freiheit!
Bin stolzer Krieger
Streife durch den Schnee
An meiner Seite
Treuer Diener
Schaut in mein Gesicht

Mein Leben für das Tier
Wühle mich durch eure Ecken
Hinter dem Blut
Kalt
Aber hier regiert das wahre Gut

Der Tod
Herzschlag Rebellion
Oben auf der Spitze
Im tiefen Wald
Wenn die Wölfe heulen

Bin Einsamkeit
Geschälte Haut
Aus euren Lügen
Politik und ihr Abschaum

Will frei sein!

Kultur und Leben
Mensch ohne Krankheit!

Meine Rente ein kleiner Penis
Geschuftet für nichts
Vater Staat der Heilige Satan
Das Geld fließt nur in verfaulte Venen

Hohe Kunst der Lehre
Wie falsch muss man sein?
Dicke Eier vor dem Weib
Intelligenz macht die Beine breit

Unsere Geschichte eine Lehre
Tausende schreien
Jeden Tag neue Leichen
Todesmarsch Menschlichkeit

Fuck You

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FilmFan92

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Ja man, die "Special Deathpool Reloaded" Reihe hat richtig gebockt :D
Wird's ein weiteres "reloaded" geben? :)


Deathpool

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@Alien: sehr verspätet aber danke.
@FIlmFan:Danke auch dir aber ein weiteres wird es sicher nicht geben.Irgendwann muss man aufhören sich selbst zu kopieren^^
Un so wie die Kommis jetzt sind gefallen sie mir sehr gut.


Comicverkäufer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine filmische Liebeserklärung an die Natur und ein Leben fernab von der Konsumgesellschaft. Mit wunderschönen Naturaufnahmen wird eine tiefe Sehnsucht geweckt und bei mir auch gleichzeitig die Erkenntnis, dass ich für mehr als ein paar Wochen Campen einfach nicht gemacht bin. Aber träumen darf man ja!
Anlass zu Kritik bietet sicherlich die sehr einseitige Story, denn die Auswirkungen auf Freunde und Familie werden kaum thematisiert. Was einem präsentiert wird, ist der totale und egozentrische Selbstfindungstrip. Nicht erreichbar sein und ohne selbst Nachricht zu geben. Aber ist nicht genau das der Sinn, wenn man sich selbst finden will? Sich nur auf das konzentrieren, was man selbst will?
So oder so, eine bemerkenswerte Geschichte eines mutigen jungen Menschen, fesselnd und mit tollen Aufnahmen erzählt!

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Murphante

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Heeey ich glaub das ist der richtige FILM für mich !!! :D


Comicverkäufer

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Bestimmt, mein Bester! Aber nüsch nachmachen!


DivDav

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eigentlich macht es gar keinen Spaß über so einen Film, der einen über genau das was man gerade macht nachdenken lässt, eine Kritik zu verfassen. Dennoch fühl ich mich dazu gezwungen.
Zum einen äußert der Film seine Kritik an unserer heutigen Massengesellschaft und stellt ihr die Ruhe, die elementare Natur entgegen. Die Erfahrung sich selbst kennen zu lernen und zu wandeln durch ständige neue Umwelteinflüsse.
Der Film kritisiert diesen hektischen Stillstand der unsere Kultur darstellt und alle unsere Bedeutungsmuster beeinflusst.
Über diese Idee des Aussteigens kann man debattieren. Macht man es sich damit nicht zu leicht? Ist es nicht mutiger sich den Problemen zu stellen? Das sind wahrscheinlich die Fragen, die sich einige Leute stellen wenn sie den Film als naiv bezeichnen. Dabei wird meiner Meinung nach allerdings der zweite Aspekt der den Film ausmacht vergessen. Nämlich, dass der Film nicht seine Weltanschauung auf den Zuschauer heften möchte, sondern, dass dieser Film auch einfach das Leben eines Mannes darstellt. Das individuelle Leben eines Mannes. Es geht hier nicht nur und auch nicht größten Teils darum eine neue Lebenstheorie oder Ähnliches zu verbildlichen, sondern darum ein Leben in aller Ruhe und Härte darzustellen.
Es ist ein Lebensweg den man einschlagen kann, nicht muss und deshalb halt ich es für zu einfach den Film als naiv und blauäugig oder gar feige abzustempeln.
Es sind tolle Naturaufnahmen und interessante Charaktere die Chris trifft. Das diese Charaktere auch nicht einfach nur schnell übersprungen werden ist eine der größten Stärken von Into the wild.
Ein nachdenklicher, schöner und unheimlich emotionaler Film. Den einizigen Kritikpunkt den ich nennen möchte und der auch schon des öfteren genannt wurde, ist, dass ein bisschen mehr Ruhe und etwas weniger Soundtrack an einigen Stellen angebracht gewesen wäre.

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Dachsman

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Bewertung7.5Sehenswert

Sieben Jahre später haben sich die Wogen um Sean Penns Verfilmung der Reise von Christopher McCandless geglättet. Was nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass "Into The Wild" inhaltlich ein hochproblematischer Film ist, der den (Ego-)Trip seiner Hauptfigur nur sehr selten von einer kritischen Position heraus beleuchtet. Sie erkennen es zwar nicht (unmittelbar), aber selbst für die Zurückgelassenen, die "Alexander Supertramp" auf seiner Reise verletzt, sind seine Taten und die Ideen eigentlich super. Die Eltern finden zusammen, erleben wieder wahre Emotionen (und haben ohnehin selbst viel falsch gemacht), seine Hippie-Freunde finden wieder zusammen, sein greiser Ersatzvater wird sich bewusst, was ihm im Leben fehlt. "Könnten Sie nur sehen, was ich gerade sehe", heißt es selbst in der bittersten Stunde noch. Ansonsten Aufnahmen wie geschaffen für "National Geographic" und darüber Ben Ivory gelegt.
Dennoch kann man sich "Into The Wild" nur schwer entziehen. Die Überzeugung mit der Penn sich den idealistischen Ideen seiner Hauptfigur nähert, ist bemerkenswert. Coming of Age, Road-Movie, Vision. Sehenswert allemal.

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Martin Oberndorf

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

(WARNUNG! Enthält SPOILER!)

Es riecht die Luft nach Freiheit.
Diese kanm man sogar schmecken.
Ungefiltert und roh, ohne Aromen, nur Luft. Einfach Luft.
Und dann geht es hinaus "Into the Wild".
...

Ich packe meinen Koffer und gehe in die Wildnis. Ich nehme mit mein Smartphone, meinen Fernseher, einen DVD-Player mit einer Mix-CD, ein Halsband und eine DVD von "Der blutige Pfad Gottes".
(und meine magische Wunderstrckdose, die selbst Strom erzeugt ^^)

"Into the Wild" hat in vielen Leuten den Wunsch geweckt, einfach mal hinaus ins Leben zu taumeln.
Hinaus aus dem scheiß System mit allen ungeschrieben scheiß Gesetzen.
Vielleicht funktioniert er ja für viele deswegen derartig gut.
Für Alexander Supertramp ging es hinaus. Geld verbrannt, Ausweis und Karten einfach so zerschnibbelt.
Und dann weg. Einfach raus.
Die Idee klingt doch wunderbar.
Vor einiger Zeit klang sie auch für mich wunderbar.

Ich packe meinen Koffer und gehe in die Wildnis. Ich nehme mit mein Smartphone, meinen Fernseher, einen DVD-Player mit einer Mix-CD und ein Halsband.

Während alle nur herumsitzen und sich in einem Was-wäre-wenn-Szenario vorstellen, wie es sich denn abspielen würde, ist Alex schon längst aufgebrochen, um nach Alaska zu gehen.
Auf dem Weg trifft er Leute.
Manche sind ihm gleichgesinnt, andere helfen ihm.
Nichts ist von Dauer.
Alex will nur seinen Weg zu Ende beschreiten, nie verweilt er lange an einem Ort.
Er macht sich sein Leben, und bricht auf in ein Abenteuer.

Ich packe meinen Koffer und gehe in die Wildnis. Ich nehme mit mein Smartphone, einen DVD-Player mit einer Mix-CD und ein Halsband.

Alex ist endlich frei.
Doch das muss er sich erkämpfen.
Er muss lernen, wie die Natur funktioniert.
Ihre nicht immer bis selten einfachen Regeln befolgen.
Irgendwann jedoch geht das nicht mehr, vor Allem, wenn man das Leben (anderer) schätzt.
Dann kommt man irgendwann in einen Konflikt mit sich selbst.

Ich packe meinen Koffer und gehe in die Wildnis. Ich nehme mit mein Smartphone und ein Halsband.

Dann muss man zusehen, wo man seine Prioritäten setzt.
Nehme ich meinen Tod in Kauf, um selbst nicht töten zu müssen.
Gibt es Auswege? Ja. Sie sind aber schwer zu bewältigen.
Egal, solange das Gewissen rein bleibt.
Beeren werden geklaubt, man hat noch eine waage Gewissheit, welche es sein dürfen.
Aber eben nur eine wage.
Man versucht krampfhaft, meinen Weg zu gehen.
Und scheitert.
Es hat nicht geklappt.
Die Wildnis... hat ihn jetzt.
Er stirbt dahin.
Langsam.

Ich packe meinen Koffer und gehe in die Wildnis. Ich nehme ein Halsband.
Es ist das Letzte, dass mir von meinem früheren Leben bleibt.
Meine Identität, zusammengefasst auf einige Dezimeter Leder und Metall.
Ich will ich bleiben, ich schaffe es nicht, ohne. Ich habe mich von jeglicher Bindung, jeder Gesellschaft gelöst. Nimm mir nicht meine Identität.

Und Alex wird klar, dass er seine schönsten Momente immer in der Gegenwart anderer erlebt hat.
Er war nun nicht mehr Alex sondern Chris.
Er war glücklich, ja, aber am Glücklichsten immer, wenn er die Freude teilen konnte:
"Happiness only real when shared".

Ich packe meinen Koffer mit meiner Identität. Und gehe wieder zurück.

--------------

"Into the Wild" ist ein sehr guter Film, der bei mir allerdings nicht den Wunsch erweckt hat, die Zivilisation zu verlassen, sondern mir gezeigt hat, wie sehr ich sie brauche. Ich kann aber auch verstehen, wenn man durch den Streifen Fernweh bekommt.
Das gefällt mir so daran.
Er geht an die Sache völlig neutral heran, sachlich, mit Pro und Kontra. Was schwerwiegender ist, kann jeder selbst entscheiden.
Der Film ist sehr gut gemacht, artifizieller, als ich vermutete, aber wirklich wunderbar.
Auch der Cast kann sich sehen lassen, alle machen ihre Aufgabe gut.
Eine Premiere war, dass ich mir gewunschen habe, mehr von Kristen Steward zu sehen, die ich bis dato für eine einzige schauspielerische Katastrophe hielt. Das hat mir das Gegenteil bewiesen.
Hier und da hätte man den Film aber etwas kürzen können.
Zwei Stunden Laufzeit hätten es auch getan (vor Allem die erste Hälfte nimmt sich in meinen Augen etwas zu viel Zeit).
Aber alles in allem ist ein sehr gelungener Film, der einem in Erinnerung bleibt uns zu faszinieren weiß.

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The Freewheelin Fonda

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Was Kobbi sagt :)
(außer zu Stewart ;D die ist gut aber toll fand ich ihren Part jetzt auch nict, hab aber sonst auch kaum was von der gesehen, die ersten Twilight Filme noch und da ist die halt echt kacke...)


Martin Oberndorf

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Naja freut mich.


Zak

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Bewertung6.0Ganz gut

ja ganz schön..aber auch sehr Naiv, unglaubwürdig und lahm....
worum gehts? ein Bengel drückt sich vorm Studium haut statt dessen ab und wandelt als eine mischung aus Forrest Gump, Jesus und Heinz Sielmann durch die Natur amerikas... Vincent Vega(PulpFiction) würde sagen: er hat sich entschieden ein Penner zuwerden....

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Kallekowsky

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Ein Like, weil ich den letzten Satz so gefeiert hab - der kam unerwartet. :)


DivDav

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Wieso unglaubwürdig? Und naiv würd ich den Film auch nicht nennen, er stellt eine Seite oder Möglichkeit dar ohne zwangsweise zu behaupten das wäre die einzig richtige.


TheRambostar007

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Bewertung5.5Geht so

Habe lange überlegt wie ich den Film bewerten soll. Als ich ihn gesehen habe, hat er mir eigentlich Spaß gemacht, doch etwas fehlte. Natürlich kann der Film mit tollen Naturbidern punkten, regt zum denken an und kann viele Charaktere etablieren jedoch war mein Problem, dass mir die Einstellung des Hauptcharakters nicht gefallen hat. Ich finde ebenfalls, dass es viel härter und mutiger ist sich den Problemen der normalen Welt zu stellen, anstatt sich vor ihnen zu verstecken oder auszusteigen. Auch seine Art wie er mit anderen Menschen umgeht, wie er sie belehrt mit seinen altklugen Moralvorstellungen, hat mir nicht gefallen. Daher ist das Thema an sich interessant, aber aus einem anderen Blickwinkel. Das Ende zeigt dann zu "Glück" recht konsequent warum dieser Lebensweg nicht der richtige ist. Meine Bewertung basiert auf meinen persönlichen Problemen mit dem Film, also kann ich voll verstehen, wenn andere Leute eine andere Meinung vertreten.

Fazit: Optisch gelungener Trip, inhaltlich für mich fragwürdig.

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DivDav

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Ja kann ich auch nachvollziehen, wär vermutlich auch nicht mein Wunschleben. Allerdings ist das für mich kein Kritikpunkt an dem Film, da zum er zum einen bestimmt Leute dazu anregen möchte auch mal über den Tellerand unseres kleinen Wohlstandsbürgerstums zu blicken, aber drüber hinaus eben auch einfach ein tatsächliches individuelles Leben beschreibt, dass sich diese junge Mann eben selbst ausgesucht hat.
Wenn man sich den Film über Ray Charles anschaut, kritisert man ja auch nicht daran, dass man für sich selber aber Drogen als keine Option sieht. Ist natürlich nicht dasselbe, aber ich denke man versteht auf was ich hinaus will....


TheRambostar007

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Ja, gutes Argument. Vermutlich ist meine Bewertung etwas eigensinnig und zu sehr auf meine Meinung zu diesem Thema zugeschnitten. Die meisten Menschen in dem Film wirken mit ihrem Lebensstil jedoch irgendwie schon genau so wie unser "Held". Viele von ihnen leben einfach frei der Nase nach. Zum denken anregen soll der Typ aber vermutlich nicht diese Personen, sondern die Zuschauer. Ich bin darauf eingegangen, weil viele Leute meinen, dass es so mutig währe ein Aussteiger zu sein. Ich bin dabei der gegenteiligen Meinung. Dafür kann der Film eigentlich nichts.



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