Orlando

Orlando (1992), FR/IT/NL/GB/RU
Laufzeit 94 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Kinostart 28.01.1993

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8.4 Kritiker
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von Sally Potter, mit Tilda Swinton und Billy Zane

Orlando durcheilt in einem einzigen Leben vier Jahrhunderte. Auf halbem Wege wechselt der junge Edelmann das Geschlecht. Aus dem Favoriten der greisen Königin, dem liebeswunden Höfling, dem Gesandten der Krone in fernen Landen wird eine Lady. Sie wird in den literarischen Salons des 18. Jahrhunderts belächelt, empfängt im Zeitalter Viktorias ein Kind vom Mann ihrer Träume, bis ihre Reise im lärmenden London von heute endet.


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Kommentare (7) — Film: Orlando

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Sigrun

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Bewertung9.5Herausragend

"Opulent" ist das Wort, das mir bei Sally Potters ORLANDO immer als erstes in den Sinn kommt. Ein Kostümfilm, eine gewaltiger Parforceritt durch vier Jahrhunderte, eine Liebeserklärung an die Möglichkeiten des Kinos in experimentellem Gewand! Der Film basiert auf Virginia Woolfs Roman "Orlando" (1928), der seinerseits eine öffentliche Liebeserklärung an die Schriftstellerin und Gärtnerin Vita Sackville-West war. Bei Recherchen stellte ich fest, dass Vita Sackville-West (was für ein Name!) ein interessantes Leben führte, dem mit diesem wirklich außergewöhnlichen Film ein originelles Denkmal gesetzt wurde. Von allen Zeitsprungfilmen ist dieser wohl der erstaunlichste - und Tilda Swinton war nie schöner.

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Verlah

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Diesen Film als eine Mischung aus Literaturverfilmung, Historienfilm und Fantasyfilm zu beschreiben, trifft zwar grob betrachtet durchaus zu, wird ihm jedoch bei weitem nicht gerecht. Eine Literaturverfilmung ist er deshalb, weil er auf dem gleichnamigen Roman der englischen Schriftstellerin Virginia Woolf basiert. Besonders gegen Ende des Films weicht dieser jedoch stark von der Romanvorlage ab, was sicherlich auch daran liegt, dass der Roman bereits 1928 erschienen war, der Film jedoch bis in die Gegenwart andauert.
Ein Historienfilm und Fantasyfilm ist er deshalb, weil er die Geschichte eines jungen englischen Edelmannes beschreibt, der durch fünf verschiedene Jahrhunderte reist (es ist aber keine "Zeitreise" im klassischen Sinne) und ganz nebenbei auch noch in einer Art mythischen Verwandlung das Geschlecht wechselt. Die "Zeitreise" beginnt im Jahr 1600, als Orlando noch ein junger Mann aus dem Landadel ist, und endet in den 1990er Jahren, als Orlando als alleinerziehende Schriftstellerin in London lebt.
Die historischen Kostüme sind übrigens auch ausgezeichnet.
Tilda Swinton verkörpert die Hauptfigur, sowohl im männlichen als auch im weiblichen Geschlecht, ideal. Außerdem überzeugt sie dadurch, wie gut sie sich in die jeweiligen Episoden, die außerdem eine jeweils wichtige Veränderung im Leben Orlandos zeigen, hineinversetzt. Bravo, Tilda!

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Jaliju

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Bewertung7.5Sehenswert

"Orlando"- eine Buchverfilmung von Virginia Woolf war schon ziemlich strange! Es geht um das Leben eines englischen Edelmanns, der aufgrund eines Versprechens, dass er der Königin Elisabeth gibt, nicht mehr altert und mitten im Film das Geschlecht wechselt. Verkörpert wurde der zugleich männliche und weibliche Hauptcharakter sehr passend von Tilda Swinton. Teilweise war der Film wirklich lustig und wirkte fast wie eine Komödie, manchmal war er auch ein bisschen unheimlich durch die übertriebenen Kostüme der adeligen Menschen (hat mich ein kleines bisschen an Kubrick's "Barry Lyndon" erinnert) und insgesamt war die Erzählweise sehr experimentell. Schön und kurzweilig anzuschauen war er aber trotzdem!
Wahrscheinlich ist "Orlando" der Lieblingsfilm aller PC-Menschen, die der Gender Bewegung angehören. "Same person. No difference at all. Just a different sex." und der Hassfilm all jener, die die Debatte darüber für überflüssig halten. ;) Aber unabhängig von diesem ewig-diskutierten Streithema ist "Orlando" einfach ein objektiv gut gemachter und sehenswerter Film. Leider finde ich Billy Zane so ekelhaft und schleimig und kann es nicht lassen, dafür noch einen Punkt abzuziehen.

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Nevenka

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Bewertung9.0Herausragend

Das Buch von Woolf ist ein Klassiker der Weltliteratur, der mir auch tatsächlich sehr gefällt. Aber der Film zum Buch? Unzählige Male ist das schon schief gegangen. Dieses Mal nicht. Natürlich habe ich mir beim Lesen einige Szenen anders vorgestellt. Da ich jedoch der Überzeugung bin, dass sich Buchverfilmungen, um als eigenständige Kunstwerke zu bestehen, in ihrem Stil entscheidend von der Vorlage abheben müssen, tut das meiner Bewertung keinen Abbruch.
Sally Potter setzt Tilda Swinton wunderbar in Szene. Meine persönliche Interpretation der Geschichte ist, dass Orlando eine selbstbestimmte Person ist, die sich nicht so leicht in Schubladen stecken lässt, weil sie, kaum ist sie in einer drin, sich schon wieder woanders aufhält. Diesen Gedanken arbeitet Potter konsequent aus. Zudem finden sich hier einige der denkwürdigsten Filmzitate. Und das alles in sehr sehenswerten Bildern.

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2moro

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Bewertung9.0Herausragend

toller Film man muss aber experimentelle Filme mögen und man muss Virginia Woolf und ihre experimental und gender Romane mögen die doch recht feministisch sind

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Afrin Alburu

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Bewertung0.0Hassfilm

Hassfilm. Absolut. Der kann echt gar nichts der Film.

Es geht um eine Frau, halt nein, eigentlich einen Mann der um 1600 wohl so um die 20 oder 30 sein soll und wohl auch adelig ist, da er/sie/ES eine ganze Menge Kohle und ein Anwesen sein/ihr eigen nennt. Nun wechselt die Schauspielerin natürlich über den ganzen Film kein einziges Mal und demzufolge spielt den Mann, am Anfang des Filmes, eine Frau von der ich jetzt schon wieder verdrängt habe wie sie heißt ... *überleg* ... halt, der Film hieß ja nicht ohne Grund Orlando. Genau, sie... er... hieß also Orlando und war einer hässlichen Frau versprochen. Glücklicherweise war aber eine russische Adelige namens Alexandra Sonstwieniewtschow zu Besuch, die dann aber von dem Mann, den eine Frau spielt, die einen Männernamen hat, Sasche genannt wird. Hoooorrrch ... wie paradox das doch war.
Dazu kommt noch, dass die 400-Jahre-Frau hässlich, ausdruckslos und doof war. Ganz subjektiv ausgedrückt. *würg*

Wenn ich mich recht erinnere war die erste Überschrift TOD ... das mit den Überschriften war so: Etwa alle 50 Jahre im Leben des/der Orlando erscheint ein schwarzer Bildschirm und zeigt eine Jahreszahl. Begonnen eben mit "1600". Und dann: "TOD". Ja, da kratzt irgendwie die Mama ab und sagt, dass er ihr Favorit sei und nicht altern dürfe. Macht er/sie/ES dann halt auch nicht. Dann gab's noch eine Überschrift, die habe ich aber verdrängt, dann kam POESIE und dann Politik. In beiden Phasen passiert nur Unfug und es wundert sich auch die ersten 150 Jahre niemand warum die eigentlich so alt wird und net altert und net stirbt und so weiter. Die totale Ignoranz. Dann wechselt Orlando aber sein Geschlecht von weiblich... halt nein, männlich, in weiblich und dadurch wird ihr der Besitz aberkannt, aber vordergründig wird sie eigentlich für tot erklärt. Dann kommt irgendwann noch SEX als Überschrift und sie vögelt dann irgendeinen Penner den sie auf einer Wiese am Boden liegend trifft und ist dann auch schwanger ... so um die 90 Jahre lang, so wie ich das verstanden habe. Und für Orlando selbst ist es auch alles total selbstverständlich, alles wird ohne Selbstzweifel hingenommen und die schauspielerische Leistung beschränkt sich auf urblöd schauen und dämliche, sinnfreie Sätze vor sich hinbrabbeln. Selbst die Verwandlung in eine Frau von einem Tag auf den anderen, wird einfach akzeptiert irgendwie mit: Oha, eine Frau, naja, aber immer noch der gleiche Mensch, nur ein anderes Geschlecht, ja hoooorrch!

Fazit: Naa, liebe Leute. Alle Menschen die diesen Film zu verantworten haben, gehören sich mit spitzen, in Benzin getränkten, brennenden Steinen gesteinigt. AUA!

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Kubrick_obscura

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich hatte mir viel von dem Film erhofft. Doch auf 90 Minuten Laufzeit kam nicht viel heraus. Nur oberflächlich wurden die Jahrhunderte abgegrast. Trotzdem voller poetischer Momente.

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