Séraphine
edit edit group membershipsBE, FR 2008
Kinostart: 17.12.2009, Laufzeit 131 Minuten.
1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Als Haushälterin stellt er die widerborstige und unscheinbare Séraphine ein. Eines Tages entdeckt er bei Nachbarn ein kleines auf Holz gemaltes Bild, das ihn sogleich fasziniert. Zu seiner großen Überraschung stellt sich heraus, dass das Bild von seiner … — Mehr
1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Als Haushälterin stellt er die widerborstige und unscheinbare Séraphine ein. Eines Tages entdeckt er bei Nachbarn ein kleines auf Holz gemaltes Bild, das ihn sogleich fasziniert. Zu seiner großen Überraschung stellt sich heraus, dass das Bild von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden ist. Von den unkonventionellen Werken begeistert, beschließt der Kunstkenner Uhde, der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt, die eigenwillige und von ihren Mitmenschen belächelte Séraphine zu fördern.
- Cast
- Yolande Moreau, Ulrich Tukur, Anne Bennent, Geneviève Mnich, Adelaide Leroux, Serge Larivière — Mehr
- Autor
- Marc Abdelnour
- Genre
- Biopic
- Zeit
- 1912
- Ort
- Frankreich, Kleinstadt, Paris
- Handlung
- Deutscher, Galerie, Haushälterin, Kunstsammler, Künstler, Malerei, Spott, Zeichnung und Malerei
- Stimmung
- Berührend, Geistreich
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Kritiker — Film: Séraphine
In betont langen Einstellungen findet die Kamera ihren eigenen Rhythmus, den die zurückgenommene Filmmusik hervorragend ergänzt. Dadurch kommen die farbenfrohen Bilder Séraphines besonders zur Geltung. Zur unaufdringlichen Inszenierung passt insbesondere auch, dass Uhdes Homosexualität lediglich angedeutet wird. Die Filmbiografie bietet einen aufschlussreichen Einblick in das künstlerischen Schaffen einer fast in Vergessenheit geratenen Malerin. Der Film lebt insbesondere von der Schauspielkunst Yolande Moreaus, die Séraphine als der Wirklichkeit entrückte, zwischen Genie und Wahnsinn changierende Frau darstellt. In diesem Beinahe-Zweipersonenstück bildet Ulrich Tukur einen ebenbürtigen schauspielerischen Kontrapunkt.
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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times
Séraphine ist keine Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte. Der Regisseur, Martin Provost, der sie mit Marc Abdelnour schrieb, konzentriert sich aufmerksam auf Séraphines Wahnvorstellungen, auf ihren manischen Gemütszustand, der sie übernimmt wegen der Aussicht auf Ruhm und Glück, darüber, wie sie sich tief eingräbt, sodass Uhde sie nicht erreichen kann. Ich habe viele Filme gesehen, in der Hoffnung, die Natur großer Künstler zu verstehen; einer, der dem nahekommt, ist Vincent von Paul Cox. Dieser Film hier ist ein anderer. Er „erklärt“ nichts, aber fühlt alles.
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Kommentare — Sehenswert 7.3
Mayo 2010/07/13 18:31:23
Kommentar löschenEinfach ein toller Film. Die Geschichte um Seraphine, einer alten gebrechlichen Frau die zur Weltbekannten Künstlerinn wird, jedoch am Ruhm und dem Geld zerbricht, ist einfach unglaublich genial insziniert !
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Meister Qualle 2010/03/20 00:01:58
Kommentar löschenAlles ist etwas distanziert präsentiert, ähnlich wie die Protagonistin selbst. Die meist kaum vorhandenen Hintergrundgeräusche und die diskrete Musik geben dem Film den bitteren Unterton und harmonieren super mit der heftigen Geschichte.
Der Beginn kam mir schleppend vor. Letztendlich fesselte der Film jedoch tiefgehend und baute eine ungewöhnliche Spannung auf, die sich stehts um die unvorhersehbare psychotische Entwicklung von Séraphine drehte.
Perfekt und extrem detaillreich in der Präsentation, fesselnd und flüsternd dramatisch nur etwas sehr lang.
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_Milena_ 2010/03/13 12:07:20
Kommentar löschenIch finde den Film einfach nur schrecklich langweilig. Die Protagonistin ist mir höchst unsympathisch. Das liegt wohl auch daran, dass ich die Schauspielerin nicht sonderlich mag.
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Lieblingsfilm von:
News zum Film: Séraphine
Michael Haneke vs. Lars von Trier beim Europäischen Filmpreis
2009/11/09 10:45:00
Die Nominierungen für den Europäischen Filmpreis sind bekanntgegeben worden. Die Deutschen können zufrieden sein: Gleich mehrere Filme mit deutscher Beteiligung sind nominiert.
Séraphine wird von der moviepilot community mit 7 von 10 Punkten auf Grundlage von 88 Bewertungen und 13 Nutzerkritiken bewertet.

Provost ist ein bemerkenswerter Film gelungen, der den Blick der Malerin in sich aufnimmt, sich zu ihrem Auge macht und zugleich mit einer großen Diskretion auf ihr Leben sieht. Die großartige Yolande Moreau verkörpert sie mit wachen Augen und schwerfälligem Gang als eine von harter Arbeit gezeichnete, dennoch kraftvolle und sensuelle Frau mittleren Alters, die Böden schrubbt, Pflanzen sammelt, inbrünstig singt und selbstvergessen nackt in einem Fluss badet. Es dauert einige Zeit, bevor der Film ihre eigentliche Passion enthüllt. Der Regisseur erfasst dabei den geschärften Blick der Malerin auf alles, was sie umgibt: sei es das Gewebe eines Blattes oder der Verlauf einer Maserung im Holz. Jede Kameraeinstellung ist für sich ein sorgfältig komponiertes Stillleben.
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