Persepolis

Persepolis (2007), FR/US
Laufzeit 98 Minuten, FSK 12, Animationsfilm, Kinostart 22.11.2007

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8.1 Kritiker
27 Bewertungen
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7.8 Community
3653 Bewertungen
83 Kommentare
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von Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi, mit Catherine Deneuve und Jasmin Tabatabai

Persepolis ist ein unkonventioneller und aufregender Zeichentrickfilm für Erwachsene. Eine starke Familienstory und die direkte Übertragung gelebter Erinnerung. Basierend auf den gleichnamigen, kultverdächtigen Comicromanen, handelt der Film von der Lebensgeschichte der jungen Iranerin Marjane Satrapi und wirft zugleich eine humorvolle und sehr kritische Betrachtung auf die jüngste Historie Persiens. Marjane ist acht Jahre alt, als der Schah aus dem Iran vertrieben wird und die Mullahs die Macht an sich reißen. Fortschritt und Freiheit bleiben auf der Strecke, als im Zuge der Islamischen Revolution Tausende im Gefängnis landen und Frauen gezwungen werden Kopftücher zu tragen. Doch die rebellische Marjane denkt gar nicht daran, sich dem rigiden Regelwerk zu unterwerfen. Viel lieber entdeckt sie Punk, ABBA und Iron Maiden und macht erste Erfahrungen mit Jungs. Sie ahnt nicht, dass ihr spielerischer Protest gefährlich ist – nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familie…

Regisseurin Marjane Satrapi setzt mit Persepolis ihre erfolgreichen Comics, die ihre Lebensgeschichte nachzeichnen, nun auch als Film um.

Handlung

Die junge Marjane Satrapi (gesprochen von Gabrielle Lopes Benites) wächst zu Zeiten der iranischen Revolution auf, in der der Schah aus dem Land vertrieben wird. Mit den neugierigen Kinderaugen einer Neunjährigen betrachtet sie die Geschehnisse um sich herum und treibt ihren Vater (gesprochen von Simon Abkarian) und ihre Mutter (Catherine Deneuve) mit ihren Fragen an den Rand des Wahnsinns. Doch spiegeln sich in ihrer kindlichen Naivität sicher auch die Hoffnungen des ganzen Volkes.

Sie wird älter, lernt Punkrock kennen und entwickelt eine Individualität, für die im System kein Raum vorgesehen ist. Gleichzeitig gerät ihr Heimatland in den Irak-Iran-Krieg – eine Zeit in der das Gefühl von Angst im ganzen Land greifbar wirkt. Nichts desto trotz entwickelt sich Marjane zu einer kühnen jungen Frau, die sich gegen bestehende Grenzen auflehnt.

Flucht nach Wien

Aus Angst um sie beschließen ihre Eltern sie auf ein Internat nach Wien zu schicken. In dieser fremden Umgebung erlebt sie nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten die typischen Phasen des Teenagertums, mit großer (enttäuschter) Liebe, Rebellion und Freundschaft. Doch nach einigen Jahren verspürt sie großes Heimweh.

Sie beschließt die gewonnene und ausgelebte Freiheit in Wien zugunsten ihrer Familie einzutauschen; auch wenn sie weiß, dass sie dies in eine Tyrannei führt, deren vordergründigstes Merkmal der Schleier ist, hinter der sich aber noch so viel mehr verbirgt. Doch sie arrangiert sich immer mehr und heiratet sogar.

Aber schon bald muss sie einsehen, dass dies nicht ihre Welt ist. Zur Frau (gesprochen Chiara Mastroianni) geworden trifft sie die Entscheidung dem Iran endgültig den Rücken zu kehren und fliegt nach Frankreich.

Wissenswertes
Gewinner „Preis der Jury“ auf den 60. Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2007.

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Cast & Crew


Kritiken (9) — Film: Persepolis

Xander8112: at the movies

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7.0Sehenswert

[...]
Sehr oft wird dem Zuschauer deutlich gemacht, was die Einschränkungen unter den Mullahs für die dort lebenden Frauen bedeuteten, zum Beispiel wenn Satrapi während ihres Studiums den praktischen Sinn des Verschleierns hinterfragt. Es geht um das, was man ist, die eigene Identität, darum, dass man jederzeit die Wahl hat. Und so ist zwar der Austragungsort der Geschichte der Iran, doch eigentlich ist dies eine universelle Geschichte, aus der man lernen kann.

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goodspeed: KultHit.de / O L O s B L O G

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8.5Ausgezeichnet

Eine entwaffnende Punkbekennung in einem fundamentalistischen Unterdrückungsstaat. Wer nur konsumieren will ohne zu reflektieren, ist bei diesem Film fehl am Platz. Mitdenken erhöht die Faszination. [...]

Allein wegen der brisanten, inhaltlichen Thematik und seiner Herangehensweise empfiehlt sich dieser Film als Meisterwerk. Aber man höre und staune, der stilisierte und sehr drastisch reduzierte Look sprengt jegliche Sehgewohnheiten und man fühlt sich innerhalb der ersten fünf Minuten so stark in den Film versetzt, dass man glaubt, man bestünde selbst bloß aus Schwarzweiß-Kontrasten.

Die Story und historischen Fakten werden auf solch eine sorglose Art und Weise dem Zuschauer vermittelt, dass man glauben könnte, man schaue lediglich eine leichte Komödie. Genau dieser Clou, Themen wie Menschenverfolgung, Unterdrückung, Massenmord, religiöser Fundamentalismus durch die naiven Kinderaugen von Marjane zu vermitteln, stellt den Geheimnis des Films dar. Man lernt mit ihr die iranische Geschichte und Kultur kennen und erlebt dadurch einen einzigartigen Einblick in ein Land, das vom Westen heutzutage - zu Unrecht - lediglich durch die potentielle Atombedrohung wahrgenommen wird. Kein sonderlicher Fortschritt, wenn man bedenkt, dass der Iran früher durch seine ständigen Kriege, politischen Umstürze und Massenunruhen auf sich Aufmerksam machte. Wie sehr der Film diesbezüglich vereinfacht, ist für Laien natürlich schwer zu eruieren, aber es hinterlässt Eindruck. [...]

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SiameseMax: SiameseMovies

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9.5Herausragend

Leider kenne ich bisher die Comics nicht und war erst skeptisch, was man wohl von einem "Zeichentrick für Erwachsene" zu halten hat, der zudem politische Themen behandelt. Noch dazu bin ich nicht sonderlich firm was die jüngere Geschichte des Irans betrifft. Nach den ersten Minuten war jedoch klar, "Persepolis" ist endlich noch einmal ein innovativer und unkonventioneller Film, der neben der beeindruckenden Optik auch eine mitreißende und kluge Story, Humor sowie interessante Charaktere zu bieten hat. Fantasievoll, informativ und trotz aller Dramatik immer mit einem Augenzwinkern erzählt, ist "Persepolis" ein faszinierendes Meisterwerk. Einziger kleiner Wermutstropfen ist vielleicht, dass der Film etwas kurz ist. Von solch einem Einfallsreichtum möchte man mehr sehen.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.0Herausragend

«Persepolis» ist ein aufwühlendes Drama mit subtilem Humor und eine eindringliche Hommage an die Würde des Menschen.

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Janus Winter

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Ich habe die Kritik im Original gelesen. Leck Fett!


No.Name

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<3


Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer

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10.0Herausragend

Persepolis ist als Coming-of-Age-Geschichte universell und einzigartig wie ein Fingerabdruck, quilig, verschlungen und unaufhörlich faszinierend. Und unbeschreibbar berührend.

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fennek

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aber das letzte Wort haben müssen :-P


Janus Winter

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immer, ja.


Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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8.5Ausgezeichnet

Durch seine kraftvolle Verbindung des Skurillen, Satirischen und Emotionalen zählt Persepolis zu einem der originellsten, inoovativsten und berührendesten Filme des Jahres.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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7.0Sehenswert

eigentlich so etwas wie die filmische Version von "Wo bitte gehts zu Gott". Hat mich trotz eindeutiger Stärken aber gegen Ende eher kalt gelassen. Trotzdem, guter Film.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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7.5Sehenswert

"Persepolis" ist eines der aufsehenerregendsten Comicprojekte der letzten Jahre. Nun ist es auch ein unkonventioneller und aufregender Zeichentrickfilm für Erwachsene. Basierend auf den gleichnamigen, kultverdächtigen Comicromanen, handelt der Film von der Lebensgeschichte der jungen Iranerin Marjane Satrapi und wirft eine humorvolle und sehr kritische Betrachtung auf die jüngste Historie Persiens. Die junge Frau emigrierte zuerst 1983 nach Österreich, später nach dem Studium im Iran, nach Frankreich und wurde dort immer wieder mit Vorurteilen über ihre Heimat konfrontiert. Sie entschloss sich, Geschichte und Gegenwart des Iran in Comicform zu erzählen. Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erfährt man Erhellendes über die islamische Revolution von 1979 und den Krieg mit dem Irak. Der Film bietet uns einen spannenden und humorvollen Einblick in den Alltag der bürgerlichen Welt des Irans...

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.5Sehenswert

Eine höchst unterhaltsame und pointierte Comicverfilmung mit stark politischen Untertönen, gemacht für Erwachsene und in Schwarzweiß gehalten, gilt es hier zu entdecken. Diese ist zugleich eine humorvoll-lakonische, aber auch bitterböse Abrechnung mit dem Regime im Iran, das seine Bürger zu hinterlistigen und unmündigen Bütteln umformt, und darüber hinaus eine tiefe Verbeugung vor der Kraft und dem Zusammenhalt der Familie.

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Kommentare (74) — Film: Persepolis

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bugie

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Bewertung4.5Uninteressant

Zugegeben interessant umgesetzt und musikalisch passend untermalt, dennoch fand ich den Film langweilig.

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r3sortiane

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Bewertung7.5Sehenswert

INDIVIDUELLE BASIS
Generell stehe ich gezeichneten Filmen vorab meist eher kritisch gegenüber - irgendwie reizen mich richtige Schauspieler mehr. Andererseits habe ich auch schon einige sehr gute "Trick"-Filme gesehen, die mich dann sehr ordentlich unterhalten haben (z.B. "Mary & Max"). Die Comics auf denen "Persepolis" basiert, kenne ich nicht. Auch bzgl. des politischen Hintergrunds des Films halte ich mich für alles andere, als einen Spezialisten. Ich möchte hier also mehr den Unterhaltungsfaktor des Films als den Wert seiner Botschaft bewerten. Einige Kommentare werde ich mir aber erlauben ...

DIE GESTALTUNG
Die Zeichnungen im Film fand ich sehr angenehm: Alles ist minimalistisch gehalten, wenig komplexe Animation, fokussiert auf die wichtigen Aspekte der Szenen. Ein wichtiges und sehr eindrucksvolles Mittel sind reine Schattenrisse. Der Film erzählt die überwiegend zurückliegenden Ereignisse in schwarz-weiß und kontrastiert die wenigen Szenen der Gegenwart, indem er sie farbig darstellt. Unterstützt werden die oft sehr niedlichen und lustigen Zeichnungen durch gut ausgesuchte musikalische Passagen und Effekte - es entstehen zeitweise wirklich sehr atmosphärische und emotionale Szenen. Der gestalterische Ansatz ist insgesamt sehr konsequent durchgehalten.

DER INHALT
"Persepolis" beschäftigt sich mit der politische, gesellschaftliche und biographische Aspekte in der Geschichte des Irans seit 1978. Zensur und Kontrolle, Krieg und Unterdrückung, Religion und Geschichte werden angerissen. Ein wichtiges Thema stellt auch die Emanzipation der Frauen dar. Neben diesen übergeordneten "großen" Problemen erzählt der Film aber auch von vielen "kleinen" individuellen Lebensproblemen. Es geht hier beispielsweise um Integration, Liebe, Freundschaft und Alltagsbewältigung.

STÄRKEN
Eine große Stärke des Films ist, dass er immer wieder in Kontrasten arbeitet: Er kontrastiert politische Themen, indem sie einerseits aus der Sicht der erwachsenen Betroffenen und andererseits, in völliger Verkennung der Ernsthaftigkeit und Brisanz, aus den Augen eines unschuldigen, naiven, idealistischen Kindes erzählt werden. Er kontrastiert seine Aussage, indem er zwischen bedrückenden und erschütternden politischen Themen, sowie alltäglichen, allgegenwärtigen und persönlichen "Problemchen" schwankt. Ansatzweise kontrastiert er auch Einstellungen und Verhaltensweisen von Menschen, indem er unterschiedlichen Generationen, unterschiedlichen Charakteren und Prägungen unterschiedlicher politischer Systeme Wort verleiht: "Durch [Figur] entdeckte ich die Lässigkeit, das Konzept des aufgesetzten Nihilismus und die Wiener Subkultur." Die Kontrastierung geschieht nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf gestalterischer Ebene: Schwarz-Weiß, Schatten-Licht, Beschränkung auf Karikatur. Eine weitere Stärke besteht in der Verknüpfung des westlich geprägten Zuschauers mit dem roten Faden des Films (z.B. über das Studium der Hauptfigur in Österreich und die typischen Probleme junger Leute). Auch ist "Persepolis" herrlich witzig, sarkastisch und ironisch ... bestes Beispiel hierfür ist die köstliche Diffamierung des Ex-Freundes Markus :-)

SCHWÄCHEN
Für meinen Geschmack hätte der Film an mehreren Stellen ein wenig deutlicher und intensiv-tiefgreifender sein können. Viele Aspekte werden angerissen, aber dann nicht weiter vertieft. So verbleibt der Film in seinen Aussagen vielmals ein wenig trivial, fast banal - denn die grundlegenden Probleme sind ja durchaus schon bekannt: "Der Nationalismus & die Religion sind das Einzige, was das Land zusammenhalten." Zudem werden viele Themenbereiche ein wenig zu simplifiziert erzählt - das macht es zwar leichter, zu folgen, aber es wird eben auch weniger Botschaft transportiert. Und das, wo es im Film durchaus Momente gibt, wo es ihm gelingt, unter die Haut zu gehen - davon hätte ich mir noch ein wenig mehr gewünscht. Auch finde ich, dass die klassisch-kontroversen Themen wie Traditionen, Riten, Religion, Rechte und Pflichten ein wenig eindimensional, wenig differenziert und "veralbernd" dargestellt werden. Insbesondere fehlen mir historisch-hintergründige Informationen zu deren Entstehung und Einordnung und gleichsam zur Herausbildung der diesbezüglichen Einstellung der Hauptfigur und ihrer Familie.

FAZIT
Ein sehr liebevoller und ansprechend illustrierter Film, der viel Sympathie hervorzurufen vermag. Unterhaltsame, keineswegs so schwere Kost, wie es die Thematik vielleicht verheißen würde. Insgesamt inhaltlich ein wenig zu eindimensional und auch leicht oberflächlich. Eine interessante und individuell-emotionale Biographie.

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hollygolightly1

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

PERSEPOLIS hat mir aus unterschiedlichen Gründen unheimlich gut gefallen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Comic von Marjane Satrapi und handelt von den Erlebnissen der Regisseurin während ihrer Kindheit und Jugend, als im Iran die Islamische Revolution stattfand.
Marjane Satrapi ist acht, als der Schah im Land herrscht und ihr Onkel, ein Kommunist, aus dem Gefängnis entlassen wird. Doch als dieser kurze Zeit später hingerichtet wird, beschließt Marjanes Familie, sie nach Wien zu schicken, um sie vor der sich immer verschlechternden Situation im Iran zu bewahren. Das Leben in Wien ist aber alles andere als angenehm für Marjane und wird auch weiterhin nicht besser...

Der Film hat eine sehr ernste Thematik, die hervorragend dargstellt wird, indem Satrapi ihre privaten Erfahrungen mit dem "öffentlichen" Leben im Iran kombiniert. Alles passt perfekt zusammen. Es gibt keine Details, die uninteressant wären.
In PERSEPOLIS lassen sich aber auch satirische Elemente und Humor finden. Eine tolle Art und Weise, auf die das Thema behandelt wird. Die Erzählung konzentriert sich nicht nur auf das "äußere" Leben, sondern dringt auch in die Psychologie der Menschen während der Diktatur ein, ohne die Realität abzuschwächen.
Die Optik ist wunderbar, da sie am Comic orientiert ist. Überwiegend sind die Bilder in Schwarz-Weiß gehalten, zeitweise entschied man sich aber auch für Farbe. Der Einsatz ist sehr gut bedacht worden und macht den Film authentisch. Satrapi zeigt sehr deutlich, wie viel ihr an dem Film liegt und achtet auf Details.
Was den humorvollen Aspekt betrifft, sind die Anspielungen auf den Film "Terminator", das Lied "Eye of the Tiger" und Bruce Lee nennenswert. Nein, die Grausamkeit im Iran wird nicht beschönigt. Man hat nicht sehr viel zu lachen, aber Satrapi bringt so Abwechselung in den Film, macht ihn interessanter und einprägsamer.

Beachten sollte man, dass PERSEPOLIS aus der Perspektive von Marjane Satrapi erzählt wird, die linksorientiert ist. Zwar hat man "nur" ein einseitiges, weit verbreitetes Bild vom Iran, der Religion und den Gedanken der Menschen, aber ich bin mir sicher, dass Satrapi vielen Menschen aus der Seele spricht. Außerdem: Wann war Diktatur schon einmal etwas Gutes?

Marjanes Schicksal ist mir sehr nahe gegangen, weil ich es hasse, dass es auf der Welt so viel Ungerechtigkeit gibt. Dazu muss man nicht unbedingt auf den Iran referieren. Ungerechtigkeit ist allgegenwärtig. Es ist so traurig, dass Herrschaftsformen wie etwa die Diktatur das Leben der Menschen auf brutale Weise zerstören. Und das Schlimmste ist: Das Volk, welches in der Mehrheit ist, ist machtlos, wird unterdrückt, ist den Taten schutzlos ausgeliefert. Nicht selten hasst man deshalb sogar das eigene Heimatsland.

Ich denke, der Film richtet sich vor allem an junge Menschen, die dazu aufgefordert werden, sich mehr für Politik zu interessieren und sich aktiv am politischen Gesehen zu beteiligen.
PERSEPOLIS ist ebenfalls ein lehrreicher Film, weil er uns zeigt, wie wichtig menschliche Freiheit ist und, dass wir sie zu schätzen wissen sollten. Man sollte nie vergessen, dass es Menschen auf der Welt gibt, die es nicht so gut haben wie wir.

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f-rex

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Interessant, sowohl die Geschichte, als auf der Zeichenstil und die Machart des Filmes wissen zu fesseln.

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styx.canomo

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

der film hat wirklich was besonderes. ich meine, bei zeichentrick denkt man ja nicht gerade an so was tiefgründiges...
als wir in der schule die nazi-zeit durchgenommen haben, hat mal jemand den comic "die vollständige maus" mitgebracht. wär echt toll, wenn man den genauso verfilmen würde

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BigDi

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Gebt diesem jemanden einen Preis!


snu-snu

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

In sich schlüssiger, aufwühlender, informierender, herzlich, trauriger Film. Da bleibt nur eine Frage offen: "Wieso kommt der Abspann den schon nach gefühlten 10 Minuten?"

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moviee

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Bewertung9.0Herausragend

Eindrucksvoll. Beachtlich. Einmalig. "Persepolis" hat bei mir ein Gefühl ausgelöst das ich selten bei der Sichtung eines Filmes zuvor bemerkte. Ein Gefühl das ich mit Worten nicht beschreiben kann. Diese Integrationsstudie als plumpen 'Zeichentrickfilm' zu deklarieren wäre hier eine Erniedrigung. Aber was ist Persepolis dann? Man muss sich nicht viele Gedanken darüber machen ob der Rang 'Meisterwerk' hier angebracht ist oder ob dieser bei einer solchen Art von Zeichentrick überhaupt Berechtigung hat. Denn Persepolis ist schlicht und einfach ein Meisterwerk, einen Diskussionsbedarf sehe ich da nicht. In dem Integrationsdrama um Toleranz und Selbstbehauptung das durchaus als Autobiographie der Autorin, Marjane Satrapi, des dem Film inhaltgebenden und selbig betitelten Comics 'Persepolis' gesehen werden kann wird detailverliebt ein Leben auf beeindruckende Art und Weise beschrieben, das sich gegen die Islamische Republik nicht einschüchtern lassen will und sich trotz allerlei Diskriminierungen in einer schwierigen Zeit zu behaupten versucht und alles dafür unternimmt das Leben so zu leben wie es gewollt wird. Unglaublich bemerkenswert erzählt und liebevoll in schwarz-weiß gezeichnet muss hier von einem Meisterwerk die Rede sein.

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Zum vierten Mal gesehen und zum vierten Mal konnte ich mir die Tränen nicht verkneifen. Sie liefen einfach in Rinnsälen runter.
Dieser Film berührt mich auf verschiedenen Ebenen.
Unabhängig davon, dass meine persönliche Lebensgeschichte sehr große Ähnlichkeit mit der von Marjane Satrapi hat, ist es mehr die Art und Weise der Darstellung, die mich besonders ergreifen konnte.
Die Zeichnungen sind nur vermeintlich puristisch, denn jeder hat ein Charaktergesicht, jede Mimik sitzt, jede Kulisse vermittelt den gewollten Eindruck - von träumerisch bis bedrohlich ist alles dabei. Stellenweise wirkt der Film wie ein Trip, wenn er den Zuschauer nicht in der nächsten Szene schon wieder mit voller Wucht auf den harten Boden der Realität wirft.
Die Detailverliebtheit zeichnet sich darin aus, dass mir selbst bei der vierten Sichtung neue Elemente aufgefallen sind, die authentisch gehalten wurden und teilweise nur von Iranern wahrgenommen werden können. Beispiel: Die Zeitung, die der Mann auf der Parkbank liest, heißt "Keyhan" und ist die meistgelesene Zeitung für die Mittelschicht Irans. Sie wird sogar international gedruckt. Das wird nur ganz nebenbei gezeigt und wärmt mein Herz.
Diesen Film kann man mögen, auch wenn man sich nicht mit den Gegebenheiten und den Personen identifizieren kann - wer jedoch tatsächlich weiß, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und ein neues Leben in einem fremden Land anzufangen, dem wird bei der Sichtung von Persepolis das Messer in der Brust umgedreht und abgebrochen. Und wer weiß, was es bedeutet, eine wunderbare Großmutter entbehren zu müssen, dem wird der Rest gegeben.
Dass Persepolis es zum Lieblingsfilm geschafft hat, liegt aber hauptsächlich an einem Wort: Integrität.

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onyxxx11

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Alternativ können wir uns in der Mitte treffen. Erfurt und Leipzig sind wunderschööön... aber nicht wundern, die sprechen da alle sö kömisch...


ihre-herrlichkeit

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Ösch wöiß! xD
Na, wenn ich mir schon den Weg mache, dann direkt nach Berlin. Mal schauen, wenn das Wetter besser wird. Für dich besteht gar keine Option?


Drumhead92

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Bewertung9.0Herausragend

Ganz großes Kino! Mitreißend, rührend und humorvoll. Ein echter Geheimtipp!

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Birdcage

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Bewertung9.0Herausragend

Ein schwarzweißes Feuerwerk, das den Zuschauer nicht mehr loslässt! Das Besondere an diesem Film ist, dass er nicht nur Unterhaltungsgehalt aufweist, sondern auch die Problematik im Iran thematisiert(viele weitere wichtige Themen werden aufgegriffen). Dieser Zeichentrickfilm für Erwachsene ist wahre Kunst!

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Jack_Torrance

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Flughafen. Individuen ziehen wie Geister an dir vorbei. Mittendrin eine Dame. Eine Dame, die irgendwo im nirgendwo sitzt und eine Zigarette raucht. Dann erinnert sie sich - und offenbart dem Zuschauer damit eine der schönsten Filmerlebnisse überhaupt.

Man lässt sich von Persepolis im Nachhinein treiben. Man beobachtet Individuen mit ihren Sorgen, Ängsten, Sehnsüchten, Träumen...und gibt sich dem Film komplett hin. Persepolis war für mich wie ein LSD-Trip, eine Reise, eine Ära, etwas unbeschreibliches, etwas einzigartiges...

So genug dem künstlerischen Trallala, der beweist, dass mir wieder einmal nichts einfällt, kommen wir zum Wesentlichen:
Ich würde mich gerne in dem Film selbstreflektieren, etwas persönliches dahinzaubern, aber ich tue es nicht. Wieso ? Weil ich und Marjane Satrapi grundverschiedene Personen sind. Wir haben verschiedenes erlebt, wir haben verschiedene Charaktereigenschaften und...nun ja, ihr wisst, was ich meine. Wir sind eben grundverschieden.
Was macht Persepolis (in meinen Augen jedenfalls) aber so wunderbar und einzigartig ? Klar, es spiegelt intensiv das Lebensgefühl und das politische System im damaligen Iran wider und ja, es ist eine wunderbare Coming-of-Age-Story.
Vor allem aber macht uns Marjane Satrapi mit ihrer eigenen Welt bekannt: Sie erzählt uns von ihren Emotionen, von ihrem Leben, von ihren Rückschlägen, von ihren Erfolgen und das mit so einer Leichtigkeit, dass man sich in Persepolis verliebt.

Verliebtheit ist hierbei das Wort, das am besten zu dem Film passt:
Es gibt Filme, die sind wie Freunde.
Es gibt Filme, die sind wie Feinde.
Es gibt Filme, die sind wie Träume.
Es gibt Filme, die sich wie persönliche Erlebnisse anfühlen.
...und es gibt Filme wie solche, Filme als persönliche Love-Storys.

Danke dafür, Marjane Satrapi !

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based_god

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Teil 1 vom Zeichentrick-Abend auf arte

"Persepolis" überzeugt vor allem durch den kindlichen, leicht naiven Blick, durch den der Film von A bist Z erzählt wird. Todernst aber trotzdem oftmals lustig oder einfach nur schön. Ob die bildliche Darstellung von Gott nun wirklich nötig war, lass ich mal offen.

Aber auf jeden Fall ist "Persepolis" ein Muss für jeden Cineasten – Eine berührende Geschichte wahnsinnig toll umgesetzt.

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Blonder

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Bewertung9.0Herausragend

Aus der Sicht von Marjane, einem jungen Mädchen, wird die blutgetränkte und grausame Geschichte Irans erzählt. Durch ihre dem Westen aufgeschlossene Familie wächst Marjane freidenkend auf. Somit wird es bald gefährlich für sie.
Gerade durch den einfachen Zeichenstil der Figuren und dem tristen schwarz/weiß wirkt der Film beklemmender und bedrohlicher, als jeder Realfilm.
Ein bedrückendes und nachdenkliches Meisterwerk, das sich einem durch seine außergewöhnliche Bildersprache für immer ins Gedächtnis brennt.

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Keky

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eine kurzweilige nachdenkliche Reise in eine mir bis dahin unbekannte Sichtweise der Menschen dieses Landes. Dieser Film wird mir helfen mehr Verständnis für Menschen mit Mikrantenhintergrund zu haben. Die Vorlage ist die reale Geschichte einer jungen persischen Frau, die zu Hause keine Heimat mehr hat.
Das Drehbuch hat es verstanden, die Verflechtung von Privatem und Politischem so gekonnt in der Schwebe zu halten, dass der Film niemals ins Sentimentale oder Sprachrohrhafte abgleitet. Die Umsetzung als Trickfilm ist originell und gerade wegen der starken Stilisierung meisterhaft gelungen. Die eigene Fantasie bekommt viel Raum, was der Emotionalität des Films gut tut. 8.5 für solch ein Kunstwerk. Ich empfehle jedem, den Film anzusehen, hat mir sehr gut gefallen. Eine freche, kritische Geschichtstunde! ;)

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Benjamin Barker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Feiner Film, der sich besonders durch seinen erfrischenden Stil hervortut. "Persepolis" hat es geschafft mir das schwer zugängliche und offen gesagt auch nur bedingt interessante Thema näherzubringen, was primär an der Präsentation lag. Diese war nicht halb so schwerfällig wie befürchtet und dadurch viel leichter zugänglich. Irgendwo zwischen unkonventionell und erschreckend ehrlich. Hat mich berührt, unterhalten und einiges über die Situation im Iran gelehrt.

Animationen sind eben mehr als Superhelden. Das ist wahre Comic-Kunst!

"Lachen ist die subversivste aller Waffen." (Marjane Satrapi)

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schwedenretter

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Bewertung6.0Ganz gut

Wer sich über den Iran informieren möchte, wird viel Interessantes an dem Film finden. Wer die Grundzüge der Geschichte bereits kennt, dem kommt Vieles vielleicht zu langatmig vor.
Mir hat es zeichnerisch etwas an Qualität gefehlt, die Unterstützung der Erzählung durch den Stil kann nicht mit anderen Filmen dieser Art (Waltz with Bashir) mithalten.

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PaJeRo

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Bewertung7.5Sehenswert

Handwerklich natürlich sehenswert, inhaltlich eher so lala. Hat mich emotional auch nicht so aufgewühlt wie diverse Kritiken es suggerieren. Die Penissprüche gingen mir nach einer Weile aber schon ziemlich hart auf den Sack (hrhr).

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mellisee

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Bewertung9.0Herausragend

Großartig. Ein absolutes: MUSS MAN GESEHEN HABEN!!!

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Momentanaufnahme

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Bewertung7.0Sehenswert

Marjane ist bereits als Kind Zeuge einer Revolution und eines Krieges: Mit ihren Eltern und ihrer geliebten Großmutter wächst sie zu Zeiten des Schahs in Teheran auf. Als die islamische Revolution losbricht ist die Euphorie der kleinen Marjane groß, doch der Ausgang der Bewegung ist umso ernüchternder: Es entsteht ein neues Regime, das durch allgegenwärtige Repression das Leben im Iran noch unerträglicher macht. Marjane flüchtet sich heimlich in die verbotene Punk-Kultur und besucht mit ihren Eltern illegale Partys. Nach dem Ausbruch des Golfkrieges wird Marjanes Leben zunehmend gefährdet, weshalb sie von ihren Eltern nach Wien geschickt wird. Zwar findet sie dort schnell Freunde, wechselt ihren Bekanntenkreis aber häufig und leidet letztlich an einer missglückten Liebesbeziehung. Depressiv kehrt Marjane in den Iran zurück, wo sie unter anderem durch den Einfluss ihrer Großmutter ein geregeltes Leben beginnt. Doch auch dieses kurze Glück wird durch politischen Druck und eine erneute Liebschaft überschattet.

Präsentiert wird das Geschehen größtenteils in schwarz-weißem Zeichentrick, der mit der Graphic Novel Vorlage des Films einher geht. Der Zeichenstil ist dabei relativ minimalistisch gehalten, die Hauptcharaktere sind aber dennoch gut durch charakteristische Details voneinander abgegrenzt. Insgesamt ist mir die Präsentation des Films keinesfalls negativ aufgefallen - einige Szenen sind sogar hervorragend umgesetzt - allerdings wäre mit einem größeren Budget wohl auch noch mehr „Trick“ möglich gewesen. So bleibt die Umsetzung stilvoll, aber zeckmäßig.

Regisseurin Marjane Satrapi verarbeitet zusammen mit Vincent Paronnaud in „Persepolis“ ihre Vergangenheit. Die Geschichte, die das Leben Marjanes von den frühen Kindesjahren bis zum jungen Erwachsenenalter zu Zeiten hoher politischer Aktivität im Iran zeigt, hat auch durchaus ihren Reiz. Das Leben der Regisseurin steht wahrscheinlich exemplarisch für hunderttausende ähnliche Schicksale und zeigt das Leid des Bürgers in Folge des Krieges und der missglückten Revolution.

Andererseits möchte ich kritisieren, dass der Film seine Aussage mit der Wahl eines anderen Protagonisten interessanter und stärker hätte gestalten können. Marjane ist meist indirekt von den politischen Ereignissen betroffen, selbst aktiv wird sie im Rahmen der Handlung nicht. Das übernimmt z.B. ihr Onkel, der in Folge seines Engagements hingerichtet wird. Ziel „Persepolis“ war es sicher, die Gecshichte der Regisseurin und das Schicksal des „normalen“ Bürgers darzustellen, die im Film enthaltene Kritik ist dadurch aber weniger scharf. Zudem hätte das Leben einer politischen Aktivistin auch mehr Handlung abseits des pubertären Normalbetriebs, wie er besonders in der Mitte des Films überhand nimmt, hergegeben. So liegt der Fokus des Films später vor allem auf der Fremde Marjanes in Europa, wie auch in ihrem Heimatland.

„Persepolis“ bleibt meiner Meinung nach zwar hinter seinem Potential zurück, dafür steht der Film in Folge seines Stils und seines brisanten und aktuellen Themas abseits der Massenfilmkultur. Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es daher nicht, interessante Eindrücke lassen sich aber definitiv gewinnen.

Mehr auf meinem Blog: http://tumblr.com/ZF9bmwEFUVld

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kahaujiko

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ein film, der durch seinen eigenen stil und besonderer erzähltechnik voll in seinen bann zu ziehen weiß. erinnert mich von seiner machart sehr an den comic "die vollständige maus".
auch hier wird der schrecken einer in diesem falle islamischen umwälzung in ein comicartiges epos verpackt.
gleichzeitig verfolgt man die charmant erzählte geschichte von Marjane Satrapi, fiebert mit, verliebt sich mit ihr, kämpft mit ihr leidet und lacht mit ihr.
selten ist es einem film gelungen, bei mir eine derartige indentifikation mit einem hauptcharakter zu erreichen.
ich bin mir aber nicht sicher, ob die unkonventionelle machart weit abseits vom mainstream jeden zu erreichen vermag, da der film durchaus keine leichtverdauliche kost ist.
zu meinen lieblingsfilmen zählt er aber ganz sicher

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