Persepolis
FR, US 2007
- Genre
- Animationsfilm
- Inhalt
"Persepolis" ist ein unkonventioneller und aufregender Zeichentrickfilm für Erwachsene. Eine starke Familienstory und die direkte Übertragung gelebter Erinnerung. Basierend auf den gleichnamigen, kultverdächtigen Comicromanen, handelt der Film von… — Mehr
"Persepolis" ist ein unkonventioneller und aufregender Zeichentrickfilm für Erwachsene. Eine starke Familienstory und die direkte Übertragung gelebter Erinnerung. Basierend auf den gleichnamigen, kultverdächtigen Comicromanen, handelt der Film von der Lebensgeschichte der jungen Iranerin Marjane Satrapi und wirft zugleich eine humorvolle und sehr kritische Betrachtung auf die jüngste Historie Persiens. Marjane ist acht Jahre alt, als der Schah aus dem Iran vertrieben wird und die Mullahs die Macht an sich reißen. Fortschritt und Freiheit bleiben auf der Strecke, als im Zuge der Islamischen Revolution Tausende im Gefängnis landen und Frauen gezwungen werden Kopftücher zu tragen. Doch die rebellische Marjane denkt gar nicht daran, sich dem rigiden Regelwerk zu unterwerfen. Viel lieber entdeckt sie Punk, ABBA und Iron Maiden und macht erste Erfahrungen mit Jungs. Sie ahnt nicht, dass ihr spielerischer Protest gefährlich ist - nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familie...
- Cast
- Jasmin Tabatabai, Nadja Tiller, Hanns Zischler, Eva Kryll, Marcus Off, Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve — Mehr
- Regisseure
- Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi
- Autoren
- Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi
- Laufzeit
- 98 Minuten
- Emotion
- Eigenwillig, Ernst
- Handlung
- Abnabelung, Bombenalarm, Bürgerkrieg, Eltern-Kinder-Beziehung, Flucht, Großmutter-Enkeltochter-Beziehung, Hochzeit, Krieg, Pubertät, Punk, Totalitäres Regime, Tyrann
- Ort
- Teheran, Wien
- Zeit
- 1970er Jahre
Über diesen Film
Regisseurin Marjane Satrapi setzt mit Persepolis ihre erfolgreichen Comics, die ihre Lebensgeschichte nachzeichnen, nun auch als Film um.
Handlung
Die junge Marjane Satrapi (gesprochen von Gabrielle Lopes) wächst zu … — Mehr
Regisseurin Marjane Satrapi setzt mit Persepolis ihre erfolgreichen Comics, die ihre Lebensgeschichte nachzeichnen, nun auch als Film um.
Handlung
Die junge Marjane Satrapi (gesprochen von Gabrielle Lopes) wächst zu Zeiten der iranischen Revolution auf, in der der Schah aus dem Land vertrieben wird. Mit den neugierigen Kinderaugen einer Neunjährigen betrachtet sie die Geschehnisse um sich herum und treibt ihren Vater (gesprochen von Simon Abkarian) und ihre Mutter (Catherine Deneuve) mit ihren Fragen an den Rand des Wahnsinns. Doch spiegeln sich in ihrer kindlichen Naivität sicher auch die Hoffnungen des ganzen Volkes.
Sie wird älter, lernt Punkrock kennen und entwickelt eine Individualität, für die im System kein Raum vorgesehen ist. Gleichzeitig gerät ihr Heimatland in den Irak-Iran-Krieg – eine Zeit in der das Gefühl von Angst im ganzen Land greifbar wirkt. Nichts desto trotz entwickelt sich Marjane zu einer kühnen jungen Frau, die sich gegen bestehende Grenzen auflehnt.
Flucht nach Wien
Aus Angst um sie beschließen ihre Eltern sie auf ein Internat nach Wien zu schicken. In dieser fremden Umgebung erlebt sie nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten die typischen Phasen des Teenagertums, mit großer (enttäuschter) Liebe, Rebellion und Freundschaft. Doch nach einigen Jahren verspürt sie großes Heimweh.
Sie beschließt die gewonnene und ausgelebte Freiheit in Wien zugunsten ihrer Familie einzutauschen – auch wenn sie weiß, dass sie dies in eine Tyrannei führt, deren vordergründigstes Merkmal der Schleier ist, hinter der sich aber noch so viel mehr verbirgt. Doch sie arrangiert sich immer mehr und heiratet sogar.
Aber schon bald muss sie einsehen, dass dies nicht ihre Welt ist. Zur Frau (gesprochen Chiara Mastroianni) geworden trifft sie die Entscheidung dem Iran endgültig den Rücken zu kehren und fliegt nach Frankreich.
Wissenswertes
- Gewinner „Preis der Jury“ auf den 60. Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2007.
- Gewinner der “Southerland Trophy” beim London Film Festival 2007.
- Den “Most Popular Film”-Award beim Internationalen Film Festival in Vancouver 2007.
Weiterführende Informationen
- Ein Interview des Arte Magazins Metropolis mit Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi vor ihrer Abreise nach Cannes auf Arte.tv (auf frz.).
- Die deutsche Myspace-Seite zum Film.
- Eine Foto Gallerie auf Rotten Tomatoes.
- Kritiken:
- Vom Leben gezeichnet von Birgit Glombitza bei spiegel.de
- Ein abenteurliches Leben von Peter Gutting bei kino-zeit.de
- Ein Überblick über Filmkritiken bei Film-Zeit.de
Quelle
- Pressematerial von Sony Pictures.
- Persepolis in der Wikipedia (engl.)
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ausgezeichnet 8.2
Der Film Persepolis wurde von 19 Kritikern bewertet.
Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer
Persepolis ist als Coming-of-Age-Geschichte universell und einzigartig wie ein Fingerabdruck, quilig, verschlungen und unaufhörlich faszinierend. Und unbeschreibbar berührend.
Kommentar gefällt mir 1 Antworten
patcharisma 2009/11/05 13:39:54
"Einzigartig wie ein Fingerabdruck" Liebe Carrie, Ihr Amis seit ja noch schlimmer als wir im Kitsch-Hypen.
Durch seine kraftvolle Verbindung des Skurillen, Satirischen und Emotionalen zählt Persepolis zu einem der originellsten, inoovativsten und berührendesten Filme des Jahres.
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Kommentare — Ausgezeichnet 8.0
Der Film Persepolis wurde von 1015 Mitgliedern bewertet.
moep0r 2010/02/27 13:12:21
Der Film hat mir trotz des politischen Hintergrund ueberraschend gut gefallen. Neben der Optik hat mir vorallem gefallen, dass der Film stehts eine gewisse Froehlichkeit ausstrahlt.
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Dachsman 2010/02/25 16:00:58
Es ist, denke ich, schwierig bis unmöglich sich ein Urteil über den Film alleinstehend zu machen, wenn man nunmal beides kennt (Film und die Comicvorlage) und die Vorlage sehr schätzt. Ich werde es demnach gar nicht versuchen und einfach vergleichen wo ich die Vorzüge und die Nachteile des Films gegenüber des Comics sehe.
Erstmal muss ich aber sagen, dass ich mehr als überrascht bin wie gut der Film funktioniert und wie souverän man mit der Vorlage umgeht. Weder erstarrt man in Ehrfurcht und stellt sich mit zu großer Werktreu selbst ein Bein (wie z.B. in "Watchmen" geschehen), noch löst man sich zu sehr. "Persepolis" gelingt dabei aber das wichtigste, er fängt die Stimmung und die Atmosphäre der gedruckten Fassung perfekt ein und transferiert sie in das Medium Film.
Dabei hilft es natürlich sehr, dass schon der Stil des Comics großartig war und man ihn hier "nur" noch verfeinern musste, aber trotzdem sind die Qualität und die Stilsicherheit die man an den Tag legt beeindruckend. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass "Persepolis" einer der schönsten Animationsfilme ist, den ich je gesehen habe.
Und auch der Humor und die gute Story kommen sehr gut rüber, auch weil man sich traut eigene Wege zu gehen, die so im Comic ja nichtmal funktioniert hätten (bspw. die "Eye-of-the-tiger"-Montage). Der Film fängt perfekt ein, was den Comic so gut macht. Er erzählt in nüchternen Bildern eine wichtige Geschichte über das Leben im Iran und die Menschen dort, vergisst aber nie, den Humor und seine Verspieltheit, selbst in tragischen Szenen. Dabei ist der Film trotzdem immer ehrlich, aber nie plakativ und letztendlich ist doch faszinierend, wie man hier das Bild "des Iraners" demontiert.
Dennoch, bei allem Mut eigene Wege zu gehen, manchmal hat man es übertrieben. Ich verstehe z.B. nicht, wieso der Off-Kommentar nur so sporadisch eingesetzt wird, im Comic sind solche Begleittexte ja allgegenwärtig und haben in etlichen Szenen mehr Klarheit geschaffen, die hier teilweise fehlt. Und auch einige inhaltliche Straffung waren in meinen Augen eher negativ.
Der Abschnitt in Wien ist bspw. im Comic sehr viel länger und bekommt einige recht interessante Zusatzaspekte, wie z.B. einen Besuch von Marjanes Mutter oder auch einer weiteren Erkenntnis über die gescheiterte Beziehung (Marjane erkennt rückblickend, dass sie ihren ganzen Frust über das Leben in der Fremde auf ihren Freund abgewälzt hat, was für einen Jugendlichen viel zu viel war), ebenso ist das Buch "Jugendjahre" stellenweise ausführlicher, der Film wirkt dabei ein wenig gehetzt und versteift sich mir zu sehr auf die Figur der Großmutter (die zwar faszinierend ist, aber eben "nur" ein Aspekt in Marjanes Leben).
Hier verschenkt "Persepolis" sein Potenzial, dass er eigentlich ohne weiteres aus der Vorlage hätte ziehen können und bei seiner Kürze hätte es denke ich auch niemanden gestört.
Stilistisch würde ich "Persepolis" definitiv bescheinigen, dass er den Comic überholt (wenn nicht sogar überrundet), inhaltlich hat er aber (leider) ein paar kleine Defizite, die den Gesamteindruck leicht (wirklich leicht, aber eben doch merklich) schmälern.
Nichts desto trotz ist "Persepolis" einer der schönsten und auch wichtigsten Filme der letzten Jahre, der von jedem gesehen werden sollte.
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micomahn 2010/02/09 21:16:56
Grandiose Umsetzung eines schwierigen Stoffes mit kongenialer Animation.
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Kommentieren | Alle Kommentare (26)
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«Persepolis» ist ein aufwühlendes Drama mit subtilem Humor und eine eindringliche Hommage an die Würde des Menschen.
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