Der Elefantenmensch

The Elephant Man (1980), US/GB
Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 13.02.1981

7.9 Kritiker
34 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
3825 Bewertungen
50 Kommentare
Der Elefantenmensch - Bild 2733891
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von David Lynch, mit Anthony Hopkins und John Hurt

Seit seiner Kindheit ist John Merrick furchtbar entstellt. Als “Elefantenmensch” wird er auf Jahrmärkten vorgeführt und von seinem sadistischen “Besitzer” gequält. Bis ihn schließlich der Arzt Frederick Treves entdeckt und ihm Hilfe anbietet. John Merrick soll endlich wie ein Mensch leben.

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Kritiken (2) — Film: Der Elefantenmensch

Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...

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8.0Ausgezeichnet

Es ist zumeist eine lange und fruchtlose Diskussion, welches nun das beste Werk eines Künstlers sei - aus diesem Grund möchte ich diese Frage überhaupt nicht thematisieren.

Vielleicht ist "The Elephant Man" David Lynchs bester Film, vielleicht ist er es nicht. Sicher ist jedoch, dass es der einzige Lynch-Film ist, der einen wirklichen emotionalen Zugang zu den Figuren gewährt, der Sympathie und Antipathie gegenüber den Protagonisten zulässt. Und sicher ist weiterhin, dass das dritte Werk des Regisseurs trotz Abwesenheit von den sonst typischen surrealistischen Momenten und subtilen Schockeffekten weitaus erschreckender und verstörender ist, als Lynchs sonstige Filmographie.
"The Elephant Man" ist kein Film an dem man Spaß haben kann - und das nicht etwa wegen der Hauptfigur oder deren titelgebende Deformation, sondern wegen des unmenschlichen und asozialen Verhaltens, dass ihr vielerorts entgegen gebracht wird - es ist das Portrait einer kaputten Gesellschaft, verpackt in trister, schwarz-weißer Bildsprache.
In vielerlei Hinsicht steckt in "The Elephant Man" mehr an wahrhaftigen Horror, als in den meisten Filmen, die sich sonst um diese Genre-Plakette bemühen.
Ein großartiges und berührendes Stück Kino.

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

KlapTrap

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Fast der Nagel auf den Kopf...nur : THE ELEPHANT MAN ist mitnichten Lynchs einzig humanes Werk.
STRAIGHT STORY wäre da noch zu nennen, der eine (für Lynch) ungewöhnliche Wärme ausstrahlt.


Hitmanski

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Mist, erwischt :D
"Straight Story" und "Inland Empire" sind die einzigen Langfilme von Lynch, die mir noch fehlen. Muss ich bei Gelegenheit auf jeden Fall noch nachholen...


neon

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10.0Herausragend

David Lynch spielt von Anfang an mit der Sensations- und Neu-gier des Zuschauers. Er hält der "noblen" Gesellschaft den Spiegel vor und diese bemerkt es nicht einmal. Lynch zeigt, ohne schnell urteilen zu möchten, wie sich Menschen abwenden, entsetzt den Blick wegrichten, letztendlich doch ihrer Sensationsgier nacheifern(gieren) und den starren Blick auf John Merrick wenden. Lynch spielt extrem mit den Erwartungen des Publikums in der ersten halben Stunde des Films. John wird dem Publikum nicht gezeigt und man sieht immer nur die verstellten Fratzen der Menschen, die John zu Gesicht gekommen. Als John gezeigt wird ist man entsetzt und verstört. Doch diese Barriere schwindet und im Laufe der Geschichte wächst dem Zuschauer das Wesen und Schicksal des John Merricks von mal zu mal mehr ans Herz. Der Elefantenmensch ist ein tragischer und melancholischer Film. Doch Lynch schafft das Kunststück, viel mehr den Sprung, den Menschen hinter der Maske zu zeigen und zu zeichnen. Der Elefantenmensch ist ein Film für mehr Toleranz, Menschlichkeit, Respekt. Ein Film der die Augen öffnet. David Lynch zeigt den Menschen als Individuum.

Kritik im Original 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (48) — Film: Der Elefantenmensch

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NashBender

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Was wäre passiert wenn nicht David Lynch Regie geführt hätte sondern jemand vom Schlage Cameron?

Richtig! Ein kitschiges, nicht zu ertragendes Etwas!

Aber zum Glück ist das ja nicht so und man kann sich über einen Film freuen der verdammt nochmal ehrlich mit dem Schicksal seiner Hauptperson umgeht.
Die Darsteller sind durch die Bank weg sehr gut gewählt worden und John Hurt zeigt dass er nicht zu Unrecht als einer der besten Charakterdarsteller zählt.

Das Mitgefühl kommt so von allein und muss nicht erzwungen werden.

Klasse!

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CoOLik

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Trauer oder Mitgefühl durch einen Film zu vermitteln ist eigentlich eine einfache Sache. Doch dieser Film zieht einen regelrecht mit. Obwohl man persönlich keinen Bezug zu John Merrick hat, kann man sich zu 100% mit ihm identifizieren.
Und aufgrund der Tatsache, dass nach Beendigung des Films so viele moralische Fragen in meinem Kopf entstanden sind, ist das gesamte Werk eine künstlerische Meisterleistung geworden.
Somit verdient der Film die vollen 10 Punkte und ist fast gleichzusetzen mit New Kids Nitro.

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Prechtl

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Der Elefantenmensch" ist vieles: schrecklich, schön, hoffnungsvoll, magisch und traurig. Und ja, all diese Eigenschaften kann man in diesen Film vereinen, denn er ist schrecklich und wunderschön zugleich. Hört sich wohl merkwürdig an, aber wenn man sieht, wie John Merrick vom "Monster" zu einem sensiblen und äußerst freundlichen und zerbrechlichen Menschen wird und trotzdem von vielen immer noch als Kreatur angesehen wird, bekommt man die Wut im Bauch. Wenn man sieht, wenn John Merrick sich wünscht, seine Mutter zu sehen und von ihr so geliebt zu werden, wie er ist, bekommt man Tränen in den Augen. Wahrlich ein Wechselbad der Gefühle, für mich ein kleines Meisterwerk.
Trotzdem gab es ein paar Dinge, die ich nicht so gelungen fand, z.B. Anthony Hopkins Figur (ja, er macht aus John Merrick wieder einen Menschen, aber er bleibt mir zu steril dabei) und die merkwürdigen Schnitte, die oft abrupt eine Szene beenden.
Noch positiv anzumerken hötte ich natürlich die unangenehm dreckige Stimmung, die vor allem durch das schwarz-weiße Bild übertragen wurde und mir das Gefühl gab, mich mitten im ausgehenden 19. Jahrhundert zu befinden.

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Nas

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nach dem Film sitze ich nachdenklich da und kann es kaum glauben. Ich habe mir gerade einen aus dem Jahr 1980 stammenden Schwarz-Weiß Film von einem Regisseur, der mich ansonsten eher kalt lässt, angeschaut und mir war zu keiner Sekunde langweilig. Eher einerseits gespannt, wie Menschen auf derartiges reagieren und welche Außmase deren unüberlegte Handlungen vielleicht noch nehmen würden und andererseits bestürzt, wie diese dann tatsächlich aussahen. Der Film will meiner Meinung nach eines ganz klar ausdrücken: Eine solche Gesellschaft sieht nur noch mit Augen, nicht aber mit Verstand, und schon überhaupt nicht mehr mit Herz, so kitschig das nun auch klingen mag. Faszinierende Bilder, Faszinierende Charaktere und Faszinierendes Ende - zumindest für den Zuschauer, der nach diesem "Denkzettel" doch hoffentlich nochmal darüber nachdenkt, wie er Menschen oder andere Lebewesen, die nicht unbedingt seinem eigenen Idealbild entsprechen, von nun an trotzdem zu respektieren vermag.

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kalle47

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nie haben die Worte "Mein Freund" solche Dankbarkeit gezigt. Ein Film über eigene Bereicherung und Nächstenliebe (?), der verstört und begeistert.

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hundehaendla

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Bewertung5.0Geht so

Was soll ich sagen, hat mich irgendwie gelangweilt, nicht mein Thema.

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lieber_tee

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Nur weil ein Film ein "ernstes" Thema behandelt muss er nicht gut sein, oh ja, da hast du schon recht. Da gibt es wirklich schlimme Gurken. Was fandest du denn so langweilig an dem Film?


hundehaendla

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Der Film kommt nicht in Fahrt ... bis die "Gestalt" einmal im Turm ist sind schon fast 45 Min um ... alles in allem steht beim diesem Film "Mitleid" zu sehr im Zentrum. Aber das ist sicher Ansichtssache ...


Princessx3

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Bewertung3.0Schwach

ist eiqentlich qanz okeyy und auch di schauspieler sind so okey aber is doch i-wie auch bisschen ekliq ...

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HxC_Moe

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Trollolol


HeilerDerWelten

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du machst mich fertig ^^


Hooded Justice

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Bewertung10.0Herausragend

Ein entstellter Kerl, auf den wir vielleicht alle gestarrt hätten. Warum bloß?
Die Verurteilung an der Oberflächlichkeit der Menschheit und ihrer ekelhaften Gaffgier wird derartig fies und wohl gerade deshalb so rührend und sensibel rübergebracht, sodass es wirklich über alle furchtbar grauenhaften Beulen, Wucherungen und Missbildungen hinweg sehen lässt und man allein das völlige Herz des John Merrick vor Augen hat. Je länger man ihn sieht, je tiefer man sich in seine Welt einfühlt und je mehr man über seinen behaglichen Charakter erfährt, desto mehr liebt man ihn, den Elefantenmenschen. Die Geschichte bedeutet Alle gegen Einen. Und man bekommt es tagtäglich zu sehen, zu spüren oder zu hören. Ob es der Außenseiter auf dem Schulhof ist, der jede Pause gehänselt wird, weil sein Gesicht mit Pickeln übersäht ist. Oder die übergewichtige Nachbarin, der die Kinder Eier ans Fenster werfen. Oder eben der deformierte Herr, der seinen Kopf unter einem Beutel versteckt, weil ihn alle verabscheuen. Sie alle sind Opfer der Gesellschaft, die sich darauf scheint spezialisiert zu haben, alle auszuschließen, abzustempeln und schlimmstenfalls zu verachten, die - sei es allein optisch - aus der Reihe tanzen. Heutzutage muss es wohl fast immer und überall ein Opfer geben. Und das sind meistens, aber mit Sicherheit nicht immer, die Harmlosesten, die Gutherzigsten oder die Schwächsten, die wohl nie jemandem etwas zu Leide tun würden. Traurig eigentlich. Es ist nicht einfach, über eine solche Deformierung hinwegzusehen. Vor allem nicht in Zeiten, in denen sogar wissenschaftlich bewiesen ist, dass der erste Eindruck den größten Teil an Sympathie oder Abneigung ausmacht. Aber diese liebliche arme Seele des Elefantenmenschen drückt einem ein so mitleidiges Gefühl ins Herz, womit man diesen Kerl doch unbedingt aus diesem grässlich ungerechten Volk reißen möchte. Lynch schafft es, einen genau das fühlen zu lassen. Ein wertvoller Film.

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seven

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Unglaublich gut geschrieben, der steht ganz FETT auf meiner Vormerkliste!


fkfilmkritik

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@seven: word.:)


Lismechir

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Bewertung9.5Herausragend

John Merrick wirkt in diesem Film unheimlich sympatisch und das nicht einmal auf einer einfachen Mitleidsebene, wie man es vielleicht erwarten würde. Auch der Übergang, wie er für andere vom "Tiermenschen" zum Menschen wird und seine Charakterliche Entwicklung sind einfach perfekt dargestellt. David Lynch: Hut ab.

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moep0r

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Bewertung10.0Herausragend

David Lynch hat mit seiner Verfilmung von Joseph Merricks Leidensweg einen Film geschaffen, der unter die Haut geht. Obwohl erst nach ca 30 Minuten erstmals sein Gesicht zusehen ist, fuehlt man als Zuschauer ab dem ersten Moment mit Merrick mit und es entsteht ein unwohles Gefuehl im Bauch, welches sich von Szene zu Szene weiter ausbreitet. Stellenweise fragte ich mich wirklich, wann der Film endlich zu ende sei, weil ich seine Qualen nicht weiter mit ansehen konnte. Auf der anderen Seite war ich auch entsprechend geruehrt, als Merrick vor Freude weinte und sich gluecklich fuehlte.

Sehr gut finde ich auch die dargestellten Selbstzweifel des Dr. Treves. Er fragt sich ob er Merrick besser behandle als der Schausteller dessen Attraktion er vor seinem Aufenthalt im Hospital war. Denn immerhin stellt Treves dem Leidenden auch Leute vor, von denen die Meisten im Grunde lediglich ihren Freunden und Verwandten von der Begegnung erzaehlen wollen.

Durch die Wahl des Schwarz/Weiss-Films und exzellente Ausleuchtung werden sowohl die vielen dunklen und schon fast depressiven aber auch die froehlichen und herzerwaermenden Szenen noch staerker untermalt, was den Film besonders intensiv macht. Und wenn dann schlussendlich Samuel Barbers Adagio for Strings ertoent kommen mir schon beim Gedanken an diese perfekte Kombination von Bild, Ton und Emotion die Traenen.. Hach!

Neben der wunderbaren audiovisuellen Inszenierung traegt auch John Hurts schauspielerische Leistung einen grossen Teil zur Guete des Films bei. Trotz der enormen Maske ist seine Mimik komplett natuerlich und alle Emotionen sind ganz eindeutig als solche zu erkennen. Hut ab! Auch Anthony Hopkins und der restliche Cast sind gut ausgewaehlt und spielen ihre Rollen sehr gut. Nie kam mir der Gedanke, dass eine Figur nicht authentisch sei.

Der Elefantenmensch ist sicherlich kein Film fuer Jedermann. Und auch wenn man ihn mag, ist er sicherlich kein Film fuer Jederzeit. Ich glaube man muss wirklich in Stimmung dafuer sein. Nur welche Stimmung das ist, traue ich mich hier nicht zu definieren. Der Film ist sehr anstrengend, jedoch nicht im Sinne von Folgeschwierigkeiten, sondern eher aufgrund der moralischen Fragen, die die Protagonisten hier aufwerfen.

Zum Abschluss noch ein schoenes Zitat von John Hurt: “Well, I would say that if you could manage to get to the end of The Elephant Man without being moved…I don’t think you’d be someone I’d want to know”

-moep0r.com

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Puebleau

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Bewertung9.0Herausragend

"Der Elefantenmensch" bietet einen Anblick, bei dem jene Zuschauer ihr Gesicht verlieren, die ihren moralischen Ansprüchen nicht gewachsen sind. Die konnotative Bedeutung hinter dem Empathie-appell des mitleidserregenden Helden ist ein analytischer Blick auf die Moral an sich. Durch seine intensive Inszenierung bindet Lynch den Zuschauer ein und lässt ihn jenem moralischen Reflex erliegen, der die Reflexion unterbindet. Treves Zweifel an seinen Handlungsmotiven zeigt die Möglichkeit auf, wie Moral ihrer eigenen Prädikate würdig werden kann. Fesselnd und intensiv ist "Der Elefantenmensch" als Synthese nicht nur Zugang zu dem Motiv des Films, sondern auch zu den Emotionen des Betrachters.

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Puebleau

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Eloquenz und Verständlichkeit stehen bei diesem Kommentar im Verhältnis reziproker Proportionalität.


Sigmund

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Da ist leider was dran.


ElMagico

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Bewertung9.0Herausragend

Ich habe "The elephant man" zuletzt vor ca. 5 Jahren gesehen und bin gerade selber etwas platt, wie grossartig er doch ist. Da ist eine kleine Aufwertung mehr als angebracht.
Betrachtet man Lynchs Schaffen bis zu jenem Zeitpunkt, ist es schon etwas verwunderlich, dass man ihm ein Projekt von solcher Grösse anvertraute und mit solch einem vorzüglichen Cast. Verwunderlich ist bei dieser Betrachtung aber genauso, wie stilsicher, elegant und auch anrührend er den Stoff des deformierten John Merrick verfilmte.
Stilistisch erinnert nur wenig an Lynchs bisherige Werke, es gibt nur sehr wenige surreale Momente, diese sind aber so fantastisch gemacht und so durchdacht platziert, das die dem Film tatsächlich das gewisse Extra verleihen. Allein die Eingangsszene mit dem Elefanten ist solch grosse Filmkunst, gleichzeitig virtuos und doch erschreckend...für mich eine der Top 5 Szenen in David Lynchs Oeuvre. Diese eingestreuten unwirklichen Momente sind aber nur die Spitze des Eisbergs. "The elephant man" ist für mich einer der am schönsten fotografierten Schwarz/Weiß-Filme der Moderne und ich kann mir ihn gar nicht anders vorstellen. Diese 2 Farben vermitteln hier soviel Kraft, Genauigkeit, aber auch Verspieltheit und doch auch Intimität. Dazu gesellen sich Kulissen, welche dieses Bild noch mehr unterstreichen und den Film zu einem Genuß fürs Auge werden lassen.
Das wirklich Wunderbare und was damals wohl nicht zu erwarten war, zumindest in diesem Maße, ist: David Lynch versteh es, einem die Figur des John Merrick bis ganz nah ans Herz zu führen. Man fühlt so sehr mit, ist bei ihm, man fiebert mit ihm und man ertappt sich dabei, wie man ihm einfach alles erdenklich Gute wünscht. Und trotzdem bin ich dem Film Dankbar dafür, dass John das Schicksal zuteil wird, dass die Welt für so einen Menschen bereithält. Alles andere wäre Humbug gewesen und Augenwischerei, aber glücklichweise ist der Film, auch wenn ich oben schrieb, dass er anrührend ist, in keinem Moment Rührselig.
Und so wird man in diesen Lebensabschnitt des John Merrick hinein gezogen, empfindet echte Anteilnahme und daraus entwickelt sich auch eine enorme Spannung beim Zuschauen. Man erwartet ja gar nie ein Happy-End, man wünscht es sich aber so sehr...und weiss doch selbst nicht, wie dieses überhaupt aussehen sollte.
"The elephant man" kann schlichtweg in allen Belangen überzeugen. Er hat grossartige Darsteller...er hat wunderschöne Bilder, die effizient mit surrealen Momenten angereichert sind...er hat eine schöne, traurige und erschreckende Geschichte zu erzählen, die von David Lynch bestmöglich umgesetzt wurde...er hat einen tollen Score...und er hat ein würdiges, passendes Ende.
Grosses Kino!

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ElMagico

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Mach ich...falls jemand fragt: Ich bin im Great Northern Hotel :D


Andy Dufresne

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Pass auf deine Ohren auf...:)


Jenny von T

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

David Lynch's Gespür für Atmosphäre und Emotionen ist ebenso wie seine Vielseitigkeit kaum in Worte zu packen. "Der Elefantenmensch" spiegelt beide Pole menschlichen Verhaltens - Gut und Böse, Güte und Grausamkeit - wider und ist, obgleich stilistisch und thematisch nicht vergleichbar mit "Lost Highway", "Mulholland Drive" oder "Inland Empire" doch letztendlich nicht weniger verstörend - weil eben dies hier zu Sehende REAL ist. Wahrscheinlich das Werk von Lynch, das mich am meisten berührt hat. Jeder sollte diesen Film einmal gesehen haben.

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hoffman587

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Sehr richtig, vollkommene Zustimmung:)


Jenny von T

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Danke. :-)


cyranorick

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Eigentlich nicht ganz eine "10".. aber "Lieblingsfilm" ohne 10er Wertung ist a leider nicht möglich. :)

Grandioser Streifen, den ich mir alle paar Jahre mal wieder anschauen muss.

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Jack_Torrance

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Bewertung9.0Herausragend

Die bildhübsche Frau - Das größte Verlangen John Merricks - Die Liebe
Die Elefanten - Seine Sicht auf die Gesellschaft
Die schreiende Frau - Seine Verzweiflung über die Demütigung

Name: John Merrick
Alter: 21
Besondere Eigenschaften: grässlich entstellt

Für Leute wie John Merrick (quälend intensiv: John Hurt) sind Unterdrückung, Spott, Hass, Abscheu und Verachtung an der Tagesordnung. Leute, die innerlich so leer sind wie das Tagesprogramm der RTL. Leute, für die Leben oberflächlicher Genuss ist. Solche Arschlöcher (Pardon) machen ihre Leere am Umgang mit John Merrick deutlich.
Doch es gibt Lichtblicke. Lichtblicke wie Dr. Treves (ebenfalls grandios: Anthony Hopkins). Lichtblicke, die ihm helfen wollen, die ihn wie ein menschliches Wesen behandeln, die ihm Freundschaft anbieten, die ihn lieben. Oder nicht ? Wollen sie ihn etwa bloßstellen ? Ihn zeigen, damit er belästigt wird ? Ich glaube nicht. Ansonsten würde man ihm keine Freundschaft anbieten...
Das alles ändert nichts daran, dass John Merrick im Leben kein Glück findet. Vielleicht in der Unendlichkeit, wo er Liebe spüren kann...
Getragen von der grandiosen Regie Lynchs, von seiner humanen Kraft, getragen vom eindringlichen Soundtrack John Morris erlebt der Zuschauer John Merricks Leidensweg (bzw. Lebensweg) und wird dadurch wie in einen Sog gezogen. Ein Meisterwerk von unendlicher Güte !

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Nishi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Ich bin jede einzelne Stunde des Tages glücklich. Mein Leben ist erfüllt und ich weiß, dass ich geliebt werde. Ich habe zu mir selbst gefunden."

Dawid Lynch´s wunderbares Plädoyer für mehr Menschlichkeit!

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MikeC.

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Bewertung5.0Geht so

Die Schauspieler waren gut, die Thematik frisch und denkwürdig, Lynch mag ich sowieso...
Trotzdem: Ich weiß nicht woran es lag, aber ich konnte mit diesem Lynch-Film (leider!) nicht wirklich warm werden.

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ash-williams

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Bewertung7.5Sehenswert

David Lynch beweist mit The Elephant Man, dass er wirkliche Filme drehen kann und nicht nur 2 1/2-stündige Mindfucks. Die tragische Geschichte dieses Außenseiters wird von Lynch auf feinfühlige Weise erzählt und strotzt doch vor Kritik an der Grausamkeit und Sensationslust der Gesellschaft. Der Film ist über seine gesamte Laufzeit spannend und schließt mit einer sehr gelungenen Schlussszene. Anthony Hopkins und John Hurt bieten eine exzellente Leistung, die von Lynch in einer schönen s/w-Optik eingefangen wird. The Elephant Man ist wahrscheinlich Lynchs geradlinigster Film und ist nicht in wie seine anderen Werke durch verwirrende Einwürfe geprägt, so dass man sich voll und ganz auf die Geschichte und ihre Figuren konzentrieren kann. Dies ist nicht in jedem Lynch-Film möglich. Dies macht The Elephant Man zu einem sehr wichtigen Werk seines Oevres.

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Imagination

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mal Hand aufs Herz: Wollten wir nicht alle zu Anfang wissen, wie entstellt John Merrick denn nun aussah und ob der ihm gegebene und hier auch titelgebende Name gerechtfertigt war? Angetrieben von purer Neugier, der Suche nach etwas ‚Neuem‘ und ein klein wenig Furcht erging es den Meisten wohl so wie den Menschen in Lynchs verständlichstem Werk, in dem John Merrick, besser bekannt als der Elefantenmensch, von tausenden von Menschen begutachtet wurde und ihr blankes Entsetzen, ihre Fassungslosigkeit und ihre Angst aus den Augen ablesen konnte. Verachtung war nicht selten fern und auch Mitleid kam nicht zu kurz, doch war dies nicht die größte Form der Verachtung? Wie Voltaires Candide musste er sich selber die Frage stellen, wie schlimm die anderen Welten sind, wenn dies die bestmögliche sei. Vielleicht waren es die Worte „Nothing will die“ und der Glaube daran, der Glaube nach etwas Besserem, dem Wandel der voyeuristischen Gesellschaft, die nur am Äußeren und am Leiden der Mensch interessiert war, die John Merrick am Leben hielten und ihn mit Hilfe Treves‘ zu dem machten, was er immer sein wollte: Einen Menschen. Was er an sich schon immer war, doch wurden ‚Freaks‘ am Anfang als ‚It‘ bezeichnet und noch schlimmer behandelt. Unter dem bewegend inszenierten Einsatz traurig anmutender Musik und der abgebildeten zweiten Wiedergeburt Merricks war der Applaus gegen Ende der Höhepunkt der Sympathie, ein Kampf gegen die Tränen und der Beweis dafür, dass auch Lynch etwas Menschliches leisten kann.

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BigDi

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Lynchs Werke sind eigentlich meistens sehr menschlich, nur selten im positiv-optimistischen Sinne.


Tjeorrmy

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Schön. Will ich unbedingt noch sehen.


Wumz

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Bewertung9.5Herausragend

Noch nie hat mich ein Film so beschäftigt und derart dazu geführt mich mit mir selbst auseinander zu setzten.
Wie verhalte ich mich meinen Mitmenschen gegenüber?
Habe ich je meinen Spaß auf kosten anderer gehabt?
Sind Teile unserer Gesellschaft wirklich so verkommen?
Dieser ganze Voyeurismus des Fernsehens geht mir tierisch auf den Sack trotzdem guck ich zu, wieso?
Durch die Wahl eines Schwarzweiß-Films gibt David Lynch der authentischen Geschichte einen dokumentarischen Charakter. Er zeigt den verunstalteten Menschen mit dem integren Charakter als Zerrspiegel der intakt erscheinenden, tatsächlich aber entarteten Gesellschaft. Aus reiner Sensationslust und ohne Mitgefühl begaffen die Menschen die verunstaltete Kreatur. Die Geschichte von John Merrick berührt einen und strahlt gleichzeitig eine warme und kalte Brise aus.
Der "Elefantenmensch" lebte tatsächlich, und zwar von 1860 bis 1890. Er hieß allerdings nicht John, sondern Joseph Merrick.

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