Der Elefantenmensch

The Elephant Man (1980), GB/US Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 13.02.1981

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
8.0
Kritiker
37 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3
Community
4905 Bewertungen
70 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von David Lynch, mit Anthony Hopkins und John Hurt

Seit seiner Kindheit ist John Merrick furchtbar entstellt. Als “Elefantenmensch” wird er auf Jahrmärkten vorgeführt und von seinem sadistischen “Besitzer” gequält. Bis ihn schließlich der Arzt Frederick Treves entdeckt und ihm Hilfe anbietet. John Merrick soll endlich wie ein Mensch leben.

  • 37795279001_1860240114001_th-5061b49ec7e7b0e4dcfa72d8-1592194034001
  • 37795279001_1859732124001_th-5061aa3e54eeb0e4fcd85856-1592194030001
  • Der Elefantenmensch - Bild 2492249
  • Der Elefantenmensch - Bild 2408274
  • Der Elefantenmensch - Bild 2408261

Mehr Bilder (8) und Videos (3) zu Der Elefantenmensch


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Der Elefantenmensch

Timo K.: Blockbuster Entertainment

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

David Lynch auf den Spuren des Frühwerks von David Lean, ein viktorianisches Melodram in industrieller Kälte zu inszenieren. Die funkenschlagende Elektrizität und das Flackern des Lichtes sowie die befremdliche Mutation der Körperlichkeit als gedankliche Fortsetzung des "Eraserhead"-Monsters umgarnen den Lynch-Katalog avantgardistischer Scheußlichkeiten, denen der Regisseur zunächst mit dokumentarischer Objektivität begegnet. Je kraftraubender der Elefantenmensch in einer ungesitteten Sensationsgesellschaft die Liebe sucht, desto entschlossener wechselt Lynch die Seite der Subjektivität, um hochemotional eine an den Geist und die Würde appellierende Verletzlichkeit herauszufiltern, die jeden starken Mann und jede Frau zu Tränen auf den Boden zwingt. So herzlich wie sanft ist sie, die Mahnung, Feindbilder und Stereotypen nicht aufgrund von Äußerlichkeiten zu generieren. Der Elefantenmensch steckt in uns allen.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Punsha

Antwort löschen

Dein Kurzkommentar-Meisterstück! ;)


Timo K.

Antwort löschen

Naja. ;)


SoulReaver: CinemaForever

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] 'Der Elefantenmensch' ist ein Film über Schmerz, Leid und Einsamkeit, voller Bedürfnisse und Sehnsüchte, die niemals ganz gestillt werden können. Aber es ist auch ein Film über Freundschaft und Menschlichkeit und er zeigt uns auf ruhige und nachdenkliche Weise, was es bedeutet, immer allein zu sein und doch dabei die Hoffnung nie ganz aufzugeben. Wir begleiten John Merrick auf seinem schweren Leidensweg und durchleben die gleichen Gefühle wie er. Wir freuen uns, wir weinen und wir dürfen unser Herz öffnen. Dabei verzichtet Lynch vollkommen auf eine aufgesetzte Rührseligkeit, sondern setzt auf echte Emotionen, die sich um den Zuschauer klammern und ihn gleichermaßen leiden und hoffen lassen. Ein schwerer, schmerzhafter und doch schöner, ehrlicher und unglaublich wichtiger Film, den man unbedingt gesehen haben sollte und vielen auch die Augen öffnen wird, vor allem im Umgang mit den Menschen, die nicht dieses Glück mit der Gesundheit hatten. [...]

Kritik im Original 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

SilentAccount

Antwort löschen

Neben Ereaserhead, den ich nur auszugsweise schauen konnte, der Film war doch sehr verstörend, mein einziger Lynch, den ich noch nicht gesehen habe.


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es ist zumeist eine lange und fruchtlose Diskussion, welches nun das beste Werk eines Künstlers sei - aus diesem Grund möchte ich diese Frage überhaupt nicht thematisieren.

Vielleicht ist "The Elephant Man" David Lynchs bester Film, vielleicht ist er es nicht. Sicher ist jedoch, dass es der einzige Lynch-Film ist, der einen wirklichen emotionalen Zugang zu den Figuren gewährt, der Sympathie und Antipathie gegenüber den Protagonisten zulässt. Und sicher ist weiterhin, dass das dritte Werk des Regisseurs trotz Abwesenheit von den sonst typischen surrealistischen Momenten und subtilen Schockeffekten weitaus erschreckender und verstörender ist, als Lynchs sonstige Filmographie.
"The Elephant Man" ist kein Film an dem man Spaß haben kann - und das nicht etwa wegen der Hauptfigur oder deren titelgebende Deformation, sondern wegen des unmenschlichen und asozialen Verhaltens, dass ihr vielerorts entgegen gebracht wird - es ist das Portrait einer kaputten Gesellschaft, verpackt in trister, schwarz-weißer Bildsprache.
In vielerlei Hinsicht steckt in "The Elephant Man" mehr an wahrhaftigen Horror, als in den meisten Filmen, die sich sonst um diese Genre-Plakette bemühen.
Ein großartiges und berührendes Stück Kino.

Kritik im Original 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Hitmanski

Antwort löschen

Mist, erwischt :D
"Straight Story" und "Inland Empire" sind die einzigen Langfilme von Lynch, die mir noch fehlen. Muss ich bei Gelegenheit auf jeden Fall noch nachholen...


neon: pixelmonsters.de neon: pixelmonsters.de

Kommentar löschen
10.0Herausragend

David Lynch spielt von Anfang an mit der Sensations- und Neu-gier des Zuschauers. Er hält der "noblen" Gesellschaft den Spiegel vor und diese bemerkt es nicht einmal. Lynch zeigt, ohne schnell urteilen zu möchten, wie sich Menschen abwenden, entsetzt den Blick wegrichten, letztendlich doch ihrer Sensationsgier nacheifern(gieren) und den starren Blick auf John Merrick wenden. Lynch spielt extrem mit den Erwartungen des Publikums in der ersten halben Stunde des Films. John wird dem Publikum nicht gezeigt und man sieht immer nur die verstellten Fratzen der Menschen, die John zu Gesicht gekommen. Als John gezeigt wird ist man entsetzt und verstört. Doch diese Barriere schwindet und im Laufe der Geschichte wächst dem Zuschauer das Wesen und Schicksal des John Merricks von mal zu mal mehr ans Herz. Der Elefantenmensch ist ein tragischer und melancholischer Film. Doch Lynch schafft das Kunststück, viel mehr den Sprung, den Menschen hinter der Maske zu zeigen und zu zeichnen. Der Elefantenmensch ist ein Film für mehr Toleranz, Menschlichkeit, Respekt. Ein Film der die Augen öffnet. David Lynch zeigt den Menschen als Individuum.

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (66) — Film: Der Elefantenmensch


Sortierung

Demine

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Der Elefantenmensch" ist wie ein permanenter Tritt in die Magengrube.
Man spürt diesen Kloß im Hals.
Man will eigentlich nicht hinsehen.
Man will, dass das alles aufhört.

Doch warum?

Ist es, weil wir sehen, dass der völlig entstellte Elefantenmensch aus Gier und Schadenfreude seiner Mitmenschen missbraucht wird?
Ist es, weil wir spüren, dass hinter seinem abstoßenden Äußeren eigentlich ein herzerwärmender, lieber Mensch mit menschlichen Bedürfnissen steckt?

Oder ist es doch viel mehr so, dass uns während des Films immer wieder bewusst wird, wie wir uns selbst viel zu oft am Leid anderer Menschen erfreuen und sie häufig nur aufgrund ihres Äußeres verurteilen, ohne sie wirklich kennenzulernen?

Es ist ein beklemmendes Gefühl, was Lynch uns hier während und nach dem Film mit auf dem Weg gibt.
Wir empfinden auf der einen Seite tiefes Mitleid für den leidenden John Merrick, spüren aber andererseits das unschöne Gefühl selbst täglich Menschen durch unser Verhalten schwer zu verletzen.
Wir wünschen uns zunehmend, dass er so akzeptiert wird, wie er ist, spüren aber eben auch unterbewusst, dass wir ihn vermutlich erst einmal aufgrund seines Aussehens genauso ablehnen würden.

Dann sehen wir die Toleranz und Offenheit von Frederick Treves, der der Einzige zu sein scheint, der mehr in Merrick sieht.
Er sieht kein Belustigungsobjekt, sondern einen Menschen.
Einen Menschen, wie dich und mich.
Einen Menschen mit denselben Bedürfnissen und Empfindungen wie jeder andere.
Einen von uns.

Treves wird für uns zum Helden, zu demjenigen den es gebraucht hat, um die schöne Seite Merricks kennenzulernen. Der uns und allen anderen, die Augen endlich zu öffnen scheint und uns deutlich aufzeigt, was hinter der unschönen Fassade steckt. So sehr wir uns vom Verhalten der anderen abgestoßen fühlen, so sehr spüren wir prompt die Richtigkeit in seinem Handeln.

Und doch bleibt es, dieses unschöne Gefühl, selbst im Alltag eher das Verhalten aufzuzeigen, welches wir hier so sehr ablehnen. Selbst so oft so schlecht zu anderen zu sein. So handeln zu wollen wie Treves, aber letztendlich doch genau das Gegenteil zu machen.

Verstärkt durch die unglaubliche Authentizität des Films, die Tatsache das er auf einer wahren Begebenheit beruht und die großartige Darstellung John Hurts zwingt uns Lynch auf enorm schmerzhafte Weise unser eigenes Verhalten zu überdenken und in den Menschen das zu sehen, was sie sind und nicht das, was sie zu sein scheinen.

Denn:
Jeder sucht nach Liebe und Anerkennung.
Jeder möchte respektvoll behandelt werden.
Jeder fühlt sich verletzt, wenn andere Menschen ihm schlechtes wollen.

Jeder.
Du.
Ich.
Der Elefantenmensch.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Demine

Antwort löschen

Absolut. Nicht ohne Grund ein "Lieblingsfilm". Auch wenn man das bei dem deutlich eingrenzen muss, kann man ihn sich schließlich nicht regelmäßig anschauen. Dafür ist er vermutlich einfach zu intensiv.


Andy Dufresne

Antwort löschen

Sehr schöner Kommentar!


smar

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Eines der wichtigsten Werke in der Filmgeschichte

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

vanilla

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

sehr trauriger Film über die scheinbar unantastbare Würde JEDES Menschen, die jedoch leider viel zu oft in unserer Gesellschaft mit Füßen getreten wird.
Dieser Film regt stark zum Nachdenken an, ohne sich dabei in Rührseligkeiten zu verlieren. Ich mag meinerseits wenn es auch ein wenig kitschiger wird und ich sogar bei einem Film weinen muss. Das zeigt mir immer das es voll ins Schwarze war.
Bei diesem Film ist es anders.
Irgendwie hat er mich nicht komplett berührt, obwohl das für die Verhältnisse von David Lynch, schon ziemlich gefühlvoll war.
"Ich bin ein menschliches Wesen"..........
Leider ist er auch ziemlich in die Jahre gekommen, sodass man nicht nur über den schwarz-weiß Effekt hinwegschauen muss, sondern auch die ziemlich verstaubten Kulissen.
Ein Mal sehen kann man ihn auf jeden Fall.
So gern möchte der Elefantenmensch mal wie ein richtiger Mensch im Liegen schlafen. Ein Mal gelingt ihm das auch........Diese Szene hat mich dann doch erwischt.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

jannick.duderino

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Schade, schade.
Der Lynch-funke will einfach nicht überspringen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Also mit David Lynch werde ich definitiv auf keinen grünen Zweig mehr kommen – gute Freunde fürs Leben gilt vielleicht für andere, wir sollten zukünftig besser zügig die Straßenseite wechseln, wenn wir uns nochmals begegnen sollten. Das mach echt alles keinen Sinn mit uns beiden!

Dabei soll keiner sagen können, dass ich es nicht zumindest versucht hätte, aber teils derbe Enttäuschungen waren die Folge. Einzig und allein "The straight story" bildet da die große Ausnahme, aber das ist auch nicht gerade ein typischer Streifen aus der Lynch-Schmiede. Mit dem Elefantenmenschen wollte ich es dennoch aufnehmen, denn schließlich war der Trailer recht vielversprechend - mal ganz abgesehen von den zahlreich positiven Bewertungen - und so viele Menschen können sich eigentlich nicht täuschen, also besorgte ich mir eifrig den Silberling…

Die Optik ist über jeden Zweifel erhaben, absolut klasse, was mein Nicht-Freund da Anno 1980 auf die Leinwand zauberte, aber aus der Geschichte hätte der Gute dann doch weitaus mehr herausholen müssen, um einen seiner größten Skeptiker zufrieden zu stellen. Sorry, aber der entstellte John Hurt hat keinerlei Gefühlsregungen in mir entfachen können, dabei würde ich mich grundsätzlich als empfindsam einstufen. Da hatte mich beispielsweise der halbwegs vergleichbare "Die Maske", wenngleich handwerklich natürlich bedeutend minderwertiger, weitaus mehr berührt.
Keinesfalls unterschlagen will ich das Mitwirken von Anthony Hopkins - normalerweise ein zusätzlicher Erfolgsgarant - aber selbst das konnte nichts maßgeblich an meinem bescheiden ausfallenden Urteil ändern.

Nun denn, man kann es halt nicht jedem recht machen…

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten

Dr.Hasenbein

Antwort löschen

Ich finde sowohl Lost Highway als auch Mulholland Drive gut,
Mulholland Drive sogar etwas besser!
Es sind aber auch Filme für die man in der richtigen Stimmung sein muß.
The Straight Story ist wahrscheinlich Lynchs "normalster" Film.
Aber Wild at Heart oder Twin Peaks sind auch noch für den "normalen" Anseher verträglich.
Der Elefantenmensch ist auch ein guter Film.Erinnert aber oft von der Machart an Eraserhead.Und der dürfte dann wieder nicht jedermanns Geschmack sein.
Ich denke ich bin ein Lynch befürworter!


cpt. chaos

Antwort löschen

An "Eraserhead" werde ich mich auch noch versuchen, selbst auf die Gefahr hin, dass es erneut mächtig in die Hose gehen wird, was wohl eher sehr wahrscheinlich ist.


Wednesday90

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

David Lynch Werkschau Part II.
Der Elefantenmensch, ein Monstrum, welches hilflos den Blicken, dem Gespött dutzender Schaulustiger auf den Jahrmärkten ausgesetzt ist. Hinter der Fassade verbirgt sich ein intelligenter, einfühlsamer, liebenswerter Mann. Durch seine furchtbaren Entstellungen wird er vom Menschen zum Tier degradiert. Der Film wirft konsequent eine Frage auf: Wer ist hier das Monster? John wird von seiner Umwelt zu eben Diesem gemacht. Verhält sich aber gleichzeitig menschlicher als die Personen um ihn herum, die ihm jegliche Menschlichkeit absprechen und ihn aufgrund seiner Andersartigkeit nicht akzeptieren.
"People are frightened by what they don't understand."
Die Handschrift von Lynch ist auch hier klar erkennbar. Die düstere, kalte Geräuschkulisse und die triste Optik, tragen zur bedrohlichen Atmosphäre bei. Hopkins und Hurt agieren großartig, vor allem letzterem gelingt es trotz der Maske den Zuseher tief zu berühren.
Lynch liefert ein bewegendes Werk. Aufwühlend. Tragisch. Gesellschaftskritisch.
Ein besonderer Aufruf zu mehr Menschlichkeit.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Gretchen_Ross

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Wenn meine Mutter mich nur hier sehen könnte mit so wunderbaren Freunden, vielleicht würde sie mich dann so lieben wie ich bin... ich habe mich immer bemüht gut zu sein!"
Oder "Oh Mr. Merrick, sie sind kein Elefantenmensch." "Nein?" "Oh nein. Sie sind Romeo".

Der Film ist so niedlich und herzlich, das ist unbeschreiblich. Zuerst als ich den Elefantenmenschen gesehen hab dachte ich nur "Ih", aber diese Figur ist die liebenswerteste Figur die ich jemals gesehen hab...

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TinaCocaine

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Mich hat der Film wirklich traurig gestimmt und ich finde ihn wundervoll. Gerade, dass er in schwarz- weiß ist, verleiht dem Film einen unglaublichen Charme. Ich habe ihn schon einige Male gesehen und kann die negativen Kritiken so gar nicht verstehen. Naja, ist wohl Geschmackssache - für meinen Geschmack: Großes Kino!

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

r3sortiane

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Inhaltlicher Einstieg
================
Ein menschendurchsetzter Jahrmarkt im grauesten Wetter Londons knapp 20 Jahre vor der Wende ins 20. Jahrhundert. Überall gieren die Menschen nach polarisierender Unterhaltung. Die Atmosphäre bedrohlich, düster und unheilvoll. Unter den vermeintlichen Attraktionen auch ein Gruselkabinett mit abstoßenden Absonderlichkeiten - die eindeutige Maxime: Je greulicher desto besser. Der "Elefantenmensch" ist ein Novum, wie nur ein solches das wahre Geld einbringt. Er ist grausam entstellt, er ist scheußlich anzusehen, er ist nurmehr Kreatur - ein Ding, das es verdient hat, angestarrt, verabscheut, weggesperrt und einzig zur ambivalenten Unterhaltung der zahlenden Massen herausgeholt zu werden. Unser Film beginnt, als der gebildete, vernunftgewohnte Arzt Dr. Treves auf die Zurschaustellung dieses Monsters aufmerksam wird. Obwohl sich auch in ihm die naturgegebene Abscheu vor so viel Unnatürlichkeit regt, erkennt er doch auch die medizinische Einzigartigkeit dieser Kreatur. Er entzieht den Elefantenmensch seinem Besitzer und dessen tierischer Einkerkerung und Misshandlung. Alsbald folgen erste Untersuchungen und die neuerliche Zurschaustellungen, dieses mal vor dem staunenden medizinischen Kollegium. Statt Geld, wird mit Prestige gezahlt. "Er ist ganz und gar schwachsinnig. Zum Glück." Die Kombination aus engem Kontakt und wachem Geist ermöglichen es Dr. Treves jedoch, mehr und mehr hinter die abscheuliche Hülle seines Patienten zu blicken. "Ich glaube unsere Phantasie reicht nicht aus um uns vorzustellen unter welchen Bedingungen dieser Mensch gelebt hat." Ein zunächst leise schwehlender Gewissenskonflikt macht sich breit. Und in der Peripherie lauern schon die sensationslüsternen Hyänen ...
---------------------------------------------------------------------------------
Themen
========
Der Film "Der Elefantenmensch" beschäftigt sich in eindrucksvoller Weise mit der Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht: Ist es die äußerliche Homogenität, die Einheitlichkeit unserer Hülle, der Wiedererkennungswert im Auge des Betrachters? Oder ist es die innerliche Fähigkeit zu denken und zu fühlen, in vernünftige Interaktion miteinander zu treten und sich auf verbaler und emotionaler Ebene auszutauschen? Lynch beweist, dass wir uns zunächst vom Augenscheinlichen lösen müssen, um das dahinter Verborgene kennenlernen und überprüfen zu können. Und schon diese Grundlage ist alles andere als leicht. Aber das ist noch nicht alles: "Der Elefantenmensch" fragt auch nach den Motiven, WARUM wir dies tut. In Dr. Treves siedelt Lynch moralisch-philosophische Fragen an: "Gibt es echten Altruismus überhaupt oder handeln wir letztendlich doch nur zu unserem eigenen Besten?". Ist es scheinheilig, wenn wir dem Monster die Hand reichen, es in hübsche, saubere Kleider stecken, ihm eine gediegene kleine Wohnung verschaffen, es aber letztlich doch nur tun, weil diese Kreatur unser Mitleid verdient hat und wir es erretten können? Oder einfach nur, weil es uns in unserer begüterten Tristesse eine willkommene Abwechslung bereitet? Sind wir damit überhaupt besser als der niedere Pöbel, der seine Ausschlachtung dieser Absonderlichkeit einfach nur auf unverblümtere und zugegebenermaßen grausamere Art und Weise betreibt? Oder sind wir tatsächlich dazu fähig, zu einem derart entstellten und fremdartigen Wesen eine echte, gefühlvolle und einzig auf Sympathie beruhende Beziehung einzugehen? Eine Prüfung für jederman.
---------------------------------------------------------------------------------
Mein Fazit
=========
Dieser Film, der wie ein Lehrfilm zur Entwicklung einer individuellen Einstellung zur Humanität und für Manchen zur erleuchtenden Erkundung der eigenen Empathiefähigkeit (prüfe: "Fühle ich mich vom Schicksal des Menschen John Merrick emotional berührt oder langweilt mich dieser farblose Streifen?") daherkommt, basiert "zu allem Übel" auf einer wahren Geschichte. Man führe sich vor Augen, dass der reale "Elefantenmensch" wohl zusätzlich noch nicht einmal sprechen konnte und es somit ungleich schwerer hatte, seine "Menschlichkeit" (à la "I am a human beeing.") in die Köpfe und Gefühlswelt seiner Mitmenschen zu transportieren. Alles in allem ein wirklich erstklassiger, weil zu keiner Zeit eindeutig Stellung beziehender oder in seiner Thematik abgeschlossen Film. Natürlich ist "Der Elefantenmensch" ein phasenweise sentimentaler, manchmal auch ein wenig kitschiger Film. Aber indem er diese Eindrücke stets wieder zu revidieren und auszulöschen vermag, ist es genau das, was ihn so realistisch und anspruchsvoll macht.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CarlSchmitt

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Nach über 330 Ratings - ohne einem bisher gesehenen Film einen Kommentar gewidmet zu haben – habe ich vor zwei Tagen „Der Elefantenmensch“ gesehen. Da mich dieses Lynche‘ Meisterwerk von Anfang bis Ende begeistert und nachhaltig zum Nachdenken angeregt hat, komme ich somit nicht umher, meinen erste Filmkritik auf MoviePilot zu verfassen.

„Der Elefantenmensch“ ist, wie hier schon häufig zu Recht angemerkt wurde, ein Melodrama über die Lebensgeschichte des schwer deformierten John Merrick, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tatsächlich lebte. Die Geschichte beginnt mit der Darstellung seines Daseins als Attraktion in einem Zirkus, in dem er von seinem „Besitzer“ misshandelt und unter miserablen Bedingungen „gehalten“ wird. Es entsteht bereits früh ein Kontakt zum Chirurgen Frederick Treves, der ihn im weiteren Verlauf eine Bleibe im örtlichen Hospital zusichert und ihn damit aus seiner unmenschlichen Situation befreit. Zudem versucht Treves, ihn in die viktorianische Gesellschaft zu integrieren. Wie vielleicht keinem zweiten Film gelingt es „Der Elefantenmensch“ durch die ungeschönte Darstellung der Unverfrorenheit einerseits und der menschlichen Güte andererseits, einen Kontrast zu generieren, der stellvertretend für die gesamte Gattung Mensch steht. Der Mensch ist dazu fähig, niederträchtig und gemein zu sein und aus niedrigen Motiven zu handeln – wie der frühere „Besitzer“ Merricks, der Hausmeister des Krankenhauses oder die zahlreichen Personen, die seine Vorstellung besuchen und ihn damit demütigen. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch sehr gut, dass der Mensch zu so etwas wie Toleranz, Mitgefühl und moralische Verantwortlichkeit fähig ist, welches durch Treves oder dem Hospitaldirektor personifiziert wird. Unterstützt wird diese Konzeption durch das Stilmittel der Schwarz-Weiß-Darstellung, die sich als eine außerordentlich gute Wahl erwiesen hat. Sie unterstreicht die Extreme, die „Der Elefantenmensch“ zum Ausdruck zu bringen versucht und fungiert gleichzeitig als eine ästhetische Komponente in einem Film, der auch durch seine Kostüme und Requisiten zu überzeugen weiß. Bemerkenswert ist auch, dass David Lynch einen Film kreiert hat, der sehr stringent und strukturiert daher kommt, obwohl er doch eher dafür bekannt ist, den eher „etwas anderen“ Film zu drehen. Aus der Perspektive unterscheidet sich „Der Elefantenmensch“ nicht von anderen unterhaltsamen und spannenden Spielfilmen wie Casino oder Oceans Eleven. Wodurch er sich aber tatsächlich abhebt, ist vor allem die Sentimentalität, die einem in manchen Momenten fast dazu zwingt, eine Träne zu verdrücken. Manch einem mag dies zu emotional sein und sicherlich ist dies auch eine Frage des Geschmacks. Ich halte dieses Stilmittel jedoch für sehr gut geeignet um die Bitterkeit und die Schönheit des Lebens darzustellen, weil das Leben manchmal eben unglaublich bitter oder schön sein kann. Dann ist es auch nicht weiter schlimm, dass „Der Elefantenmensch“ zumindest teilweise ahistorisch ist, denn es handelt sich hierbei um keine Dokumentation über die geschichtliche Figur John Merrick und auch die Qualität des Films leidet darunter nicht. Dass auch die Schauspieler – allen voran John Hurt und Anthony Hopkins – überzeugen, dürfte aus meiner Rezension bereits hervorgegangen sein.

Aus den genannten Gründen fällt es mir leicht, diesem Film 10 Punkte zu geben, auch wenn ich diese Note nur sehr ungerne und selten vergebe. „Der Elefantenmensch“ ist ein Film, der meine beiden Ansprüche an einen 10-Punkte-Film erfüllt. Er ist inhaltlich brillant und bindet mich emotional. Ein Film zum Nachdenken und Philosophieren, der moralische Fragen verarbeitet, ohne eine gute Story zu verhindern. Ein Film zum Mitfühlen, ein eindringliches Plädoyer für Menschlichkeit. Ein Meisterwerk.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Pyro 91

Antwort löschen

Sehr schöner Kommentar! Auch eine 10-Punkte-Film für mich.


Uli Kunkel

Antwort löschen

Wunderbarer Kommentar. =)


Dachsman

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Was an David Lynchs zweitem Langfilm am meisten überrascht und, sicher nicht ganz zu Unrecht, Zielscheibe für Kritik bietet ist, dass eine im Grunde sehr optimistische Geschichte erzählt wird. Der entstellte (atemberaubendes Make-Up: Christopher Tucker) John Merrick (starke Darstellung: John Hurt), basierend auf einer realen Person und deren Geschichte, kann vom Arzt Frederick Treves (überzeugend: Anthony Hopkins) aus den Fängen eines brutalen Schaubudenbetreibers befreit und dem Leben als menschliches Ausstellungsstück entrissen werden. Im Hospital findet er Zuflucht, Hilfe, Freunde und nach und nach sogar eine gewissen gesellschaftliche Anerkennung - die bis zum Ende eine bedrückende Ambivalenz aus Neugier, Profilierungssucht und ehrlichem Interesse am Menschen nicht abstreifen kann.
Auch wenn der äußerlicher deformierte Merrick einer innerlich degenerierten Gesellschaft entgegengestellt wird (der Film ist tatsächlich so kitschig, wie es sich teilweise liest), blitzt doch immer wieder Hoffnung durch. In Form von freundlich gesinnten Artisten und Clowns, barmherzigen Ärzten und einer wohlgesonnen Oberschicht, in diesem ansonsten kalten und tristen viktorianischen London.
Man könnte das kitschig und schönfärberisch nennen, aber Lynch schafft es, trotz seiner distanzierter und nüchtern betrachtenden Regie, echte und nachvollziehbare Emotionen in seinen Figuren zu wecken.
Und trotz eines versöhnlichen Endes bleibt das Gefühl, dass Merrick wohl lediglich Glück hatte den sprichwörtlichen Fels in der Brandung zu finden. Wie sagt ein kleinwüchsiger Clown zu ihm: "Luck, my friend, luck. Who needs it more than we?"

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Pyro 91

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

SPOILER!!!

Für John Merrick ist das Leben ein Alptraum. Denn aufgrund seines Aussehen ist er nirgendwo zuhause. Er kann sich entweder den schamvollen Leben als Zirkusäffchen hingeben und die Misshandlungen seines "Ziehvaters" ertragen oder versuchen zu fliehen. Doch wohin?
Überall rennen die Leute vor ihm davon, sie erschrecken sich, sie glauben nicht, dass hinter seinen scheußlichen Aussehen ein Mensch stecken kann, der doch im Kern phantasievoll, liebenswürdig und tief verletzlich ist.
Als Doktor Treves ihn bei sich aufnimmt, erfährt John zum ersten Mal in seinem Leben was Menschlichkeit bedeutet. Er gewöhnt sich an sein neues komfortables Leben. Doch wieder sind es die sensations- und geldgeilen Menschen, die ihm von seinem kurzen Höhenflug in die Tiefe ziehen. Es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein. John Merrick, der Mann ohne Zufluchtsort, macht sich wieder aus dem Staub.
Als er auf einem Bahnhof in die Ecke gedrängt wird, gelangt er an die Grenzen seines Selbsts. Es gibt kein Entkommen. Entweder setzt er sich jetzt zu Wehr oder er lässt zu wieder wie ein Tier behandelt zu werden. Schließlich gelingt es ihm doch sich zu emanzipieren: " I am not an elephant! I am not an animal! I am a human being! I am a man! ", ruft er in die Menge. Ein Befreiungsschlag, aber gleichzeitig auch eine Verzweiflungstat.
John hatte kein schönes Leben, doch in seinem letzten Jahr gab es Momente von menschlicher Wärme, Freude, Mitgefühl, Zusammenhalt, Zuneigung und am wichtigsten - Akzeptanz.
Nachdem John seine Lebensgeister langsam verlassen, kann er sich wie jeder andere in sein Bett legen und friedlich den Tod entgegentreten. Denn im Sterben sind wir alle gleich, es bestehen keine Unterschiede mehr.
"Never. Oh, never. Nothing will die. The stream flows, the wind blows, the cloud fleets, the heart beats. Nothing will die. "
Doch das was niemals sterben wird, ist Johns Seele. Es spielt keine Rolle wie er ausgesehen hat, es macht keinen Unterschied wie es ihm ergangen ist, seine Lebensenergie, seine Seele wird sich einen neuen Wirt suchen und ihm hoffentlich ein Leben schenken, dass nicht zum größten Teil aus Leid und Erniedrigung bestehen wird. Es wäre ihm zu wünschen.

Ich muss sagen, dass kein Film mich je so niedergeschmettert und doch fasziniert zurückgelassen hat. Aus inszenatorischer, schauspielerischer, musikalischer und drehbuchtechnischer Sicht, zieht David Lynch hier alle Register und beweist Feingespür, indem er den Zuschauer John Merrick nicht bemitleiden, sondern ihm schrittweise immer mehr Mitgefühl entgegen bringen lässt.
Ein absoluter Klassiker, der für mich allerdings auf einem rein inhaltlichen Level schwer zu ertragen ist und mich aus emotionaler Sicht völlig auslaugt.
David Lynch spricht die Verlogenheit und Sensationsgeilheit des Durchschnittsbürgers an, die fehlende Zugehörigkeit aufgrund reiner Äußerlichkeiten, die Angst nicht geliebt zu werden, des "Nichtgenugseins" und er zeigt wie Einsatzbereitschaft und Nächstenliebe, das Leben eines einzigen Menschen komplett verändern können. Doch auch dahinter steht die Frage, ob wird nette Dinge nur tun um uns besser zu fühlen, um als der moralisch höhere dazustehen oder ob wir auch ohne egoistische Motive handeln würden.
Somit funktioniert "Der Elefantenmensch" nicht nur als hochemotionale (wahre!) Geschichte eines außergewöhnlichen Individiums, sondern auch als Plädoyer für mehr Toleranz, Akzeptanz und Selbstreflektion.

Hiermit ziehe meinen Hut vor David Lynch und danke ihm für dieses Meisterwerk!

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Uli Kunkel

Antwort löschen

... und ich danke dir für diesen einfühlsamen, präzise beobachteten und formulierten Kommentar!
Schön, sowas unmittelbar nach diesen bewegenden Film lesen zu können.


Pyro 91

Antwort löschen

Gerne! ;)


Harrigan

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ob es nun die attraktionsgeilen Massen sind, die ihrem schlechten Dasein auf Kosten Anderer Humor einbringen und ihre unendliche, krankhafte Neugier befriedigen müssen oder ob es die selbsterklärte Bourgeoisie ist, die diesem deformiertem Schicksal unaufrichtiges und geheucheltes Verständnis entgegenbringt um sich selbst besser als den Pöbel schimpfen zu können spielt im Endeffekt keine Rolle. Wie bei allen anderen wird auch des Zuschauers Sensationslust auf abartiges und abstoßendes mit dem plakativen Titel "The Elephant Man", der genauso gut hätte "John Merrick" heißen können, ausgenutzt. So ist die Theaterszene, in der die gehobene Klasse standing ovasion für die Titelfigur gibt wohl die falscheste und widerlichste Szene überhaupt. Lynch schert hier ohne Ausnahme alle über einen Kamm, ohne, dass es irgendwer bemerkt.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

drisszelmat

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Ein Film über die Würde des Menschens, der gut gelungen ist. Ein Klassiker.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

tobiasschoeler

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Im Gegensatz zu den Werken "Mulholland Drive" oder "Lost Highway", welche stilistisch eher surreal daherkommen, ist der Stil von "Der Elefantenmensch" real gehalten.
Es gibt nicht viele Filme die eine solche Bandbreite an Emotionen bieten. Dabei wird der Film aber nie kitschig. Lynch trifft den perfekten Ton.
Anthony Hopkins zeigt eine absolute Weltklasseleistung. Besonders hat mich die Szene in der er John Merrik das erste Mal begegnet beeindruckt. In seinem Gesicht kann man so viele Emotionen ablesen. John Hurt schließt sich dem bedingslos an und schafft es trotz der Maske den Zuschauer für sich zu gewinnen.
"Der Elefantenmesch" ist ein Film mit einer unglaublichen erzählerischen und stilistischen Tiefe. Jeder der Filme mag, sollte ihn mindestens einmal gesehen haben.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

franticfury

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

"I am not an animal - I am a human being!"

Sehr nachdenklich stimmender, bewegender Film über die Würde des Menschen, sollte jeder mindestens einmal gesehen haben!

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Weltenkind

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein bedrückendes, kritisches und vor allem ehrliches Plädoyer zur Menschlichkeit. Mit zwei herausragenden Darstellern zelebriert David Lynch uns einen Film, der so bedrückend und niederschmetternd sein kann, wie kein Zweiter. Ein ausgestoßener, von der Menschheit verachteter und als Attraktion missbrauchter Mann findet in einem herzlichen Mann einen Freund und Helfer. Über Freundschaft, Missgunst, Versagen und Menschlichkeit gibt es keinen Film, der so bedrückend ist wie dieser. Vor dreißig Jahren gedreht, heute aktuell wie eh und je. Ein stilles Werk eines Mannes, den man aufgrund seiner verrückten und surrealistischen Filme kennt drehte mit "Der Elefantenmensch" den wohl normalsten Film der Filmgeschichte.

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

4rM

Antwort löschen

Sehr guter Kommentar !


minate

Antwort löschen

Wenn du das sagst.. Gut dass moviepilot die Merkliste nicht begrenzt.


Markbln

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Der könnte auch aus 2011 sein. Aber nein, David Lynch der eheamlige Visionär macht sowas natürlich schon 30 jahre eher. Schade, dass er heute immer mehr abdrifet und nur noch verschwurbeldete Langweiler dreht. DER ELEFANTENMENSCH ist sein schönster Film und das bestmögliche filmische Plädoyer für Menschlichkeit.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Spielberg_Fan

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

David Lynch- Werkschau No. 2:

Schon mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm durfte sich Lynch an einen Studiofilm herwagen. Dabei herausgekommen ist ein einfühlsames Drama, das einen nach der Sichtung ziemlich nachdenklich zurücklässt.

„Der Elefantenmensch“ beeindruckt alleine schon durch die großartige Leistung von Anthony Hopkins als Dr. Frederick Treves und der noch besseren Leistung von John Hurt als John Merrik (der Elefantenmensch). Man kann sich also auf hervorragendes Schauspielkino einstellen. Aber nicht nur in diesem Bereich weiß der Film unglaublich zugefallen. Die schwarz/weißen Bilder sind richtig toll fotografiert und ziehen den Zuschauer praktisch hypnotisch in ihren Bann. Hier in Schwarz/Weiß zu drehen war wohl die richtige Entscheidung. Punkten kann dieses geniale Werk außerdem mit einem passenden Score und einem Ende, das sich so korrekt einfühlt, obwohl man es sich im tiefsten Inneren vielleicht etwas anders gewünscht hätte.

„Der Elefantenmensch“ hat auffällig wenig von David Lynch's wahnsinnigen Stil mit auf den Weg bekommen. Nur selten blitzen einige typische Lynch-Momente auf. Ansonsten fühlt sich der Film wie ein perfekt inszeniertes Drama an, welches seine Zuschauer nicht mehr loslässt.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Teezy123

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Unglaublich wundervoller Film, mit sagenhaft viel Fingerspitzengefühl und ohne den übertriebenen erhobenen Zeigefinger.
Herzzerreissendes Meisterwerk, dass gleichzeitig mit unserer Gesellschaft abrechnet und jedem Zuschauer den Spiegel schonungslos vors Gesicht hält und wo jeder hofft, sich darin nicht zu erkennen.
Ein Film, der alle Zeiten überdauern wird, und das völlig zu Recht - Pflichtfilm !!!

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch