Der Elefantenmensch

The Elephant Man (1980), GB/US Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 13.02.1981


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8.0
Kritiker
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7.4
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5632 Bewertungen
102 Kommentare
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von David Lynch, mit Anthony Hopkins und John Hurt

Seit seiner Kindheit ist John Merrick furchtbar entstellt. Als “Elefantenmensch” wird er auf Jahrmärkten vorgeführt und von seinem sadistischen “Besitzer” gequält. Bis ihn schließlich der Arzt Frederick Treves entdeckt und ihm Hilfe anbietet. John Merrick soll endlich wie ein Mensch leben.

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Regie
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Kommentare (95) — Film: Der Elefantenmensch


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DieFilmguckerin

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Bewertung7.5Sehenswert

” If only I could find her, so she could see me with such lovely friends here now; perhaps she could love me as I am. I’ve tried so hard to be good.”

“Der Elefantenmensch” erzählt die Geschichte von John Merrick, der an einer starken Deformation seines Kopfes und Oberkörpers leidet und dadurch sein Leben lang ausgegrenzt und zur Schau gestellt wurde. Als ihn eines Tages der Arzt Dr. Frederick Treves entdeckt, ändert sich sein Leben schlagartig. Nachdem ihn der Arzt zunächst nur für wissenschaftliche Zwecke im Krankenhaus behält, entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen den beiden als Dr. Treves herausfindet, dass John intelligent und gebildet ist. Fortan versucht er, John in die Gesellschaft einzugliedern, doch die Schaulustigen finden immer wieder einen Weg in Johns Zimmer und auch sein ehemaliger “Besitzer” möchte seine lukrativste Sensation nicht verlieren.

Regisseur David Lynch entführt uns in seinem ersten kommerziell erfolgreichen Film in das viktorianische London und präsentiert uns nicht nur einen gequälten Menschen, sondern auch eine grausame Gesellschaft, die sich am Elend anderer weidet. Und ein wenig macht Lynch den Zuschauer auch zu einem neugierigen Schaulustigen, enthält er ihm das Aussehen des Elefantenmenschen doch am Anfang des Filmes eine ganze Weile vor. Wie der Arzt Dr. Treves lernt auch der Zuschauer John Merrick erst nach und nach kennen, kann sich langsam an sein entstelltes Aussehen gewöhnen und wird schließlich von seiner Intelligenz und Bildung überrascht.

Anthony Hopkins’ Rolle ist eine sehr dankbare, wird er doch nach anfänglichen Schwierigkeiten stets als einfühlsamer und toleranter Mensch dargestellt, der kein Wässerchen trüben kann. Der Schauspieler, der übrigens durch diese Rolle für die Rolle des Hannibal Lecter ausgewählt wurde, macht seine Sache aber sehr gut und zieht die Sympathie des Zuschauers auf sich. Bemerkenswert ist auch die schauspielerische Arbeit von John Hurt, der trotz der beengenden Maske eine sehr gute Leistung abliefert und allein mit seiner brüchigen Stimme Gefühle transportiert.

Obwohl der emotionale Ton des Films öfter an der Grenze zur Kitschigkeit entlangschrammt, vor allem als John scheinbar in die feine Gesellschaft aufgenommen wird, wird doch nie die Außenseiterposition des Elefantenmenschen und die Schwierigkeit seines Lebens außer Acht gelassen. Oft während und auch nach dem Sichten des Films denkt man über die Reaktion der Gesellschaft nach, würde der Elefantenmensch heute leben. In erster Linie leidet man aber mit John Merrick, dem armen Verstoßenen, der nie Liebe oder Mitgefühl erfahren hat und sich für jede kleine Geste unendlich dankbar zeigt.

Der Film beruht auf dem Leben von Joseph Carey Merrick und bewegt sich relativ nahe an den Ereignissen um seine Person, auch wenn er in Wirklichkeit ein ruhiges Leben im Krankenhaus führte. Für die Maske wurden Gipsabdrücke genutzt, die damals aus wissenschaftlichen Zwecken gemacht wurden – dadurch konnte eine hohe Genauigkeit bei der Darstellung seiner Deformation gehalten werden. Das Anlegen der Maske dauerte etwa 7-8 Stunden und die Beweglichkeit von John Hurt wurde stark eingeschränkt, sodass er nach dem ersten Drehtag seine Frau anrief: “I think they finally managed to make me hate acting.”

“Der Elefantenmensch” ist ein interessanter und berührender Film, der von Menschlichkeit und Toleranz erzählt, gleichzeitig aber auch der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Durch das körnige Schwarz-Weiß-Bild fühlt man sich in das viktorianische London versetzt, die Charaktere wirken authentisch und glaubwürdig.

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Kai_Asmus

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Bewertung10.0Herausragend

Grandios!

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doro.kopp

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Bewertung9.5Herausragend

"People are frightened by what they don't understand."

Menschen können so grausam sein, was hier sehr deutlich gemacht wird. In den 125 min wächst John Merrick einem ans Herz und man fühlt mit ihm mit.
Der Film geht richtig unter die Haut.

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Kurono

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein Film der mir echt nahe gegangen ist.
Wenn Joseph Merrick darüber erzählt, was er wohl wie eine Enttäuschung für seine schöne Mutter ist, fang ich genauso an zu weinen, wie die Frau von Dr. Treves.
Ein Plädoyer gegen das Oberflächliche und für die Menschlichkeit.

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corinna.freiburg

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr schöner filmischer Beweis für Nietsches Aussage: Der Mensch ist das schlimmste aller Tiere.
Ist man auch im ersten Moment selbst noch vom Aussehen des Elefantenmenschen abgestoßen, so gewinnt man ihn im Verlauf des Films immer mehr lieb. Das arme Geschöpf wächst einem sehr schnell ans Herz. Umso abgestoßener ist man dann von den "normalen" Menschen, die nicht nur einfach ein Monster in ihm sehen, sondern ihn demütigen, verspotten und verletzen.
Man bleibt mit heißen Tränen auf den Wangen zurück wenn Merrick den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmt. Ich kann bislang noch immer nicht sagen, ob sie aus Freude waren, weil er nun nicht mehr unter seinen Mitmenschen leiden wird, aus Trauer, weil er so leiden musste und man das Bewußtsein hat, daß es noch vielen anderen auf der Welt täglich ähnlich ergehen muss, oder vielleicht doch aus Scham, weil man weiß, daß man selbst vermutlich auch nicht besser gewesen wäre als einige andere Charaktere in diesem Film.

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based_god

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Bewertung9.0Herausragend

Mit dem Elefantenmenschen schraubt Lynch seine künstlerischen Ansprüche ein wenig zurück und lässt der tief berührenden Geschichte die nötige Luft zu atmen.

Gut getan hat es dem Gesamtergebnis auf jeden Fall! Die Sprache des Films ist direkter und die Botschaft wird dem Zuschauer direkt ins Gesicht geklatscht. Ein Aufruf zur Menschlichkeit mit einem Portrait eines Menschen, dem die Würde des Menschseins gestohlen wurde. Unglaublich traurig und trotzdem hoffnungsvoll.

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JJGittes

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Ich komme irgendwie nie dazu mir den anzusehen, obwohl ich weiss, dass der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.


Bubo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Geringe Spoiler enthalten.
John Merrick ist der Elefantenmensch. Der Elefantenmensch ist ein „Monster“, das sich seiner Menschlichkeit sehr bewusst ist, von den anderen als Mensch aber abgelehnt wird - aufgrund seiner unfassbaren Hässlichkeit, die sofort ins Auge sticht. Diese Hässlichkeit, die John zur „Monstrosität“ macht, veranschaulicht das Leben des Elefantenmenschen, der nicht zur menschlichen Gesellschaft gehört, auch wenn er vielleicht menschlicher ist, als es „die Gesellschaft“ je werden kann. Der Elefantenmensch muss, aufgrund seiner monströs hässlichen Andersartigkeit, ein Monster bleiben.

Der Elefantenmensch fasziniert, er ekelt an, er macht Angst, weckt die Neugier. Er kitzelt die niederen Instinkte aus anderen heraus, weil er als Objekt angesehen wird. Er ist eben Monster, kein Mensch! Es gibt auch einige, die dem Elefantenmenschen Mitleid, Unterstützung, vielleicht sogar Zuneigung entgegenbringen. Er ist eben Monster, kein Mensch! Es ist aber nicht möglich, den Elefantenmenschen akzeptieren zu können, verstehen zu können, lieben zu können. Wie denn auch? Wer so monströs anders ist, kann kein Mensch sein. Sonst wäre er doch wie „wir“. Er wäre nicht so...hässlich. Er ist eben Monster, kein Mensch!

In seinem Menschsein kennt der Elefantenmensch die Sehnsucht, die Phantasie, die Idee von Erlösung und Liebe. Als Mensch kennt er den Wunsch nach "Schönheit". In seinem Monstersein erlebt er die Ablehnung, die Angst des Menschen vor dem Unbekannten, die Vorurteile, die Hilflosigkeit, die Einsamkeit als „Elefantenmensch“. Als Monster erlebt er die „Hässlichkeit“ des vordergründig schönen Menschen. John Merrick ist Monster! Und John Merrick ist ein Mensch!

Was fühlt ein Mensch, der noch vor seiner Geburt dazu verdammt wird, ein Leben als Monster führen zu müssen? Was fühlen die Menschen, die mit diesem hybriden Monster-Mensch-Wesen, dem Elefantenmenschen eben, konfrontiert werden? Anders zu sein ist keine Entscheidung, die man treffen kann. Es ist eine Bürde, die aufgehalst wird. Gemeinsam anders geht nicht. Anders sein heisst in letzter Konsequenz, alleine zu leben, alleine zu wachsen, alleine zu sterben.

„Ich habe zu mir selbst gefunden. Ich bin glücklich.“

Der Elefantenmensch wird zu Beginn seines Lebens als Monster geboren. Der Elefantenmensch stirbt auf dem Höhepunkt seines Menschseins. Vielleicht ist das Monstersein in seiner hässlichen Andersartigkeit auch nur vordergründig Bürde, dahinter aber Lehre für die glattgebügelte, makellose Gleichheit dessen, was als erstrebenswertes Menschsein verstanden wird. Aber der Gedanke ist mir jetzt irgendwie zu „anders“, als dass ich den fassen könnte. Ich bin halt auch nur ein Mensch.

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Big_Kahuna

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"Gemeinsam anders geht nicht."
Du hast den Film wirklich mit dem geistigen Fernglas geschaut und das beim ersten mal. Danke dafür, ein großer Kommentar, auch wenn er so vielleicht nicht komplett erkannt wird.


Shentenza

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Bewertung10.0Herausragend

Ein Film der mir sehr oft die Tränen in die Augen getrieben hat. Er hat mich berührt, mitfühlen lassen, trauern lassen und hat mich angewidert zu sehen was der Mensch tut.
Denn das eigentliche Monster ist hier nicht der "Elefantenmensch" sonder der Mensch selber.

Wahrlich ein Meisterwerk des David Lynch.

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Drax

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

David Lynch gelingt es großartig die bewegende Geschichte des Joseph Merrick zum Leben zu erwecken.
Davis Lynch verzichtet in diesem Frühwerk auf großes Rätselraten und bizarren Surrealismus und erzählt linear die Geschichte des entstellten John Merrick und dessen verletzliche und reine Seele, ohne dabei jedoch in Kitsch abzudriften.
Gleichzeit zeigt Lynch auch eine hässliche Seite des Menschen, nämlich die voyeuristische Lust an Sensationen und Abnormalen (die heute leider nicht weniger ausgeprägt ist als damals).
So sind besonders die Szenen erschütternd und aufwühlend, in denen die Menge sich am großen Leid von Joseph Merrick geradezu ergötzt.
"Der Elefantenmensch" ist jedoch nicht nur inhaltlich sondern auch inszenatorisch äußerst gelungen.
So bietet der Film eine grandiose Atmosphäre, was unter anderem durch hervorragende Settings und der s/w Umsetzung kommt.
Auch darstellerisch kann der Film mehr als überzeugen, insbesondere Anthony Hopkins und John Hurt liefern einfach eine brillante Leistung ab, der man sich nicht entziehen kann.
So ist "Der Elefantenmensch" alles in allem ein großartiges und überaus sehenswertes Plädoyer für Humanität.

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Shiroyasha

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Bewertung9.0Herausragend

Ein wundervoller und zugleich schrecklicher Film von David Lynch. Der Film zeigt die hässliche Seite der Menschen, denn was der Mensch nicht kennt, dass lehnt er auch ab, was man bei diesem Film erschreckend mit der Person Joseph Merrick (dem Elefantenmenschen) mit ansehen muss. Sollte man unbedingt gesehen haben und dann wird man sich auch zwei mal überlegen, ob man sich die Persönlichkeit eines fremden Menschen alleine von dessen Aussehen ableiten kann.

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Big_Kahuna

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Welches Recht hat ein einzelner, jemanden anderes wegen seines Aussehens zu verletzen? Warum ist die bloße Erscheinung von etwas so wichtig für uns? Sei es ein Gegenstand oder ein lebendiges Wesen. Wieso sehen wir etwas und schätzen es ein, bekommen einen Eindruck, stempeln ab, denken uns unseren Teil und das allein nur deshalb, weil wir es sehen? Alles muss immer möglichst schön sein, Männer geben mit ihren rassigen Frauen an, Gegenstände werden zu Objekten nach denen man sich streckt, die man unbedingt haben möchte. Die Materialisierung nimmt ihren unwiderruflichen Lauf, knallende Bolzen, rauchende Schornsteine, die Industrialisierung ging voran, Technologie breitet sich aus. Was auf der Strecke bleibt sind Werte. Werte die mal wichtig waren geraten in Vergessenheit. Wo sind die vornehmen Gentleman, die ihren Frauen die Türen zum Wagen aufhalten oder aufstehen, wenn ältere Leute im Bus mit ihren starren Augen einen Sitzplatz suchen. Ich möchte keine klischeebeladene Geschichte daraus machen, aber nüchtern betrachtet, ist das eben das, was da draußen los ist und was womöglich auf einen großen Teil der Menschheit zutrifft. David Lynch widmet sich einem Thema, über das sich kein Mensch Gedanken machen möchte, weil er lieber die Augen davor verschließt. Körperliche Entstelltheit, Behinderung, alles was der Mensch eigentlich nicht sehen möchte und doch können die neugierigen Augen nicht wegsehen - wie auf der Autobahn, wenn Staus entstehen, weil die Leute den eigentlichen Unfall, der passiert ist, sehen wollen und abbremsen - und machen sich ihr eigenes Bild, ohne zu wissen was sich dahinter verbirgt. In einer solch immer oberflächlicher werdenden Welt wird die Gesellschaft zum Geschwür und nicht der entstellte Mensch, den wir zu Gesicht bekommen. Als Attraktion ausgestellt, sehen wir hier den Elefantenmenschen, der völlig verschüchtert darauf reduziert wird, was er eigentlich am wenigsten hat: eine schöne Erscheinung. Und das was der Mensch nun mal nicht kennt, das will er nicht und stößt er ab, so wie hier. Selbst die eigene Mutter, die eigentlich eine innere Verbundenheit zu ihrem eigenen Fleisch und Blut haben müsste, stieß ihn ab, ihren eigenen Sohn. Warum sind wir so und tun solch schreckliche Dinge? Weil sie uns höchstwahrscheinlich nur belasten und der Weg des geringsten Widerstands nun mal der einfachste und oft auch sicherste für uns ist? Dabei möchte dieses Wesen nur eins, dazu gehören, geliebt werden, sich angehörig fühlen. Ein Trieb der auch bei uns allen vorhanden ist, weil wir sonst zerbrechen, ganz allein, abgestoßen von der Außenwelt. Hier scheint ein Hundeleben wichtiger, als dieser entstellte Mensch, zumindest für die breite Masse, die hier gekonnt von Lynch in Szene gesetzt wird, so wie alles andere drum herum. Ähnlich wie in "the straight story" hält er sich mit surrealen Elementen zurück und setzt lieber auf Atmosphäre und auf die emotionale Ebene, die hier unweigerlich vorherrscht, weil einem dieser Mensch so ans Herz wächst. Er ist so gut und liebenswert, dass man sich gar nicht ausmalen möchte, wie er sein ganzes Leben lang nur als beschämendes Objekt zur Schau gestellt wurde und ihm nur widerwärtige Blicke entgegengeworfen wurden, sodass er sich nicht in der Öffentlichkeit aufhalten wollte, weil er Angst davor hatte andere Menschen zu verängstigen. Dabei wollte er nur als Mensch geschätzt werden, etwas was sich wohl viele Menschen wünschen, ganz egal ob sie so entstellt sind wie er oder nicht. Jeder möchte das. Man muss nur gut aussehen und schon treten einem die Menschen ganz anders gegenüber, viel offener. Sie wollen wissen, was sich hinter dieser schönen Fassade verbirgt, aber bei jemandem wie John Merrick, dem unansehnlichen Elefantenmenschen glauben sie schon zu wissen, wer er ist. Das nichts schönes hinter seiner Fassade steckt, kein liebenswerter, intelligenter Mensch, der er eigentlich voll und ganz ist. Lynch versucht es unter der mithilfe von Hopkins so nüchtern wie möglich, nicht umsonst beendet er manche Szenen abrupt im gefühlvollen Abgang. Völlig ohne Melancholie wird man bei einem solchen Thema wohl kaum auskommen, man hat aber nicht das Gefühl, dass er bewusst auf die Tränendrüse drückt.
Im Elefantenmenschen, der rein optisch scheinbar eine Menge von Eraserhead hat, sehen wir immer auch mal wieder unermüdlich arbeitende Industriemechaniker oder rauchende Maschinen. Ob uns Lynch sagen will, dass die Arbeiterschaft einfach nicht weit genug denken kann, um zu verstehen, wie sich dieser Mensch fühlen muss, bei solch einem Pöbel, den sie ihm aussetzen? Das unser System nun mal so ist wie es ist? Nicht jeder Mensch kann gut sein, nicht jeder Mensch kann intelligent sein, auch wenn Intelligenz natürlich nichts damit zu tun haben muss, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht? In jedem Fall gelingt es Lynch mal wieder auf eine andere Art, ich glaube ohnehin, dass er alles drehen könnte, wenn er denn wollen würde. Ein absolut rührender und tiefgründiger Film, der schnörkellos, aber dennoch einzigartig gedreht ist und ein bedeutendes Werk der Filmgeschichte.
"Ich bin kein Tier! Ich bin ein menschliches Wesen! Ich ... bin ... ein Mensch! "

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Bubo

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Wohl kaum, mein lieber Kahuna<3
...und Deine Worte könnten genausogut von mir an Dich zum Thema LH sein :D. Kriegst dazu morgen was ins Postfach. Ist doch super, wie unterschiedlich wir wahrnehmen können!


Big_Kahuna

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Oh ja, da freue ich mich übrigens besonders drauf Bubo. Kanns kaum erwarten, wie du weißt. <3 :p


DKennyK

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Unfassbar berührendes Meisterwerk.
Mit seiner zweistündigen Laufzeit und der Story, die in dieser erzählt wird, kann er auf manche wohl langatmig wirken. Für mich war es eine wahre Freude John kennenzulernen und Zeit mit ihm zu verbringen. Die Erzeugung von Emotion ist zwar sehr oberflächlich, aber das stellt kein Hindernis dar, um den Zuschauer zu fesseln und sogar zu Tränen zu rühren. Dank dem Format des Biopics hapert es zwar ab und an am Storyaufbau, aber die vielen passend gezeichneten und gespielten Charaktere machen dies wieder wett.

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mondauge

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bei mir hat der Film gemischte Gefühle hinterlassen. Auf der einen Seite merke ich hier wenig von dem was ich an Lynch schätze - nicht magisch, nicht obskur, nicht grotesk - sondern gradlinig und seicht, aber auf der anderen Seite ist es ein Biopic, welches moralisch daher kommt und moralische Zerrissenheit herstellt.

Zu Tränen gerührt war ich nicht, obwohl ich schon recht nah am Wasser gebaut habe! Ich empfinde das Werk auch nicht als Spiegel auf unsere moderne Gesellschaft, eher auf eine archaische Gesellschaft, die bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts vorherrschte, in denen Behinderte noch diskriminiert werden durften und man auch gar keine Skrupel davor hatte, weil die Menschen auch nicht richtig aufgeklärt waren. Die Welt ist heute nicht vollkommen, aber sie ist heute für die Behinderten viel gerechter und entgegenkommender. Aber trotzdem wäre auch heute ein Mensch mit der Krankheit von Merrick ein Anblick an den man sich erst gewöhnen müsste, hat man Contergan-Betroffene sicherlich schon öfter gesehen und sich daran gewöhnt. Ich selbst verspürte anfangs den Ekel beim Elefantenmenschen und hier ist Lynch auch wieder Meister.

Das Format des Films ist erstaunlich authentisch auf die 1920er/1930er Jahre getrimmt und erinnert, ganz und gar nicht zufällig, an den nicht weniger moralischen Kultklassiker von Tod Browning "Freaks" (http://www.moviepilot.de/movies/freaks-migestaltete), der seiner Zeit weit voraus war. Bei Elephant Man hat man komplett das Gefühl genau in diese Zeit der 20er/30er zurückgeführt worden zu sein, was dem tatsächlichen Setting der Geschichte, im auslaufenden 19. Jahrhundert, zeitlich ein gutes Stück entgegenkommt.

Deutlich auf eine höhere Ebene gehoben schließt das Werk mit Klängen von Samuel Barber.

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Alex.de.Large

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Netter Kommi.
Doch eine Bitte: Verbesser bitte die Schreibweise von Contergan, das schadet dem guten Eindruck, den dein Kommi ansonsten macht.
Darfst meine Antwort dann auch löschen :).


mondauge

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okay danke :-)


uncut123

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

lob an regie und darsteller...

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HimmelHoch

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"People are frightened by what they don't understand."

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Das war also "The Elephant Man". Die Tränen sind getrocknet, die Verwirrung sitzt noch im Kopf. Ich glaube, David Lynch hatte gar nicht die Intention, mich zum weinen zu bringen. Ist trotzdem passiert. Er wollte mir einfach nur John Merrick vorstellen. Diesen jungen Mann mit diesem schweren Schicksal und dem großes Herzen. Und Frederick Treves, den jungen Arzt auf der Suche nach den richtigen Antworten zu den wichtigen Fragen. Er beginnt mit den Fragen zu menschlichen Anatomie. Im Fall vom Elephant Man ein sehr spannendes Thema. Und er endet mit der Frage nach menschlicher Würde. Im Fall vom John Merrick ein noch viel spannenderes Thema.

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"Am I a good man? Or a bad man?"
Eine sehr berechtigte Frage, die sich Sir Treves stellen muss. Und ich mir. In beiden Fällen, nicht so einfach zu beantworten. "The Elephant Man" ist ein schrecklich unbequemer Spiegel unserer Gesellschaft der durch eine schlichte Erzählung ohne viele Bögen, Kurven und Schnickschnack im schlichten schwarz-weiß sehr authentisch und unangenehm ist. Es kommen viele harte Momente, gefolgt von vielen wundervollen Momenten, dargeboten von einem fantastischen Ensemble.
Ein schwieriger Film. Ein guter Film. Ein ganz wichtiger Film.

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"[..]perhaps she could love me as I am. I've tried so hard to be good."

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Gewitter.Kind

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Deine Kommentare sind mehr als Worte :)


HimmelHoch

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Sehr gute Entscheidung, Kitty. Der Film ist einfach..gewaltig!?

Melcon, wir sind uns einig! :D

@Zimtmond Danke, meine Liebe! :) Es muss Jahre her sein, dass ich so geweint habe. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Einfach wahnsinn, wie dieser Film unter die Haut geht!

@ Oh, vielen vielen Dank Gewitter.Kind! Ganz lieb von dir! :)


Daymare

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich war wirklich skeptisch was diesen Film anging, aber die bewegende Geschichte von John Merrick hat mich auf sovielen unterschiedlichen Ebenen berühert, dass ich einfach nicht anders kann als die volle Punktzahl zu vergeben - Meisterwerk!

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SpiceWeasel

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Bewertung9.0Herausragend

"If you can manage to get to the end of ’The Elephant Man’ without being moved, I don’t think you’d be someone I’d want to know.” - John Hurt

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Zimtmond

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Bewertung10.0Herausragend

"Ich wünschte, ich könnte schlafen wie normale Menschen."

"Wenn meine Mutter mich nur hier sehen könnte mit so wunderbaren Freunden, vielleicht würde sie mich dann so lieben wie ich bin... ich habe mich immer bemüht gut zu sein!"

Wichtiger Film. Großartiger Film. Er berührt auf so vielen Ebenen.

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razzo

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Bewertung9.0Herausragend

''Bin ich ein guter Mensch oder bin ich ein schlechter Mensch?''

Diese Frage stellt sich die Figur von Anthony Hopkins, aber vielmehr stellt Lynch diese Frage an uns alle. Wie würden wir uns gegenüber dem Elefantenmensch verhalten?! Wären wir ein Teil vom gaffenden Volk oder steigen wir über unsere Oberflächlichkeit und sehen die Menschlichkeit hinter dieser schrecklichen Fassade?

Und wenn wir ihm die Hand reichen, wie selbstlos sind wir dabei? Verbergen wir nicht doch egoistische Absichten hinter unserer Güte?!

Große und wichtige Filme beantworten nicht alle Fragen, sie lassen uns mit ihnen allein.

Den echten Joseph Merrick gab es wirklich. Shakespeare hat er jedoch nie zitiert. Er konnte nicht mal sprechen. Er starb mit 28 Jahren. Wieviel Menschlichkeit er in seinem kurzen Dasein wirklich erfahren hat, weiß keiner.

Eins ist aber sicher. Das Leid in seinem Leben kann dieser Film nur erahnen lassen.

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AlexanderDeLarge

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

So ist er der Mensch...

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