Wie ein wilder Stier

Raging Bull (1980), US Laufzeit 129 Minuten, FSK 16, Drama, Sportfilm, Kinostart 12.03.1981


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8.2
Kritiker
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7.4
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98 Kommentare
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von Martin Scorsese, mit Joe Pesci und Robert De Niro

Martin Scorsese verfilmte mit Wie ein wilder Stier die Geschichte des Boxers Jake La Motta. Für die Darstellung des gebrochenen Helden erhielt Robert De Niro seinen zweiten Oscar.

Der Boxprofi Jake La Motta (Robert De Niro) legt eine steile Karriere im Ring hin. Gemeinsam mit seinem Manager und Bruder Joey (Joe Pesci) boxt sich der Junge aus der Bronx bis zum Weltmeistertitel im Mittelgewicht. Auf dem Weg dorthin muss La Motta nicht nur seine Gegner auf die Matte schicken, sondern hat auch mit den Machenschaften der Box-Mafia zu kämpfen. Doch der Boxer verkraftet den Ruhm nicht, und sein trauriger Abstieg beginnt. Seine Gewalttätigkeit, die ihm im Ring zum Sieg verhalf, beginnt sein Leben außerhalb der Boxarenen zu zerstören.

Hintergrund & Infos zu Wie ein wilder Stier
Wie ein wilder Stier gilt als Meilenstein der amerikanischen Filmgeschichte. In zahlreichen Bestenlisten taucht das in Schwarzweiß gedrehte Boxerdrama auf Spitzenplätzen auf. Martin Scorsese nahm sich besonders viel Zeit für die faszinierend realistischen Kampfszenen, deren Authentizität von Kritikern außerordentlich gelobt wurde. Dazu trug Robert De Niro, der sich von Jake La Motta höchstpersönlich trainieren ließ und stolze 25 Kilo für den Film zulegte, einen entscheidenden Anteil bei.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Wie ein wilder Stier
Genre
Biopic, Drama, Box-Film
Zeit
1940er Jahre, 1941, 1964
Ort
Bronx, Florida, Gefängnis
Handlung
Aggressivität, Aufstieg, Aufstieg und Fall, Außenseiter, Betrogener Ehemann, Betrug, Boxen, Boxer, Boxhandschuh, Boxkampf, Boxring, Bruder, Bruder-Bruder-Beziehung, Brutalität, Diskothek, Ehe, Ehebruch, Ehefrau, Ehekrise, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Eifersucht, Eifersuchtsdrama, Entlassung aus dem Gefängnis, Faustkampf, Freiheitsentzug, Gebrochene Nase, Gefängnis, Gewalt, Gewalt in der Familie, Gewaltausbruch, Gewalttätiger Ehemann, Hitziges Temperament, Italo-Amerikaner, Karriere, Kultfilm, Mafia, Mann-Frau-Beziehung, Nachtclubbesitzer, Oscargewinner, Reue, Ruhestand, Scheidung, Schlägerei, Schuld, Schuldgefühl, Streit, Temperament, Titelkampf, Unkontrolliert, Untreue, Verdacht, Verfolgungswahn, Verhaftung, Vermutung, Wut und Hass, Übergewicht
Stimmung
Berührend, Hart, Traurig
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
AFI Top 100, Kultfilm, New Hollywood, Oscargewinner, Schwarz Weiß, Time's All TIME Top 100 Movies, Wahre Begebenheit
Verleiher
UIP
Produktionsfirma
Chartoff-Winkler Productions, United Artists

Kommentare (92) — Film: Wie ein wilder Stier


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Davki90

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Geniales und denkwürdiges Boxdrama! Der Aufstieg und Fall des berühmten Jack La Motta! Genial gespielt von Robert de Niro und Joe Pesci! Der Schwarz-Weiss Look passt gut zum Film und gibt ihm das gewisse etwas! De Niro und Scorsese passt halt einfach zusammen!

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Ioosh698

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wow! Ich bin wirklich beeindruckt was Martin Scorsese hier für ein unglaublich großes Werk abgeliefert hat.
"Wie ein wilder Stier" war mir lange Zeit nicht wirklich ein Begriff, ich hatte nie viel über diesen Streifen gehört, bis ich vor ein paar Wochen hier auf Moviepilot durch einen Artikel auf den Film aufmerksam wurde. Mein Interesse wurde vollkommen geweckt, ich zögerte nicht lange und nahm mir den Film dann schließlich auf als er im Fernsehen kam.
In der Zwischenzeit habe ich den Film bisher zweimal gesehen, und er ist zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme geworden. "Wie ein wilder Stier" ist ein ganz großes Stück Film, einer der besten Filme die ich jemals gesehen habe, und einer der wohl besten Filme aller Zeiten! Es ist schon fast ein "Verbrechen" das Martin Scorsese für diesen Streifen hier nicht mit einem Regie-Oscar gewürdigt worden ist, denn erzählerisch ist "Wie ein wilder Stier" erste Sahne.
Im Film erzählt Scorsese die Geschichte der Boxlegende Jake La Motta, der vor allem in den 1940er Jahren große Erfolge feiern konnte. Man begleitet Jake von den Anfängen seiner Karriere, fiebert bei jedem seiner Kämpfe mit, hofft das er gewinnt, und seinen Ruhm, die Anerkennung nach der er so sehr strebt, bekommt. Auch auf Familiärer Ebene begleitet man Jake und auch seinen Bruder Joey, der versucht Jake in jeder erdenklichen Situation zu unterstützen und aufrecht zu erhalten ihr ganzes Leben lang. Denn der Boxsport ist ein harter Sport, er verändert manche Menschen mit der Zeit, zwingt sie dazu Dinge zu tun die sie eigentlich gar nicht tun wollen, sie aber trotzdem vollbringen da sie mit dem Erfolg, all den Siegen oder Niederlagen, nicht umgehen können und an ihrer eigentlichen Leidenschaft schließlich langsam aber sicher zu grunde gehen. So auch La Motta. Er kennt nur sich selbst, sein Leben dreht sich nur um ihn, er vertraut so gut wie niemanden, nichtmal engsten Freunden oder gar Familienmitgliedern. All die viele Wut die sich in ihm anstaut, all dies lebt er im Ring wieder aus, er kämpft wie kein zweiter , unermüdlich, WIE EIN WILDER STIER!
Doch irgendwann reicht ihm der Ring nicht mehr aus, er verliert sich vollkommen und hat seine Wutausbrüche und Aggressionen auch im Alltag nicht mehr im Griff. Er schlägt seine Frau Vicky, seinen Bruder, verliert seinen Weltmeistertitel und somit gleichzeitig alles wofür er solange gekämpft hat. Der Anfang vom Ende, der Fall des Jake La Motta, der sich nun als Übergewichtiger und eher mittelmäßiger Entertainer versucht sein Geld zu verdienen, seine Familie liegt in Trümmern.
Es ist die Geschichte vom AUFSTIEG und FALL des Jake La Motta!
Wie gesagt, erzählerisch ist das hier wahrhaft meisterhaft und auch die Geschichte Jake La Mottas selbst ist höchst interessant und spannend. Ich finde er ist ein sehr interessanter und teils auch faszinierender Mann, über den ich mich sicher noch viel informieren werde. Ich muss auch gestehen, am Ende des Filmes tat mir Jake einfach ein bisschen leid, trotz des ganzen Mist den er zu verantworten hat. Er ist ein Mann, der an seinen eigenen, zu hohen Ansprüchen, scheiterte und mit dem Verlauf seiner Boxkarriere nicht umgehen konnte. Das er daran zerbrochen ist, hat mich echt ein wenig berührt.
Jake La Motta wird hier wirklich ÜBERRAGEND und einfach nur PHÄNOMENAL gut von Robert De Niro verkörpert, der für seine Rolle wohl einen der am meist verdientesten Oscars aller Zeiten erhalten hat. Es ist unfassbar was De Niro hier für diesen Film alles auf sich genommen hat, um La Motta so realistisch und authentisch wie möglich zu spielen. Er hat sich rund! 27! Kilo angefressen und somit sein äußeres komplett verändert und seinem Körper einer gefährlichen Veränderung ausgesetzt! Respekt dafür, allergrößten Respekt! Außerdem hat er beim echten Jake La Motta Boxtraining absolviert und dieser meinte De Niro agiere mit so viel Herzblut und Leidenschaft, das er es ihm ohne Frage zutrauen würde ins Boxgeschäft einzusteigen. Das muss man sich mal überlegen?!? "Wie ein wilder Stier" ist für mich bis jetzt der Film, in dem Robert De Niro am besten spielt! Aber ich habe ja noch längst nicht alle seiner Filme gesehen.
Auch der Rest des Casts, seien es der grandiose Joe Pesci, der hier wieder einmal perfekt mit De Niro harmoniert, oder Cathy Moriarty als La Mottas Frau Vicky. Alles passt!
Die Boxszenen an sich sind ebenfalls sehr gut und spannend umgesetzt worden, vor allem durch die tolle Kameraarbeit kommen sie super zur Geltung und haben ein ungeheures Tempo und eine ungeheuere Intensität.
Das der Film in Schwarz Weiß gedreht wurde, stört mich überhaupt nicht, im Gegenteil. So kommt das Feeling der damaligen Zeit noch besser zur Geltung und gibt dem Streifen eine besondere Note. Toll!

Fazit: Martin, ich bedanke mich für diesen grandiosen Film, für diese intensive Charakterstudie des Jake La Motta und das beste Box-Drama aller Zeiten!
Robert, vielen Dank für deine einmalige, gottgleiche Darstellung La Mottas, für die Du soviel auf dich nahmst, so hart an deiner körperlichen Präsenz gearbeitet hast, bis Du scheinbar als "echter" Jake auf der großen Leinwand alle Register gezogen hast!
Danke an das gesamte Filmteam, ihr alle habt tolle Arbeit geleistet!
Ein ganz großes Meisterwerk!

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Friedsas

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Ja der steht mit ganz weit oben auf meiner Merkliste! bzw. auf meiner "Muss ich noch sehen Liste" die ich hier auch gepostet habe :D Da bin ich gespannt


Ioosh698

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Ist ein ganz starker Film, hoffe er gefällt dir :)


Samweis_Gamdschie

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klasse Film !! 8.5 Punkte von mir. Ich muss aber sagen, dass ich "Rocky" bevorzuge.
Dieser Film hier ist in Schwarz-Weiß, dies gefällt mir sehr. Der Film ist wirklich ein richtig hartes Drama, mit einer top Story und grandiosen Schauspielern. Natürlich De Niro wieder in Topform. Man merkt einfach in jeder Szene wie viel Arbeit er in diese Rolle des Jake LaMotta hineingesteckt hat. Er nahm über 27 Kilo zu !!!! Unglaublich einfach. Die Nebenrollen sind auch spitze besetzt. Joe Pesci natürlich wieder top. Es macht einfach verdammt viel Spaß die beiden in einem Film zu sehen wie z.B. in Casino oder in Goodfellas.
Ein wirklich knallhartes Drama, das jeden zum Nachdenken bringt. Der Film verlor noch nichts an seinem Glanz nach 34 Jahren.
Neben "Rocky" wohl der beste Boxfilm den es gibt.
Kult ohne Ende !!!!
Übrigens eins der besten Biopics die es gibt.
Für alle die diesen Film noch nicht angesehen haben, ihr müsst ihn euch ansehen !!!!!!!!
Ein Film den jeder Filmfan gesehen haben muss.

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Big_Kahuna

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Das hier ist der beste Boxer-Film, der jemals existieren wird.


Samweis_Gamdschie

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Sehe ich anders.


bestseimon

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"You never got me down. You hear me? You never got me down!"

Scorsese liebt es ja, Geschichten vom Aufstieg und Fall einer Persönlichkeit zu erzählen. In RAGING BULL hat es jedoch den Anschein, als würde er ausschließlich vom Fall erzählen. Dem langsamen, unausweichlichen Fall des Jack La Motta. Einem Boxweltmeister, dessen Leben sich nur um sich selbst dreht, der nicht einmal seinen engsten Freunden Vertrauen schenkt und im Ring all seine Wut und Aggression auslebt, bis ihm der Ring dazu nicht mehr ausreicht. Wenn sich nun sein ganzer Zorn im Alltag auflöst und er ihn an seinen Nächsten auslässt, dann verliert er nicht nur seinen Weltmeistertitel, sondern all das, was ihn eigentlich so stark gemacht hat. Als er das erkennt, ist es schon zu spät. Jack La Motta, eine Boxlegende, ist zur Karikatur seiner selbst verkommen und verdient seinen Lebensunterhalt als drittklassiger, übergewichtiger Entertainer. Aus dem wilden Stier, ist ein einsamer Wolf geworden.

Dennoch, so unsympathisch Jack La Motta hier auch gezeichnet wird, so arschig er sich auch benimmt, es schwebt jederzeit eine gewisse Faszination mit dieser Figur. Das führt vielleicht nicht dazu, dass er einem am Ende Leid tut, aber es hält stets das Interesse an diesem Charakter aufrecht.
RAGING BULL ist demnach mehr Charakterstudie als Box-Drama, was aber nicht heißen soll, dass der sportliche Teil auf der Strecke bleibt. Die Boxszenen sind mit das Beeindruckendste an diesem Werk, Schnitt und Kamera besonders in diesem Teil des Films überragend. Scorsese setzt mit diesen Sequenzen neue Maßstäbe, an dem sich auch viele spätere Filme wie ROCKY sicherlich orientiert haben. In den passenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen wirken die Szenen im Ring nur noch intensiver und realistischer. Allein dafür hätte man Scorsese schon den Regie-Oscar überreichen müssen.
Getoppt wird das nur noch von dem herausragenden Hauptdarsteller-Duo Robert De Niro und Joe Pesci. De Niro spielt hier eindeutig eine seiner besten Rollen, für die er auch völlig zu Recht einen Oscar bekommen hat. Wie er sich vom athletischen Boxer zum übergewichtigen Sprücheklopfer wandelt ist mehr als beeindruckend, vielleicht sogar die beste Leistung seiner Karriere.
Auch Joe Pesci überzeugt auf ganzer Linie und macht sich schon mal ein bisschen warm für GoodFellas. Ihm ist die Rolle wie auf dem Leib geschrieben und wie er sie ausfüllt ist große Klasse. Er ist im Grunde der Gegenpol zu De Niro, der kleine, sympathische Bruder, der eigentlich nur das Beste für alle will, aber damit kläglich scheitert.

Scorsese schaffte mir RAGING BULL einen zeitlosen Klassiker, ein einzigartiges Biopic und letztendlich auch eines seiner größten Werke, an das man sich noch lange erinnern wird.

http://planetofpictures.blogspot.de/2014/04/raging-bull-us-1980-martin-scorsese.html

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bestseimon

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Ich glaube höher als 9 wird er nicht kommen, dazu gibt es zu viele Filme die mich persönlich noch mehr ansprechen. Aber auf Wertungen sollte man sowieso nicht zu viel Wert legen. Da hat eh irgendwie jeder seine eigenen Maßstäbe.^^


Big_Kahuna

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Natürlich nicht, war aber ein Versuch wert. :D


8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Keine Filmrolle hat Robert De Niro physisch so viel abverlangt wie die des Jake LaMotta. Anfangs kommt er muskulös durchtrainiert daher und stellt sich der Kamera am Ende als echter Fettsack. So konnte Martin Scorsese nach Paul Schraders Drehbuch dieses geniale Boxerdrama gestalten.
Es geht ganz nebenbei auch uns Boxen. Aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem Aufstieg und Untergang eines Menschen. Wir sehen ihn in seiner ganzen Komplexität mit vielen Schwächen, die ein Heldenepos verhindern. Er agiert in einem sozialen Umfeld mit Bruder und Manager Joey (Joe Pesci), mit dem er sich brüderliche Duelle liefert. Daneben gibt es noch seine Frau Vickie (Cathy Moriarty), die er machohaft verprügelt und mit seinen Eifersüchteleien versucht klein zu kriegen.
Ein wichtiger Nebenaspekt ist die Schiebung im Boxsport. Es gibt Absprachen aus der Unterwelt, an denen keiner vorbeikommt und ohne deren Unterstützung kein Meistertitel zu holen ist. Jake ist gefangen zwischen der Mafia und der immer heftiger meuternden Ehefrau, unfähig zu erkennen, wie er da herauskommen kann. Er bleibt uneinsichtig und kapiert nichts. Dies zeigt sein ständiges ‘Wieso?‘ Für andere bleibt nur die eigene Schuldzuweisung ‘Ich bin der Boss‘. Dann wieder winselndes Um-Verzeihung-Bitten.
Nach den wichtigen Szenen werden ruhige Passagen mit klassischer Musik unterlegt oder auch mit Ohrwürmern von damals (Louis Prima). Der Schlusssatz aus dem Johannesevangelium kann nur ironisch gemeint sein ‘Ich war blind und kann jetzt sehen‘. Übrig bleiben ein bemitleidenswertes menschliches Wrack und ein großartiger Film.

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BlackLevel

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mit "Raging Bull" verfilmte Scorsese die gleichnamige Autobiographie des berühmten Boxers Jake LaMotta..
Herausgekommen ist ein intensives Boxer-Drama, welches mit viel Liebe fürs Detail und einem hervorragend agierenden DeNiro punkten kann.

Die schwarz-weiße Optik und die gesamte Ästhetik der Bilder, erinnern stark an die Filme der 40er & 50er Jahre und erzeugen somit eine sehr passende Atmosphäre für die Thematik des Filmes..

DeNiro spielt wie immer in Zusammenarbeit mit Scorsese, fantastisch.
Die Brutalität, die Unfähigkeit mit Ruhm umzugehen, und die Gewalt die immer mehr auch außerhalb des Boxrings ihren Platz findet, all das gibt DeNiro sehr glaubhaft und überzeugend wieder.

Auch erwähnenswert sind die klasse in Szene gesetzten Boxkämpfe.
Kamera, Schnitt und die physische Präsenz DeNiros, erzeugen ein sehr authentisches Bild vom Boxsport.

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ezemeze

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Bewertung9.5Herausragend

Eine anderes Jahrzehnt nachträglich neu aufleben zu lassen ist eine Kunst. Diese Kunst wird in Raging Bull bis zum Höhepunkt beherrscht, man findet sich selbst wieder in den 40er und 50er Jahren, diese Optik, die man aus Filmen eben jener Dekaden kennt ist hier auch präsent. ästethisch schön und und nicht übertrieben ist der Film auch eine Hommage an das europäische, speziell das neorealistische Kino Italiens der Nachkriegszeit. Cooler Film.

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RoboMaus

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Bewertung2.0Ärgerlich

Vor einigen Jahren hatte ich einmal das Vergnügen einen Klitschko-Boxkampf aus nächster Nähe zu erleben. Er landete in der zweiten Runde einen Treffer direkt am Kopf seines Gegners, wonach der k.o. am Boden lag. Das war's. Kampf aus. Und De Niro? Er hämmert auf die Köpfe seiner Gegner ein, ohne jegliche Deckung, die irgendwann nach ein oder zwei Dutzend Volltreffern am Stück zu Boden gehen. Na ja - das gehört wohl zur Dramaturgie, wie auch, nachdem es nicht mehr so gut für ihn lief, dass das Blut Lamottas bis in die Zuschauer spritzt (natürlich hat auch er keine Deckung). Jake LaMotta war Anfang-Mitte zwanzig als er seine grossen Erfolge feierte - Robert de Niro, beim Dreh schon 36, wirkt einfach zu alt, um diesen jungen Kerl glaubhaft darzustellen.
Selten hab ich einen langweiligeren Boxfilm gesehen. Ausserhalb der unrealistisch dargestellten Kämpfe dreht sich die Story von Anfang an nur um das Gehabe der Italiener mit den Frauen und diverser Probleme untereinander. Das verstärkt sich dann noch während Lamottas Abstieg.
Nie habe ich einen nervigeren Boxfilm gesehen. Das ständige Geschreie und Gezanke, v.a. mit dem Bruder und den (Ehe-)Frauen ist kaum auszuhalten. Um dem Generve zu entgehen, habe ich den Ton so leise gestellt, dass ich den Film gerade noch verstehen konnte. Was macht man nicht alles, nur um als Filminteressierter einen 'Klassiker' zu sehen, der einem berühmten Schauspieler in seinen früheren Jahren einen Oscar eingebracht hat. Es war ein Fehler.

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RoboMaus

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Stimmt schon, der Vergleich mit Rocky, aber wie Du sagst, der ist fiktiv und da sieht man eher darüber weg. Zumal Rocky eine wirklich gute Story hat (sagen wir mal: Rocky 1+2, vielleicht noch 3). Bei 'Wie ein wilder Stier' habe ich aufgrund des dokumentarischen Anspruchs etwas Realistischeres erwartet, aber das hätte den Film für mich auch nicht gerettet.


vx

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Mittel- und Schwergewicht kann man auch schlecht vergleichen. Mittelgewichtskämpfer hauen sich manchmal übelst blutig und stehen immer noch. Ein Schlag von den Klitschkos hat dann doch etwas mehr Dampf dahinter.


The Freewheelin Fonda

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Vielleicht haben wir ja alle irgendein Talent, etwas das wir können wie kein anderer!
Das kann in den unterschiedlichsten Bereichen liegen aber wenn man das gefunden hat, was man wirklich kann, wo man der Beste ist, sein Talent voll ausschöpfen kann, dann muss man in dem Bereich kämpfen, muss seine Fähigkeiten ausbauen und sich von niemandem unterkriegen lassen!

Wie Jake La Motta es im Ring macht!

Wie Robert De Niro als La Motta hier KÄMPFT, ALLES gibt, ALLES raus lässt, seinen Gegner wie nichts kaputt schlägt, in die Enge drängt, TOBT und egal wieviel er einstecken musste immer wieder aufsteht, DAS ist Leidenschaft, La Motta weiß wo er hingehört, in den Ring, um sich immer wieder zu messen, er ist dort der Beste und egal wie weit ihn der Gegner schon in die Enge gedrängt hat, er schafft sie alle, kämpft bis zum Letzten und gibt schlicht ALLES!

Wie De Niro hier eins wird mit diesem Charakter, wie er komplett in dieser Rolle aufgeht, ist einfach Wahnsinn. Was ein wilder Stier im Ring abgeliefert hat, ist De Niro hier auf der Leinwand.

Jemand der weiß wo sein Talent liegt, kämpft und dann eine Wahnsinnsleistung erbringt!
De Niro im Ring das sind einfach GROßARTIGE Filmmomente, die man erlebt haben muss, wenn De Niro hier tobt, wie ein wilder Stier!

Dazu dann noch die Inszenierung Scorseses wo mal wieder alles stimmt, die Geschichte über mehrere Jahre hinweg erzählt, das Verhältnis zwischen Pesci und De Niro und ihre genialen Dialoge, die ganze Entwicklung La Mottas vom Arschloch der für sein Talent gefeiert wird, bis zu seinen heruntergekommenen Tagen, dass Scorsese hier noch nicht den Regieoscar bekam ist schon fast lächerlich!

Alles vergeht, auch die Zeit von La Motta im Ring und wenn er sein Talent nicht mehr ausbauen kann, wenn er nicht mehr seiner Bestimmung nachgehen kann, wir er zu einem heruntergekommenem, fetten Kerl der nichts mit seinem Leben anzufangen weiß:
Von dem Boxchampion bleibt ohne sein Talent nichts mehr übrig, er ist nicht mehr als das Frauen schlagende Arschloch, dass sich selbst in allen Lebenslagen überschätzt, bis er am Ende selbst erkennt, wer er doch ist,

"...und ich dachte, das wäre mein bester Witz."

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Martin Oberndorf

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Bin grade voll auf Scorsese-Welle weil ich mich schon wie eineSocke auf den DVD-Start von Wolf of Wallstreet freue (Kino wollt ja keiner mit mir gehen).
Mein liebster Scorsese ist ja Casino mit einer glatten 10.
Dann folgen Gangs of New York, Hugo Cabret und Goodfellas mit 9.5-10
Taxi Driver behält nach meiner gestrigen Sichtung seine 9.5


The Freewheelin Fonda

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@Gittes Recht haste! Die 8,5 Pkt. kommen ja nicht von alleine ;)
@Martin Mache demnächst mal ein Listenranking von dem Mann und bin gespannt wie du den Wolf findest :)


HaudenLukas

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Bewertung10.0Herausragend

...ist dann die häßliche Seite des Boxsports. Scorseses Meisterwerk über das Portrait eines Mannes dessen eigenen Charakterzüge Ihn Stück für Stück zerstören und innerlich aufressen. So bietet De Niro wohl eine der beeindruckendsten Perfomance seiner Schauspielkarriere ab. Ein Boxfilm ohne Glamour, nur die ungeschönte Wahrheit...

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Alienator

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Reicht doch ;-)


HaudenLukas

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Find ich och...


pischti

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich habe neulich im Internet gelesen, dass "Wie ein wilder Stier" bei einer Umfrage unter Filmkritikern zum besten Film der 80er Jahre erklärt wurde. Kontra! Denn ich sehe das anders, aber vielleicht habe ich meine Meinung auch exklusiv. Schnell erkennt man schon beim Cast die Handschrift von Scorsese, stehen hier nämlich mit Robert de Niro und Joe Pesci zwei Schauspieler vor der Kamera, die man desöfteren in Scorsese´s Filmen findet. Großes Lob gilt hier vor allem de Niro, seine Performance als Jake La Motta ist wirklich klasse und ich muss zugeben, viel besser könnte man den Raging Bull mit seinen ganzen, nett ausgedrückt, sehr individuellen Charakterzügen nicht verkörpern. Joe Pesci sehe ich, wie de Niro, wahnsinnig gerne. Es heisst allerdings in Fachkreisen, dass er privat sehr cholerisch ist/war, deshalb weiß ich immer nicht so genau, was ich von ihm schauspielerisch halten soll. Muss er teilweise vielleicht gar nicht so stark in seine Rolle schlüpfen? Pesci ist gut, aber war z.B. in Goodfellas definitiv besser, was aber auch an seiner Figur liegt, die er in besagtem Film darstellt. Die schwarz/weiß Optik habe ich anfangs etwas kritisch gesehen, muss aber zugeben, dass diese kein negatives Filmelement darstellt und auch nicht stört. Viel bemerkenswerter ist die physische Wandlung von de Niro vom durchtrainierten Boxer zum XL-Körperklaus. De Niro nahm für das letzte Drittel des Filmes, in dem seine Figur Jake La Motta vor sich hin schwabbelt, tatsächlich knapp 27 Kilo zu, was man unter anderem auch an seinem Gesicht extrem sieht. Trotz einiger positiver Kritikpunkte war "Wie ein wilder Stier" für mich zwar ein gutes Boxerdrama, aber kein Film den ich nochmal unbedingt sehen muss. Storytechnisch durchaus ok, aber im Vergleich zu z.B. "Million Dollar Baby" zieht Scorsese´s Werk, bis auf die reine darstellerische Leistung, den kürzeren. Gut gefallen hat mir unter anderem auch die Darstellung der Kämpfe, die nur einen sehr kleinen Teil des Filmes einnehmen und nicht im Vordergrund stehen, wie es bei manch anderem Boxerdrama der Fall ist. Vielmehr ist "Wie ein wilder Stier" eine Art gesellschaftliche Charakterstudie am lebenden Beispiel des abstürzenden, exzentrischen Jake La Motta, der, man mag es kaum glauben, sogar noch heute lebt.

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pischti

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"Hurricane" ist schon alleine wegen Bob Dylans gleichnamigem Song gut :D


vanilla

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abgemacht. Ich geb dir ein Versprechen, dass es 2 der besten Filme überhaupt, für dich sein werden;-))
Und nicht nur wegen dem Dylan Song....der ist aber schon Hammer.
..............Here comes the story of the Hurricane........


brucelee76

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hallo zusammen,

Martin Scorseses Drama, über einen völlig mit Selbstzweifel und voll mit Misstrauen gefressenen Boxer. Robert de Niro alias Jake LaMotta, zeigt hier ganz ganz ganz große Schauspielkunst. Mehr Selbstzerstörung geht nicht!!! Mehr Absturz eines Menschen geht nicht!!!

Weiter unten sagt Mitglied #Andy Dufresne# alles was zu diesem Meisterwerk gesagt werden muss. Einen besseren Kommentar dazu gibt es nicht.
Und weshalb Scorsese keinen Oscar bekommen hat, bleibt für immer ein Rätsel!!!

Mein Fazit: Ein Mann der seinen Aufstieg nie akzeptiert hat und seinen Absturz noch weniger. Einer der besten Filme überhaupt!!! Nicht umsonst hat er Platz 4 des amerikanischen Kinos aller Zeiten erreicht.

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Andy Dufresne

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Vielen Dank für die Erwähnung! :)


brucelee76

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You are welcome :-)


replicant-10

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dieser Film ist ein absolutes Kult-Meisterwerk.
Einer der besten Filme mit Robert de Niro.

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Copacabanasun

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Überwaltigendes Boxer-Drama das vor allem in den Box-Szenen vor Intensivität und Spannung nur so sprüht. Robert De Niro brennt hier wirklich ein Schauspielfeuerwerk ab, wahnsinns Leistung. Die Kameraarbeit ist perfekt, da gibt es nichts zu meckern sowie an der spannenden Handlung und den starken Dialogen.
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Fazit: "Wie ein wilder Stier" ist aus der Filmgeschichte nicht weg zudenken und ein Klassiker den jeder mal gesehen haben sollte. - So berauschend, so packend, einfach ein meisterhaftes Filmkunstwerk!
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LOVE IT! :)

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Hartigan85

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Soooo grandios...:)
http://www.youtube.com/watch?v=wQhwi8kk-dE


brucelee76

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Richtig erkannt :) Ein gelungener Kommi :)


A-Wax

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Bewertung9.5Herausragend

Grandioses Boxer-Drama das viel mehr als "nur" ein Boxfilm ist.

"Wie ein wilder Stier" oder besser "Raging Bull" ist ein besonderer Film. Besonders aus vielerlei Gründen. Wenn man an Boxfilme denkt, dann fällt natürlich sofort der Name Rocky. Dies ist aufgrund der schieren Anzahl und auch der unbestreitbaren Qualität, zumindest der ersten Filme, auch mehr als verständlich. Allerdings schwang sich vier Jahre nach dem ersten "Rocky" ein Regisseur namens Martin Scorsese mit seinem Lieblingsschauspieler Robert De Niro auf, ebenfalls einen Boxfilm zu drehen.

Erfreulicherweise wollte Scorsese aber offensichtlich mehr. "Raging Bull" als reinen Sport- bzw. Boxfilm zu bezeichnen würde viel zu kurz greifen. Er ist genauso eine Parabel über Erfolg, Ehrgeiz und Ruhm, als auch eine Charakterstudie eines besessenen, fast schon paranoiden Mannes, der sich ständig von allen verraten fühlt. Ebenso zeigt es aber auch die Auswirkungen auf Familie und Umfeld. Kurzum, die Story funktioniert auf unglaublich vielen Ebenen und ist deswegen besonders und vor allem einfach unglaublich gut gelungen.

Martin Scorsese hat hier aber auch bewiesen, dass er sehr wohl in der Lage ist einen Boxfilm mit entsprechenden Kämpfen und Schlagfolgen zu inszenieren und zu choreographieren (lassen). Die Kampfszenen fallen grandios aus und reißen zu jeder Zeit mit. Natürlich wird der eine oder andere meckern, von wegen "wieviel Schläge kann der denn noch einstecken". Solche Nebensächlichkeiten täuschen nicht darüber hinweg wie wunderbar der Film inszeniert ist. Damit sind auch nicht nur die Boxszenen gemeint, sondern auch die Einstellungen auf und mit Robert De Niro. Scorsese weiß wie er einen Star in Szene setzen muss.

Ja, Robert De Niro, das ist wahrscheinlich das größte Mosaiksteinchen was "Raging Bull" zu einem besonders guten, viel mehr herausragenden Film macht. Ich persönlich halte De Niro neben Kevin Spacey und Al Pacino für den besten noch lebenden Schauspieler. Woher dieser Ruf, den nicht nur ich für gerechtfertigt halte, kommt, das sehen wir genau in diesem Film. Er bringt die Wut und Brutalität die seine Figur in sich trägt einfach wahnsinnig gut rüber. Man fühlt mit der Frau, die dieser Gewalt und dem psychischen Druck ausgesetzt ist. Allerdings täte man Cathy Moriarty und vor allem Joe Pesci unrecht wenn man nur Robert De Niro so herausstellen würde. Zu was Joe Pesci in der Lage ist, sahen wir später ja noch in "Goodfellas" und in "Casino". Das das Duo De Niro / Pesci ganz hervorragend funktioniert, das können wir aber schon hier bewundern. Die Darstellung des Bruders Joey ist einfach großartig. Gleiches gilt für Cathy Moriarty, auch sie glänzt in der Rolle der anfangs hilflosen und unsicheren Ehefrau.

Ich bin selten von einem Film so gut unterhalten und gleichzeitig gefesselt worden und ich habe selten lieber eine so wohlwollende Rezension geschrieben. "Raging Bull" ist wahrlich ein Meisterwerk, ja ein zeitloses Meisterwerk der Filmgeschichte.

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JackoXL

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Bester "Boxer-Film" überhaupt!


Hartigan85

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Das Intro ist schon super!^^
http://www.youtube.com/watch?v=yXdvq1JZfWA


tomgo92

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nachdem ich den Film mit 16 das erste Mal sah und er mich nicht übermäßig beeindruckte, habe ich ihn mir jetzt mit 21 noch einmal angeschaut. Ich als absoluter De Niro und Scorsese Fan komme jedoch nach wie vor zu der Auffassung, dass der Film handwerklich gut gemacht ist, De Niro hervorragend spielt, aber der Film mir dennoch nicht so richtig zusagt. Im Vergleich mit Rocky ziehe ich letzteren eindeutig vor.
Da ich mich jedoch um objektive Wertung bemühe, gebe ich dem Film 8 Punkte.
Die Method Acting Leistung De Niros bleibt in der Tat schier unglaublich - die Gewichtszunahme von 27 kg schaffte es zum Weltrekord, das 1 Jahr währende Training De Niros mit La Motta unterstreicht seinen Drang zur Perfektion, die Darstellung der cholerischen Anfälle und die letztliche Wandlung vom Boxer zum Nachtclubkomiker gelingen ebenfalls. Die Kameraführung der Boxszenen, einige legendäre Sequenzen und der typische Scorsese-Rückgriff auf große klassische Musik (hier von Mascagni) verleihen dem Film zusätzliche Klasse. Pescis Darstellung des engagierten und teilweise ähnlich gestrickten Bruders und die schön-gleichgültige Verkörperung Moriartys von La Mottas 2. Frau runden das Gesamtkonzept gekonnt ab.
Gleichzeitig fehlt mir jede Sympathie für den Film als solches oder für La Motta - mit Ausnahme seiner Standhaftigkeit kann ich ihm nichts Positives abgewinnen. Genau hier liegt auch der Knackpunkt im Vergleich zu Rocky.
Die ständigen Übergriffe La Mottas auf seine Ehefrau mögen zeitlich und darstellerisch passen - im Einklang mit der völlig überzogenen Eifersucht La Mottas erzeugt dies für mich jedoch das subjektive Empfinden einer gewissen Verstörung. So würde ich den Film auch zusammenfassend bezeichnen - handwerklich gelungen, aber verstörend. Unverständlich bleibt mir bis heute dieser Drang, durch eine Schwarz-Weiß-Färbung mehr Atmosphäre zu erzeugen - Ich habe als Bogart Fan überhaupt nichts gegen Schwarz-Weiß-Filme - sie jedoch gezielt ab den 80er Jahren einzusetzen wie z.B. bei "Schindlers Liste" oder jüngst "das Weiße Band", erschließt sich mir nicht, wenngleich es einen gewissen Zusammenhang mit dieser Färbung und Erfolg bei der Academy gibt.
Weiterhin fehlt dem Film jeglicher Humor, dauerhafte Spannung und das gewisse Etwas.
Der Film ist jedoch objektiv hervorragend und ich würde jedem Filmfan empfehlen, sich ihn mind. 1 Mal anzuschauen.

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Janus Winter

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Bewertung4.0Uninteressant

Vorhersage: 8 (komplett daneben)

Und wieder einer dieser in den Olymp gehobenen Klassiker, die mich nicht touchen. Allein die lächerlichen Boxszenen inklusive Baam! und Zonk! Comicgeräuschen - hallo? Psychologische Studie? My Ass!

Bunnyfaktor: 2

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TheBruceWayne

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Hilfe.


KwesiKulture

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Grandiose Charakterstudie eines alternden Boxers vom Traum-Duo Marty Scorsese und Bob De Niro.
Fast hätte er die 9.0 bekommen und selbst das wäre verdient gewesen, wenn man Joe Pescis und De Niros Leistung alleine betrachtet. Die Bilder sind toll gefilmt, die Schnitte wirken teilweise fast pedantisch geplant und naja...was soll man über die Schauspielleistung eines Robert De Niro noch sagen, was noch nicht gesagt worden ist?

Der ewig lange Monolog steht ihm fast so gut, wie einem Pacino und den ausrastenden wütenden, mit sich selbst unzufriedenen Charakter kann wohl keiner so eindringlich und explosiv spielen, wie De Niro. Ich bin immer wieder erstaunt, wie er es schafft, durch Mimik und Gestik aufbrausende Wut in einem sonst so "ruhigen" Körper darzustellen, welche sich dann in einem Ausbruch aus Schimpftiraden und körperlicher Gewalt entlädt. Dieses lauernde, aufkeimende...von dem man weiß, dass es da ist, aber nicht weiß, wann es sich entlädt...diese Szene? Die nächste Szene? ...und auf einmal ist er da, diese Naturgewalt an Charakter und reißt einen mit in die Szene. Niemand kann das meiner Meinung nach wie De Niro und mit diesem Film hat er sich (neben Taxi Driver u.a.) ein Denkmal gesetzt, was sowohl Einsatz und Vorbereitung (1000 Sparringsrunden mit dem echten Jake LaMotta, 27 Kilogramm zunehmen in wenigen Wochen, um wie der alternde, dicke Ex-Boxer auszusehen) als auch schauspielerische Charakterleistung angeht.

Aus heutiger Sicht ein vielleicht unorthodoxer und in einem anderen Stil erzählter Film, aber gerade das macht ihn noch besser und wer sich nicht durch solche Filme hindurch traut oder das ganze Langeweile nennt, der hat halt nicht verdient, dem schauspielerischen Gesamtwerk von Leuten wie Pacino oder De Niro etwas abzugewinnen.

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Andy Dufresne

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Bewertung10.0Herausragend

Wenn einer eine Reise tut…

Ich will mich unbedingt der grandiosen Reiseidee anschließen, die der (mehr als geschätzte) Liebe(r) Tee ins Leben gerufen hat.

Ich liebe es, wenn die Community hier auf mp etwas “aus sich selbst heraus“ gestaltet, quasi unter dem Radar etwas auf die Beine stellt.

Leider habe ich momentan kaum bis keine Zeit, um an so etwas Teil zu nehmen, also um mich wirklich darauf zu konzentrieren.
Dennoch möchte ich eben/aber Teil dieses wunderbaren Projektes sein und dachte mir: Wenn schon, denn schon, wenn du nur einen einzigen Text (diesen hier ) dazu beitragen kannst, dann etwas (für dich) bedeutendes, etwas herzbluterisches!

Deshalb also, habe ich einen alten Kommentar neu bearbeitet, einen Kommentar der ,für mich persönlich, zu den existentiellsten, essentiellsten Texten überhaupt gehört , welche ich hier bisher geschrieben habe.

Es geht um „Reise“ und welche Reise könnte tiefer, wichtiger sein, als die zu sich selbst?
Welche Reise könnte bedeutender sein, als eine Reise ins Innere, eine Reise in die Psyche, in den innersten Kern?

Meine Reise geht dahin, eben ins Innerste, dahin wo es weh tut, physisch wie psychisch.
Eine Reise ins „Es“ in den inneren wilden Stier, ins tiefste Mark.
Dies ist also mein (wohl leider einziger) Beitrag zum Thema Reise.

Eine Reise ins Herz der (persönlichen) Dunkelheit...
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„Jeder hat Angst vor dir!“
Wer soll/kann dann noch dein Korrektiv sein ?

„Wenn er sich irgendwas vorgenommen hat dann steckt das in seinem Dickkopf und er lässt sich von Keinem da reinreden.
Selbst wenn Christus vom Kreuz runtersteigen würde, das würde ihn nicht im geringsten jucken.
Er will tun und lassen können was er will und zwar ganz allein und er ist davon überzeugt , dass er es schafft“.
Das sagt Joey, La Motta´s Bruder.

„Das schafft er nie allein“.
Antwortet Tommy, der Mafiosi.

Im Allgemeinen geht es in „Raging Bull“ um den ehemaligen Boxweltmeister Jake La Motta.
Er scheitert an sich selbst, er kann sich nicht selbst besiegen, versucht dies aber, bis er nur noch ein Schatten seiner selbst ist, ein verfettetes, dreckiges, eingesperrtes, von allen verlassenes Schwein, ein kompletter Verlierer.

Übergeordnet und tieferliegend geht es um einen Menschen der rein seinem Instinkt folgt und der nicht merkt das dieser ihn täuscht.

Es geht um tiefste, ehrlichste Sensibilität, so ehrlich das sie äußerlich als solche nicht mehr zu erkennen ist, in ihrer cholerischen, gemeinen und abschreckenden Manifestierung.

Schon die erste Szene zeigt es:
La Motta liegt nach Punkten klar hinten, bringt den Gegner in der letzten Runde (der ultimativen Runde!) aber dreimal zu Boden.

Dieser Gegner wird , nach dem er bis zur „Acht-Zählung“ regungslos liegenblieb, vom Gong der Glocke gerettet, La Motta steht, war stärker und hat trotzdem verloren.
Er ist stärker ,aber ein Tier passt nicht in ein Regelwerk, in eine Vorgabe.
Er steht und der Gegner liegt.

La Motta kommt zu spät.
Dies zieht sich durch sein ganzes Leben.

La Motta randaliert als Verlierer, während der Sieger K.O. aus dem Ring getragen wird.
La Motta steht und ist gefallen.

Der gefallene Gegner wird aufstehen, La Motta kann nicht aufstehen (da er nicht fällt) obwohl es das Einzige wäre, was ihn retten könnte…

„Er hat sich nun mal vorgenommen seinen Weg allein zu gehen“ und hat dabei vergessen, dass der Mensch zum Menschen wird , durch den Menschen.
Und nicht (nur) durch sich selbst.

„Ich hatte ja keine andere Wahl, KEINE ANDERE WAHL!!!!“
schreit er und so ist es, ein Löwe brüllt, ein Vogel fliegt.
Und ein Stier ist wild.
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Das Meer, so unendlich groß und frei es auch erscheinen mag, ist durch den Mond zu Ebbe und Flut gezwungen.
So ist La Motta durch sein Wesen, seine Seele gezwungen zu sein wie er eben ist, er ist durch seine Seele dazu gezwungen seinem Instinkt zu folgen.
Wie ein wilder Stier.
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La Motta fühlt sich durch alles in Frage gestellt, er bezieht alles direkt auf sich selbst, ungefiltert.
Auf die einzige Weise die er kann/kennt reagiert er auf die Dinge:
Direkt, brutal unmittelbar.
La Motta ist das Gegenteil von Subtil, das Gegenteil von Taktik, er ist purer, direkt gelebter Instinkt.

Dieser trügerische Instinkt lässt ihn letztlich alles verlieren, dargestellt in der eruptiven Szene, als er auf seinen Bruder losgeht und dabei auch seine Frau K.O. schlägt.
Seinen Bruder verliert er damit sofort, seine Frau hält es noch etwas aus, der Bruch ist aber da, es ist nur eine Frage der Zeit bis er die beiden komplett entzweit.

Er legt sein altes Leben als Boxer ab.
Dies bringt ihm aber keine Erlösung, im Gegenteil.
Er legt sein früheres Leben ab (welches absolut das Zeug gehabt hätte, aus ihm einen glücklichen Menschen zu machen!) als er seinen WM-Gürtel auseinander nimmt, um ihn zu Geld zu machen.

Die Demontage des Gürtels ist die symbolische Demontage seiner Selbst, der Gürtel, für den er alles gegeben hat, ist wertlos für ihn geworden.

Er ist allein, er hat es geschafft vollkommen verlassen zu werden/zu sein, er hat sein Umfeld durch seine Roheit, seinen pur gelebten Instinkt , dazu gebracht ihn allein zurückzulassen, ihn letztendlich in eine schmutzige Zelle zu stecken.

Er schreit seine Hilflosigkeit in der Zelle hinaus
(„WIESO, WIESO, WIESO, WIESO!?!! Ich bin kein Tier, ICH BIN KEIN TIER!!!! ),
während er mit dem Kopf und den Fäusten gegen die Wand schlägt.

Viele haben ihn ausgehalten und sind geflohen.
Er kann dies nicht, er ist in sich selbst gefangen.
Er MUSS sich selbst aushalten und kann nicht fliehen.
Er ist dem Instinkt ausgeliefert, er ist sich seine eigene Nemesis.

Bei diesem Film stimmt einfach alles.
Allein der Vorspann, absolut reduziert, De Niro macht sich in Zeitlupe im Ring warm, unterlegt von einer tiefmelancholischen und dennoch kämpferischen Musik.
Das könnte ich mir stundenlang ansehen…
Dazu die Kamera, der Schnitt, die stilistischen Ideen und die Wahnsinnsregie von Marty Scorsese.

Und die ÜBERLEBENSGROSSE Leistung von Robert De Niro.
Und nicht zu vergessen : Joe Pesci,
Dessen herzensguter und doch ebenfalls oft rein dem Instinkt folgender Joey (als er Vicky mit den Mafiosi in der Bar sieht und wie ein Tier auf den Mafioso springt, ihn mit einer Stange schlägt und ihm den Kopf mit einer Autotür zermanscht, ist das ein Menetekel, ein Vorausblick auf seine Großrollen als Tommy/ Nicky in Goodfellas und Casino) wird oft viel zu wenig gewürdigt.
Auch Cathy Moriarty überzeugt komplett, sowie der ganze Cast einfach absolut passt, absolut stimmig besetzt ist.

Letztendlich ist der Film aber ganz klar auf La Motta/De Niro fokussiert, völlig auf seine Persönlichkeit ausgerichtet.

Wo "Apocalypse Now" den ganz großen Bogen über alles spannt, spannt Raging Bull den ganz großen Bogen über das Persönliche.
"Apocalypse Now" reist ins große (und ganze) Herz der Dunkelheit, "Raging Bull" reist ins persönliche Herz der Dunkelheit.
Für mich gehören die beiden Filme zusammen, sind verbunden.
Es geht (immer) um Dualität…

"Raging Bull" ist für mich einer der absolut besten Filme aller Zeiten und mit Sicherheit auch einer der zeitlosesten (Filme) die je gemacht wurden.

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Big_Kahuna

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Du schaffst es mit diesem faszinierenden Kommentar, mich, ähnlich wie der Film es tat, zu inspirieren. Wirklich überragend, mit das Beste, was ich bis jetzt hier lesen durfte zu einem meiner großen Lieblingsfilme. Danke dafür.


Andy Dufresne

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Wow, das ist ja mal ein Monsterkompliment! Vielen Dank!


OldSchool36

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Blick hinter die Kulissen der Box-Szene. Es ist aber kein gewöhnliches Drama, was uns hier geboten wird. Es ist ein Film, der zeigt, dass nicht alles Gold ist was glänzt und die Schattenseite des Ruhmes zeigt. Es geht hier primär um die Psyche des Hauptcharakters und sei Aufstieg bzw. Fall. Ein Sportler, der von Anfang an auf sich allein gestellt ist und lediglich seinem Bruder halbwegs vertraut durchlebt über mehrere Jahre eine harte Zeit. Der Ruhm und der Erfolg verschwanden schneller als sie kamen, das einzige was blieb war ein geistig und körperlich zerstörter Mann, der versucht sich am leben zu halten. Dass der Film in Schwarz-Weiß ist, stört keine Sekunde, es trägt zur überwiegend tristen und harten Atmosphäre bei. Als Zuschauer bewundert und bemitleidet man Jake LaMotta. Die Handlung ist hart, direkt und unerwartet, wie ein tiefer Schlag in die Magengrube. Das ist richtiges cineastisches Drama !

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