Mord unter Zeugen
Shooting Dogs (2005), GB Laufzeit 115 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 17.05.2007
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von Michael Caton-Jones, mit Claire-Hope Ashley und Hugh Dancy
Ruanda 1994: Als am 6. April der Jet des ruandischen Präsidenten abgeschossen wird, eskaliert der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den verfeindeten Volksstämmen der Hutus und der Tutsis. Binnen Stunden wird die beschauliche Missionsschule in Kigali, an der Pater Christopher und der junge Aushilfslehrer Joe Connor unterrichten, zum Refugium für mehr als 2.000 Tutsi-Flüchtlinge, die sich hier vor den Hutus in Sicherheit wähnen. Zudem dient die Schule belgischen UN-Soldaten als Basislager, die gemäß ihrem Mandat nicht mit Waffengewalt in den Konflikt eingreifen dürfen. Unter der Leitung von Capitaine Delon bereitet sich die UN-Einheit deshalb lediglich auf ihre eigene Evakuierung vor, während die von Hutus belagerte Schule immer mehr zur Festung wird. Joe muss erkennen, dass er das Versprechen, seine Schüler nicht im Stich zu lassen, nicht halten kann. Beim Abzug der UN-Soldaten nutzt er schließlich die letzte Chance, Ruanda zu verlassen, während Pater Christopher bei den Flüchtlingen bleibt.
Cast & Crew
-
Michael Caton-Jones
-
Claire-Hope Ashley
-
Hugh Dancy
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Joe Connor
-
Dominique Horwitz
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Capitaine Charles Delon
-
John Hurt
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Christopher
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Susan Nalwoga
-
Steve Toussaint
Regie
Schauspieler
-
David Wolstencroft
- Genre
- Kriegsfilm, Drama
- Zeit
- 1990er Jahre
- Ort
- Kigali, Schule
- Handlung
- Aggressivität, Berufsschule, Bürgerkrieg, Genozid, Gewalt, Hutu, Katholische Kirche, Nicht-Regierungs-Organisation, Staatsstreich, Tutsi, Unmenschlichkeit, Vandalismus, Vereinte Nationen, Vergewaltigung, Völkermord in Ruanda
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Drehbuch
Filmdetails Mord unter Zeugen
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- Shooting Dogs: critic.de








Kritiken (5) — Film: Mord unter Zeugen
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenDas Versagen der westlichen Machtapparate und deren grundsätzliche Annahme, die politischen und gesellschaftlichen Prozesse in Afrika steuern zu können, sind ein zentrales Thema in Michael Caton-Jones’ Film "Shooting Dogs", der sich nach dem in jüngster Vergangenheit produzierten "Hotel Ruanda" und dem weniger bekannten "Sometimes in April" ebenfalls mit dem Genozid in Ruanda auseinandersetzt. Zumindest auf den ersten Blick. [...] Nachdem im April 1994 der ruandische Präsident Habyarimana ermordet wurde, erreichen die Unruhen ihren Höhepunkt. Die Hutus rufen zum Massenmord an der Minderheit der Tutsi auf, während eine kleine Schule unter Leitung eines britischen Paters (überzeugend: John Hurt) sich um Bedürftige kümmert. Doch die brutale Präsenz der Hutu-Meute führt zu immer folgenschwereren Ausschreitungen – und die UN-Truppen ziehen sich allmählich zurück. [...] Die Entscheidung, sich dem Thema in gewisser Hinsicht aus einer westlichen Perspektive zu nähern, wirkt vor diesem Hintergrund fast schon geschmacklos. So meint man wird hier kaum mehr noch die Geschichte eines Massakers dokumentiert (oder interpretiert), sondern mit leichter Altherrenromantik vielmehr das Portrait eines greisen Priesters und dessen Nachzüglers (niedlich, aber doof: Hugh Dancy) entworfen. Dieser appelliert beständig an Gottes Vernunft und belegt sein Umfeld mit einem christlichen Schleier, was wie im Falle der ‚Abendmahlszene’ teilweise zu unfreiwilliger Komik führt und dem ganzen somit, besonders auch weil es mit den gängigen Musikmustern unterlegt ist, einen Hauch von Ethnokitsch verleiht. Da gaukelt "Shooting Dogs" dann sogar noch Authentizität vor, weil an seiner Entstehung zahlreiche Überlebende mitgewirkt haben. Dieser Widerspruch hingegen ist dem Film ebenso wenig bewusst wie die Tatsache, dass im April 1994 jede göttliche Institution ihre Augen von Ruanda abgewendet haben muss.
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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenDie Eindrücke sind noch frisch, die grausigen Bilder präsent. Und doch waren sie am Ende nur Bestandteil des allabendlichen "Tagesschauens", als im April 1994 Hutu-Extremisten die Tutsi-Minderheit für den Tod ihres Präsidenten verantwortlich machen. Ruanda ist nach den 1960ern abermals in Aufruhr und ein beinahe beispielloser Völkermord mit über 800.000 Opfern nimmt seinen blutigen Lauf.
Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte
Kommentar löschenIn "Shooting Dogs" gibt es am Schluss keine Helden und keine Geretteten. Ohne sich an irgendeiner Stelle aufgedrängt zu haben, entlässt der Film seine Zuschauer mit einem Gefühl der Hilflosigkeit, das man sich am liebsten von der Seele heulen möchte.
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Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschenDa die englische BBC an der Produktion des Films maßgeblich beteiligt war, sollte der Zuschauer auch von Beginn an wissen, was ihn erwartet. Teilweise wirkt der Film dokumentarisch, beruht er doch grundlegend auf den Aussagen von Zeitzeugen, die das Massaker überlebten. Auf der Handlungsebene zeigen sich dafür einige Schwachstellen. Der Film veranlasst nicht wirklich zum intensiven Mitfühlen und Mitleiden, was darin begründet sein kann, dass die Hauptdarsteller Weiße sind. Diese Abgrenzung tut dem Film nicht wirklich gut, spielen die Schwarzen doch meist nur die Rolle von “Opferlämmern”, nicht aber die von Identifikationsfiguren. Das größte Manko des Films. Hier hätte ein aussagekräftiger Schauspieler wie Djimon Hounssou (”Blood Diamond”) viel Empathie schaffen können.
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al-x: blog:x - Royal with cheese
Kommentar löschenKonsequenzen politischer Entscheidungen, Machtlosigkeit des Individuums, Schwäche und Rolle der Religion
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Kommentare (3) — Film: Mord unter Zeugen
Kommentar schreibenBrennegan 2010/06/02 04:01:31
Kommentar löschenShooting Dogs erweist sich als kleines Juwel oder doch eher bekannter Blutdiamant. Der anfangs noch recht unspektakuläre Film hat dabei in der ersten Stunde noch Mühe, sich mit dem Bruderfilm Hotel Ruanda auf der Ebene der Emotionen zu messen. Dies mag der Tatsache verschuldet sein, dass jegliches Hauptaugenmerk auf ausländischen Personen liegt, deren direkte Betroffenheit sich in relativen Grenzen hält.
Doch gerade gegen Ende entfacht der Film seine wahre Strahlkraft, indem er uns daran erinnert, mit welchem Blut dieser Diamant wirklich gewaschen ist. Dabei erzeugt er im Gegensatz zu Hotel Ruanda, der die Schrecken für den Ruander zutiefst verdeutlicht, ein extremes Gefühl der Scham.
Denn wir sollten uns einer Tatsache bewusst sein. Die Rollen Hugh Dancys und Dominique Horwitzs stehen mit ihren Handlungen stellvertretend für die Feigheit der westlichen Welt, sich die Folgen ihres Handelns einzugestehen.
Dem Zuschauer sollte bewusst sein, dass der belgische Abzug durch politischen Druck bestimmt wurde, sie aber immerhin noch den Mut aufbrachten, sich den ihnen verschuldeten Bedingungen zu stellen. Vergessen sollte niemand, dass die UNO durch Bürokratie und Feigheit, allen voran die westlichen Nationen, diesen Völkermord bedingt und gefördert haben, indem sie nichts unternahmen, als es noch die Möglichkeit dazu gab. Deutschlands Rolle ist dabei eine nicht zu unterschätzende. Wir, die sich nach dem Holocaust zu ewiger Menschlichkeit verpflichtet hatten, hielten uns aus den Geschehnissen vollkommen heraus, obwohl die einstmalige Einteilung der Hutu und Tutsi zum Teil auf unsere Kolonisationspolitik zurückzuführen ist.
Shooting Dogs erinnert uns daran, wer für unseren Wohlstand bezahlt. Er zeigt auf, dass Demokratie und Menschlichkeit im entscheidenden Moment nur noch leere Worte sind, deren Bedeutung in den Wirren von Bürokratie untergehen, wenn zum Beispiel die USA das Leben eines Soldaten mit dem von 85.000 ruandischen aufwiegen.
Nach dem zweiten Weltkrieg haben wir die Menschlichkeit entdeckt. In Ruanda haben wir gelernt, dass wir nicht bereit sind, den Preis dafür zu zahlen.
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Trevedas 2009/03/25 21:28:26
Kommentar löschenTatsächlich handelt es sich hier um eine Art "Hotel Ruanda" in der un-mainstreamigen Version. Schwerer zugänglich, anstregender und frei von einem Happy End, wenn man beim Thema überhaupt von einem Happy End sprechen kann und will. Zudem wird hier die Hilflosigkeit aller Beteiligten weitaus drastischer aufgezeigt als bei "Hotel Ruanda". Definitiv sehenswert, allein schon wegen John Hurts erklassiger Vorstellung.
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annaberlin 2008/04/24 13:32:17
Kommentar löschenÄhnlich Hotel Ruanda, nur wie ein Kammerspiel aufgezogen und 2 Jahre früher erschienen. Reiht sich ein in ein neues politisches Filmbewusstsein über Afrika, das den Kontinent und seine Bürgerkriege kritisch beleuchtet.
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