Tarnation
Tarnation (2003), US Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Drama, Kinostart 08.06.2006
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
49 Bewertungen
5 Kommentare
Keine
von Jonathan Caouette,
Dokumentation des Filmemachers Jonathan Caouette über sein eigenes Leben und seine Jugendzeit, das er zusammen mit seiner schizophränen Mutter verbracht hat. Mit einem Budget von gerade einmal 200 Dollar hat er einen Film produziert, der 19 Jahre seines Lebens beschreibt. Caouette dokumentiert seit seinem 11. Lebensjahr sein Leben. Mit Tarnation schneidet er spektakulär und zutiefst bewegend einen psychedelischen Wirbel von Schnappschüssen, Super-8 home movies, Anrufbeantworter-Nachrichten, Videotagebüchern, frühen Kurzfilmen, Schnipseln der 80er Jahre Popkultur und dramatisch gespielten Szenen zu dem gigantischen Portrait einer zerrissenen amerikanischen Familie, die durch die Kraft der Liebe wieder zusammenfand. Caouette wächst vor der Kamera auf. Mittels Musiktheater, Horrorfilmen und Popkultur schmiedet er sich eine Identität, um dem Familientrauma zu entfliehen. Mit Anfang 20 zieht er nach New York, findet dort einen Partner und innere Ruhe, entdeckt jedoch auch, dass er die Familienbande nie ganz kappen kann. Als er im Jahr 2003 erfährt, dass seine Mutter in Texas eine Überdosis Lithium genommen hat, kehrt er mit den Resten einer Vergangenheit, zu der das Erbe geistiger Erkrankung gehört, nach Hause zurück, um ihr beim Gesundungsprozess beizustehen. Tarnation ist empfindsam raues Zeugnis von Selbstzerstörung und Wiederbelebung und kündigt die Ankunft eines außergewöhnlichen, neuen filmischen Visionärs an.
HandlungRenee LeBlanc führt ein normales Leben in Houston, Texas – bis sie mit 15 Jahren vom Dach fällt und daraufhin gelähmt bleibt. In den 1960er Jahren wendet man an ihr eine experimentelle Heilungsmethode an: Elektroschocks. In Folge dieser jahrelangen Behandlung erleidet Renee daraufhin eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung. Dennoch bleibt sie eine Schönheit und heiratet mit Anfang 20 Steve, von dem sie bald schwanger wird. Bevor Jonathan allerdings auf die Welt kommt, verlässt Steve die Familie.
Ein weiterer Schicksalsschlag reißt Jonathan und seine Mutter auseinander: In einem Anfall fährt sie mit dem Kind nach Chicago und wird dort vor den Augen des Vierjährigen vergewaltigt. Nach diesem Vorfall wird Renee wieder in Texas in Krankenhaus eingeliefert und Jonathan kommt in eine Pflegefamilie, die ihn misshandelt. Zwei Jahre später erhalten die Großeltern Alphonse und Rosemary das Sorgerecht. Renee wird immer wieder in Krankenhäuser eingeliefert.
Jonathan wächst so bei den Großeltern heran. Er entdeckt früh seine Homosexualität und seine Leidenschaft zum Film. Mit Super-8-Kameras filmt er seine ersten Splatterfilme und organisiert ein Musical an seiner Highschool.
Mit Anfang 20 zieht Jonathan nach New York, verliebt sich dort in David und distanziert sich von der zerrütteten Familie. Als bei Renee eine Lithium-Vergiftung festgestellt wird, reist der junge Mann nach fünf Jahren zurück nach Houston. Seine Großmutter ist mittlerweile gestorben und seine Mutter lebt mit dem Großvater in einem völlig verdreckten Haus. Jonathan beschließt, Renee mit nach New York zu nehmen und einen Film über sein Leben zu erschaffen – mit dem Filmmaterial, das er seit seinem achten Lebensjahr angesammelt hat.
Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Informationen über den Film beim deutschen Verleiher arsenalfilm
Filmkritik von Joachim Schätz auf der Filmzentrale
Filmkritik von Andrea Wildt auf critic.de
Der Blog von Jonathan Caouette
Cast & Crew
-
Jonathan Caouette
Regie
Schauspieler
-
Jonathan Caouette
- Genre
- Inszenierter Dokumentarfilm, Familiendrama
- Zeit
- 1980er Jahre
- Ort
- Brooklyn, Texas, Vereinigte Staaten von Amerika
- Handlung
- Allein Stehend, Elektroschock, Familienkonflikt, Fehlende Mutter, Homosexualität, Homosexueller, Mutter-Sohn-Beziehung, Persönlichkeitsstörung, Pflegefamilie, Realitätsverlust, Schizophrenie, Vergewaltigung, Zerrüttete Beziehung
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Tarnation
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- Tarnation: critic.de













Kritiken (1) — Film: Tarnation
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Kommentar löschenEin Leben in Bildern. Ein Film als absolute Therapie. Eine dokumentarische Autobiographie. In "Tarnation" montiert Jonathan Caouette zwei Jahrzehnte seiner Home Videos zu einem faszinierenden, erschütternden, bewegenden, aber vor allem ungemein kraftvollen Persönlichkeitsstück. Wir sehen eine Kindheit voller Schmerzen und Missbrauch, eine schizophrene Mutter und überforderte Großeltern, wir sehen Bilder eines heranwachsenden Jungen, der zu einer schwulen Identifikation findet, während er sich doch immer wieder von sich selbst zu entfremden droht. Es ist ein purer virtuoser Film, und es ist ebenso kein Film. Es ist Versuch, Rückblick und Anordnung, beunruhigend und bewegend persönlich. Und lässt sich kaum bewerten. Aber gewiss: Dass sich Caouettes Lebensabschnitte schließlich im Kino versammeln, erzählt uns etwas sehr, sehr Schönes über das Leben – und das Kino.
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Kommentare (4) — Film: Tarnation
Kommentar schreibenshe's lost control 2012/05/26 23:10:48
Kommentar löschenpuhh... ziemlich hart, geht einem nah. Musste noch oft an den Film denken.
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patcharisma 2008/08/19 23:35:28
Kommentar löschenDer L$D-artige Trip will zuviel & scheitert daran.
Teils garstige Längen, die einem im Kontrast zu dem hastigen Geschnipsel noch endloser vorkommen. Aspirin mitnehmen!
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annaberlin 2008/05/06 10:47:18
Kommentar löschenBeeindruckend, was Couette da in seinem Debüt-Dokumentarfilm am Mac zusammengeschustert hat. Habe den Film schon viermal gesehen und werde ihn bestimmt demnächst wieder anschauen.
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AugusteB 2008/02/25 16:15:15
Kommentar löschenSehr berührender Film. Die Privatvideos haben einen ganz seltsamen Charme und man meint in das Leben von Jonathan Caouette reingezogen zu werden. Hat mich noch lange verfolgt.
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