Thomas Harlan - Wandersplitter

Thomas Harlan - Wandersplitter (2007), DE
Laufzeit 96 Minuten, Dokumentarfilm, Kinostart 30.08.2007

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von Christoph Hübner,

Ein Sanatorium, ein Zimmer, ein Schreibtisch, Aussicht auf die Berge. Der Kamera zugewandt: Thomas Harlan, Autor und Filmemacher, Abenteurer, Nazi-Verfolger. Er spricht, denkt nach, verführt, bricht ab. Ein Film entsteht im Kopf: eine Fahrt durch Moskau, eine Begegnung mit Hitler, ‘Sprache als Kathedrale’, die stillschweigende Rehabilitierung von Kriegsverbrechern, angezündete Kinos und das Verhältnis zu seinem Vater, dem JUD SÜß-Regisseur Veit Harlan.


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maxgoesche

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Bewertung9.5Herausragend

Viel muss man als Regisseur nicht tun, wenn ein solch gewaltiger Geist vor der Kamera die Pforten zur Vergangenheit aufstößt und frischen Wind durch die Kapitel seiner, unserer, jedermanns Geschichte wehen lässt, dessen Wurzeln so untrennbar ins 20. Jahrhundert wuchern. Würde man heutige Schulklassen mit der Vorführung von "Wandersplitter" überfordern? Der Versuch wäre es allemal wert, um die Pädagogik der Minimalschritte, die immer noch in den meisten Lehrstuben praktiziert wird, zu überwinden. Allein, wie Harlan die politische Dynamik der RAF kommentiert, könnte ganze Systeme zu Fall bringen, wäre da nicht die lähmende Angst vor dem Infragestellen gesellschaftlich auferlegter Konventionen - und damit der unendlichen Borniertheit im Umgang mit sochen Themen.

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