Titicut Follies

Titicut Follies (1967),
Laufzeit 84 Minuten, Dokumentarfilm

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1 Kommentare
Titicut Follies - Bild 4067721
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Titicut Follies ist ein kontroverser Dokumentarfilm über die Behandlung von Patienten im Bridgewater State Hospital, eine ehemalige staatliche Anstalt für geisteskranke Straftäter, in den USA Ende der 60er Jahre. Massachusetts verhinderte seine Veröffentlichung für ein allgemeines Publikum bis 1991.


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Maddy87

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

„Don't turn your back on this film... if you value your mind or your life.”

Die Dokumentation „Titicut Follies“ zeigt den inhumanen Alltag im Bridgewater-Hospital in Massachusetts, welches eher einem Gefängnis als einem Krankenhaus ähnelt. Der ganze Dokumentar-Film ist kommentarlos, denn die Bilder sollen für sich sprechen. Die Insassen gelten als geistesgestört und schizophren. Doch statt ihnen Fachpersonal zur Verfügung zu stellen, welches sie medizinisch betreut, werden sie von Ordnungshütern, zum Teil, wie Abschaum behandelt.

Die eingewiesenen Personen wohnen nicht etwa in einer sterilen Anstalt, sondern hausen unter menschenverachtenden Bedingungen in kleinen Zellen, die weder eine Einrichtung in Form von Bett, Tisch, Stuhl etc. noch eine Toilette besitzen, geschweige denn persönliche Gegenstände. Was mich persönlich sehr schockiert hat, ist die Tatsache, dass die Insassen noch nicht mal Kleidung tragen dürfen, sprich, sie vegetieren in ihrer kleinen, dunklen, nassen, dreckigen Zelle nackt(!) vor sich hin. Wie wilde Tiere werden sie in den Käfigen gehalten.

-------------------------------------------- Spoiler------------------------------------------
Eine der ergreifendsten Szenen ist die, wo ein alter Mann dazu gezwungen wird zu essen. Der Mann verweigert die Nahrungsaufnahme, da er den Tod einem Leben im Bridgewater-Hospital vorzieht. Als die Wärter ihn abgemagert vorfinden, fesseln sie diesen nackt auf einem Tisch und schieben ihm einen langen Schlauch in die Nase, um den armen Mann mit flüssiger Nahrung zu füttern und ihn so, gegen seinen Willen, am Leben zu (er-) halten. Ein paar Sequenzen später ist der Mann tot.

Eine andere Szene zeigt einen jungen Mann, der zu Unrecht eingewiesen wurde. Er wirkt gesund und bei Verstand als er den Doktor darum bittet die Einnahme von Medikamenten einstellen zu dürfen. Er macht dem Arzt deutlich, dass die Tabletten ihm Schaden, doch statt dem kerngesunden Mann zuzuhören, stuft der Arzt ihn als paranoid ein und erhöht die Dosis der Arznei.

Diese und andere Szenen regen zum kritischen Nachdenken an, sind die Insassen wirklich verrückt oder wurden sie erst in bzw. durch die Klinik krank?
---------------------------------------------Spoiler-Ende---------------------------------------

Am Anfang wurde der Film verboten, die Begründung lautete: Verletzung der Intimsphäre der Insassen. Man kann darüber diskutieren, ob es der Fall ist (immerhin werden die Patienten nackt gezeigt) oder man einfach nicht wollte, dass die Öffentlichkeit von den grauenvollen Taten erfährt.

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psuch

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Das klingt zumindest inhaltlich nach ner ziemlich harten Nuss. Hmm, bin mit mir nicht eins, ob man den Film sehen sollte oder lieber nicht.


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