Töte mich
Tue-moi (2012), CH/DE/FR Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Drama, Road Movie, Kinostart 05.07.2012
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
22 Bewertungen
5 Kommentare
Keine
von Emily Atef, mit Maria-Victoria Dragus und Roeland Wiesnekker
Töte mich ist das Drama zwischen einer Heranwachsenden und einem Mörder, die einen Pakt treffen: Sie verhilft ihm zur Flucht, er tötet sie dafür später.
Töte mich handelt von der fünfzehnjährigen Adele (Maria-Victoria Dragus), die sterben möchte. Seit dem Tod ihres Bruders fühlt sich alles um sie herum fremd und weit entfernt an. Was bleibt, ist nur eine tiefe Traurigkeit in einem tristen, von harter Arbeit geprägten Leben. Timo (Roeland Wiesnekker) ist auf der Flucht. Vor acht Jahren wegen eines Mordes verurteilt und inhaftiert, gelang endlich der Ausbruch aus dem Gefängnis. Verletzt und erschöpft sucht er Unterschlupf auf dem Bauernhof von Adeles Eltern. Als Adele den Flüchtigen entdeckt, bietet sie ihm einen Deal an: Sie wird ihm helfen, zu fliehen. Dafür aber soll Timo sie töten, sobald er in Sicherheit ist. Notgedrungen stimmt Timo dem morbiden Pakt zu. Argwohn und Misstrauen prägen die Reise, die beide bis nach Marseille führen wird. Die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen. Der spröde Timo kann die Nähe des Mädchens kaum ertragen, Adele wiederum erinnert ihn unablässig an seine dunkle Verpflichtung. Je beschwerlicher allerdings die Umstände werden, desto mehr muss sich das merkwürdige Paar vertrauen, aufeinander verlassen, um die ungleichen Ziele zu erreichen.
Mehr Bilder (9) und Videos (1) zu Töte mich
Cast & Crew
- Genre
- Drama, Road Movie
- Zeit
- 2010er Jahre
- Ort
- Marseille
- Handlung
- Abkommen, Auftragsmord, Bruder, Bruder-Bruder-Beziehung, Flucht, Fluchthelfer, Sträfling, Ungleiches Paar
- Stimmung
- Ernst





















Kritiken (5) — Film: Töte mich
Chuchaqui: Critic.de
Kommentar löschenSo ungern wir Fragen der Glaubwürdigkeit als entscheidendes Kriterium für die Qualität eines Films heranziehen wollen, ist es gerade Atefs betont reduzierte Inszenierung und ihre genaue Beobachtung von Einzelheiten, welche die wenig plausibel erscheinende Gesamthandlung zum Störfaktor werden lassen. Atef versucht stets, das sich wandelnde Verhältnis zwischen Adele und Timo nicht über Dialoge und direkte Handlungen auszudrücken, sondern durch Andeutungen, durch leichte Verschiebungen in Gestik und Mimik, durch die Anordnung der Figuren im Raum oder einfach über Veränderungen in der Landschaft. Es ist die Diskrepanz zwischen dieser Reduzierung der Form und der Überfrachtung des Inhalts, die in Adeles Satz zu Beginn und im Film überhaupt irritiert. Gerade die Betonung visueller Elemente entblößt in verstärktem Maße die Schwächen des Drehbuchs, und die Künstlichkeit der Ausgangssituation verdammt die Übung in Reduktion von vornherein zum Scheitern.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenDie Konzentriertheit der Inszenierung auf knappe Dialoge, vor allem aber auf die Gesten und Blicke der Schauspieler und auf den Einfluss der von der Regisseurin selbst als „dritten Protagonisten“ bezeichneten Landschaft auf die Figuren wird von kleinen, aber die Haupthandlung störenden Episoden am Rande konterkariert.
Dank der anfänglichen kargen Inszenierung und der lakonischen Erzählweise gelingt Emily Atef dennoch ein verstörender Film über zwei Menschen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, die aber nach und nach im Mangel an liebvoller Zuwendung ihre Gemeinsamkeit entdecken. Roeland Wiessneker verkörpert den abgehetzten Timo mit einer Mischung an vordergründiger roher Gewalt und innerer Zerbrechlichkeit. Maria Dragus, die dem Zuschauer aus Michael Hanekes „Das weiße Band“ bestens in Erinnerung geblieben ist, drückt die Abgeklärtheit, aber auch die tiefe Unsicherheit einer Heranwachsenden ausgezeichnet aus. Sie ergänzen sich darüber hinaus so, dass die Entwicklung aus der bloßen Zweckgemeinschaft zum von einer gegenseitigen Zuneigung getragenen Duo glaubwürdig wirkt. Trotz einer gewissen Künstlichkeit stellt sich „Töte mich“ als eine in einer schönen Landschaft angesiedelte Fahrt in die Seelen zweier verletzter Menschen heraus.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Tim Slagman: spiegel online, fluter Tim Slagman: spiegel online, fluter
Kommentar löschenSo wenig, wie Roland Wiesnekker diesem schnaufenden, verletzten Grobian aber das nötige Charisma verleihen kann, um Interesse an seiner Figur zu wecken – so sehr verzetteln sich Adele und Timo letztlich in dieser unnötigen Nebenhandlung.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Tamara Danicic: Bayern 3 Tamara Danicic: Bayern 3
Kommentar löschenWer seine Augen auch für Nuancen öffnet, kann in der Gestaltung der filmischen Räume ebenso wie im Spiel der beiden Hauptdarsteller einiges entdecken.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Heidi Reutter: Radio Köln Heidi Reutter: Radio Köln
Kommentar löschenAlles scheint hier vielmehr eine filmische Versuchsanordnung zu sein, eine blutleere Psycho-Studie, als ein bewegendes Drama, das Betroffenheit auslösen könnte. Da hilft auch das bemühte Spiel ihrer Hauptdarsteller nicht.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (0) — Film: Töte mich