Warum Deadpool die Zeitlinie der X-Men-Filme ignoriert

Hat Deadpool da etwa ein entscheidendes Detail vergessen?
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Obwohl Deadpool im selben Universum wie die X-Men seinen Schabernack treibt, werden die Geschehnisse aus den bisherigen Filmen geflissentlich ignoriert. Beispielsweise ist die von Andre Tricoteux verkörperte Version von Colossus eine völlig andere als der Metallmann in X-Men 2, X-Men: Der letzte Widerstand und X-Men: Zukunft ist Vergangenheit von Daniel Cudmore. Auch der Charakter von Wade Wilson hat seit X-Men Origins: Wolverine einige Mutationen durchlaufen (kleiner Scherz am Rande), obwohl er doch in beiden Filmen von Ryan Reynolds verkörpert wird.

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Die Deadpool-Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick gaben nun in einem Interview mit Cinema Blend zu Protokoll, weshalb sie sich für derlei Änderungen entschieden haben:

Wir haben sehr früh beschlossen, die frühere Inkarnation von Deadpool [in X-Men: Origins] nicht bloß zu ignorieren, sondern uns sogar darüber lustig zu machen. Sie widersprach nämlich dermaßen der Vorstellung, die die Fans von Deadpool hatten, dass wir sie über Bord warfen. Und ja, mit der Zeit landeten die X-Men in der Vergangenheit und arbeiteten sich mit den folgenden Filmen ihren Weg zurück in die Gegenwart. Aber wir entschieden schon früh, Colossus trotzdem einzubauen, weil wir nicht der Meinung waren, dass er in den bisherigen Filmen die beste Vorstellung erfahren hatte. Es war nicht so, dass er falsch dargestellt wurde, aber er wurde ein bisschen ignoriert.

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Was den Söldner mit der großen Klappe anbelangt, so entschlossen sich die Autoren dazu, ausdrücklich auf den Umstand hinzuweisen, dass Deadpool sich seiner Existenz als Comic-Figur sehr wohl bewusst ist. Wie auch in den Comic-Vorlagen hat das ständige Einreißen der vierten Wand damit zur Folge, dass Deadpool sich nicht zwangsläufig an die Regeln halten muss, die für alle anderen Figuren verbindlich sind:

Das Tolle an Deadpool ist, dass du nicht bloß alle Regeln brechen kannst, sondern dass du sogar alle Regeln brechen solltest. Das erlaubt uns, völlig bescheuerte Sachen anzustellen mit allem, was uns so in den Sinn kommt.

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Bestes Beispiel ist Deadpools Hintergrundgeschichte, die in den Comics ja ebenfalls mehrmals infrage gestellt wird. Allein die Tatsache, dass wir es mit einem völlig unzurechnungsfähigen, zynischen, geistesgestörten, Brachialgewalt verherrlichenden Scharlatan in einem roten Ganzkörperkostüm zu tun haben, lässt bereits erhebliche Zweifel an seiner Zuverlässigkeit als Erzähler aufkommen. Das erinnert nicht von ungefähr an den Joker aus The Dark Knight, der ja auch jedes Mal eine andere Geschichte auftischt, wenn er auf seine Narben im Gesicht zu sprechen kommt. So betrachtet führen die vorgenommenen Veränderungen uns noch näher an die Figur heran, da sie sozusagen in Übereinstimmung mit der Rolle in den Comics geschehen.

Oder wie beurteilt ihr Deadpools Abweichungen von den X-Men-Filmen?

moviepilot Team
cristobalisto Christopher Krizsak
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"Frankly, my dear, I don't give a damn."
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