BigDi
BigDi aus Marburg heißt Dmitrij Panov, ist 21 Jahre alt. Er hat sich 2009/07/29 10:38:30 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 833 Filme bewertet und legendäre 758 Kommentare geschrieben. ---dmitrij-p.npage.de--- Er versucht erfolglos, den Sinn der Welt zu ergründen, weidet sich oftmals in satirisch gemeinter Selbstdarstellung, schreibt seltsames, aber nicht ganz hirnloses Zeug und analysiert die psychischen Tiefen seiner selbst und seiner Mitmenschen. Und ach ja, weil ich es jemandem angetrunken versprochen habe: .:. Mehr
| Name | Dmitrij Panov |
|---|---|
| Alter | 21 |
| Stadt | Marburg |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Kakihara aus "Ichi-The Killer" |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Robert de Niro |
| Ich bin Fan von: | Ennio Morricone, Clint Mansell, David Lynch, Chan-wook Park, David Cronenberg, Lars von Trier, Helena Bonham Carter, Quentin Tarantino, Andrei Tarkovsky, Louis de Funès, Henry Miller, Alan Moore, Terry Gilliam, Franz Kafka, Chuck Palahniuk, Min-sik Choi, Kate Winslet, Ellen Page, Hunter S. Thompson, Gaspar Noé, Michael Haneke, Alexej Balabanow, Charlie Kaufman, Billy Wilder, Mads Mikkelsen, Koen Mortier, Nicolas Cage, Christoph Schlingensief, Terry Zwigoff, Eva Green, Ethan Coen, Peter Greenaway, Satoshi Kon, Hayao Miyazaki, Zack Snyder, Nikita Mikhalkov, Alexandre Aja, Makoto Shinkai, Jee-woon Kim, Neil Patrick Harris, Hideaki Anno, Edward Norton, Werner Herzog, Mamoru Oshii, Emmanuel Lubezki, Rainer Werner Fassbinder, Vicco von Bülow, Terrence Malick, Hanna Schygulla, Ryan Gosling, Steve Buscemi, Philip Seymour Hoffman, Nicolas Winding Refn |
| Meine Lieblingsregisseure: | Park Chan-Wook, David Lynch, Quentin Tarantino, Andrej Tarkowskij, Stanley Kubrick, David Fincher, Sergio Leone, Lars von Trier, Christopher Nolan, Terry Gilliam, David Cronenberg, Robert Rodriguez Lars von Trier, Gaspar Noé, Park Chan-Wook, David Lynch, Stanley Kubrick, Andrej Tarkowskij, Alexej Balabanow, Quentin Tarantino, Rainer Werner Fassbinder, Billy Wilder, David Cronenberg, Ingmar Bergman, Zack Snyder |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | "I've seen half of God's face here. The other half is you." -"Possession" |
| Über mich | ---dmitrij-p.npage.de--- Er versucht erfolglos, den Sinn der Welt zu ergründen, weidet sich oftmals in satirisch gemeinter Selbstdarstellung, schreibt seltsames, aber nicht ganz hirnloses Zeug und analysiert die psychischen Tiefen seiner selbst und seiner Mitmenschen. Und ach ja, weil ich es jemandem angetrunken versprochen habe: .:. |
Breaking Bad
BigDi 2012/02/06 19:09:55
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Tyler__Durden 2012/02/06 19:15:08
Antwort löschenAuf wiedersehen BigDi. Hoffe du überlebst das. *winkwink*
FlintPaper 2012/02/06 19:31:56
Antwort löschenIst super geil, aber nicht so super geil wie The Wire. Dafür jedoch zugänglicher :D
okami6 2012/02/07 02:16:25
Antwort löschenEssen, Schlafen, mit anderen unterhalten brauchst Du nicht mehr, das hier geht vor. :-)
Ein Kind zu töten
BigDi 8.5 "Ausgezeichnet" 2012/02/05 00:05:17
Eine Szene gegen Ende des Films definierte für mich mit ihrer grausam auswegloser Endgültigkeit und Kaltschnäuzigkeit den Begriff "Horror" neu. Hätte der Film dann geendet, wäre er wohl "nur" klasse gewesen. Aber er präsentierte mir anschließend noch ganze drei weitere Szenen, die in steigender Intensität meine Nerven auf der Streckbank und meine Faszination auf der siebten…
Eine Szene gegen Ende des Films definierte für mich mit ihrer grausam auswegloser Endgültigkeit und Kaltschnäuzigkeit den Begriff "Horror" neu. Hätte der Film dann geendet, wäre er wohl "nur" klasse gewesen. Aber er präsentierte mir anschließend noch ganze drei weitere Szenen, die in steigender Intensität meine Nerven auf der Streckbank und meine Faszination auf der siebten Wolke positionierten, und ging damit als der vielleicht beste Horrorfilm, den ich je gesehen habe, in meine Filmschaugeschichte ein. Ein unheimliches und gnadenlos konsequentes Werk mit grandioser Musik und mit den beunruhigendsten Sonnenflutbildern neben den superben ersten Minuten von "Resident Evil 5" (Spiel!). Der Anfang funktioniert für mich weniger als Anklage, sondern als Anstoß zu einem perfiden Experiment, bei dem es in der Tat nur eine mögliche Lösung (Antwort) geben kann. Ein grandioses Werk mit Wucht und gerade für das Genre unerwartet viel Nachhall.
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The Big Bang Theory
BigDi 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/02/03 14:54:03
Die Prämisse mag als Anlaufstelle für typische Nerdwitzchen wirken und der Eindruck, den man vom Ansehen weniger Szenen bekommt, untermauert dieses Vorurteil, doch "The Big Bang Theory" als Gesamterlebnis straft dieses Lügen, entpuppt sich die beliebte Sitcom doch im Laufe der Zeit als oftmals herrlich gemein und oftmals unverhohlen politisch unkorrekt - ganz abgesehen von den zahlreichen…
Die Prämisse mag als Anlaufstelle für typische Nerdwitzchen wirken und der Eindruck, den man vom Ansehen weniger Szenen bekommt, untermauert dieses Vorurteil, doch "The Big Bang Theory" als Gesamterlebnis straft dieses Lügen, entpuppt sich die beliebte Sitcom doch im Laufe der Zeit als oftmals herrlich gemein und oftmals unverhohlen politisch unkorrekt - ganz abgesehen von den zahlreichen Anspielungen auf alles, was den Nerd, Halbnerd und Möchtegernnerd von heute interessiert: Filme, Serien, Comics, Videospiele etc. etc. Und das unter Vermeidung reiner Plattheit, sondern immer wieder das soziale Netz der Serie in den kleinen Hommages widerspiegelnd.
"What are you doing?" - "I'm going to a bar to drink my problems away." - "In "Red Dead Redemption"? You know that digital alcohol is never a solution?" - "...You want a drink, too?" - "No, I can't, I'm playing GTA afterwards..."
"As you are now one of us [Penny]..." - "ONE OF US, ONE OF US!!!"
Es war zumindestens für mich persönlich anfangs ein nicht geringes Problem, dass mir alle Figuren recht unsympathisch waren, doch eigentlich ist das die größte Stärke der Sitcom, welche nicht bloß genau dadurch ihre Gemeinheit aufbauen kann, sondern durch die Figurenentwicklungen durch die Staffeln hinweg lezten Endes doch eine eigene Emotionalität aufbauen kann. Beziehungsweise durch eben fehlende Entwicklung ihre political incorrectness beweisen kann. Das wahrscheinlich großartigste feature des sozialen Netzes der Serie ist die unheimlich zweideutige Beziehung zwischen Howard und Raj (nicht umsonst stellte Leonards Mutter, eine kaltschnäuzige und überprofessionelle Psychologin, in einer Folge deren latente Homosexualität fest) - und ich bete, dass die beiden eines Tages in der Serie zusammenkommen, das würde "The Big Bang Theory" augenblicklich den Titel der mutigsten Sitcom verleihen. Anzeichen dafür gibt es zumindestens mehr als genug...
Ein zunächst etwas verwirrender, mittlerweile aber gekonnt intrumentalisierter Kniff war die Einführung von Amy am Ende der dritten Staffel - so kann die Serie der Frage nachgehen, wie (eine Person wie) Sheldon sich zu einer etwas, sagen wir, sozialverträglicherer Persönlichkeit entwickeln kann, ohne dabei dessen einzigartigen Charakter zu verraten. Amys rasante Entwicklung in der vierten und fünften Staffel hat sie mittlerweile zur sympathischsten Figur der ganzen Sitcom gemacht und ihre neu entdeckte Selbstbewusstheit ist ein reines Vergnügen - natürlich immer noch mit der "TBBT"-typischen Boshaftigkeit.
Ansonsten schafft "The Big Bang Theory" tatsächlich das Kunststück, weniger über "Nerds", sondern mehr mit "Nerds" zu lachen - auch wenn dies ebenso "Mit Nerds über andere Nerds lachen" einschließt (man denke da nur an die Opferfigur des Comicladenverkäufers ^^). Weitere Highlights: Howards jüdische Mutter (dessen Gebrüll erstaunlich nah an tatsächlichem jüdischen Humor aus Zeiten der UdSSR ist), Rajs reicher Hintergrund als Gegenkonzept zu typisch armen Quoten-Ausländern ("We only had four servants - and two of them were children!"), Einblicke in die Vergangenheit der Figuren, welche ihre Macken nachvollziehbar erklären können (Leonard: "When I was ten years old, I built a hugging machine...the saddest thing was: My father also used it from time to time...") und einige großartig emotionale Momente, die man kaum in diesem Konzept erwartet, die aber dennoch nicht wie Fremdkörper wirken - wie Pennys bestmögliches Geschenk an Sheldon oder Sheldons grandioses selbstgeschriebenes Theaterstück über die Ankunft von Spock in seiner Kindheit, beim Vorspielen dessen er sowohl die eigene als auch die Rolle seiner Mutter übernimmt und sich dabei ganz selbstständig mit ihr verträgt. In solchen Momenten entwickelt "TBBT" eine Magie und eine Bindung zu den Figuren, dass man jegliche Vorurteile vom Beginn hinter sich lässt.
Doch davon abgesehen ist es immer noch die Konsequenz und die Gemeinheit der Serie, die sie zu dem machen, was sie ist. Und Leonards legendär gelassene Einstellung zu all den Missständen seines Lebens. Und selbstverständlich Sheldons einzigartiges Weltbild und seine Kaltschnäuzigkeit im Umgang mit den Reaktionen seiner Umwelt auf jenes.
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Tyler__Durden 2012/02/03 15:30:31
Antwort löschenHab mir die ersten drei Staffel angeschaut in der Hoffnung das es irgendwann mal besser wird aber Pustekuchen. Kann mich mit dieser Art von Humor wohl einfach nicht abfinden. Da muss man erst extern Gelächter einsetzten um dem Publikum klar zu machen das jetzt eigentlich gelacht werden sollte, egal ob ein Witz kam oder nicht. Ganz große Grütze die Serie, haste aber liebevoll geschrieben ;P
BigDi 2012/02/03 15:51:07
Antwort löschenDas extrene Gelächter hat mich dank "HIMYM"-Erfahrung zum Glück nicht mehr abgeschreckt. ^^
Meiner bescheidenen Meinung nach wird es übrigens gerade ab der vierten Staffel besser! Die ersten drei fand ich auch irgendwo zwischen okay und gut, aber in der vierten kam in der Tat mehr Emotion und sogar mehr Witz hinzu, die fünfte hält das Niveau momentan sehr gut, deswegen die hohe Wertung. Und Amy ist einfach nur grandios. ^____^
phoenix409 2012/02/06 16:11:53
Antwort löschenHabs auch schon ein paar Mal versucht (in beiden Sprachen), aber mich packts überhaupt nich. Der Hype ist schon merkwürdig, ebenso wie bei HIMYM...
Antichrist
BigDi 9.5 "Herausragend" 2012/01/29 17:02:01
Manche Filme werden gedreht, um damit Geld zu verdienen, andere, um eine Aussage zu tätigen, manche Regisseure erfüllen sich mit ihren Filmen ihre eigenen Kindheitswünsche, und manche Filme resultieren einfach nur aus Wut und Hass - gerne auch aus Selbsthass. "Antichrist" ist ein solches Werk des menschlichen Selbsthasses, des Dranges nach Selbstzerstörung und dessen Konfliktes mit…
Manche Filme werden gedreht, um damit Geld zu verdienen, andere, um eine Aussage zu tätigen, manche Regisseure erfüllen sich mit ihren Filmen ihre eigenen Kindheitswünsche, und manche Filme resultieren einfach nur aus Wut und Hass - gerne auch aus Selbsthass. "Antichrist" ist ein solches Werk des menschlichen Selbsthasses, des Dranges nach Selbstzerstörung und dessen Konfliktes mit dem Selbsterhaltungstrieb. Und natürlich vieles andere ebenso, aber vorrangig resultierend aus dem reinen Hass - und so kommt es, dass am Ende dieses Werkes keine klar erkennbare Aussage steht, sondern ein riesiges, farbloses Fragezeichen, und bei der Frage nach dessen Bedeutung einem nichts anderes entfahren kann als ein verzweifelt-hämisches Lachen.
Doch "Film des Hasses" hin oder her, von Trier wäre nicht von Trier, wenn das Ganze nicht eine Vieldeutigkeit erreichen würde, wie sie sonst wohl nur von "Letztes Jahr in Marienbad" erreicht werden kann: Sein "Antichrist" kann buchstäblich alles sein, ein Todesurteil wie eine Erlösungsguide, eine mit Blut und Sperma geschriebene Tragödie wie eine unheimlich schwarze Komödie, ein frauenfeindliches wie männerfeindliches Werk, womöglich auch zugleich, ein Schlag ins Gesicht all der Psychotherapeuten dadraußen oder vielleicht eine weitesgehend missverstandene Selbstkritik (wobei die Tendenz zur Selbstverherrlichung deutlicher ist - auch wenn es die grausamste Form der Selbstverherrlichung und - darstellung ist, die das Kino jemals erleben durfte und musste).
Es bringt nichts, zu versuchen, diesen Film auf nur einen Aspekt zu begrenzen, es ist gar sinnvoller, ihn gar keinem festen Aspekt zuzuordnen, sondern als Nährboden für Aspekte anzusehen, als Diskussionsgrundlage, aber nicht als Diskussionsargument. Lars von Trier wütet hier 108 Minuten lang über Zelluloid, mit der Versessenheit eines kleinen Kindes, welches noch gar nicht begreift, was "kaputtmachen" für Konsequenzen hat, aber zugleich mit der Hintersinnigkeit und Zweidreivierdeutigkeit des Lars von Trier, welcher "Epidemic", "Idioten" und "Dogville" auf die Menschheit gelassen hatte. Das Ergebnis ist ein filmischer Amoklauf, das Essenzwerk eines Mannes, welcher sich lange zur Gewohnheit gemacht hat, dem Zuschauer in seinen Werken einen Spiegel vorzuhalten und ihn anschließend damit lachend zu verdreschen. Mit dem Unterschied, dass er in diesem Falle auch sich selbst nicht unverletzt davonkommen lässt.
"Antichrist" ist, wie viele behaupten, tatsächlich ein Nichts - solange er alleine, für sich steht. Ein Chaos, welches in einer eigenen Galaxie zu existieren scheint, welche uns eigentlich egal sein kann - aber ein Chaos, welches durch einen Blick von bestimmter Dauer zum Leben erwacht. Selbstverständlich, jeder Film erhält erst durch die Rezeption Bedeutung, aber im Falle von "Antichrist" scheint es eher so, als ob dieser Film erst durch Rezeption überhaupt existent wird (ansonsten verbliebe es einfach ein bösartiges Hirngespinst von Triers und eine gruselige Erinnerung von Gainsbourg und Dafoe). Es braucht Gedanken und/oder Diskussion, um diesen Film als mehr als nur gewaltsüchtige und destruktive Zeitverschwendung betrachten zu können. Es braucht auch eine Prise Überzeugung, um diesen Film überhaupt mögen zu können.
Manch einer würde auch sagen, dass es Einsicht bedarf. Oder Akzeptanz. Oder Lebenserfahrung. Ganz subjektiv möchte ich (und werde ich auch, immer) "Antichrist" als eines der großartigsten und größten Werke der Filmgeschichte bezeichnen und tief in mir jedem Nichtgönner fehlendes Verständnis und fehlenden Mut zur Auseinandersetzung vorwerfen (und es ist mir egal, wie arrogant ich damit wirken mag). Ganz subjektiv stellt es für mich den abschließenden und absolut hoffnungslosen Teil der regisseur- und dekadenübergreifenden, von mir ausgerufenen Beziehungstrilogie (Zulawskis "Possession", Noès "Irreversible" und von Triers "Antichrist") dar und vielleicht den einzigen Film, bei dem es mich davor graust, mich zu lange gedanklich damit zu beschäftigen. Von der inszenatorischen und darstellerischen Perfektion (!) mal ganz abgesehen.
Wem meine beinahe mit Tränen in den Augen verfassten Fanboy-Liebestiraden nicht ausreichen, der darf gerne einen Blick in meine damals fürs Abitur verfasste Jahresarbeit über diesen Film werfen (odt., 78 Seiten, knapp über 30.000 Wörter, Selbstdarstellung bis zum gehtnichtmehr und somit eine hoffentlich würdige Hommage an das grauenvolle Meisterwerk) - hier der Downloadlink (und ich freue mich selbstverständlich über jede Form der Rückmeldung ^____^):
http://www.file-upload.net/download-4052176/Antichrist.odt.html
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DerDude_ 2012/01/29 17:21:02
Antwort löschenWundervoller Kommentar ;) Zusammen mit Dogville defenitiv der beste Von Trier. Ich hoffe du schreibst bald zurück :)
Jenny von T 2012/01/29 18:25:05
Antwort löschenSich über 78 Seiten über diesen Film auszulassen, birgt fast schon eine Ironie in sich und insofern brachte mich schon die Überschrift des Unterpunkts "Exkurs: Die Frage nach dem Wesen und dem Sinn von Interpretation" zum Schmunzeln. :-D Meine persönliche These ist immer noch die, dass LvT selbst sich wahrscheinlich weitaus weniger bei diesem Film bewusst (!) gedacht hat als 98% aller Kritiker. Wenn man in einer Depression drinsteckt, ist man nicht nur körperlich, sondern auch intellektuell auf einem Tiefpunkt und insofern würde es mich doch sehr wundern, wenn der gute Lars sich nächtelang den Kopf über hochtrabende Symbolik zerbrochen hätte. Ich sehe Antichrist mehr als wirklich reines Spiegelbild eines emotionalen Zustands, der allein mit Worten nicht zu beschreiben wäre. Dass sich dadurch millionen Deutungsmöglichkeiten eröffnen, ist ein Nebeneffekt, aber ob LvT all diese wirklich selbst so gesehen und bezweckt hat, halte ich für fraglich. Wobei, bezweckt sicher wenigstens im Hinblick auf den EFFEKT, da Larsi den Zuschauer bekanntlich gerne überfordert. Vor Kurzem las ich irgendwo, dass er in hohem Maße Inhalte aus eigenen Träumen verarbeitet hat, was für mich weitaus plausibler klingt.
ABER, lieber Dmitrij, deine Ausführungen sind nichtsdestrotrotz äußerst gelungen, schon allein deshalb, weil mich immer sehr interessiert, was andere in "Antichrist" sehen. Du bist der erste, bei dem ich den Gedanken des Selbstmords des Kindes finde - diese subjektive Empfindung hatte ich schon bei der allerersten Sichtung des Films, fand diese Interpretation aber noch nirgends. Danke vor allem dafür. ^^
BigDi 2012/01/29 18:32:05
Antwort löschenIrgendwo ist der Umfang der Arbeit auch tatsächlich ironisch gemeint, wenn auch eher erst hinterher. ;) Und gerade der "Exkurs" ist dafür da, um zwischen Intention und Interpretation unterscheiden zu können - wobei ich mir durchaus sicher bin, dass der gute Lars es definitiv witzig findet, wenn Menschen sich den Kopf über "Antichrist" zerbrechen und diesen Gefallen mache ich dem Menschen jederzeit gerne!
Dann sind wir ja schon zu zweit, Jenny :D und danke auch dir, fürs Lesen und Kommentieren. ;) (ich kann es nur wiederholen, seht euch das Gesicht des Kindes an, wenn es sich umschaut! So kann nur der Teufel persönlich dreinblicken! - wobei ich mich frage, wie von Trier ein Kind (!) auf eine solche schauspielerische Höhe gebracht hat :D)
Jenny von T 2012/01/29 18:39:39
Antwort löschenNatürlich liebt LvT es, wenn andere sich - mehr als er selbst! - die Köpfe über seine Filme zerbrechen und sich bisweilen sogar - in Gestalt von Diskussionen über Frauenfeindlichkeit, (Pseudo-)Depressionen und Co. - gegenseitig selbige einschlagen. Das meinte ich ja mit "überfordern". :-)
Was das Kind betrifft, erspähte ich erst gestern einen passenden Kommentar von Michael Haneke dazu bei Youtube: "Wenn ein Schauspieler einen Löwen spielt, dann spielt er einen Löwen. Wenn ein Kind einen Löwen spielt, dann ist es der Löwe."
Amen. :-)
P.S.: Lars <3 <3 <3
Nutella?!! 2012/02/02 21:49:02
Antwort löschen- deine ominoese Uploadseite ist mir definitiv zu hoch.
BigDi 2012/02/04 12:52:52
Antwort löschenAh, okay. ^^ Unter:
Dateigröße: 25792 Kbyte
Datum: 23.01.12
Downloads: 30
Ist ein klitzekleines Symbol namens "Download" (untendrunter müsste noch "Tipp: gratis Webspace!" stehen), da einfach draufklicken und die Datei entweder speichern oder dabei grad aufmachen mit OpenOffice. Das große Downloadsymbol ist zu ignorieren, das ist Werbezeugs. ;)
Nutella?!! 2012/02/04 13:00:40
Antwort löschenIst mir eigentlich alles klar.. klingt fast so als waere das mein erster Download.. na egal es passierte nichts, worauf hin ich's mit einem anderen Browser versuchte und schwubb.. trotzdem danke.
Verblendung
BigDi 7.5 "Sehenswert" 2012/01/24 13:14:59
Das größte Problem von "Verblendung" liegt - für mich, der weder die Buchvorlage noch die erste Verfilmung kennt - tatsächlich im großen Namen des Regisseurs. Nein, man braucht sich um dessen Inszenierungskunst (weiterhin) keine Sorgen machen: Wo aus dem Drehbuch physische und psychische Wucht herauszuholen ist, geschieht dies auch, und es gibt eine Szene, die in ihrer übelkeitserregenden…
Das größte Problem von "Verblendung" liegt - für mich, der weder die Buchvorlage noch die erste Verfilmung kennt - tatsächlich im großen Namen des Regisseurs. Nein, man braucht sich um dessen Inszenierungskunst (weiterhin) keine Sorgen machen: Wo aus dem Drehbuch physische und psychische Wucht herauszuholen ist, geschieht dies auch, und es gibt eine Szene, die in ihrer übelkeitserregenden Verzweiflung gar Richtung Noé zu schielen scheint. Fincher weiß, wie man den Zuschauermagen erreicht, und er lässt kaum eine Gelegenheit dazu aus, was "Verblendung" zu einem mitreißenden Krimithriller-Erlebnis macht, welches überraschend oft das brutale Versprechen des (grandiosen) Vorspanns erfüllt und dessen Einbindung in den Film berechtigt.
Doch was man mit dem Namen Fincher letzten Endes doch nicht ganz vereinen kann, ist das Drehbuch. Es ist spannend, es ist gut konstruiert, es ist auch - wie bereits erwähnt - öfters wirklich heftig, aber im Endeffekt beinhaltet es zu viele Zugeständnisse an den Zuschauer - selbst wenn diese manch einmal brutaler ausfallen als manch eine "böse" Szene in anderen Filmen. Doch den emotionalen - oder intelektuellen - Schlag ins Gesicht sucht man hier vergebens und wer bei "Fincher" immer noch hauptsächlich an "Sieben" und "Fight Club" denkt, wird (mal wieder) nicht um eine mittelschwere Enttäuschung herumkommen. Das ist sicherlich Kritik auf einem hohen Niveau und definitiv keine Kritik am Regisseur für seine Arbeit (eher für seine Drehbuchwahl), aber es verhindert im Gesamtkontext ein besseres Urteil als "gut". Was natürlich nicht heißt, das von einer Sichtung abzuraten ist: "Verblendung" ist toll besetzt, durchgehend spannend und bietet eine interessante Story, welche zwar leider nicht so abgründig ist, wie sie gerne wäre (wie es schon in "1984" hieß: "Ich verstehe das Wie, aber nicht das Warum!"), aber bis zum Ende mitzureißen weiß. Wobei es für die letzte Szene wirklich etwas auf die Finger geben sollte. Ansonsten heißt es: Nicht mehr und nicht weniger als ein guter Film. Was weniger ist als das, was Fincher uns einst zu bieten vermochte, aber für einen geselligen Kinoabend auf jeden Fall mindestens ausreicht.
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DerDude_ 2012/01/24 13:54:00
Antwort löschenSchöner Kommentar :)
The Social Network fehlte auch irgendwie die Wucht ,aber er ist dennoch ein faszinierender Film
BigDi 2012/01/24 13:58:42
Antwort löschenDanke!
"Social Network" muss ich noch schauen, habe da mehr Hoffnungen, ehrlich gesagt.
KlapTrap 2012/01/24 15:24:19
Antwort löschenHeute oder Morgen darf ich ihn dann auch endlich sehen.....die "Gaspar-Noe"-Szene war schon im Original wirklich schmerzeinflößend, bin da also sehr gespannt.
Tyler__Durden 2012/01/24 15:47:18
Antwort löschenDen Fincher Filmen seit Zodiac geht es aber, um mal ehrlich zu sein, nicht wirklich um "Wucht" oder offenkundige Frontal-Schläge. Solch plakatives Vorgehen, positiv sowie negativ gesehen, wie in seinen ersten Filmen wird man von Fincher kaum mehr sehen. Ihn darauf also immer fest zu machen ist deswegen eher Wunschdenken. :P
BigDi 2012/01/24 16:42:50
Antwort löschen@Klap: Dann mal viel "Spaß". ;)
@Tyler: Klar ist es Wunschdenken, aber es ist dennoch schade - und gerade "Zodiac" bot keine wirklichen Zugeständnisse. Dieser Kritikpunkt floss auch nicht wirklich in die Punktwertung ein - ist schon regieunabhängig "sehenswert". ^^
Detective K - Im Auftrag des Königs und 2 weitere Filme ...
BigDi 7.0 "Sehenswert" 2012/01/18 13:07:09
Gästebuch
Jenny von T 2012/02/07 21:26:07
Ich halte Lars (nur anhand seiner Filme) für den größten Frauenkenner überhaupt, aber dabei gehe ich auch sehr von mir selbst aus. Allerdings habe ich noch keines Fassbinder-Frauenfilms ausgesetzt.
Jenny von T 2012/02/07 12:50:47
Ähm... wer lernt da von wem? Du bist sicher, dass du dich da nicht verschrieben hast? ;-)
phoenix409 2012/02/06 16:03:31
Doch, gucken werd ich den nochmal. Kannst du die neuen Filme empfehlen?
phoenix409 2012/02/06 13:23:34
Der ist schon gesichtet, hab bloß keine Ahnung wie ich da werten soll. Vermutlich einfach nochmal gucken :)
fkfilmkritik 2012/02/05 21:01:51
Ja, hast nicht zu viel versprochen. 8 Punkte sind da auch erstmal zum aufwärmen. Wollte ihn schon fast erstmal gar nicht bewerten. ;)
Jenny von T 2012/02/05 18:00:23
Dann scheine ich bei "Angst essen Seele auf" also tatsächlich nichts übersehen zu haben. WENN er denn wenigstens bösartig wäre. Oder ironisch. Oder in irgendeiner anderen Form eine Herausforderung. Zum Glück habe ich ja bereits herausgefunden, dass der Film ganz sicher nicht Fassbinders Glanzstück ist. "Satansbraten" hattest du mir bereits damals ans Herz gelegt und somit ist er fest eingeplant, ebenso wie "Warum läuft Herr R. Amok?", dessen Synopsis sich ein bisschen hanekesk liest und mich somit per se anspricht.
Eine Ehe wird das mit Fassi und mir in diesem Leben vermutlich zwar nicht mehr, aber eine Hassliebe ist ja auch was Feines.
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So, die ersten beiden Folgen geschaut. Sagt mir bitte nicht, dass es noch besser wird, sonst wird es eine Zeitlang nichts mehr mit Essen, Schlafen, sich mit anderen Leuten unterhalten, Zocken, Lesen, Schreiben etc. etc. etc...