Ich seh, ich seh, was du nicht siehst

Haltet Ausschau nach österreichischem Horror

In 3 Tagen bist du tot, Ich seh ich seh, Attack of the Lederhosenzombies
© Luna Filmverleih, Koch Media, Fischer Film
In 3 Tagen bist du tot, Ich seh ich seh, Attack of the Lederhosenzombies
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sciencefiction Andrea Wöger
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Als Österreicherin in Berlin schaue ich immer ganz genau hin, wenn die heimischen Filme hierzulande in den Kinos anlaufen. Michael Haneke ist ja nicht nur für passionierte Horrorfans ein bekannter Name aus Österreich und auch die erdrückende Morbidität und der Lebensekel in Filmen Ulrich Seidls sind spätestens seit der Paradies-Trilogie international kein Geheimnis mehr. Seit dem 2. Juli ist in den deutschen Kinos der von Seidl produzierte Horrorfilm Ich seh, ich seh zu bestaunen, für welchen bereits letztes Jahr in Venedig stürmisch applaudiert wurde. Das Regieduo Veronika Franz und Severin Fiala hat sich hier erneut zusammengetan für einen besonders effektiven und zermürbenden Psycho-Horrorfilm.

Aus der Perspektive zweier junger Zwillingsbrüder erzählt, kommt die Mama in die abgelegene Villa in der Natur zurück von einer Schönheits-Operation, hat aggressive, schlechte Laune und verlangt absolute Stille. Schon bald vermuten die Jungs unter der Gesichts-Bandage eine Fremde und beginnen destruktive Pläne zu schmieden. Ich seh, ich seh treibt psychologischen Grusel auf die Spitze, so wie Produzent Ulrich Seidl es in Filmen wie Hundstage und Paradies: Liebe perfektioniert hat, und spart gleichzeitig an Horrorklischees. Befreit von typischen Genrekonventionen wird Ich seh, ich seh mit der Zeit dann - und hier hebt er sich als Horrorfilm von der Seidl-typischen Alltagsmorbidität ab - doch sehr blutig. Ich seh, ich seh ist jedoch nicht der einzige Horrorfilm Österreichs der letzten Jahre, der sich auch international behaupten kann - und vor allem will.

Dies soll erst der Anfang sein

Der Horror hätte in Österreich seinen Platz im Arthouse-Kino gefunden, ist bei Zeit Online zu lesen, eine Ausnahme würde lediglich In 3 Tagen bist du tot von Andreas Prochaska (Das finstere Tal) aus dem Jahr 2006 darstellen. Tatsächlich sehe ich diesen klassischen Slasherfilm, den Prochaska im dialektreichen Ebensee um eine Gruppe Jugendlicher mit dunklem Geheimnis angesiedelt hat, keineswegs als Ausnahme, sondern viel eher als Ausgangspunkt für einen österreichischen Horrorfilm, der sich von eben jenem Arthouse-Kino, in welches Seidl und Haneke ihn so gerne einbinden, befreien kann - und will. Da hätten wir zum Beispiel den österreichischen Filmemacher Marvin Kren, der nach der ausgezeichneten Berliner Zombie-Produktion Rammbock mit Blutgletscher ein Creature Feature mit alpinem Flair gedreht hat. Wer ein Herz für wunderschön gefilmte No-Budget-Produktionen hat, wird auch in den steirischen Bergen beim Monsterfilm Biest glücklich. Und vergessen wir nicht den kommenden Film von Dominik Hartel, dessen Poster für den im doppelten Wortsinn abgedrehten Attack of the Lederhosenzombies auf dem Filmmarkt in Cannes per Twitter einmal um die Welt ging.

Eines fällt hier deutlich auf: Diese Filme entspringen als Tierhorror, Slasher, Monster- und Zombiefilm einer klaren Genretradition und haben - ganz wertfrei gesprochen - wenig mit dem Arthouse-Anspruch von Ich seh, ich seh gemein. Damit sind sie im Vorteil, denn sie erforschen unbekanntes Gebiet und verschmelzen Gegebenes zu neuen Sub-Genres zusammen.


Für eine bessere Einsicht ins österreichische Horrorgeschäft, habe ich die Expertenmeinung von Markus Keuschnigg zu Rate gezogen, der unter anderem als Filmjournalist und Festivalkurator die Öffentlichkeit vom Fantastischen Film zu überzeugen weiß ...

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