Neu bei Netflix: Deutscher Kult-Horrorfilm schockt mit Ekelszenen

05.04.2020 - 08:55 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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© Columbia
Anatomie
Auf Netflix steht mit Anatomie jetzt der erfolgreichste deutsche Film des Jahres 2000 zur Verfügung. Die vielen Ekelszenen wissen noch heute zu schocken.

Um die Jahrhundertwende hat auch das deutsche Kino erkannt, dass dringend Veränderungen geschehen müssen. Mit Anatomie, der jetzt bei Netflix ist, wagte sich Stefan Ruzowitzky selbstbewusst auf das Terrain des Slasher-Genres. Die blutigen Ekelszenen, die der Film dabei aufgeboten hat, haben es noch heute in sich.

Die Vorbilder, auf die Anatomie dabei zurückgreift, sind eindeutig zu benennen: Scream - Schrei!, Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast hast und Düstere Legenden. Das Studentenblut fließt in diesen Fall dann eben folgerichtig nicht mehr an amerikanischen Highschools, sondern an einem renommierten Campus in Baden-Württemberg.

Hippokratischer Eid? Von wegen! In Anatomie zählt das Morden zum Forschen

Alles dreht sich hier um die gleichermaßen ehrgeizige wie hochbegabte Medizinstudentin Paula (Franka Potente), für die sich ein langjähriger Traum erfüllen soll: Sie darf an einem elitären Anatomie-Kurs unter der Aufsicht der hochdekorierten Heidelberger Medizinkoryphäe Professor Grombek (Traugott Buhre) teilnehmen.

Die Streiche, die Paula von ihren Kommilitonen zur Begrüßung gespielt werden, erweisen sich als das geringste Übel, denn schon bald kommt die Studentin auf die Spur einer düsteren Geheimloge, die unter dem Namen „Anti-Hypokraten“ jegliche ethischen Grundsätze missachten: Dieser kriminelle Verein schreckt für seine Forschung auch vor Mord nicht zurück.

Anatomie

Dank der Torture Porn-Welle, die einst Reißer wie Saw, Hostel und die Vertreter der französischen Härte (zum Beispiel High Tension) hervorgebracht hat, lockt die Gewalt, die in Anatomie ausgelebt wird, natürlich niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Überraschend und für damalige Verhältnisse teilweise schockierend ist die Drastik dennoch.

Die geschliffenen Skalpelle kreisen: Anatomie frönt der Körperzerstörung

Mit welcher Entschiedenheit Stefan Ruzowitzky hier vorgeht, um die Physis des Menschen zu dekonstruieren, das nötigt einem durchaus Respekt ab. Nicht nur werden hier massenhaft plastinierte Körper ausgestellt, wie man sie aus den Wanderausstellungen der Körperwelten kennt. Skalpelle werden ebenfalls in aller Regelmäßigkeit in lebendiges Fleisch geschlagen.

Das führt nicht nur zu Blutbädern auf dem klinischen Boden, sondern auch zu illustrativen Einblicken in das Innere des Menschen: Wenn in Anatomie Gliedmaßen bis auf den Knochen entfleischt werden oder ein Brustkorb bei lebendigem Leibe aufgebrochen, dann sträubt sich der Regisseur keinesfalls vor expliziten Aufnahmen.

Diese viszerale Brutalität, die die viehische Gewalt der Saw-Reihe in Ansätzen vorwegzunehmen scheint, ist noch heute eine Ausnahmeerscheinung. Kaum ein deutscher Mainstreamfilm hat es sich nach Anatomie jedenfalls getraut, derart gewissenhaft nach den Spielregeln des Slasher-Kinos zu agieren. Der damalige Erfolg hat dem Mut seitens Stefan Ruzowitzky also Recht gegeben.

Anatomie ist seit dem 1. April auf Netflix verfügbar.

Welche Netflix-Horrorfilme sind wirklich gut? Hört den Moviepilot-Podcast:

Jenny, Max und Andrea knöpfen sich in dieser Streamgestöber-Folge die Horrorware von Netflix vor.

Wir prüfen unter anderem die Horrorfilme Still, Das Spiel, Bird Box, The Babysitter, Cam, The Perfection und Eli bei Netflix und müssen erkennen, dass die Qualität der Filme einer Berg- und Talfahrt gleicht. Ab 00:17:20 geht es mit dem Netflix-Horror los.

Schaut ihr euch Anatomie auf Netflix an?

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