Ryan Gosling als Horror-Monster: So kann er der Marvel-Falle entkommen

Wolfman - Trailer (Deutsch)
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© Universal/Sony
Ryan Gosling und der Wolfman
03.06.2020 - 11:30 UhrVor 6 Monaten aktualisiert
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Zuletzt hat er als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt. Nun verwandelt sich Ryan Gosling in den ungeheuren Wolfman, eine Ikone des Horrorkinos. Was das für seine Karriere bedeuten könnte.

Das Dark Universe ist tot: Nachdem sich Die Mumie mit Tom Cruise als gewaltiger Flop entpuppte, beerdigte Universal seine Pläne für ein Cinematic Universe rund um seine ikonischen Horrorfiguren. Stattdessen wurde Horror- und Low-Budget-Experte Jason Blum mit seiner Produktionsfirma Blumhouse beauftragt, einen Neustart zu wagen.

Der Unsichtbare mit Elisabeth Moss avancierte daraufhin zum Erfolg auf ganzer Linie: Ein kleiner, fieser Horrorfilm, der nicht allzu viel kostete, ordentlich am Box Office performte und den Kreativen einiges an Spielraum einräumte, um eine alte Geschichte mit neuen Thrills auszustatten. Dieses Kunststück soll nun wiederholt werden.

Ryan Gosling als Wolfman im Nightcrawler-Modus

Während Elizabeth Banks einen Film über Invisible Woman entwickelt und Karyn Kusama Dracula zu neuem Leben erweckt, soll Ryan Gosling zum Wolfman werden. Das berichtete Variety  vor ein paar Tagen. Ein Regisseur steht zwar noch nicht fest. Allem Anschein nach gehört aber Cory Finley, der bereits mit seinem unterkühlten Vollblüter begeisterte, zu den Favoriten.

So sah der letzte Wolfman im Kino aus:

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Der Hollywood Reporter  merkt zudem an, dass sich der neue Wolfman, der auf einem Drehbuch von Lauren Schuker Blum und Rebecca Angelo basiert, an Filmen wie Nightcrawler und Network orientieren soll. Dementsprechend würde Ryan Gosling einen Nachrichtensprecher spielen, der sich infiziert und in den titelgebenden Werwolf verwandelt.

Ryan Gosling entfesselt sein inneres Ungeheuer

Doch wie passt diese Rolle in seine Karriere? Zuletzt machte sich der bisher noch recht Franchise-lose Ryan Gosling als Neil Armstrong auf den Weg zum Mond und kämpfte sich seinen Weg durch die trostlose Zukunft von Blade Runner 2049, wenn er nicht gerade verträumt durch die Filme von Damien Chazelle und Terrence Malick schlenderte. Vor allem das Schweigen vereint alle seine Rollen in den letzten Jahren.

Ryan Gosling macht sich wenig aus Worten, sondern arbeitet vielmehr mit seinem Blick. Oft spielt er in sich zurückgezogene Figuren, die zwar durchaus Ausnahmesituationen erleben, jedoch in den seltensten Fällen die Beherrschung verlieren. In Drive wurde dieser Rollentyp - untermauert von Nicolas Winding Refns kontrollierter Inszenierung - besiegelt. Seitdem hat sich (bis auf Ausnahmen wie The Nice Guys) wenig verändert.

Als Werwolf offenbaren sich da ganz andere Möglichkeiten: Nur schwer lässt sich die Transformation in das unheimliche Geschöpf im Stillen vollziehen. Qualen erleidet meist der, der sich im Mondlicht verwandelt - die Filmgeschichte ist reich an schmerzverzerrten Schreien, die tief in die zerrissene Seele einer verlorenen Figur blicken lassen. Das ist definitiv ein Kontrast zu Ryan Goslings ruhigen Helden.

Ryan Gosling in Aufbruch zum Mond

Es wäre fraglos ein spannendes Unterfangen, Ryan Goslings heimlichen Werwolf entfesselt auf der großen Leinwand zu sehen - besonders in einer solchen Umgebung, wie sie durch die neuen Universal-/Blumhouse-Monsterfilme ermöglicht wird. Schon Der Unsichtbare bewies, dass hier nicht nur das Genre, sondern auch das Schauspiel im Vordergrund stehen kann.

Wolfman als Marke und als Möglichkeit für Ryan Gosling

Wo Tom Cruise mit all seiner Star-Power gegen das tosende Effektspektakel ankämpfen musste, konnte Elisabeth Moss beim Kampf gegen den Unsichtbaren die Spannung allein mit ihrer Mimik und Gestik ins Unerträgliche steigern. Viel zu selten tut sich momentan in Hollywood für einen Schauspieler die Möglichkeit auf, sich einer populären Marke anzunähern und gleichzeitig das eigene Spiel zu betonen.

An einem großen Franchise kommt kaum noch jemand vorbei, der die Spitze der Traumfabrik erobern will. Chris Pratt hat sich nach seinem Parks and Recreation-Durchbruch etwa geschickt zwischen Marvel-Helden, Dinosauriern und Lego-Steinen in die A-Liga katapultiert, ist dadurch jedoch maßgeblich von den Figuren abhängig, die er verkörpert.

Universals Monster fallen dagegen aktuell durch das Raster, da der Franchise-Begriff nach dem großen Dark Universe-Desaster in den Hintergrund gerückt ist. Hier ist wieder vieles möglich, wie Der Unsichtbare beweist. Ryan Gosling könnte diese attraktive Chance nutzen, um sowohl als Werwolf als auch als Schauspieler in Erinnerung zu bleiben, bevor ihm das Schicksal eines austauschbaren Marvel-Antagonisten droht.

Könnt ihr euch Ryan Gosling als Wolfman vorstellen?

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