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Im Interview

Tarantino über True Detective, Smartphones & Comic-Filme

24.08.2015 - 11:00 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Quentin Tarantino
© Sony
Quentin Tarantino
Quentin Tarantino hat sich mit Vulture zusammengesetzt und unter anderem seine Meinung zu den Filmen von David O. Russell und Noah Baumbach, sowie zu Superheldenfilmen und aktuellen Serien preisgegeben.

Anlässlich der Arbeiten an The Hateful Eight hat sich Quentin Tarantino mit Vulture für ein Interview  zusammengesetzt. Dort werden ziemlich viele interessante Themen angesprochen, darunter auch der Stand des aktuellen Kinos, dessen Zukunft Leute wie Steven Spielberg und George Lucas bekanntlich pessimistisch gegenüber stehen. Tarantino findet jedoch, dass immer noch eine ganze Menge guter Filme produziert werden und ihm fallen auch Beispiele ein:

Wenn du viele Filme in einem Jahr siehst, wird es schwer, eine Top Ten zu erstellen, weil du so viel sehen wirst, was dir gefällt. [...] The Fighter oder American Hustle - das sind Filme, die noch in 30 Jahren geschaut werden. [...] Das liegt auch daran, weil in [The Fighter] David O. Russells Talent explodiert ist. Ich glaube, er ist neben mir der Beste in der Branche, wenn es darum geht, Schauspieler in Szene zu setzen.

Im weiteren Gespräch redet Quentin Tarantino ein bisschen über die 1990er. Das einzige, was er an ihnen vermisst, ist beispielweise, dass nicht jeder die ganze Zeit mit seinem technischen Kram verbunden ist. Die Vorstellung, dass jemand seine Filme auf einem Telefon schaut, deprimiere ihn sehr. Dann widmet er sich jedoch wieder erfreulicheren Themen und redet über die aktuellen Filme und Regisseure, die ihm gefallen:

Ich habe Kingsman geliebt. Ich mochte It Follows sehr gerne. Es war seit langer Zeit die beste Prämisse in einem Horrorfilm. Es ist einer dieser Filme, die so gut sind, dass du wütend bist, dass sie nicht großartig geworden sind. [...] [Über junge Filmemacher, die er mag:] Noah Baumbach. Seine Filme haben diesen Paul Mazursky-Anstrich. [...] Ich habe nicht alle Filme von den Duplass-Brüdern gesehen, aber die, die ich gesehen habe, mochte ich sehr gerne. Sie haben Baghead und Cyrus gemacht.

Doch nur weil er eine Vorliebe für das Mumblecore-Kino hat, heißt das nicht, dass Quentin Tarantino die aktuellen Blockbuster verabscheut. Ganz im Gegenteil sei das einzige, was ihn an der Superhelden-Welle nervt, dass er bis in seine 50er darauf warten musste. Als Kind habe er eine eigene Marvel-Obsession gehabt, jetzt sei er ein bisschen zu alt, um sich alle entsprechenden Filme anzuschauen. Abschließend redete Tarantino noch ein bisschen über die aktuelle Serienlandschaft:

Die letzten beiden Shows, die ich komplett gesehen habe, waren Justified und How I Met Your Mother. [...] Ich habe versucht die erste Folge der ersten Staffel [von True Detective] zu schauen, doch ich bin überhaupt nicht reingekommen. Ich fand das sehr langweilig. Und Staffel 2 sieht fürchterlich aus. Allein der Trailer - all diese schönen Schauspieler, die versuchen, nicht schön zu sein und herumlaufen, als würden sie die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern tragen. [...] Die HBO-Show, die ich geliebt habe, war The Newsroom. Die habe ich mir buchstäblich drei Mal angeschaut.

Das ganze Interview ist für Tarantino-Enthusiasten sehr lesenswert, es lohnt sich also, reinzuschauen. The Hateful Eight kommt bei uns am 28. Januar 2016 in die Kinos.

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