Anders als du und ich
Anders als du und ich (1957), Laufzeit 92 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 31.10.1957
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4 Kommentare
Keine
von Veit Harlan, mit Christian Wolff und Paul Dahlke
Ausgerechnet Veit Harlan, im Dritten Reich als Protegé von Joseph Goebbels und nach dem Krieg wegen seiner Regie bei dem antisemitischen Propagandafilms Jud Süss vor Gericht gestellt, wagte sich 1957 an ein heißes Eisen: Den § 175, der homosexuelle Betätigung bei Männern unter Strafe stellte. Anders als du und ich ist aber nicht nur ein Film über ein Tabu-Thema, das damals ein Verbot des Films nach sich zog, sondern auch ein interessantes Dokument über jugendliches Aufbegehren gegen die restaurativen Strukturen im Wirtschaftswunderland und über den Gewissenskonflikt einer Mutter, die einen Rechtsbruch begeht, um ””das Richtige”” zu tun. Die DVD zeichnet die Zensurgeschichte des Films nach und präsentiert erstmals auch einen Szenenvergleich mit der ursprünglichen Version Das dritte Geschlecht, eine nicht verwandte Szene und Standfotos.
Cast & Crew
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Veit Harlan
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Christian Wolff
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Klaus Teichmann
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Paul Dahlke
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Werner Teichmann
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Paula Wessely
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Christa Teichmann
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Friedrich Joloff
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Boris Winkler
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Hans Nielsen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Max Mertens
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Ingrid Stenn
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gerda Böttcher
Regie
Schauspieler
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Kurt Vespermann
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Schmidt
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Herbert Hübner
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Verteidiger Dr. Schwarz
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Hilde Körber
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frau Glatz
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Siegfried Schürenberg
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Staatsanwalt
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Guenther Theil
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Herr Glatz
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Otto Graf
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gerichtspräsident
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Hans Schumm
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jugendpsychologe
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Peter Nijinskij
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Susanne Paschen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Petra Mertens
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Heinz Lingen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Butler Maurice
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Felix Lützkendorf
- Genre
- Drama
- Handlung
- Anklage, Bankdirektor, Eltern, Homosexualität, Homosexueller, Schüler, Skandal, Unterdrückte Homosexualität, Urteil, Verführung
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst, Traurig
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Anders als du und ich
Trailer zum Film Anders als du und ich
Leider haben wir noch keinen Trailer.

















Kritiken (1) — Film: Anders als du und ich
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenEin Schlüsselfilm in der langen kinogeschichtlichen Auffassung und Darstellung von Homosexualität, den Veit Harlan ursprünglich zur Differenzierung des im Nationalsozialismus noch einmal verschärften § 175 drehen wollte, weil nämlich Schwule, "an denen die Natur etwas verbrochen" habe, "unser ganzes Mitgefühl" verdienten. Das Ergebnis wurde 1957 von der FSK als unsittlich (sprich: zu "schwulenfreundlich") empfunden und nicht freigegeben, erst in einer veränderten Fassung kam "Das Dritte Geschlecht" unter dem Titel "Anders als du und ich" in die bundesdeutschen Kinos. [...] Selbst noch in der vermeintlich milderen Ursprungsversion gerinnt die schmähliche "Unterscheidung" bzw. Kategorisierung schwuler Typen in bekehrbare Junge und gemeingefährliche (pädophile) Alte zur grotesken Scheinkritik am berüchtigten Paragraphen. Harlan inszeniert Homosexuelle vielmehr exakt so, wie er auch ("den") Juden in seinem bekanntesten Film, "Jud Süß" (1940), inszenierte: Fratzenhaft, durchtrieben und hinterlistig. Nicht ohne noch einmal alle Klischees vom Homosexuellen als künstlerischem Freigeist zu unterstreichen, verurteilt der Film in bemerkenswert verrückter Weise auch gleich noch experimentelle Kunst sowie Lyrik und Prosa im Allgemeinen. [...]
Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
Sigmund 2011/05/25 19:00:47
Antwort löschenKann Deine Wahrnehmung nur teilweise bestätigen, denn ich fand den Film weit weniger platt als erwartet. Auch wenn Harlan sich aus heutiger Sicht bei dem Thema verhebt und manches unerträglich ist – über weite Strecken hatte ich den Eindruck, dass er etwas von dem, was er mit Jud Süss verbrochen hatte, an jener anderen Minderheit geradezu "wieder gut machen" wollte. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang auch der Briefwechsel zwischen Harlan und der Bundesprüfstelle, die ihn – in diesem unseren Land – damals unter Druck setzte, die schwulenfreundlichen Differenzierungen zu unterlassen. Leider beugte er sich auch hier am Ende der Obrigkeit...
Mr Vincent Vega 2011/05/25 19:06:12
Antwort löschenIn diesem Film gibt es keine "schwulenfreundlichen Differenzierungen". Und der Versuch Harlans ist grandios gescheitert. Von "Wiedergutmachung" sehe ich da auch nichts, im Gegenteil: Statt Juden werden nun Homosexuelle in vernebelten Wohnzimmern mit dämonischen Fratzengesichtern dargestellt. Einmal fascho, immer fascho - offenbar.
Mr Vincent Vega 2011/05/25 19:08:25
Antwort löschen"Ich vermisse in dem Drehbuch, dass es zweierlei Homosexuelle gibt - nämlich diejenigen, an denen die Natur etwas verbrochen hat, und diejenigen, die gegen die Natur verbrecherisch vorgehen. Die letzteren tun das entweder aus angeborener Unsittlichkeit oder aus materiellen Gründen oder aus fluchwürdiger Schwäche. Die ersteren hingegen verdienen unser ganzes Mitgefühl. Der Film darf diese Homosexuellen, die wir tragisch betrachten müssen, wenn wir hochherzige Menschen sein wollen, nicht aus spießbürgerlichen Motiven verurteilen oder verfolgen. Wir dürfen sie nur in dem Sinne verfolgen, als sie junge Menschen, deren Natur im Grunde in Ordnung ist, verführen." (Harlan) - Jeder weitere Kommentar über eine angebliche Differenzierung ist damit überflüssig.
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Sigmund 2011/05/25 19:39:33
Antwort löschenDennoch: Statt einer verharmlosenden "Harlan war nur Monster"-Litanei kann ich den FSK-Briefwechsel empfehlen (den ich leider nicht zur Hand habe). Es ist einfach hochinteressant zu lesen, dass er sich dort vehement gegen die Verteufelung der Homosexuellen einsetzt, gerade Harlan!
Dass er ansonsten unendliche Schuld auf sich geladen hat, weiß ja nun jeder.
Janus Winter 2011/06/14 23:31:06
Antwort löschenIch kann die Verurteilung auch nicht ohne weiteres teilen. Der Film bemüht sich um eine Objektivität, deren Begrenztheit historisch begründet ist. Die Sympathieträger des Film haben durchaus eine wohlwollende, tolerante, ja humanistische Grundhaltung. Auch sehe ich hier keine schwulen Fratzen, noch eine Verurteilung von Kunst (Harlan sieht sich ja selbst als Künstler). Vorurteile aufzuzeigen heißt nicht zu verurteilen.
Kommentare
Kommentar schreibenstyx.canomo 2012/04/02 12:53:11
Kommentar löschenanders als der tolerant scheinende deckmantel zunächst vorgaukelt, beschäftigt sich der film keinesfalls unbefangen mit dem thema der homosexualität, was vor allem auf die überarbeitung der fsk zurückzuführen ist.
beispielsweise wandert der doktor am ende des filmes in ein toleranteres land aus, jedoch in der überarbeiteten version wird er verhaftet.
mal abgesehen davon, dass die schauspielerischen leistungen und die machart des films nicht gerade überragend sind, erreicht der film absolut gar nichts, sondern verhärtet eher die damals vorherrschende kleinbürgerliche überzeugung, dass die homosexualität eine krankheit sei, was "anders als du und ich" zumindest in der überarbeiteten version meiner meinung nach zu einem vergelichbar perfiden propaganda-film macht wie einige jahre zuvor "jud süß".
auch wenn die nazis hier nicht ihre finger mit im spiel hatten, was beweist, dass die ansichten des herrn harlan mehr als fragwürdig waren, wenn auch zu dieser zeit leider von einem großteil der bevölkerung geteilt.
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kahaujiko 2012/01/08 15:14:06
Kommentar löschenein ziemlich schlechter film, der zwar innovativ daherkommt aber die these, dass homosexulität eine krankheit sei, zu keinem zeitpunkt in frage stellt, sondern eher unterstützt.
in der originalfassung war es noch wenigstens nur die intention von veit harlan, mitleid mit dr winkler beim zuschauer zu erzeugen.
in der von der FSK überarbeiteten version zeigt sich wieder die perfide kleinbürgerliche spießgesellschaft als gruseliges überbleibsel aus der ns-zeit, da hier wirklich alles was auch nur im entferntesten mit homosexualität zu tun hat, in ein geradezu verbrecherisches, nicht tolerierbares licht gerückt wird.
so wurde aus einem schlehten film ein grauenhafter
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Janus Winter 2011/06/15 00:22:51
Kommentar löschenMan muss diesen Film im historischen Kontext bewerten. Anders kann man ihm nicht gerecht werden. Viele (soziologischen/ tiefenpsychologischen) Thesen von damals werden heute zu Recht abgelehnt. Der Film ist nicht faschistisch und schwulenfeindlich, sondern ein Abbild des medizinischen, juristischen und gesellschaftlichen Standards seiner Zeit. Sicherlich sind diese in Teilen abscheulich und indiskutabel, allein der deutsche VÖ-Titel ist eine widerliche Diskriminierung. Der Skandal ist aber nicht der Film, sondern die Tabuisierung und Zensur seiner Zeit. Der Film wurde erst verboten und dann in einer neuen, in der Tendenz schwulenfeindlicheren FSK18-Fassung freigegeben. Bevor man Harlan vorschnell verurteilt, sollte man seine Originalversion DAS DRITTE GESCHLECHT heranziehen. Auch der Vorwurf der Verunglimpfung von Kunst ist bizar. Es gibt im Film dazu die These (Vater Teichmann) und die Antithese (Kunsthändler Winkler). Daraus läßt sich keine Grundhaltung des Films als Ganzes ableiten. Vater Teichmann ist dabei sogar die unsympathischere Figur.
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