Auf Teufel komm raus
Auf Teufel komm raus (2010), DE Laufzeit 85 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Kinostart 12.05.2011
10 Bewertungen
Skala 0 bis 10
21 Bewertungen
9 Kommentare
Keine
von Julie Kreuzer und Mareille Klein,
Die kleine Ortschaft Heinsberg befindet sich in Aufruhr. Karl D., ein verurteilter Sexualstraftäter, ist bei der Familie seines Bruders eingezogen. Plakate an den Straßen und Schmierereien am Haus der Familie fordern, dass Karl D. Auf Teufel komm raus verschwinden soll. Regelmäßige Demos finden statt. Die Bewohner sehen ihre Kinder bedroht, Familie D. hat sich im Haus verschanzt, bekommt Begleitschutz, wenn sie es verlässt. Die Fronten sind verhärtet. Eine Gruppe von Demonstrantinnen erklärt sich dennoch bereit, die Sichtweise der gegnerischen Seite kennen zu lernen.
Die zum Teil absurden, auch komischen Ausmaße eines durchaus ernsten Demo-Kleinkriegs samt begleitender Medienschlacht schildern die HFF München-Studentinnen Mareille Klein und Julie Kreuzer in ihrer Doku, die bei den Hofer Filmtagen Premiere feierte. Sie lassen beide Parteien zu Wort kommen, befragen Karl D., der ein wenig gespenstisch als Biedermann erscheint, seinen Bruder ebenso wie die zersplitterten Demonstrantengruppen und machen die psychologische Belastungen auf beiden Seiten deutlich.
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Cast & Crew
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Julie Kreuzer
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Mareille Klein
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Julie Kreuzer
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Mareille Klein
Regie
Schauspieler
- Genre
- Dokumentarfilm
- Zeit
- 2011, Gegenwart
- Ort
- Deutschland, Dorfleben
- Handlung
- Bedrohung, Demonstration, Dorfleben, Eindringling, Landleben, Nachbar, Päderast, Sexueller Missbrauch, Verurteilt
- Stimmung
- Ernst, Spannend, Verstörend
- Mitmachen
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Filmdetails Auf Teufel komm raus
Trailer zum Film Auf Teufel komm raus
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- Auf Teufel komm raus: film-zeit.de


















Kritiken (8) — Film: Auf Teufel komm raus
Susanne Messmer: taz Susanne Messmer: taz
Kommentar löschenFast ein Jahr lang haben die Filmemacherinnen Mareille Klein und Julie Kreuzer in Randerath gefilmt - herausgekommen ist ein präziser, ausgewogener Dokumentarfilm. Der Fokus des Films liegt weniger auf der Diskussion von Schuldfragen als auf der sorgfältigen Analyse eines sozialen Konflikts, eines Dilemmas, das kaum zu lösen ist. Er zeigt auf sehr unaufgeregte Art beide Seiten, weder kommentiert er, noch stellt er Schuldfragen, er ergreift nie Partei und erschüttert so, weil er am Ende selbst noch die Positionen der liberalsten Zuschauer durcheinanderbringt.
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Silvia Hallensleben: EPD-Film, Der Tagesspiegel Silvia Hallensleben: EPD-Film, Der Tagesspiegel
Kommentar löschenDie Filmemacherinnnen gerieten unter Druck, sich zwischen den Fronten zu positionieren. Dem hielten sie stand, erlagen dafür der Versuchung, die ihnen von einigen Beteiligten gewährte Nähe zu missbrauchen. Völlig unverständlich etwa, was die detaillierte Schilderung einer früheren Vergewaltigung durch das Opfer soll. Dennoch bleibt „Auf Teufel komm raus“ ein aufschlussreicher Film zu einem Thema, das durch das jüngste Verfassungsgerichtsurteil neue Aktualität gewonnen hat.
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Markus Aicher: BR Markus Aicher: BR
Kommentar löschenAuf Teufel komm raus ist ein sehr eindringlicher Film über deutsche Wirklichkeit, Recht und tief sitzende Emotionen jenseits der sensationslüsternde Dramaturgie vieler TV Reportagen.
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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln
Kommentar löschenMit großer Vorsicht, aber ohne Berührungsängste wagen sich Julie Kreuzer und Mareille Klein an das äußerst heikle Thema heran. Sie werten nicht, kommentieren nicht, streuen nur gelegentlich eine direkte Frage ein. Sie bewahren sich so eine Neutralität, die sich angesichts der Verbrechen von Karl D. nur schwer wahren lässt. [...] Julie Kreuzer und Mareille Klein hüten sich davor, eine Lösung des Verwahrungsproblems zu präsentieren. Doch sie stellen wortlos fest, dass die Rundumüberwachung keine gute ist.
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CornelisHähnel: Schnitt CornelisHähnel: Schnitt
Kommentar löschenPräzise, ausgewogen und erschütternd ist das Ergebnis. Auf Teufel komm raus scheut sich nicht, den Täter zu Wort kommen zu lassen, ohne um Sympathien zu buhlen, denn die Tat ist stets präsent. Durch das Verschachteln der beiden Parteien zeigt er die Unlösbarkeit des Problems. Und er zeigt die Wirkungsweisen und Dynamiken sozialer Strukturen, die bei eben diesem emotionalen Thema die Pfade der Rationalität schon längst verlassen haben. Ohne sich als moralische Instanz zu geben lenkt der Film den Blick dorthin, wo es wehtut. Und überläßt den Zuschauer seinen Gedanken.
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Nina Scholz : Fluter Nina Scholz : Fluter
Kommentar löschenDie beiden Filmemacherinnen Marielle Klein und Julie Kreuzer haben sich gefragt, wie es allen Beteiligten ergeht, was sie motiviert und mit Auf Teufel komm raus einen Dokumentarfilm über ein heikles Thema gedreht. [...] Marielle Klein und Julie Kreuzer zeigen in Auf Teufel komm raus die Auswirkungen eines Themas, das hauptsächlich mit Schreckensmeldungen in den Schlagzeilen verhandelt wird. Sie lassen die verschiedenen Akteure zu Wort kommen, zeigen, wie Meinungs- und Angstbildung funktioniert und wie wichtig es grundsätzlich, aber besonders in diesem Fall ist, Fragen zu stellen, bevor man Antworten gibt.
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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online
Kommentar löschenAuf Teufel komm raus ist eine beklemmende und verstörende Gratwanderung ohne Einteilung in Gut oder Böse, geht an die Nieren und hinterlässt Verunsicherungen, bringt zum Nachdenken über die eigene Position und die eigenen Reaktionen, über den Umgang mit Gewalt. Aber auch über ein System, das sich von der Verantwortung befreit.
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Reinhard Lüke: Film-Dienst.de Reinhard Lüke: Film-Dienst.de
Kommentar löschenDie Qualität dieser herausragenden Dokumentation besteht vor allem in ihrer exakten und vorurteilsfreien Beobachtung der Geschehnisse auf beiden Seiten. [...] So bewegt sich die im besten Sinne verstörende Langzeitbeobachtung Auf Teufel komm raus mit dezidiert filmischen Einstellungen und ohne jeden Off-Kommentar souverän zwischen den Fronten, ohne irgendwelche Allgemeinplätze über einfache Lösungen des Problems zu bedienen.
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Kommentar — Film: Auf Teufel komm raus
Kommentar schreibenrussell 2012/05/30 21:07:41
Kommentar löschendie doku war schon ein zeitweise recht schwer erträglicher horrortrip für mich, weil ich auf aufgebrachten mob mit so großer angst reagiere, daß mir übel wird - also letztlich mit ekel - und hier war er reichlich zu erleben; darin gipfelnd, daß zorn + haß sich plötzlich auch auf den bruder des (einer tat sicher schuldigen, die andere tat abstreitenden) täters und dessen frau ausdehnten, die letztlich auch aus dem ort vertrieben wurden.
wirklich sympathisch war mir eigentlich niemand so ganz (am ehesten noch die dann doch ins nachdenken kommenden 3 oder 4 frauen) und ich fand auch überhaupt nichts komisch oder possenhaft an dem ganzen - es war für mich nur traurig und erschütternd (und ekelhaft beängstigend).
dabei aber doch wichtig und aufschlußreich, obwohl (oder weil?) sie (die doku) die ganze problematik in all ihrer ausweglosen breite -- einfach: zeigte.
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