Der letzte Patriarch
Der letzte Patriarch (2010), DE Laufzeit 180 Minuten, Drama
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
19 Bewertungen
5 Kommentare
Keine
von Michael Steinke, mit Mario Adorf und Hannelore Elsner
Konrad Hansen ist einer vom alten Schlag: Das Herz des Patriarchen ist mindestens genauso groß wie sein Ego. Für ihn steht jedoch nicht allein die Rendite im Vordergrund, sondern auch das Wohl seiner Angestellten und die Zukunft seiner Lübecker Marzipanfabrik. Er ist es, der die Entscheidungen trifft und ist Manns genug, sich daran messen zu lassen. Wie “nebenbei” ist er zudem damit beschäftigt, seine große Familie zusammen zu halten und sein Erbe zu ordnen. Umso größer ist der Schock, als ihn die Nachricht ereilt, dass chinesische Produktpiraten die streng gehütete Rezeptur des Hansen-Marzipans perfekt imitiert haben. Wird die dreiste Fälschung das Hansen-Imperium zum Einsturz bringen und seine Familie daran zerbrechen?
Cast & Crew
- Genre
- Familiendrama, Drama
- Ort
- Lübeck, Ostfriesland, Shanghai, Volksrepublik China
- Handlung
- Affäre, Familienbetrieb, Familiengeheimnis, Fälschung, Geschäftsführer, Konflikt, Rache, Uneheliches Kind, Vater, Vater-Sohn-Beziehung
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Spannend


























Kritiken (1) — Film: Der letzte Patriarch
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenAuf gleich zwei mal 90 Minuten wurde die Geschichte um den gebeutelten Marzipanfabrikanten ausgewalzt. Mit ausgedehnten Trips nach China, bei denen aber offensichtlich nur zwei verschiedene Schwenks auf Shanghai gedreht wurden, die der Film dutzendfach recycelte und jedes Mal brav mit “Shanghai” untertitelte.
Der letzte Patriarch wirkte wie aus einer längst vergangenen Zeit, als alles noch langsam ablief und die Zuschauer väterlich bei der Hand genommen wurden. Bloß keine Experimente wagen, bloß kein Mitdenken verlangen. Deswegen redet jeder Asiate perfekt synchronisiertes Hochdeutsch, ja scheint das Kantonesische als Sprache gar nicht zu existieren. Deswegen wird ein hanebüchener Aufriss um das angebliche Geheimrezept des Marzipans gemacht, von dem Wohl und Wehe der Hansen-Marzipanmanufaktur abhängen. So stellt sich Puttchen Brammel die Geheimnisse des geschäftlichen Erfolgs vor. Nicht Marketing und Werbung, sondern Ommas Geheimformel für süsse Zuckerpampe entscheiden darüber,…
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (4) — Film: Der letzte Patriarch
peter-pit-liebmann Sat, 11 Sep 2010 15:34:11 -0000
Kommentar löschenWem kann ein Film schon etwas sagen, wenn wie hier erforderlich, das Innenleben den Personen, der Stadt und den Gegebenheiten nicht kennt? Da liegt ein Vergleich mit den Buddenbrooks zwar nahe, doch zeigen hier die Lokalitäten schon das weite Feld. Mit der Produktpiraterie steht der vordergründig aktuelle Aufhänger im Focus und sollte aufmerksamen Zuschauern dann auch den resultierenden Blick ins Land nahe legen. Allein der Sprung von Lübeck in die Watt- und Warftenlandschaft mit dem Weißhaarigen zeigt mir den aktuellen Patriarchen vom Land zwischen den Meeren. Peter Harry Carstensen gibt dafür den Schlüssel. Wäre kein Happyend vorgesehen, hätte kaum im Niederegger Werk gedreht werden dürfen. So entstand einerseits ein Werbeeffekt für Lübeck und das Marzipan, anderseits ein Einblick in die Existenzangst des Unternehmens, mit einer stillen Antwort auf wabernde Gerüchte die über jeden Betrieb irgendwo schweben.
Der Kern des Lübecker Erfolgs, das Lübecker Marzipangeheimnis, drang auf anfangs unerklärliche Weise nach China. Wer ist der Verräter? Das auch als „Verrätertor“ bezeichnete Holstentor steht für die Stadt Lübeck als Brücke in die konspirativen Kanäle der DDR über Stasi und Nordelbische Kirche.
Welches Geheimnis ist nun tatsächlich angesprochen? Verbinden wir die offensichtlichen Handlungsebenen mit denen im Hintergrund, finden wir in den beiden konkurrierenden Brüdern mit PHC dessen Vorgänger Barschel und Engholm.
Das aktuelle Schicksal von PHC, seiner überstandenen Krankheit und der eingeleiteten Übergabe seiner Amtsgeschäfte rundet diese Ebene ab. Die extrem in Szene gesetzte Trauerfeier in der Domkirche entspricht eher der von Barschel unter Bischof Wilkens geführten Staatsaktes, als der eines ebenfalls im Wasser verbliebenen Mannes, der als stiller Mitarbeiter der Firma keine öffentliche Rolle gespielt hat.
Es existiert übrigens eine infovisiographische Malerei zu diesem Thema, in der als Zentralschlüssel ein offener Tresor mit einem Zettel liegt.
Mit 38 ertrank der gute Sohn und mit 6 Jahren lernte er das Geheimnis auswendig, also vom Drehbuchstart 30 Jahre zurück, liegt das Kernereignis, an dem heute PHC existenziell zu knabbern hat.
Vor 30 Jahren fand ein tatsächliches Ereignis statt, von dem kaum jemand auch nur im Ansatz ahnen konnte, oder es nicht wahrhaben durfte, welcher Sprengstoff sich in der Büchse der Pandora aufstaut. Es ist das KM33/39 Papier. In diesem Sinne sollte man gerade den Lübecker Günter Grass unter keinen Umständen vergessen.
Für mich ist dieser Film mehr als nur ein Meisterwerk an Bildern und Informationen, kein Wunder aber, dass der Subflow für außen stehende Zuschauer nicht allzu viel zu bieten hat. Selbst Sun Tsu und die 90 chinesischen magischen Zeichen finden ihre Würdigung in diesen 180 Minuten.
Bei mir wird dieser Film unter dem Titel „Sprengmarzipan im Hause Mazerath“ zur Weiterbearbeitung abgelegt.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
peter-pit-liebmann Sat, 11 Sep 2010 15:37:55 -0000
Antwort löschenBerichtigung: ...das Innenleben der Personen...
peter-pit-liebmann Sat, 11 Sep 2010 17:28:40 -0000
Antwort löschenValeri kann nur Heide Simonis sein, aber in der Doppelrolle ebenso auch eine sehr bekannte Klinkchefin. Britta ist eine treue Seele an der Seite von Justus Frantz der hier den Tillmann macht, die beide immer zu Barschel gehalten haben. Wer ist dann Florian von Wachsmuth im wahren Kern der Story? Bildermalerei und Ausstellungen in Lübecks Grassviertel lässt sich wunderbar auf Barbara Engholm und den Kurator der Nordelbischen Kirche, Björn Engholm münzen. Das Infovisio-Storyboard liegt auf meiner HP im Pit-Blog.
dwars Sat, 11 Sep 2010 11:42:51 -0000
Kommentar löschenGrottenschlecht. Den Schinken reisst auch Mario Adorf nicht raus. Wie bereits oben erwähnt: ein Degeto Machwerk halt. Die Geschichte hätte man in gut einer dreiviertel Stunde im Vorabendprogramm abfrühstücken können.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Narrisch Fri, 10 Sep 2010 21:45:25 -0000
Kommentar löschenOh mein Gott wie grauenvoll. Das Mario Adorf als einer der ganzen großen des deutschen Films gilt hat er mit dieser Marzipan Schmonzette eindrucksvoll bewiesen. So richtig schlecht ist Adorf nie und selbst ein Dilletantendrehbuch und nicht vorhandene Regie, bringen einen wie Adorf nicht aus dem Konzept. Stichwort Regie; wo war Regisseur Michael Steinke um der Drehbuchautorin das Skript um die Ohren zu hauen als es darauf ankam? Ebenso gut hätte man meine Katze auf den Regiestuhl setzen können, germerkt hätte es niemand. Jede Rosamunde Pilcher Verfilmung hat mehr Substanz und entfaltet mehr Dynamik als diese Filmpampe um geschwängerte Geigenspielerinen, Zuckerbäcker und fliesend deutsch sprechende Chinesen, zugekleistert mit einem mastigen Schokoguss aus Möchtegernorchester-Geduddel.
Der Abspann bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen. ARD Degeto Film Frankfurt. Alles klar. Gut gemacht Jungs, wieder einmal erfolgreich Gebührengelder verballert.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Chrisjustchris Fri, 10 Sep 2010 18:33:11 -0000
Kommentar löschenGähhhhhnn..... der letzte Patri-Schnarch dürfte wohl kaum interessieren.
Vielleicht um ganz langsam vor dem Bildschrim einzuschlafen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten