Der Mann ohne Vergangenheit

Mies vailla menneisyyttä (2002), DE/FI/FR Laufzeit 97 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 14.11.2002


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7.6
Kritiker
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7.6
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593 Bewertungen
21 Kommentare
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von Aki Kaurismäki, mit Markku Peltola und Kati Outinen

Ein Namenloser, überfallen und ausgeraubt nach einer Zugfahrt und von den Ärzten für tot erklärt, findet sich plötzlich erinnerungslos in einem zweiten Leben wieder. Er siedelt sich in einem Schrottcontainer am Flussufer an, mit Kleidern versorgt von der Heilsarmee und bald auch mit der scheuen Liebe einer Heilsarmistin. Mit Zähigkeit, Phantasie und Überlebenswillen kehrt er ins Leben zurück. Bis er, versehentlich eines Banküberfalls verdächtigt, identifiziert wird. Muss er nun zurück in seine frühere Welt, an die er sich immer noch nicht erinnern kann?

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Der Mann ohne Vergangenheit
Genre
Komödie, Sozialdrama, Drama
Ort
Helsinki
Handlung
Amnesie, Art House-Film, Heilsarmee, Wohnwagensiedlung
Tag
Arthaus-Film
Verleiher
Pandora Filmverleih
Produktionsfirma
Pandora Filmproduktion, Pyramide Productions, Sputnik Oy, Yleisradio

Kommentare (20) — Film: Der Mann ohne Vergangenheit


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RoboMaus

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Schlimmer geht es kaum: lahme Story, hölzerne Schauspieler, hölzerner Plot, grauenhaft langatmig. Wirkt durch und durch amateurhaft.

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filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Vielerorts empfohlen, aber nie meinen Weg des Filmeschauens gekreuzt: Aki Kaurismäki. Und das, obwohl seine Handschrift offenbar nicht ganz unähnlich dem von mir verehrten Jim Jarmusch sein soll. Doch endlich, endlich ließ sich dieser eigentlich unverzeihliche Malus beseitigen, nachdem einer seiner bekannteren Filme auf dem Tablett stand. "Der Mann ohne Vergangenheit" ist für als Einstieg dann gar nicht mal ungeeignet als Einstieg, wenn man sich den Inhalt anschaut, der sich den gewaltsam angerichteten Zustand der Amnesie bei der Hauptfigur als Ausgangspunkt nimmt. Ein (Neu-)Start aus zweierlei Hinsicht, die der hoffentlich wunderbaren Kaurismäki-Entdeckungen und die einer bemitleidenswerten Existenz in völliger Anonymität. Nüchtern und fokussiert porträtiert Kaurismäki diesen Mann, der stufenweise die Tücken und Schikanen beim Weg zurück in ein 'normales' Leben erklimmen muss. Dass dabei die Ärmsten der Armen in Helsinki den entscheidenden Startpunkt liefern, hingegen die Identitätslosigkeit zur größten Hürde im geordneten Bürokratie-Dschungel werden würde, ist in seiner Darstellungsform eine pointierte Kritik am gesellschaftlichen System, aber auch entfernt eine Ode für ein wenig mehr Solidarität und die unzerstörbare Hoffnung in Richtung Zukunft. Die Umstände, die das Schicksal dieses Nobodys erfordern und ohne Umschweife präsentiert werden, sind so unnachahmlich grotesk wie liebenswürdig zugleich. Genauso wie die Charaktere bleibt der ganze Film ausgesprochen undramatisch, was allerdings kein Makel ist, sondern eine in der Nachbetrachtung wohltuende Abgrenzung zu ähnlichen Produktionen darstellt. Darum verwundert es auch nicht, wie "Der Mann ohne Vergangenheit" den Zuschauer mitnimmt und schließlich entlässt. Denn das Glück erscheint manchmal in ganz kleinen, leicht zu übersehenden Dingen.

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jeffcostello

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Bewertung9.0Herausragend

Aki Kaurismäkis Blick geht immer nach Unten, nur dort findet er Wahrhaftigkeit, er ist ganz nahe dran, an seinen Figuren, Menschen, die sich am Abend des einen Tages überlegen müssen, wie sie den nächsten überstehen, Menschen am Rande der Existenz.
In seiner emphatischen Sicht auf die Dinge, zaubert Kaurismäki eine Ode an die Menschlichkeit und die Nächstenliebe und fängt das Leben so ein wie es ist, nie einfach, nie einseitig, Leiden und Freuden immer in Ko-Existenz, nie geschönigt, nie verlogen, immer durchzogen von lakonischem Humor und großer Wärme.
In der kalten, tristen Welt, rührt die Wärme in Kaurismäkis Film einzig von den Menschen selbst, der Liebe und der Kust her, darin finden sie Frieden.
Kaurismäki, für mich das Bindeglied zwischen Jim Jarmush und Krysztof Kieslowski, dreht Filme, die mich durch ihren unumstößlichen Glauben an die Menschheit und der von innen kommenden, ehrlichen Wärme stets in Hochstimmung zurücklassen.

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lux.dirk

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die schönsten Dialoge, die es je in einem Film gab, wunderbar warme Bilder und eine spannende Geschichte noch dazu - ein kleines Meisterwerk und Kaurismäkis bester Film.

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based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gedächtnis-Verlust für einmal weder als Qual noch als Grundlage für einen Kriminalfilm.

Der ruhige Film von "Kaurismäki" lässt sich Zeit für den Hauptcharakter. In den ersten Szenen wird er überfallen und beinahe totgeschlagen. Er überlebt zwar, kann sich aber an nichts mehr erinnern und beginnt ein neues Leben. Er findet Freunde in einer illegalen Siedlung und erfährt Hilfe von der Heilsarmee, wobei er sich prompt in eine Mitarbeiterin verliebt. Er rappelt sich langsam auf und beginnt sich eine neue Existenz aufzubauen, doch es kommt wie es kommen musste: Sein früheres Leben holt ihn ein. Muss er nun in seine "alte" Existenz zurück kehren? Dieser und vieler anderer Fragen geht der Film nach. Er zeigt, dass ein Neuanfang auch sein gutes haben kann und er schafft ein Sippenbild, von den ärmsten Bewohnern Finnlands, die sich Tag für Tag überm Wasser halten müssen und trotzdem nicht resignieren und somit als Vorbild für den Hauptcharakter dienen, der auch ganz unten anfangen muss.

Ein absolutes Muss für Fans von ruhigem, kritisch analysierendem Kino ohne Action-Ansprüche.

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BlueSquirrel

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Bewertung5.5Geht so

Nostalgisches Porträt u.a. über die Heilsarmee, deren Name heutzutage bei jüngeren Leuten wahrscheinlich Assoziationen mit einer christlich fundamentalistischen Tempelritter-Terrorgruppe hervorruft. Der etwas banale Plot ist mit Kapitalismuskritik und Solidarität aufgestreut, was immerhin hier recht beeindruckend wirkt, wenn man in Betracht zieht, dass die meisten Figuren und ihr Handeln für derzeitige Verhältnisse fast surreal wirken. Oh, tempora, Oh mores! Es bleibt alles allerdings dementsprechend tatsächlich surreal. Und wenn die karge Emotionslosigkeit, die hier zu jeder Zeit vorherrscht, ein Fenster in eine alternative Welt sein soll, kann man sich nur die Schlinge um den Hals legen. Ein neo-christlicher, real-konservativer und sozial-reaktionärer Puritaner-Film. Das sind übrigens keine negativen Begriffe, wenn man noch bereit ist nachzudenken. So ganz zünden will die Sache allerdings nicht. Und wie der "Rock n Roll" in diese Sache hineinpassen soll, bleibt das Geheimnis von Aki Kaurismäki.

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David Lukas Julisa

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ein absolutes juwel!

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Andy Dufresne

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Bewertung9.0Herausragend

-"Was bin ich dir schuldig?"
-"Siehst du mich mal mit dem Gesicht nach unten in der Gosse liegen, dreh mich auf den Rücken."

Ein Mann wird übel zusammengeschlagen, verliert das Gedächtnis, trifft viele gute Menschen und ein paar weniger gute Menschen.

Daraus macht der einzigartige Aki Kaurismäki eine charmante, liebenswert ruhige, ganz eigene, einfach wunderbar kurzweilige, in sich runde, geschlossene Geschichte über das Leben, die Hoffnung und natürlich über die Liebe.

Lakonisch, geerdet und doch skurril, warmherzig witzig, ja außerordentlich witzig sogar, melancholisch traurig, voller schräger und liebenswerter Charaktere, untermalt von einem wahrhaft göttlichen Soundtrack, eine Mischung wie für mich (und sicherlich für sehr viele andere auch!) gemacht.

Werde mich jetzt (endlich!) umgehend nach einer Kaurismäki-Komplettausgabe umschauen, ich will auf keinen Fall von dieser Welt gehen, ohne all seine Filme gesehen zu haben...

"Er bringt Frieden auf den Weg meiner Seele."

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Andy Dufresne

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;D
http://imgix.8tracks.com/mix_covers/000/505/137/2859.original.jpg?fm=jpg&q=65&sharp=15&vib=10&


Andy Dufresne

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Oh Danke, nette Worte :)
Ich habe ja die erst noch erscheinendeKomplettausgabe bei Buch.de bestellt, kurz vor Weihnachten kommt es wohl, bin schon ganz heiß drauf. Hab dann alles noch vor mir, was du nun hinter dir hast (Respekt, das ist ja schon einiges!) :)


Punsha

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Bewertung6.0Ganz gut

In meinem ersten Kaurismäki bekam ich es mit einem zutiefst menschlichen Portrait der sozialen Unterschicht zu tun. Durch den durch einen Unfall abgestürzten Protagonisten bekommt der Zuschauer einen realistischen Einblick in den schwierigen Alltag der mittellosen Bevölkerung. Besonders interessant ist der Film durch seinen unkonventionellen Umgang mit dem Thema Amnesie: Nicht das Vergangene, der ständige Zwang sich ständig zu erinnern, weckt Kaurismäkis Neugier, sondern vielmehr das Zukünftige, indem er diesen Zustand als einen Neuanfang interpretiert, der die einmalige Chance bereithält, sein Leben neu zu ordnen, das ebenso neue Liebe, wie neue Freundschaften bereithält. Echten Zusammenhalt gibts eben nur dort, wo alle gleich sind. Ein wirklich netter Film, der aber aufgrund seiner merkwürdig zurückhaltenden Inszenierung nicht ganz meinen Vorlieben entspricht.

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Fabes

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Laut meiner Moviepilot-Statistik habe ich jetzt genau 701 Filme gesehen. Doch nie habe ich einen Film wie "Der Mann ohne Vergangenheit" gesehen. Dabei kann ich gar nicht genau festmachen wieso das so ist. Sei es der Humor, der trockener ist als ein Stück Sand aus der Wüste Sahara, sei es die minimalistische Art des Schauspiels, die sämtliche Darsteller zu Tage fördern oder sei es die musikalische Untermalung des Ganzen. Nichts ist, wie es in anderen Filmen ist, die ich bisher gesehen habe.

Finde ich das jetzt gut oder finde ich das schlecht? Keine Ahnung... Wahrscheinlich muss ich erst 701 weitere Filme schauen um mir darüber klar zu werden. Auf jeden Fall gibt es meinerseits eine klare Empfehlung, da der Film auf jeden Fall eines hat: Viel Herz und eine Menge Charme!

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Mimuschka

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Bewertung9.0Herausragend

gerade beim ansehen des film ist mir plötzlich klargeworden was ich an kaurismäki so sehr schätze: seine filme sind so sehr durchdrungen von menschlichkeit, von dem glauben an das gute im menschen, dass mein herz während der sichtung einen kleinen sprung gemacht hat. alle protagonisten sind so extrem vernünftig und strahlen trotz der kaurismäki-typischen wortkargheit eine dermaßen hohe sozialkompetenz aus, wie ich sie mir im täglichen leben nur so oft wünschen würde.
dass sie in manchen seiner filme trotzdem am leben scheitern, liegt dann auch nicht am bösen willen einzelner "schurken", sondern an der beschaffenheit der gesellschaft an sich, nicht an "denen da oben", sondern ist strukturell bedingt.
und so ist dann auch am ende trotz allen elends und aller ungerechtigkeit nicht wie z.b. bei dem von menschenhass durchtränkten lars von trier die unausweichliche auslöschung als katharsis nötig, sondern immer ein funken hoffnung übrig, ein kleiner ausblick auf die möglichkeit einer besseren welt.

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Jenny von T

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Also nach BREAKING THE WAVES und DANCER IN THE DARK zu behaupten, von Trier würde nicht an das Gute im Menschen glauben, ist schon recht abenteuerlich.
Er sagte sogar einmal, man müsse zunächst das Böse freilegen, um überhaupt zum Guten durchdringen zu können und das stimmt ja auch, da letztendlich alles erst über sein Gegenteil existiert und Sinn erlangt.
Für mein Empfinden bemüht er dieses Eine(r)-gegen-alle-Schema gerade deshalb, um Selbstlosigkeit, Aufopferung und unbedingtem Idealismus am Ende umso stärker und mitreißender zum Sieg zu verhelfen. Darum liebt er ja auch Tarkovsky.
Auch, wenn bei von Trier alle anderen oft Idioten sind, halte ich es für überdeutlich, dass er an die guten Seiten der menschlichen Natur glaubt. Und, wie gesagt, ich glaube, er benutzt diese Schwarz/weiß-Sicht eher als Instrument.
Was DOGVILLE betrifft: Von Trier erzeugt diese Katharsis ja gerade, um vor dieser Reaktion, dem Gefühl der Genugtuung zu warnen und nimmt sich da selbst nicht aus - Anders Breivik zum Beispiel hat das leider komplett falsch verstanden.
Das heißt jetzt nicht, dass ich ein skeptisches Menschenbild bei von Trier nicht auch sehe - aber es ist eben nicht alles nur finster bei ihm. Nicht zuletzt findet er menschliche Abgründe wahrscheinlich deshalb interessant, weil er sie erstens von sich selbst kennt (Depression) und zweitens aus künstlerischer Sicht einfach ergiebiger findet. Und da bin ich ehrlich gesagt ganz bei ihm.
Dennoch ist der Vergleich interessant: Bei Kaurismäki kommt der Protagonist durch sein soziales Umfeld wieder auf die Beine, bei von Trier scheitert der Hauptcharakter (bei oberflächlicher Betrachtung) stets daran. Beide Regisseure aber sehen sowohl die eine als auch die andere Facette, sie gehen bloß komplett verschiedene Wege.


Andy Dufresne

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Dein Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf Mimu, aber sowas von!


THE_JUDGE

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Verliert am Anfang nicht zuviel Zeit und startet direkt durch in die Welt des Mannes ohne Vergangenheit. Gedächtnissverlust klingt erst einmal schlimm, aber kann unter Umständen so wie hier ein glücklicher Neubeginn sein. Alle Nöte, alle Sorgen, alle Angewohnheiten sind vergessen und ungeachtet der Vergangenheit beginnt ein neues Abenteuer, ohne wehmütige Rückblicke oder Reue oder was auch immer. Der Film ist eine Hommage an die Aussenseiter, die Figuren am Rande der Gesellschaft und ihr wunderliches Dasein, welches hier in herrliche Bilder und vorallem herrausragende Dialoge verpackt wurde. Natürlich ist der Blick auf den Rand der Gesellschaft hier ein wenig romantisch verklärt und nicht unbedingt der Realität entsprechend aber das hat der Film sich auch nicht auf die Fahnen geschrieben. Was bleibt ist ein ruhige, herzliche und unaufdringliche Geschichte über ruhige, herzliche und unaufdringliche Menschen die so sind, wie man sich die Welt manchmal wünschen würde.

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THE_JUDGE

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Einen muß ich noch zitieren: "Danke fürs Bier!", "Keine Ursache, so konnte ich wenigstens selbst acht trinken." Herrlich :)


ElMagico

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"Trinkst du Bier?"..."Woher soll ich das wissen, ich hab meine Erinnerung verloren!"..."Naja, vielleicht bist du Abstinenzler oder so"...."Das kann ich mir nicht vorstellen" :D


ElMagico

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Kaurismäki ist mir einer der liebsten Filmemacher in Europa. Ein sturer Bock mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der sich vehemment jeglichen Trends, Sehgewohnheiten oder Erwartungen verweigert. Und so radikal er sich selbst treu ist, auch in seinem Verhalten fernab der Kameras, so wenig hat er es glücklicherweise nötig, irgendeine Provokationsschiene zu fahren oder irgendwelche Tabus zu brechen. Der Mann erzählt seine kleinen Geschichten so wie er will und das ist verdammt gut so.
"Mies vailla menneisyyttä" ist dabei sicherlich Kaurismäkis zugänglichster und, für seine Verhältnisse, fröhlichster Film. Dabei ist er aber eben einer, der einem nicht mit Gewalt aufdrängt, was er zeigen oder sagen will. Vielleicht weil er sich selber oft nicht so sicher ist, was er von dieser Spezies Mensch halten soll. Dieser Film ist aber so voller Herzenswärme, liebevoller Gestalten (nie passte dieses Wort besser für Menschen) und einer ganz tiefen Sympathie für all die Menschen, die ihr Leben ausserhalb der anerkannten Gesellschaft fristen wollen oder müssen.
Der Film ist zwar still und er ist sehr langsam, er zeigt ein vordergründig tristes Umfeld und man könnte meinen, er handelt von Verlierern und Aussenseitern. Doch wenn man genau hinschaut, erkennt man eine Liebeserklärung an diese Menschen, einen riesigen Respekt ihnen gegenüber...und...fast schon so etwas wie Neid. Denn die Menschen leben in ihrer Armut geordneter, liebevoller und sind voller Hoffnung, während die Stadtmenschen einfach nur verloren scheinen. Das ist völlig romantisiert, ganz klar...aber das ist der ganze Film, der nichts anderes ist, als ein wunderschönes Großstadtmärchen.
Irgendwo zwischen der Skurrilität der Coen-Brüder, der Langsamkeit von Lynchs "A straight story" und den grossen Komödien der 40er und 50er. Aber letztendlich steht Kaurismäki ganz für sich selbst und hat keine Vergleiche nötig.
Sehr schöner Film!

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ElMagico

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Danke du :*


Andy Dufresne

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Bitte du :*


Sigmund

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Bewertung9.5Herausragend

Kaurismäkis Helden sind oft geprägt von einer gewissen Einsicht in die Tragik des Lebens einerseits – und andererseits von einer lebensklugen Dankbarkeit für ihr bescheidenes Glück. Auch hier ist der Protagonist fast mittellos: Wegen seines Gedächtnisverlustes besitzt er nicht einmal eine eigene Vergangenheit.
Umso berührender ist es ihm zuzusehen, wie er sich Stück für Stück eine neue Existenz erkämpft, die bei aller Armut all das beinhaltet, was irdisches Glück zu einem großen Teil ausmacht. Dabei ist es nicht zuletzt sein eigenes, faires Handeln gegenüber anderen, das in ihm selbst den Glauben an das Gute, Schöne und Sinnhafte in der Welt bewirkt. Auf diese Art gestärkt kann ihm auch die Gier, Gewalt und Grausamkeit mancher Mitmenschen nicht mehr viel anhaben.
Kaurismäki gelingt das Kunststück, unsentimental und glaubwürdig von einem Mann zu erzählen, der wirklich alles verloren hat – und daraus mit größerer Stärke hervorgeht als jemals zuvor. Denn, wie seine Liebste einmal sagt: "Gnade ist überall."

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Sigmund

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Möchte auch den erlesenen, lakonischen Humor nicht unerwähnt lassen, Kaurismäkis virtuose Trademark sozusagen – und ebenso die beachtliche deutsche Synchronfassung. (wird ja selten genug gelobt)


sehr_gerne

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

eckiger film

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Mr Lee

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Bewertung9.5Herausragend

Überzeugende Charaktere, ein dreckiges Szenario und ein wirklich trockener Humor. So trocken das ich selber nicht wusste ob ich lachen soll oder ob es jetzt ernst gemeint war.

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Nach dem Gedächtnisverlust wird die Suche nach seinem früheren Leben teils komisch, teils sonderbar geschildert. Zufälle wechseln sich ab mit überraschenden Wendungen. Skurrile Typen kreuzen seinen Weg. Und immer agieren die Figuren in stoischer, emotionsloser Unnatürlichkeit, steif wie Wesen von einem anderen Stern. Da gibt es kein Lächeln, keinen Freudenschrei. Man trifft sich, gibt sich die Hand, redet kurz mit einander und geht wieder seiner Wege. Der Zuschauer kann sich voll und ganz auf Handlung und Dialoge konzentrieren, er wird durch nichts abgelenkt. Diese Darstellungsweise macht wohl der Kultstatus von Kaurismäki aus. Wenn man sich darauf einlässt, kommt ein Gewöhnungsprozess in Gang, der dann auch den latenten, subtilen, herben Charme des finnischen Films zu Tage fördert, der sogar ein Happy End zulässt. Das nur angedeutet wird und durch einen durchs Bild rollenden Güterzug aus unserem Blickfeld entschwindet.

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annaberlin

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der besten Kaurismäki-Filme und sicherlich der beste zum Einsteigen in sein Werk.

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AustinPowers

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Bewertung5.0Geht so

Der Film war irgendwie nicht mein Fall - ich hab nicht verstanden, was mir der Regisseur sagen wollte. Jedenfalls eine Menge skuriller Typen in dieser Geschichte.

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xtheunknown

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Bewertung7.0Sehenswert

die dialoge sind der reine wahnsinn. die story selber ist nicht besonders spannend, aber die skurile inszenierung holt macht das wieder gut.

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