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Der Totmacher
Der Totmacher (1995), DE Laufzeit 110 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 23.11.1995
7.2
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von Romuald Karmakar, mit Pierre Franckh und Marek Harloff
Fritz Haarmann (Götz George) hat in den 20er Jahren siebzehn Jungen ermordet. “Der Totmacher” steht nun vor Gericht, wo geklärt werden soll, ob er für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden kann.
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Der Totmacher
- Genre
- Gerichtsdrama, Drama
- Handlung
- Art House-Film, Gericht, Kindermörder, Serienmörder
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Kritiken (1) — Film: Der Totmacher
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen»Manchmal habe ich auch geweint, weil sie so schön waren...«
Mit äußerst komprimierten Mitteln, entwirft Romuald Karmakar ein intensives Kammerspiel, das in seiner nachhaltigen Konzentration ein Maximum an Atmosphäre evoziert. Eine Seltenheit im deutschen Kino: Durch die spartanische Reduktion, wird die eindringliche Konversation im Fokus auf ihren Höhepunkt geschraubt und es gibt keinerlei Zierwerk, das den Betrachter auch nur einmal vom Wesentlichen ablenken könnte, weder eine musikalische Arrondierung, noch affektive Manipulationen. Aus 80 Seiten der berühmten Haarmann-Protokolle als Grundlage, wird »Der Totmacher« zu einer mannigfachen Verhaltens- und Fallstudie, innerhalb vier Wänden. Anwesend sind der Psychiater Ernst Schultze, ein Stenograph und natürlich der Vampir von Hannover, Fritz Haarmann, der mindestens 24 Männer umgebracht haben soll, indem er ihnen beim Geschlechtsverkehr die Halsschlagader durchgebissen hat und die Körper daraufhin zerkleinerte, verspeiste und…
28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
DonChris Sun, 03 Mar 2013 12:41:51 -0000
Antwort löschenStarker Kommentar (!) zu einem großartigem deutschen Film, der allein durch Götz George funktioniert.
ElMagico Sun, 03 Mar 2013 14:21:06 -0000
Antwort löschenGötz George strahlt und Jürgen Hentsch spendet das Licht dafür!
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SoulReaver Sun, 03 Mar 2013 14:51:12 -0000
Antwort löschen!
DonChris Wed, 06 Mar 2013 11:55:32 -0000
Antwort löschenGuter Spruch ElMagico :D
Kommentare (26) — Film: Der Totmacher
quarnie Mon, 11 Mar 2013 18:11:09 -0000
Kommentar löschenGötz George hat hier auf seinem allerhöchsten Niveau gespielt, finde ich. Beängstigend und schwer verdaulich ist dieser Film. Und grandios zugleich.
Da sich die ganze Sache aber zu lang zieht, ziehe ich einen Punkt ab. Ich denke, dass ist noch fair.
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MrKatsumi Sun, 13 Jan 2013 20:21:58 -0000
Kommentar löschenEin sehr beklemmendes Kammerspiel, das Regisseur Romuald Karmakar geschaffen hat. Er lässt einen Normalbürger wie uns daran teilhaben wie es ist, objektiv einen schon überführten Serienmörder zu beurteilen.
Der Film kann aufgrund dessen, dass sich alles in einem Raum abspielt, natürlich auf den ein oder anderen eintönig wirken. Nicht so bei mir.
Und man könnte auch argumentieren, dass die großartigen schauspielerischen Leistungen von George und Fuchs ergänzend zum minimalistischen Szenenbild den Film aufwerten. Das wäre aber in meinen Augen beleidigend für die großartige Kameraführung, die zu keiner Zeit aufdringlich, aber den Zuschauer dafür zu jeder Zeit mitten ins Geschehen befördert.
Nach einer wahren Begebenheit macht das ganze noch ein wenig mehr unerträglich interessant.
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Navarro Torres Wed, 12 Sep 2012 20:01:58 -0000
Kommentar löschenDer Götz im Schatten des Heinrich(George). Völlig unrealistische Darstellung Hamanns, was natürlich nur von Belang ist, wenn man dessen Biographie gut kennt. Bei Götz Gerorge beschlich mich schon immer das Gefühl, er könne jeden Moment völlig grundlos durchdrehen, was weniger an schauspielerischer Leistung liegt als vielmehr an dessen Natur, für die er allerdings wenig kann. Als Schimanski in Duisburg hat er sich gespielt, hier beinahe auch. Besonders krass seine Stimme, die jedes ernsthafte Zuhören im Keim erstickt.
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r3sortiane Thu, 26 Jul 2012 09:26:29 -0000
Kommentar löschenZu Beginn angesichts der Thematik eine befremdlich heitere, volkstümliche Musik, die uns schnell in die Vergangenheit zieht. Ein sehr minimalistischer Vorspann aus schwarzem Hintergrund und weißen Lettern - ein DVD-Menü wie aus einem Bestattungshaus. Und dann befinden wir uns auch schon mitten im Verhör ...
Der Täter:
=========
Götz George spielt den extrem vielschichtigen, schwer fassbaren Täter tatsächlich ziemlich authentisch. Manchmal hat man den Eindruck, das Schauspiel wirke aufgesetzt, aber bei genauerem Hinsehen ist es genau das, was den Charakter Haarmanns so verwirrend, ungreifbar und astereotyp macht. Mehr und mehr verschmilzt das bekannte Gesicht Georges mit dieser uns präsentierten Täterfigur und irgendwann fiel es mir schwer, die altbekannten Gesichtszüge des Schauspielers in dieser Rolle wiederzuentdecken. Haarmann schwankt zwischen Infantilität, Debilität und infernalischer Desorganisation. Mal scheint er sich nur an persönlich relevante Geschehnisse seines Lebens zu erinnern, mal kann er aber auch andere Fakten abrufen. Mal wirkt er zerbrechlich und verletzbar wie ein Kind, mal kalt und gewissenlos wie ein Tier. Mal scheint er ein fühlendes, denkendes Wesen und mal ein fast spielerisch mordender, amoralischer "Idiot" zu sein.
Der Psychiater:
============
Jürgen Hentsch verkörpert den historischen, objektiven und klassisch-analytischen Psychiater aus meiner Sicht auf sehr gekonnte Art und Weise. Obwohl er sichtlich zwischen Abscheu, Verwirrung und Mitgefühl schwankt, gelingt es ihm weitestgehend, in seiner beruflichen Rolle professionell zu bleiben. Trotzdem bleibt er angesichts der abscheulichen Taten seines Gegenüber auch ein Mensch, den ab und zu auch seine Gefühle übermannen. Zudem wird deutlich, wie sich in einem derartig engen therapeutischen Kontakt selbst zu einem "abstoßenden Monster" eine vorsichtige persönliche Beziehung entwickeln kann. Prof. Schultze sieht eben nicht nur die oberflächlichen Taten, sondern auch den zerbrechlichen und psychisch schwer verletzten Menschen dahinter.
Fazit:
=====
Eine sehr differenzierte Studie über einen psychisch kranken Schwerverbrecher und die interaktionelle Entwicklung während einer juristisch-psychiatrischen Anamnese. George gibt im wahrsten Sinne des Wortes einen "Totmacher", auch wenn sich diese Bezeichnung eigentlich auf einen anderen Serienmörder (Rudolf Pleil) bezog. Punktabzug gibt es von mir für die Homogenität des Films, die ihn doch an manchen Stellen etwas langwierig gestaltete. Auch wenn die Interaktion wirklich spannend und fesselnd ist, hätten für meinen Geschmack ein paar sehr minimalistische, kurz gehaltene szenische Darstellungen des Lebens Haarmanns und der Ereignisse vor dem Prozess dem Film gut getan. Das jedoch ist Geschmackssache. Ingsgesamt durchaus zu empfehlen. Übrigens lohnt sich auch der Artikel bei Wikipedia zu "Fritz Haarmann". Er wartet mit sehr interessanten Informationen zur Person Haarmanns und zu den damaligen Verhörmethoden auf.
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HopeWithinChaos Sat, 21 Apr 2012 18:32:07 -0000
Kommentar löschenGötze George liefert eine fantastische Vorstellung ab.
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Kreaexo Tue, 13 Mar 2012 14:06:15 -0000
Kommentar löschenAlle Skeptiker die meinen, dass die Deutschen keine guten Filme produzieren können, müssen sich 'Der Totmacher' aus dem Jahre 1995 ansehen. Denn sie werden eines besseren belehrt. Wobei sich bei mir gleichzeitig die Frage stellt, ob man dieses Kammerspiel wirklich als Film bezeichnen kann. Viel mehr ist er ein Tatsachenbericht, der auf protokollierten Gesprächen beruht.
1924, ein grausamer Kriminalfall in Hannover erregt weltweites Aufsehen. Der Kaufmann Fritz Haarmann gesteht, mindestens 24 junge Männer getötet zu haben. Die Untersuchungen dauerten sechs Wochen und begannen im August 1924.
Und das ist auch alles. Um mehr geht es nicht. Der komplette Film findet in einem Raum statt, es sind immer dieselben Personen beteiligt, nur dreimal halten sich mehr als 3 Leute in diesem Zimmer auf.
Daraus entwickelt sich eine bedrückende, nahezu klaustrophobische Atmosphäre, die auf den Zuschauer übertragen wird. Außerdem sind es vor allem die Dialoge und Schauspieler, die diesen Film besonders machen.
Die Geschichten von Fritz Haarmann, was er mit seinen Opfern alles angestellt hat und wie er sie beseitigte, löste nicht nur bei dem Protokollant Brechreiz aus, auch mir lief ein Schauer über den Rücken. Diese ekelerregenden Schandtaten wurden von Götz George, welcher Fritz Kaufmann verkörpert, berichtet und bis ins kleinste Detail erklärt. So eindrucksvoll, dass ich mir sicher war, keinen Schauspieler, sondern wirklich einen wahnsinnig gewordenen Serienmörder dort sitzen zu sehen. Ich verleugne nicht, dass ich mich zeitweise gefürchtet habe. Herr Georges Gestik ist bestechend und fesselnd zugleich. Obendrein entsteht dadurch eine beängstigende Spannung, die sich den ganzen Film hindurch hält. Wegen seiner Darstellung verflog die Zeit, obwohl der Film eine Laufzeit von 110 Minuten hat und man nur dem Gesagten lauscht. Er liefert hier ohne Zweifel eine seiner stärksten Darbietungen ab. Doch auch sein Gegenüber Jürgen Hentsch, der den Befrager Prof. Dr. Ernst Schultze verkörpert, darf man nicht vernachlässigen. George hätte mit seinem intensiven Spiel wahrscheinlich jeden in die Ecke gedrängt, aber J. Hentsch behauptet sich mit seiner kühlen Art gekonnt und schafft es auch einige Akzente zu setzen. Darüber hinaus ist es die Vorgehensweise der Beteiligten, die den Film nicht nur besonders, sondern auch authentisch macht. Am Anfang der Befragung wird mit einigen Allgemeinwissensfragen geprüft, ob der Befragte vollständig bei Sinnen ist und weiß, was mit ihm geschieht. Dann geht man eine Stufe tiefer, kratzt aber immer noch nur an der Oberfläche bis der Befragte selbst mit der Sprache rausrückt und dann wird nachgehackt, bis man alles erfährt, was man wissen will. Ein Paradebeispiel für gelungene Verhöre. Daher auch ein Vorschlag von mir dieses Kammerspiel bei Polizeilehrgängen zu zeigen.
'Der Totmacher' ist ohne Zweifel ein Erlebnis und einer der besten deutschen Filme der letzten 20 Jahre, inklusive der besten Leistung von Götz George.
„Als Schimanski war er gut. In 'Schtonk' besser. Als Massenmörder ist er genial.“ (Bunte)
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Joeyjoejoe17 Tue, 13 Mar 2012 14:26:24 -0000
Antwort löschenLeute, die meinen, alle deutschen Filme wären schlecht, nur weil sie eben deutsch sind, outen sich selbst als sehr engstirnig und uneinsichtig. just my 2cents.
Jenny von T Tue, 13 Mar 2012 14:34:29 -0000
Antwort löschenUnd da hat duffy vollkommen recht.
Le Samourai Tue, 13 Mar 2012 14:35:00 -0000
Antwort löschenJep, leider ja.
Wumz Tue, 13 Mar 2012 14:35:12 -0000
Antwort löschenNein, das ist Ansichtssache. Meinen Geschmack trifft er jedenfalls häufig und ich bin mit dem deutschen Film zufrieden.
SoulReaver Tue, 13 Mar 2012 14:40:34 -0000
Antwort löschenFrüher waren wir besser, jap. Heute kommt viel Dreck, jap. Aber ab und an gibts schon noch was gutes, nur leider viel zu selten.
Le Samourai Tue, 13 Mar 2012 14:41:07 -0000
Antwort löschenAlle paar Lichtjahre kommt mal ein brauchbarer Genrefilm raus. Andreas Dresen ist ne Bank, zusammen mit Produzent Peter Rommel. Die trauen sich wenigstens mal was...
Le Samourai Tue, 13 Mar 2012 14:41:33 -0000
Antwort löschenAber sonst uninspirierter, langweiliger, unmutiger Kack. Weitestgehend.
Wumz Tue, 13 Mar 2012 14:42:21 -0000
Antwort löschenIm direkten Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn sehe ich uns auch etwas weiter hinten, wir haben aber genug Regisseure die regelmäßig Filme machen die ich sehenswert finde.
aberaber Tue, 13 Mar 2012 14:48:16 -0000
Antwort löschenIch bin auch kein großer Freund des deutschen Films, aber einfach pauschal alle (neueren) deutschen Filme runter zu machen, finde ich dann doch eher engstirnig.
Wumz Tue, 13 Mar 2012 14:48:17 -0000
Antwort löschenJaa, der ist mein Liebling. Und es ist natürlich großer Schwachsinn ihn als überschätzt zu bezeichnen. =)
Le Samourai Tue, 13 Mar 2012 14:56:48 -0000
Antwort löschenNö, Akin ist gut. Im Juli und vor allem Gegen die Wand sind klasse.
Wumz Tue, 13 Mar 2012 14:59:40 -0000
Antwort löschenWiggle wiggle wiggle
Kreaexo Tue, 13 Mar 2012 15:18:27 -0000
Antwort löschenWow, mir war nicht klar, was ich mit einem Absatz für eine Konveration auslösen kann. Nur weiter so. :D
Kreaexo Tue, 13 Mar 2012 15:21:18 -0000
Antwort löschenAch und wegen Fatih Akin ... sein 'Blutzbrüdaz' ist genial. Hät' nicht gedacht, dass mich diese Thematik so gut unterhalten kann.
Kreaexo Tue, 13 Mar 2012 15:24:40 -0000
Antwort löschenAch stimmt, hat nur produziet. Gut, dann war es nicht sein Verdienst. :D
Joeyjoejoe17 Tue, 13 Mar 2012 17:39:25 -0000
Antwort löschenIch mag besonders die Dramen aus deutschem Lande, in Sachen Genrefilme sind die meisten aber wirklich nicht allzu gut.
geheimer333 Sat, 17 Mar 2012 23:33:49 -0000
Antwort löschenDer deutsche Film ist am Boden, war er nicht immer, ist er aber. Ich bin sicher bald kommt ein Biopic von Haftbefehl <3
Joeyjoejoe17 Mon, 19 Mar 2012 23:11:16 -0000
Antwort löschenAb und an zeigt sich aber, dass es noch Hoffnung gibt, jüngst mit "Halt auf freier Strecke"^^
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stalker Fri, 30 Mar 2012 16:48:58 -0000
Antwort löschenEiner der wenigen Filme, die ich im Kampf um den deutschen Film anbringe. Ähnliches gibts aus Östereich, ein Totmacher 80 Jahre später, FRANZ FUCHS - EIN PATRIOT. http://www.moviepilot.de/movies/franz-fuchs-ein-patriot-2
Empfehle ich dir. Sehr!
Kreaexo Sat, 31 Mar 2012 18:19:44 -0000
Antwort löschenDanke, wird vorgemerkt und geschaut, ob ich ihn irgendwo auftreiben kann. :)
Framesurfer Sat, 03 Dec 2011 22:14:58 -0000
Kommentar löschenGut gemachtes Hörspiel.
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ElMagico Tue, 04 Oct 2011 21:12:49 -0000
Kommentar löschenAls "Der Totmacher" damals im Kino lief verschmähte ich ihn. Ein deutscher Serienmörder-Film, dass konnte nichts sein. Deutsche Filme mag ich zum Grossteil zwar nachwievor nicht, "Der Totmacher" hat mich aber seitdem schon unzählige Male in seinen Bann gezogen. Und so auch heute wieder.
Dabei ist es ganz dünnes Eis auf welchem sich dieser Film bewegt. Furchtbar leicht hätte dies ein langweiliges, pseudodramatisches und Effekthaschendes Stück Film werden können. Glücklicherweise ist das genaue Gegenteil der Fall.
Faktisch ist "Der Totmacher" ein Kammerspiel für 2 Personen, welches auch nur in einem Raum spielt. Es treten, neben dem immer anwesenden Schriftführer, immer wieder mal andere Personen auf den Plan, diese sind aber letztendlich kaum von Bedeutung. Die Handlung bezieht sich auf Original-Auszüge verschiedener Befragungen und Tests des Serienmörders Fritz Haarmann. So weit die Geschichte und so weit klingt das wohl auch relativ unspektakulär.
Doch hier schon das erste grosse aber! Diese Protokolle haben es in sich. Fritz Haarmann ist eine völlig schillernde und nicht einzuordnende Person. Nie weiss man woran man ist, ob er gerade mit seinem Gegenüber spielt, ob er kognitiv überfordert ist oder ob er gerade einfach lügt. Es gibt in diesen Berichten Beschreibungen von Dingen, die Filmen wie "Saw" oder "Seven" jeglichen Schrecken nehmen, vorallem wenn man sich die Art und Weise verinnerlicht, mit der sie von Fritz Haarman zu Protokoll gegeben wurden. Denn eben jene Protokolle wurden nicht nur wortwörtlich umgesetzt, auch alle vermerkten Gesten umd Mimiken wurden in den Film integriert. Klingt interessant, würde sicher ne tolle Dokumentation abgeben, aber macht noch lange keinen guten Film.
"Der Totmacher" ist auch kein guter Film, er ist ein ganz, ganz grosser Film. Denn was ich oben sehr nüchtern beschrieben habe, wird von den 2 Hauptdarstellern Götz George und Jürgen Hentsch innerhalb von 5 Minuten zum Leben erweckt. Ich verliere jedesmal wenn ich mir diesen Film ansehe das Bewusstsein dafür, dass dies ein Film ist. Ich sitze mit in diesem Raum. Ich rieche die alten Dielen, ich höre den Regen und spüre die Kälte. Ich bin stiller Beobachter dieses Duells mit Worten, dieser verbalen Schlacht, diesem tiefen Einblick in eine total kaputte und kranke Seele, die so einzigartig von Götz George dargestellt wird. Und man mag sie beide irgendwo, man kann die leise aufkeimende gegenseitige Sympathie förmlich spüren, da man sie ja selber fühlt. Und das obwohl man all die abscheulichen Taten kennt. Aber doch funkelt es immer wieder in den Augen Götz Georges und in diesen Momenten schaut man tief ins abgrundtief Böse. Manchmal blitzt das Monster auf, ist furchtbar bedrohlich und erschreckender als das Meiste, das ich jemals in einem Film sah. Und ich kann es nur schwer beschreiben, man muss es tatsächlich gesehen haben: wie hier Götz George hin und her pendelt zwischen naiv und dumm, zwischen abstossend und sympathisch, dabei immer völlig glaubhaft wirkt und nie aufgesetzt. Gross! Wenn er dann aber aus dem Nichts heraus dieses tiefe dunkle Böse zeigt, oft nur andeutet. Ganz gross!
Aber ich will hier auch nochmal Jürgen Hentsch als Psychiater erwähnen, der den Film genauso mitträgt, der einen imposanten Gegenpart darstellt und ohne den der Film manchmal gar nicht zu ertragen wäre. Auch für ihn Applaus!
Man darf aber jetzt nicht denken, dass diese herausstechenden schauspielerischen Leistungen den Film alleine ausmachen. "Der Totmacher" funktioniert auch für sich alleine. Er hat eine tolle Sprache, eine einzigartige Atmosphäre und eine Kameraführung, die einem mitten ins Geschehen versetzt, ohne das sie je Aufdringlich wirkt. Vorallem hat "Der Totmacher" aber eine unglaubliche, widerliche, aber eben auch wahre Geschichte zu erzählen, für die es eigentlich gar keine Worte gibt.
Absolut fesselnder Film, der eine furchtbare Sogwirkung erzeugt, obwohl er einen doch immer wieder abstösst. Für mich der beste deutsche Film den ich kenne und wohl auch der beste Serienmörder-Film. Und ich merke grad, das es noch soviel über den Film zu sagen gäbe...allein: es ist so schwer diese Gefühle in Worte zu fassen. "Der Totmacher" hat für mich wirklch etwas von einer Erfahrung und sprengt auf eine gewisse Weise das, was wir uns unter einem Film vorstellen.
Einfach gross. Ich lieb ihn.
Müsste ich jemals einen Ehren-Magic-Oscar für die beste schauspielerische Leistung aller Zeiten verleihen...Götz George hätte ihn tatsächlich sicher! Und ich mag diesen Mann eigentlich gar nicht....
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ElMagico Wed, 05 Oct 2011 05:42:44 -0000
Antwort löschenMeist ging er irgendwie an mir vorbei...war nie der Tatort-Gucker, als er mit Sachen wie "Abwärts" bisschen ins Kino drängte, mochte ich das nicht sehr...und in den letzten Jahren guck ich kaum noch TV-Filme...und seinen Auftritt bei "Wetten daß" fand ich halt ziemlich seltsam...wobei ich alles an "Wetten daß" seltsam finde ;)
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zombienation Wed, 05 Oct 2011 18:21:53 -0000
Antwort löschenSehr gut geschrieben! Es ist genau das, was ich über den Film denke!!!
ElMagico Thu, 06 Oct 2011 15:33:21 -0000
Antwort löschenDanke :)
Tachitalili Sat, 10 Sep 2011 18:50:38 -0000
Kommentar löschenGenial gemachter Film über wahre Begebenheiten.
Ich wußte nicht, worum es ging. Alles findet nur in einem Raum statt. Es gibt 3 Personen: einen Befrager, einen Befragten und den Schreiberling. Ich habe ziemlich lange versucht rauszufinden, worum es geht. Und als es dämmerte, waren die ersten Gedanken "Das kann doch nicht sein, oder ?" Den Rest des Films habe ich versucht, rauszufinden, ob das, was er erzählt, stimmt. Und ob er sich dümmer stellt, als er ist.
Und und und
Ein Film, der auf einzigartige Weise die Spannung hält. Durch das Erzählen ist der Zuhörer zum grauenhaften Kopfkino gezwungen. Das naiv-kindliche ist grotesk aber auch verdächtig: ist er wirklich so? Der Zuschauer wird mit seinen Vermutungen und Gedanken völlig allein gelassen und muss selber seine Schlüsse ziehen und wird sozusagen zum "Mit-Ermittler".
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Northernlights Sat, 05 Mar 2011 17:09:19 -0000
Kommentar löschenSchlicht:beeindruckend, man nehme, 3 Darsteller, einer davon,(Pierre Franckh) der Stenograph, spricht überhaupt nicht und überzeugt nur, duch seine Mimik, was schon,ansich,klasse ist, ein Vernehmer(Jürgen Hetsch)der Fragen stellen Muss, die ihm sichtlich , unangennehm sind und Haarman(Götz George) der so unglaublich intensiv gespielt wird, das mir, heiß und kalt wurde.Düsterer, gehts nicht, ein genialer, Deutscher Film!!Punkt!!!!
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Renunciation Wed, 02 Mar 2011 15:28:04 -0000
Kommentar löschenWow o.o
Also die schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller waren sehr gut und überzeugend.
Der Film war sehr komplex und manchmal viel es mir schwer zu zu hören.
Doch es war sehr interessant und öfter erschreckend,was so preisgegeben wurde.
Ich fand,dass der Film gut aufgebaut war und würde ihn Leuten empfehlen,die sich mit Fritz Haarmann beschäftigt haben ^^
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Filmkenner77 Sun, 03 Oct 2010 11:57:06 -0000
Kommentar löschenDer Film lebt vom intensiven Spiel Georges, der eine seiner besten Schauspielleistungen zeigt. Die Kammerspielatmosphäre hindert den Film aber auch in seinen Entfaltungsmöglichkeiten.
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Sonse Wed, 01 Sep 2010 20:27:16 -0000
Kommentar löschenEin gutes und angenehm nüchternes Kammerspiel ist "Der Totmacher", das mich jedoch leider nie so recht zu fesseln vermag. Klar, Georges Darstellung ist lobenswert, doch steht und fällt der Film darüber hinaus einfach mit dem Interesse, das man seiner Hauptfigur entgegenbringt und mir fehlt jegliche Faszination für den Serienmörder Fritz Haarmann.
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pellekraut007 Fri, 10 Sep 2010 15:59:02 -0000
Antwort löschenIch habe ihn zweimal gesehen, er hat mich zweimal gefesselt und ich fand ihn zweimal hervorragend und ein erfreuliches Beispiel für saugutes Kammerspiel! Grunz!
donoctavio Thu, 12 Aug 2010 15:52:47 -0000
Kommentar löschenfür mich ein genialer film! götz george spielt unglaublich. es ist nichts zu sehen von den verbrechen die haarmann begangen hat. aber die beschreibungen der taten, von diesem armen, kleinen, verschüchterten monstrum, löst gänsehaut am ganzen körper aus. absolute weltklasse! (unter den deutschen filmen ist das ja sehr selten)
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Kill_Diether Mon, 22 Mar 2010 16:09:56 -0000
Kommentar löschenWar einer der letzten Filme, die ich noch im
Saalbau Neukölln gesehen habe.
Der Film: Schauderlich gut anzusehen, das Spiel
von Götz George; wissend, dass die Dialoge auf
Orginal-Verhör-Unterlagen basierten.
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zombienation Sat, 15 Aug 2009 14:33:26 -0000
Kommentar löschenGötz George!! wer sonst könnte diese Rolle spielen?! SUPER!!!!
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oasisUK Fri, 24 Apr 2009 22:59:40 -0000
Kommentar löschenKrasser Film, George ist ein wahnsinnig guter Schauspieler den man nicht immer nur auf Schimanskie festnageln sollte.
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guggenheim Thu, 23 Apr 2009 13:18:14 -0000
Kommentar löschenEindrucksvoll, absolut eindrucksvoll!
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xtheunknown Mon, 20 Apr 2009 16:05:28 -0000
Kommentar löscheneiner der besten serienmörderfilme. aufgrund des kammerspiels zieht er sich ein wenig.
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maslobojew Thu, 22 May 2008 20:55:25 -0000
Kommentar löschenEiner der besten deutschen Filme überhaupt.
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