Der Zauberberg

Der Zauberberg (1982), AT/FR/IT/DE
Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 25.02.1982

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7.5 Kritiker
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von Hans W. Geissendörfer, mit Rod Steiger und Marie-France Pisier

Der Hamburger Patriziersohn Hans Castorp besucht 1907 seinen lungenkranken Vetter in einem mondänen Sanatorium in dem schweizerischen Bergdorf Davos. Dort verfällt der junge Mann zunehmend der morbiden Faszination dieses Ortes. Obwohl er nicht wirklich krank ist, bleibt er schließlich sieben Jahre lang – bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs. Thomas Mann hat seinen 1924 erschienenen Roman als großes Zeitbild angelegt, das die seelische und geistige Verfassung einer ganzen Epoche spiegelt. Mit riesigem Budget und internationalen Stars hat Hans W. Geissendörfer eine werkgetreue Verfilmung des berühmten Buchs geschaffen.


Cast & Crew


Kommentare (4) — Film: Der Zauberberg

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Strauch

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Bewertung3.5Schwach

Öde Literaturverfilmung, in der die Mittelmäßigkeit Hans Castorps durch seinen Darstellter Christoph Eichorn getoppt wird. Clawdia Chauchat ist ebenfalls schlecht besetzt und ungünstig inszeniert. Vom kurios-skurrilen Peeperkorn bleibt nichts mehr übrig. Die Wortgefechte zwischen Settembrini und Naphta, Höhepunkte des Buchs, werden auf ein Minimum reduziert und können kaum Wirkung entfalten. Von dem 1000-seitigen Buch bleibt so nur ein Abklatsch übrig. Möglicherweise kann die siebenstündige Fernsehfassung mehr überzeugen - ich habe sie nicht gesehen -, was mir aber angesichts der schlechten Besetzung zweifelhaft erscheint.

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Baumkopf Holzfaust

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Öde. In der Tat. Nur was für 70er Jahre Problemfilmfanatiker. Aber die sterben ja gottseidank allmählich aus.


Sonse

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Bewertung5.5Geht so

Gleich vorweg: Thomas Mann kenne ich vor allem durch "Der Tod in Venedig " und die "Buddenbrooks", den "Zauberberg" jedoch, habe ich noch nicht gelesen. Außerdem habe ich nicht die hier angegebene zweieinhalbstündige Kinoversion, sondern die siebenstündige Fernsehfassung in drei Etappen gesehen.

Mein Eindruck von Geißendörfers "Der Zauberberg" ist mit "durchwachsen" wohl noch am wohlwollendsten beschrieben. Denn oftmals schien es mir, er kämpfe mit seiner Vorlage und werde ihr nicht gerecht. Die Charakterzeichnung mancher Figuren konnte ich nachvollziehen, die anderer wiederum ließ mich stirnrunzelnd zurück. Ein Glück, schaute ich mir den Film doch mit einem selbsternannten Thomas Mann-Forscher ("Ich habe doch nicht wirklich Germanistik studiert, ich habe eigentlich nur Thomas Manns Gesamtwerk gelesen...") an, der zur Not für Aufklärung sorgen konnte.

Gelungen wirkte mir der Einstieg, das Kennenlernen des Sanatoriums, sowie die Darstellung der bleiernen Zeit und des Stumpfsinns an jenem Ort. Gerade also die Momente, in denen sich der Film Zeit lässt. Ich fürchte, dass dies in der stark verkürzten Kinofassung kaum zur Geltung kommt. Den Score, sowie die Tatsache, dass anscheinend die wesentlichen Thematiken von Manns Werk von mir ansatzweise begriffen wurden, verbuche ich ebenfalls auf der Plusseite.

Mein größtes Problem mit dem "Zauberberg" ist die Hauptfigur Hans Castorp. Ich gehe davon aus, dass Mann ihn bewusst zu einem passiven Helden gemacht hat, einem Durchschnittstypen, der das bunte Treiben im Sanatorium vor allem beobachtet, sich von allen Seiten beeindrucken und beeinflussen lässt, und so der Faszination dieses Orts erliegt. Darin ist er so langweilig wie andere passive Kinohelden, wie beispielsweise in jüngster Vergangenheit Benjamin Button. Hänschen verfällt der romantischen Todessehnsucht und ausgerechnet der eine Moment, der Schneetraum, in welchem er aus eigenem Antrieb zu einer weitreichenden Erkenntnis gelangt - "Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken." - die Entscheidung für das Leben also, blieb mir hier gänzlich ohne Konsequenz. Castorp ändert danach gar nichts, reist nicht ab, sondern bleibt noch viele weitere Jahre an diesem von Dekadenz, Krankheit und Tod durchdrungenen Ort. Angeblich ist dies im Buch nicht anders und einer der größten Vorwürfe an den Zauberberg. Vielmehr drücke die Stelle in dem über sehr viele Jahre entstandenen Buch eine Wandlung in der Geisteshaltung Thomas Manns aus, die er hier dem Leser vermitteln möchte. Aha. Freut mich für ihn, macht das Dilemma jedoch kaum besser. Für Castorp entwickelte ich kaum Sympathie.

Das größte Manko, und eines, wofür der Film definitiv allein verantwortlich ist, ist die Besetzung Castorps mit Christoph Eichhorn. Dieser ist in stummen, passiven Szenen ganz passabel, doch sobald er agieren und sprechen muss, wird es häufig unfreiwillig komisch. Selten habe ich so deutlich gesehen, dass ein Schaupieler noch nie vor einer Kamera stand, oder zumindest gedanklich nicht von der Bühne herunter kam. Eichhorn chargiert gestenreich, und brüllt in der artifiziellen Betonung eines arroganten Strebers in einer schlechten Schultheateraufführung seine Schauspielkollegen an, obleich sie nicht einmal einen Meter neben ihm stehen, und es sich nur um eine ganz gewöhnliche Unterhaltung handelt. Seine "Leistung" wurde für uns zum Running Gag und wenn es gerade langweilig wurde, oder er mal wieder durch besonders Unterirdisches auffiel, riefen wir uns ein überakzentuiertes Castorp-Zitat "Bist du toll?!" entgegen. Das kann doch allen Ernstes nicht eine bewusste Entscheidung gewesen sein, und wenn nicht, wie konnte diese Perfomance dem Regisseur nur ent- bzw. durchgehen?

Das eigentliche Herz des Romans sind wohl zweifelsohne die langen Diskussionen über die verschiedenen Lebensauffassungen und Weltsichten der Figuren Settembrini, Vertreter der Aufklärung und die Stimme der Vernunft, und Naphta, dem selbstzerstörerischen, ideologischen Extremisten, sowie dem, für Mann typischen, Entwurf der Charakterzüge apollinisch (Ordnung) und dionysisch (Rausch). Letztere verkörpert durch den braven, zurückhaltenden Soldaten Ziemßen, Castorps Vetter, der tätig sein will und in Würde sein Schicksal erträgt, auf der einen Seite, und dem erst spät auftauchenden Peeperkorn, der sich in emotinalen Ausbrüchen und lebensbejahenden, (angeblich) charismatischen, aber so naiven wie sinnlosen Reden vor allem selbst gefällt, auf der anderen. Beide scheitern sie an ihrer Einseitigkeit.

Während mir in Ansätzen durch den Film die Ideen hinter Settembrini und Naphta deutlich wurden, blieben mir ihre Auseinandersetzungen auf politischer Ebene vor allem mit Bezug auf den bevorstehenden Ersten Weltkrieg dennoch zu schwach und unklar. Was ich von Rod Steiger, der synchronisiert den Peeperkorn gibt, halten soll, ist mir bis jetzt nicht klar, ebenso ob ich die Figur aufgrund des Films überhaupt verstanden habe.

So habe ich das Gefühl, dass der Film dem Roman nur ansatzweise gerecht wird. Er hat mich zwar für den Stoff interessiert, aber er wird nicht dazu führen, dass ich den dicken Wälzer beizeiten mal in die Hand nehme.

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patcharisma

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Nicht nur ihn, die Statisten agieren mit einer derart übertriebenen Mimik, kein einigermassen routinierter Regisseur darf sowas übersehen. Mit 12 im Schülertheater hat man uns gesagt: "Flüstert einfach Rhabarber-Rhabarber - so sieht es aus, wie wenn ihr sprechen würdet!" So sah das aus. Am schlimmsten fand ich diese rezitierte Liebeserklärung. Entweder dreht man ein Theater in seiner Kargheit ab wie Pasolini's "Medea" mit Maria Callas oder man macht einen Spielfilm mit etwas mehr "Denver-Clan", Spannung, Mystery und Sights des Ortes. Eine Art Soap-Opera ist dieser Stoff ja, nicht?
PS: Meine Eltern leben in Davos xD


pellekraut007

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Grunz xD - genau! xD


J0J0

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Bewertung7.0Sehenswert

Das Buch kenne ich nicht, dahingehend kann ich also nichts sagen. Der Film an sich konnte mir allerdings auch so gefallen. Der Irrsinn des Mikrokosmos der reiche-Leute-Klinik, die von der wirklichen Welt völlig abgeschottet ist, wird durch die skurrilen Nebenfiguren und die abgedreht-weltfremden Debatten überzeugend illustiert und man nimmt dem Hauptdarsteller, der den arroganten, blasierten Hans Castorp überzeugend spielt, sein Versumpfen in dieser dekadenten Anstalt ab. Das musikalische Hauptthema macht auch was her.

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patcharisma

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Bewertung0.0Hassfilm

Grandios langweiliges "Literaturkino" des Lindenstrasse-Erfinders Geissendörfer mit paar schönen Dekos, das im graubündnerischen Davos spielen soll (davon zeugt der rote Zug zu Beginn!). Erstaunlich unatmosphärisch dennoch. Gespielt wie ein Laientheater: Man beachte mal die übertriebene Mimik/Gestik der Statisten im Hintergrund Der Höhepunkt: Die aufrezitierte Liebeserklärung! Mit sowas vergrault man doch jede/n, auch im Jahr 190?. Um dann "7 Jahre später" aufzuzeigen, wurde dem Typen halt ein Bart aufgeklebt.

Thomas Mann würde sich im Grab umdrehen, die noch Lebenden sind während den nicht enden wollenden 150 Minuten zum Glück vorher eingepennt...

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