Die Auferstehung

Resurrezione (2001), FR/IT/DE
Laufzeit 180 Minuten, Drama

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von Paolo Taviani und Vittorio Taviani, mit Stefania Rocca und Timothy Peach

Fürst Dimitrij Nechljudow sitzt bei einem Mordprozess auf der Geschworenenbank. Angeklagt wird eine Dirne, die einen Moskauer Kaufmann vergiftet haben soll. Bestürzt erkennt Dimitrij, dass die Angeklagte seine Jugendliebe Katjuscha Maslowa ist. Vor Jahren hatte er sich während eines Sommerurlaubs in sie verliebt. Nicht wissend, dass sie ein Kind von ihm erwartete, hatte Dimitrij dann die nicht standesgemäße Liaison beendet und Katjuscha nie mehr wieder gesehen. Die mittellose Frau verlor ihr Kind und schlug sich fortan als Prostituierte durch. Jetzt stellt sich heraus, dass Katjuscha das Opfer einer Intrige ist. Die Geschworenen beschließen daher ihren Freispruch. Doch ein Formfehler im Wortlaut des Geschworenenspruchs führt zu Katjuschas Verurteilung. Um sein Verhalten wieder gutzumachen, setzt Dimitrij Himmel und Hölle in Bewegung, um ihr zu helfen. Zunächst vergeblich – Katjuscha wird in ein sibirisches Straflager deportiert. In der Hoffnung, dass sie seinen Heiratsantrag annimmt, folgt ihr der Fürst dorthin. Als aus Moskau überraschend doch noch die Nachricht von ihrer Begnadigung eintrifft und einem gemeinsamen Leben mit Dimitrij nichts mehr im Wege steht, trifft Katjuscha eine schwere Entscheidung. Obwohl auch sie nie aufgehört hat, Dimitrij zu lieben, heiratet sie nicht ihn, sondern den politischen Gefangenen Simonson. Denn sie glaubt, dass Dimitrijs Liebe nur einem Schuldgefühl entspringt.


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filmfan90

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Bewertung2.0Ärgerlich

Eine kitschige, langatmige, vor beschaulichen Kulissen situierte Romanverfilmung, die die zutiefst erschütternden und erleuchtenden sozial-, gesellschafts-, zeit-, kirchen-, polit- und justizkritischen Reflexionen Tolstois zu Gunsten einer belanglosen Liebesgeschichte á la „Rosamunde Pilcher“ völlig außer Acht lässt. Der Protagonist, Fürst Nechliudow, wird von den Regisseuren zum liebenswerten Weltverbesserer und Katjuscha zur sexy Strafgefangenen stilisiert- unerträglich!

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Schlegel

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Die Filme, die ich von den Beiden kenne, finden in einer ganz eigenen Sphäre statt. Sie sind bewußt plakativ gehalten, lehnen sich an volkstümliche Erzählungen, Märchen oder Mythen an oder orientieren sich an der Theatralik einer Operninszenierung, z. Bsp. in "Die Nacht von San Lorenzo". Der unbekümmerte Umgang mit diesen Elementen und die teilweise überdeutliche Symbolik läßt die Filme auf den ersten Blick furchtbar naiv erscheinen. In Verbindung mit den ernsten Sujets ensteht aber oft ein sehr irritierener weil ästhetisch ambivalenter Eindruck. Sicher geht es einerseits um eine Art V-Effekt, die Tavianis arbeiten ja auch immer wieder mit Laiendarstellern. Andererseits aber entspricht die unbekümmerte Erzählhaltung dem Erzählten durchaus, mehr als man sich zunächst vorstellen kann, finde ich. Und das ist für mich das eigentlich Irritierende, vielleicht sogar Beunruhigende. Die Tavianis machen also Kunst, wenn man so will, und deshalb endet ihre Bekanntheit mal wieder jenseits der happy few.
"Die Auferstehung" hab ich nicht gesehen, wie gesagt, vielleicht ist da was schiefgelaufen?


filmfan90

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Ich habe den Eindruck, dass die Regisseure bzw. Drehbuchautoren den Stoff zu stark auf die Liebesgeschichte herunterbrechen. Möglicherweise bin ich auch mit falschen Erwartungen an den Film herangegangen und Kenner der restlichen Werke der beiden könnten durchaus gefallen an dem Film finden. "Die Nacht von San Lorenzo" habe ich mal vorgemerkt, viell. ermöglicht mir dieser auch einen anderen Blick auf "Die Auferstehung", denn eben wegen jenes "unbekümmerten Umgangs mit diesen Elementen und der teilweise überdeutlichen Symbolik" hat mich der Film verärgert.


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