Die Thomaner

Die Thomaner (2012), DE Laufzeit 114 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Musikfilm, Kinostart 16.02.2012

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6.7
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6.1
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von Paul Smaczny und Günter Atteln,

2012 feiert der Thomanerchor Leipzig seinen 800. Geburtstag. Eine beeindruckende Zeitspanne, wenn man bedenkt, dass der Chor über die Jahrhunderte alle politischen Systeme in ungebrochener Tradition überdauert hat. Heute genießen die Thomaner internationale Anerkennung; sie sind im wahrsten Sinne des Wortes “weltberühmt” und werden auf Tourneen wie Rockstars gefeiert.

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Kritiken (4) — Film: Die Thomaner

Jörg Gerle: http://film-dienst.kim-info... Jörg Gerle: http://film-dienst.kim-info...

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5.5Geht so

Interessante Phasen, etwa 40 Jahre Chorgesang unter totalitärer Führung in der DDR, werden ebenso außen vor gelassen wie die Hinterfragung einer umfassenden, die Familie weitgehend ausklammernden Spezialerziehung.

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Julia Binder: Bayerischer Rundfunk Julia Binder: Bayerischer Rundfunk

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6.5Ganz gut

"Die Thomaner" ist eine empfehlenswerte Dokumentation, die einen umfassenden Einblick in das Leben eines Sängerknaben gibt.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.0Sehenswert

Mit Blick auf den 800. Geburtstag der legendären Thomaner strebten die Regisseure gewiss eine liebenswerte Hommage an. Dieses Anliegen merkt man dem Film deutlich an, er transportiert überzeugend die Faszination, die von dem weltberühmten Chor und seinen grandiosen Wiedergaben der Bachschen Chorwerke ausgeht.

Ein Fehler ist das nicht, auch wenn man sich ein wenig wundert, dass die Geschichte des traditionsreichen Chors kaum berührt wird. Der besondere kindliche Charme einiger ausgewählter Jungen ist ein Geschenk für den Film, dessen Kraft vor allem in der Musik liegt.

Nur bleiben spannende Fragen offen: Wie kommen die Thomaner mit anderen Gleichaltrigen außerhalb ihres Mikrokosmos zu Recht? Wie erleben sie ihre Pubertät? Und was für eine Zukunft erwartet sie nach dem Abitur, wenn sie den Elfenbeinturm verlassen? Ehemalige hätten darauf antworten können, kommen aber nicht zu Wort. So gesehen ist "Die Thomaner" ein zwiespältiger Film mit Qualitäten aber auch Defiziten, musikalisch mitreißend, aber in psychosozialer Hinsicht auch unterbelichtet.

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José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Für die Dramaturgie des Dokumentarfilms stellt sich der Umbau der Schule während der Dreharbeiten als ein Segen heraus, nicht nur weil dies Abwechselung bringt. Der Umzug ins sogenannte „Interim“ erlaubt den Filmemachern außerdem, auf das Internatskonzept näher einzugehen. Dazu führt Paul Smaczny aus: „Wir hatten Glück, denn genau in dieser Zeit fand der Umzug des Chores aus dem ‚Kasten’ in ein Interim aus einem Containerbau statt. Die damit verbundene neue Konzeption für die Stuben und Schlafräume sind Teil der aktuellen Umbruchsphase des Chors, die wir hautnah miterleben durften.“ Zur Abwechslung sorgt nicht nur der Jahreszeitenwechsel, sondern insbesondere auch eine große Konzertreise nach Sao Paulo, Montevideo und Buenos Aires, wo die Kamera zur Ruhe kommt und Ausschnitte aus den Konzerten zeigt.

Die Feier der großen Feste stellt darüber hinaus einen Höhepunkt in „Die Thomaner“ dar. Das gemeinsame Feiern am Heilig Abend, mit Gottesdienst und der darauffolgenden Bescherung im „Kasten“ gehört dazu ebenso wie die Passionszeit. In diesem Zusammenhang erläutert der Film nicht nur das auf Wertevermittlung hinzielende Erziehungssystem der Thomaner, sondern auch die Stellung des Glaubens in einem Chor, der hauptsächlich zur Ehre Gottes singt. Laut Georg Christoph Biller wird deshalb bei der Aufnahmeprüfung besonders den Eltern die „Gretchenfrage“ gestellt. In einer Zeit, in der die Hälfte der Thomaner aus nicht christlichen Elternhäusern kommt, müsse die Verankerung des Chors im Glauben deutlich bleiben. Die in der Musik immer wieder zum Ausdruck kommende Verbindung zu Gott führe dazu, so Biller, dass sich viele Thomaner aus nichtgläubigen Elternhäusern in ihrer Chorzeit taufen lassen. Obwohl der Zuschauer gerne mehr über den sozialen Hintergrund der Thomaner erfahren hätte, bieten Paul Smaczny und Günter Atteln mit vielen Mosaiksteinen im Dokumentarfilm „Die Thomaner“ ein eindrückliches Bild des traditionsreichen Chors aus Leipzig.

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Kommentar — Film: Die Thomaner


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Bewertung7.5Sehenswert

Ganz eindeutig steht bei diesem Film die Huldigung des schon 800 Jahre alten Chors mit Bildern aus der "Jetztzeit" im Vordergrund. Das geschieht durch die Verknüpfung der Kommentare der kindlich/ jugendlichen Chormitglieder, beteiligter Erwachsener und natürlich durch die wunderbare Musik, der sehr viel Raum gegeben wird, ihre Wirkung zu entfalten. Wirklich kritische Fragen bleiben außen vor, waren offenbar auch nicht beabsichtigt. Ein anrührender Film, der alle die interessieren könnte, die Bachs Musik lieben und ein bisschen was vom zeitgenössischen Innenleben des berühmten Chors mitbekommen möchten.

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