Fromme Lüge

Avril (2006), FR
Laufzeit 96 Minuten, Drama, Road Movie

admin edit edit group memberships sweep cache
- Kritiker
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
- Community
9 Bewertungen
0 Kommentare
Fromme Lüge - Bild 4051806
Keine News zu diesem Film verpassen!
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Gérald Hustache-Mathieu, mit Sophie Quinton und Miou-Miou

Die 21-jährige Avril, die als Neugeborenes im Kloster ausgesetzt wurde, im Mikrokosmos des kleinen französischen Nonnenkonvents abgeschirmt vor der Welt aufgewachsen. Ihr einziger persönlicher Zufluchtsort vor der christlichen Disziplin ist die Malerei. Schließlich erachtet die Oberin Marie-Joseph sie für bereit, die zweiwöchigen Exerzitien in der Abgelegenheit anzutreten. Dies ist die Voraussetzung, um anschließend das ewige Gelübde abzulegen. Schwester Bernadette hingegen rät ihr, vorher noch das weltliche Leben auszuprobieren, um zu wissen, auf was sie verzichtet. Avril tritt die Exerzitien in der einsamen Kapelle trotz des Rates an. Als ihr Schwester Bernadette unter vorgehaltener Hand mitteilt, dass sie einen Zwillingsbruder hat, beschließt Avril, die Einkehr zu unterbrechen, um ihren Bruder zu suchen. Am Straßenrand wird sie von einem attraktiven Mann aufgegabelt. Gemeinsam mit Pierre fährt sie in die Normandie, wo ihr Bruder mit seiner Freundin Urlaub am Strand machen soll. Doch die Freundin entpuppt sich als Freund, und Homosexualität und körperliche Freizügigkeit sind nicht das Einzige, was die unschuldige junge Frau zum Staunen bringt. Avril lernt zum ersten Mal Dinge wie den Umgang mit Männern, das Schwimmen im Meer, ausgelassenes Tanzen und Malen auf großflächigen Leinwänden kennen. Sie mag dieses neue Leben und trägt ihre Nonnentracht immer seltener. Auch Pierre mag sie immer mehr und eine zarte und stille Liebe entfaltet sich. Als die zwei Wochen fast um sind, begleiten die drei jungen Männer Avril zurück zu ihrer Exerzitienstätte, der kleinen Kapelle. Es stellt sich dann heraus, dass Schwester Bernadette die Mutter der Zwillinge ist und diese aus Trauer über den von ihr verursachten Unfalltod des Vaters zur Adoption freigeben wollte. Sie selbst hat sich damals Oberin Marie-Joseph anvertraut und das ewige Gelübde abgelegt. Die Oberin des Konvents hatte aber nur den männlichen Zwilling in ein Waisenhaus gegeben. Avril hatte sie im Kloster behalten, um mit ihr eine potenzielle Heilige heranzuziehen. In der Kapelle gesteht Bernadette Avril und ihrem Bruder offen, dass sie deren Mutter ist. Oberin Marie Joseph will unbedingt an den Plänen festhalten, dass Avril Nonne wird. In einer Kurzschlussreaktion greift die Oberin Bernadette tätlich an, da Bernadette ihres Erachtens ihre Tochter zu sehr an weltliche Dinge herangeführt hat. Avril geht spontan dazwischen, um ihre Mutter zu schützen, dabei wird sie gefährlich verletzt.


Cast & Crew


Kommentare

Kommentar schreiben
Sortierung

8martin

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Der deutsche Titel ist ganz schön provokativ im Gegensatz zum Original. Da hat man einfach den Vornamen der Novizin genommen ’Avril’. Besser als manch anderer Film, der dieses Thema behandelt wird hier sachte aber beharrlich darauf hingewiesen, das das wahre Leben doch nicht hinter Klostermauern stattfindet. Neben dem einfachen Vergleich kommen hier noch eine heimliche Mutterschaft und eine Geschwistersuche hinzu. Vierfünftel des Films bieten brauchbare Unterhaltung. Es wird nachvollziehbar dargestellt in welcher Rückständigkeit eine erwachsene Frau lebt, die die Realität der Außenwelt zum ersten Mal erblickt, ohne die Sinnfrage übermäßig zu strapazieren. Nach überraschenden Wendungen treibt es den Film auf der Zielgrade in eine sowohl optisch als auch sinnvoll ansprechende Richtung. Doch dann überdreht er und zerschlägt damit viel bis dato geschaffenes, glaubwürdiges Porzellan.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben