Harriet: Spionage aller Art

Harriet the Spy: Blog Wars (2010),
Laufzeit 86 Minuten, FSK 0, Komödie

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von Ron Oliver, mit Jennifer Stone und Kristin Booth

Es geht um nichts weniger als die Auszeichnung zur besten Bloggerin des Jahrgangs: Da steht es völlig außer Frage, dass Harriet alles daran setzt, gegen ihre größte Konkurrentin – die allseits beliebte Marion – im Kampf um den heiß begehrten Titel zu gewinnen. Harriets einziges Problem: Sie hat noch nicht die geringste Idee, mit welcher spannenden Geschichte sie ihre Blogleser begeistern könnte. Doch als Harriets Vater, ein Filmproduzent, mit dem angesagten Popstar und Schwarm aller Mädchen Skander Hill einen Dreh plant, hat Harriet einen grandiosen Einfall! Gemeinsam mit ihren besten Freunden Janie und Sport beobachtet sie Skander heimlich, spioniert ihm in abenteuerlicher Weise nach und beginnt, eifrig über das private, wahre Leben des berühmten Stars Skander zu bloggen. Doch ihre Mission birgt einige Gefahren: Plötzlich steht nicht nur ihr Ruf als Bloggerin auf dem Spiel, sondern auch die Karriere von Skander! Kann sich Harriet im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Marion dennoch den Titel als beste Bloggerin sichern? Und wird Skander ihr jemals verzeihen können, dass sie ihn ausspioniert hat?


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Rukus

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Bewertung5.5Geht so

Ein herrlich seichter Disney-Streifen ... naja, herrlich sollte man vielleicht streichen ... Im Grunde ist der Film eine nette Adaption eines Kinderbuchklassikers, das ein wenig aufgepeppt und in unser Jahrhundert befördert wurde. Die Titelheldin ist ein wenig älter und das Thema entsprechend. Typischer Disney-Teenie-Stoff.
Die Geschichte selbst, oder besser gesagt, der Aufhänger, ist eigentlich recht interessant. Der typische Teenie-Schwarm wird als Vollhonk entlarvt und der übliche Hype, der um diese Subspezies gemacht wird, wird durch den Kakao gezogen. Das allein hat mir sehr gut gefallen und heimst Pluspunkte für den Film ein. Das "Friede, Freude, Eierkuchen"-Ende ist mir allerdings selbst für Disney irgendwie too much. Es ist überzogen und kitschig. Vor allem ist es fast schon unlogisch oder zumindest moralisch bedenklich (und das in einem Disney-Film!).

Achtung Spoiler:
Konkret bezieht sich der zuletzt genannte Kritikpunkt darauf, dass der Film nicht Harriet the spy, sondern vielmehr Harriet the voyeur oder Harriet the stalker heissen müsste. Mit einem gewissen Maß an krimineller Energie verfolgt Harriet aus Eigennutz das lästige aber dennoch unschuldige Teenie-Idol, verschafft sich u.a. rechtswidrig Zugang zu seinem Hotelzimmer (zwei Mal), ruiniert fast seine Karriere und ihren Vater und wird am Ende auch noch belohnt und steht toll da. Und das alles ohne die geringste Strafe?!? Die läppische Entschuldigung werte ich hier nicht, das war albern. Insgesamt ein tolles Vorbild für Kinder. Ich kann das durchaus differenziert betrachten und sehe den Film als Fiktion, aber Kinder können das nicht unbedingt. Da es sich um einen Kinderfilm handelt, muss ich dafür Abzüge in meiner Wertung vornehmen.

Alles in allem fand ich den Film allerdings durchaus unterhaltsam. Nicht zuletzt wegen der skurrilen Reflektion des Teenie-Fantums. Vielleicht lernen einige Kids durch diesen Film ja doch, dass diese Stars auch nur Menschen sind und einige davon vielleicht ebenso beschränkt wie "Skander Hill" (was für ein dämlicher Name). Und wenn nur ein Kind gerettet wird, hat der Film etwas bewegt. (Sorry, aber den schmalzigen Satz konnte ich mir nicht verkneifen. *g*) Was die Hauptdarstellerin Jennifer Stone angeht, die hat schon in Mean Girls 2 gefallen. Ich bin gespannt, was von ihr noch zu sehen sein wird und wünsche ihr, dass sich sich aus dem Waverly-Schatten von Miss Gomez vollständig lösen kann.

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