Jesus Christus Erlöser

Jesus Christus Erlöser (2008), DE
Laufzeit 84 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 13.10.2011

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7.3 Kritiker
11 Bewertungen
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von Peter Geyer, mit Klaus Kinski

Am 20. November 1971 möchte Klaus Kinski die “erregendste Geschichte der Menschheit” erzählen – das Leben von Jesus Christus. Doch er kommt nicht dazu. Das Bühnenprogramm des skandalumwitterten Schauspielers wird durch Zwischenrufe unterbrochen – von einem Publikum, das sich keine Predigt anhören, sondern diskutieren will. “Jesus Christus Erlöser” von Peter Geyer zeigt einen tumultartigen Abend gegenseitiger Beschimpfungen, das Ringen eines Schauspielers um seinen Text, ein Theaterhappening in einer autoritätskritischen Zeit und das grandiose Scheitern einer literarischen Weltverbesserungsmaßnahme. Geyer vermittelt mithilfe aller verfügbaren Bild- und Tondokumente des Abends erstmals einen hautnahen Eindruck der Live-Situation und schafft damit das außergewöhnliche Zeugnis einer Zeit und eines Ausnahmekünstlers.

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Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Jesus Christus Erlöser

Jenni Zylka: fluter, sissy Jenni Zylka: fluter, sissy

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8.0Ausgezeichnet

Der Schauspieler Kinski fiel total aus der Rolle – ganz wie es von ihm zu erwarten war. [...] Der Film ist ein klasse Zeugnis der Post-68er-Stimmung, in der Diskutieren manchmal sogar noch vor Respektieren ging.

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J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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6.0Ganz gut

Tränen der Enttäuschung haben damals nur die 100 Besucher sehen können, die auch nach Abbruch der Veranstaltung geblieben waren und für die der völlig erschöpfte Kinski noch einmal den gesamten Text ungestört vortrug. Bilder hiervon sind erst nach dem Abspann des Films zu sehen. Also: Sitzen bleiben!

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.5Ausgezeichnet

Als ewiger Psychopath in Edgar-Wallace-Krimis, als Nosferatu und Graf Dracula wurde Klaus Kinski einem Millionenpublikum bekannt. Eines seiner bedeutendsten Vermächtnisse geriet jedoch in Vergessenheit: ein grandios gescheiterter Rezitationsabend in der Berliner Deutschlandhalle im Jahr 1971.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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7.0Sehenswert

Wie alle seine Auftritte, so ist auch das einzige verbliebene Zeugnis eines Live-Auftritts Kinkis ein zehrender Kraftakt für alle Beteiligten.[...] Aus dem verbliebenen Material hat nun sein Nachlassverwalter einen 84minütigen Zusammenschnitt des Abends erstellt, der ein faszinierendes, unkommentiertes Bild Kinskis und einer Republik im Umbruch ergibt.

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Kommentare (13) — Film: Jesus Christus Erlöser

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lindaisonfire

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Du dumme Sauuuuuu!!!
Endlich Kino für Intelektuelle, die keine Lust mehr auf Remakes, Marvel, Twilight & Freunde mit gewissen Vorzügen haben. Die Frage ist nur, wo ich mir das ganze Spektakel im Kino angucken kann, ich glaube da wirds schwierig.
Genie & Wahnsinn, der Mann war einfach der absolute Knaller. Wenn er noch da wäre, wäre die Welt ein Stückchen besser & intelligenter ;)

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Vincent_Vega

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Bewertung10.0Herausragend

20. November 1971, Deutschlandhalle in Berlin-Westend.
Zuschauerzahl: 3000 bis 5000
Eine Bühne mit einem Mikrofon in der Mitte, auf das ein Scheinwerfer-Spot gerichtet ist.

"Gesucht wird Jesus Christus, angeklagt wegen Verführung, anarchistischer Tendenzen, Verschwörung gegen die Staatsgewalt.
Besondere Kennzeichen: Narben an Händen und Füßen.
Angeblicher Beruf: Arbeiter.
Nationalität: Unbekannt.
Decknamen: Menschensohn, Friedensbringer, Licht der Welt, Erlöser.
Der Gesuchte ist ohne festen Wohnsitz. Er hat keine reichen Freunde und hält sich meist in ärmlichen Wohngegenden auf.
Seine Umgebung sind, Gotteslästerer, staatenlose, Zigeuner, Prostituierte, Waisenkinder, kriminelle, Revolutionäre, Assoziale, Arbeitslose, Obdachlose, Verurteilte, Gefangene, Gejagte, Misshandelte, zornige, Kriegsverweigerer, Verzweifelte, schreiende Mütter in Vietnam, Hippies, Fixer, Gammler, Ausgestoßene, zum Tode Verurteilte."

So beginnt der einleitende Satz zu "Jesus Christus Erlöser", einem Bühnenstück, einem Monolog, einem Versuch die Worte von Jesus, wie sie in der Bibel stehen, in die heutige Zeit zu übertragen, einem Spiel mit den Emotionen, einem Theaterschauspiel eines einzigen Mannes, eines oftmals verkannten Genies:
Klaus Kinski.

"Ich bin nicht der offizielle Kirchenjesus, der unter Polizisten, Bankiers, Richtern, Henkern, Offizieren, Kirchenbossen, Politikern und ähnlichen Vertretern der Macht gedultet wird. Ich bin nicht euer Superstar, der seine Rolle am Kreuz weiter spielt und dem ihr aufs Maul schlagt, wenn er aus der Rolle fällt!"

Dass Kinski zu keiner Zeit vorgibt Jesus selbst zu sein, sondern nur als Sprachrohr fungiert bzw. als Spiegel der Gesellschaft, als Schauspieler, der auf einer Bühne einen Vortrag hält, den Versuch startet einen geschriebenen Monolog von ca. 30 Schreibmaschinenseiten mit allen Emotionen, die ihm als Schauspieler zur Verfügung stehen, einem Publikum frei vorzutragen, scheint jedoch die Mehrzahl der anwesenden Zuschauer nicht zu raffen. Aber er macht weiter, auf das auch der letzte Dumme kapiert hat, worum es geht.

"Jesus sagt: wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst. Der glaube an nichts als die Wahrheit, die ich verbreite, dann lade er sich freudig das Kreuz der Erkenntnis auf und folge mir nach.
Ein soldat ruft Jesus zu: ich will dir nachfolgen. Was soll ich tun?
Jesus antwortet: Zieh dir deine Uniform aus und wirf sie weg, dann folge mir nach.
Ein anderer sagt: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
- Verteile alles was du hast unter denen, die nichts haben.
Und der Papst sprach: Jesus... Ich will dir nachfolgen in Ewigkeit!
Jesus antwortet: Dann HALTS MAUL!!! ...und folge mir nach..."

Dass Kinski mit seinem Vortrag provoziert, polarisiert und stellenweise sogar Aggressionen und Unverständnis bei dem ein oder anderen Zuschauer auslöst ist eine Sache, dass das ganze jedoch zu einer interaktiven Show mutiert, lag nicht im Sinne des Erfinders.
Da sind die einen, die gekommen sind, um so viele Wutausbrüche wie möglich aus Kinski herauszukitzeln, um sich über ihn zu amüsieren, da sind die anderen, die sich persönlich angegriffen fühlen und meinen, aus einer Rezitation eines Schauspielers eine Diskussion machen zu müssen, aber auch diejenigen, die sich für das Thema bzw. Kinskis Interpretation dieses Themas interessieren und gewillt sind ihm zuzuhören.

"Die Geschäfte eines reichen Mannes brachten einen sagenhaften Gewinn. Er überlegt und sagte: weggeben will ich nichts von dem Geld. Ich muss also noch mehr Konten anlegen, noch mehr investieren, deponieren, operieren, transferieren und zwar in ganz verschiedenen Ländern, um sicher zu gehen. [...]
Du kannst alles haben für dein Geld. Es wird nie weniger werden. Es wird sich von allein vermehren.
Da sagte ein Arbeiter zu ihm:
Du Narr! Noch heute Nacht wird man vielleicht dein Leben von dir fordern. Wozu hast du das alles zusammengerafft?"

So rechnet Kinski mit allen Obrigkeiten, allen selbsternannten Autoritäten, allen Egoisten, allen ignoranten Dilettanten und allen, die vorgeben etwas besseres zu sein, ab, wobei selbst die Kirche nicht davon ausgenommen wird:

"Wehe euch Priestern. Ihr sichert euch den ersten Platz in der Kirche, damit ihr von den Menschen gesehen werdet.
Wehe euch Priestern. Ihr schämt euch nicht euch öffentlich die Hände küssen zu lassen und euch heiliger Vater nennen zu lassen. Warum soll man euch die Hände küssen? Und warum seid ihr heilig? Und von wem seid ihr Vater?
Vater von denen, die man mit den Waffen zusammenschießt, die ihr in meinem Namen segnet? Vater von Krüppeln? Vater von schreienden Müttern in Vietnam, Vater von Witwen, Vater von Waisenkindern?
IHR übertretet die Gesetze, die Gesetze Gottes. Ihr armen Irren!"

Selbst für den Staat, der sich trotz Staatsformen wie der Demokratie in den letzten 2000 jahren nicht viel verändert zu haben scheint, findet Kinski die passenden Worte:

"Wehe euch Gesetzgebern, ihr beladet die Menschen mit schwer zu tragenden Lasten. Ihr selbst aber rührt diese nicht mit einem einzigen Finger an.
Wehe euch Gesetzgebern. Euch Mördern. Ihr baut den Märtyrern Denkmäler, stellt sie in den Kirchen auf und lasst sie heilig sprechen. Ihr selbst aber habt sie zu Märtyrern gemacht.
Wehe euch Gesetzgebern, euch wahren Kriminellen. Ihr habt den Menschen jede Möglichkeit genommen, die Wahrheit zu erkennen. Und denen, die nach der Wahrheit schreien, schlagt ihr auf's Maul."

Immer wieder kommt es vor, dass einige Zuschauer meinen, sich einmischen und durch störende und sogar beleidigende Zwischenrufe auffallen und Kinski immer wieder provozieren zu müssen, ja sogar meinen auf die Bühne stürmen zu müssen, um ihren Senf dazuzugeben.

"Und wenn auch nur ein einziger das hören will, was ich sage, dann muss er so lange warten, bis das andere scheiß Gesindel verschwunden ist!"

Und so kommt es dann, dass Kinskis Monolog vor ca. 200 verbliebenen Interessierten mit entkräfteter Stimme und von einem sichtbar entkräfteten Klaus Kinski am Rande der Bühne zuende getragen wird.
Doch was mich staunend zurücklässt, ist dass jeder andere Künstler schon lange das Weite gesucht hätte, wo Kinski es, trotz mehrerer Unterbrechungen, trotz Hohn und Spott, trotz zahlreicher persönlicher Angriffe auf ihn, bis zum bitteren Ende durchzieht.

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theONEinsane

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Diesen dokumentarfilm habe ich wirklich herbeigesehnt,kannte auszüge des auftritts , die bei youtube ausgestellt wurden und selbstverständlich das bekannte interview welches vor beginn der gescheiterten tour entstand und die runde machte.
Nun muss ich sagen, bringen die anderen kommentare alles wesentliche so auf den punkt, das ich mir die mühe eigentlich ersparen könnte, das selbe nochmal in meine worte zu fassen.
die idee an sich, ist wirklich ausgezeichnet, manchmal will ich fast glauben, das kinski mit der publikumsreaktion gerechnet hat und das das alles sowas wie eine interaktive gesellschafftsspiegelung gewesen ist,ein von vorne bis hinten kalkuliertes stück schauspielkunst mit publikumsbeteiligung.
in der er den sich selbst tatssächlich für interlektuel haltenen 68 teenpulk-publikum, einen spiegel vorlegt, der ihnen zeigt wie engstirnig und altbacken auch ihre reaktion und denkweise war,immernoch ist.
aber die einfachere lösung ist wohl doch die theorie, das die mehrzahl des publikums, von vorneherrein, völlig unverständlicher weise, den auftritt als aufrührer besuchten.
zudem nicht mal in der lage oder gewillt waren zu verstehen, das es einfach nur ein theaterstück war, eine rezitierung und partielle neuauslegung der jesus geschichte.das kinski jesus spielt, sich aber in keiner sekunde als dieser ausgab.
allerhöchstens so frustriert gewesen ist, das ihm im eifer des gefechts nichts anderes übrigblieb, als einiges von dem was er rezitieren wollte, direkt aufs publikum anzuwenden.
welches den sinn des gesammten abends nach mehreren anläufen immernoch nicht verstanden hatte und glaubte auf alles was er sagte spitzfindig reagieren zu müssen.
so gebrochen wie todesmutig, geht er nach all den miesesten und niedersten beleidigungen,die auch vor faschismussvowürfen nicht halt machten"kinski ist ein faschist".
direkt zwischen den menschen spazieren, ohne eine bühne zu benötigen.
und beweist, das das podest auf dem er stand, kein obrigkeitssymbol war, sondern einfach nur aus technischen gründen benötigt wurde.
zeigte dadurch prinzipiel, noch den letzten zweifler, retroperspektiv, was für ein feiner kerl er eigentlich war.
ich gehe davon aus, das jeder "künstler", unabhängig davon das sich das niemand getraut hätte, ausser er, sofort abgebrochen hätte und schon lange, in einem luxushotel abgetaucht wäre, anstatt die stellung zu halten. mit was für einem durchhaltevermögen er sich selbst in aussichtslosen situationen gestellt hat, ist einfach nur erstaunlich.
es zeigt sich ein schlussbild, welches mich symbolisch an aguires erinnerte, zwischen den affen auf dem total verlassenen floß.
natürlich sind die letzten ehrbaren zuhörer die sitzenblieben zweifelsohne bessere zuhörer.. und kinskis rolle, eine völlig andere.
zum stoff selbst.
es ist wahrhaftig genial, wie er das geschehen um jesus in die moderne holte, in einer zeit, in der man für alles zeit hatte aber nicht für gedanken dieser art.
wie er das alberne, zur reklametafel herabstilisierte kirchliche bild um jesus, aus menschlichen gesichtspunkten entschlüsselte.den immer ruhigen und immer friedlichen jesus, den es niemals gegeben hat, entstellte.vor ins auge schlagender, strikter ablehnung der kirche nicht halt machte.
eine starke person beschrob, die absolut keiner institution unterlag.
und somit auf keiner seite versuchte, irgendwelchen zielgruppen jesus näher oder ferner werden zu lassen.jesus generell keiner zielgruppe zuordnete.

weil es ihm eben genau darum ging, in dieser auslegung, die ich persönlich für die richtige halte, um die aufhebung aller heuchlerrischen konventionen, abgeknabberten, vermoderten ordnungskadavern, zur erhaltung der schichten,
einer reinigung von innen nach aussen.sichtbarmachung und säuberung der eingeschlichenen untragbaren lügen. das beinhaltete auch die konventionen, der immer absurder abdriftenen, sich selbst wiedersprechenen 68generation,die meinte ihn wild tobend ausbuhen zu müssen.
die den richtigen ansatz hatten aber an der falschen auslegung und letztendlich auch an ihrer eigenen totalärität scheiterten.
kaum hatten sie sich frei gemacht, machte der hier anwesende schlag kleinbürger den selben elementaren fehler.
suchte nach halt, in anderen systemen und politischen machwerken, nach einer neuen bibel, die antworten gibt.
ohne zu kapieren, das es keine derartige immeranwendbaren antworten,wahrheiten gibt,
die sie irgendwo erlesen könnten.ausser die freiheit und wahrheit an sich.
sondern das sie, bis zum schluss wachsam und in echtzeit auf die dinge reagieren müssen, aus eigener verantwortung heraus und eben nicht der verantwortung eines systems heraus, eines buches, einer person, auf das sie ihre eigenen entscheidungen stets bis heute abwelzen wollen, um ihre selbstgefälligkeit zu billigen.
sondern das sie eher anfangen sollten, selbst eins zu schreiben, welches nie zuende sein wird.die jesus auslegung des kinski, sagt dieses deutlich:
es gibt kein buch der wahrheiten,ich erteile nur hilfe zur selbsthilfe..niemals werdet ihr ruhe finden an den säulen toter worte..,
euer herz, eure seele ist die bibel.die ihr sucht.
und dieses rastlose gefühl, keine antworten gestellt zu bekommen, müsst ihr lernen auszuhalten,damit umgehen lernen.
niemand kann euch retten ausser ihr selbst.

am ende,grotesker weise noch ein zitat, was kinski vieleicht hätte eine hand gereicht:
sei ihnen nicht böse denn sie wissen nicht was sie tun..
vieleicht hätte er sich so einen herzinfakt ersparen können.

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Rumpel

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Bewertung9.0Herausragend

Du dumme Sau:)
Sehr gut mit welcher Arroganz Kinski hier versucht das Evangelium nachzuerzählen. Es wird aber noch besser: Das Publikum ist anscheinend nicht gekommen um einen der besten Schauspieler der Welt zuzuhören, sondern zum Diskutieren. Aber nicht mit Kinski,der hat keine Lust mit dem " scheiß Gesindel" auch nur ein Wort zu reden. Als eigentlich Essenz beleibt meiner Meihnung nach, die Andeutung einer untoleranten Linken.

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mr_risch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Gesucht wird Jesus Christus. Angeklagt wegen Verführung anarchistischer Tendenzen Verschwörung gegen die Staatsgewalt."

Klaus Kinsiki - die schillerndste Figur der deutschen Filmgeschichte. Immer auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Und wie er eben diesen Grat bewandert kann man eindrucksvoll in diesem Zeitdokument bestaunen. Man kann sich seinem Bann nicht entziehen sobald er seine Rede beginnt. Die Mischung aus Wutausbrüchen und tiefsinnigen, zum Nachdenken anregenden Inhalten erzeugen eine Magie, derer man sich nicht entziehen kann.

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JimiHendrix

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Bewertung9.0Herausragend

"Gesucht wird Jesus Christus, angeklagt wegen Verführung, anarchistischer Tendenzen, Verschwörung gegen die Staatsgewalt."

Einer der tragischsten Aufnahmen eines Genies, der nie richtig verstanden wurde und von von Teilen der Gesellschaft prostituiert worden ist, wie ein Tier im Zirkus.

Klaus Kinski war meines Erachtens der beste Schauspieler, den Deutschland je vorgebracht hat, niemand konnte mit so viel Leidenschaft und Versessenheit etwas wiedergeben. Wenn man sich heute die ganzen leblosen Hohlkörper des deutschen Films und auch des Kinos generell anguckt wird mir einfach nur schlecht. Ein Großteil der bekannten Filmdarsteller sind schauspielerisch einfach nur Querschnittsgelähmt.

In diesen Originalaufnahmen wird eindrucksvoll deutlich, wie sich Kinski trotz permanenter Zwischenrufe von überschwängerten Pseudointellektuellen, durch seinen Vortrag kämpft. 1971 brach sich die Welle der 68er-Idee indem sie sich selbst zu Kopf stieg. Man wollte einfach zu allem seinen unreifen und auch hirnlosen Senf dazu geben, hauptsache war, das Maul am weitesten mit kritischen Bemerkungen aufzureißen. Man lechtzte nach der Mao-Bibel, verfasst von einem Massenmörder, welcher mehr als 35 Millionen Menschen krepieren hat lassen.

Diese verstrahlten Überidialisten stöhmten nur zu Kinskis Vortrag um Krawall zu machen, oder reihenweise abzuspritzen, wenn Kinski einen seiner legendären Wütausbrüche hatte. Sie gafften ihn an wie ein Tier im Zoo und wollten für ihr Geld sehen, dass ihnen das Tier Unterhaltung bietet. Sie klopften mit lauten Zwischenrufen an die Aquariumscheibe, damit sich der Fisch bewegt, tobt. Kinski konnte und wollte nicht aus seiner Haut und gab ihnen die Wichsvorlage, welche sie so dringend zum intelektuellen Erguss benötigten, er schrie, beleidigte und wetterte und die große Masse hatte ihre Unterhaltung.

Dieser Abend war bezeichnend dafür, was Teile der Gesellschaft mit Klaus Kinski machten. Sie drängten das wilde Tier in die Ecke und stichelten ihn solange, bis er, wie gewünscht ausrastete. Nur wenige hatten wirklich Interesse an dem Inhalt des Vortrags, sie hätten aufmerksam und ruhig zuhören können, aber statt dessen provozierten sie ihn ganz bewusst, weil sich die 10 Mark ja lohnen mussten, man konnte ja nach einem Vortrag von Kinski nicht nach hause kommen und erzählen, dass er nicht ausgerastet sein, man wollte es sehen.

Inhaltlich und auch die Idee, welche Klaus KInski in die Jesus-Geschichte packt, sind mit vielen interessanten und genialen Denkanstößen gespickt, meines Erachtens überwiegt bei Kinski klar das Genie vor dem Wahnsinn.

"... und wenn, auch nur ein einziger übrig bleibt, der das hören will, dann muss er solange warten, bis das andere Scheißgesindel weggegangen ist!!"

"Ich bin nicht, der offizielle Kirchenjesus, der unter Polizisten, Bankies, Richtern, Hekern, Offizieren, Kirchenbossen, Politikern ähnlichen Vertretern der Macht geduldet wird. Ich bin nicht euer Superstar!"

"... nein er hat nicht gesagt:" Halt die Schnautze." er hat eine Peitsche genommen und hat ihm in die Fresse gehaun, DAS HAT ER GEMACHT, DU DUMME SAU!!!"

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Shorty06

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fantastisch geschrieben


theONEinsane

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sehr gut,muss auch ich sagen !


putmytrustinyou

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Spätvorstellung, 23 Uhr. Seltsame, ruhige Atmosphäre zum Atem anhalten. Der laut schnarchende, ältere Herr in der Reihe vor mir hat ein bisschen gestört, bis der Kinski endlich aus der Leinwand kam und ihn zur Sau gemacht hat, dann war's still.

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mister mo

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Bewertung9.5Herausragend

So staunend wie nach Jesus Christus Erlöser saß ich selten im Kino - so eindrucksvoll, dass es einem den Atem raubt!

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spanky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein wunderbares Zeitdokument, welches das große Scheitern des Klaus Kinski zeigt. Nachdem er 4 Jahre in Italien die billigsten Produktionen abgedreht hat, versucht er 1971 wieder als Rezitator in Deutschland Fuß zu fassen. Die Idee stammt allerdings von 1961, als er mit seinem klassischen Rezitationsprogramm zum Popstar im modernen Sinne geworden war. Die Professionalität und das Durchhaltevermögen von Klaus Kinski sind jedenfalls unglaublich. Dass sein Jesus-Programm aber derart polarisieren würde, hätte ihm bewusst sein können, angesichts der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche jener Zeit. Letztlich scheitert die Tour ja auch nicht an ihm, sondern weil sein Veranstalter Konkurs anmelden muss.

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suzee

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ohje, asche verstreuen..frag mal den dude, wie das enden kann!


eliasherz

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Das Hörbuch fand ich besser
Amen


Legolars

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eindrucksvoller Kampf eines charismatischen Künstlers gegen sein selbstgefälliges Publikum und ein Dokument aus einer Zeit, in der jeder von sich glaubte, zu allem etwas gehaltvolles sagen zu können. Natürlich sind Kinskis Ausraster amüsant ("Nein, Jesus hat nicht gesagt "Halt die Schnauze!", er hat eine Peitsche genommen und sie ihm in die Fresse gehauen!"), andererseits bleibt einem dann doch das Lachen im Halse stecken, wenn man sich der reichlichen Provokationen seitens des Publikums bewusst wird, die seine Wutausbrüche durch seine katastrophalen Interviews gewohnt waren. Das ist umso bedauerlicher, wenn Kinski seine 30-Seiten-Rede mehrfach unterbrechen und von Vorne anfangen muss aufgrund der Zwischenrufe und mancher Störenfriede, die auf die Bühne kommen und auch ihren Senf dazugeben wollen, denn Kinski verstand es wie kein Zweiter, durch seine endrucksvolle Stimme und Mimik seine Zuschauer (oder zumindest die, die es sein wollten) zu fesseln, ohne die ganze Zeit "Hihi, der bekloppte Kinski" zu kichern und man möchte den Zwischenrufern auch nur noch genervt empfehlen, endlich die Schnauze zu halten.
Sehr gefällt mir auch die sehr puristische Gestaltung des Films, auch wenn die Kamera an manchen Stellen eine mittlere Katastrophe war (erinnerte mich an meine eigenen Erfahrungen beim Offenen Kanal^^). Unterbrochen wird der Film an einzelnen Stellen von Originalzitaten von Kinski, präsentiert als weiße Schrift auf schwarzem Grund ohne jegliche Musik oder sonstigen Schnickschnack. Das gleiche gilt für den Abspann.
Apropos Abspann: UNBEDINGT SITZENBLEIBEN! Wer es nicht tut, ist selber schuld.

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annaberlin

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Bewertung9.0Herausragend

Klaus Kinski, der geniale Psychopath. Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen und darüber hinaus bietet der Film Einblick in den Zeitgeist.

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Eine sorgfältige, sehr eindrucksvolle Doku. Überraschend ein bisschen, dass ich mich als Zuschauer auf die Seite des auftretenden Kinski schlage. Das Chaos zwischendurch und ein versöhnliches Ende am Schluss. Wohltuend, dass der Auftritt nicht durch Interview-Einsprengsel zerredet wird. So hat der Zuschauer sogar die Möglichkeit, sich auf Kinskis inhaltliche Vermittlung einzulassen. Das führt dann (möglicherweise) zum oben beschriebenen überraschenden Effekt.

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CrazyAchmed

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kinski einfach nur genial

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