Mein Kampf

Mein Kampf (2009), AT/DE/CH
Laufzeit 110 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 03.03.2011

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4.8 Kritiker
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
4.9 Community
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von Urs Odermatt und Urs Odermatt, mit Tom Schilling und Götz George

Seine programmatische Kampfschrift und leider nicht ernst genug genommene Kampfansage Mein Kampf bildet die Grundlage für den gleichnamigen Film Mein Kampf, in dem die österreichischen Jahre des späteren Demagogen, Kriegstreibers und Kriegsverbrechers dramaturgisch beleuchtet werden:
Adolf Hitler (Tom Schilling) verfolgt in seinen jungen Jahren noch eine ganz andere Laufbahn – er hält sich für einen begnadeten Künstler und möchte sich demgemäß an der Akademie der schönen Künste in Wien bewerben. Adolf zieht aus der Provinz nach Wien und bis zum Tag der Aufnahmeprüfung in ein Männerheim, das von allerlei zwielichtigem Personal bevölkert wird. Hier lernt Adolf den Bibelverkäufer Schlomo Herzl (Götz George) kennen und freundet sich mit ihm an, obwohl dieser Jude ist. Schlomo bringt Adolf auch auf den Titel zu seinem Un-Werk Mein Kampf. Das Verhältnis zwischen den beiden ist ein sehr einseitiges, denn der aufbrausende Adolf missbraucht Schlomos Vertrauen und spannt ihm schließlich das Mädchen Gretchen (Anna Unterberger) aus. In seiner Orientierungslosigkeit nach Ablehnung als Künstler schlägt Adolf schließlich den bekannten unheilvollen Weg ein. Der Rest ist Geschichte.

Der Film Mein Kampf basiert auf dem Theaterstück selbigen Titels von George Tabori, der auch das Drehbuch zum Film verfasste. Inszeniert wird Mein Kampf von Regisseur Urs Odermatt, dessen Mein Kampf sein erster Kinofilm seit 15 Jahren ist. Der Spielfilm Mein Kampf ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen schwedischen Dokumentation (OT: Den blodiga tiden) aus dem Jahr 1959, der den Aufstieg Adolf Hitlers und die Diktatur des Nationalsozialismus minutiös nachzeichnet. (EM)

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Cast & Crew


Kritiken (9) — Film: Mein Kampf

Thomas Groh: taz Thomas Groh: taz

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5.5Geht so

Mein Kampf steht sich ein gutes Stück weit selbst im Weg.
So erliegt er phasenweise den Verführungen der Küchenpsychologie und trägt die Bilderschmiere mitunter zu stark auf. [...]
Der Film hätte stattdessen noch gut mehr von dem blühenden Irrsinn vertragen können, den Tom Schillings gehetzte Hitlerei verströmt.

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Cosima Lutz: Die Welt Cosima Lutz: Die Welt

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6.5Ganz gut

Es überträgt sich durch die etwas zu pittoresken Kulissen und Kostüme in Mein Kampf hindurch etwas Flirrendes, Unbedingtes, Abgerungenes: Fanatischer, härter und labiler hat man das Würstchen Hitler im Film noch nicht gesehen.

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Jörn Seidel: Die Zeit Jörn Seidel: Die Zeit

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3.5Schwach

Urs Odermatt ist als Folge seines Authentizitätsstreben der Witz der Vorlage von Mein Kampf abhanden gekommen. Seine Figuren mögen auch noch so grotesk sein: die rüde Wirtin Merschmayer zum Beispiel, das vollbusige Gretchen, die Postbotin Frau Tod oder der Schlägertrupp der Tiroler Lederdeppen – zum Lachen sind sie alle nicht.

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Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel

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3.0Schwach

Urs Odermatt versucht sich an George Taboris unkaputtbarer Farce Mein Kampf. Dabei begräbt er das pralle Leben der Stückvorlage unter Patina und Postkartenansichten.

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Andreas Resch: fluter Andreas Resch: fluter

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3.5Schwach

Was die Handlung seines Films angeht, hält sich Urs Odermatt einigermaßen an George Taboris Vorlage. Was den Tonfall seiner Geschichte anbelangt, könnten die Unterschiede kaum größer sein. Das liegt nicht zuletzt an seinem Hauptdarsteller Tom Schilling, der seiner Aufgabe zu keinem Zeitpunkt gewachsen ist. In Odermatts Film wirkt das, was bei Tabori gallig-bitter schmeckt, oftmals nur noch lächerlich.

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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln

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8.0Ausgezeichnet

Herrlich pointierte Dialoge werfen sich Götz George und Bernd Birkhahn in ihren Rollen um die Ohren, gern begleitet von fröhlicher Klarinettenmusik. [...] Es ist vielleicht das Bemerkenswerteste an dieser bemerkenswerten Satire: Dass sie es erlaubt, über Hitler zu lachen und letztlich dennoch zu verdeutlichen weiß, dass Hitler nicht lustig ist.

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BustaBuzz

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/Ironie an


Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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1.5Ärgerlich

Mein Kampf hüllt sich in künstliche Naivität, in die Pose des Unwissens, so als wäre die Geschichte offen und als wäre es nicht für jeden klar, dass es hier um Adolf Hitler und dessen „Wiener Lehr- und Lebensjahre“ geht, wie das Kapitel über die „traurigste Zeit meines Lebens“ in Hitlers „Mein Kampf“ überschrieben ist.

George Taboris Theaterstück ist das genaue Gegenteil von solcher Naivität. Deshalb ist die Behauptung „frei nach Tabori“ eher als Drohung zu verstehen. Weniger Freiheit hätte dem Film gut getan.[...]

Die Inszenierung scheitert schon ästhetisch: Historischer Naturalismus funktioniert allenfalls durch Genauigkeit im Detail. An der fehlt es an vielen Stellen: Weder gelingt eine überzeugende Nachzeichnung des Wiens um 1910 – gedreht wurde vor allem in Zittau – noch ein plausibles Bild von Sprache und Bewegungen dieser Zeit. Die Ausstattung setzt überall schiefe Ausrufezeichen, es staubt der Kostümfundus, es wackeln die löchrigen Kulissen des Historienkinos. Koffer werden geschleppt und Lastkisten gezogen, die sichtbar leer sind. Die Sprache ist gestelzt und historisierend, mal fallen die Darsteller in ihre eigene Diktion zurück, dann wieder werden eingeübte Dialekte aufgesagt.

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Thomas Hunziker: filmsprung.ch Thomas Hunziker: filmsprung.ch

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6.5Ganz gut

Mein Kampf ist keineswegs eine leichtfüssige Hitler-Satire, die sich einfach ein wenig über den untalentierten Versager Hitler amüsiert. Die Zukunft lastet so schwer auf dieser Geschichte, dass das Lachen in den meisten witzigen Szenen im Hals stecken bleibt. Auch dramaturgisch bietet der Film – durchaus einleuchtend – keine entlösenden Fluchtwege. [...]

Urs Odermatt hat Mein Kampf solide, aber auch ein wenig altmodisch inszeniert. Da er die Schauspieler für gewöhnlich wie auf der Bühne sprechen lässt, entsteht manchmal ein leicht nervöser und verkrampfter Eindruck. Auch Schnitt und Einstellungen tragen zu einer leicht gehetzten, ein wenig nachlässigen Wirkung bei, als ob die Dissonanz der Handlung auch auf die formale Ebene übertragen wurde. Eindrücklich ist dafür die stimmungsvolle, authentische Ausstattung.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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5.5Geht so

So konsequent wie Christoph Schlingensiefs „100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker“ oder Romuald Karmakers „Eine Freundschaft in Deutschland“ sind nur die wenigsten Hitler-Filme und auch Odermatts „Mein Kampf“ reiht sich in die Reihe derer ein, denen ihre Unentschlossenheit zum Verhängnis wird. Denn letztlich wird hier weder eine realistische Darstellung des jungen Hitlers auf den Weg zum Massenmörder gezeigt, noch die von George Tabori [dem Autor der Theatervorlage] intendierte Farce, die durch ihre groteske Überzeichnung die Strukturen des Faschismus entlarvt.
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Kommentare (8) — Film: Mein Kampf

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Kaiser1337

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Bewertung7.0Sehenswert

Als Genre steht oben "Historienfilm, Drama." Soweit ich weiß, soll es eine Parodie sein. Dieser Film ist aber alles andere als eine Parodie und auch nicht wirklich lustig. Unterhaltsam komisch ja, aber nicht zum lachen. Zwar gibt es einige Szenen, die Komik zeigen, aber dann doch eher in ein erbärmliches Gefühl umschlagen. Um Komödie geht es primär auch nicht. Dieser Film soll m.E. frei interpretiert die Jugend Hitlers in Wien nach Hitlers Mein Kampf zeigen. Die Zeit und die Denke der Menschen wird scharf widergespiegelt. Das Vokabular des jungen Hitler entspricht der verschwurbelten von Mein Kampf - ebenso die Gedanken. Unabhängig davon, wie nah diese Form der Darstellung an die echte Person heranreicht, an der Ideologie von "Mein Kampf" ist es sehr nah gehalten. Die erfolgreiche Gehirnwäsche Hitlers an Menschen zum Ende hin, erinnerte sehr stark an "Die Welle". Diese Szenen zeigen nochmal eindrücklich, wie Worte und Gedanken zu Taten und Verbrechen werden. Das Ende mag man so oder so sehen, man hat jedenfalls hier den Ausgang der Geschichte des Leids, das dieser Mensch anrichtete, genommen, um es auf die Spitze zu treiben. Tom Schilling spielt die Ideologie und Sprache von Mein Kampf sehr gut nach. Auch die anderen Schauspieler passen gut ins Bild. Ein Film für historisch Interessierte an der Person Hitlers, ob andere etwas damit anfangen können, sollte bezweifelt werden.

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J!GS4W

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Bewertung5.0Geht so

"Mein Kampf" wird zum Verhängnis, dass er nicht der halbironischen Fährte nachgeht, die man im Trailer vermutet. Der Film versucht auf irgendeine Art und Weise und leider auch oft zwanghaft Hitlers Beweggründe bzw. Entstehungsmerkmale von Nazipropaganda oder Riten (Beispiel Judenstern) zu analysieren und bewegt sich daher desöfteren auf einer lächerlichen Schiene des Nazifilms 734.0
Davon hat man genug gesehen und auch "Mein Kampf" ist zwar etwas anders, vergeigt aber letzten Endes doch irgendwie seine Grundidee, sodass Tom Schilling als ernsthafte Verkörperung Adolfs natürlich nicht durchgehen kann, weshalb ich nach dem Traile eigentlich auch dachte, dass man hier wirklich versucht halb ironisch, halb interpretierend Hitlers Jugend und Anfänge zu potraitieren. Aber naja, von deutschen Filmen wird man ja eh meist enttäuscht.

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J!GS4W

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Daran habe ich auch gedacht


J!GS4W

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Aber bei genauer Betrachtung ist "Mein Führer" trotzdem recht langweilig


womse

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"Das Wiener Würstchen"

ist ein Kurzfilm von Simon Glass, der im Sommersemester 2010 an der Kunsthochschule für Medien Köln entstanden ist.

"Mit mehr Lachern als der Großkunstfilmschmarrn "Mein Kampf" in eineinhalb Stunden. Es zeigt sich: Gutes Kino kann man nur machen, nicht wollen."

(Stadtrevue 03/11, Olaf Möller)

http://www.youtube.com/watch?v=f0x_QPaFEQ8

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BustaBuzz

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Bewertung0.0Hassfilm

Es ist 22.10, Montag, wie immer Sneak. Schon als "produziert von dem ZDF Theaterkanal" über die Leinwand flimmerte, kamen mir schon die ersten Zweifel. Höchstwahrscheinlich ein alternativer Film. Wie immer bei Comments #Achtung Spoiler# blabla: Der Film beginnt also mit der Ankunft Hitlers in Wien und zeigt dessen kläglich scheiternde Versuche an der Kunsthochschule angenommen zu werden und sein ärmliches Dasein in einem Männerheim. Wow! Bravo! Das hätte ich jetzt ohne den Film nie gewusst! Bis zu einem gewissen Punkt war es also zumindestens in den 2 Belangen historisch korrekt. Danach nimmt dieser "Historienfilm", falls man diesen überhaupt als solchen bezeichnen kann, grotesk-komische Züge an. Nun stellt sich die Frage ob ich es lustig finde, dass Hitler seinem jüdischen Mitbewohner ins Gesicht sagt: "für dich finde ich auch noch eine saubere Lösung". Haha ! Wirklich komisch.. Nicht! Der mir durchaus sympathische und talentierte Tom Schilling (Napola) macht einen authentisch - desolaten Eindruck, kann aber mit den Darstellern wie in Der Untergang / Der Aufstieg des Bösen nicht konkurrieren: der Dialekt wurde meine Meinung nach stümperhaft eingeübt, der fanatische Teil kommt nicht gut zum Vorschein. Es stellt sich alleine schon die Frage wie Schilling und George sich für so einen Rotzfilm haben überreden lassen. Eine Spannungskurve ? Fehlanzeige. Sicher es gab 1-2 Lacher, als beispielsweise Hitler mit einem Hakenkreuzabdruck auf der Wange aufwacht. Aber sonst suche ich vergeblich eine Intention, einen roten Faden ( denn gab es am Anfang zwar schon, verliert sich aber gegen Ende hingegen völlig ) Der dt. "Marsch auf Rom" wurde vorverlegt und das Ende, oh Gott das Ende ja, ein geschmackloseres Ende hab ich bis jetzt in einem deutschsprachigen noch nie gesehen: die 2 Juden laufen zu ihrem Henker und der Film endet mit "das schlimmste war: sie haben mir nicht einmal erlaubt zu scheißen". Eine wirklich tolle Vorstellung! So eine schnoddriges Ende und dermaßen abgeklärt, das kann ja nur Kunst sein oder nennen wir es Scheiße vom Theaterkanal. Kein Wunder, dass die Hälfte des Kinos den Saal verließ. Dazu kann ich nur sagen mit was ? Mit recht! Es zeigt wie erbärmlich deutsche Filme zurzeit sind. Das Allerschlimmste ist jedoch, dass dieser Schund mit Steuerngeldern finanziert wurde. So eine gequirlte wanna-be Avantgarde Scheiße kann ich mir als eigentlich sehr geschichtsinteressierter Mensch nicht reinziehen. Das Schlechteste, was mir in 2 Jahren Sneak je untergekommen ist!

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doctorgonzo

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kein Interesse

"Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag."
Adolf Hitler in "Mein Kampf"

Und schon wieder einer. Irgendwann wird es mehr Filme über die Nazis geben als über Blondinen mit netten Kurven und das völlig zu Unrecht. Es muss ab einem gewissen Punkt mal gut sein.
Nicht, weil diesbezüglich eine Verdrängung einsetzen sollte, sondern weil der Overkill mit diesem Thema jedweder historische Sensibilisierung unmöglich macht.
Immer neuer Mist stürzt in letzter Zeit auf uns ein. Bei geschichtlich korrekten Werken lass ich ja noch mit mir reden. Aber was soll der Mist á la "Die Hindenburg", "Dresden" oder "Der Vorleser"?
Und nun kommt eine "vielleicht hat er ja mal sowas erlebt, als er in Wien war..." Geschichte. Jetzt. Jetzt! Jetzt, wo in den letzten Jahren eine Sturzwelle von Nazigeschichten mit peinlichen Aufarbeitungsversuchen, mit "es waren damals ja nicht alle böse" Ansätzen, mit idiotischen Liebesgeschichten vor braunem Hintergrund und so weiter über uns hereinbrach. Warum nicht damals, als das Theaterstück noch etwas unverbrauchter war? Aber das Theaterstück selbst wäre nun mittlerweile alt genug, um für Ladendiebstahl belangt zu werden...
Also, warum jetzt?
Warum legt man nicht die Komplexe ab und setzt sich zur Abwechslung mal vernünftig mit Adolf und seinen Spießgesellen auseinander, wenn man die Zeit denn schon intensiver auswalzen muss als die Stahlplatten im alten Krupp-Werk?
Hier wird also der jugendliche Hitler, ich sag mal nicht Held, denn was ist schon ein Held, im Männerwohnheim Meldemannstraße in bester "MTV Made" Manier von einem Juden gecoacht und zu dem Massenentertainer gemacht, der dann die Geschichte schrieb, für die man meint, sich ständig entschuldigen zu müssen...
Will ich das sehen?
Will ich Götz George als jüdischen Seelsorger und Personality Guru sehen?
Will ich Tom Schilling, den ich dank "Verschwende Deine Jugend" durchaus schätze, mit dümmlichem Oberlippenbart sehen?
Und vor allem: Will ich schon wieder einen Behandlungsversuch des 1000jährigen Deutschen Komplexes sehen?

Wohl eher nicht.

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msv-fan

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Weltklasse Film


womse

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Das Wiener Würstchen


ihre-herrlichkeit

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kein Interesse

Nein! Nicht noch ein Hitler Film! Ich kann nicht mehr! Hört endlich auf, eure Erbsünde zu therapieren, es reicht einfach!

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TinaCocaine

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Bewertung5.0Geht so

Ganz interessant, aber irgendwie nicht das, was ich mir vorgestellt habe. So schlecht, wie meine Vorkritiker hier finde ich den Film zwar nicht, aber dass Hitler äußerst schlecht dargestellt wird, stimmt schon...Und ich finde, man erkennt den Wahnsinn überhaupt nicht, der hinter dem ganzen Geschehen steckte...

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spanky

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Jessas! Was ist denn das für ein schwindsüchtiges Milchbüberl als Hitler? Kann man da beim Casting des Gröfaz mal in Zukunft auf die STIMME achten? Die ist lebenswichtig! Jeder blinde und lahme Maskenbildner kriegt Zweifingerbart & Seitenscheitel auch so hin, da bin ich mir sicher...

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spanky

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Das war auch eher auf die Stimme bezogen. Und die hat meines Wissens genug Power gehabt, um 80 Millionen Leute zu verblenden.


MrMo

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Ja die "sanfte" stimme von schilling war auch mein erster gedanke. Aussehen passt (ist auch keine große kunst) - aber die Stimme überzeugt kein bischen, selbst nicht für einen jungen Hitler...


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