Mystics in Bali

Leák (1981),
Laufzeit 86 Minuten, Horrorfilm, Fantasyfilm

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Mystics in Bali
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Auf der Suche nach Stoff für ihr Buch über schwarze Magie und okkulte Geheimlehren verschlägt es die junge Autorin Catherine Kean auf die Insel Bali. Dort, so munkelt man, soll der hiesig betriebene “Léak”-Kult den afrikanischen Voodookult an erschließender Macht und potentieller Gefahr noch weit übertreffen. Reisebegleiter Mahendra bietet Catherine an, sie in den Kult einzuweihen…


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Bartel aka Faniel Dranz

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Bewertung9.0Herausragend

BALI BIZARR:
VOM BALLERMANN ZU BALLA BALLA
IN VOLLPENSION

ANALYSE:
Wie der aufmerksamen Leserschaft (deren Existenz zwar nicht belegt, aber anzunehmen ist..) sicherlich nicht entgangen ist, markiert dieser Reisebericht das vorzeitige Ende der Publikationsdurststrecke innerhalb unserer Redaktion.

Aufgrund der Tatsache daß die Kollegen leider immer noch (in epileptisch motivierter Embrionalhaltung) ihre schönsten Urlaubsmomente (Betriebsferien!) Revue passieren lassen, obliegt es nun mir, die geschätzte Leserschaft zumindest für einen kurzen Moment aus der Tristesse ihres banalen (weil rational nachvollziehbaren) Umfeldes zu entführen, um ihnen dadurch ein bißchen Urlaubsatmosphäre vorzugaukeln.

Das Schönste am Urlaub ist doch das Gefühl, das alles irgendwie anders ist als wie zuhause!

Die Tourismusindustrie geht zugrunde, Pauschalreisen locken niemanden mehr hinterm Ofen hervor und während die "Survival-Welle" nun so langsam am abklingen ist, hat die Industrie nun neuerdings die ethnologisch-kulturelle Exploitation der lokalen Gebräuche für sich entdeckt. Yage saufen mit Schamanen am Amazonas, Voodoo-Riten mit der netten Mambá-Tante des Pensionbesitzers oder animalischer Amphibiensex inmitten der Provence mit Verwaltern des veruntreuten Kostümfundus von David Lynch´(dazu demnächst mehr in THE THEATRE BIZARRE).
Mit identischer Intention, tritt die Hauptprotagonistin (und Antagonistin in Personalunion) Ihren Indonesienurlaub an. Der Film hält sich auch nicht mit dramaturgisch überbewerteten Tand wie Charaktereinführung oder gar Exposition auf, sondern springt direkt in den Dialog zwischen Kathrin und Ihrem balinesischen Dandy Mahendra (mancherorts auch neckisch "Kendra" gerufen...) dessen wasserstoffperoxyd gebleichte Schauspielkunst ihresgleichen sucht. Da sie ja schon in Afrika Voodoo gelernt hat (die synkretistische Verschmelzung christlicher und afrikanischer Religion entstand nebenbei erst in der Karibik, aber ich schweife ab) ist sie nun nach Bali gekommen um die Yeyak-Magie zu erlernen, die mächtigste Magie, wie man sagt (zumindest auf Bali, vermutlich). Kendra kann etwas arrangieren, er kann den Kontakt zu einer Yeyak Priesterin, bzw. DER Yeyak-Queen, herstellen und flugs wird sich Zwecks nächtlicher Initiations-Party auf dem örtlichen Totenacker begeben.

Ein überzogen manisches Lachen durchschneidet die Nacht, von Kendra als, sozusagen, „Trade-Mark-Laughter“ der Yeyak identifiziert („and the most dangerous thing about them... they can kill!“). Dies ist ein guter Anlass die äußerst fragwürdige Synchro anzusprechen, ein Steckenpferd des Kollegen Bartel sind ja die deutschsprachigen Synchronstudio Entgleisungen a´la „Kill-Squad“ und „Pieces – Stunden des Wahnsinns“, Mystics in Bali zeigt uns auf anschauliche Weise, das dieses Phänomen auch im englischen Sprachraum existiert, jeder der einmal ein aus Asien importiertes Elektrogerät erworben hat und sich mit dessen aus dem Koreanischen ins Englische übersetzten Anleitung auseinander gesetzt hat, wird dies nachvollziehen können.
Was hat das mit der Story zu tun hat? Die nun ins Geschehen tretende Yeyak-Queen, ist wohl der einzige Charakter des Films, desen Synchronsprecher mit Spaß bei der Sache war, Vorbild war eindeutig Yoda, was mit Erscheinungsjahr des Filmes 1981 auch eine gewisse Kausalität aufweißt, die restliche Synchro ist eher mit der sprachlichen Gewandheit der Telekolleg English-Lessons vergleichbar und an manchen Stellen fällt auf, das zum besseren Verständniss des „Western-Viewers“ auf allzu Detailgetreue Übersetzung verzichtet wurde, oder um mal die arme Dame zu zitieren die den Film mit mir ansehen musste „kommt da auch mal ein Satz der aus mehr als 5 Wörtern besteht?“

Die Queen indes wird erst durch die Gabe einiger Diamanten, welche die Vertrauenswürdigkeit der neuen Akolytin beweisen, und einem Pet-Kasten farblich fragwürdig Blutes, zum Beginn eines juristisch nicht von IHK abgesegneten Ausbildungsverhältnisses bewegt. Die universell einsetzbare 10m Zunge der Queen verpasst Kathrin noch schnell ein Lasertattoo und mit der Ansage Kathrin solle Morgen allein erscheinen, da man Kendra aufgrund einer spontanen Eingebung nicht trauen kann...
Dies ist dann auch der Punkt der Handlung ab dem der westliche Leser ohne animistisch-ethnologischer grenzerfahrungs Vorgeschichte, mit einer schwer zu verarbeitenden Flut verstörender Bilder konfrontiert wird, auch wenn den, in solcherlei Orchideen-Wissenschaften bewanderten, werten Autor, also meine Wenigkeit der permanente Eindruck beschlichen hat „da wurde doch was weggekürzt“...

Der erste Unterrichtsblock mutet so auch erstmal wie eine Lektion in balinesischen Volkstänzen an, wandelt sich jedoch recht schnell zur Shapechanging-Session, mit versautem Ergebnis....

Ja und irgendjemand is wohl auch gestorben durch dieses „Ritual“, eröffnet Kendra der armen Kathrin, welche mit der Leidenschaft, mit der unsereins Passanten wegbeschreibungen gibt, feststellen muss das das alles ein schrecklicher Albtraum ist... „mach dir keine Sorgen alles wird gut“ entgegnet Kendra, im ungefähr gleichen Tonfall in dem man normalerweise solch bewegende Statements wie „ich geh mal schnell Kippen holen“ in die Menge schmettert...

Die Ausbildung geht unverzagt weiter und streift nun den „realen“ kulturellen Hintergrund der Yeyak-Legende, welche man banalisiert als lokale Variante des Lebensessenzraubenden Untoten, sprich Vampir, interpretieren kann, jedoch mit der Variation, das sich sozusagen die Yeyak-Queen Kathrins Kopf, nebst Wirbelsäule und innerer Organe (fränkisch "Ingreisch") „ausleiht“ um sich des Blutes eines im Mutterleib befindlichen Säuglings zu bemächtigen... mit anderen Worten, das Geschehen kann die meißte Zeit mit „What the fuck?“ treffend definiert werden...
Kendra indess, der als voyeristischer Zaungast das Geschehen beobachtet hat, sucht nun seinen Onkel, den weißmagischen Gegenpart zur Yeyak Queen auf, um diesen zu beichten das er gelinde gesagt mal so richtig Scheiße gebaut hat... hätt er die gute Kathrin nurmal gleich zu seinem Onkel geschafft, aber das kennt man ja, wer hat keine Skrupel die neue Flamme der nervigen Verwandschaft vorzustellen, wenn er sie alternativ auch zu einer durchgeknallten fremden menschenbluttrinkenden Hexe schleppen kann... die Frage „was macht wohl mehr Eindruck?“ erübrigt sich auf nachvollziehbare Weise...

Die Handlung bewegt sich ab diesem Punkt in eine Richtung die man entweder als für den westlichen Zuschauer beschönigend als schwer interpretierbare randomized Szenenaneinanderreihung bezeichnen könnte oder meinem Verdacht folgend vermuten muss, das hier eigentlich ein 5 stündiger auf 1 ½ Stunden heruntergekürzter Monumentalfilm vorliegt...

Zusammenfassend sei gesagt, das die Yeyak Queen 3 Leben durch Zuhilfenahme des Kathrinschen´Kopfes nehmen muss, um damit die Unsterblichkeit zu erreichen. Und hier muss ich auch die Analyse langsam aber sicher ausklingen lassen, da die nun folgenden Ereignisse inklusive des großen Finales das mit Kung-Fu, Big-Titted-Pig-Fu und Laserbeamfist-Fu, dem in den regulären Grenzen, des als konform geltenden Realitätskonzeptes, existierenden Leser nicht mehr nachvollziehbar sind und der Autor sich mit dem Geständnis „durchzublicken“ nur unnötig belasten und verdächtig machen würde...

DIAGNOSE:
Wer immer schonmal von seinen Freunden mit Blicken bedacht werden wollte, die früher mit einer Einladung zum örtlichen Exorzisten geendet haben, sollte diesen Film erwerben und keinen Hehl aus seiner Begeisterung machen.
Hochachtungsvoll,
DER JUGGLER & BARTEL
http://multi-film.blogspot.de/2012/04/mystics-in-bali-1981.html

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the traveler

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Bewertung4.0Uninteressant

Mystics in Bali ist zu unlustig um ein guter Trashfilm zu sein und zu zäh um richtig faszinierend zu sein. Das Gelächter der dunklen Magierin durchzieht nahezu den gesamten Film und ist schrecklich nervtötend. Die Hauptdarstellerin hat wenig Profil. Einige nette Szenen, gelungene Maskeneffekte und der charismatische Womanizer Mahendra, stiller Held des Films, machen den Streifen aus Indonesien immerhin noch ganz erträglich.

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