Oscar Niemeyer - Das Leben ist ein Hauch

Oscar Niemeyer - A Vida É Um Sopro (2007), BR
Laufzeit 90 Minuten, Dokumentarfilm, Kinostart 14.01.2010

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5.3 Kritiker
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von Fabiano Maciel, mit José Saramago

Entstanden 2007 zu seinem 100. Geburtstag lässt der Dokumentarfilm “Oscar Niemeyer – Das leben Ist Ein Hauch” den Stararchitekten selbst die Geschichte seiner großen Bauprojekte erzählen. Niemeyer hat in der modernen Architektur revolutionären Veränderungen initiiert – seine Erweiterungen der Baupraxis durch die Verwendung von Betonstahl sind legendär. Außerdem ist der Architekt auch mit über hundert Jahren immer noch eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen seines Landes, ein Künstler, der sich zeitlebens für die Verbesserung des menschlichen Zusammenlebens engagiert hat. Seine Bauten repräsentieren weltweit die Kultur Brasiliens – und sind doch selbst maßgeblich durch das brasilianische Volk und die brasilianische Landschaft geprägt.


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Oscar Niemeyer - Das Leben ist ein Hauch

Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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4.0Uninteressant

Leider bleibt der politische Kontext dieser für die brasilianische Moderne schillernden Epoche, die mit dem Militärputsch 1964 endete und Niemeyer ins französische Exil zwang, seltsam unterbelichtet, wie auch sein schwärmerisches Engagement für den Kommunismus keinerlei kritische Nachfragen erfährt. Was ebenfalls fehlt, sind Statements heutiger Architekten, etwa Zaha Hadid, deren ähnlich gewagte Ästhetik von Niemeyer beeinflusst ist. Immerhin fügen sich die Zeitzeugen bestens in den Rahmen der vor allem für Studienzwecke von Architekturstudenten geeigneten Selbstbespiegelung. „Es ist ja bekannt, dass Oscar den Kapitalismus hasst, genauso wie den rechten Winkel“, bringt der Schriftsteller Eduardo Galeano die Überzeugungen seines Freundes so lakonisch wie poetisch auf den Punkt. Dessen luftige Architektur sei „ähnlich den Bergen von Rio de Janeiro, die liegenden Frauenkörpern gleichen, erschaffen von Gott an dem Tag, als er sich für Niemeyer hielt“.

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Ula Brunner: fluter Ula Brunner: fluter

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4.0Uninteressant

Hat man hier vor der offensichtlichen Größe des Gegenübers kapituliert? Stattdessen beschränkt sich die etwas unreflektierte Hommage auf die Baukunst des Meisters – und verschenkt ein spannendes Sujet als Lehrfilm für Architekturstudenten/innen.

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Carsten Happe: Schnitt Carsten Happe: Schnitt

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8.0Ausgezeichnet

Was sich wie ein leicht dröger Volkshochschul-Vortrag anhört, erweist sich als erstaunlich kurzweilige, mitunter gewitzte Dokumentation, die sich zwar in ein größtenteils klassisches Gewand kleidet, in kleinen Sentenzen aber immer wieder auszubrechen vermag.

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Kommentar — Film: Oscar Niemeyer - Das Leben ist ein Hauch

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shokubutsu

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich fand die Dokumentation sehr gelungen - auch vorallem deshalb, da keine Kommentare oder politischen Rahmen geschaffen wurden. Es wurde schnell deutlich, dass Niemeyer mit diesem Thema sein Frieden gemacht hat oder machen will. Ich finde Respekt gegenüber den Wünschen, nicht nur eines Künstler seiner Größe, ist menschlich notwendig. Als erstes ist er ein Architekt und keine politische Figur. Der Film hat aus der Sicht Niemeyers Notwendiges erzählt und nicht andere enscheiden lassen. Ich glaube, das war in seinem Sinne und kommt auch dem Zuschauer zugute.

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