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Paulette

Paulette (2012), FR Laufzeit 87 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 18.07.2013


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7.2
Kritiker
11 Bewertungen
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7.1
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856 Bewertungen
63 Kommentare
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von Jérôme Enrico, mit Bernadette Lafont und Carmen Maura

Die knurrige Drogen-Oma Paulette alias Bernadette Lafont möchte in der gleichnamigen Komödie von Jérôme Enrico ihre Rente mit zwielichtigen Geschäften aufbessern.

Die, in die Jahre gekommene Paulette (Bernadette Lafont), macht in ihrer Wohnsiedlung nicht gerade durch großmütterliche Fürsorge von sich reden. Eher ihr harsches Mundwerk, und ihre rassistischen Sprüche sind den Menschen in ihrem Umfeld bekannt. Seit dem Tod ihres Ehemannes ist diese nämlich kaum noch zu Scherzen aufgelegt. Und auch die niedrige Rente, von der die alte Dame zu zehren hat, ist wenig förderlich für ihre Laune. Gar nicht so übel ist es da, dass Paulette in einer Nachbarschaft wohnt, die als Mekka des Drogenhandels verschrien zu sein scheint. Und auch gar nicht so übel, dass Oma-Paulette tough genug ist, um sich in diesem Umfeld behaupten zu können. Da kommt die geraume Menge Haschisch, die ihr nach einer Polizeiaktion überraschend in die Hände fällt gar nicht so ungelegen, und so entschließt sie sich, in das knallharte Geschäft mit einzusteigen. Dieses Brot erweist sich allerdings als hart verdient, und selbst Paulette weiß bald nicht mehr, ob sie etwas vom Kuchen des Erfolgs abhaben möchte. Wer allerdings wenig später wortwörtlich etwas vom Drogenkuchen abbekommt sind Paulettes Freundinnen…

Hintergrund & Infos zu Paulette
Bernadette Lafont übernahm in der französischen Sozialkomödie Paulette die Rolle der schroffen titelgebenden Heldin. Eine Woche nachdem der Film von Jérôme Enrico in die deutschen Kinos kam, verstarb jedoch die 1938 in Nîmes geborene Hauptdarstellerin im Alter von 74 Jahren. (BG)

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Cast & Crew


Kritiken (10) — Film: Paulette

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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7.5Sehenswert

Aus dem einstigen Chérie der Nouvelle Vague macht Jérôme Enrico die Drogen-Oma aus der Banlieue. Und während Bernadette Lafont die verbitterte Witwe raushängen lässt, spielt ihr Regisseur auf Frankreichs ernste gesellschaftliche Lage an. Hier trifft raue Lebenswirklichkeit auf schöne Utopie; und wenn es je doch mal zu schwermütig wird, setzt’s sogleich einen politisch unkorrekten Spruch von Paulette. Der lässt das Dauergrinsen nicht abreißen, bevor die Sozialkomödie auf dem Gipfel der Unmoral endet.

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Christina Bylow: Berliner Zeitung Christina Bylow: Berliner Zeitung

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7.5Sehenswert

Paulette lebt, wie alle Komödien, vom Clash der Kulturen. Wie alte Frauen mit jungen Dealern umgehen, ist wunderbar anzusehen.

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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5.0Geht so

Der Humor, keinesfalls aberwitzig, konzentriert sich auf Slapstick und simplen Dialogwitz, das Tempo ist entspannt: Paulette will niemanden verschrecken.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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5.5Geht so

Tatsächlich ist Paulette nur eine nette Sozialkomödie, die sich über Armut lustig macht. Sie fungiert als fadenscheiniger Vorwand, die alte Zicke mit dem ganz anderen Milieu zusammenzubringen.

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alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ... alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ...

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6.0Ganz gut

Bissig formuliert und schwungvoll in Szene gesetzt, verheddert sich Paulette nur leider im letzten Drittel in allzu wüst konstruierten und damit unglaubwürdigen Handlungswendungen.

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Krischan Koch: NDR Krischan Koch: NDR

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8.5Ausgezeichnet

Die Dialoge sitzen, die Situationen sind komisch. Aber vor allem lebt dieser herrlich überdrehte kleine Film von Bernadette Lafont, die vor fünfzig Jahren als Jungstar in den Filmen von Truffaut und Chabrol begann.

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Julia Binder: Bayerischer Rundfunk Julia Binder: Bayerischer Rundfunk

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9.5Herausragend

Diese französische Komödie ist humorvoll und charmant, bitterböse und abgedreht. Das hervorragende Spiel von Bernadette Lafont bekommt der schrägen Geschichte und erfüllt sie mit viel Leben und Liebenswürdigkeit.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Obwohl dem Film „Paulette“ eine gewisse Gesellschaftskritik kaum abzusprechen ist, weil hier eine Rentnerin gezwungen wird, in den Mülltonnen zu wühlen und auf dem Markt die Reste aufzusammeln, um überhaupt zu überleben, wird eine solche Kritik von der Situationskomik überstrahlt. Denn Regisseur Jérôme Enrico und seine drei Drehbuch-Mitautoren führen allerlei slapstick-ähnliche Momente in den Film ein – etwa, wenn die Polizei bei Paulette im völlig falschen Moment auftaucht. Mit schwarzem Humor wird über die auftretenden Konflikte hinweggegangen. Alles, was Paulette anpackt, wendet sich problemlos zu ihrem Vorteil. Zum humoristischen Konzept der Situationskomik gehört weiterhin, dass sich Paulette als Drogendealerin mit ihrem Kopftuch und ihrer Einkaufstasche oder auch beim Aufteilen der Hasch-Ballen mit dem Messer zunächst ganz schön unbedarft anstellt. Dass ausgerechnet sie die gewieften und erfahrenen Dealer aus ihrer Hochhaussiedlung schnell aussticht, entbehrt genauso wenig einer gewissen Komik wie die Art, wie sie sich der Sprache der Drogendealer aneignet.

Bei der Darstellung dieser überdrehten Handlung kann sich Regisseur Jérôme Enrico auf die inzwischen 84-jährige Bernadette Lafont verlassen. Sie verkörpert die dealernde Rentnerin mit sichtlicher Spielfreude. Darin wird sie von Carmen Maura, Dominique Lavanant und Françoise Bertin als Paulettes Freundinnen und Mitstreiterinnen Maria, Lucienne und Renée bestens unterstützt. Zwar geschieht die Wandlung der ausländerfeindlichen, mürrischen alten Frau zu einer liebenswürdigen Dame etwas zu unvermittelt. Bernadette Lafont gelingt es aber, diese Wandlung glaubwürdig darzustellen. Behandelt sie ihren Enkel Léo zunächst ziemlich schlecht, nimmt sie ihn zuerst nur widerwillig auf, wenn ihre Tochter den Jungen zu ihr bringt, so entwickelt sich Paulette im Laufe der Handlung zu einer liebevollen Oma. Diese Veränderung hat symbolischen Charakter für die Wandlung, die Paulette im gleichnamigen Film durchmacht.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Bernadette Lafont [macht den Film], der sich ein bisschen zu sehr auf seine grotesk-überdrehte Geschichte verlässt, zu einer amüsanten Komödie.

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AndreasGuenther: Radio Köln AndreasGuenther: Radio Köln

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7.5Sehenswert

[Der Film] verhandelt Sozialkritik konsequent als maßvoll überdrehte Situationskomik voller hinreißender Missverständnisse [...]. Vergnüglicher war ein realitätsnahes Frankreich-Porträt selten

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Kommentare (53) — Film: Paulette


Sortierung

neumann2000

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Schwarzer Humor und "politisch unkorrektes" nicht zu knapp. Die unterschiedlichen Bewertungen zeigen, dass es nicht jedermanns Geschmack ist. Muss ein Film auch nicht sein. Ich fands durchgehend bis zum Schluß in höchstem Maße unterhaltsam.
Schauspieler: ideal besetzt - als Krönung die alten Mädels, jede für sich.
Ist eine Komödie. Man sollte zum Lachen gebracht werden. Habe viel gelacht. Zweck vollkommen erfüllt. Mehr zerlegen möchte ich den Film wirklich nicht.

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Tampopo

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Bewertung5.0Geht so

Oftmals furchtbar gestellt, konstruiert und bemüht subversiv wirkend erweckt Paulette´s Konsum bei mir eher den Erinnerungscharme eines Einblattes aus zusammengekratzten Resten: Nicht wirklich berauschend aber besser als nix.

Wer sich nach einem französischen "Grasgeflüster" sehnt raucht vorher am besten ein Dreiblatt, 4-5 Köpfe und trinkt sicherheitshalber noch das Blubberwasser. Warum das Blubberwasser? Shit happens!

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JoeKramer

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Bewertung7.5Sehenswert

Breaking Bad auf französisch... Schwarz, nett, böse und saulustig ;-) ANSCHAUEN!

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hrxuuuu

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Bewertung7.0Sehenswert

Paulette ist eine französische, schwarze Komödie mit Liebhabern von Breaking Bad will man schon fast sagen, da dieser Plot schon sehr Breaking Bad mit schwarzen Humor anstrich ist.

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mary84

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Bewertung7.5Sehenswert

wahnwitziger extrem schwarzer Humor...im wahrsten Sinne des Wortes :)
Feinster Rassimus von einer alten Omi, mal was neues.
Ich hab mich köstlich amüsiert über die Rolle der Paulette, ach könnten doch alle alten Menschen so sein :) dann gäbe es ne Menge zu lachen.
Ganz gute Story, gut inszeniert, gute Darsteller, wobei Paulette eigentlich immer und fast allein im Vordergrund steht.
Sozialkritische Themen werden angesprochen die eigentlich weniger lustig sind als dass sie leider viel zu realistisch sind aber dennoch super lustig rüber gebracht.
Daumen hoch.

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EvertonHirsch

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Ach man, den wollte ich auch sehen ;)


mary84

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Sorry :*
Vielleicht solltest du mir mal ne Liste mit Filmen machen, die ich nicht allein sehen soll :)


doctorgonzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

“We are Arthaus.
We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
Expect us.

Ja, Matthias Schweighöfer. Offenbar hast Du Angst vor uns. Oder hast Du einfach Angst vor dem Beweis, dass Komödie mehr sein kann als Anzüglichkeiten, Zoten und Witze, die Heinz Erhardt wegen Überalterung schon nicht nutzte?
Ich wollte es nach diesem "witzigen" Interview eigentlich auf sich beruhen lassen. Es war mir zu dumm, mich damit auseinanderzusetzen, dass dieser Mann scheinbar annimmt, dass... Ja, was nimmt er eigentlich an? Weiß er das selbst? Dass jeder, der seine Filme dümmlich findet, nur dreifach verwinkelte Subtilitäten witzig finden kann und das auch nur, wenn er dabei gerade zufällig gerade im Keller ist?
Oh, Kacke, wie könnte ich mich darüber aufregen. Ich dachte, ich hätte das hinter mir, aber im Zuge der Diskussion über den neuesten, großen "Komödien" Versuch hierzulande kam das alles wieder hoch.
Was also tun? Ein Gewehr kaufen? Höhere Mächte wie Darth Vader, Gott oder Inspector Barnaby um Hilfe anflehen?

Oder einfach gepflegt einen wegrauchen?

Und somit habe ich doch noch die Kurve gekriegt, jedenfalls besser als Paul Walker, um kurz nochmal das Humorgebiet jüngerer Schweighöfer Filme zu betreten. Vielleicht fällt mir ja auch noch eine schwache Anzüglichkeit ein.
Aber erstmal werden wir sozialkritisch. Altersarmut. Trabantenstädte. Jugendkriminalität. Migration. Rassismus.

Mal ein paar Schlagworte, damit man politisch korrekt genug und betroffen genug erscheint, wenn man dann plötzlich doch über Dinge lacht, die nicht so klingen, als absolviere man ein lebenslanges soziales Jahr oder seinen Humor auf die aktuellen deutschen Standardkomödien eingenordet hat...
Eine grantelige Oma hängt an der Vergangenheit, mag ihre Familie nicht, ist von ihren Freundinnen genervt, vom Leben sowieso und hat dazu noch einen Verehrer, der sie auch nicht begeistert.
Achja, pleite ist sie auch.
Wie das Leben so spielt, spielt es ihr eine Ladung Haschisch in die Hände und die Probleme sind gelöst, naja, eigentlich fangen sie damit erst an.

Ob in der siffigen Vorstadt oder im Casino von Deauville, Hauptdarstellerin Bernadette Lafont macht eine großartige Figur. Hat von tough über bemitleidenswert bis rührig alles drauf und trägt den Film auch über die nahezu disneyhaften Rührseligkeiten, in denen sich eine solche Geschichte gern ergeht.
Der Rest des Cast ist weniger vordergründig, aber durch die Bank weg überzeugend und mitunter spaßig. Ob Rockeropa, Haschischverteiler, dessen Handlanger, Jungdealer, Nachbarn, Freundinnen, Schwiegersohn, kleinwüchsiger Cop, Negerenkel...
Die Gags pendeln zwischen fies, hintergründig, herzensgut und schonmal gehört. Machen aber beinahe ununterbrochen Spaß.
Bei allem Liebenswerten ist dieser Film doch herrlich vollgepackt mit bissigen Momenten, mit subtiler Kritik und herrlich kreativem Humor. Das alles wird noch überstrahlt von der herrlich kompletten Präsenz der Hauptdarstellerin.

Gemein und liebenswert.
"Banlieu 13" trifft "Jetzt oder nie" (nur ohne Schweiger und schlechten deutschen Humor) und "Bube, Dame, König, GrAs" und das alles mit Omas.
Macht einfach Spaß (Der Spiegel schrieb übrigens, der Film sei witzig, obwohl er politisch nicht immer korrekt sei....)

Warum können die Franzosen sowas?

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Andy Dufresne

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Ich glaube die können das weil sie abgeklärter auf sich selbst schauen als wir das tun, denken das tun zu dürfen...


Iamthesword

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@Au Jimi, das mit dem Französisch sollten wir nochmal überdenken... - aber die These stimmt. Oder um es mit Obelix zu sagen: "Ich dachte, Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen."


sachsenkrieger

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Bewertung5.0Geht so

Aus dem Stoff hätte man was wirklich cooles machen können, hat man aber leider nicht. Keine wirklich bemerkenswerte schauspielerische Leistung, biedere Witze ohne Zünder! Der Film plätschert ziemlich fad und geschmacklos vor sich hin. Mit ein paar Spacecakes bekommt er vielleicht besser. Schade.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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Oliver0403

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Bewertung7.0Sehenswert

Zugegeben, der Humor des Films ist nicht jedermanns Sache. Ich habe mich aber köstlich amüsiert. Speziell über die Sprüche von Paulette.

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Martin Oberndorf

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Manchmal gibt es solche Filme, bei denen mir einfach keine Einleitung einfällen will. Es ist dabei oft so, dass ich versuche, diesen Fakt einfach zu verstecken, in dem ich direkt zum Hauptteil übergehe.
Oder aber ich verwende den Titel des Werkes als Überschrift, dies hat sich auch bewährt.
Aber es eignet sich so eine Situation auch dazu, einfach mal zu seiner eigenen Unfähigkeit zu stehen - man gönnt sich ja sonst zu viel - und es mit Humor zu nehmen.
Und von Humor gibt es auch genug in einer französischen Komödie namens "Paulette".
...
Irgendwie hab ich mir unter einer Komödie über eine als solche bezeichnete Drogen-Oma etwas Anderes vorgestellt. Irgendwie hatte ich da was Derbes, Geddokiddiemäßiges im Gedanken.
Aber ich muss sagen, ich bin froh, dass es nicht sowas geworden ist - Ali G auf alt und weiblich wär zwar sicher interessant, aber wohl auch nicht der Hit - und kann daher eine positive Review zu einer überraschenderweise süßen Komödie abgeben, die für eigentlich fast alle geeignet ist.

In "Paulette" geht es um eine alte, rassistische, verklemmte Rentnerin, die eigentlich nur zu allen hundsgemein ist - vor Allem zu ihrem halb-afrofranzösischen Enkelkind.
Nur mit ihren Freundinnen versteht sie sich gut.
Eines Tages kann sich die Frau allerdings ihr Hab und Gut nicht mehr leisten. Wie gut, dass in der Nachbarschaft ein Drogenhändler wohnt, dem sie rasch anbietet, als Dealer bei ihm zu arbeiten...

Naja, ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat (soll ja angeblich eine wahre Geschichte sein, wobei ich mir sicher bin, dass da viel dran herumgedoktort wurde) sei mal dahingestellt, aber der Film kommt mit wesentlich mehr Charme daher als die Inhaltsangabe vermuten lässt.
Habe eher mit Humor a la "Haha die Alte macht das was Junge eingentlich machen" gerechnet, aber dann ein wirklich herziges Feel-Good-Movie bekommen.
Es ist natürlich etwas vorhersehbar, vor Allem, was die Wandlung von Paulettes Charakter angeht, aber ehrlich: das stört hier nicht im Geringsten.

Wenn jemand ein Problem mit Filmen hat, die einfach nur gute Laune machen, dann sollte er die Finger hiervon lassen.
Natürlich ist der Film keineswegs irgendwie darin bestrebt, einen ernsten und kritischen Blick in die "Slums" von Paris zu werfen (der Drogenhandel wird hier nicht verherrlicht, aber auch nicht mit dem Zeigefinger niedergemacht), aber das will er auch garnicht.
Ich hoffe, dass wenigstens manche es verstehen, dass man Filme auch mögen kann, wenn sie einfach nur gute Laune machen und aufheitern. Und ich kann mir gut vorstellen, dass ich mir den Film mal anseh, wenn ich mit Grippe im Bett liege oder es mir mal anderweitig nicht so gut geht.
Ja, ich denke, eine Investition in eine DVD ist mir das wert.

Es ist ein liebenswerter Film mit mehr oder weniger liebenswerten Figuren. Paulette benimmt sich zu Beginn zwar wie ein echtes Arschloch, aber im Laufe des Films sieht man, dass sie im Grunde einen weichen Kern hat, der sich nur unter einer ungewöhnlich harten Schale verbirgt. Etwa so wie bei Clint Eastwoods Figur in "Gran Torino".
Ansonsten gibt es eine wirklich niedliche Alzheimererkrankte (nein wirklich, die war total herzig) und einen wahnsinnig komischen Priester, den Paulette trotz seiner Hautfarbe duldet ("Sie hätten es wirklich verdient, weiß zu sein").
Die Szenen mit Letzterem finde ich das Beste am Film, auch wenn sie sehr gestreut sind.

Die Schauspieler machen ihre Rolle allesamt gut - ich weiß nicht, wie das auf Deutsch rüberkommt, hab ihn OmU gesehen - und überzeugen durch witzige, aber auch wenn nötig ernste Darstellung in diesem Streifen.

"Paulette" ist vielleicht nicht die originelle, satirische Komödie, die sich einige erhofft haben, und auch einige Jugendliche werden enttäuscht sein, wenn sie auf Brachialhumor hoffen, aber eins hat dieses wirklich liebe, witzige französische Feel-Good-Movie, was einigen anderen heutzutage fehlt: Herz.

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Fando_Y_Lis

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Bewertung3.5Schwach

Eigentlich ist bei einer Oma, welche in den Banlieus lebt, deren Mann seit zehn Jahren tot ist und mit dem sie trotzdem noch redet, die Müll nach Essen durchsucht und deren Wohnungseinrichtung gepfändet wird, da sie mit Gas, Strom und Kreditraten zwei Jahre im Rückstand ist, ja wohl Mitleid angebracht.

Bei Paulette hält sich das Mitleid in Grenzen, denn sie ist total rassistisch und boshaft. Der Charakter erinnert mich an "Tante Danielle" von Etienne Chatiliez, ist aber viel unlustiger.

Das trifft leider auch auf den gesamten Film zu. Das unbiedere Thema (Paulette bessert ihre Rente auf, indem sie zuerst Haschisch verkauft und danach Kekse, wo ebendiese Substanz enthalten ist) wurde total bieder umgesetzt. Die Gags zünden kaum, der Plot ist öde und vorhersehbar, die Darsteller und Darstellerinnen sind nicht besonders toll - auch Carmen Maura, über deren Mitwirkung ich mich sehr freute, ist völlig unterfordert und leider viel zu selten zu sehen.

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird der Film auch noch mit Amelie-ähnlicher Musik zugekleistert.

I was not amused.

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Sinneast

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Bewertung5.0Geht so

Mmh...auch wenn Paulette durchaus charmant daherkommt, so ist er/sie zu konstruiert. Das Drehbuch ist zur sehr Schema F und den Figuren fehlt es für meinen Geschmack an Pesönlichkeit. Gesellschaftskritische Ansätze sind zu vermelden, aber tauchen nicht tief genug ein, um daraus eine anspruchsvolle Tragikkomödie zu formen. Zu oberflächlich einfach.
Hatte mir mehr Biss, Tiefe und subtileren Humor erhofft.

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Simonicer

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Bewertung4.5Uninteressant

Man schmeiße Grasgeflüster und Gran Torino in eine Tonne, und schüttet banal hergeleitete seichte Wohlfühlatmosphäre drüber um es zwanghaft in weniger als anderthalb Stunden zu stopfen. Für mich ein Flop.

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Line3105

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Tragisch und Witzig zugleich. Mein böser, schwarzer Humor wurde hier gut unterhalten! Ich hatte von dem Film zuvor noch gar nichts gehört und war anfangs etwas irritiert über die krasse Oma. Konnte aber nach den ersten Zehn Minuten nicht mehr aufhören zu Lachen.

Krasser Film. Unbedingt ansehen!

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Blade1980

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Bewertung9.0Herausragend

Der Film hat mich wunderbar unterhalten. Ich hasse kitschige Komödien, bei der Hälfte der Spieldauer wurde er bischen schlechter aber dennoch gut. Der Rassismus der Drogenoma war schon hart an der Grenze aber es ist ein Film und ich musste herrlich über diese Art von Humor lachen. Klar kann nicht jeder über sowas lachen.

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Supermopp90

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Bewertung6.0Ganz gut

Die Grundidee von "Paulette" ist herrlich grotesk, die Umsetzung jedoch holt bei Weitem nicht alles aus dem großen Potential raus. Die Gag-Dichte ist zwar hoch, jedoch funktionieren viele nicht wirklich oder sind zu vorhersehbar. Wenn bei einer Komödie die Gags schon nicht wirklich stimmen, so sollte doch wenigstens der Plot eine interessante Entwicklung nehmen, doch auch hier kriegt man nur konventionelles (sofern es das Thema zulässt), sowie zu leicht durchschaubares Material serviert. Am besten ist "Paulette" dann, wenn die herrlich kauzige Hauptdarstellerin mal so richtig loslegt gegen alles und jeden zu hetzen und gegen alle politische Korrektheiten verstößt. Jedoch traut sich das der Film viel zu selten und wirkt daher oft zu "brav". Man war sich hier wohl nicht im Klaren, wieviel man sich erlauben darf.
Ansonsten ist alles wie gesagt sehr konventionell. Ein bisschen Emotionen, ein bisschen Dramatik und eine sich zum Ende hin wandelnde Protagonistin sind einfach mittlerweile Durchschnitt für eine Komödie und sind längst der Übersättigung verfallen. Was "Paulette" dann doch auf ein "ganz gutes" Niveau hieft, sind ein paar tolle Gags, das Szenario, sowie die Hauptdarstellerin an sich, ansonsten ist der Film leider nicht die nächste französische Comedy-Hoffnung nach "Ziemlich beste Freunde", als die er hier und da verkauft wird.

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John.Matrix

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Bewertung2.0Ärgerlich

Das was hier einem als witzig verkauft wird, funktioniertdoch höchstens bei naiven Vorstadtmädchen. Aber was mir noch mehr auf die Nerven ging ist die Tatsache, dass es dem Film an jeder Selbstironie fehlte. Und das bei einer Komödie.

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denratten

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Bewertung7.5Sehenswert

Anscheinend wird der Film ja gerne mit Ziemlich beste Freunde verglichen. Ich wurde aber von Paulette wesentlich besser unterhalten. Das mag aber auch daran liegen, dass es um ZBF einen riesigen Hype gab, so dass ich dann auch mit sehr hohen Erwartungen an den Film heranging.
Paulette ist mir dagegen eher zufällig über den Weg gelaufen, und war daher eine angenehme, unterhalsame Angelegenheit, auch wenn eine Glorifizierung von Cannabiskonsum mir gegen den Strich geht.
Das beste an Cannabis ist wohl, dass viele Nutzer Erfahrungen mit Kriminalisierung machen, gegen Gesetze verstoßen, obwohl sie niemandem schaden.

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StylerVerteiler

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Bewertung6.0Ganz gut

Film Nr. 1200
Gerade gesehen
Mehr erwartet vom geschehen
Ganz nett
Mehr aber net! ;)

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Laserdance

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr unterhaltsam. Sicher kann er die Gagdichte nicht komplett auf der ganzen Länge durchhalten. Aber der Film unterhält sehr gut.

Das nicht jeder darüber lachen kann ist halt so.

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Bastieff

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Bewertung5.0Geht so

Im Vorfeld schon auf den Film gefreut. Aber herausgekommen
ist ein typischer französischer Feelgood-Streifen, der in seiner
Bissigkeit zu harmlos daher kommt. Selbstverständlich dürfen die rasisstischen
Sprüche, die von der Protagonistin her kommen, in diesem französischem Streifen auch nicht fehlen. Leider viel zu klischeebeladen fehlen dem Film nötige Raffinesse, um "Based on a true story?" wirklich gut erzählen zu können. Trotzdem lockte der Streifen hier zu lande viele Zuschauer in das Kino. Für den Cineasten nicht wirklich etwas Neues, als Crowdpleaser wunderbar geeignet. Fazit: Ausgangslage interessant, Umsetzung naja.

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