Fargo
Fargo (1996), US Laufzeit 97 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Komödie, Drama, Kinostart 14.11.1996
80 Bewertungen
Skala 0 bis 10
9410 Bewertungen
114 Kommentare
Keine ?
von Ethan Coen und Joel Coen, mit William H. Macy und Steve Buscemi
Der Plan des Autohändlers Jerry Lundegaard (William H. Macy) scheint simpel, doch wie so oft bei den Coens, ist auch dieser Antiheld Fargos zum Scheitern verurteilt. Jerrys akute Finanznot bringt ihn auf die folgenreiche Idee, seine Frau von zwei Kleinkriminellen entführen zu lassen und so seinen reichen aber knausrigen Schwiegervater Wade um eine Million Dollar zu erpressen. Die beiden Entführer Carl und Gaear wiederum sollen mit 40.000 Dollar abgespeist werden. Doch so weit kommt es nicht: Die Entführung, die eigentlich gänzlich unblutig verlaufen sollte, gerät völlig aus dem Ruder, als Gaear während einer Verkehrskontrolle völlig überreagiert und einen Polizisten und zwei Passanten erschießt. Zudem misstraut Wade seinem Schwiegersohn Jerry und will die Geldübergabe selbst in die Hand nehmen, was für weitere Schwierigkeiten sorgt. Schließlich ist es die wunderbare Frances McDormand als schwangere Polizeichefin Marge Gunderson die sich auf die blutige Fährte der Kidnapper macht und versucht, Licht in die düstere Welt Fargos zu bringen.
Mit Fargo haben die Brüder Joel und Ethan Coen einen der besten Filme der Neunziger vorgelegt. Zwei Jahre vor ihrem Kulthit The Big Lebowski (1998) kam dieser moderne Film Noir in die Kinos und wurde von nahezu allen Kritikern aufs Äußerste gelobt. Es sind die schneebedeckten Weiten des verschlafenen amerikanischen Mittelwestens in denen sich die tragi-komische Geschichte Fargos um Erpressung, Misstrauen und Gewalt auf unvorhersehbare Weise entfaltet. Dabei gelingt den Coen-Brüdern mit Fargo eine eindrucksvolle Balance zwischen Glaubwürdigkeit und Groteske. Wie so oft bei ihnen gibt es auch hier nur einen schmalen Grat zwischen tiefschwarzen Humor und bitterem Ernst. Für das brillante Drehbuch zu Fargo wurden die Coens schließlich mit dem Oscar ausgezeichnet und auch Frances McDormand (übrigens seit 1984 mit Joel Coen verheiratet) erhielt für ihre Darstellung der schwangeren und resoluten Polizistin Marge die begehrte Trophäe. Außerdem wurde Fargo nominiert in den Kategorien Bester Film, Beste Regie (Joel Coen), Bester Nebendarsteller (William H. Macy), Beste Kamera (Roger Deakins) und Bester Schnitt. (TM)
Cast & Crew
-
Ethan Coen
-
Joel Coen
-
William H. Macy
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jerry Lundegaard
-
Steve Buscemi
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Carl Showalter
-
Frances McDormand
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Marge Gunderson
-
Peter Stormare
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gaear Grimsrud
-
Tony Denman
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Scotty Lundegaard
-
Harve Presnell
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Wade Gustafson
Regie
Schauspieler
-
Kristin Rudrüd
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jean Lundegaard
-
Gary Houston
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Irate Customer
-
John Carroll Lynch
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Norm Gunderson
-
Bruce Campbell
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schauspieler
-
Steve Reevis
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Shep Proudfoot
-
Joel Coen
-
Ethan Coen
- Genre
- Kriminalfilm, Gaunerkomödie, Drama
- Zeit
- 1987, Winter
- Ort
- Fargo, Minnesota, Parkplatz
- Handlung
- Aggressivität, Auto, Autodiebstahl, Autohändler, Automechaniker, Außer Kontrolle, Axt, Bestechung, Betrug, Blockhütte, Buchhalter, Entführung, Ermittlung, Erpressung, Gangster, Geiselnehmer, Gewalt, Kleinkrimineller, Kultfilm, Lösegeld, Lüge, Malerei, Mord, Motel, Motel, Motel, Motel, Oscargewinner, Polizei, Polizeistation, Polizist, Prostituierte, Provinz, Psychopath, Schnee, Schredder, Schusswunde, Schwangerschaft, Sex, Skimaske, Strangulieren, Ungeselligkeit, Verkäufer, Zerstückelung von Menschen
- Stimmung
- Eigenwillig, Geistreich, Hart, Spannend, Witzig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Fargo
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Trailer zum Film Fargo
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Kritiken (3) — Film: Fargo
Stefan_R.: Mann beisst Film
Kommentar löschenBei der nächsten Gartenarbeit wird man zum Kompost-Schredder etwas Sicherheitsabstand halten. Welcher Film kann schon von sich behaupten, so etwas zu schaffen?
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
dAJaro 2011/02/26 21:02:09
Antwort löschenWenn die Filme, die ich im Regal stehen habe, sprechen könnten, könnten sie alle von sich behaupten, dass sie es geschafft haben zeit ihres Daseins einen großen Sicherheitsabstand zu Kompost-Schreddern im allgemeinen zu halten.
Stefan_R. 2011/02/26 21:37:28
Antwort löschenWohl wahr ;) Aber "FARGO" war mit seiner zweckentfremdeten Verwendung des Schredders für mich immer der beste Beweis dafür, dass diese Geräte gefährlicher sind, als sie vielleicht aussehen.
SiameseAlex: SiameseMovies
Kommentar löschenLeider muss hier ein weiteres Mal das leidige Coen-Fazit herhalten: Überdurchschnittliche, aber knallharte, geschmacksspektral schwarz-weiße Kost. Denn 'Fargo' wirklich anzugreifen gestaltet sich schwer, wenn nicht gar unmöglich. Sämtliche Angriffspunkte sind bei näherem Hinschauen als nahezu objektiv positiv zu werten (siehe Xebeches Kritik). Die schauspielerische Leistung ist wirklich herausragend und wurde bereits hinlänglich beschrieben, das Setting, der Plot, sämtliche Wendungen - schlichtweg alle Ereignisse sind derart durchgestylt, dass bei meinem filmischen Erlebnis (und einer 8.5er Vorhersage) der überspringende Funke auf der Strecke Richtung Brainerd blieb.
[...]
Mit Coen-Filmen ist es ja so kompliziert - ein Dilemma! Wenn es den Lebowski nicht gäbe, wäre dies mit Sicherheit mein letzter Coen-Film gewesen, doch ausgerechnet dieser hat es geschafft erst bei der dritten Sichtung absolute Begeisterung zu wecken - warum dann nicht auch 'Fargo - Blutiger Schnee'? Die Begründung lautet Missmut und die Folge daraus ist die wohl subjektivste Bewertung aller Zeiten (und das bei aller objektiver Güte): 6.0 / 10.
Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
Xebeche 2011/01/10 11:32:46
Antwort löschenMit der Bewertung bin ich natürlich nicht einverstanden, aber Deine Ausführungen sind nachvollziehbar. Möglicherweise ist auch dies ein Film, der sich erst nach mehrmaligem Schauen "entwickelt". Bei mir war's der Fall. :)
SiameseAlex 2011/01/10 11:48:00
Antwort löschenGenau das ist meine Befürchtung, aber warum funktioniert das bei so vielen Filmen von den beiden nicht auf Anhieb? Woran mag das Liegen? Für eine Antwort wäre ich so dankbar...zumal ich glaube zu wissen, worin die Essenz des Guten im Film liegt...
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Xebeche 2011/01/10 13:56:13
Antwort löschenWenn man das wüsste... Bei den Coens geht's mir allerdings recht unterschiedlich: Mir gefallen fast alle ihre Werke auf Anhieb sehr gut (Ausnahme ist "Ein (un)möglicher Härtefall"). Manche, wie Lebowsky und Fargo, steigerten sich noch von Mal zu Mal, andere wie "Burn after reading" oder "O brother, where art thou" haben mich bei der zweiten Sichtung leider weniger begeistert. Bin da auch ein bisschen ratlos... ;)
The_Comedian 2011/01/11 22:15:54
Antwort löschen... mir geht´s genauso mit ´No Country For Old Man´.
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenZu recht der erfolgreichste und bekannteste Coen-Bros. FIlm. Lakonischer Humor und absurde Gewalt in einer frostigen Kriminalstory.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten
KlohauZ 2010/02/16 14:55:28
Antwort löschenFargo soll bekannter sein als der große Lebowski?
moench 2010/03/08 21:01:40
Antwort löschenBezweifel ich auch stark :D
Janus Winter 2011/02/25 18:28:29
Antwort löschenist aber so.
Janus Winter 2011/02/25 18:42:47
Antwort löschenIst aber so. Zwar gibt es bei den Filmpiloten 26731 Bewertungen für den Dude, und nur 6358 Bewertungen für Schneeweißchen und Rosenrot, aber ein repräsentativerer Indikator spricht eindeutig für FARGO: an der Kinokasse spielte FARGO weltweit $60,611,975 ein, während der Dude auf lächerliche $17,451,873 kommt. q.e.d.
Xebeche 2011/03/10 22:30:51
Antwort löschenFargo ist von 1996, TBL von 1998. Seit wann sind 13 bzw. 15 Jahre alte Zahlen ein repräsentativer Faktor? Auf IMDb haben die Filme 177.000 bzw. 195.000 Bewertungen. DAS ist repräsentativ, q. e. d.!Beide Filme sind wohl eher gleichauf bekannt, wobei TBL womöglich noch den etwas höheren Kultstatus genießt.
Janus Winter 2011/03/11 03:38:41
Antwort löschenDer Unterschied zwischen 177k und 195k Bewertungen ist nicht signifikant. Der Unterschied zwischen den Einspielergebnissen schon. FARGO hat auch bei den TV-Einschaltquoten immer die Nase vor. Ein letzter Beweis: die Ausstrahlungsrechte für den Dude liegen bei rtl2 (Marktanteil ca. 3%), die von FARGO bei der ard (Marktanteil ca. 15%, zusammen mit den Dritten 25%). FARGO ist definitiv bekannter als TBL.
Xebeche 2011/03/11 08:24:34
Antwort löschenNö...
Xebeche 2011/03/11 08:25:56
Antwort löschenWas Du dabei nicht beachtest: Wie oft läuft Fargo im Free TV und wie oft TBL?
Aylon5 2011/04/20 20:01:37
Antwort löschenna langweilig? schaut doch n film?!
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Janus Winter 2011/04/20 23:25:59
Antwort löschennö. dir?
Filmfano 2011/05/14 19:15:59
Antwort löschenTrue Grit, Burn after Reading & No Country for old Men sind die erfolgreichsten Filme der Coen-Brüder. Wo hast du denn diesen Schmaren her? Aber Fargo auch einer meiner Lieblingsfilme von ihnen. Zusammen mit Barton Fink, Big Lebowsky, Hudsucker & Arizona Junior!
Kommentare (111) — Film: Fargo
Kommentar schreibenMurray 2012/01/26 15:42:00
Kommentar löschenWunderbar fotografiert, ganz starke Darstellerriege, ein unheimlich atmossphärischer Score und tiefschwarzer, leiser Humor machen Fargo zu einem der besten Filme im Krimigenre. Meiner Meinung nach wäre im Finale noch Luft nach oben gewesen. Vielleicht ändert sich meine Wertung nach der nächsten Begutachtung nochmal.
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based_god 2012/01/02 10:55:12
Kommentar löschenEine blutige Geschichte von A bis Z top erzählt.
Die Coen-Bros. versuchten, sich nicht von der wahren Geschichte abzuwenden. Einerseits verständlich, andererseits schade, weil die Geschichte durchaus noch Luft nach oben gehabt hätte. Aber item... "Fargo" ist bestes Kino-Noire mit herausragenden Darstellern...
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Nemsis 2011/12/14 22:40:29
Kommentar löschenJe länger ich den Film gesehen habe, desto öfters mußte ich an "No Country for Old Men" denken. Nachdem ich geschaut habe, von wem die beiden Filme stammen, kein Wunder. :)
Ist ein leicht lustiger Film, mit besonderen Kameraeinstellung und mit guten Charakteren, der im Grund uns erzählen will, dass es mehr als Geld gibt. Er fängt gut an, aber irgendwie schaft er nicht für mich durchgehend interessant zu wirken. Daher nur ein netter Film, mehr aber nicht.
Verdammt, dass Geld liegt immer noch da draußen. NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN.
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VisitorQ 2011/12/01 18:36:44
Kommentar löschenFargo ist ein so brillianter Film, ich muss ihn mir immer wieder angucken um zu begreifen wie gut er eigentlich ist. Und dabei wird er jedes mal besser. Unglaublich? Unglaublich!
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Jack_Torrance 2011/11/27 11:42:22
Kommentar löschenJa, Fargo ist dreckig ! Ja, Fargo ist makaber ! Ja, Fargo ist brutal ! Ja, Fargo ist todtraurig !
Aber gleichzeitig ist Fargo eines der schönsten Liebesfilme, die ich gesehen habe ! Marge und ihr Mann sind gewiss nicht die perfekt aussehenden Jungspunde, die sich gegenseitig anschmachten und sich ausgerechnet im Regen küssen (ich hasse solcherlei Szenen) ! Nein, Marge und Norm sind zwei relativ einfache Leute. Der Mann gibt eklige Rotzgeräusche von sich, sehr unsexy. Das aber gibt der Liebesgeschichte etwas natürliches. Wenn Norm und Marge vor dem Fernseher sitzen und sich mit einer Seelenruhe gegenseitig ihre Liebe gestehen, gehört das für mich mit zu den schönsten Liebesgeständnissen in der Geschichte des Kinos. Wunderschön !
Wer mit den Kommentaren von Jack_Torrance vertraut ist (und das ist hoffentlich nicht nur Jack_Torrance selbst), der weiß, was jetzt kommen wird:
Die Coens prangern somit ein Thema an, das ich schon oft genug angesprochen habe: die Liebe und wie man damit umgeht.
Bis auf die ausnahmslos sympathischen Polizisten und Mike lehnt sie jeder Protagonist konsequent ab: Seien es Mr. Lundegard (der mir den ganzen Film über Leid tat) oder die zwei tollpatschigen Brutalos. Sie mögen dem Zuschauer sympathisch sein (s. Mr.Lundegard), aber aus dem oben genannten Grund sind sie zum Scheitern verurteilt.
Wie es bei den Coens schon immer der Fall war, ist auch der Film in allen Belangen perfekt:
Die edlen Bilder Roger Deakins, der wunderschöne und poetische Score von Carter Burwell, die selbstverständlich großartige Regie und das Skript der Coens oder die großartigen Darsteller von Frances McDormand bis zu William H. Macy (dem ich in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken sollte) - alles erreicht hier Perfektion.
Sowas wie ein Fazit:
Fargo ist der schönste und poetischste Liebesthriller, den ich bis jetzt gesehen habe (und nicht der selbstgefällige Winterschläfer von Tom Tykwer) !
Grandios.Grandioser.Coen CC
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RoosterCogburn 2011/11/13 22:47:03
Kommentar löschenZurecht preisgekröntes Machwerk. Wie bei den Coen-Brüdern üblich, wird hier so ziemlich alles zusammengewürfelt, was nur irgendwie zusammen passt. Das macht ihn zum einen so interessant, zum anderen aber auch für „ungeübte“ Filmfans wahrlich schwer zugänglich. Die Tatsache, dass Joel und Ethan Coen wieder einmal eine bunte Mischung an skurrilen und grotesken Figuren vor der Kamera versammelt haben, ist es zu verdanken, dass das Geschehen dann doch grundlegend anders als ein herkömmlicher Krimi daher kommt. Lakonisch, total schräg und grotesk wird hier der etwas andere Coen Humor präsentiert. Es gab einen Oscar für das beste Originaldrehbuch an die Brüder.
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Oceanic6 2011/11/05 21:33:28
Kommentar löschen"Kennst du schon den Witz über den Kerl, der sich kein Nummernschild mit seinen Initialen leisten konnte und seinen Namen in J3L-2404 ändern ließ?"
"Fargo" ist in sämtlichen Aspekten eine Meisterleistung. Er ist lustig ohne lustig sein zu wollen, traurig ohne traurig sein zu wollen und kritisch ohne mit der Moralkeule auf den Zuschauer einzuprügeln. Und vor allen Dingen ist er absolut untypisch für Hollywood. Auch ist es schwer "Fargo" einem Genre zuzuordnen. Er ist die verdammt beste Thriller-Romance-Drama-Crime-Story, die das Kino jemals gesehen hat.
Wie fast jeder Coen Film startet auch "Fargo" mit einer scheinbar harmlosen Ausgangssituation. Mr. Lunegaard lässt seine Frau von zwei Hinterwäldlern für Lösegeld entführen, um sich für eine Investition ein wenig Geld zu verschaffen. Der wohlhabende Vater seiner Frau soll dann für das Lösegeld aufkommen. Dass die ursprünglich simpel angedachte Geschichte vollkommen aus dem Ruder läuft, kann er natürlich noch nicht ahnen.
"Fargo" beleuchtet einen Kriminalfall nach einer wahren Begebenheit. Aus der vorgegeben Geschichte zaubern Joel & Ethan Coen ihr komplett eigenes Ding, ein ebenso trauriges wie schwarzhumoriges Gesellschaftsportrait. Kühl und distanziert inszeniert und dennoch so warmherzig und emotional wie wenige andere Filme. Die Figuren sind bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt. Dabei ragt vor allem Frances McDormand als schwangere Polizistin heraus. "Noch zwei Monate..." meint sie bezüglich ihrer anstehenden Geburt. Das jedoch in einem dermaßen trockenen, traurigen Ton, dass mir jedes Mal ein Schauer den Rücken hinterläuft.
Die Brutalität und der schwarze Humor sind typisch für die Coens. Nicht aber diese gleichermaßen kühlen wie romantischen Aufnahmen von Roger Deakins. Jede Einstellung, jede gefilmte Mimik hat ihre Bedeutung. Die Gewalt wird zur Poesie, die Charaktere sind einzigartig. Jeder einzelne hat große Aussagekraft. Auf der einen Seite die Loser, die für wenig Geld über Leichen gehen. Auf der anderen Seite der Vater, der seinem Schwiegersohn nichts zutraut. Was bleibt ist der Glaube an uns selbst. Nur reicht das? Können wir in einer Gesellschaft leben, in der uns nicht einmal der Nächststehende vertraut?
Carter Burwells ebenso magische wie traurige Melodien untermalen dieses pessimistische Weltbild wunderbar. Und dennoch bleibt keine zwanghaft Kritik, sondern man bekommt viel Realismus, liebevolle Charaktere, eine einmalige Katz- und Mausjagd und viele Lacher geboten. Die zwei Oscarauszeichnungen für die beste Hauptdarstellerin und das beste Drehbuch sind im Falle "Fargo" ausnahmsweise mal mehr als verdient...
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Sigmund 2011/11/05 21:43:36
Antwort löschenSehr schön das Wesentliche auf den Punkt gebracht!
Oceanic6 2011/11/05 21:49:12
Antwort löschenVielen Dank!
vanilla 2011/11/03 11:32:05
Kommentar löschenwas mir sehr gefallen hat.....
- tolle winterliche Schneekulisse
- super Schauspieler (außer die Oscarpreisträgerin, weiß nicht so recht ob sie den wirklich verdient hat)
- interessante, originelle Geschichte
was nicht so gut war....
- die Hauptdarstellerin
- paar lästige Dialoge, wie das Treffen mit dem alten Kameraden im Cafe
- zu brutal und zu blutig zum Ende hin
- Ende war nicht befriedigend
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WaaayneTrain 2011/10/31 22:40:46
Kommentar löschen"Fargo" ist kein normaler Krimi, kein normaler Thriller. "Fargo" ist ein künstlerischer Geniestreich, ein Krimi wie es ihn noch nie gegeben hat:
Ein Charakter ist dämlicher als der andere, ja fast schon debil. Die ruhige Szenen lassen auch viel Spielraum für bildlichen Humor, doch es sind natürlich vor Allem wiedermal die skurrilen Coen-Dialoge, die mich hier zum Lachen brachten. Aber ist "Fargo" denn eine Satire? Eine Gangstersatire? Meiner Meinung nach definitiv nicht, denn es gelang den Coens, die ja eigentlich ernste und brutale Geschichte trotzdem weiterhin konsequent zu verfolgen. Und mit einer solch liebevollen Musikuntermalung, eindrucksvollen Bilder und dieser wahrhaftig eiskalten Stimmung entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die den Film letztendlich wieder todernst wirken lässt. Wahnsinn.
Schwer vorzustellen, hat man "Fargo" noch nicht gesehen, doch das ist es gerade. Joel&Ethan Coen behalten immer ihren speziellen Stil bei, doch sie schaffen es, mich immer und immer wieder zu überraschen. Und ich werde immer ein grösserer Fan der beiden.
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sam_ace_rothstein 2011/11/03 16:25:19
Antwort löschenWieder mal ein ausgezeichnter Kommtar... Grossartiger Film :D
WaaayneTrain 2011/11/04 15:33:40
Antwort löschenMerci(;
FumerTue 2011/10/23 14:45:38
Kommentar löschenFargo überzeugt mit einem gewaltigen Score, brillanten Schauspielern und einer traurigen, aber wahren Geschichte.
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PascalD 2011/10/30 12:30:53
Antwort löschenDie wahre Begebenheit haben die Coen Brüder nur erfunden. Trotzdem natürlich ein sehr guter Film :)
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FumerTue 2011/10/30 13:14:45
Antwort löschenEcht jetzt? Warum schreiben die das dann am Anfang hin? :D
Ist ja fast schon makaber...
PascalD 2011/10/30 15:34:54
Antwort löschenKannste Googeln, steht imho auch auf wikipedia. War wohl mehr so n PR Gag ;)
*frenzy_punk<3 2011/10/20 16:13:43
Kommentar löschen"Fargo" ein etwas spannungsarmer Kriminalfilm mit sehr gutem Cast und fantastischer Musik.
Noch ein Werk der Coens, dass mich nicht ganz so begeistert hat, wie ich gerne gehabt hätte. "Fargo" beginnt kurios, wirkt etwas schrullig und driftet dann leider ein wenig in die Verkommnis ab. Das Ganze wird dann ein wenig zu platt, die Dialoge zu hölzern und eigentlich fließt dann nur noch Blut.
Was dem Film aber nicht schlecht zu sprechen ist, ist der fabelhafte Cast. William H. Macy (The Lincoln Lawyer) gibt den schusseligen Gebrauchtwagenhändler perfekt und ganz besonders Steve Buscemi (John Rabe) zeichnet sich mal wieder mit seinem Talent aus. Peter Stormare (The Imaginarium of Doctor Parnassus) wirkt klobig und blass, aber das restliche Ensemble spielt ihre Rollen sehr gut.
Auch die Musik von Carter Burwell ist lobenswert, wenn nicht sogar fantastisch. Perfekt untermalt sie die Szenenbilder, die sehr triste Winterlandschaften zeigt und die Atmosphäre gut rüber bringt.
"Fargo", gut gespielt ist halb gewonnen.
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Xebeche 2011/10/20 16:25:14
Antwort löschenCOEN heißen die, COEN... wie oft denn noch? ;D
(BTW: Peter Stormare spielt doch klasse!!? :))
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*frenzy_punk<3 2011/10/20 16:31:58
Antwort löschenUuups! Ich besser es aus!
Nää, ich weis nicht. Der war mir zu, wie soll ich sagen? Zu steif. Keine Ahnung. Irgendwie hat er mir nicht so gefallen.
*frenzy_punk<3 2011/10/20 16:33:36
Antwort löschenWitzig, vorher hatte ich die richtig geschrieben :)
Hooded Justice 2011/10/10 12:42:30
Kommentar löschenJesses! FARGO hätte ein stinknormaler Crime werden können. Ist er aber besonders dank seiner Einzigartigkeit nicht.
Das Schönste an FARGO ist seine Skurrilität. Einzig der Ausgangspunkt ist raffiniert absurd, aber auch jeder weitere Handlungsfaden amüsiert auf ganz eigene delikate Weise. Und nicht zuletzt schafft die verschneite Landschaft eine wunderschön kalte Grundstimmung, in der man sich nicht nur beinahe wohlfühlt, sondern die auch einen ganz besonderen Zweck erfüllt: sie gibt der Geschichte einen ganz speziellen Touch of Besonderheit. Diese unschuldige reine Winteratmosphäre stellt einen wahren Kontrast zu den zwar hinterhältigen, aber wahnsinnig skurrilen Intrigen. Und wenn das Blut auf den Schnee tröpfelt und spritzt … Jesses! Absolut grandios, genau wie die phänomenalen Humorzwirne.
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Merkenau 2011/10/09 13:52:55
Kommentar löschenWieder einer dieser in den Himmel gelobten Filme, die letztlich nur enttäuschen wenn man sie dann ansieht. Liegt es an meiner zu hohen Erwartungshaltung? Ich weiß es nicht. Ich bitte wirklich inständig, dass mir jemand erklärt, was diesen Film so viel besser machen soll, als den Durchschnitt. Ja, Fargo ist handwerklich solide, hat eine interessante Szenerie und ist durchweg skuril. Aber die Begeisterung blieb leider aus, mitunter aufgrund der zähen Handlung.
Ich gebe zu, ich weiß nicht einmal, ob ich den Film so gut bewerten würde oder gar zu Ende gesehen hätte, wenn nicht überall so ein Trubel darum gemacht würde...
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Ripley1 2011/10/09 14:23:51
Antwort löschenIch will den Hilferuf aufgreifen und zu erklären versuchen, was diesen (oder einen anderen) Film zu etwas Besonderem macht. Mal abgesehen von persönlichen Vorlieben, entsteht das Verständnis eines Kunstwerks ja im Kopf des individuellen Betrachters. Deshalb sehen zwei verschiedene Zuschauer nie denselben Film. Wie weit man dabei in einen Film vordringt, hängt davon ab, wie viele Schichten man wahrnehmen kann und ob man diese kontextualisieren kann, beispielsweise mit Kenntnisse aus Literatur- und Filmgeschichte. Sekundärliteratur hilft auch manchmal weiter (Gerade zu den Coens gibt es ja zahlreiche Veröffentlichungen). Wenn man die Mühe nicht auf sich nehmen weil, bleibt leider oft nur eine "zähe Handlung" übrig.
DustRaiser 2011/09/08 11:53:09
Kommentar löschenUnd ein weiteres Mal kann ich eine Oscar-Prämierung nicht nachvollziehen. Nämlich den für die beste HAUPTdarstellerin (????). Nachdem ich den Film jetzt auch im O-Ton gesehen habe, hat Frances McDormand den Oscar meiner Meinung nach absolut nicht verdient.
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Roolfer 2011/09/08 14:28:59
Antwort löschenJesses! Da muss ich meinem Ebenbild aber widersprechen.
Ihre schauspielerische Leistung war doch großartig. Noch authentischer kann man so eine schwangere, etwas unbeholfene und gerade deshalb so sympathisch wirkende, Kleinstadtpolizisten doch gar nicht spielen.
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DustRaiser 2011/09/08 16:29:24
Antwort löschenIch sehe es als reinen Durchschnitt an, teilweise wirkt sie sogar ein bisschen lächerlich (mein damit, wie sie den Charakter spielt, nicht den Charakter selbst, der ja sowieso absichtlich ziemlich lächerlich ist und mich einfach nur nervt).
vanilla 2011/11/03 11:36:09
Antwort löschenstimm ich dir voll zu, leider nur Durchschnittsware.
KonTaicho 2011/07/11 19:18:07
Kommentar löschenoh jesses... mich hats einfach jedes mal geschossen xDD
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Bastian Köhler 2011/07/11 12:32:39
Kommentar löschenEin spannender Thriller mit vielen Absurditäten und schwarzem Humor! Die Besetzung ist wirklich super gewählt, sehr viele schräge Leute und William H. Macy in seiner besten Rolle und zu Recht für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert!
Einer meiner Lieblingsfilme der Coen-Brüder.
Einzig die deutsche Syncronstimme von Steve Buscemi ist, gelinde gesagt, beschissen! Daher unbedingt auf englisch gucken, da sonst der ganze Charme und die schauspielerische Brillanz verloren geht!
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Yvonne_Kol 2011/06/21 00:21:15
Kommentar löschenGrotesk, grotesker, Coen!
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SpicyMåcHaggis 2011/06/14 15:29:06
Kommentar löschenJesses! Was für eine wunderschöne Gegend, tiefster Winter, der Schnee rieselt leicht. Harmonie soweit das Auge reicht. Im Wald findet man Knochenstücke und Blut neben einer Holzschräddermaschine. So skurril ist "Fargo", jedoch machen ihn all diese Elemente, die absurden Charaktere und die vielschichtige, vom schwarzem Humor geprägte Story zum mit Abstand besten Streich der Gebrüder Coen.
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fkfilmkritik 2011/06/06 21:30:08
Kommentar löschenWer Geld unbedingt braucht muss auch manchmal Dinge tun die eigentlich ziemlich abstrus und beknackt sind, eine Idee die so ziemlich die absurdeste und böseste die einem in dem Sinn kommt.
Man(n) holt sich zwei „Superverbrecher“ denen man befielt seine Frau zu entführen. Um die Frau zu befreien wird vom Schwiegervater das Lösegeld verlangt, dass dann schließlich mit den Verbrechern geteilt wird.
Die Geschichte ist recht simpel gestrickt, aber mit so toll geschriebenen Figuren besetzt. Ein „vor allem“ möchte ich mir da sparen alle sind derart toll. Zum einen William H. Macy in einer seiner typischen Versager-Rollen. Er spielt den Mann der auf der anderen Seite dabei ist seine Frau entführen zu lassen, die andere Seite wird gezeigt in dem er seinen Sohn anschreit weil er Wörter wie: „Scheißegal“ benutzt. Dann noch das äußerst köstliche Gangsterduo mit Steve Buscemi und Peter Stormare. Hier ist es besonders die Differenzen der Charaktere die den Zuschauer zum lachen bringen. Wenn die Laberbacke alias Buscemi immer weiter seinen schweigenden Partner gegen die Langeweile der Autobahn anzusprechen bleibt der Typ einfach still wie ein Glas Wasser. So nimmt dann auch ihre Partnerschaft ein Ende der weniger netten Art.
Auf den Spuren der beiden Entführer die zu Mördern werden befindet sich eine gutmütige schwangere Polizistin. Ganz toll und sehr witzig gespielt von Frances McDormand die völlig zurecht den Oscar bekam.
Einfach genial wie hier jede Figur eingesetzt wird. Man ist bei jedem Charakter hin- und hergerissen zwischen Mitleid, Schadenfreude, Belustigung oder Entsetzen.
Das ganze ist wunderbar mitten im Schnee gefilmt worden das man sich glatt den Winter zurück wünscht. Die Aufnahmen der Region werden noch von einem wundervollen und melancholischen Score untermalen der passender diese Stille und Ruhe die der Film umgibt nicht unterstreichen könnte. Nur selten wird es laut, Actionszenen gibt es nur zwei kurze.
Ansonsten ist der Film langsam mit vielen Dialogen und was für welchen. Meistens mit einer Menge Witz der einem jetzt nicht vom Hocker haut, sondern einfach leicht auflachen lässt. Manchen lustigen Moment im Dialog versteht man auch erst beim zweiten und dritten mal so, dass ich mir den Film schon etliche male angesehen habe und immer wieder macht es spaß. Viele könnten „Fargo“ wegen seiner Ruhe und Langsamkeit nicht mögen aber genau das tut mir einfach gut und macht ihn immer wieder schön. Man kann sich zurücklehnen, schmunzeln, man folgt der interessanten Geschichte und hat Freude an jeder einzelnen Figur.
Dieser Film besitzt vor allem pechschwarzen Humor, skurrile Szenen, viel Blut, einen saukomischen Dialekt der Darsteller und eine sehr absurde Story die man einfach nicht zu ernst nehmen darf. Hier gilt alles locker mit Humor zu nehmen. Dann kann man „Fargo“ lieben. Ansonsten muss man Geduld haben und diese harmonische Winterlandschaft geniessen und sich freuen, dass mal nicht nur Türme die Wolken zerkratzen.
Ich gehe jetzt gleich mal das Geld suchen was da vergraben ist. Aber Vorsicht das niemand zufällig noch den Schredder draußen stehen hat und ich da rein falle.
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Kösti 31 2011/05/22 18:06:46
Kommentar löschenDie Story war interessant, die richtige Würze blieb aufgrund der teilweise schlechten Dialoge aber im Schrank stehen. Wenn du weisst, was ich meine.
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