Shahada

Shahada (2010), DE
Laufzeit 92 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 30.09.2010

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5.9 Kritiker
11 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.8 Community
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von Burhan Qurbani und Burhan Qurbani, mit Carlo Ljubek und Anne Ratte-Polle

Der Titel Shahada bezieht sich auf die erste Säule des Islam, das Glaubensbekenntnis. Hier steht es für die Entscheidung, die ein/e jede/r treffen muss, um den richtigen Weg zu finden. Eine aufschlussreiche Arbeit, die westlichen Zuschauern die Augen für die muslimische Wertewelt öffnet und sie gleichzeitig zwingt, die jeweiligen Entscheidungen der Protagonisten zu reflektieren.

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Kritiken (10) — Film: Shahada

A. Körner : Sächsische Zeitung A. Körner : Sächsische Zeitung

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5.5Geht so

Gelungen sind die ästhetischen Kompositionen eines sehr blassen Berlins mit sehr blassen Menschen, das Laufenlassen der Momente, die Melange aus Ton und Bild, die fehlende pauschale Anklage, die vielen wortlosen Passagen. Allerdings baut sich immer wieder Distanz zu den Figuren auf, die Flüchtigkeit nach sich zieht, dort, wo man gern näher ran möchte, dort, wo es packt und wehtun könnte.

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Daniel Sander: Spiegel Online Daniel Sander: Spiegel Online

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7.0Sehenswert

Wie bei fast jedem Episodenfilm hat nicht jede der drei Geschichten die gleich starke Wirkung, und alle haben ihre erzählerischen Problemchen. [...] Trotzdem schafft es "Shahada" mitzureißen, denn der Regisseur hat so viel Zuneigung für seine Helden übrig, dass er sie alle als echte, warmherzige Menschen zeichnet, die man sofort und gern in sein Leben lässt.

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Ciprian David: NEGATIV

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6.0Ganz gut

...Zentral dabei als Verbindung zwischen den Geschichten ist die Kollision zwischen Individuum als Teil einer nicht-muslimischen, sich rasant entwickelnden und vor allem nicht religiösen Gesellschaft und dem durch Religion strukturierten Glauben. Die als Ausgangspunkte der Geschichten festgelegten Konfliktsituationen zwingen die Charaktere, und implizit den Regisseur als politischer Autor zur Stellungnahme, zu Thesen. Hier kommt der Films ins Schwanken: Die Anfangs aufgestellten Positionen werden im Film zunächst durch Gegenpositionen gekontert, mit der Schlussfolgerung, dass am Ende beide Facetten jedes Konflikts negiert, eine allgemeine Versöhnung der Charaktere stattfindet. Mit sich selbst oder mit den Vertretern der anderen Position. So würde Shahada als dokumentarische, unparteiische Bestandsaufnahme, entstanden der Darstellung zuliebe, viel mehr Sinn machen als ein zum Diskurs anregender Film....

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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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3.0Schwach

Selten sind deutsche Filme so nah am Puls der Zeit, angesiedelt in einer Lebensrealität, die bisher höchstens für einen Kriminalfall in einer „Tatort“-Folge getaugt hat. Schade nur, dass der mit zeitlichen und erzählerischen Mehrfachsträngen arbeitende, in Breitwandoptik gedrehte Episodenfilm überdeutlich als Anfängerfilm zu erkennen ist: überladen und bildverliebt, schicksalsträchtig und didaktisch. Mitunter scheint es, als hätte dem Regisseur eine komprimierte Variante von Kieslowskis „Dekalog“ vorgeschwebt, die nach der Lebbarkeit des Islam in der westlichen Welt fragt, aber zugleich auch ein Generationsporträt, das die Widersprüche auslotet, die es zwischen zwei Kulturen auszuhalten gilt. [...]
Was besonders an der geballten Ladung Weltschmerz stört, ist die Musik, die jede Szene in einen unerträglichen Gefühlspathos steigert. Da die Dramaturgie den Figuren ebenfalls keinerlei Psychologie zugesteht, verkommen sie zu Trägern von Problemfällen, für die es keine Lösungen zu geben scheint. So erreicht der Film am Ende das Gegenteil dessen, was ihm wohl vorgeschwebt haben dürfte. Weder Empathie noch Interesse für den inneren Kampf seiner verlorenen Großstädter stellt sich ein.

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Christina Raftery: Bayerischer Rundfunk Christina Raftery: Bayerischer Rundfunk

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7.5Sehenswert

Muslime in Deutschland: Nicht nur aufgrund aktueller Debatten ein hoch emotionales Thema. Den Zwiespalt zwischen Prägung und der Gesellschaft, in der die Menschen mit dem viel zitierten Hintergrund leben, setzt der junge Autor und Regisseur Burhan Qurbani in einem ehrgeizigen, aufregenden, stellenweise allzu dichten Geflecht von drei verschiedenen Handlungen um. [...]
Die einzelnen Geschichten sind so dicht und tragisch, dass eine von ihnen bequem für den kompletten Film gereicht hätte. Das macht "Shahada" streckenweise anstrengend. Aber dass sein Thema leicht konsumierbar sei, wäre jenseits aller Realitäten.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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5.5Geht so

Äußerst geschickt verknüpft Regisseur Qurbani seine drei Handlungsstränge miteinander und weckt so leise Erinnerungen an Andres Dresens frühen Film „Nachtgestalten“. Inhaltlich und dramaturgisch kann sein stimmig fotografiertes und mit einem klasse Ensemble besetztes Drama jedoch nicht so ganz überzeugen. So bleibt die Geschichte um Ismail die schwächste in Qurbanis kleinem Kanon, aber auch die anderen wirken streckenweise sehr bemüht und konstruiert. Trotzdem sollte man sich den Namen Burhan Qurbani ruhig schon einmal merken, denn über Talent als Filmemacher verfügt er zweifelsohne.

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E. Vassilieva: Schnitt E. Vassilieva: Schnitt

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5.5Geht so

Die spirituelle Suche, die vom Titel in Aussicht gestellt wird (Shahada ist das Glaubensbekenntnis – die erste Säule des Islam), bleibt eine Behauptung [...]. Die kühlen, durchgestylten Bilder entbehren zwar nicht eines gewissen visuellen Reizes, aber die Handlung ist zu bedrückend, um sich von Shahada unterhalten zu lassen.

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Kalle Somnitz: programmkino Kalle Somnitz: programmkino

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8.0Ausgezeichnet

Das Besondere an „Shahada“ ist seine Perspektive. Er ist kein fundamentaler Religionsfilm, kein Kopftuchfilm, sondern eine Innenansicht junger Moslems in Deutschland. [...] Er ist nicht aggressiv, nicht fundamental und das Erfrischende an diesem Film ist, dass er ganz ohne Verteufelungen und fundamentalistische Verirrungen, wie beispielsweise in „Die Fremde“ auskommt.

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Christoph Egger: Neue Zürcher Zeitung Christoph Egger: Neue Zürcher Zeitung

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6.5Ganz gut

Der düster-grossartige Vor- und Abspann, die beeindruckend gesetzten Zeichen nahender «biblischer» Plagen weisen den Autor als Apokalyptiker aus, dem allerdings in der zweiten Hälfte des Films der Überblick über die allzu vielen, allzu bedeutungsschwanger aufgeladenen Erzählstränge abhandenkommt.

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Thorsten Funke: critic.de

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Qurbani nutzt immer wieder sehr ähnliche Bilder, um den inneren Kampf seiner Figuren darzustellen. Er arbeitet viel mit Tiefenschärfe, lässt den einen oder die andere häufig einen sinnierenden Blick ins Leere werfen und führt die Kamera bedeutungsschwanger an Häuser- oder Zimmerwänden entlang. Am stärksten ist der Film nicht als emotionales Drama, sondern als Einblick in muslimisches Alltagsleben.

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Kommentare (6) — Film: Shahada

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8martin

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Bewertung6.5Ganz gut

Die fünf Kapitelüberschriften sind wohl wegweisend. Darunter finden wir z.B. „Beginn der Reise“ „Hingabe“ „Selbstaufgabe“ oder „Entscheidung für einen Weg“. Wir erhalten einen Einblick in die Denkweise der Muslime in unserem Land. Im Vordergrund stehen dabei die Probleme, die ihnen am meisten am Herzen liegen bzw. mit deren Lösung, sie sich besonders schwer tun: Abtreibung, Homosexualität und andere Frauenprobleme. Dabei gibt es einen heftigen Streit über den rechten Weg zwischen gemäßigten und strenggläubigen Muslimen.
Anfangs liefern authentische Bilder eine beeindruckende Sozialstudie. Es gibt interessante bildliche Überschneidungen, die durch Wiederholung einen neuen Blickwinkel schaffen. Äußere gemeinsame Erfahrung wie Hagel und die Disko zeigen Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren auf. Wir lernen das Umfeld kennen. Doch dann erlahmt der anfängliche Schwung etwas und das Interesse wird auf eine harte Probe gestellt, denn es geht nicht mehr so zügig weiter wie bisher. Lange Dialoge wechseln mit weiblicher Hysterie und so bekommen die Tiefgläubigen, trotz aller offenkundigen Toleranz, doch allmählich das Übergewicht, nachdem einige problematische Handlungsstränge FFE-mäßig zugekleistert werden. Aller Ehren wert und im Detail sogar recht mutig.

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vuvuzela

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Bewertung0.0Hassfilm

Da wurde ein Film a la Quentin Tarantino für arme produziert. Also der Meister würde sagen "6 setzen" nee das war gar nichts, einfach nur wirr zusammen gewürfelte Fragmente und weiß Gott kein Episodendrama

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Sigmund

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Bewertung4.0Uninteressant

Braver Diskursfilm – als wäre er eigens für die Schulkinowochen konzipiert. Hier sind die Figuren mehr Platzhalter als lebendige Charaktere, und die Konstellationen wirken aufgesetzt und thesenhaft (gelungen immerhin: der angedeutete Zusammenhang von Schuldgefühlen und Fundamentalismus). Auch die gepflegt-elegische Musik und die hocheleganten Cinemascope-Bilder bleiben an der Oberfläche.

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harwist

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Bewertung9.0Herausragend

Für mich neben "The kids are all right" der beste Film auf der Berlinale 2010!
Und ein Beispiel dafür, das der deutsche Film bei internationalen Festivals überzeugen kann!
Wundervoller Cast- herausragend: Maryam Zaree! , toller Schnitt und Kamera!
Dieser Film fesselt, regt zum nachdenken an und lässt einen so schnell nicht los!

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nurschauen

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Bewertung10.0Herausragend

Filmkritik
"Shahada" - Ein Film über Berliner Muslime
Donnerstag, 18. Februar 2010 11:34 - Von Peter Zander

Als die Tochter zu Hause plötzlich den Teppich ausrollt und zu beten beginnt, muss ihr Vater, ein Imam, sie zurechtweisen: "Das ist die falsche Richtung. Mekka ist dort." Ein Lacher im Film. Aber auch ein Schlüsselmoment. Denn in "Shahada", dem zweiten deutschen Wettbewerbsbeitrag, geht es um junge Muslime in Berlin.

Sie alle kommen in einen Konflikt mit ihrem Glauben, müssen sich neu orientieren und werden gezwungen, sich für einen Weg zu entscheiden. Da ist Maryam (Maryam Zaree), besagte Tochter, die westlich-liberal groß geworden ist, die mit ihrer Freundin in die Disco geht. Doch sie ist schwanger, will illegal abtreiben - und kann die Folgen vor ihrem Vater nicht verbergen. Da ist Samir (Jeremias Acheampong), ein junger Nigerianer, der sich in einen Arbeitskollegen verliebt, sich seine eigene Homosexualität aber nicht eingestehen will, weil ihn das in Konflikt mit seinem Glauben bringen würde. Und da ist Ismail (Carlo Ljubek), ein Polizist, der vor Jahren versehentlich eine schwangere Bosnierin (Marija Skaricic) angeschossen und den Embryo getötet hat. Jahre später begegnet er ihr wieder und will seine Schuld wiedergutmachen - indem er Frau und Kind verlässt.

Alle drei Episoden kreuzen sich im Fastenmonat Ramadan in der Moschee eines aufgeklärten islamischen Geistlichen, auch später überlappen sich die losen Fäden des Öfteren, ohne fest miteinander verknüpft zu werden. Dafür ist der Film streng in fünf Akte eingeteilt, wie ein klassisches Drama, könnte man meinen. Aber eben auch wie die fünf Säulen des Islam, von denen die Schahada (das Glaubensbekenntnis) das erste ist.

Burhan Qurbani, der Regisseur und Drehbuchautor, hat es sich dabei nicht leicht gemacht und konsequent jegliches Klischee weiträumig umschifft. So gibt es bei ihm eben keine verbohrten, traditionalistischen Väter, gegen die man sich auflehnen müsste. Der einzige Fundamentalist ist im Gegenteil ausgerechnet die Tochter des Imam, die ihre Schwangerschaft (und die Blutungen nach der Abtreibung) als Strafe Gottes ansieht, weil einst bei ihrer Geburt die Mutter starb. Und auch die Täter-Opfer-Konstellation der Polizisten-Episode ist weit differenzierter, als dies zunächst scheint: Auch die Bosnierin war damals ungewollt schwanger und empfand den Verlust ihres Kindes als einen Segen Gottes.

"Shahada" besticht vor allem durch den souveränen und virtuosen Einsatz seiner Stilmittel; und das überrascht umso mehr, als dies der Abschlussfilm von gleich vier Filmstudenten der Filmakademie Baden-Württemberg ist: von Burhan Qurbani, dem Regisseur; von Yoshi Heimrath, seinem Kameramann; von Barbara Falkner, der Szenenbildnerin, und Leif Alexis, dem Produzenten. Qurbani, obwohl stets der Jüngste in seinem starken Akademie-Jahrgang, hat schon mit Kurzfilmen wie "Illusion" (2007) von sich reden gemacht. Und mit "Vögel ohne Beine" (2006), dem Pilotfilm zu einer - nie realisierten - TV-Serie über türkische Familien in Kreuzberg. Wie ein routinierter Filmemacher weiß er die Episoden in "Shahada" gekonnt nebeneinander zu führen. Mitunter muss man gar an Episodenfilme wie "L.A. Crash" oder "Magnolia" (das war einmal ein Berlinale-Gewinner) denken. Dabei ist Qurbani vor kurzem erst 29 Jahre alt geworden ist und wirkt auf der Berlinale sichtlich nervös, weil seine Diplomarbeit im Wettbewerb läuft. Er hatte den Film eigentlich nur für die Panorama-Sektion eingereicht; doch das Auswahlkomitee befand ihn für zu gut und stellte ihn gleich ins Rennen um die Bären.

Qurbani, in Erkelenz geboren, ist der Sohn afghanischer Flüchtlinge. Er ist mit zwei Kulturen aufgewachsen, der islamischen und der deutschen. Sein Großvater prägte sein Bild vom Islam. Als seine Eltern sich trennten, war das ein Skandal in der Diaspora. Und genau Widersprüche dieser Art innerhalb der zwei Kulturen wollte er aufzeigen. "Shahada", das erklärte Qurbani gestern auf der Berlinale-Pressekonferenz, solle kein Film über Religion sein, sondern ein Aufruf zum Dialog: "Lasst uns miteinander sprechen, das ist das Ziel dieses Films."

"Shahada" korrespondiert dabei ganz offensichtlich mit "Die Fremde" von Feo Aladag, der im Panorama lief und von einer jungen Deutschtürkin handelte, die sich in Berlin als alleinerziehende Mutter selbst verwirklichen will. Beide Werke spiegeln einander und ergänzen sich. Es dürfte der Berlinale-Leitung schwer gefallen sein, welchen der beiden Werke man im Wettbewerb zeigen sollte; stellt "Die Fremde" doch auch einen starken Beitrag zu dem leider immer wieder aktuellen Reizthema "Ehrenmord" dar (was für ein schreckliches, falsches Wort, selbst wenn man es noch in Anführungszeichen setzt!). "Shahada" mag am Ende die versöhnlichere Wahl gewesen sein, vielleicht aber auch die mutigere: weil es hier nicht um die Konfrontation zweier Welten geht, sondern um einen Dialog zwischen ihnen.

Die Enden der Episoden, die Entscheidungen, die getroffen werden müssen, werden hier zwar angedeutet, aber nicht zu Ende erzählt. Auch das eine kluge dramaturgische Wahl. Der Film entlässt einen nicht mit lauter Antworten, sondern stellt weiter Fragen auf. Um den Filmnachwuchs in diesem Land, das zeigt diese Diplomarbeit deutlich, muss man sich keine Sorgen machen.

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davidpm

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Bewertung3.0Schwach

Schnödes, plakatives, deutsches Wir-zeigen-ein-Problem-und-erklären-alles-für-den-Zuschauer-Kino.

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