Das Fest

Festen (1998), DK/SE
Laufzeit 106 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 07.01.1999

7.7 Kritiker
34 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.8 Community
2611 Bewertungen
63 Kommentare
Das Fest
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von Thomas Vinterberg, mit Ulrich Thomsen und Henning Moritzen

Am 60. Geburtstag des Hoteliers Helge trifft sich seine Familie in einem edlen Landgasthof. Die idyllische Familienfeier enthält unerwartet eine dramatische Wendung. Helges ältester Sohn Christian beschuldigt seinen Vater, seine Schwester in den Selbstmord getrieben und die Geschwister mißbraucht zu haben.

HandlungDer GeburtstagAus Anlaß des 60. Geburtstages des Familienoberhaupts Helge Klingenfeldt (Henning Moritzen) kommt dessen Familie auf dem Landsitz des wohlhabenden Hoteliers zusammen. Mit über 50 Gästen soll der Ehrentag des Unternehmers gefeiert werden. Dazu reisen auch drei seiner vier Kinder an.

Christian (Ulrich Thomsen) ist der älteste Sohn. Der stille und introvertierte junge Mann lebt inzwischen in Frankreich und arbeitet dort – ganz in den Fußstapfen seines Vaters – als Restaurant-Manager. Auch Helene (p:1020) hat es in die Ferne gezogen. Sie studiert Anthropologie und lebt mit ihrem Freund Gbatokai (Gbatokai Dakinah) zusammen, der aufgrund seiner dunklen Hautfarbe einige rassistischen Bemerkungen von Seiten des cholerischen Bruders Michael (Thomas Bo Larsen) über sich ergehen lassen muss. Michael ist mit seiner Familie angereist und sorgt aufgrund seiner agressiven und undiplomatischen Art immer wieder für Wirbel. Linda ( Lene Laub Oksen), die Zwillingsschwester von Christian, ist nicht dabei. Sie hat sich erst wenige Wochen zuvor infolge von Depressionen das Leben genommen.

Im Rahmen der Feierlichkeiten kommt dies allerdings nur am Rande zur Sprache. Im Glanz der Festlichkeiten wird gefeiert und gelacht. Bis Christian, der älteste Sohn und Zwillingsbruder von Linda, auf den Wunsch seines Vaters hin seine erste Rede hält.

Die AnspracheChristian hat seiner Ansprache den Titel “Wenn Vater Badete” verliehen. Trocken und ohne Umschweife berichtet er im Beisein aller Gäste davon, wie sein Vater ihn und seine Schwester Linda in ihrer Kindheit regelmässig sexuell mißbraucht hatte. Die Gesellschaft…

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Kommentare (63) — Film: Das Fest

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SteveJ

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Bewertung5.0Geht so

Die Inszenierung ist so sehr gelungen
(mal abgesehen von den Synchronstimmen),
dass ich nach dem Film leicht traurig, depressiv und genervt war. Das ist eigentlich ein Kompliment, trotzdem kein Film für mich...

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killmoves

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Bewertung3.0Schwach

Für mich müssen Filme in erster Linie Emotionen wecken. Alles andere kommt danach. Ein Film kann noch so unabhängig vom großen, bösen Hollywood erscheinen, noch so unkonventionell und anders sein, aber wenn er es nicht schafft mich emotional zu berühren, hat er bei mir versagt.
Bei "Das Fest" habe ich nichts gefühlt, außer vielleicht Verwirrung und Langeweile. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl dass man einfach versucht hat es wie ein "filmisches Meisterwerk" aussehen zu lassen, durch seltsamen Einsatz von Dialogen und der Kamerabewegungen.
Ich bin neuen Konzepten gegenüber nicht abgeneigt, die "Cloverfield" Wackelkamera zum Beispiel hat mir ganz gut gefallen. Aber das hier erscheint wie ein schief gelaufenes Experiment der Filmlandschaft.
3 Punkte für ab und zu auftauchende Spannung, und die für ein Drama doch recht gut geeignete Thematik, mit der durchaus ganz realistisch umgegangen wird. Mehr ist aber auch nicht drin, nochmal würde ich ihn mir nicht ansehen.

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Hooded Justice

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Bewertung2.5Ärgerlich

So furchtbar reizlos in Bilder gefasst und ätzend pseudorealistisch runtergespielt, dass mich das Schicksal keinen Moment aufgewühlt hat und in meinen Augen umso mehr versank. In 106 Minuten nicht nur anstrengend – was in gewissen Maßen ja gar für sich spricht –, sondern einfach nervig. Das ist für mich keine Filmkunst.

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FlintPaper

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Das Fest; Einer der wenigen Filme der Dogma 95er, die tatsächlich gut sind. Den Pseudo-Realismus anzuprangern, ist insofern ein bißchen unfair, weil das Ding quasi (einer) der Pionier(e) des "Pseudo-Realismus" ist - sozusagen.


Hooded Justice

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Das stimmt und ist als solches auch okay. Hat mich in Melancholia sogar wirklich gefasst und berührt. Hier leider überhaupt nicht.


Guardian23

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Bewertung9.0Herausragend

Was ich im Vorhinein anmerken muss: Ich habe den Film ohne vorherige Inhaltsangabe oder Trailer, lediglich aufgrund der durchweg guten Bewertung und Empfehlungen angeschaut und ...
... wurde nicht enttäuscht.

Anfangs fragt man sich, was nun aus dieser Story entstehen könnte. Man weiß irgendwie, dass hier wohl ein Streit kommen wird, jedoch ahnt man nicht, welchen Hintergrund dieser hat Christian aufsteht und diesen Satz sagt, fragt man sich kurz: '' Hab ich gerade richtig gehört? ''
Alles was danach folgt macht den Sachverhalt immer deutlicher, das Schicksal der Kinder begreifbarer und den Zuschauer mehr und mehr perplex und entsetzt.

Bleibt im Kopf

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fkfilmkritik

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Mann steht auf und hält zwei Karten in der Hand. Alle lachen locker. Er beginnt langsam. Das Gelächter wird lauter. Es beginnt auch lustig mit einer Kinder-Geschichte.
1 Minute später.
Das Lachen ist längst verstummt. Ein Mann steht auf klatscht und setzt sich sofort - peinlich berührt - wieder hin. Alle sind fassungslos keiner traut sich was zu sagen und genauso geht es mir in diesem Moment auch. Ich spule noch mal zurück und will wissen ob ich mich nicht doch verhört habe.
Wow. Das ist mal wieder eine dieser super-depressiven, morzspannenden, direkten und intensiven Perlen aus Skandinavien. DAS ist also wirklich Dogma. Das ist das erste Mal Dogma. Ich dachte Dogma wäre das kleine Gewackele von von Trier bei Filmen wie "Dogville". Aber nein, so muss das wirklich aussehen. Ist sogar noch großartiger. Zumindest in diesem Film. "Festen" ist - ganz ehrlich - einer der heftigsten Filme, die ich je gesehen habe. Bitter, bissig, böse, brutal, handfest, ehrlich, skrupellos, schonungslos, schmerzvoll, dogmatisch, morbide, durchdringend und einfach nur schockierend. Die wohl schrecklichste cineastische Entlarvung. Der Titel wirkt einladend doch schon beim ersten Bild erkennt man eine hässliche Kamera, die alle Szenen verwackelt, nicht belichtet, nicht scharf stellt, aber genau dies lässt ihn so unerbittlich real und eindringlich wirken. Die Inszenierung und das Szenenbild ist geschaffen für Ausnahmefilme wie diesen. Es lässt einen die volle Zeit das Blut in den Adern gefrieren. Es ist so eine fiese Szene, wie der Hauptdarsteller ganz normal aufsteht und so tut als würde er irgendeinen Witz erzählen und dabei so heftiges Schicksal vorträgt. Danach habe ich echt nur noch gezittert und gebangt wie die Geschichte weitergehen wird. Es wird weiterhin als wäre nichts passiert - gesungen, geklatscht, getrunken. Jedoch bleibt eben noch der eine Satz hängen und so schleppt man einen Film lang ein böser Hintergedanke, der die Stimmung des Festes massiv beeinflusst und wenn dann Ulrich Thomson das zweite und dritte Mal das Glas hebt, ist man nur noch verstört. So geht der Film dann auch intensiv ins Finale und verlangt einiges vom Zuschauer ab. Dieser wird aber mit einem der wohl packendste, gewagtesten und interessantesten Filme, die es je gab belohnt. Die Darsteller sind auch alle ganz großartig besonders Ulrich Thompson, der mir schon in "Brothers" zeigen konnte, was er drauf hat, ist eine absolute Wucht.
Zum Schluss muss ich nur noch meinen Dank an Thomas Vintenberg bedanken, dass er sich an diese extrem schwierige Geschichte ran getraut hat. Danke für dieses Meisterwerk!

P.S: Das ist jetzt für eine zeitlang mein letzter Text. Ich wünsche allen frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch und hoffentlich fröhlichere Feste. ;-)

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fkfilmkritik

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xD ja Hunter S. Thompson als Autor ist schon ziemlich gut, aber hier ist natürlich Schauspieler gemeint. Danke für´s Aufmerksam machen. :)


Tjeorrmy

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Super. Merke ich mir. Und Dir auch ein Frohes.


Kreaexo

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Bewertung9.5Herausragend

Der erste Film der 'Dogma 95' stellt sich als etwas völlig anderes heraus, als ich erwartet habe. Er ist schockierender, eindringender und skrupelloser als erwartet.

'Das [Geburtstags-]Fest' von Helge steht schon seit Beginn an unter keinem guten Stern, als einer der Söhne (Michael) aufgrund seines Hangs gelegentlich die Fassung zu verlieren eigentlich gar nicht eingeladen war. Doch der wesentliche Unruhestifter ist der andere Sohn Christian, mag man seine Anschuldigungen seinem Vater gegenüber zu Anfang nicht glauben, kristallisieren sie sich im Laufe der Zeit und stellen sich als bittere Wahrheit heraus.

Mögen diese Vorwürfe für den einen oder anderen noch nicht die Spitze des Eisberges gewesen sein, hat der Film noch ein Ass im Ärmel. Und das ist nicht nur die offene Art, mit Hass und Gewalt umzugehen, sondern auch die geschwungene Rassismus-Keule. Als der farbige Mann von Helene Gbatokai auf dem Anwesen auftaucht beginnt diese schon zu schwingen und schlägt dann etwas später auf der eigentlichen Feier voll zu, was mich sehr erschüttert hat. Aber genau das hat dieser Film gebraucht, damit wurde der verstörende Höhepunkt geliefert. Natürlich hätte man diesen auch anders erreichen können, aber ich finde, dies war die beste, schonungsloseste und unberechenbarste Art diesen Gipfel zu erlangen.

Laut der 'Dogma 95' ist es unter anderem verboten: Filme mit etwas anderem außer Handkameras zu filmen, Spezial Effekte anzuwenden, zusätzliche Musik vom Band einzuspielen und Requisiten zu beschaffen, die nicht beim eigentlichen Drehort vorkommen. Hier wurde sich an jeden Punkt gehalten und genau das macht den bestimmten Reiz aus. Er ist weder überladen, noch minimalistisch; dieses Kammerspiel bewegt sich genau zwischen den beiden Extremen und das sehr gekonnt.
Zu verdanken ist dies der hervorragenden Arbeit des Regisseurs Thomas Vinterberg, den bravourös agierenden Schauspielern und den authentischen Dialogen.

PS: Unter dem Aspekt, dass ich in den letzten 3 Tagen 3 Filme gesehen habe, bei denen dänische Regisseure und Schauspieler wirkten und ich diese Filme überragend finde, stelle ich nun die These auf, dass die Dänen als filmschaffende Nation komplett unterschätzt sind.

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Lüni

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Bewertung9.5Herausragend

Ich war damals ohne Vorwissen über den Inhalt des Filmes ins Kino gegangen. Und dieser Film hat mich zutiefst schockiert. Der Zeitpunkt wo Christian aufsteht und berichtete was hinter der schönen Fassade seiner betuchten Familie so vor sich geht, da fühlte man sich genauso hilflos wie die nichtsahnenden Verwandten. Mag übertrieben dargestellt sein wie die Verwandten da sitzen und so tun als wäre nichts und ihrem Essen frönen. Aber wenn man drüber nachdenkt wollte der Regiesseur wahrscheinlich genau das vermitteln. Die Menschen schauen weg, wollen einfach nicht sehen, ihre heile Welt behalten. Aber manchmal muss man einfach hinschauen und ertragen so schwer es einem auch fällt.

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Hellbilly

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Inhaltlich ist dieser Film eine wahre Perle. Die Geschichte der vollkommen kaputten Familie, die auf einer Familienfeier vor dem versammelten Clan aufgearbeitet wird, funktioniert auf den Punkt. Der krasse Gegensatz zwischen den harschen Vorwürfen gegen den Vater und den ungläubigen, schließlich fast verzweifelten Versuchen, eine ganz normale Feierstimmung aufrechtzuerhalten, vermag wirklich zu unterhalten. Auch schauspielerisch werden die verschiedenen Rollen stark und mit viel Nachdruck verkörpert.
Wellenförmig wechseln sich laute und leise Szenen ab – genauso verhielt es sich bei mir mit der Laune. Auf Szenen, die einfach nur zum Loslachen sind, folgen unvermittelt Szenen, bei denen einem alles im Hals stecken bleibt. Es wird eine nachdenkliche, von Vorwürfen geprägte und gleichsam komisch veranlagte Stimmung geschaffen, die ganz sicher nicht jedermanns Fall ist. Auch das abrupte Ende lässt einen irgendwie verdutzt und verstört, aber auch erleichtert zurück.
Mir gefällt das allerdings sehr gut – ich bin ja eh ein Fan des eher spezielleren Films.

Jedoch überzeugt die optische Umsetzung dagegen, zumindest mich, überhaupt nicht. Bei der Kameraführung kommt einem, gelinde gesagt, das Kotzen!
Verwackelte und grieselig Bilder, überzogener Einsatz von Nahaufnahmen, durchs Bild spazierende Akteure und eine Farbgebung die sich größtenteils auf Weiß, Schwarz und Braun-/Beigetöne beschränkt.
Die optischen Mittel unterstreichen zwar die Atmosphäre der unruhigen und von einer dunklen Geschichte überschatteten Feier, sind für meinen Geschmack aber dennoch zu einseitig gewählt.

Ganz gezielt wird eine ganz bestimmte Atmosphäre aufgebaut, die ebenfalls nicht mainstreamfähig ist. Mir wäre eine andere Umsetzung deutlich lieber, aber ich kann damit leben.
Letztlich kommt eine starke 8,0 raus – der Film ist etwas Besonderes und lässt sich nicht leicht in eine bestimmte Kategorie einordnen. Auch die Reaktionen, die er beim Zuschauer hervorruft, sind sicherlich grundverschieden, aber macht das einen Film nicht grade interessant?
Absolute Empfehlung!

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Punsha

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Bewertung7.5Sehenswert

Es gibt Stories, die aufgrund ihrer traurigen Wahrheiten gar nicht erst verfilmt werden sollten. "Festen" gehört definitiv dazu und Regisseur Thomas Vinterberg traute sich einen äußerst makaberen Film auf die Leinwand zu bringen.
Helge Klingenfeldt-Hansen feiert seinen 60. Geburtstag auf seinem Anwesen. Sein ältester Sohn Christian nutzt diese Gelegenheit, um seinen Vater des Missbrauchs bloß zustellen. Die Stärke des Films liegt in seiner traurigen Realität: Die Familienmitglieder reagieren ignorant, verdutzt und strotzen nur so vor Scham. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sehr viele Familien genauso reagieren würden. Außerdem besticht "Festen" durch seine großartig passende Kameraführung, die durch leichte Verwackelungen wirkt, als sähe man ein kleines Privatvideo.
Es könnte aber durchaus sein, dass der Film durch das Thema des Kindesmissbrauchs, sowie die Anspielung von Rassismus für so Manchen ziemlich geschmacklos erscheint.
Das sollte aber jeder für sich selbst entscheiden und dem Film auf jeden Fall eine Chance geben. Die vortreffliche Inszenierung macht "Festen" für mich jedenfalls mehr als nur sehenswert.

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GubbelGustav

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dieser Film ist fabelhaft, ergreifend und ein Meisterstück der Filmkunst.

Es passt nahezu alles!
Angefangen bei der packenden und unkonventionellen Kameraführung, über die sensationellen Schauspielleistungen, bis hin zu den menschlichen Dialogen fernab der verträumten Hollywoodgesprächsschablonen.

Ich habe fast vergessen, dass ich einen Film schaue. Ich dachte, ich sei Augenzeuge einer familiären Demontage.

Schaut es euch bitte an.

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Sigmund

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Private Filmgeschichtchen, Folge 4:
Das bisher einzige Mal in meinem Leben, dass es wegen eines Films beinahe zu Handgreiflichkeiten kam, ereignete sich direkt im Anschluss an einen Kinobesuch von DAS FEST. Der neue Freund einer alten Bekannten grummelte da sinngemäß: er werde nie begreifen, warum man sich solche „Runterzieher“ überhaupt antun müsse – während ich ungefähr fand, gerade eines der großartigsten von Menschenhand jemals geschaffenen Werke gesehen zu haben. Wenige Minuten später musste meine Bekannte körperlich dazwischengehen, denn ihr Typ und ich bellten uns so heftig an, dass sich unsere Nasen fast berührten.
Inzwischen ist mir klar geworden, dass nicht wenige Menschen es um jeden Preis vermeiden, sich mit gewissen Dingen auseinanderzusetzen – und vielleicht funktioniert diese Art zu leben sogar irgendwie. Nur erscheint mir der Ansatz, Traurigkeit, Abgründe oder Schmerz einfach von sich weg zu schieben als der bitterste Runterzieher überhaupt.

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Sigmund

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Das freut mich! :)


Digit

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Ich denke viele Menschen brauchen so etwas nicht zum glücklich sein, viele Persönlichkeiten fühlen sich allerdings zu Schwermütigkeit und Trauer hingezogen, allerdings kann dies in manchen Fällen auch eine Gratwanderung sein, die in Richtung Depression tendieren kann...

Grüße


makrelenlachs

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zu Anfang des Filmes war der Dogma 95 Stil etwas bis sehr gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit hab ich mich aber auch daran gewöhnt, da er aufgrund der sehr guten und interessanten Geschichte sehr in den Hintergrund gerückt ist.
Ich frage mich jedoch, wie der Film ohne Dogma 95 wäre und ob er die gleiche Wirkung erziehlt hätte. Alles in allem ein sehr interessanter Streifen.

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Sigmund

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Dann sind 8 Punkte aber n bisschen knickrig!


makrelenlachs

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Ich find acht Punkte sind schon ne heiße Kiste. Und es bleibt ja der Dogmastil, der mir nicht ganz so liegt. Das ließ sich trotz der sehr guten Geschichte leider nie komplett verdecken.


dae-su

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Bewertung9.0Herausragend

Herausragend.

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heikschn

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Bewertung7.5Sehenswert

Extrem spannender Film, fesselt mehr als so mancher Krimi. Ist ja aber auch ein brisantes Thema. Auf mich wirkten die Reaktionen der Gäste zunächst befremdlich. Nach Diskussion zum Thema mit Personen, die eigene Erfahrungen in dem Bereich gemacht haben, weiß ich nun, dass es durchaus nicht unnatürlich ist, dass Außenstehende zunächst mit Skepsis auf solche Art Neuigkeiten reagieren und nicht wahrhaben wollen, dass eine ihnen nahe stehende Person so etwas tut. Und wenn dann der Informant auch noch eine Vergangenheit in der Psychiatrie hat ...

An den Dogma-Stil musste ich mich zunächst gewöhnen. Im Grunde passt dies aber um so besser zum Film. Man fühlt sich noch viel näher am Geschehen, alles wirkt authentischer.

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Delonghi

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Bewertung4.0Uninteressant

Also wirklich, die Reaktionen auf die Beichte des Kindesmissbrauches sind von allen Seiten, bis auf Ulrich Thomsen selbst, überhaupt nicht nachzuvollziehen und in meinen Augen völlig realitätsfremd. Da haben wir nur mit den Kopf geschüttelt und laut gesagt " So ein Quatsch"!!

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pearlEX

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In derartig "gehobenen" Kreisen wie diesen sind solche Reaktionen durchaus denkbar. Unsicherheit, Etikette und geheuchelter Anstand stehen hier über spontanen Emotionen. Gerade das macht einen großen Teil des bedrückenden Gefühls aus, welches man während des gesamten Filmes verspürt.
90% aller Zuschauer hätten vermutlich anders reagiert - das macht den Film nicht weniger realistisch.


Delonghi

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Sehr interessante These von Dir, wenn man es tatsächlich aus dieser Sicht sehen mag. Vier Augen sehen manchmal ja mehr als zwei.
Das macht das Ganze dann doch noch etwas "perverser", also die Reaktionen teilweise. Aber danke für den Austausch!


Flunsi

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Bewertung7.0Sehenswert

Sehr, sehr anstrengend. Zu sehr. Und dazu noch das Fremdschämen.
Liegt mir jetzt noch schwer im Magen! Gibt nicht viele Filme die das schaffen.
Ich weiss nicht wie ich die nächste Familienfeier überstehen soll, zumal ich diese schon vor dem Film gehasst habe. ^^

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Hendrik

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der ideale Film für alle, die keine Familienfeiern mögen. Denn bei dieser Sippe stimmt so einiges nicht, auch wenn die Mitglieder vergeblich und immer verzweifelter versuchen, ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Manchmal glaube ich das auch bei mir etwas nicht stimmt: Nicht nur das ich billige Delling'sche Überleitungen verwende, sondern auch das ich DAS FEST überraschenderweise niemals als anstrengend sondern stellenweise sogar als witzig empfand. Aber was ist schon normal..?

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comehome

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Bewertung2.0Ärgerlich

der Film hat echt genervt, wacklige Kamera, seltsam überzogene Story. Ich glaub skandinavische Filme sind einfach nicht meins.

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hoffman587

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Ich wird eher Dogmafilme sagen.


Schloøpselcki

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Doch ja, hat gefallen. Als ich gesehen hab das da ein Dogmawerk vor mir liegt hab ich mich schonmal mental auf einen anstrengenden Abend vorbereitet und das war auch notwendig. Wie gewohnt (ich glaube DAS FEST ist der erste Dogmafilm?) wird die Geschichte schrecklicher und schrecklicher, ohne jedoch jemals zu übertreiben: Alles was man zu sehen bekommt ist sehr authentisch, vieles hat man wahrscheinlich selbst schon ein Mal erlebt und vor allem der Einsatz einer Handkamera vermittelt den Eindruck, man verfolge ein Homevideo einer wirklich stattfindenden Familienfeier. Um diesen Effekt zu erzielen wird auch auf Ausleuchtung der Drehorte verzichtet. Allerdings hat mich die Handkamera an manchen Teilen auch ziemlich genervt, dieses elende Gewackel hat mir viele Szenen versaut. Das Frühstück am nächsten Morgen macht diese Verluste allerdings wieder wett denn so eine authentische Schauspielleistung habe ich selten zu sehen bekommen dürfen. Erschreckend authentisch. Erwähnte ich bereits die Authenzität?

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Schloøpselcki

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gut so meinte ich das nun nicht und vor allem mit einem solchen Schicksal wie dem von Christian sollte man in der Hinsicht ja nicht spaßen aber solche Rituale.. wie zum Beispiel die Polonese oder was weiß ich Feindschaften unter den Familienmitgliedern, das kommt doch oft vor. Und auch Misshandlung kommt in mehr Familien vor, als man glaubt (ich kenne zwei Fälle aus befreundeten Familien). Ich meine nicht, dass ich jede dargestellte Situation schon erlebt habe sondern, dass jede Familie in Ansätzen so ist wie diese.


ihre-herrlichkeit

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Okay. :)


stuforcedyou

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Beginn ist schon etwas holprig, denn außer der Hauptfigur Christian scheinen alle anderen Anwesenden auf diesem großangelegten Familienfest seltsam bis kurios: Der kleine Bruder scheint ein chauvinistischer Trottel zu sein, die Schwester überfordert und auch die anderen Gäste machen irgendwie den Eindruck als kämen sie aus einem Kuriositäten-Kabinett. Deswegen wirkt „Das Fest“ anfänglich auch so eigen- und fremdartig. Es liegt nicht nur an der unruhigen Kamera, dem grobkörnigen Bild oder dem Verzicht auf cineastische Beleuchtung.

Sobald Christian aber bei der Vorspeise das Wort hat und seinen Vater sowie den gesamten Familien- und Bekanntenkreis mit einer schockierenden, drastischen Wahrheit konfrontiert ist der erste Eindruck verflogen. Ab jetzt ist „Das Fest“ eine realistische, kompromisslose Demonstration über die Verdrängung. Wie Christian nach und nach immer mehr für die Wahrheit kämpft, wie Familienpatriarch Helge und seine Frau versuchen die unbequeme Wahrheit mit einem verkrampften Lächeln auszusitzen und vor allem wie mühelos die anderen Gäste wieder auf schöne, heile Welt machen ist beängstigend gut in Szene gesetzt.

Die Maschenerie der Verdrängung kennt dabei fast keine Grenze. Zur Not versucht man die ungeliebte Wahrheit mundtot zu prügeln, oder man schleppt sie in den Wald und fesselt sie an einen Baum. Die Gäste machen derweil eine Polonaise, singen, essen, schwatzen, nur nicht zurück erinnern. Ein Gegenentwurf dazu scheint das Küchenpersonal zu sein. Auch hier gibt es einen Patriarchen, der die Familie ähnlich gut kennt wie Vater Helge, aber dessen Sohn Christian unterstützt, so wie es ein Bilderbuch-Vater tun würde.

Das grandiose bei „Das Fest“ ist, dass er aufzeigt wie die geheuchelte Welt langsam aber sicher von innen aufgebrochen wird. Am Ende ist nichts mehr wie vorher, aber man trifft sich dennoch gesittet am Frühstückstisch. Am Ende, obwohl doch alles zusammengebrochen ist, folgt man dennoch der Patriarchismus. Vielleicht zum letzten Mal?

Am Ende meines Kommentars möchte ich noch speziell die darstellerische Leistung des Ensembles würdigen, vor allem aber Ulrich Thomsen. Sein Christian ist schlicht und einfach eine Wucht. Seine Wandlung zeigt Thomsen jederzeit authentisch und selbst in seinen scheinbar stärksten Momenten wirkt er immer noch verletzlich. Für mich eine der besten Szenen des Films ist die Ansprache der Mutter, selbst bei der nun mehr fünften Sichtung haut mich die Szenen mit Thomsen Spiels jedesmal wieder um.

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