Metropolis
Metropolis (1927), DE Laufzeit 153 Minuten, FSK 6, Drama, Science Fiction-Film, Kinostart 12.05.2011
69 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6433 Bewertungen
103 Kommentare
Keine
von Fritz Lang, mit Alfred Abel und Gustav Fröhlich
In der technokratischen Riesenstadt Metropolis leben Arbeiter und Oberschicht völlig isoliert voneinander. Arbeiter gelten als minderwertig und müssen in den Tiefen der Erde, wo es weder Sonne noch Freude gibt, vegetieren und wohnen in engen Massenunterkünften. Die Reichen und Mächtigen aber residieren hoch über dem Boden von Metropolis. Ihre Söhne leben in einer eigenen Stadt mit dem „Haus der Söhne“, den Universitäten, einem gigantischen Stadion und den paradiesischen „Ewigen Gärten“, wo die schönsten Mädchen „gezüchtet“ werden wie Pflanzen.
Dort lebt auch Freder Fredersen (Gustav Fröhlich), Sohn des mächtigen Fabrikanten und Erbauers der Stadt Joh Fredersen (Alfred Abel), der die Stadt vom „Neuen Turm Babel“ aus regiert. Eines Tages steigt sein Sohn in die Arbeiterstadt hinab, um dort der viel verehrten Maria (Brigitte Helm) zu begegnen, die den Arbeitern mit ihren Predigten von Liebe und Klassenlosigkeit immer wieder Hoffnung schenkt. Als Freder die Lebensverhältnisse der Unterwelt von Metropolis sieht und Marias Predigt hört, beschließt er, sich ihrer Bewegung anzuschließen und eine Revolution zu starten.
Währenddessen entwickelt der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) einen Roboter, der Marias Züge trägt, ihre Stellung einnimmt und die Arbeiter in seinem Sinne beeinflussen soll. Von der lasziven Roboter-Maria aufgestachelt, verlassen die Menschen ihre Maschinen, verwüsten die Arbeiterstadt und lösen so die Überschwemmung der Stadt aus, die vor allem die Arbeiterkinder in große Gefahr bringt. Metropolis kann nur noch durch den Einsatz der echten Maria und Freders gerettet werden…
Rekonstruktion
Die bei der Uraufführung (10. Januar 1927 in Berlin) gezeigte…
In der technokratischen Riesenstadt Metropolis leben Arbeiter und Oberschicht völlig isoliert voneinander. Arbeiter gelten als minderwertig und müssen in den Tiefen der Erde, wo es weder Sonne noch Freude gibt, vegetieren und wohnen in engen Massenunterkünften. Die Reichen und Mächtigen aber residieren hoch über dem Boden von Metropolis. Ihre Söhne leben in einer eigenen Stadt mit dem „Haus der Söhne“, den Universitäten, einem gigantischen Stadion und den paradiesischen „Ewigen Gärten“, wo die schönsten Mädchen „gezüchtet“ werden wie Pflanzen.
Dort lebt auch Freder Fredersen (Gustav Fröhlich), Sohn des mächtigen Fabrikanten und Erbauers der Stadt Joh Fredersen (Alfred Abel), der die Stadt vom „Neuen Turm Babel“ aus regiert. Eines Tages steigt sein Sohn in die Arbeiterstadt hinab, um dort der viel verehrten Maria (Brigitte Helm) zu begegnen, die den Arbeitern mit ihren Predigten von Liebe und Klassenlosigkeit immer wieder Hoffnung schenkt. Als Freder die Lebensverhältnisse der Unterwelt von Metropolis sieht und Marias Predigt hört, beschließt er, sich ihrer Bewegung anzuschließen und eine Revolution zu starten.
Währenddessen entwickelt der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) einen Roboter, der Marias Züge trägt, ihre Stellung einnimmt und die Arbeiter in seinem Sinne beeinflussen soll. Von der lasziven Roboter-Maria aufgestachelt, verlassen die Menschen ihre Maschinen, verwüsten die Arbeiterstadt und lösen so die Überschwemmung der Stadt aus, die vor allem die Arbeiterkinder in große Gefahr bringt. Metropolis kann nur noch durch den Einsatz der echten Maria und Freders gerettet werden…
Rekonstruktion
Die bei der Uraufführung (10. Januar 1927 in Berlin) gezeigte Urfassung von Metropolis existiert leider nicht mehr, da der ursprüngliche Film von ca. 210 Minuten Länge in der Folgezeit mehrfach umgeschnitten wurde und viel Originalmaterial verloren gegangen ist. Die bis 2010 werktreuste und längste Rekonstruktion des Films wurde im Februar 2001 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in erstaunlich gut restaurierter Bild- und Tonqualität veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis einer umfassenden Suche nach Metropolis-Fragmenten in aller Welt, hat aber nur eine Gesamtlaufzeit von 117 Minuten. Anhand wiedergefundener Partituren der Originalmusik jedoch konnten fehlende Szenen durch Standbilder und Texttafeln ersetzt werden, um so den in früheren Fassungen entstellten Sinn der Handlung wiederherzustellen. Ebenso war es möglich, die originale Schnittfolge und die Original-Filmmusik zu rekonstruieren. Die rekonstruierte Metropolis-Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung gehört zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.
2008 wurde im Filmmuseum von Buenos Aires eine 16-mm-Kopie mit der fast vollständigen, verloren geglaubten Original-Auslandsversion entdeckt. Der argentinische Filmverleiher Adolfo Z. Wilson hatte unmittelbar nach der Berliner Metropolis-Premiere eine Kopie erworben, welch nach vielen Vorführungen in die Sammlung des Filmkritikers Manuel Peña Rodriguez überging und schließlich – ungesehen – im Museum landete. Diese Metropolis-Fassung enthält nahezu alle nach der Uraufführung herausgeschnittenen Szenen und ist mit Zwischentexten in Spanisch versehen. Mit Hilfe dieser Kopie konnte die Rekonstruktion der Murnau Stiftung von 2001 an zahlreichen Stellen ergänzt werden. 2010 wurde diese ergänzte Fassung im Rahmen der Berlinale dem Publikum präsentiert. Sie entspricht im Wesentlichen der Urfassung von Metropolis, es fehlen nur 8 Minuten Originalmaterial.
Finanzielles Fiasko
Für Metropolis war 1926 ein Budget von 1,5 Mio. Mark eingeplant worden, doch Fritz Lang überzog es auf über 6 Mio. Mark. Der Film hätte Millionen von Zuschauern in die Kinosäle ziehen müssen, um der Produktionsfirma ein finanzielles Fiasko zu ersparen. Auch Befürworter wie Luis Buñuel konnten Metropolis den vorübergehenden Untergang nicht ersparen. Erst Jahre später wurde die Bedeutung des Films für das Genre des Science-Fiction und die zentrale Rolle für den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit erkannt. Aufgrund des finanziellen Fiaskos wurde Metropolis schon drei Monate nach seiner Uraufführung wieder aus den Kinosälen genommen. Die Ufa musste verkauft werden. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Kinokarten zu Metropolis auch ungewöhnlich teuer waren und wenige sich den Eintritt leisten konnten. Bei einem Durchschnittseinkommen eines Arbeiters von 267 Reichsmark kostete eine Kinokarte normalerweise 77 Pfennig. Die Karte zu Metropolis kostete jedoch 4-8 Mark.
Reaktionen der Kritik
“Eine Menschheitssinfonie von brausender Melodik und ehernem Rythmus”, so stelle die Ufa Metropolis vor. Zur Uraufführung im Ufa-Palast am Nollendorfplatz in Berlin wurde die gesamte Fassade des Kinos versilbert und über dem Kinoeingang eine riesige Requisite aus der Unterwelt des Films angebracht. Doch die zeitgenössischen Kritiken waren mehr als vernichtend. Obwohl Luis Buñuels Aussage, Metropolis sei “ein gigantisches Ballett” und das “herrlichste Bilderbuch” die filmästhetische Seite des Films lobte, zeigten sich viele Kritiker enttäuscht von der oberflächlichen bis kitschigen Handlung. So bemängelte Kracauer die “Neigung zu pompöser Ornamentalisierung” und die “übercodierten Bilder”. Das Schlussbild, in dem eine Versöhnung der Klassen durch das “Herz” gefordert wird, interpretierte Kracauer als nationalsozialistische Aussage. Für ihn stellte Joh Fredersen den Übervater dar, der wie Goebbels zu den Massen spricht.
Heutzutage nimmt Metropolis unbestritten einen Platz als Meilenstein der Filmgeschichte ein. Die Bedeutung für das Genre des Science-Fiction kann nicht mehr bestritten werden. So greifen Filme wie Das fünfte Element oder Blade Runner direkt auf Metropolis zurück. Die Spezialeffekte aus Metropolis werden noch heute bewundert, man ist sich einig, dass die kinematographische Umsetzung sich über das teilweise naiv anmutende Drehbuch und die eindimensionalen Charaktere hinwegzusetzen vermag. Für Janis El-Bira etwa ist Metropolis der “bedeutendste Film deutscher Herkunft” ein, der sich mit Werken wie Geburt einer Nation messen kann. Als “Ein Jahrhundertwerk, das man gesehen haben muss” vereine Metropolis vehemente Sozialkritik mit bombastischem Dekor und einer symbolschwangeren Handlung. Seine andauernde Bedeutung in der Filmgeschichte wird der Zukunftvision Langs angerechnet, die schon 1927 vom urbanen Leben und der Entfremdung von der Arbeit spricht. Sein düsteres Menschenbild sollte sich noch in vielen anderen Science Fiction-Filmen fortsetzen. (AW)
Mehr Bilder (7) und Videos (3) zu Metropolis
Cast & Crew
- Genre
- Sozialdrama, Utopie & Dystopie, Drama, Science Fiction-Film
- Zeit
- 2000er Jahre, Zukunft
- Ort
- Metropole
- Handlung
- Aggressivität, Arbeit, Arbeiter, Aufstand, Bespitzelung, Brücke, Doppelgänger, Entführung, Erfinder, Erfindung, Ertrinken, Fabrik, Garten, Geschöpf, Hammer, Heldin, Hochhaus, Hunger, Industriegesellschaft, Industrielle Revolution, Industrieller, Katakomben, Katastrophe, Kathedrale, Kinder, Klassengesellschaft, Klassenkampf, Kuss, Labor, Liebe, Luxus, Maschine, Maschinenstadt, Mensch gegen Maschine, Mob, Proletariat, Rache, Revolte, Revolution, Roboter, Sabotage, Scheiterhaufen, Skelett, Soziale Ungerechtigkeit, Springbrunnen, Stadion, Streik, Suizid, Telefon, Turm zu Babel, Untergrund, Untergrund-Welt, Unterirdische Stadt, Unterschicht, Unzufriedenheit, Utopie, Vater-Sohn-Beziehung, Verfolgungsjagd, Visionen, Wut und Hass, Überflutung
- Stimmung
- Aufregend, Ernst, Spannend
Fans dieses Films mögen auch
Fans dieses Films gefiel auch
News zum Film Metropolis
Aktuelle moviepilot-Interviews
Schauspieler und Filmemacher
Gruppen zum Film Metropolis
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
Links zum Film Metropolis
- Metropolis: film-zeit.de


M - Eine Stadt sucht einen Mörder
Das Cabinet des Dr. Caligari
Nosferatu, eine Symphonie des Grauens
Stalker
Angst essen Seele auf





















Kritiken (9) — Film: Metropolis
Thomas Winkler: fluter Thomas Winkler: fluter
Kommentar löschenNun ist dieser Film, der einer der wichtigsten in der Geschichte des bewegten Bildes ist, nahezu wieder in seiner Gänze zu sehen. [...] Einige Figuren bekommen nun erst eine Bedeutung, Handlungsstränge vervollständigen sich, Sinn wird wiederhergestellt. Was bleibt, ist eine schon damals als moralinsauer verurteilte Botschaft und die expressionistische Schauspielkunst des Stummfilms, die heute bisweilen pompös wirkt. Aber eben auch: Bilder und Ideen, die eine sagenhafte Wirkung entfaltet haben und bis in unsere Tage nachwirken.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Vanja Budde: Deutschland Radio Vanja Budde: Deutschland Radio
Kommentar löschenRiesige Wolkenkratzer unter einem düsteren Himmel, Straßenschluchten mit scheinbar schwebenden Schienenbahnen, Neonlichter und Maschinen-Menschen: Fritz Lang schuf mit Metropolis neue visuelle Effekte, die auch heute noch beeindrucken.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Rupert Koppold: Stuttgarter Zeitung Rupert Koppold: Stuttgarter Zeitung
Kommentar löschenDass die "neuen" Teile deutliche Verschleißspuren aufweisen, kann der triumphalen Rückkehr von "Metropolis" nichts anhaben, im Gegenteil, sie tragen zur Aura bei, sie sind sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit eines Films, der zum deutschen Nationaldenkmal geworden ist.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Jeldrik Mon, 13 Jun 2011 06:14:08 -0000
Antwort löschenim Gegenteil, sie tragen zur Aura bei, sie sind sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit
Yster Sun, 31 Jul 2011 13:21:49 -0000
Antwort löschenich mach mal weiter:
sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit
Andreas Banaski: Der Spiegel Andreas Banaski: Der Spiegel
Kommentar löschenDer an akademischen Debatten weniger interessierte Filmfreund sollte sich [bei der restaurierten Fassung von Metropolis] einfach an einer visionären Ästhetik erfreuen, die entstanden ist unter Mitarbeit der größten Könner der Kameraführung, des Set Designs und der Spezialeffekte, und die stilbildend wurde für zahllose Science-Fiction-Filme.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Asokan Nirmalarajah: Schnitt, Moviemaze Asokan Nirmalarajah: Schnitt, Moviemaze
Kommentar löschenDas Ergebnis bleibt weiterhin ein filmisches Fragment und unterscheidet sich von der letzten Fassung nur insofern, als einzelne Szenen um ein paar Einstellungen länger geworden sind und ein weiterer Handlungsstrang hinzukommt. [...] Metropolis bleibt auch beim erneuten Schauen ein Faszinosum, aufwendig produziert und voll spektakulärer Bilder, ästhetisch aufregend, inszenatorisch mitreißend und regelrecht sprudelnd vor wilder Imagination und irrsinniger Ambition. [...] Metropolis bleibt als ein monumentales Kinoevent mit Anspruch somit Pflichtprogramm, ein »zeitloses Zeitdokument«.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Volker Mazassek: programmkino.de Volker Mazassek: programmkino.de
Kommentar löschenDurch das neue Material erlangt der Film insgesamt, vor allem aber im von Wassermassen und Verfolgungen beherrschten Finale seinen ursprünglichen Rhythmus wieder. [...] Auch die digitale Bearbeitung der aufgefundenen Filmstreifen konnte ihre tiefen Wunden nicht schließen. Blass und ausgewaschen sind die Bilder, vielfach zerkratzt zudem. Kontrast und Tiefe fehlen. [...] Leicht lässt sich darüber hinwegsehen, dass der Film seine versöhnende Botschaft ("Mittlerin zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein") arg plakativ unters Volk bringt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Gebhard Hölzl : br-online Gebhard Hölzl : br-online
Kommentar löschenMan darf wieder zitieren, was der berühmte Soziologe und Filmtheoretiker Siegfried Krakauer einst über das Meisterwerk geschrieben hat: "’Metropolis' beeindruckt das deutsche Publikum, die Amerikaner genossen seine technische Brillanz, die Engländer dünkten sich erhaben, und die Franzosen zeigten sich von einem Film, der ihnen wie eine Mischung aus Wagner und Krupp und im Ganzen als alarmierendes Zeichen deutscher Vitalität erschien, beunruhigt."
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenAls im Sommer 2008 im „Museo del Cine“ von Buenos Aires längst verloren geglaubte Szenen aus Fritz Langs „Metropolis“ (1927) ans Tageslicht kamen, wurde der Fund als Sensation bewertet. Denn „Metropolis“ übte einerseits einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Filmgeschichte und insbesondere auf die Ästhetik des Science-Fiction-Genres von Georg Lucas’ „Krieg der Sterne“ über Ridley Scotts „Blade Runner“ bis Tim Burtons „Batman“ und Steven Spielbergs „A.I. Künstliche Intelligenz“ aus, weshalb Fritz Lang visionärer Spielfilm als erster Film überhaupt in das UNESCO-Register des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Zum andern wird an der Restaurierung von „Metropolis“ seit fast einem halben Jahrhundert gearbeitet, weil die ursprüngliche Fassung unmittelbar nach der Premiere am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo verstümmelt wurde.
In der nun vorliegenden Fassung wird die Rivalität zwischen Fredersen und Rotwang erst richtig verständlich, weil eine Schlüsselszene wieder eingefügt wurde. Zum wiederentdeckten Material gehört weiterhin der Handlungsstrang um den Arbeiter Georgy und dem entlassenen Sekretär Fredersens Josaphat, mit dem sich Freder verbündet. Diese in den bisherigen Fassungen kaum vorhandene Nebenhandlung beleuchtet das für Fritz Lang wichtige Sujet der Freundschaft. In der nun restaurierten Fassung von „Metropolis“ wird Fritz Langs meisterhafter Umgang mit filmischen Mitteln wie Überblendungen, Kamerafahrten und nicht zuletzt mit der Inszenierung von Massenszenen besonders augenfällig.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenEr ist der größte Klassiker des deutschen Kinos. Und der erste Film, der von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Und doch ist "Metropolis" nur ein Fragment. Noch in der mustergültigen Rekonstruktion des Films von 2001 muss man vorab lesen: "Über ein Viertel des Films muss als verschollen gelten." Nun nicht mehr: Es sind neue Szenen, ja ganze Sequenzen aufgetaucht. [...] Die „neuen“ Szenen fügen sich nicht nur bestens ein in die Dramaturgie der 2001-Version und bestätigen damit, wie ordentlich sie rekonstruiert wurde. Sie bieten auch einen noch reichhaltigeren, noch spannenderen Film. Das Klischee vom genialen Künstler und dem profanen Verstümmler, es stimmt.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (92) — Film: Metropolis
onauratoutvu Tue, 14 May 2013 22:36:21 -0000
Kommentar löschenEin Monstrum von Film!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jek-Hyde Thu, 02 May 2013 15:12:36 -0000
Kommentar löschenFitz und die Mutter der Gesellschaftskritischen Scifises.
Metropolis ist sehr, seeeeeeehr Theatralisch inszeniert, was eine Stärke für den Film ist. Das er Stumm ist und sonst nur von teilweise, sehr passender und sehr Brachialer Musik heimgesucht wird ist ebenfalls Positiv erwähnt. Eins, was mir wohl negativ auffiel, war der langweilige Anfang wo alle im Garten herumhüpfen. Die Kulissen sind der Wahnsinn, aber was wurde eigentlich noch nie erwähnt? Vermutlich muss ich dafür aus den höhen der Objektivität in die Tiefen der Subjektivität abtauchen.
Vermutlich gefielen mir gerade die Charaktere, die man wohl nicht mögen sollte, so konnte ich zum Beispiel den verrückten Professor Rotwang einiges abgewinnen und fand die Roboterfrau bei weitem besser als ihren nette, GLÄUBIGE (vor ekel wellt sich mein Zwerchfell) "Schwester". Besonders dieses übertriebene Gestikulieren verfehlte seine Wirkung nicht. Ab jetzt wird gespeulert: Was wäre wohl gewesen, wenn nicht die Roboterfrau auf den Scheiterhaufen gelandet wäre? Was wäre Metropules mit etwas weniger Optimismus gewesen, außer vielleicht eine Dystorpie in Reinkultur?
Im Endeffekt fand ich hätte man auf das eine oder das andere mehr eingehen können. Allerdings fiel viel den Keulengroßen Symboliken zum Opfer, was aber kein Nachteil ist.
Warum gebe ich diesem Meisterwerk also NUR eine 7,5/10? naja, eigentlich müsste es eine 7,8 oder 7,9/10 sein, aber so genau ist MP zum Glück nicht.
Außerdem drängt sich mir eine Frage auf: es heißt am Ende: "Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein."
Warum das Herz? Ich verstehe schon die Symbolik, aber warum ist immer das Herz für Liebe und Gewissen zuständig und für richtig und Falsch? Unser Herz ist einfach nur ein faustgroßer Muskel. Lebenswichtig, aber genauso Lebenswichtig wie unsere Lunge oder so.
Was das mit der Bewertung zu tun hat? Ich weiß doch auch nicht. Ich weiß nur dass ich von Onkel Fritz M als 8/10 empfand und Metropolis als nicht ganz so gut, also gebt ruhe.
Aber nochmal auf das Sprüchlein, ich bin vielleicht ein Idealist auf Abwegen, aber Meilenweit entfernt vom Moralisten, so ist es doch immer die gleiche Leier mit den Botschaften: Alle predigen Liebe, und tun doch was anderes. Außerdem ist Liebe ein Wort, es kommt darauf an, was wir damit verbinden. Dazu ist Liebe manchmal weniger schön als sie glorifiziert wird, aber das hat nichts mit Metropolis zu tun genauso wenig wie der Sinnspruch, der sich mir gerade ekelerregend aufdrängelt, aber in seiner trostlosen Kälte etwas wahres hat: "Wenn jeder sich um sich kümmern würde, wäre für alle Gesorgt."
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
gabriel.rost.77 Wed, 01 May 2013 19:37:29 -0000
Kommentar löschenBei "Metropolis" handelt es sich, soweit ich weiß, um die erste filmische Dystopie. Er ist ein philosophischer und spannender Science-Fiction-Film (auch in diesem Genre war er einer der ersten), der damals jedoch an den Kinokassen unterging, sogar zur Insolvenz des produzierenden Studios führte, worauf er um mehr als 30 Minuten gekürzt wurde. Die Fassung, die ich vor ein paar Jahren im Nationaltheater Weimar gesehen habe, war die restaurierte Version von 2001, welche natürlich immer noch nicht vollständig, aber dennoch atemberaubend war. Ich werde mir sicher auch mal die vollständig rekonstruierte Fassung besorgen.
"Metropolis" beeindruckt vor allem aufgrund seines Szenenbildes und den damals bahnbrechenden Spezialeffekten. Die Bilder der düsteren Metropole ziehen einen unweigerlich in ihren Bann. Untermalt wird das Ganze durch majestätische musikalische Themen. Dieser Film sorgt wirklich dafür, dass man ehrfurchtsvoll ins Staunen gerät. Wobei die eigentliche Handlung aus heutiger Sicht doch denkbar einfach gehalten, die Botschaft mit dem Mittler etwas aufgesetzt wirkt und das Ende auch ziemlich kitschig geriet. Aber durch die hervorragende Inszenierung, die tollen Schauspieler, die Gesellschaftskritik und die zahlreich vorhandene Metaphorik und Symbolik (es tauchen v.a. viele christliche Motive im Film auf), macht er das wieder wett.
"Metropolis" ist ein zeitloser, zum Nachdenken anregender Film, der Einfluss auf zahlreiche andere Werke hatte. Wenn man von Filmen wie "Star Wars", "Terminator", "Robocop" und "Blade Runner" beeindruckt ist, sollte man bedenken, dass Lucas, Cameron, Scott & Co. ihre Einflüsse hiervon hatten. Hier nahm alles seinen Anfang.
Das düstere Setting erkennt man in "Blade Runner" (der seinerzeit Metropolis' Schicksal, was das Einspielergebnis betraf, teilte), "Matrix" und "Dark City" wieder; das Design des Maschinenmenschen diente zum Vorbild für andere Roboter wie C3-PO aus "Star Wars" oder den Robocop, die jedoch, im Gegensatz zu diesem, einen männlichen und keinen weiblichen Körperbau haben. Der erste Auftritt des Maschinenmenschen und seine bzw. "ihre" Verwandlung in Maria gehören zu meinen absoluten Lieblingsszenen.
"Metropolis" ist ein bahnbrechender Klassiker, der seiner Zeit weit voraus war und ein ganzes Genre maßgeblich prägte. Jeder Filmfan sollte ihn einmal gesehen haben.
bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jamo1138 Tue, 09 Apr 2013 23:15:23 -0000
Kommentar löschenKein Film eine Vision! Hab vor einigen Jahren den Film im Kino gesehen mit echter Klavierbekleidung und fast alle Gäste hatten sich in Schale geworfen mit Anzug und Smoking wie in der Oper. Ein wahres cineastisches Erlebnis.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Pyro 91 Thu, 18 Apr 2013 23:14:58 -0000
Antwort löschenDu warst wie n Klavier angezogen? Was ging denn da ab? ;) Ansonsten: Wow, das muss ja mal geil gewesen! Fand den Film schon auf DVD umwerfend. Mit Live-Orchester wäre ich wahrscheinlich völlig ausgetickt.:)
Jamo1138 Tue, 21 May 2013 19:43:28 -0000
Antwort löschenHaha, Klavierbegleitung natürlich war schon spät :) Kommt aber aufs gleiche raus, die meisten kamen in schwarz und weiß daher.
sebastian.gonera.5 Sat, 30 Mar 2013 12:53:50 -0000
Kommentar löschenhabe ich 2 mal angefangen und abgebrochen werde es irgendwann mal zuende schauen vielleicht liegt es daran das ich denn stummfilmen nicht so zugeneigt bin aber mal schauen
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
uncut123 Sun, 31 Mar 2013 00:54:12 -0000
Antwort löschenhatte auch erst meine probleme aber dann doch zuende geschaut und nicht bereut...
erik.stein.12 Wed, 06 Mar 2013 16:58:46 -0000
Kommentar löschenIch bin begeistert! Metropolis in der restaurierten 150 Minuten-Fassung ist ein einzigartiges Meisterwerk und vielleicht DER Meilenstein der Filmgeschichte, der alle anderen Kult-Klassiker etwas blass erscheinen lässt. Metropolis hat ein solch hohes Ansehen zu 100% verdient, und das nicht nur weil er mittlerweile über 85 Jahre alt ist, sondern weil er schlicht und einfach eine Komplexität und Kreativität an den Tag legt, wie man sie wohl in keinem anderen Film findet.
Die Mutter aller Science-Fiction-Filme behandelt nicht nur Themen, wie die Entpersonifizierung der Menschen in einer Zweiklassengesellschaft, das Fleischwerden der Maschinen und deren Einfluss auf die Gesellschaft, sowie unsere Abhängigkeit von eben jener Technik, sondern zeigt auch auf sehr kritische Art und Weise den Einfluss von Demagogen und falschen Predigern auf die Masse, portraitiert Dekadenz und alle biblischen Todsünden und beweist auf sehr eindrucksvolle Art, dass der Eine nicht ohne seinen Nächsten kann, dass auch eine Zweiklassengesellschaft von einander abhängig ist und das diktatorisches (und auch extrem kapitalistisches) Denken dem Menschsein weichen sollte/muss, da es ansonsten zur Revolution kommt, wie es uns die Geschichte mehrfach bereits bewiesen hat.
All dies ist nur ein Teil der vielschichtigen Komplexität. Wenn man tiefer abtauchen möchte ist auch dies machbar. Einige Szenen und Stilmittel lassen viel Interpretationsspielraum und liefern wunderschöne Denkanstöße und philosophische Grundgedanken.
Verpackt wurde all dies in ein atemberaubendes Art-Deco-Design und pompöser, klassischer Musik.
Es ist nun wirklich nicht weiter verwunderlich, dass unzählige Regisseure in ihren Klassikern diesem Meisterwerk huldigen. Sei es H.A.L aus 2001, der namentlich an den Roboter Hel angelehnt ist, Robocop und C-3PO, die ein ähnliches Design besitzen, ein Großteil der Ideologie von Matrix oder aber der Terminator, sowie das Ende von Terminator 1, wie sich dieser von seiner menschlichen Hülle loslöst und sein wahres Gesicht zeigt. Es war alles schon einmal da – vereint in diesem zeitlosen Kult-Klassiker.
Infos zur Bild- und Tonqualität der Blu Ray findet ihr hier:
http://mr-stone-movies.blogspot.de/2013/02/metropolis-uk-import-blu-ray.html
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Pyro 91 Wed, 13 Feb 2013 00:15:09 -0000
Kommentar löschenWow, ein Film wie eine Urgewalt!
Ich kann gar nicht fassen, dass Fritz Lang dieses Stummfilm-Meisterwerk vor 86 (!) Jahren gedreht hat!
Die Themen, die er dabei anspricht, sind heute immer noch so brisant wie damals, seien es nun die Ausbeutung der Arbeiter, die Kluft zwischen Reich und Arm, die Entmenschlichung durch Industrialisierung, Machtmissbrauch durch Massenkontrolle und Produktivitäts- und Wachstumssteigerung um jeden Preis.
„Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“
Eine Revolution muss gestartet werden, um eine gesunde Verbindung zwischen "denen da oben" und "denen unter der Erde" zu schaffen.
Lang nimmt sich deshalb die erste Stunde Zeit, um uns die Schlüsselfiguren vorzustellen und uns ihre Motive klarzumachen. Dabei gibt es beinahe jede Minute etwas Neues zu entdecken. Die Welt von "Metropolis" ist ein wahres Wunderland für jeden, der für kunstvolle, raffiniert abgelichtete Miniaturbauten, kreative, futuristische Sets/Kostüme und für seine Zeit sehr ambitionierte und beeindruckende Spezialeffekte etwas übrig hat.
Im letzten Akt findet dann das Spektakel statt und man wird mit den Menschenmassen förmlich mitgerissen. Der Dreh dieser Szenen muss ein wahrer Albtraum gewesen sein. Das Set wird geflutet, hundert Leuten rennen hin und her, alles zerbricht ringsherum und dann muss auch noch das Timing für die Effekte stimmen. Ich saß mehr als einmal mit großen Augen und voller Bewunderung vor den Fernseher und nachdem der Film zu Ende war, wollte ich aufstehen und klatschen.
Ich muss auch sagen, dass dies - abgesehen von zwanzigminütigen Laurel & Hardy-Kurzfilmen - mein erster Stummfilm war. Doch gerade deshalb funktioniert der Film so gut! Ich finde sogar, dass es eine weitaus einladendere Art ist Filme zu sehen, weil man ständig Mimik und Gestik interpretieren und sich die Dialoge selbst zusammenreimen muss. Das ist weitaus involvierender als ein Film, der einen alles vorkaut und dem Zuschauer nichts abverlangt.
Doch das wäre natürlich alles nichts ohne die großartige Filmmusik von Gottfried Huppertz!
Wenn sich am Ende das "Herz" zwischen "Händen" und "Hirn" stellt und ein Neuversuch für friedliches Zusammenleben in die Wege geleitet wird, dann ist das absolut ergreifend und glaubwürdig.
Hier stimmt die epochale, optimistische Filmmusik hervorragend mit der Positionierung der Darsteller und deren Mimik und Gestik überein und gemeinsam formen sie eine symbolhafte Schlussszene, die anbetungswürdig und unvergesslich ist.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und was "Metropolis" betrifft, sind es viele schöne Bilder.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
SuMpfY Wed, 09 Jan 2013 18:19:16 -0000
Kommentar löschenViel wurde hier schon über Metropolis geschrieben und viele Meinungen abgegeben. Daher möchte ich mich vor allem auf die kontroverse Schlussszene konzentrieren und ein paar Gedanken dazu in den Äther entlassen. [ACHTUNG SPOILER!!!]
Ein zentrales Motiv des Films ist die Masse (Menschenmassen). Die Masse wird in verschiedenen von außen oder von ihr selbst verursachten Stadien gezeigt z.B. im manipulierten Zustand oder in ekstatischer Zerstörungswut. Darüber hinaus charakterisiert der Film auch das Verhältnis der Arbeitermasse zum Herrschaftskomplex, sowie umgekehrt.
Metropolis stellt meiner Meinung nach den Kapitalismus in seiner vollendeten Form dar (bzw. so wie Harbou und Lang ihn sich vorstellten) und aus der Tatsache, dass der Film eine Zukunftsvision ist, lässt sich ein eindeutiger Warncharakter identifizieren.
Dieser Warncharakter wird zu häufig übersehen und auch das kontroverse Ende von Metropolis wird allzuoft der 'Gefühlsduselei' Thea von Harbous zugeordnet, sodass die vermeintliche Klassenversöhnung als besiegelt und der Film als naiv dargestellt wird.
Doch aufgemerkt:
Bereits vor dem Händedruck zwischen dem Vorarbeiter und Joh Fredersen marschiert die Arbeitermasse wieder wie am Anfang des Films diszipliniert, rhytmisiert und mit militärischem Gehorsam, was sich an dem sofortigen Stop der ornamental vorrückenden Masse durch ein Zeichen des Vorarbeiters erkennen lässt.
Die Frage ist nun, wieso dies der Fall ist. Man könnte diese Szene so interpretieren, dass die Masse ihre eigene Naivität und Kurzsichtigkeit entdeckt hat und aus Gründen des schlechten Gewissens wieder konform wird. Es wäre auch möglich, dass die Masse ihre angestaute Wut entladen hat oder ihre Freude über die Rettung ihrer Kinder so groß ist, dass "das Herz" letztendlich doch gewinnt und die Klassenversöhnung am Ende echt ist. Da alle Ansätze meiner Ansicht nach nicht 100%ig plausibel sind, möchte ich mich auf keine feste Deutung fixieren. Allerdings glaube ich am ehesten, dass die Masse wieder formiert agiert, da sie in der Person des Vorarbeiters eine neue Authorität sieht und sich dieser unterordnet. Sie richtet sich nach dessen Verhalten, welches vorsichtigen, langsamen, diplomatischen Charakter hat, jedenfalls in der Schlussszene.
Was denkt die Community über das Ende?
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Pagato Sat, 27 Apr 2013 13:46:25 -0000
Antwort löschenDer Spoiler beginnt schon vorher. Jetzt weiß ich, dass der Film ein kontroverses Ende hat, bzw. ein Ende hat mit dem man evtl. nicht zu frieden ist etc. etc. Somit kann ich den Film jetzt irgendwie nicht mehr hundertprozentig genießen, weil ich die ganze Zeit versuchen werde mich auf das Ende vorzubereiten... Danke ----> Du Arsch!
SuMpfY Thu, 02 May 2013 10:06:02 -0000
Antwort löschenAch komm...ernsthaft?
KonTaicho Sun, 16 Dec 2012 21:33:12 -0000
Kommentar löschen"Metropolis".
Ein Film, der Maßstäbe setzt.
Ein Film, der als Messlatte für jede andere Filmbewertung genutzt werden sollte.
Ein Film, der mich alle bereits getätigten Bewertungen noch einmal überdenken lassen sollte.
"Metropolis".
Ein Film, der aus einer Zeit stammt, als das deutsche Volk noch eine eigene, großartige Kultur besaß, die im Stande war, etwas derartiges zu erschaffen. Ein derartiges Monument, ein Meilenstein, ja, ein Weltwunder des Films, das alles bisher gesehene in den Schatten stellt.
Ich fühle mich wie ein Höhlenmensch Platons, der das erste Mal seine starre Haltung vor der Wand der Unwissenheit verlässt und ins Freie tritt. Der Zum ersten Mal einen Menschen sieht, wo er doch bisher nur Schatten begutachten durfte.
Man kann sich gar nicht vorstellen, was für ein Aufwand dieser Film bedeutet haben muss. Die atemberaubenden Kulissen, die in ihrer Machart und Ausdruckskraft einmalig sind.
Die musikalische Untermalung, die wie ein Schleier über dem geschehen schwebt.
Der Plot. Das Drehbuch. Das Schauspiel, ja selbst die "Dialoge". Es stimmt einfach alles!
Unbeschreiblich.
bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
franticfury Wed, 28 Nov 2012 12:48:42 -0000
Kommentar löschenWas hatte ich nicht schon alles von "Metropolis" gehört. "Metropolis", so etwas wie der heilige Gral der Kinogeschichte. Seine Entstehungsgeschichte ist ebenso legendär wie seine Widerentdeckung. Damals, seiner Zeit hoffnungslos voraus, gefloppt, ausgepfiffen, missachtet, vernichtete Fritz Lang fast alle Filmrollen seines Werkes. Man möchte gar nicht daran denken, wäre uns dieses Meisterwerk vorenthalten worden, die Kinolandschaft sehe sicherlich ein wenig anders aus. 2 Stunden konnten wiederhergestellt und restauriert werden, doch über eine halbe Stunde galt Jahrzehnte lang als verschollen. Bis man 2008 eine Entdeckung machte, die niemand für möglich gehalten hatte: Eine 16mm Kopie von Langs Meisterwerk war im Filmmuseum von Buenos Aires entdeckt worden, die einige bis dahin für verloren gehaltene Szenen enthielt. Ein kleines Wunder, dass diese Kopie die Jahre überdauert hatte.
Nachdem ich nun endlich die Möglichkeit hatte mir im Rahmen des Oberstdorfer Filmgipfels diesen Film auf der großen Leinwand zu Gemüte zu führen, verließ ich den Kinosaal sowohl mit einem lachenden, als auch mit einem weinenden Auge. Lachend sicherlich, weil ich die Möglichkeit hatte, die restaurierte Fassung aus dem Jahre 2010 von Langs Meisterwerk in all seiner Schönheit auf dem "big screen" erleben zu dürfen, ein Privilieg, das schließlich noch nicht allzu vielen Leuten zu Teil wurde. Weinend allerdings, weil offenbar nicht alle der Kinobesucher an diesem Abend dieses als solches ansahen.
Man muss dazu sagen, dass diese Aufführung vor allem für Schülergruppen gedacht war, die am Festival teilnahmen, in einem hoffnungslosen Versuch ein wenig filmische Bildung an die Generation weiterzugeben, die mit "Harry Potter" und co. aufwuchsen und sich eine Filmgeschichte vor 1990 nicht einmal vorstellen können. Ich habe ja schon so einiges in den Lichtspielhäusern der Republik erlebt, aber das gestern hatte meine Toleranz für nervtötende Menschen doch schon arg strapaziert.
Hier zwei meiner Lieblingszitate kurz nach Ende des Films:
Die 18-jährige Blondine, ich nenne sie Angelina, die so viel Haarspray auf dem Kopf zu haben schien, dass es wohl den halben Saal in die Luft gesprengt hätte, hätte einer ein Streichholz entzündet.
"Alter, ich glaube das ist der schlechteste Film, den ich je gesehen habe"
Oder der 19-jährige Kevin neben mir, der nur dann noch nerviger gewesen wäre, wenn er mir die überdimensionale Popcorntüte, in der er pausenlos rumkramte, über dem Kopf ausgeleert hätte :
"Voll langweilig Mann!"
Gelbte Banausie in seiner reinsten Form! Irgendwie habe ich es aber doch geschafft diesen Film zu genießen und eingenommen zu sein von Fritz Langs Mammutwerk, auch wenn mir alle zwei Minuten halbe Völkerstämme über die Füße stolperten, denn zu dem unglaublichen Mitteilungsbedürftnis der Leute kam erschwerend noch dazu, dass offensichtlich der halbe Kinosaal an Inkontinenz litt, was dazu führte, dass alle paar Minuten mal wieder der Kopf irgendeines Baumschulabsolventen vor mir auftauchte und mir halb die Sicht raubte.
Doch wer das Kino liebt, der muss Metropolis lieben! Langs Vision einer dystopischen Zukunft ist so brilliant erdacht und ausgeführt, dass man nur erahnen kann, welche Arbeit dahinter gesteckt haben muss. Am beeindruckendsten sind da sicherlich die Außenaufnahmen der Stadt, die in mühevollster Kleinstarbeit zusammengeschustert wurden. Denn schließlich arbeitete Lang mit äußerst beschränkten Mitteln, mit Modellen. Da musste schon jedes Auto einzeln bewegt werden, um ein flüssiges Bild zu erzeugen. Manchmal muss man sich tatsächlich fragen, wie es Lang und seinen Leuten gelungen ist, die ein oder andere Szene im Jahre 1927 zu inszenieren. Gerade die letzte halbe Stunde ist so ungeheuer packend, so brilliant in Szene gesetzt, wie es nur ein wahrer Visionär zu leisten im Stande war.
Über das grandiose Bühnenbild kann man da sowieso ganze Romane schreiben, dem filmkundigen Zuschauer werden da schnell die Parallelen zu anderen Klassikern des Sci-Fi Kinos auffallen, wie etwa zu Scotts "Blade Runner" oder Gilliams "Brazil".
Ja, "Metropolis" ist beeindruckend, monumental, so groß wie das Kino selbst! Der Beweis, was Menschen zu leisten im Stande sind, wenn eine Vision dahintersteht, wenn man ein gemeinsames Ziel vor Augen hat. Es muss aufregend gewesen zu sein, an diesem Film mitzuwirken, im Wissen etwas zu erschaffen, das es so noch nie gegeben hat.
Umso ernüchternder war für mich die Erkenntnis, dass Langs Werk das junge Publikum, zu dem ich ja auch gehörte, heute offenbar genauso überfordert wie damals. Denn für jeden, der ein ernstgemeintes Interesse am Kino hat, ist "Metropolis" vor allem eins: Überwältigend!
bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten
Iamthesword Wed, 28 Nov 2012 21:36:38 -0000
Antwort löschenIch bin so froh, dass ich ihn zum ersten Mal im Unikino gesehen habe. Ich glaube, ich hätte an deiner Stelle ein Streichholz angemacht....
franticfury Wed, 28 Nov 2012 23:59:58 -0000
Antwort löschenJa, der Gedanke kam mir auch kurz, aber dann hätte ich ja den Film verpasst...
nerdkiller Fri, 07 Dec 2012 02:05:54 -0000
Antwort löschenSchöner Kommentar. Für mich immer noch der beste deutsche Film.
Pyro 91 Tue, 12 Feb 2013 23:13:23 -0000
Antwort löschenOh Mann, deine Erfahrung mit den Halbstarken tut mir wirklich leid. :)Hab mir den Film heute auf dem Sofa reingezogen und war ganz überwältigt davon, wie schnell doch 2 1/2 Stunden vergehen, wenn man fasziniert ist. Kann immer noch nicht glauben, dass der Film damals überhaupt gedreht werden konnte, alleine schon wegen den Miniaturen und den Menschenmassen, die für den Dreh nötigen waren. Unfassbar dieser Fritz Lang!
Alle 6 Antworten zeigen
franticfury Wed, 13 Feb 2013 19:31:46 -0000
Antwort löschenOh ja, das ist er wirklich, unglaublicher Kerl der Fritz :) Schade, manchen kann man eben einfach nicht helfen. Wie du sagst, ein wahres Wunder dieser Film, vor allem wenn man bedenkt wann Lang ihn realisiert hat. Er war einfach ein großartiger Visionär, hast du "M" schon gesehen?
Pyro 91 Thu, 14 Feb 2013 00:18:09 -0000
Antwort löschenJa "M" war auch großartig, ist allerdings schon länger her seitdem ich den gesehen habe. *nachschau* Ah, hab sogar eine Kommentar dazu geschrieben, sieh an! xD
Ich werde mir in Zukunft auf jeden Fall noch mehr Filme von ihm ansehen! Schon ironisch, was Lang für ein Pioneer für den deutschen Film war und heuzutage kommt bei uns meistens nur Mist raus. xD
Stallforce Thu, 01 Nov 2012 22:28:37 -0000
Kommentar löschenMetropolis stand schon viel zu lange gaaanz oben auf meiner ToDo-Liste. Nachdem mich das Meisterwerk 'M - Eine Stadt sucht einen Moerder' wirklich umgehauen hatte und 'Metropolis' als eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte gilt, hatte ich wohl zurecht sehr hohe Erwartungen an diesen Film (Restaurierte Version von 2010). Doch je mehr ich in dieses technische Meisterwerk hineingesogen wurde, desto mehr wollte ich auch wieder heraus. Christliche Parabeln, die sieben Todsuenden und die Kirche als Herzstueck zwischen Hirn und Haenden?? Die Wissenschaft als Teufelswerk, dass die Gläubigen verfuehren moechte? Der Glaube an einen Messiahs soll die Armen befriedigen? Revolution und Aufstand fuehren zur Apokalypse? Schade - vor allem nachdem man von den Arbeitsbedingungen waehrend der Dreharbeiten liest, die eindeutig Fritz Lang in die Rolle des Joh Fredersen ruecken, dessen persoenliches Ziel jeden Verlust in Kauf nimmt (BTW: Dies erinnert mich stark an den Film 'Und dann der Regen' - sehenswert!!). Natuerlich ist Metropolis eine visuelle Wucht, der alles bis dahin in den Schatten stellt. Selbst heute noch hauen einen diese Bilder um, doch zeigt dieser Film mal wieder die Macht der bewegten Bilder. Eine der groeßten Waffen unserer Zeit, die immer mit Vorsicht genossen werden sollte!
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
mariega Fri, 09 Nov 2012 11:17:36 -0000
Antwort löschenIch bewundere die Pertinenz deiner Analyse!
Chapeau Monsieur Stallforce!
Alle 3 Antworten zeigen
Stallforce Fri, 09 Nov 2012 17:50:54 -0000
Antwort löschenVielen Dank Madame Mariega! :)
mariega Fri, 09 Nov 2012 18:46:43 -0000
Antwort löschen;)!
uncut123 Fri, 12 Oct 2012 09:04:38 -0000
Kommentar löschenWOW! ich habe es echt getan-mein erster stummfilm und er war garnicht schlecht.grade das grandiose finale war echt toll und die böse maria ihre blicke...also nach den film werde ich mich wohl auch an the artist rann trauen..
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Renato84 Sun, 09 Sep 2012 22:58:18 -0000
Kommentar löschenein monument!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Pardus Sat, 08 Sep 2012 20:37:22 -0000
Kommentar löschenGrandios!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Geralt von Riva Sat, 29 Sep 2012 22:56:56 -0000
Antwort löschenUnd... warum?
Pardus Sun, 30 Sep 2012 13:24:47 -0000
Antwort löschenwar noch nie von einem stummfilm so begeistert, finde die thematik zeitlos und die metaphern (gut, böse, arm, reich) zwar sehr offensichtlich umgesetzt, aber dennoch gut gewählt. selbst der kampf mit der uhr als stilistisches bild in sich selbst lässt zwar keinen interpretationsraum mehr, aber es muss nicht immer david lynch sein :-)
Aragorn II Fri, 10 Aug 2012 23:24:02 -0000
Kommentar löschennee diese alte schinken sind einfach nichts für mich, jedenfalls nicht diese art
den großen diktator zum beispiel mochte ich
wie auch immer
nicht meins
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mac_C_Tiro Wed, 08 Aug 2012 13:36:47 -0000
Kommentar löschenEin Meisterwerk des frühen Deutschen Kinos das seiner Zeit weit voraus war und sich auf ehrliche und ungekünstelte Art und Weise mit den wichtigen Themen sowohl der damaligen als auch der heutigen Gesellschaft auseinandersetzt. Ein Film den man sich allein ansehen sollte, den dann wirken die teilweise verstörenden Stimmungen am allerbesten denen man jederzeit sowohl die Genialität als auch die psychische Labilität der Drehbuchautorin anmerkt. Wäre für mich, wenn er denn noch zur Gänze vorhanden wäre, wahrscheinlich ein Kandidat als "Bester Film aller Zeiten"!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
T-Rex Fri, 25 May 2012 22:29:12 -0000
Kommentar löschenein deutsches meisterwerk..zeitlos und vieleicht heute ansprechender als damals
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
FilmFuzzi Sat, 26 May 2012 08:43:18 -0000
Antwort löschenHAHAHAHAHA UNd schon wieder eine 10.0 ^_________^
TheAvenger68 Sat, 26 May 2012 09:09:33 -0000
Antwort löschenNicht ganz fit der Bursche ( T-Rex ) !
waschoi Wed, 25 Apr 2012 15:27:16 -0000
Kommentar löschenauch wenn "metropolis" ein meilenstein der filmgeschichte ist und absolut beeindruckt, wirkt die story unausgegoren. dennoch absoluter pflichtfilm!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Markbln Tue, 03 Apr 2012 09:25:44 -0000
Kommentar löschenDer beste Film der Berlinale 2010.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
el-deglabolo Mon, 05 Mar 2012 18:21:31 -0000
Kommentar löschenGeiler Streifen! Vor allem für echte Sci-Fi-Fans, die mal wissen wollen woher die ganzen schönen Klischees kommen ;)
PS: Eine volle Review zum Film hab ich auf meine HP gepackt!
www.degl-toons.de/wordpress/archives/670
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten