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Metropolis

Metropolis (1927), DE Laufzeit 153 Minuten, FSK 6, Drama, Science Fiction-Film, Kinostart 12.05.2011


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8.2
Kritiker
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7.4
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115 Kommentare
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von Fritz Lang, mit Gustav Fröhlich und Alfred Abel

In der technokratischen Riesenstadt Metropolis leben Arbeiter und Oberschicht völlig isoliert voneinander. Arbeiter gelten als minderwertig und müssen in den Tiefen der Erde, wo es weder Sonne noch Freude gibt, vegetieren und wohnen in engen Massenunterkünften. Die Reichen und Mächtigen aber residieren hoch über dem Boden von Metropolis. Ihre Söhne leben in einer eigenen Stadt mit dem „Haus der Söhne“, den Universitäten, einem gigantischen Stadion und den paradiesischen „Ewigen Gärten“, wo die schönsten Mädchen „gezüchtet“ werden wie Pflanzen.

Dort lebt auch Freder Fredersen (Gustav Fröhlich), Sohn des mächtigen Fabrikanten und Erbauers der Stadt Joh Fredersen (Alfred Abel), der die Stadt vom „Neuen Turm Babel“ aus regiert. Eines Tages steigt sein Sohn in die Arbeiterstadt hinab, um dort der viel verehrten Maria (Brigitte Helm) zu begegnen, die den Arbeitern mit ihren Predigten von Liebe und Klassenlosigkeit immer wieder Hoffnung schenkt. Als Freder die Lebensverhältnisse der Unterwelt von Metropolis sieht und Marias Predigt hört, beschließt er, sich ihrer Bewegung anzuschließen und eine Revolution zu starten.

Währenddessen entwickelt der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) einen Roboter, der Marias Züge trägt, ihre Stellung einnimmt und die Arbeiter in seinem Sinne beeinflussen soll. Von der lasziven Roboter-Maria aufgestachelt, verlassen die Menschen ihre Maschinen, verwüsten die Arbeiterstadt und lösen so die Überschwemmung der Stadt aus, die vor allem die Arbeiterkinder in große Gefahr bringt. Metropolis kann nur noch durch den Einsatz der echten Maria und Freders gerettet werden…

Rekonstruktion

Die bei der Uraufführung (10. Januar 1927 in Berlin) gezeigte Urfassung von Metropolis existiert leider nicht mehr, da der ursprüngliche Film von ca. 210 Minuten Länge in der Folgezeit mehrfach umgeschnitten wurde und viel Originalmaterial verloren gegangen ist. Die bis 2010 werktreuste und längste Rekonstruktion des Films wurde im Februar 2001 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in erstaunlich gut restaurierter Bild- und Tonqualität veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis einer umfassenden Suche nach Metropolis-Fragmenten in aller Welt, hat aber nur eine Gesamtlaufzeit von 117 Minuten. Anhand wiedergefundener Partituren der Originalmusik jedoch konnten fehlende Szenen durch Standbilder und Texttafeln ersetzt werden, um so den in früheren Fassungen entstellten Sinn der Handlung wiederherzustellen. Ebenso war es möglich, die originale Schnittfolge und die Original-Filmmusik zu rekonstruieren. Die rekonstruierte Metropolis-Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung gehört zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

2008 wurde im Filmmuseum von Buenos Aires eine 16-mm-Kopie mit der fast vollständigen, verloren geglaubten Original-Auslandsversion entdeckt. Der argentinische Filmverleiher Adolfo Z. Wilson hatte unmittelbar nach der Berliner Metropolis-Premiere eine Kopie erworben, welch nach vielen Vorführungen in die Sammlung des Filmkritikers Manuel Peña Rodriguez überging und schließlich – ungesehen – im Museum landete. Diese Metropolis-Fassung enthält nahezu alle nach der Uraufführung herausgeschnittenen Szenen und ist mit Zwischentexten in Spanisch versehen. Mit Hilfe dieser Kopie konnte die Rekonstruktion der Murnau Stiftung von 2001 an zahlreichen Stellen ergänzt werden. 2010 wurde diese ergänzte Fassung im Rahmen der Berlinale dem Publikum präsentiert. Sie entspricht im Wesentlichen der Urfassung von Metropolis, es fehlen nur 8 Minuten Originalmaterial.

Finanzielles Fiasko

Für Metropolis war 1926 ein Budget von 1,5 Mio. Mark eingeplant worden, doch Fritz Lang überzog es auf über 6 Mio. Mark. Der Film hätte Millionen von Zuschauern in die Kinosäle ziehen müssen, um der Produktionsfirma ein finanzielles Fiasko zu ersparen. Auch Befürworter wie Luis Buñuel konnten Metropolis den vorübergehenden Untergang nicht ersparen. Erst Jahre später wurde die Bedeutung des Films für das Genre des Science-Fiction und die zentrale Rolle für den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit erkannt. Aufgrund des finanziellen Fiaskos wurde Metropolis schon drei Monate nach seiner Uraufführung wieder aus den Kinosälen genommen. Die Ufa musste verkauft werden. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Kinokarten zu Metropolis auch ungewöhnlich teuer waren und wenige sich den Eintritt leisten konnten. Bei einem Durchschnittseinkommen eines Arbeiters von 267 Reichsmark kostete eine Kinokarte normalerweise 77 Pfennig. Die Karte zu Metropolis kostete jedoch 4-8 Mark.

Reaktionen der Kritik

“Eine Menschheitssinfonie von brausender Melodik und ehernem Rythmus”, so stelle die Ufa Metropolis vor. Zur Uraufführung im Ufa-Palast am Nollendorfplatz in Berlin wurde die gesamte Fassade des Kinos versilbert und über dem Kinoeingang eine riesige Requisite aus der Unterwelt des Films angebracht. Doch die zeitgenössischen Kritiken waren mehr als vernichtend. Obwohl Luis Buñuels Aussage, Metropolis sei “ein gigantisches Ballett” und das “herrlichste Bilderbuch” die filmästhetische Seite des Films lobte, zeigten sich viele Kritiker enttäuscht von der oberflächlichen bis kitschigen Handlung. So bemängelte Kracauer die “Neigung zu pompöser Ornamentalisierung” und die “übercodierten Bilder”. Das Schlussbild, in dem eine Versöhnung der Klassen durch das “Herz” gefordert wird, interpretierte Kracauer als nationalsozialistische Aussage. Für ihn stellte Joh Fredersen den Übervater dar, der wie Goebbels zu den Massen spricht.

Heutzutage nimmt Metropolis unbestritten einen Platz als Meilenstein der Filmgeschichte ein. Die Bedeutung für das Genre des Science-Fiction kann nicht mehr bestritten werden. So greifen Filme wie Das fünfte Element oder Blade Runner direkt auf Metropolis zurück. Die Spezialeffekte aus Metropolis werden noch heute bewundert, man ist sich einig, dass die kinematographische Umsetzung sich über das teilweise naiv anmutende Drehbuch und die eindimensionalen Charaktere hinwegzusetzen vermag. Für Janis El-Bira etwa ist Metropolis der “bedeutendste Film deutscher Herkunft” ein, der sich mit Werken wie Geburt einer Nation messen kann. Als “Ein Jahrhundertwerk, das man gesehen haben muss” vereine Metropolis vehemente Sozialkritik mit bombastischem Dekor und einer symbolschwangeren Handlung. Seine andauernde Bedeutung in der Filmgeschichte wird der Zukunftvision Langs angerechnet, die schon 1927 vom urbanen Leben und der Entfremdung von der Arbeit spricht. Sein düsteres Menschenbild sollte sich noch in vielen anderen Science Fiction-Filmen fortsetzen. (AW)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (10) — Film: Metropolis

kobbi88: Die Drei Muscheln

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10.0Herausragend

Wenn einer eine Reise macht, hat er viel zu erzählen… Teil 28
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Liebes Tagebuch,

ich glaube, es war nur der erste Schock. Denn als ich mich ein wenig umgesehen habe, da erkenne ich, dass ich in einem großen, alten Kinosaal sitze. Ein verdammt edles Teil. Und um mich rum lauter Menschen mit Anzug, Abendkleid und so weiter. Ich fühlte mich total unpassend angezogen, hatte doch einfach nur Jeans und n Beatsteaks-Shirt an. Aber dann ging der Film los - und ein Traum wurde wahr: sie zeigten Metropolis. Und wie der Text auf der Leinwand verriet, war es eine Version, die 150 Minuten dauerte und fast 30 Minuten an verlorengeglaubtem Material enthielt.

Was? Du kennst Metropolis noch gar nicht, liebes Tagebuch? Na, dann pass mal auf!

Der Film spielt in einer nicht genannten Zukunft. Die Stadt Metropolis ist zweigeteilt. Oben wohnen die wenigen Reichen in gigantischen Hochhäusern, idyllischen Gärten, riesigen und mehrstufigen Straßenschluchten. Beeindruckende Schönheit und Protz. Und als Höhepunkt dieser Oberstadt gilt wohl der „Neue Turm zu Babel“, in dem der Stadtgründer Joh Fredersen lebt und waltet. Und dann gibt es die Unterstadt, in der der Großteil der Menschen lebt, die armen Menschen, die zum Wohl für die Reichen arbeitet. Schmutzig, monoton und arm ist diese Unterstadt.

Und in dieser Welt verliebt sich Freder, der Sohn Fredersens, in Maria, eine junge Frau aus der Unterstadt. Er folgt ihr, um sie wieder zu sehen, muss aber feststellen, dass die Arbeiter ein unwürdiges Dasein fristen. Und Maria ist eine fast schon priesterhafte Erscheinung, auf die die Arbeiter hören. Sie sagt, dass sich die jeweiligen Seiten nicht verstehen würden und es einen Mittler brauche, der die beiden Schichten zusammenführt. Joh Fredersen, der durch Maria seine Macht bedroht sieht, nötigt den Wissenschaftler Rotwang, dem Fredersen einst die Frau ausgespannt hat und die mittlerweile verstorben ist, dass der von Rotwang entwickelte Maschinen-Mensch die Gestalt von Maria erhalten solle, um die Arbeiter besser kontrollieren zu können. Doch Rotwang nutzt seinen Maschinen-Mensch dazu, sich an Fredersen zu rächen. Die Maschinen-Maria hetzt die Arbeiter noch mehr auf. Sie wollen nicht mehr als „Sklaven“ der Oberschicht arbeiten und planen den Aufstand. Es kommt zur Revolution und die Situation droht zu eskalieren. Und Freder und die echte Maria sind mitten drin.

Natürlich ist diese Zusammenfassung unvollständig. Es ist so viel passiert, dass man gar nicht alles wiedergeben kann. Es ist in erster Linie eine Liebesgeschichte zwischen Maria und Freder, die von verschiedenen Seiten, gewollt und ungewollt, torpediert und verhindert wird. Dann ist es eine Science-Fiction-Geschichte, die in einer dystopischen Welt spielt. Drama und Thriller, genau wie Action und Katastrophenfilm. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf verschiedene politische Systeme, in erster Linie natürlich dem Marxismus. Auf Wirtschaft (Kapitalismus), auch Religion nimmt einen großen Part ein, wenn Maria und dann die Roboter-Maria wie eine Hohepriesterin zu den Arbeitern spricht oder die Allegorie als Hure Babylon. Sozialkritische Elemente sind ebenfalls vorhanden. Die sture Obrigkeit als Hirn und der schwer arbeitende aber oft auch dumme Plebs als Hände. Sie kommen nicht zusammen, denn „Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“. Das Herz, das in dieser Gesellschaft fehlt. Herz, das man braucht, um ein gutes Zusammenleben zu schaffen. Das Herz, dass nur Freder und seine Liebe zu Maria aus der Unterschicht sein kann.

Zentrale Themen wie Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Trauer. Aber auch Lynchjustiz (sowieso eines der Lieblingsthemen Fritz Langs), Lust, Ekstase, Luxus, Unterdrückung, Aufstand, Sehnsucht. Der Film „Metropolis“ ist so viel. Die Bauten, die Massenszenen, die Effekte, die Musik von Gottfried Huppertz in ihrer Neuinterpretation von Frank Strobel – sie sind wahrlich epochal, gigantisch und beeindruckend. Das komplette Filmset wird geflutet, wie es selbst heute nicht viele Regisseure wagen. Mit einer Perfektion, Akribie und Detailversessenheit macht Lang den Film zu einem unvergesslichen und packenden Erlebnis – auch und vielleicht gerade heute noch.

Natürlich ist der Film schauspielerisch aus heutiger Sicht sehr gewöhnungsbedürftig. Mimik und Gestik, die komplette Körpersprache würde heute wohl als gigantischstes Overacting überhaupt durchgehen. Aber: Ist das dann schlecht? Sicher nicht, es ist ein normales Phänomen seiner Entstehungszeit. Wo es noch nicht möglich war, Emotionen, ja selbst die normalsten Handlungen durch Worte auszudrücken, da musste man solche übertriebenen Gesten an den Tag legen. Und ihre Wirkung haben sie trotz der Übertreibungen dennoch nicht verloren.

Fritz Lang ist mit „Metropolis“ ein in allen Belangen gigantischer Film gelungen, für den die Menschen zu seiner Zeit anscheinend noch nicht bereit waren, der damals kommerziell ein fast genauso gigantischer Flop wurde. Der schnell aus den Kinos genommen wurde, geschnitten, zerstört. Und auch in anderen Ländern so umgeschnitten, dass man die Aussage des Films in weiten Teilen extrem verändert hatte. Eine komplette Fassung schien man wohl nie zu erhalten, bis man vor einigen Jahren in Argentinien diese Version mit fehlenden Szenen fand. "Metropolis" war dennoch schon immer ein Film, der genauso wichtig wie stilprägend ist. In Filmen wie Kubricks „2001“, Scotts „Blade Runner“ oder auch Burtons „Batman“ finden wir Anspielungen, stilistische Parallelen, ja sogar Kopien ganzer Szenen aus „Metropolis“.

Diese 150 Minuten waren eine wahre Offenbarung. Ein fantastischer Film, der so vieles Anspricht, der zeitlos ist wie eh und jeh. Den man gesehen haben muss, um ihn auch nur annähernd nachvollziehen zu können. Den wahrscheinlich wichtigsten deutschen Film aller Zeiten.

So, liebes Tagebuch. Als ich aus dem Kinosaal rausgegangen bin, da war ich wieder in Berlin. Friedrichstadtpalast. Da wollte ich natürlich nicht hin. Aber jetzt war es nicht mehr weit, dass ich meine Reise beenden konnte. Nach Hause, nach Franken. Ich sitze jetzt bereits im Zug, schon bald verlassen wir Thüringen. Mal sehen, ob ich noch eine letzte spannende Geschichte erlebe, bevor ich meinen Urlaub abschließe.

Dein Kobbi

PS: Meine bisherige Route: http://www.moviepilot.de/liste/mein-filmisches-reisetagebuch-kobbi88

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Copacabanasun

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sehr nice like it kobbi #1


kobbi88

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gracias^^


Thomas Winkler: fluter Thomas Winkler: fluter

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7.5Sehenswert

Nun ist dieser Film, der einer der wichtigsten in der Geschichte des bewegten Bildes ist, nahezu wieder in seiner Gänze zu sehen. [...] Einige Figuren bekommen nun erst eine Bedeutung, Handlungsstränge vervollständigen sich, Sinn wird wiederhergestellt. Was bleibt, ist eine schon damals als moralinsauer verurteilte Botschaft und die expressionistische Schauspielkunst des Stummfilms, die heute bisweilen pompös wirkt. Aber eben auch: Bilder und Ideen, die eine sagenhafte Wirkung entfaltet haben und bis in unsere Tage nachwirken.

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Vanja Budde: Deutschland Radio Vanja Budde: Deutschland Radio

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8.5Ausgezeichnet

Riesige Wolkenkratzer unter einem düsteren Himmel, Straßenschluchten mit scheinbar schwebenden Schienenbahnen, Neonlichter und Maschinen-Menschen: Fritz Lang schuf mit Metropolis neue visuelle Effekte, die auch heute noch beeindrucken.

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Rupert Koppold: Stuttgarter Zeitung Rupert Koppold: Stuttgarter Zeitung

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8.0Ausgezeichnet

Dass die "neuen" Teile deutliche Verschleißspuren aufweisen, kann der triumphalen Rückkehr von "Metropolis" nichts anhaben, im Gegenteil, sie tragen zur Aura bei, sie sind sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit eines Films, der zum deutschen Nationaldenkmal geworden ist.

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Jeldrik

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im Gegenteil, sie tragen zur Aura bei, sie sind sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit


Yster

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ich mach mal weiter:
sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit


Andreas Banaski: Der Spiegel Andreas Banaski: Der Spiegel

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8.0Ausgezeichnet

Der an akademischen Debatten weniger interessierte Filmfreund sollte sich [bei der restaurierten Fassung von Metropolis] einfach an einer visionären Ästhetik erfreuen, die entstanden ist unter Mitarbeit der größten Könner der Kameraführung, des Set Designs und der Spezialeffekte, und die stilbildend wurde für zahllose Science-Fiction-Filme.

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Asokan Nirmalarajah: Schnitt, Moviemaze Asokan Nirmalarajah: Schnitt, Moviemaze

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8.0Ausgezeichnet

Das Ergebnis bleibt weiterhin ein filmisches Fragment und unterscheidet sich von der letzten Fassung nur insofern, als einzelne Szenen um ein paar Einstellungen länger geworden sind und ein weiterer Handlungsstrang hinzukommt. [...] Metropolis bleibt auch beim erneuten Schauen ein Faszinosum, aufwendig produziert und voll spektakulärer Bilder, ästhetisch aufregend, inszenatorisch mitreißend und regelrecht sprudelnd vor wilder Imagination und irrsinniger Ambition. [...] Metropolis bleibt als ein monumentales Kinoevent mit Anspruch somit Pflichtprogramm, ein »zeitloses Zeitdokument«.

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Volker Mazassek: programmkino.de Volker Mazassek: programmkino.de

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6.0Ganz gut

Durch das neue Material erlangt der Film insgesamt, vor allem aber im von Wassermassen und Verfolgungen beherrschten Finale seinen ursprünglichen Rhythmus wieder. [...] Auch die digitale Bearbeitung der aufgefundenen Filmstreifen konnte ihre tiefen Wunden nicht schließen. Blass und ausgewaschen sind die Bilder, vielfach zerkratzt zudem. Kontrast und Tiefe fehlen. [...] Leicht lässt sich darüber hinwegsehen, dass der Film seine versöhnende Botschaft ("Mittlerin zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein") arg plakativ unters Volk bringt.

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Gebhard Hölzl : br-online Gebhard Hölzl : br-online

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9.0Herausragend

Man darf wieder zitieren, was der berühmte Soziologe und Filmtheoretiker Siegfried Krakauer einst über das Meisterwerk geschrieben hat: "’Metropolis' beeindruckt das deutsche Publikum, die Amerikaner genossen seine technische Brillanz, die Engländer dünkten sich erhaben, und die Franzosen zeigten sich von einem Film, der ihnen wie eine Mischung aus Wagner und Krupp und im Ganzen als alarmierendes Zeichen deutscher Vitalität erschien, beunruhigt."

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José Garcia: Textezumfilm

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9.0Herausragend

Als im Sommer 2008 im „Museo del Cine“ von Buenos Aires längst verloren geglaubte Szenen aus Fritz Langs „Metropolis“ (1927) ans Tageslicht kamen, wurde der Fund als Sensation bewertet. Denn „Metropolis“ übte einerseits einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Filmgeschichte und insbesondere auf die Ästhetik des Science-Fiction-Genres von Georg Lucas’ „Krieg der Sterne“ über Ridley Scotts „Blade Runner“ bis Tim Burtons „Batman“ und Steven Spielbergs „A.I. Künstliche Intelligenz“ aus, weshalb Fritz Lang visionärer Spielfilm als erster Film überhaupt in das UNESCO-Register des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Zum andern wird an der Restaurierung von „Metropolis“ seit fast einem halben Jahrhundert gearbeitet, weil die ursprüngliche Fassung unmittelbar nach der Premiere am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo verstümmelt wurde.

In der nun vorliegenden Fassung wird die Rivalität zwischen Fredersen und Rotwang erst richtig verständlich, weil eine Schlüsselszene wieder eingefügt wurde. Zum wiederentdeckten Material gehört weiterhin der Handlungsstrang um den Arbeiter Georgy und dem entlassenen Sekretär Fredersens Josaphat, mit dem sich Freder verbündet. Diese in den bisherigen Fassungen kaum vorhandene Nebenhandlung beleuchtet das für Fritz Lang wichtige Sujet der Freundschaft. In der nun restaurierten Fassung von „Metropolis“ wird Fritz Langs meisterhafter Umgang mit filmischen Mitteln wie Überblendungen, Kamerafahrten und nicht zuletzt mit der Inszenierung von Massenszenen besonders augenfällig.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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9.5Herausragend

Er ist der größte Klassiker des deutschen Kinos. Und der erste Film, der von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Und doch ist "Metropolis" nur ein Fragment. Noch in der mustergültigen Rekonstruktion des Films von 2001 muss man vorab lesen: "Über ein Viertel des Films muss als verschollen gelten." Nun nicht mehr: Es sind neue Szenen, ja ganze Sequenzen aufgetaucht. [...] Die „neuen“ Szenen fügen sich nicht nur bestens ein in die Dramaturgie der 2001-Version und bestätigen damit, wie ordentlich sie rekonstruiert wurde. Sie bieten auch einen noch reichhaltigeren, noch spannenderen Film. Das Klischee vom genialen Künstler und dem profanen Verstümmler, es stimmt.

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Kommentare (105) — Film: Metropolis


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The Freewheelin Fonda

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich bin nach diesem Werk wirklich extremst beeindruckt!
Die erste Zukunftsdystopie der Filmgeschichte, von 1927(!!!) aus Deutschland(!!!)

Dass mich ein Stummfilm von 1927 mal derartig mitreißt, hätte ich nicht gedacht, nicht etwa weil ich eine Abneigung gegen ältere Filme habe, sondern, dass muss ich zugeben, weil ich es äußerst schwer finde, eine spannende Geschichte ganz ohne Ton zu erzählen, doch das ist hier sowas von gelungen!
Metropolis hat alles, geniale Charaktere, interessante Nebenfiguren, ein imposantes Set, eine mitreißende Geschichte von epochalen Ausmaß, die das Thema der Klassenaufteilung behandelt und dabei einen enorm kritischen Blick auf die damalige Gesellschaft wirft(was heute noch genauso aktuell ist)
und vor allem hatte dieser Streifen wegweisende Auswirkungen auf die gesamte Filmwelt!

Ein fast 90 Jahre alter Streifen mit einer beeindruckenden Entstehungsgeschichte und von den Inhalten noch heute so brandaktuell und teilweise auch erschütternd wahr!

Selbst für Leute die Stummfilme eher abschreckend finden, könnten von diesem Werk beeindruckt werden, "Metropolis" als erstes sozialkritisches Sci-Fi Werk der Filmgeschichte lässt einen doch wehmütig auf die vergangenen Zeiten des deutschen Kinos zurückblicken.

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The Freewheelin Fonda

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8 Punkte sind ja schon SEHR, SEHR ordentlich, fand den Streifen nicht so reaktionär wie gewisse andere Leute ;)


kobbi88

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:)


keko24

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Der mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein."

Metropolis, den Film habe ich schon oft empfohlen bekommen und er ist ja auch berühmt. Gestern hatte ich Gelegenheit dieses äußert eigene Spektakel zu sehen. Einer der ersten Science-fiction Filme, überzeugt durch seine Schauspieler und die originale hervorragende Story. Eine sehr innovative und gekonnte Kameraführung verleiht dem ganzen einen einzigarten Glanz (wie z.B. Der dritte Mann). Ein guter Film, den man konzentriert und mit Lust ansehen sollte. Auf jeden Fall sehenswert!

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keko24

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Ja mich hat es Anfangs auch immer Überwindung gestotet.... Da muss man sich so sehr konzentrieren und die Qualität ist ja meistens mehr Schlecht als Recht. Aber nach ein paar Mal wird das immer besser:) Probiers mal mit Der dritte Mann :-)


BenAffenleck

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So, hab ich jetzt mal auf die Merkliste geklatscht. Mal sehen ob was bei rum kommt...


Cineast_Driver

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Und wo sind die Menschen, Vater, deren Hände deine Stadt erbauten?-Wo sie hingehören!"

Metropolis, Firtz Langs Monumentales Sci-Fi Epos aus den 20er Jahren ist eines der bedeutendsten deutschen Filmwerke, lange war es nur in fürchterlichen Schnittfassungen zusehen, da die original-Negative als verloren galten, bis 2008, als eine zwar stark beschädigte, aber erhaltene Filmrolle des Klassikers in Argentinien gefunden wurde und liebevoll von der Murnau-Stiftung rekonstruiert und retauriert wurde ...

Metropolis. Ein Loch, welches oben vorgibt eine prächtige Stadt zu sein mit all' ihrer reichen und schönen Gesellschaft, doch verborgen, in der Tiefe der Erde, in einer eigens gebauten Stadt für die niedrige Schicht, lebt das sogenannte Arbeitervolk, welches tagtäglich mit harter Körperstrapaze versucht die Maschinen in Gang zu halten; hier zeigt Metropolis ihr wahres Gesicht.
Und in dieser Stadt verliebt sich ein junger Mann namens Freder in eine junge Frau, die eine Hoffnung für die Arbeiterschicht prophezeit, dass ein "Mittler" die Arbeiterschicht befreien und erlösen wird.

Metropolis ist aufgeteilt in 3 Akte, einen Einleitungsteil, den Hauptteil und dem Ende. in allen 3 Akten herrscht eine bestimmte Tragödie, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht und am Ende darauf zurückkommt.

Was Fritz Langs Vision angeht ist schlichtweg atemberaubend, nicht umsonst meinten die Zuschauer damals Fritz Lang sei psychisch nicht anmutbar, denn diese Vision und die Botschaft (das so kurz vor der NS-Zeit) ist ein heutiger Standard für Sci-Fi Filme, man kann getrost sagen; Fritz Langs Metropolis ist die Mutter aller Sci-Fi Filme (Mitunter wurde das gesamte Stadtdesign von Ridley Scott in Blade Runner kopiert).

Die Schauspieler spielen für heutige Vehältnisse sehr nah am absoluten Overacting, aber dies ist hier Pflicht, da es sich um einen Stummfilm handelt, sodass dieses Overacting in Verbindung mit den Texttaffeln für eine tolle und harmonische Darbietung sorgt ohne dabei ins Lächerliche abzudriften.

Patient tot. Film zerschnitten. Fritz Lang selbst sagte einmal, dass dies nicht mehr sein Metropolis sei. Warum? Vor dem Fund in Argentinien galt das Werk als nicht anschaubar, die Verläge hatten seinerzeit, aufgrund des gewaltigen Flops, den Film, da er zu lang war, ins peinliche kaputt geschnitten, was Lang selber nie einwilligte, nun kann man das Meisterwerk endlich genießen mit sogar neu aufgenommener Musikuntermalung (nach den Original Musikstücken) und einem überragenden Bild (zugegeben die Argentinienszenen sind so derart schlecht erhalten, dass es weh tut, dennoch hauptsache die Szenen sind drin).

„Der Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“

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gunnar.wilhelmi

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„Mitunter wurde das gesamte Stadtdesign von Ridley Scott in Blade Runner kopiert).“
Wo denn?
Metropolis:
Die Szenen mit dem Stadtdesign machen vielleicht maximal fünf Minuten aus, wenn man alle zusammen schneidet und bestehen im wesentlichen aus fixen Shots. Die Stadt ist vor allem vom Bauhausstil geprägt. Das betrifft sogar die „Unterstadt“ welche modern, hell, aufgeräumt, wenn auch steril und zweckmäßig wirkt. Die Oberstadt potenziert diesen Eindruck noch, hell freundlich, modern, sauber bis steril, mit fast völlig fehlenden Anzeichen von Kommerzialisierung und Werbung. Oberste Devise scheint hier insgesamt Design folgt Funktion (siehe Bauhaus). Der zentrale Turmbau überragt Stadt als Wahrzeichen und Leuchtturm. So gut wie keine Szenen auf Straßenniveau, keine Individualisierung des Stadtdesign.

Blade Runner:
Deutlich längere Szenen und Kamerafahrten statt weniger fixer Shots. Komplette Stadt dunkel, dreckig, verwahrlost, organisch gewachsener Stilmix teilweise sogar in einzelnen Gebäuden. Komplette Kommerzialisierung, Überreizung mit Werbung. Tyrell-Gebäude zwar ebenfalls dominierend, jedoch ein bedrohlicher, pyramidenförmiger Klotz. Komplexe Szenen auf Straßenniveau, mit Individualisierung der Bewohner dieser Megapole.

Die einzige Referenz zwischen beiden Filmen sind also letztendlich Hochhäuser, welche bereits 1926, zumindest in den USA, schon Standart waren, 1982 aber weltweite urbane Realität. Die Trennung zwischen reichem Oben und armen Unten ist ebenfalls keine phantastische Innovation sondern gelebte Realität. Die teuersten Appartements und auch Penthäuser liegen nun mal oben. Metropolis mag sicher eine gewisse Inspiration geliefert haben, von Kopie aber kann keine Rede sein. Wer sich mal die Mühe macht und einige alte Reportagen über die Walled City in Kowloon sucht, wird schnell erkennen, woher Herr Scott seine Hauptinspiration bezogen hat.


nox_123

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Bewertung9.0Herausragend

Also der Film ist grandios! Aber ich muss doch was abziehen... so genial er ist, so sehr ist mir der anti-demokratische (oder wenigstens anti-revolutionäre) Unterton des Films gegen Ende auf den Geist gegangen!

SPOILER: Aber vielleicht habe ich auch einfach nicht verstanden, warum bei Stromausfall plötzlich irgendwo gestautes Wasser über die Stadt einbricht. Oder die Beweggründe des "Hirns" habe ich auch nur so halb nachvollziehen können...

Und trotzdem: Was für ein Film...

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julian.voland

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wenn man sich auf ihn einlässt ein sehr guter Film. Alleine die Bilder sind kurz gesagt der Hammer. und das 1927!

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Macintosh

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"Ich habe neulich den dümmsten aller Filme gesehen: Ich glaube nicht, dass es möglich ist, einen noch dümmeren zu machen. Er heißt 'Metropolis', kommt von den großen Ufa-Ateliers in Deutschland, und dem Publikum wird bekanntgegeben, dass seine Herstellung ein enormes Geld gekostet hat. Er verabreicht in ungewöhnlicher Konzentration nahezu jede überhaupt mögliche Dummheit, Klischee, Plattheit und Kuddelmuddel über technischen Fortschritt und der Fortschritt überhaupt, serviert mit einer Sauce von Sentimentalität, die in ihrer Art einzigartig ist ...Das Schlimmste ist, daß dieser phantasielose, verworrene, sentimentale und dummtäuschende Film einige wirklich schöne Möglichkeiten verschwendet."
H.G. Wells (1927)

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GlamRock2014

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@gunnar: Selbstkritik ist immer sympathischer. Wenn jemand etwas/jemanden kritisiert, kann man denjenigen dann nicht auch kritisieren? Müsste ich bei dem und dem Film (vor allem Literaturverfilmungen, etc.) Schwächen aufzählen, müsste ich ja fast alle Filme der letzten 20-30 Jahre aufzählen. DAS war jetzt allgemein gesprochen und eigentlich verständlich! Und was Herr Wells sagt, ist mir schnuppe. Ich lese lieber Ibsen oder Strindberg...


gunnar.wilhelmi

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@Glamrock, Nur kann man Wells kaum für Filme kritisieren, welche er nicht verbrochen hat. Da könnte man höchstens seine Bücher kritisieren.


MurmelTV

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein wahres Meisterwerk der Filmgeschichte! Was Fritz Lang hier geschaffen hat, sucht seines Gleichen. 1927 erschienen und dennoch solch eine Bildgewalt und sogar gut platzierte Effekte, sodass man selbst heute noch ins Staunen geraten kann.

Dank der Intention ist es aber kein Film, den ich mir noch einmal gerne angucken möchte, da Lang hier wunderbar zeigt, wie dumm der Mensch und insbesondere die breite Masse doch ist. Gerade zu erschreckend wird dies anhand von Taten und Verhaltensweisen dargestellt.

Leider hat mich Gustav Fröhlich als "Freder" stellenweise nicht überzeugt und auch Brigitte Helm als "Maria" konnte mich lediglich als "böse Hexe" begeistern. Das machen jedoch die gigantischen Bilder und die interessante Handlung wieder weg, auch wenn ich mir hier und da ein wenig mehr Konsequenz gewünscht hätte.

Ein weiterer, interessanter Aspekt ist, dass der Film selbst für jüngere Menschen heute noch gut zu verfolgen ist, da man doch größtenteils mit schnellen Schnitten gearbeitet hat, welche (im Vergleich zu heute) damals eher untypisch waren. So kommt einen der Film mit seiner über zwei Stunden Länge zu keiner Zeit langweilig vor.

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Proposal

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Bewertung9.0Herausragend

Der film ist wirklich ein Meilenstein Der Filmgeschichte, mit dem sich Fritz Lang ein Denkmal gesetzt hat, besonders wenn man bedenkt das der Film von 1927 ist.
Allein die Eröffnungsszene mit den ganzen Miniaturen ganz zu schweigen die Spezialeffekte (die Umwandlung des Roboters in Maria, gespielt von Brigitte Helm, allein ist Sehenswert). Die Abneigung der jungen Generation an dem Film, wie von franticfury angesprochen, ist auf ein allgemeines Desinteresse der Filmgeschichte von jugendlichen zurückzuführen. So was ärgert mich zutiefst, was glaubt die Jugend, wo Regisseure wie Steven Spielberg, George Lucas, James Cameron oder Peter Jackson Ihre Inspiration her haben. Ich hab ja schon Interviews mit diesen Vorbildlichen Regisseuren gesehen, wo Diese Bezug zu Metropolis und Fritz Lang, im positiven nahmen und Ihre Eingebungen für Ihre Karieren hatten. So das musste mal gesagt werden. Wenn man sich den Film unter diesen Aspekt noch einmal anschaut wird einem dann auch klar was Fritz Lang mit Seinem Film Metropolis der Filmwelt für ein Erbe bereitet hat.

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Bubo

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habe mich, wenn auch nicht mehr ganz jugendlich, auch jahrelang gegen den Film gesträubt. Dein Kommentar allerdings hat mich dazu bewogen, diese Wissenslücke, unter einem eher technischen als inhaltlichen Aspekt, endlich zu schliessen. Gewisse Kameraführungen, Einstellungen und die Intensität der Bilder haben mich nicht nur überdeutlich an einige eindrückliche Erinnerungen in Filmen der oben erwähnten Regiehelden unserer Zeit erinnert, sondern mir schlicht den Atem geraubt (was ich zum Beispiel von Cameron-Werken bis heute noch nicht behaupten kann!!). Vielen Dank für deinen Kommentar und das damit verbundene AHA-Erlebnis beim Filmsehen, bin immer noch im Bilderrausch und happy :)


Proposal

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Freut mich "Bubo" Das Du dir den Film unter diesem Aspekt noch einmal angesehen hast, viel Freude mit "Metropolis"


Solveig

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Bewertung9.0Herausragend

Huh, eine Wuchtbrumme von Film - wie von Herrn Lang eigentlich zu erwarten und wofür ich ihn auch überaus schätze - die wie das Musterbeispiel eines deutschen expressionistischen Gedichts wirkt. Ich musste die ganze Zeit - obwohl ich diese Epoche mit ihrer oft seltsamen Lyrik mehr gehasst als verehrt habe - an eins meiner Lieblingsgedichte (Ausnahmefall) dieser Zeit denken, nämlich an Georg Heyms "Die Stadt"
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Die Stadt

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein
Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand
Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.
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Dafür sprechen auch die typischen Motive dieser Zeit wie die Entfremdung des Menschen und seine Vereinsamung innerhalb des Ungeheuers, das sich Großstadt nennt, häufig gepaart mit apokalyptischen Tönen und Visionen: mit der modernen und technokratischen Menschheit geht es zu ende.
"Metropolis" ist wohl die beeindruckendste Dystopie mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik, die ich bislang erlebt habe, obgleich auch ich sagen muss, dass selbst mir die religiöse Überformung des Stoffs ein bisschen "too much" war (= meckern auf hohem Niveau). Dennoch: ein beeindruckendes Abbild der menschlichen Hybris, die sich irgendwann selbst zerstört, wenn zwischen "Hirn und Händen" nicht das Herz "der Mittler" ist.

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Solveig

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Vorallem hatte der Film, dadurch, dass ich ihn nicht mitreißend fand, einige Längen.
Naja, dann bin ich mal gespannt, ob er dann bei eurem Titanenprojekt besser abschndeidet. Ich habe LH inzwischen gegen einen anderen Film eingetauscht und mein Tauschpartner hatte deutlich mehr Freude damit.
Ich hoffe, dass der Fehler bald behoben wird. ;)


Solveig

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*abschneidet


MichaelGG

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es erschreckt mich, dass Metropolis mehr Ehrfurcht in mir erweckt als jeder andere Film der Neuzeit.
Sollten wir nicht auf den Erfahrungen der Vergangenheit aufbauen und immer Besseres kreieren?!
Ich bin jedenfalls fasziniert und erfüllt von Respekt für dieses Kunstwerk.

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deregenerator

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Bewertung7.5Sehenswert

Zusätzlich zu einem multiplen Leerraum variiert ein Ort der Erinnerung einen Rhythmus und zirkuliert damit die Teilaspekte, welche als Paraphrase einen Stillstand für ganz andere Strukturen der Partizipation verkörpern. Die Illusion wird dabei sowohl vage als auch kompatibel gedacht. Deshalb setzen die gleichbedeutenden Verdichtungen von Bildsprache den postmodernen Gedankenraum an, wodurch ein Abdruck Mimesen tituliert und die der Affekt die Szenerie destabilisiert. In der Raumzelle der reflektierten Mächte der Beliebigkeit adressiert die Destruktion die multiplen wie auch reduzierten Themenkomplexe.

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zmpfl

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Der Engelsglaube per se ist bereits ein quasiexplizites Symptom dekadenzdegenerierter Massenmenschhaltug. Zwar war das Herabbrechen bewusstseinsbasierter Wirklichkeitsspekulationen auf kontrastmanipulierte Planebenen humansozialer Welterklärungskonformitäten von Anfang an essentieller Bestandteil ohnmachtsverleugnender Überlebensreflexe, aber die verklärende Verniedlichung romantisierter Jenseitsspekulationen ad nauseum ist dann doch ein typisches Instrumentarium des Konturierungsbehelfs populäresoterischen Herdentriebs.


nasenschleuder

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Alle Vorwürfe, die man Zack Snyder in bezug auf "Man Of Steel" macht, treffen auf diesen Film zu.
Zur Verdeutlichung verweise ich einmal mehr auf Georg Seeßlens Artikel „Die Verachtung der Massen“ aus dem ‚Tagesanzeiger‘ vom 24.06.2013. Dort (http://bit.ly/145hYD5) befaßt sich Seeßlen mit der Frage, wie faschistisch Superhelden und Superheldenfilme sind. Seinem Urteil über Zack Snyder und ‚Man of Steel‘ habe ich bereits widersprochen (http://bit.ly/18Feon0), aber nun wollen wir sehen, was passiert, wenn wir die selben ideologiekritischen Fragen, die er gestellt hat, einmal an 'Metropolis' richten.
Zum persönlichen Hintergrund: Ich habe 'Metropolis' in drei Jahrzehnten dreimal gesehen, zuletzt die neue Fassung der Murnau-Stiftung. Jedesmal war es ein eher unangenehmes Filmerlebnis. Das hat nicht grundsätzlich mit Fritz Lang zu tun, dessen 'Spione' und 'Mabuse'-Stummfilme ich z.B. schätze, sondern mit dem, was der Film transportiert. Einiges davon läßt sich gut mit Seeßlens Stichworten beschreiben (ich werde aber nicht auf alle eingehen):
- der Irrationalismus des faschistischen Helden
- Elemente[n] der faschistischen Ästhetik im Körper- und Heldenbild
- Architektur als Pathos-Maschine
- das Ziel des Faschismus, die Politik zu ästhetisieren
- Übernahme religiöser Ikonografien in den Kontext der politischen Heldenbildung
- eine kulturpessimistische Geste gegen die Masse, gegen das Volk und gegen die Demokratie
‚Metropolis‘ ist ein durch und durch politischer Film, der sich besonders viel Zeit nimmt, die unmenschlichen Lebensbedingungen der Arbeiter, die Konflikte der beiden Bevölkerungsklassen und das Agieren der politischen Strömungen von Metropolis zu beschreiben, und das in überwältigender Optik und unter Einsatz aufwändiger Tricktechnik. Allerdings werden gesellschaftliche Konflikte durch diese Umsetzung eben nicht als politische Probleme behandelt, sondern ins Ästhetische und Religiöse transponiert. Das aber ist Kern und grundlegende Strategie des faschistischen Films.
Die Ästhetisierung beginnt schon in der Einführung in die Verhältnisse der Stadt Metropolis: Wir sehen eine gut geölte Gesellschaftsmaschinerie, ein riesiges lebendes Ornament (ähnlich den abstrakten Filmen eines Eggeling oder Fischinger), das durch Störmomente aus dem Takt kommt (hauptsächlich das üble Treiben eines agent provocateur), dann wie die Architektur der Stadt selbst zerstört wird und zerfällt. Wenn aber schließlich die Ordnung wiederhergestellt wird, können wir zurecht hoffen, dass das menschliche und städtische Muster restauriert wird. Der Zerfalls- und Zerstörungsprozess wird aber ausgelöst durch die Entfesselung des „Volks“ (wir erinnern uns: die Verachtung der Massen ist ein Leitmotiv, dem wir hier nachspüren). Im Zaum gehalten von einer zugegebenermaßen ungerechten Herrschaft, leben die Massen nämlich gesichtslos und maschinenhaft vor sich hin. Aber wehe, wenn sie losgelassen: Befreit sich das "Volk" - auch nur vorübergehend - von der Knechtschaft, regiert das Chaos und droht sogar die Selbstvernichtung (das "Volk" ersäuft seine Kinder). Gut, wenn in letzter Sekunde aus der herrschenden Klasse die Retter entsandt werden, die mit der zwielichtigen Parole "Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein!" wieder alles ins Lot und den unzurechnungsfähigen Pöbel unter Kuratel bringen. Fazit: Unterdrückung muss sein, aber bitte mit Herz!
Die Ästhetisierung der Unterdrückungsverhältnisse durch das atemberaubende futuristische Set Design und die monumentale Sozial-Ornamentik im ersten Teil des Films hat heute noch, fast 90 Jahre später, die Macht, das Publikum in seinen Bann zu schlagen. Muss man da nicht selbst mit heftigem Widerwillen Zeuge werden, wie die schwärzlich wimmelnden Arbeitermassen diese erhabene Schönheit zu Klump schlagen?
Das Gegenstück zur Ästhetisierung der Herrschaftsverhältnisse am Anfang bildet zum Ende des Films die religiöse Überhöhung der Figuren, die schließlich die politische Ordnung wiederherstellen. Wie diese Ordnung aussehen wird, erfahren wir allerdings nicht. Sie wird aber vermutlich auf diesen Pfeilern ruhen: Die Liebe zum „Volk“ gebietet, dass es vor sich selbst geschützt wird. Und: Die Maschinerie der Herrschaft erhält ein menschliches Antlitz (Marie), die Maschinerie der industriellen Produktion wohl ebenfalls (Freder). Das ist aber natürlich kein politisches Programm, sondern ein vages, irrationales Heilsversprechen.
Was genau heißt aber „faschistische Ästhetisierung der Politik“? Kurz gesagt: Politische Probleme werden nicht politisch gelöst, sondern "durch Schönheit überwunden". Nüchterner gesagt: Sie werden durch das Spektakel überspielt und übertönt. Es kann eine düstere, von Todessehnsucht getränkte "Schönheit" sein wie bei Langs 'Nibelungen', aber auch eine prahlerisch auftrumpfende wie in den Schandwerken der Riefenstrahl. 'Metropolis' greift in mancher Hinsicht das ästhetische und politische Programm der ‚Nibelungen‘ wieder auf und wirkt teilweise wie ein (zum Glück gescheiterter) Versuch, die ‚Nibelungen‘ vom Negativen ins Positive zu wenden, der aber durch den unbeholfenen Schluß, in dem das strahlend schöne junge Paar das Herz des eisigen Diktators erweicht, allzu nah an der Lächerlichkeit vorbeischrammt, um noch mitzureißen.
Zusammengefaßt könnte ich sagen: Ich kreide ‚Metropolis‘ die Verachtung der Massen an, den ungeschickten Versuch, irrationale politische Heilsfiguren anzupreisen, für die in der Weimarer Republik wohl ein Markt gesehen wurde; ausserdem, dass er (mit reichlichen Anleihen bei der Avantgarde der 20er Jahre ) eine unvergeßliche Bildsprache zur Darstellung (Verherrlichung) eines totalitären Herrschafts- und kapitalistischen Verwertungssystems gefunden hat, das im Verlauf des Films zumindest als das geringste denkbare Übel hingestellt wird. Nichts zeigt das deutlicher als die Überblendung, durch die sich der Industriebetrieb in den Götzen Moloch verwandelt. Man mag das Bild anfangs für kritisch halten, vielleicht ist es das auch tatsächlich zuerst gewesen, aber am Ende weiß man: Moloch ist nicht der böse Menschenfresser, er ist der gütige Gott der gesellschaftlichen Stabilität. Er ist genügsam und fordert nur wenige Menschenopfer, wo die entfesselten Massen die Gefahr totaler Vernichtung heraufbeschwören.

(P.S.: „Volk“ steht bei mir immer in Anführungszeichen, weil ich der Meinung bin, dass dieses Wort generell eine Verunglimpfung darstellt)

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DonChris

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Schöne Diskussion, die endgültig dazu beiträgt, mir den Film nun endlich auch mal anzusehen um mir mein eigenes Bild zu machen. Aber dein gelungener Kommentar, nasenschleuder, wirft mal ein anderes Bild auf den Film, beim Sichten werde ich das im Hinterkopf behalten. Danke dafür ;)


nasenschleuder

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Dank zurück :)


Copacabanasun

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Visionäres Meisterwerk, mit so vielen Details und mit so viel Liebe gemacht, das man erschlagen wird von der Wucht dieses Films. Bin jedes mal auf neue gefesselt, wenn ich Metropolis sehe. Fazit: Deutscher Meilenstein der Filmgeschichte, das man gesehen haben muss.

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littledrummerboy01

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Bewertung9.0Herausragend

Tolle, gewaltige Geschichte, perfekt inszeniert in monumentalen Bildern. Ein Film, der den Zuschauer gleichzeitig erschlägt und fesselt, überwältigt und begeistert. Gilt zurecht als eines der größten Werke der Filmgeschichte.

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Audreyfan

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Bewertung10.0Herausragend

Metropolis... (ein paar Worte der Begeisterung)
Stille. Lärm. Musik. Maschine. Schichtwechsel. Armut. Reichtum. Ein Paradies. Moloch! Maschine. Maschinen. Göttin. Hoffnung. Liebe. Angst. Schrecken. Vorhersage. Sünde. Maria. Eine Maria. Zwei Maria. Lieb. Böse. Macht. Ein Traum. Wut. Wut. Tod. Tod den Maschinen. Tod den Maschinen! Die Dummheit der Menschen. Die Kinder, die Kinder. Angst. Schrecken. Angst. Masse. Menschenmasse. Menschenmassen. Mitreißend. Bombastisch. Umwerfend. Unaufhaltsam. Tod. Tod den Maschinen! Tote Maschine. Zerstörung. Wut. Hass. Liebe. Hass. Hexe. Feuer. Liebe. Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein! Stille. Begeisterung. Applaus. Meisterwerk. Perfektion. 

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VisitorQ

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gefällt!


Audreyfan

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Danke :)


Jek-Hyde

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Bewertung7.5Sehenswert

Fitz und die Mutter der Gesellschaftskritischen Scifises.
Metropolis ist sehr, seeeeeeehr Theatralisch inszeniert, was eine Stärke für den Film ist. Das er Stumm ist und sonst nur von teilweise, sehr passender und sehr Brachialer Musik heimgesucht wird ist ebenfalls Positiv erwähnt. Eins, was mir wohl negativ auffiel, war der langweilige Anfang wo alle im Garten herumhüpfen. Die Kulissen sind der Wahnsinn, aber was wurde eigentlich noch nie erwähnt? Vermutlich muss ich dafür aus den höhen der Objektivität in die Tiefen der Subjektivität abtauchen.
Vermutlich gefielen mir gerade die Charaktere, die man wohl nicht mögen sollte, so konnte ich zum Beispiel den verrückten Professor Rotwang einiges abgewinnen und fand die Roboterfrau bei weitem besser als ihren nette, GLÄUBIGE (vor ekel wellt sich mein Zwerchfell) "Schwester". Besonders dieses übertriebene Gestikulieren verfehlte seine Wirkung nicht. Ab jetzt wird gespeulert: Was wäre wohl gewesen, wenn nicht die Roboterfrau auf den Scheiterhaufen gelandet wäre? Was wäre Metropules mit etwas weniger Optimismus gewesen, außer vielleicht eine Dystorpie in Reinkultur?
Im Endeffekt fand ich hätte man auf das eine oder das andere mehr eingehen können. Allerdings fiel viel den Keulengroßen Symboliken zum Opfer, was aber kein Nachteil ist.
Warum gebe ich diesem Meisterwerk also NUR eine 7,5/10? naja, eigentlich müsste es eine 7,8 oder 7,9/10 sein, aber so genau ist MP zum Glück nicht.
Außerdem drängt sich mir eine Frage auf: es heißt am Ende: "Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein."
Warum das Herz? Ich verstehe schon die Symbolik, aber warum ist immer das Herz für Liebe und Gewissen zuständig und für richtig und Falsch? Unser Herz ist einfach nur ein faustgroßer Muskel. Lebenswichtig, aber genauso Lebenswichtig wie unsere Lunge oder so.
Was das mit der Bewertung zu tun hat? Ich weiß doch auch nicht. Ich weiß nur dass ich von Onkel Fritz M als 8/10 empfand und Metropolis als nicht ganz so gut, also gebt ruhe.

Aber nochmal auf das Sprüchlein, ich bin vielleicht ein Idealist auf Abwegen, aber Meilenweit entfernt vom Moralisten, so ist es doch immer die gleiche Leier mit den Botschaften: Alle predigen Liebe, und tun doch was anderes. Außerdem ist Liebe ein Wort, es kommt darauf an, was wir damit verbinden. Dazu ist Liebe manchmal weniger schön als sie glorifiziert wird, aber das hat nichts mit Metropolis zu tun genauso wenig wie der Sinnspruch, der sich mir gerade ekelerregend aufdrängelt, aber in seiner trostlosen Kälte etwas wahres hat: "Wenn jeder sich um sich kümmern würde, wäre für alle Gesorgt."

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Gabe666

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Bewertung9.0Herausragend

Bei "Metropolis" handelt es sich, soweit ich weiß, um die erste filmische Dystopie. Er ist ein philosophischer und spannender Science-Fiction-Film (auch in diesem Genre war er einer der ersten), der damals jedoch an den Kinokassen unterging, sogar zur Insolvenz des produzierenden Studios führte, worauf er um mehr als 30 Minuten gekürzt wurde. Die Fassung, die ich vor ein paar Jahren im Nationaltheater Weimar gesehen habe, war die restaurierte Version von 2001, welche natürlich immer noch nicht vollständig, aber dennoch atemberaubend war. Ich werde mir sicher auch mal die vollständig rekonstruierte Fassung besorgen.
"Metropolis" beeindruckt vor allem aufgrund seines Szenenbildes und den damals bahnbrechenden Spezialeffekten. Die Bilder der düsteren Metropole ziehen einen unweigerlich in ihren Bann. Untermalt wird das Ganze durch majestätische musikalische Themen. Dieser Film sorgt wirklich dafür, dass man ehrfurchtsvoll ins Staunen gerät. Wobei die eigentliche Handlung aus heutiger Sicht doch denkbar einfach gehalten, die Botschaft mit dem Mittler etwas aufgesetzt wirkt und das Ende auch ziemlich kitschig geriet. Aber durch die hervorragende Inszenierung, die tollen Schauspieler, die Gesellschaftskritik und die zahlreich vorhandene Metaphorik und Symbolik (es tauchen v.a. viele christliche Motive im Film auf), macht er das wieder wett.
"Metropolis" ist ein zeitloser, zum Nachdenken anregender Film, der Einfluss auf zahlreiche andere Werke hatte. Wenn man von Filmen wie "Star Wars", "Terminator", "Robocop" und "Blade Runner" beeindruckt ist, sollte man bedenken, dass Lucas, Cameron, Scott & Co. ihre Einflüsse hiervon hatten. Hier nahm alles seinen Anfang.
Das düstere Setting erkennt man in "Blade Runner" (der seinerzeit Metropolis' Schicksal, was das Einspielergebnis betraf, teilte), "Matrix" und "Dark City" wieder; das Design des Maschinenmenschen diente zum Vorbild für andere Roboter wie C3-PO aus "Star Wars" oder den Robocop, die jedoch, im Gegensatz zu diesem, einen männlichen und keinen weiblichen Körperbau haben. Der erste Auftritt des Maschinenmenschen und seine bzw. "ihre" Verwandlung in Maria gehören zu meinen absoluten Lieblingsszenen.
"Metropolis" ist ein bahnbrechender Klassiker, der seiner Zeit weit voraus war und ein ganzes Genre maßgeblich prägte. Jeder Filmfan sollte ihn einmal gesehen haben.

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gunnar.wilhelmi

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"Das düstere Setting erkennt man in "Blade Runner" (der seinerzeit Metropolis' Schicksal, was das Einspielergebnis betraf, teilte), "

Da bin ich mir nicht sicher. Für Blade Runner musste Scott 1982 eigentlich nur aus dem Fenster sehen, als die knapp drei Minuten Setdesign eines, zu diesem Zeitpunkt knapp 60 Jahre alten Filmes, abzukupfern. Außerdem unterscheiden sich die Darstellungen doch z.Teil erheblich. In Metropolis ist selbst die Arbeiterstadt vergleichsweise hell, sauber, ordentlich, aufgeräumt, wenn gleich auch rein funktional gestaltet. Scotts Setdesign wiederum ist dunkel, dreckig, überbevölkert, heruntergekommen. Scott scheint hier eher die damalige Reailität der verwahrlosten amerikan. Städte in Kombination mit asiatschen Metropolen als Vorbild gedient zu haben. Das wird übringens auch im Making of. zu Blade Runner angedeutet. Wer zudem z.B. auch "Wolfen" von 1981 gesehen hat, erkennt in welchem beklagenswerten Zustand zu diesem Zeitpunkt einige Stadtviertel amerikan. Großstädte waren und inzwischen auch wieder sind.


Gabe666

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Naja. Ich denke aber schon, dass "Metropolis" dennoch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Macher von "Blade Runner" ausübte. Was die Momunentalbauten wie die Pyramide der Tyrell Corporation betrifft, so ist da doch eine gewisse Ähnlichkeit zu den Bauwerken aus "Metropolis" festzustellen. Und auch die Verbindung von Aspekten älterer Epochen mit einer futuristischen Welt sowie die Darstellung der Oberschicht, die weit über den Köpfen des gemeinen Volkes lebt, ist in beiden Filmen recht ähnlich. Die damalige Realität wird aber sicher ebenfalls die Darstellung der Großstadt in "Blade Runner" beeinflusst haben.


Jamo1138

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Bewertung9.5Herausragend

Kein Film eine Vision! Hab vor einigen Jahren den Film im Kino gesehen mit echter Klavierbekleidung und fast alle Gäste hatten sich in Schale geworfen mit Anzug und Smoking wie in der Oper. Ein wahres cineastisches Erlebnis.

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Pyro 91

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Du warst wie n Klavier angezogen? Was ging denn da ab? ;) Ansonsten: Wow, das muss ja mal geil gewesen! Fand den Film schon auf DVD umwerfend. Mit Live-Orchester wäre ich wahrscheinlich völlig ausgetickt.:)


Jamo1138

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Haha, Klavierbegleitung natürlich war schon spät :) Kommt aber aufs gleiche raus, die meisten kamen in schwarz und weiß daher.


sebastian.gonera.5

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habe ich 2 mal angefangen und abgebrochen werde es irgendwann mal zuende schauen vielleicht liegt es daran das ich denn stummfilmen nicht so zugeneigt bin aber mal schauen

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uncut123

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hatte auch erst meine probleme aber dann doch zuende geschaut und nicht bereut...


erik.stein.12

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich bin begeistert! Metropolis in der restaurierten 150 Minuten-Fassung ist ein einzigartiges Meisterwerk und vielleicht DER Meilenstein der Filmgeschichte, der alle anderen Kult-Klassiker etwas blass erscheinen lässt. Metropolis hat ein solch hohes Ansehen zu 100% verdient, und das nicht nur weil er mittlerweile über 85 Jahre alt ist, sondern weil er schlicht und einfach eine Komplexität und Kreativität an den Tag legt, wie man sie wohl in keinem anderen Film findet.

Die Mutter aller Science-Fiction-Filme behandelt nicht nur Themen, wie die Entpersonifizierung der Menschen in einer Zweiklassengesellschaft, das Fleischwerden der Maschinen und deren Einfluss auf die Gesellschaft, sowie unsere Abhängigkeit von eben jener Technik, sondern zeigt auch auf sehr kritische Art und Weise den Einfluss von Demagogen und falschen Predigern auf die Masse, portraitiert Dekadenz und alle biblischen Todsünden und beweist auf sehr eindrucksvolle Art, dass der Eine nicht ohne seinen Nächsten kann, dass auch eine Zweiklassengesellschaft von einander abhängig ist und das diktatorisches (und auch extrem kapitalistisches) Denken dem Menschsein weichen sollte/muss, da es ansonsten zur Revolution kommt, wie es uns die Geschichte mehrfach bereits bewiesen hat.
All dies ist nur ein Teil der vielschichtigen Komplexität. Wenn man tiefer abtauchen möchte ist auch dies machbar. Einige Szenen und Stilmittel lassen viel Interpretationsspielraum und liefern wunderschöne Denkanstöße und philosophische Grundgedanken.
Verpackt wurde all dies in ein atemberaubendes Art-Deco-Design und pompöser, klassischer Musik.

Es ist nun wirklich nicht weiter verwunderlich, dass unzählige Regisseure in ihren Klassikern diesem Meisterwerk huldigen. Sei es H.A.L aus 2001, der namentlich an den Roboter Hel angelehnt ist, Robocop und C-3PO, die ein ähnliches Design besitzen, ein Großteil der Ideologie von Matrix oder aber der Terminator, sowie das Ende von Terminator 1, wie sich dieser von seiner menschlichen Hülle loslöst und sein wahres Gesicht zeigt. Es war alles schon einmal da – vereint in diesem zeitlosen Kult-Klassiker.

Infos zur Bild- und Tonqualität der Blu Ray findet ihr hier:
http://mr-stone-movies.blogspot.de/2013/02/metropolis-uk-import-blu-ray.html

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