Metropolis
Metropolis (1927), DE Laufzeit 153 Minuten, FSK 0, Science Fiction-Film, Drama, Kinostart 12.05.2011
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85 Kommentare
Keine ?
von Fritz Lang, mit Gustav Fröhlich und Alfred Abel
In der technokratischen Riesenstadt Metropolis leben Arbeiter und Oberschicht völlig isoliert voneinander. Arbeiter gelten als minderwertig und müssen in den Tiefen der Erde, wo es weder Sonne noch Freude gibt, vegetieren und wohnen in engen Massenunterkünften. Die Reichen und Mächtigen aber residieren hoch über dem Boden von Metropolis. Ihre Söhne leben in einer eigenen Stadt mit dem „Haus der Söhne“, den Universitäten, einem gigantischen Stadion und den paradiesischen „Ewigen Gärten“, wo die schönsten Mädchen „gezüchtet“ werden wie Pflanzen.
Dort lebt auch Freder Fredersen (Gustav Fröhlich), Sohn des mächtigen Fabrikanten und Erbauers der Stadt Joh Fredersen (Alfred Abel), der die Stadt vom „Neuen Turm Babel“ aus regiert. Eines Tages steigt sein Sohn in die Arbeiterstadt hinab, um dort der viel verehrten Maria (Brigitte Helm) zu begegnen, die den Arbeitern mit ihren Predigten von Liebe und Klassenlosigkeit immer wieder Hoffnung schenkt. Als Freder die Lebensverhältnisse der Unterwelt von Metropolis sieht und Marias Predigt hört, beschließt er, sich ihrer Bewegung anzuschließen und eine Revolution zu starten.
Währenddessen entwickelt der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) einen Roboter, der Marias Züge trägt, ihre Stellung einnimmt und die Arbeiter in seinem Sinne beeinflussen soll. Von der lasziven Roboter-Maria aufgestachelt, verlassen die Menschen ihre Maschinen, verwüsten die Arbeiterstadt und lösen so die Überschwemmung der Stadt aus, die vor allem die Arbeiterkinder in große Gefahr bringt. Metropolis kann nur noch durch den Einsatz der echten Maria und…
In der technokratischen Riesenstadt Metropolis leben Arbeiter und Oberschicht völlig isoliert voneinander. Arbeiter gelten als minderwertig und müssen in den Tiefen der Erde, wo es weder Sonne noch Freude gibt, vegetieren und wohnen in engen Massenunterkünften. Die Reichen und Mächtigen aber residieren hoch über dem Boden von Metropolis. Ihre Söhne leben in einer eigenen Stadt mit dem „Haus der Söhne“, den Universitäten, einem gigantischen Stadion und den paradiesischen „Ewigen Gärten“, wo die schönsten Mädchen „gezüchtet“ werden wie Pflanzen.
Dort lebt auch Freder Fredersen (Gustav Fröhlich), Sohn des mächtigen Fabrikanten und Erbauers der Stadt Joh Fredersen (Alfred Abel), der die Stadt vom „Neuen Turm Babel“ aus regiert. Eines Tages steigt sein Sohn in die Arbeiterstadt hinab, um dort der viel verehrten Maria (Brigitte Helm) zu begegnen, die den Arbeitern mit ihren Predigten von Liebe und Klassenlosigkeit immer wieder Hoffnung schenkt. Als Freder die Lebensverhältnisse der Unterwelt von Metropolis sieht und Marias Predigt hört, beschließt er, sich ihrer Bewegung anzuschließen und eine Revolution zu starten.
Währenddessen entwickelt der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) einen Roboter, der Marias Züge trägt, ihre Stellung einnimmt und die Arbeiter in seinem Sinne beeinflussen soll. Von der lasziven Roboter-Maria aufgestachelt, verlassen die Menschen ihre Maschinen, verwüsten die Arbeiterstadt und lösen so die Überschwemmung der Stadt aus, die vor allem die Arbeiterkinder in große Gefahr bringt. Metropolis kann nur noch durch den Einsatz der echten Maria und Freders gerettet werden…
Rekonstruktion
Die bei der Uraufführung (10. Januar 1927 in Berlin) gezeigte Urfassung von Metropolis existiert leider nicht mehr, da der ursprüngliche Film von ca. 210 Minuten Länge in der Folgezeit mehrfach umgeschnitten wurde und viel Originalmaterial verloren gegangen ist. Die bis 2010 werktreuste und längste Rekonstruktion des Films wurde im Februar 2001 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in erstaunlich gut restaurierter Bild- und Tonqualität veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis einer umfassenden Suche nach Metropolis-Fragmenten in aller Welt, hat aber nur eine Gesamtlaufzeit von 117 Minuten. Anhand wiedergefundener Partituren der Originalmusik jedoch konnten fehlende Szenen durch Standbilder und Texttafeln ersetzt werden, um so den in früheren Fassungen entstellten Sinn der Handlung wiederherzustellen. Ebenso war es möglich, die originale Schnittfolge und die Original-Filmmusik zu rekonstruieren. Die rekonstruierte Metropolis-Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung gehört zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.
2008 wurde im Filmmuseum von Buenos Aires eine 16-mm-Kopie mit der fast vollständigen, verloren geglaubten Original-Auslandsversion entdeckt. Der argentinische Filmverleiher Adolfo Z. Wilson hatte unmittelbar nach der Berliner Metropolis-Premiere eine Kopie erworben, welch nach vielen Vorführungen in die Sammlung des Filmkritikers Manuel Peña Rodriguez überging und schließlich – ungesehen – im Museum landete. Diese Metropolis-Fassung enthält nahezu alle nach der Uraufführung herausgeschnittenen Szenen und ist mit Zwischentexten in Spanisch versehen. Mit Hilfe dieser Kopie konnte die Rekonstruktion der Murnau Stiftung von 2001 an zahlreichen Stellen ergänzt werden. 2010 wurde diese ergänzte Fassung im Rahmen der Berlinale dem Publikum präsentiert. Sie entspricht im Wesentlichen der Urfassung von Metropolis, es fehlen nur 8 Minuten Originalmaterial.
Finanzielles Fiasko
Für Metropolis war 1926 ein Budget von 1,5 Mio. Mark eingeplant worden, doch Fritz Lang überzog es auf über 6 Mio. Mark. Der Film hätte Millionen von Zuschauern in die Kinosäle ziehen müssen, um der Produktionsfirma ein finanzielles Fiasko zu ersparen. Auch Befürworter wie Luis Buñuel konnten Metropolis den vorübergehenden Untergang nicht ersparen. Erst Jahre später wurde die Bedeutung des Films für das Genre des Science-Fiction und die zentrale Rolle für den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit erkannt. Aufgrund des finanziellen Fiaskos wurde Metropolis schon drei Monate nach seiner Uraufführung wieder aus den Kinosälen genommen. Die Ufa musste verkauft werden. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Kinokarten zu Metropolis auch ungewöhnlich teuer waren und wenige sich den Eintritt leisten konnten. Bei einem Durchschnittseinkommen eines Arbeiters von 267 Reichsmark kostete eine Kinokarte normalerweise 77 Pfennig. Die Karte zu Metropolis kostete jedoch 4-8 Mark.
Reaktionen der Kritik
“Eine Menschheitssinfonie von brausender Melodik und ehernem Rythmus”, so stelle die Ufa Metropolis vor. Zur Uraufführung im Ufa-Palast am Nollendorfplatz in Berlin wurde die gesamte Fassade des Kinos versilbert und über dem Kinoeingang eine riesige Requisite aus der Unterwelt des Films angebracht. Doch die zeitgenössischen Kritiken waren mehr als vernichtend. Obwohl Luis Buñuels Aussage, Metropolis sei “ein gigantisches Ballett” und das “herrlichste Bilderbuch” die filmästhetische Seite des Films lobte, zeigten sich viele Kritiker enttäuscht von der oberflächlichen bis kitschigen Handlung. So bemängelte Kracauer die “Neigung zu pompöser Ornamentalisierung” und die “übercodierten Bilder”. Das Schlussbild, in dem eine Versöhnung der Klassen durch das “Herz” gefordert wird, interpretierte Kracauer als nationalsozialistische Aussage. Für ihn stellte Joh Fredersen den Übervater dar, der wie Goebbels zu den Massen spricht.
Heutzutage nimmt Metropolis unbestritten einen Platz als Meilenstein der Filmgeschichte ein. Die Bedeutung für das Genre des Science-Fiction kann nicht mehr bestritten werden. So greifen Filme wie Das fünfte Element oder Blade Runner direkt auf Metropolis zurück. Die Spezialeffekte aus Metropolis werden noch heute bewundert, man ist sich einig, dass die kinematographische Umsetzung sich über das teilweise naiv anmutende Drehbuch und die eindimensionalen Charaktere hinwegzusetzen vermag. Für Janis El-Bira etwa ist Metropolis der “bedeutendste Film deutscher Herkunft” ein, der sich mit Werken wie Geburt einer Nation messen kann. Als “Ein Jahrhundertwerk, das man gesehen haben muss” vereine Metropolis vehemente Sozialkritik mit bombastischem Dekor und einer symbolschwangeren Handlung. Seine andauernde Bedeutung in der Filmgeschichte wird der Zukunftvision Langs angerechnet, die schon 1927 vom urbanen Leben und der Entfremdung von der Arbeit spricht. Sein düsteres Menschenbild sollte sich noch in vielen anderen Science Fiction-Filmen fortsetzen. (AW)
Cast & Crew
-
Fritz Lang
-
Alfred Abel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Johan 'Joh' Fredersen
-
Gustav Fröhlich
-
Alfred Abel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) John Fredersen
-
Brigitte Helm
-
Rudolf Klein-Rogge
-
Fritz Rasp
Regie
Schauspieler
-
Theodor Loos
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Josaphat
-
Heinrich George
-
Thea von Harbou
-
Fritz Lang
- Genre
- Utopie & Dystopie, Sozialdrama
- Zeit
- 2000er Jahre, Zukunft
- Ort
- Metropole
- Handlung
- Aggressivität, Arbeit, Arbeiter, Aufstand, Bespitzelung, Brücke, Doppelgänger, Entführung, Erfinder, Erfindung, Ertrinken, Fabrik, Garten, Geschöpf, Hammer, Heldin, Hochhaus, Hunger, Industriegesellschaft, Industrielle Revolution, Industrieller, Katakomben, Katastrophe, Kathedrale, Kinder, Klassengesellschaft, Klassenkampf, Kuss, Labor, Liebe, Luxus, Maschine, Maschinenstadt, Mensch gegen Maschine, Mob, Proletariat, Rache, Revolte, Revolution, Roboter, Sabotage, Scheiterhaufen, Skelett, Soziale Ungerechtigkeit, Springbrunnen, Stadion, Streik, Suizid, Telefon, Turm zu Babel, Untergrund, Untergrund-Welt, Unterirdische Stadt, Unterschicht, Unzufriedenheit, Utopie, Vater-Sohn-Beziehung, Verfolgungsjagd, Visionen, Wut und Hass, Überflutung
- Stimmung
- Aufregend, Ernst, Spannend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Metropolis
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Kritiken (10) — Film: Metropolis
Thomas Winkler: fluter Thomas Winkler: fluter
Kommentar löschenNun ist dieser Film, der einer der wichtigsten in der Geschichte des bewegten Bildes ist, nahezu wieder in seiner Gänze zu sehen. [...] Einige Figuren bekommen nun erst eine Bedeutung, Handlungsstränge vervollständigen sich, Sinn wird wiederhergestellt. Was bleibt, ist eine schon damals als moralinsauer verurteilte Botschaft und die expressionistische Schauspielkunst des Stummfilms, die heute bisweilen pompös wirkt. Aber eben auch: Bilder und Ideen, die eine sagenhafte Wirkung entfaltet haben und bis in unsere Tage nachwirken.
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Vanja Budde: Deutschland Radio Vanja Budde: Deutschland Radio
Kommentar löschenRiesige Wolkenkratzer unter einem düsteren Himmel, Straßenschluchten mit scheinbar schwebenden Schienenbahnen, Neonlichter und Maschinen-Menschen: Fritz Lang schuf mit Metropolis neue visuelle Effekte, die auch heute noch beeindrucken.
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Rupert Koppold: Stuttgarter Zeitung Rupert Koppold: Stuttgarter Zeitung
Kommentar löschenDass die "neuen" Teile deutliche Verschleißspuren aufweisen, kann der triumphalen Rückkehr von "Metropolis" nichts anhaben, im Gegenteil, sie tragen zur Aura bei, sie sind sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit eines Films, der zum deutschen Nationaldenkmal geworden ist.
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Jeldrik 2011/06/13 08:14:08
Antwort löschenim Gegenteil, sie tragen zur Aura bei, sie sind sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit
Yster 2011/07/31 15:21:49
Antwort löschenich mach mal weiter:
sichtbare Zeichen für Alter und Kostbarkeit
Andreas Banaski: Der Spiegel Andreas Banaski: Der Spiegel
Kommentar löschenDer an akademischen Debatten weniger interessierte Filmfreund sollte sich [bei der restaurierten Fassung von Metropolis] einfach an einer visionären Ästhetik erfreuen, die entstanden ist unter Mitarbeit der größten Könner der Kameraführung, des Set Designs und der Spezialeffekte, und die stilbildend wurde für zahllose Science-Fiction-Filme.
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Asokan Nirmalarajah: Schnitt Asokan Nirmalarajah: Schnitt
Kommentar löschenDas Ergebnis bleibt weiterhin ein filmisches Fragment und unterscheidet sich von der letzten Fassung nur insofern, als einzelne Szenen um ein paar Einstellungen länger geworden sind und ein weiterer Handlungsstrang hinzukommt. [...] Metropolis bleibt auch beim erneuten Schauen ein Faszinosum, aufwendig produziert und voll spektakulärer Bilder, ästhetisch aufregend, inszenatorisch mitreißend und regelrecht sprudelnd vor wilder Imagination und irrsinniger Ambition. [...] Metropolis bleibt als ein monumentales Kinoevent mit Anspruch somit Pflichtprogramm, ein »zeitloses Zeitdokument«.
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Volker Mazassek: programmkino.de Volker Mazassek: programmkino.de
Kommentar löschenDurch das neue Material erlangt der Film insgesamt, vor allem aber im von Wassermassen und Verfolgungen beherrschten Finale seinen ursprünglichen Rhythmus wieder. [...] Auch die digitale Bearbeitung der aufgefundenen Filmstreifen konnte ihre tiefen Wunden nicht schließen. Blass und ausgewaschen sind die Bilder, vielfach zerkratzt zudem. Kontrast und Tiefe fehlen. [...] Leicht lässt sich darüber hinwegsehen, dass der Film seine versöhnende Botschaft ("Mittlerin zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein") arg plakativ unters Volk bringt.
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Gebhard Hölzl : br-online Gebhard Hölzl : br-online
Kommentar löschenMan darf wieder zitieren, was der berühmte Soziologe und Filmtheoretiker Siegfried Krakauer einst über das Meisterwerk geschrieben hat: "’Metropolis' beeindruckt das deutsche Publikum, die Amerikaner genossen seine technische Brillanz, die Engländer dünkten sich erhaben, und die Franzosen zeigten sich von einem Film, der ihnen wie eine Mischung aus Wagner und Krupp und im Ganzen als alarmierendes Zeichen deutscher Vitalität erschien, beunruhigt."
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenAls im Sommer 2008 im „Museo del Cine“ von Buenos Aires längst verloren geglaubte Szenen aus Fritz Langs „Metropolis“ (1927) ans Tageslicht kamen, wurde der Fund als Sensation bewertet. Denn „Metropolis“ übte einerseits einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Filmgeschichte und insbesondere auf die Ästhetik des Science-Fiction-Genres von Georg Lucas’ „Krieg der Sterne“ über Ridley Scotts „Blade Runner“ bis Tim Burtons „Batman“ und Steven Spielbergs „A.I. Künstliche Intelligenz“ aus, weshalb Fritz Lang visionärer Spielfilm als erster Film überhaupt in das UNESCO-Register des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Zum andern wird an der Restaurierung von „Metropolis“ seit fast einem halben Jahrhundert gearbeitet, weil die ursprüngliche Fassung unmittelbar nach der Premiere am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo verstümmelt wurde.
In der nun vorliegenden Fassung wird die Rivalität zwischen Fredersen und Rotwang erst richtig verständlich, weil eine Schlüsselszene wieder eingefügt wurde. Zum wiederentdeckten Material gehört weiterhin der Handlungsstrang um den Arbeiter Georgy und dem entlassenen Sekretär Fredersens Josaphat, mit dem sich Freder verbündet. Diese in den bisherigen Fassungen kaum vorhandene Nebenhandlung beleuchtet das für Fritz Lang wichtige Sujet der Freundschaft. In der nun restaurierten Fassung von „Metropolis“ wird Fritz Langs meisterhafter Umgang mit filmischen Mitteln wie Überblendungen, Kamerafahrten und nicht zuletzt mit der Inszenierung von Massenszenen besonders augenfällig.
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Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschenFritz Langs Metropolis ist zurecht einer der großen Klassiker der Filmgeschichte, ein Meisterwerk ist der Film indes aber nicht. Handwerklich ist Metropolis sehr gelungen, sowohl Kulissen als auch Effekte sind für damalige Verhältnisse bemerkenswert, zudem ist Lang ein begnadeter Regisseur, dessen Geschick in jeder Einstellung sichtbar ist. Umso tragischer ist da die reaktionäre, stumpfe Handlung; das Drehbuch von Autorin Thea von Harbou erreicht zu keinem Zeitpunkt die Klasse der technischen Umsetzung, das kläglich-plakative Finale ist das letzte Ende der Beweiskette.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
alanger 2010/11/28 17:09:08
Antwort löschendas mit der "reaktionäre(n), stumpfe(n) Handlung" stimmt.
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenEr ist der größte Klassiker des deutschen Kinos. Und der erste Film, der von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Und doch ist "Metropolis" nur ein Fragment. Noch in der mustergültigen Rekonstruktion des Films von 2001 muss man vorab lesen: "Über ein Viertel des Films muss als verschollen gelten." Nun nicht mehr: Es sind neue Szenen, ja ganze Sequenzen aufgetaucht. [...] Die „neuen“ Szenen fügen sich nicht nur bestens ein in die Dramaturgie der 2001-Version und bestätigen damit, wie ordentlich sie rekonstruiert wurde. Sie bieten auch einen noch reichhaltigeren, noch spannenderen Film. Das Klischee vom genialen Künstler und dem profanen Verstümmler, es stimmt.
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Kommentare (75) — Film: Metropolis
Kommentar schreibenTrimalchio 2012/01/29 23:45:04
Kommentar löschenAuf der großen Leinwand mit Live-Orchester gesehen. Ich bin sprachlos. Die Kulissen der Dystopie, das grandiose Schauspiel, die Musik, in der sich Anklänge von Beethoven und Tchaikovsky finden lassen. Fabelhaft. Gäbe es den Tonfilm nicht, ich würde ihn nicht herbeisehnen.
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Sepf 2012/01/29 23:57:44
Antwort löschenGroßleinwand mit Live-Orchester? Ich beneide dich.. ;)
Trimalchio 2012/01/30 00:02:56
Antwort löschenJop. Das einzig dumme war, dass ich und meine Mitseher Karten für die dritte Reihe reserviert hatten, weswegen das dröhnende Orchester noch etwas nachhallt. :D
Ich konnte ja nicht ahnen, dass das ein ganz normaler Konzertsaal ohne Orchestergraben ist.
nikl 1987 2012/01/24 00:02:30
Kommentar löschenDer Film läuft heute nicht auf Arte :-(
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jjdd 2012/01/27 11:26:33
Antwort löschenGlaube hier ist das Kulturmagazin gemeint.Der Film wird wohl eine Weile nicht laufen, ist noch nicht so lange her....
thorzten 2012/02/09 20:43:22
Antwort löschenEr läuft heute auf 3sat. In einer Viertelstunde, um genau zu sein! ;-)
Benjamin Barker 2012/01/23 22:17:58
Kommentar löschenKurz bevor der Stummfilm in den nächsten Tagen wieder Einzug in unsere Lichtspielhäuser erhalten wird, nutzte ich heute die Möglichkeit, den vielleicht bekanntesten Stummfilm einer ersten Sichtung zu unterziehen - Fritz Langs "Metropolis". In der restaurierten Fassung und ebenfalls im Kino.
Auch wenn ich mich bemühe, möglichst offen für alle Genres oder Filmepochen zu sein, hatte ich schon einen gewissen Respekt vor diesem Monument eines Films. Schwarz-Weiß bereitet mir keine Probleme, doch beruhten meine bislang einzigen Erfahrungen mit dem Stummfilm auf ein paar Werken des Charlie Chaplin. Höchst amüsant, doch wahrscheinlich auch leichter zu konsumieren. Da stellte ich mir "Metropolis" schon allein aufgrund seiner Länge und seines Status als etwas anspruchsvoller vor.
Auf der anderen Seite war ich jedoch auch voller Vorfreude. Immerhin handelt es sich hier um einen Meilenstein der Kinogeschichte. Den ersten Cyberpunk-Film. Und das auch noch aus deutschen Gefilden.
Was mich außerdem noch zuversichtlich stimmte, war die Tatsache, dass ich ihn wirklich in einem Kino begutachten durfte. Denn nach wie vor halte ich das Erlebnis eines Kinobesuchs für unersetzlich, schon allein deshalb, weil man sich nirgendwo sonst so sehr auf das Geschehen fixieren kann.
Nun aber genug geschwätzt, jetzt gehts ans Eingemachte.
Nach dem Genuss des Films kann ich nun sagen: Ich schwebe in einem Mischzustand aus Begeisterung und Sprachlosigkeit. Anfangs macht es einem der Film (wie befürchtet) nicht einfach. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag, doch ich brauchte meine Zeit um mit dem Film warm zu werden. Da war mir anfangs zu wenig Tempo drin und alles wirkte noch etwas zusammenhanglos - aber schließlich war dies auch erst der "Auftakt".
Denn ist der Film erstmal in Fahrt gekommen, konnte ihn nichts mehr aufhalten. War ich zu Beginn eine ganze Zeit über recht kritisch, vergaß ich nach und nach, dass ich hier ein Werk mit über 80 Jahren auf dem Buckel vor mir hatte.
Dabei ist die Optik, vermutlich der Grund für seinen Kultstatus, des Filmes größter Trumpf, denn sie stellt (sofern ich das als noch-Laie beurteilen kann) alles bis dato Dagewesene in den Schatten. Die futuristischen Kulissen sind der Wahnsinn und auch die restliche Ausstattung weiß zu gefallen. Das ist echter Cyberpunk! Ob riesige Häuserschluchten, die berühmte Roboter-Frau oder die einschüchternen Maschinen - optisch weiß "Metropolis" trotz seines Alters absolut zu glänzen. Dabei entwickelt sich gerade in den Massenszenen eine spürbare Dynamik, die mich als Zuschauer regelrecht in den Sitz gedrückt hat. Im Zusammenspiel mit dem pompösen Orchester entsteht so eine wirklich beeindruckende Atmosphäre.
Zudem müssen die Effekte für die damalige Zeit geradezu bahnbrechend gewesen sein. Wenn man bedenkt, dass man hier eine Produktion aus dem Jahre 1927 ansieht, fand selbst ich als Kind der 3D-Blockbuster-Generation die Tricks atemberaubend. Ganz, ganz große Klasse!
Doch auch wenn der Film gerade visuell Maßstäbe gesetzt hat, darf man die Story nicht unterschätzen. Natürlich ist sie nicht revolutionär oder dergleichen, doch sie vermag die Spannungsschraube kontinuierlich anzuziehen, wobei vereinzelte Längen durch mehrere Höhepunkte wieder ausgeglichen werden. Gerade im "Furioso" nimmt der Film ein unglaubliches Tempo auf; so sehr die ersten 60 Minuten sich zogen, so sehr verflogen die restlichen 90.
Besonders interessant zu beobachten war das Spiel der Darsteller. Schließlich mussten sie damals noch mit ganz anderen Vorraussetzungen umgehen, als es beim Ton-Film der Fall ist. In erster Linie wussten Alfred Abel und Rudolf Klein-Rogge in ihren Rollen zu überzeugen. Ich war selbst überrascht, wie charismatisch sie mir vorkamen.
Wahrscheinlich ist in meiner Bewertung viel Klassiker- & Symphathiebonus, aber trotzalledem hat mich "Metropolis" doch sehr positiv überraschen können. Ein faszinierender deutscher Beitrag zur Filmgeschichte, der beweist, dass gute Filme nicht nur kein 3D, sondern in den besten Fällen nichtmal Ton oder Farbe brauchen.
"Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein."
12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Pappnase 2012/01/21 12:59:09
Kommentar löschenKönnt ihr mir mal sagen, warum letztens als ich Metropolis auf arte sehen wollte, stattdessen ein Kultur-Magazin mit dem gleichen Namen kam? Hat mich ein wenig verärgert ... scheint wohl ein Fehler in eurer Datenbank zu sein.
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Lumpowitz 2012/01/21 13:15:54
Antwort löschenBei der Lauflänge hätte man schon stutzig werden sollen. Klingt vielleicht altmodisch, aber Videotext ist in so einem Fall immer noch hilfreich.
Drumhead92 2012/01/17 16:02:10
Kommentar löschenDazu ist nicht viel zu sagen. Einfach ein Meisterwerk mit grandioser Musik!!
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Canis Majoris 2012/01/11 23:45:29
Kommentar löschenBester deutscher Film.
Mit Leichtigkeit, denn deutsche Filme sind -gelinde gesagt- meistens absoluter Dreck.
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J4KOB 2012/01/12 00:59:59
Antwort löschenLeider nicht nur die deutschen Filme.
Canis Majoris 2012/01/12 02:37:06
Antwort löschenIn der Tat...
Üffes Müffes 2011/12/14 07:35:39
Kommentar löschenDer Film hypnotisiert mich einfach. Ich kann nicht genau erklären was mich speziell so fasziniert, das ich zu keinem Punkt der 2 1/2 Stunden Stummfilm Langeweile empfunden habe. Er löst einfach ein gewisses Gefühl in mir aus, die Kulisse und das ganze drumherum fasziniert mich einfach ungemein. Sicherlich spielt da auch wieder der bei mir oft vorhandene Nostalgiebonus eine Rolle.
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HeilerDerWelten 2011/12/27 16:29:15
Antwort löschenKönnte dieses Gefühl vielleicht unbändige Geilheit sein?
Natürlich nur meine Bescheidene Vermutung als ...Dingens...Mensch.
Cellmorbasg 2011/11/27 17:26:34
Kommentar löschenEs begab sich am gestrigen Tage im Dom St. Nikolai zu Greifswald, das zwei betagte Projektoren in der Mitte des Kirchenschiffes den Raum abwechselnd mit ratterndem Klang zweieinhalb Stunden lang erfüllten und dabei den restaurierten Film Metropolis in seiner neuesten Fassung zeigten. Begleitet wurde dieser Klassiker des Stummfilms nicht mit der originalen Filmmusik, sondern vom Organisten Filip Presseisen der seine eigenen Improvisationen darbot. Inwieweit diese sich nah am Original befanden, vermag ich mangels hinreichender Kenntnisse nicht zu sagen, doch untermalten sie das Gesehene erstklassig und so gab es nicht nur für die Leistung des ununterbrochenen Spielmarathons minutenlangen Applaus mit freudigen Pfiffen und Rufen am Schluss. Er entlockte der Orgel Töne und Motive die bei sonstiger Kirchenmusik wohl kaum zu finden sind und ließ die Orgel erstmals zum Ende des Auftakts zur vollen Lautstärke anwachsen. Es war der krönende Abschluss einer herausragenden Stunde des Films in der sich beeindruckende Visualität mit einer spannenden Geschichte und einem erwartungsvollen Beziehungsgeflecht der Figuren verdichtete.
Vielleicht lag es nur an der hölzernen Bestuhlung und kühlen Temperatur dieses einmaligen Filmsaales die der Konzentration mit der Zeit abträglich waren, doch konnte der Film dieses Niveau nicht über die Zeit halten. Die Geschichte und ebenso die Figuren entpuppten sich als allzu konventionell und ertranken zu guter Letzt in einem süßen Happy-End für die lediglich die Figur des Rotwang, zum eindimensionalen Charakter des Bösen reduziert, geopfert werden musste. Die Action-reichen Sequenzen der zweiten Hälfte sind sicher schön anzusehen und befinden sich fraglos auf dramaturgisch und technisch hohem Niveau, doch gehen sie zu Lasten einer überraschenden Fortführung der Handlung und verbleiben somit im Hirn und erreichen nur schwer das Herz. Das Potential des Films erscheint mir daher nicht ganz ausgeschöpft, doch bleiben sowohl der Film als auch diese einmalige Darbietungsform sicher noch lange in Erinnerung - als der perfekte Filmabend. Und so führte dieser denn nun auch, als "Kollateralschaden" gewissermaßen, zur längst überfälligen Anmeldung bei moviepilot.de.
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FumerTue 2011/11/07 22:32:54
Kommentar löschenIch bin sprachlos. Das ungefähr war mein erster Gedanke nach dem Film, gefolgt von dem Gedanken, dass "sprachlos" recht ironisch ist, da es sich ja um einen Stummfilm handelt.
Eigentlich bin ich heute nur durch Zufall auf den Film gestoßen. Also, ich hab natürlich schon viel davon gehört und so... aber heute fiel mir die DVD mit der ganz neuen restaurierten Fassung in die Hände, da musste ich trotz der stolzen 20 Euro nicht lange zögern, denn die harte Restaurierungsarbeit, die von allen Beteiligten geleistet wurde, entgelte ich gerne. Egal wie schlecht der Film sein möge, aber solche Arbeit muss man aus Prinzip entgelten.
Die Geschichte des Filmes, die in dem DVD-Beiheft erzählt wird, ist schon spannend genug. Und zwar tauchte 2008 in einem heruntergekommenen Filmmuseum in Argentinien eine Filmrolle von Metropolis mit rund 30 Minuten mehr Länge auf, nachdem bereits Jahre zuvor "die Suche eingestellt" und die Hoffnung auf Rettung des Filmes praktisch aufgegeben wurde. Und zwar hatte Langs "Director's Cut" den Amerikanern von Paramount nicht so gefallen, weshalb sie noch ordentlich daran rumgeschnippelt haben. Noch in den 50ern hat ein Kino in Buenos Aires den Film oft gezeigt und danach noch eine sehr schlechte Kopie erstellt, die dann im Museo del Cine gelandet ist. 2008 dann erinnerte sich der Leiter der Filmabteilung des Museums für Lateinamerikanische Kunst daran, wie ihm ein Filmkritiker von der schlechten Metropolis-Kopie erzählt habe. So hat dieser nämlich gesagt, dass "er über zwei Stunden mit dem Finger auf den Filmstreifen drücken" musste. Fassungen des Filmes, die länger als zwei Stunden sind, galten aber ja alle als verschollen. Als man die schlechte Metropolis-Kopie dann fand, wurden übrigens noch vier argentinische Stummfilme in diesem heruntergekommenen Museo del Cine entdeckt, die dort ebenso keinen zu interessieren schienen, wie Langs weltweit gesuchter, verschollener Stummfilm. Vier Filme sind eine beachtliche Zahl, wo doch von rund 300 argentinischen Stummfilmen nur 10 Stück nicht verschollen sind. So viel dazu mal am Rande. Hätte mir das mal jemand ein paar Monate früher erzählt, dann wäre ich in den Sommerferien noch in dieses Filmmuseum in Buenos Aires gegangen. Man kommt ja nicht alle Tage ins wunderschöne Argentinien.
So, nun aber zur eigentlichen Filmkritik.
Metropolis war mein erster Stummfilm! Caligari stand zwar eigentlich weiter oben auf meiner To-Watch-List, aber so kurzfristig schaute ich mir also gleich Metropolis an. Ich wusste nicht recht, wie das wird... fast zweieinhalb Stunden lang einen Stummfilm, einen Film, der schweigt, anzuschauen!?
Nach den ersten zehn Minuten fragte ich mich dann auch, was zum Teufel daran jetzt so episch ist, dass Filmwissenschaftler 80 Jahre lang ein paar vermisste Szenen gesucht haben. Aber dann kam der Film mal in die Handlung und verging dann mindestens so schnell, wie jeder moderne Blockbuster.
Das tolle an dem Film ist ja, dass es keine unnötigen und langen Gespräche gibt, die die Handlung nur verlangsamen und langweilen. Und "gesagt" werden auch nur wirklich wichtige Dinge, weil für coole Sprüche keine extra Sprechtafelzeit aufgebraucht werden soll. Wieso können Menschen nicht immer so schweigsam sein? (Will mich da gar nicht ausschließen, ich bin meistens ein Labersack par excellence ;) )
Das macht den Film recht spannend!
Auch die visuellen Effekte sind - in Anbetracht der Tatsache, dass der Film 1925/26 gedreht wurde - einfach nur beeindruckend! Und sowas, wie blinkende Reklame an Wolkenkratzern haben wir mittlerweile tatsächlich.
Der Film ist vollkommen zurecht ein wirklicher Klassiker, den man unbedingt gesehen haben muss, wenn man halbwegs von sich behaupten will, in Filmgeschichte bewandert zu sein.
ich hätte nicht geglaubt, dass ein 140-minütiger Stummfilm - egal ob Klassiker oder nicht - so gut sein kann!
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
L.M.S. 2011/11/08 16:55:39
Antwort löschenSehr schön geschrieben :)
Loxeley 2012/01/02 15:09:40
Antwort löschenSehr schönes Review. Ich werde mir mal auch demnächst die DVD endlich besorgen, da habe ich jetzt richtig Lust drauf gekriegt.
Joeyjoejoe17 2011/11/01 23:51:24
Kommentar löschenIch hatte das unbeschreiblich große Glück, diesen Film vor einigen Stunden im Kino in der 08er Restaurationsfassung bewundern zu dürfen . Danach gings italienisch Essen, und nun, gute 3h später, bin ich immer noch enorm fasziniert von diesem Monumentalwerk. Das einzige, was ich in der Lage bin dazu zu schreiben, ist, dass es sich hier ganz klar um eine Oper par excellencé, um ganz großes und ewig währendes Kino handelt. Hätte nicht gedacht, dass mich mal ein Stummfilm derart fesselnd könnte. In ein paar Tagen, wenn ich mich wieder einigermaßen gefasst haben werde, bin ich vielleicht eher in der Lage, etwas aussagekräftiges und produktives zu schreiben, bis dahin verbleibe ich mit dem Ausruf:
WOW!
----------------------------
Nachtrag:
Selbst nach zwei Tagen fehlen mir fast die Worte. Dieser Film wurde zurecht zum Weltkulturerbe ernannt, diente zurecht als Vorlage für spätere Filmklassiker, und wurde zurecht einer meiner Lieblingsfilme. Bei mir als vom Theater im Allgemeinen sehr begeisterter Mensch kommt ob des theatralischen und überaus pathetischen Schauspiels, wegen der perfekten bühnenartigen Inszenierung (SPOILER ich erinnere hier an die Anfangsszene, in der der Schichtwechsel vonstatten geht und man allein anhand der Ganggeschwindigkeit der Leute erkennt, wer die alte und wer die neue Schicht repräsentiert, oder das Sammeln an der Glocke als die Stadt untergeht, oder als die Menschenmassen sich der Herzmaschine widmen, oder oder oder.../SPOILER) und aufgrund der perfekten Musik natürlich ein immenses Gefühl der Ehrfurcht, Faszination und Begeisterung auf.
Nicht nur einmal hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper, nicht nur einmal schien mein Herz zu platzen wegen des großen Adrenalinschubs, und nicht nur einmal überwältigte mich das famose Bühnenbild. Was die Spannung angeht könnten sich ruhig mal viele Hochspannungsthriller der heutigen Zeit was abschneiden, denn die Verfolgungsszene am Ende des Auftakts gehört definitiv zu den spannendsten Szenen, die ich jemals gesehen habe.
Habe ich schon erwähnt, dass die Musik perfekt ist? Sie unterstreicht stets das Geschehen derart passend, dass man einfach nicht anders kann als mitgerissen zu werden. Zudem wurden häufig Melodien mit hohem Wiedererkennungswert verwendet, z. B. das Thema, welches zu der Verfolgungsjagd am Ende des Auftakts gehört.
Habe ich auch schon erwähnt, dass das Schauspiel große Klasse ist? Allein wie Brigitte Helm ihre zwei Figuren, Maria und Hal mit Marias Aussehen, verkörperte war spitzenmäßig. Allein an der Körperhaltung konnte man erkennen, wen man denn jetzt wirklich vor sich hatte, und das natürlich ganz Theater-like mit ganz großen Gesten, mit übertriebener aber stets passender Mimik und einer Gangart, die aussagekräftiger ist als 1000 Worte. Einfach faszinierend.
Es ist naheliegend, das gesamte Monumentalwerk von Fritz Lang als Oper anzusehen, und zwar als eine verdammt geile und abartig fesselnde, die Ewigkeit überdauernde und zeitlose "Oper par excellencé". Ich werde mir den Film bald möglichst wieder anschauen und erneut in diese fantastische dystopische Zukunftswelt eintauchen und zweieinhalb Stunden der Musik lauschen, mich am großen Schauspiel ergötzen und die enormen Gefühlshöhen genießen.
Meine Partnerin, die mit mir im Kino war, sagte anschließend mit hoher Begeisterung, dass man an diesem Film erkennen kann, dass damals Filmmusik und Schauspiel noch was ganz anderes waren. Dem stimme ich voll zu und schließe meinen Vortrag mit einem Wort:
WOW!
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seven 2011/11/02 11:35:04
Antwort löschenGreat.
Percilitor 2011/10/07 12:54:29
Kommentar löschenWas Fritz Lang hier geschaffen hat ist schlichtweg grossartig. Man kommt kaum mehr aus dem Staunen heraus bei diesen fantastischen Kulissen und den Effekten, die ihrer Zeit weit voraus waren. Filme wie Blade Runner wären ohne Metropolis undenkbar. Schade ist allerdings, dass über 1/4 des Films als verloren gilt und man so wahrscheinlich nie in den Genuss der definitiven Fassung kommen wird. Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass Metropolis ein Meisterwerk ist, das jeder, der sich nicht von Stummfilmen abschrecken lässt, gesehen haben sollte.
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wicky2 2011/10/13 17:18:26
Antwort löschenhey,
im november erscheint die neue, um fast alle geschnittene szenen erweiterte, fassung als dvd auch in deutschland. ich hatte das glück sie hier in england, wo die dvd schon erhältlich ist, anzusehen und kann nur sagen: es lohnt sich! zwar sind die szenen die von der 16mm kopie aus buenos aires stammen recht stark beschädigt, aber insgesamt gewinnt der film durch sie sehr. umbedingt anschauen!
J!GS4W 2011/10/06 20:27:55
Kommentar löschen"Metropolis" ist in fast jeglicher Hinsicht seiner Zeit vorraus.
Krass ist die Gesellschaftskritik, die Fritz Lang hier auf Film festgehalten hat. Durch fantastische Metaphern und ebenso herausragende Darsteller werden die Industrialisierung, Modernisierungswahn und Fanatik in ihrer erschreckenden Gänzlichkeit portraitiert. Was hier technisch gemacht wurde, ist aber besonders erstaunlich, denn gerade die Experiment-Szenen mit Rotwang und die modellhafte Stadt Metropolis sind einfach klasse und häufig zum Greifen nahe. Es stellt sich einem also desöfteren die Frage wie die Technik hier 1927 überhaupt umgesetzt werden konnte. Was aber stört ist die Laufzeit von 2 einhalb Stunden, wo man sicher eine halbe hätte heraus schneiden können, aber das machen vor allem die Schauspieler durch ihre grandiose Mimik und Gestik wieder wett. "Metropolis" ist also ein wichtiger Film, gerade zu dieser Zeit und wer sich das stumme Monumentalwerk ansieht, wird es sicher nicht bereuen, zumal man sich auch an der tollen Filmmusik erlaben kann.
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teakeeper 2011/09/10 13:54:13
Kommentar löschenDas Thema von "Metropolis" ist insbesondere in seinem historischen Kontext und mit Hinblick auf von Harbous Biografie durchaus interessant, wobei noch nichtmal der Inhalt des Filmes, welcher doch als dünn gelten kann und hier durchaus zurecht als "reaktionär und stumpf" bezeichnet wurde, das Packende an diesem Film, sondern vielmehr seine Inszenierung. Die Kulissen zum Film, wie auch die Musik, sind atemberaubend. Die Schauspieler, insbesondere Alfred Abel und Rudolf Klein-Rogge, spielen mit einer Intesität und Leidenschaft, wie man sie wohl nur in Stummfilmen erleben kann.
"Metropolis" ist virtuos und nicht einfach nur ein AUgenschmaus, "Metropolis" ist wunderschön und gerade diese visuelle Ästhetik macht diesen Film zur grandiosen Kinounterhaltung.
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lil.weeze 2011/08/18 06:58:24
Kommentar löschenEndlich hatte ich das Vergnügen, diesen deutschen Klassiker in angemessener Aufmachung zu sehen. Ich hatte das Glück die (fast) vollständige und restaurierte Fassung im Kino inklusive live Musik zu erleben.
Und ich muss sagen der Film trägt den Klassikerstatus ganz zurecht. Schon mit der ersten Szene, in der ganze Heerscharen von Arbeitern in der Maschinenstadt mechanisch richtung Arbeitsplatz marschieren, hat mich der Film in seinen Bann gezogen.
Ich fühlte mich wie in einem Traum. So unglaublich, so perfekt durchkomponiert waren die Bilder dieses Mammutwerks. Dass die Geschichte dabei recht einfach daherkommt, mit allerlei religiösen Versatzteilen versehen wurde und das Happy End wirklich sehr happy und naiv ist, spielt dabei eigentlich überhaupt keine Rolle.
Es ist wirklich erstaunlich, dass ein Film, der beinahe 85 Jahre auf dem Buckel hat, auch nach heutigen Sehgewohnheiten noch so gut konsumierbar ist und von seiner Aktualität nicht wirklich viel verloren hat.
Wichtig ist noch zu sagen, dass es sich bei der Livemusik nicht um den Originalscore handelte, sondern um eine etwas modernere Interpretation. Ob das jetzt Schändung des Originals ist oder nicht muss jeder selber entscheiden. Für mich hat die interpretierte Musik perfekt gepasst und den Film zu einem außergewöhnlichen Erlebnis gemacht.
Kritikpunkte habe ich eigentlich gar keine, außer dass mir jetzt bewusst ist, dass es wohl kaum einen Science-Fiction Film gibt der sich nicht irgendwie bei diesem Film bedient hat..
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SkyaTravers 2011/08/14 17:40:20
Kommentar löschen"Mittler zwischen Hand und Hirn ist das Herz."
Hab es in der Philharmonie gesehen... Mit Live-Musik ist das ganze einfach genial!
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Danyrail 2011/08/14 22:22:00
Antwort löschenDer Film ist grandios, keine Frage, selbst mit nur "normaler" Musik-Hinterlegung. Aber als der Film startete und dort dem Publikum per Schrift zu Beginn klar gemacht wurde --> Dies ist die Botschaft des Filmes, und einem so die Moral quasi mit dem Vorschlaghammer eingeprügelt wurde, musste ich schon schmunzeln.
SkyaTravers 2011/12/12 20:12:24
Antwort löschenJa gut das stimmt schon. Aber vielleicht brauchten das die Leute in den 30ern. ;)
ZiZu87 2011/07/13 23:27:14
Kommentar löschenDieser Film ist ganz klar ein Meisterwerk der Filmgeschichte. Er hat das Genre Sci-Fi geprägt. Die Filmmusik ist legendär und unternalt diesen Film perfekt.
Vieles was in diesem Film gezeigt wurde, ist wahr geworden!!
Fritz Lang hat wirklich einen der Besten Sci-Fi Filme gedreht. Als Fan diese Genres sollte man sich diesen Film auf jeden Fall ansehen und darauf einlassen. Für alle anderen denke ich ist es eher kein Film mehr zum ansehen, denn erstens ist es ein Stummfilm mit Klassikmusik und er ist ,klar, schwarz/weiß.
für mich ist dieser Film ganz klar ein Filmhighlight, vor allem in der neuen restaurierten Fassung und auf Blu-ray.
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ZiZu87 2011/07/13 23:47:15
Antwort löschenFreut mich. Es lohnt sich.
derblonde 2011/06/23 19:35:10
Kommentar löschenVisionär und fulminant. Dazu zwei Bösewichter, die auch ohne Ton grandios rüberkommen.
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janissl 2011/05/21 02:21:53
Kommentar löschenZweieinhalb Stunden Stummfilm-Kino geguckt und nicht gelangweilt!
Dass "Metropolis" visuell einzigartig und stilprägend war dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben, durch die komplett restaurierte Fassung macht der Film jetzt aber auch inhaltlich Sinn und auch Spaß. Wäre damals Verleih-technisch nicht so ziemlich alles schief gelaufen was schief laufen kann wäre "Metropolis" wohl der Blockbuster der 20er Jahre geworden. Mit seinem dystopischen Industrialisierungs-Endzeit-Szenario stellt er genau die Probleme in den Mittelpunkt, die den Großteil der arbeitenden Bevölkerung damals beschäftigt haben dürften und packt sie in eine extrem unterhaltsame, leicht trashige Story.
Die Geschichte macht echt Spaß und entwickelt nach einer etwas lahmen Exposition ein rasantes Tempo. Der Held funktioniert zwar nach heutigen Maßstäben nicht mehr so richtig, aber alle antagonistisch angelegten Figuren (und von denen gibt es viele) sind super gespielt und inszeniert und das Finale, das ungefähr die letzten 45 Minuten des Films ausmacht ist ein echtes Brett, auch wenn das Happy End, Blockbuster-typisch, versucht jedem zu gefallen und dadurch ein bisschen enttäuscht.
"Metropolis" zitiert wie verrückt, ein bisschen Frankenstein, ein bisschen griechische Mythologie, viel Bibel und der Arbeiteraufstand am Ende wird mit einer leicht verfremdeten Version der Marseillaise zum bösen Zwilling der französischen Revolution, um nur einige Beispiele zu nennen. Noch unterhaltsamer sind allerdings all die Déjà-vus denen man hier begegnet, das Hollywood-Kino der letzten 40 Jahre wimmelt nur so von "Metropolis"-Zitaten, von King Kong über Star Wars und Blade Runner bis zu Titanic findet man hier andauernd Szenen, Bilder und Ideen, die man schon zu kennen meint.
Ein echtes Highlight ist Götz Georges Vater Heinrich George, der leider ein bisschen in Vergessenheit geraten aber wohl einer der größten Charismatiker ist, die das deutsche Kino je hervorgebracht hat.
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Jeffrey Liedtke 2011/05/19 18:55:21
Kommentar löschendie geschichte hätte man in 5min erzählen können.
das restaurations video ist viel interessanter
oder aber auch die anime version
robotic angel
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wicky2 2011/10/13 17:19:44
Antwort löschen*g*
ash-williams 2011/05/19 00:23:29
Kommentar löschenFür mich ist Fritz Langs Film ein Meisterwerk. Technisch auf sehr hohem Niveau und mit einem fulminanten Finale ausgestattet. In der Mitte hat der Film leider einige Längen. Außerdem wirkt der wirkt nach heutigen Maßstäben eventuell etwas zahm und unmodern, trotzdem bleibt er ein wichtiges Werk in der Geschichte des Films. Zu erwähnen ist, dass dies ein Film ist, der nur auf der großen Leinwand funktioniert und nur dort wirklich begeistern kann! Jeder der die Möglichkeit hat den Film im Kino zu sehen sollte diese nutzen, es könnte eure Wahrnehmung dieses Films verändern!
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