The Fog of War

The Fog of War: Eleven Lessons from the Life of Robert S. McNamara (2003), US
Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 30.09.2004

admin edit edit group memberships sweep cache
7.5 Kritiker
10 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
121 Bewertungen
11 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Errol Morris, mit Robert McNamara und Errol Morris

The Fog of War zwingt den Zuschauer, sich mit Krieg und den daraus entstandenen Konsequenzen im 20. Jahrhundert zu beschäftigen. Grob geschätzt wurden 160 Millionen Menschen getötet. Das 20. Jahrhundert war eines der gewalttätigsten in der Geschichte der Menschheit. Der Film legt uns nahe, dieses tragische Jahrhundert näher zu betrachten, als Anhaltspunkt dafür, wie wir eine Wiederholung im 21. Jahrhundert vermeiden können. Kern des Films ist das Gespräch zwischen Regisseur Errol Morris und dem ehemaligen Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten Robert S. McNamara. Das Gespräch geht den umfassenden und vielfältigen Erfahrungen von Robert S. McNamara nach, die vom Ende des 1. Weltkriegs, über den Verlauf des 2. Weltkriegs, dem Entstehen des Kalten Krieges, der Kuba-Krise bis nach Vietnam reichen. Wir werden aufgefordert, das 20. Jahrhundert als Außenstehende mitzuerleben, wobei uns der Regisseur und seine Hauptperson durch die Erfahrungswelt von Führungspersönlichkeiten, die in folgenschwere Ereignisse verwickelt waren, lenken.

  • 37795279001_1031339852001_fog-thumb-square
  • The Fog of War - Bild 18738
  • The Fog of War - Bild 18739
  • The Fog of War - Bild 18740
  • The Fog of War - Bild 6425197

Mehr Bilder (6) und Videos (2) zu The Fog of War


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: The Fog of War

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

McNamara ist bei Morris nicht einfach ein "talking head", gemäß einer dokumentarischen Konvention, die vor allem auf die Faktizität des Interviewten setzt. Der Protagonist spricht hier direkter in die Kamera, was ihm ein größeres performatives Feld eröffnet. Der Interviewer Morris ist dagegen weiter entfernt, im Off, seine Fragen gleichen Zurufen, die die Ebene der (Selbst-)Darstellung nur mit Mühe erreichen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Die Stilmittel sind in der Regel sehr reflektiert. Der Film stellt sich und seine Hauptfigur in Frage, setzt verschiedenste Mittel zugleich ein, damit sie einander relativieren, Leerstellen erzeugen. Morris setzt auf Beobachtung, nicht auf Kommentar. Damit gelingt es ihm, komplexe Ideen ästhetisch zu machen, Gedanken Gestalt zu geben. Suggestiv und darum bei all seiner Schönheit eher störend, ist dagegen allein der flächendeckende Pathosteppich der Musik von Phil Glass, ein Sequel des Koyanisquatsi-Schicksalssounds.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (8) — Film: The Fog of War

Kommentar schreiben
Sortierung

Baumkopf Holzfaust

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Das bestete Stück belichtetes Zelluloid aller Zeiten. Ein Rausch von Wissen und Erfahrung. Ein Film, der verändert.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

mikkean

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit "The Fog of War" gelingt dem Doku-Filmer Errol Morris eine interessantes kleines Stück Film-Geschichte. Statt großspuriger Analysen, voreingenommenen Kritiken oder sinnlosen Gedankenspielen bat er lieber mit dem inzwischen verstorbenen Robert S. McNamara den ehemaligen Verteidigungs-Minister unter Kennedy vor die Kamera. Und dieser lässt sich weder in die Pfanne hauen, noch rechnet er gnadenlos mit der Militär-Politik der Vereinigten Staaten ab. Nein, McNamara spricht lieber direkt durch die Kamera zum interessierten Zuschauer und legt lieber eine Offenheit an den Tagen, die ohne großes Nachfragen erwirkt wird. Morris wiederum weiß das zu schätzen und lässt seine Fragen lieber in den Hintergrund treten. Während des Ansehens vergisst man deshalb mitunter sogar, dass dies hier eigentlich ein Interview ist und kein Monolog. Ebenso vermischen sich in "The Fog of War" bald der biografische Lebensweg McNamara's mit seiner Tätigkeit. Sein betriebs-wirtschaftlicher Hintergrund lässt mit dem Voranschreiten auch die Ziele effizienter Kriegsführung im Denken der US-Truppen verstehen. Überhaupt sind die Lehren von McNamara, von denen es auf der DVD-Ausgabe noch mehr gibt, ein nicht zu unterschätzender Quell des Wissens und des Verständnisses. Wer sich von offensichtlichen Zielen und Überlegungen zum Thema Krieg wie rein wirtschaftliche Interessen. Natürlich ist das ganze auch sehr zwiespältig. Bei den Ausführungen McNamara's über seine Planungen einer erfolgreichen, da infrastruktur-beseitigenden Bombardierung Tokios beschleicht einem als Zuhörer ein sehr mulmiges Gefühl. Aber McNamara ist kein Lamm auf der Schlachtbank, er spielt nach seinen Regeln. Er hat seine Ausführungen wie jeden anderen Vortrag vorbereitet. Um die Frage nach Schuld-Gefühlen zu beantworten, verweist er ja auch auf seinen Tätigkeit und die einhergehenden Verpflichtungen. Zweimal mindestens jedoch bricht McNamara in diesem Film jedoch mit sich selbst und erlaubt seinen Gefühlen freien Lauf. In der fertigen Version geht es um Tode JFK's, im Bonus-Material erzählt kommt er auf seine Frau zu sprechen. Diese Momente sind ebenso wichtig für das Gesamtbild von "The Fog of War." Denn sie betonen nochmals überdeutlich, dass Morris seinen Film nicht als Propaganda-Mittel aufziehen wollte, sondern als Geschichts-Lehre. Treffend dazu hat er sein Interview-Material mit eindringlichen Archiv-Bildern versehen, damit sich ein besseres Verständnis beim Zuschauer einstellen kann. Kurzum, "The Fog of War" ist ein sehr lehrreicher Film, dessen Daseins-Berechtigung nicht zuletzt durch die militärischen Einsätze Amerikas in den letzten zwanzig Jahren nochmals stark unterstrichen wurden. Wenn es je einen erfolgreichen Versuch gab, zu verstehen, warum und wie Krieg geführt wird, dann war es wohl dieser.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

doctorgonzo

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"You can’t substitute emotion for reason."
Robert Strange McNamara.
Vorstandsvorsitzender von Ford, US Verteidigungsminister und Präsident der Weltbank.

Allein dieser Lebenslauf schreit danach, einen solchen Mann mal auf den heißen Stuhl zu holen und ihn die Kamera quatschen zu lassen.
Heraus kam allerdings weit mehr als nur das Gefasel eines ehemaligen antikommunistischen Hardliners am Rande der Grube.
Vielmehr stellte sich der Mann aus San Francisco als eloquenter und auch im hohen Alter von 87 Jahren (zur Filmentstehung) hochgradig wacher Zeitgenosse heraus, den man, wäre es nicht so moralisch abwertend, als Vollblutpolitiker bezeichnen könnte.
Regisseur Errol Morris setzt dem alten Herrn auch nicht allzusehr zu, wenn es um Fragen eigener moralischer Rückblicke geht.
Dennoch machen McNamaras Aussagen deutlich, dass er viel über sein eigenes Tun reflektiert hat, wie man an seinen Statements zur Bombardierung Japans 1945 oder dem nuklearen Wettrüsten anmerkt, besonders, wenn er über Meinungsverschiedenheiten mit dem SAC Chef Curtis Le May berichtet. Leider ist Le May bereits 1990 verstorben und man kann dementsprechend kaum eine Version aus dessen Sicht erwarten.
McNamara hingegen, dessen Vorschlag, den Krieg in Vietnam, den er vorher entschieden vorangetrieben hatte, 1967 aus US-Sicht zu beenden bei Präsident Johnson höchste Ablehnung hervorrief, gibt sich während des Interviews stets integer, handelt aber oft auch nach seinem Grundsatz "beantworte nicht die Fragen der Journalisten, beantworte die Fragen, von denen Du wünschst, sie hätten sie gestellt."
Trotzdem zeigt er auch zutiefst menschliche Seiten, wie seine emotionale Reaktion auf die Erinnerung an das Kennedy Attentat, das zum Zeitpunkt dieses Interviews bereits etwa 40 Jahre zurücklag.
Die elf Lehren des Robert McNamara (http://alternativereel.com/includes/articles/display_article.php?id=00004 und auch von Vorrednern schon erwähnt) zeugen von einer Vernunft, der man aufgrund ihrer nüchternen Aussagekraft angesichts des Themas Krieg fast Zynismus unterstellen könnte, wäre man nicht selbst vernünftig genug, deren objektive Richtigkeit nachzuvollziehen und sind ein weiteres Indiz für
a) sein hohes Maß an Sachverstand
b) seinen damals (also in seiner Amtszeit als Verteidigungsminister) berechtigten Ruf als "Falke"
c) mitunter die (fast schon klischeehaft typsich) amerikanische Schwäche, in alle vernünftigen Argumente eine göttliche Existenz als Randbemerkung einzuflechten.

Ein hochinteressanter Mann, der in seinem Leben viel erreicht und bewegt hat (nicht nur zum Positiven) und bei dem man, bei Lektüre seiner Biographie (guckt doch einfach mal bei wikipedia rein) durchaus etwas wie Altersweisheit und Selbsterkenntnis feststellen kann.
Um große moralische Schuld einzugestehen, ist er natürlich zu intelligent und so liegen Teile seiner Aussagen sicher durchaus im Selbstschutz begründet, aber es ist schwer, einen 87-jährigen, der deutlich mehr eingesteht, als es viele vergleichbare Zeitgenossen am Ende ihres Lebens tun würden (man vergleiche nur die Aussagen zahlreicher hochrangiger DDR Politiker), einen Strick daraus zu drehen, er sei bemüht, sein Gewissen reinzuhalten, selbst wenn eine solche Unterstellung eine gewisse Berechtigung hätte.

Es kann nicht schaden, sich einen solchen Film anzusehen, zumal der heutige Geschichtsunterricht meist mit dem Zweiten Weltkrieg endet. Ebenso kann es nicht schaden, den Vorgängen, die das Leben im 20.Jahrhundert (und somit das unsere) entscheidend geprägt haben, mit Allgemeininteresse zu begegnen.
Einen zusätzlichen Reiz erhält Errol Morris´ Werk durch die gekonnt stimmungsvolle Musik von Phillip Glass, was für eine Doku durchaus erwähnenswert ist.
Im Falle diese Films wäre es zudem angebracht, nicht ganz unvorbereitet (was den Kalten Krieg anbelangt) in dieses Interview einzusteigen, denn sonst drohen aufgrund der Komplexität bei Personen und Geschehnissen schnell Verständnisprobleme und dann auch Langeweile und das hätte ein solches Werk nicht verdient.
Also nix für die DVD Stunde im Geschichtsunterricht kurz vor Ende der 10./12./13. Klasse.

Ich entlasse Euch mit dem vielleicht entscheidenden Zitat des Films, zu dem McNamara sich dann doch hinreißen ließ, um Sinn und Berechtigung des Irakkrieges unter
George W. Bush zu kommentieren.

"If we can’t persuade nations with comparable values of the merit of our cause, we better examine our reasoning."

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

emily

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Sicherlich eine gut gemachte Doku mit einem interessanten Interview (s. Nurlebens Zitate). Aber so richtig gefallen hat mir nicht, was Herr McNamara da so von sich gegeben hat. Teilweise hatte ich das Gefühl, ich lausche verspäteten Rechtfertigungsversuchen von einem alten Mann, der es bis heute nicht verkraftet hat, dass er aufgrund des Vietnamkriegs so schlechte Schlagzeilen bekommen hat. Insbesondere die Erklärungen für seine früheren Entscheidungen finde ich doch etwas zweifelhaft. Agent Orange wäre eingesetzt worden weil es kein Gesetz dagegen gibt…ah ha…ich verstehe, das rechtfertigt den Einsatz natürlich. Beim Tonkinzwischenfall hätten sie sich eben aus Versehen geirrt…ah so…ist klar, aber dafür fand ja auf jeden Fall der andere Angriff statt – so ist das eben im Krieg.
Was wirklich Neues habe ich nicht dazu gelernt – außer das ich noch nicht wusste, dass die USA Japan im 2. Weltkrieg so arg in Schutt und Asche gelegt haben, was meine Meinung von den amerikanischen Kriegen (ach nein, ich vergaß, das sind ja keine Kriege – in den USA nennt man das ja meist Friedens – oder Befreiungseinsätze) nicht unbedingt verbessert.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

nurleben

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

»50 bis 90% der Menschen in 67 japanischen Städten töten und sie mit zwei Atombomben treffen, steht für gewisse Leute in keinem Verhältnis zu den Zielen, die wir zu erreichen trachteten. Ich gebe nicht Truman die Schuld am Abwurf der Atombombe. Der amerikanisch-japanische Krieg war einer der brutalsten in der Geschichte. Kamikaze-Piloten, Selbstmord, unglaublich. Kritisieren kann man, dass vor jener Zeit genauso wie heute die Menschheit noch nicht wirklich kapiert hat, was „Kriegsregeln“ sind.

Besagt eine Regel, man dürfe nicht 100 000 Zivilisten in einer Nacht töten? LeMay sagte: „Hätten wir verloren, hätte man uns alle zu Kriegsverbrechern verurteilt.“ Ich glaube, er hatte Recht. Er und wohl auch ich, wir handelten wie Kriegsverbrecher. LeMay war sich bewusst, dass seine Taten als unmoralisch gelten würden, hätte seine Seite verloren. Aber warum ist es moralisch, wenn man siegt?«

Sehr sehenswert.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sonse

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Absolute Spitzendoku von Errol Morris. Mit seinem Interrotron (Mischung aus Interview und Terror) unterhält er sich mit McNamara, gegen den er vor Jahrzehnten noch selbst demonstriert hatte. Dessen Erkenntnisse gruppiert er zu elf Lektionen:
.
1. Empathize with your enemy.
2. Rationality will not save us.
3. There's something beyond one's self.
4. Maximize efficiency.
5. Proportionality should be a guideline in war.
6. Get the data.
7. Belief and seeing are both often wrong.
8. Be prepared to reexamine your reasoning.
9. In order to do good, you may have to engage in evil.
10. Never say never.
11. You can't change human nature.
.
Der berüchtigte US-Verteidigungsminister erzählt von seinen Erfahrungen im 2. Weltkrieg, der Kuba-Krise und dem Vietnam-Krieg und erweist sich selbstkritisch und offen. Irgendwie gelingt es ihm sogar sympathisch rüberzukommen. Der Zuschauer sollte ihn jedoch dennoch hinterfragen. Zu besonders kritischen Fragen weiß er keine oder will er doch oft keine Antwort geben. Die Weisheiten reichert Morris mit Stock Footage und schicksalhafter Musik von Philip Glass an. Extrem sehenswert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ovgucker

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr spannender Dokumentarfilm, der nach "Lektionen" gegliedert auf die Amtszeit von Robert McNamara zurückblickt. Tolle Musik dazu von Philipp Glass.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Slow-show

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Eine interessante Doku, die man sich ruhig einmal anschauen sollte. Zudem wird alles durch Musik von Phillip Glas untermalt, die er glaube eigens dafür geschrieben hat. Allerdings sollte man sich anschließend etwas über McNamara informieren, um eine objektive Meinung zu bewahren.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films mögen auch