Zeugin der Anklage

Witness for the Prosecution (1957), US Laufzeit 114 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 28.02.1958


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8.5
Kritiker
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7.8
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66 Kommentare
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von Billy Wilder, mit Charles Laughton und Marlene Dietrich

In Billy Wilders humorvollem Gerichtsdrama Zeugin der Anklage soll Marlene Dietrich als undurchsichtige Nachkriegs-Immigrantin gegen ihren unter Mordanklage stehenden Ehemann aussagen.

Als eine reiche Witwe ermordet aufgefunden wird, gerät ihr verheirateter Verehrer Leonard Vole (Tyrone Power) unter Verdacht. Der herzkranke Sir Wilfrid (Charles Laughton), als Anwalt ein gerissener Fuchs, nimmt sich sehr zur Unzufriedenheit seiner Krankenschwster der Sache an. Voles einzige Hoffnung auf Freispruch ruht auf der Aussage seiner Frau Christine (Marlene Dietrich), die er aus den Trümmern des Nachkriegsdeutschland nach England brachte. Aber sein sicheres Alibi wird erschüttert, als sie plötzlich als Zeugin der Anklage auftritt und Vole schwer belastet.

Hintergrund & Infos zu Zeugin der Anklage
Zeugin der Anklage war 1958 für sechs Oscars nominiert und hatte für damalige Verhältnisse ein recht hohes Budget: Mit geschätzten drei Millionen US-Dollar Produktionskosten spielte der Film weltweit fast das dreifache ein. Die Verfilmung des gleichnamigen Stücks von Agatha Christie ist auch der letzte Film, den Tyrone Power vollenden konnte: Während den Dreharbeiten zu Salomon und die Königin von Saba verstarb der US-amerikanische Schauspieler im Alter von 44 Jahren.

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Kommentare (64) — Film: Zeugin der Anklage


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Lydia Huxley

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich habe immer gedacht, Schokolade und Karamell wäre die beste Kombination der Welt.
Aber nein, tatsächlich ist es Agatha Christie und Billy Wilder!

Sogar die Agatha selbst war amused: „Alles, was ich an Verfilmungen meiner Werke gesehen habe, fand ich ausgesprochen scheußlich, bis auf ‚Zeugin der Anklage‘ von Billy Wilder.“ - Wie nett von ihr.

Die britische Schriftstellerin hat mal wieder eine intelligente und spannende Story vorgelegt und Billy Wilder hat es geschafft, diese raffiniert, mit brillantem Humor und unglaublich fesselnd umzusetzen. "Zeugin der Anklage" ist so vielfältig, dass er keine Farbvielfalt mehr braucht. Er macht gerade in schwarz-weiß richtig was her und überzeugt mit stimmigen Kulissen und Kostümen. Aber das ist man ja von Billy Wilder-Filmen schon gewohnt. Man wird vom Anfang bis zum grandiosen Finale bestens unterhalten, mit Witz, spritzigen Dialogen, mit Irrungen und Wirrungen, mit Indizien und Beweisen und vor allem durch die tollen Charaktere. Das beginnt beim Angeklagten Leonard Vole (Tyrone Power) mit seiner charismatischen Art sowie seiner Frau (Marlene Dietrich) als unterkühlte Zeugin der Anklage. Besonders angetan war ich von Sir Wilfrid Robarts als Anwalt. Was für ein herrlicher Typ mit seinen kleinen Schrullen, seinen Sprüchen, seinem Scharfsinn und seinem amüsanten Schlagabtausch mit seiner Krankenschwester Miss Plimsoll (Elsa Lanchester). Charles Laughton spielt diesen Anwalt so fantastisch, dass er für mich das Highlight des Films ist. Ein wunderbares Ensemble an Schauspielern in wunderbar verschrobenen Rollen (bis in die kleinen Nebenrollen) machen das Ganze letztendlich zu etwas Besonderem. Dabei legt die Geschichte das entscheidende Fundament. Wilders Stil und die liebevollen Details krönen das Werk zu einem der besten Gerichtskrimis, die ich bisher gesehen habe.
Einfach Karamell und Schokolade! *mjam*

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vega_vincent

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Toller Kommentar zu einem spitze Film! :-)


Lydia Huxley

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Danke dir, Vega :)


easyrider69

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Bewertung9.5Herausragend

Klasse der Film!!!

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beast667

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der besten Gerichtsthriller aller Zeiten. Witzig, spannend und überraschend. Perfekte Kinounterhaltung mit einer tollen Marlene Dietrich und einem überragenden Charles Laughton.

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Tiger Wutz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Geniales Kammerspiel. Super Besetzung, sehr viel britischer Wortwitz und Charme und natürlich die Dietrich. Der Schluss haut einen aus den Socken.

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cycloo77

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Bewertung10.0Herausragend

Ein Meisterwerk und Filmklassiker der Filmgeschichte der auch noch in 100dert Jahren fasziniert und verblüfft. Die Raffiness und Wendungen sind Filmgeschichte. Eine Besetzung die besser hätte nicht Passen können Charles Laughton überragt sie aber alle noch ein ganzes Stück ,mit seinem famosem Spiel.Diesen Film hätte man nicht besser verfilmen können,würde hier nicht eine Haarsträhne ändern,einfach ein Kunstwerk der Filmgeschichte!

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MemoriAria11

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Brillianter Film ... völlig überraschendes Ende (SEHR VIELE WENDUNGEN). Marlene Dietrich spielt grandios und auch die anderen Darsteller überzeugen. Wieder eine Erinnerung, dass ein Film komplett ohne irgendwelche Spezialeffekte oder Musik trotzdem spannend und unterhaltsam bis zur letzten Minute sein kann ... (für alle die sich für englisches Recht interessieren eine relativ realisische Darstellung des damaligen englischen Rechtssystems). SOLLTE MAN GESEHEN HABEN!!!

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JakePot

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mich hätte es nicht gewundert, wenn sich am Ende noch herausstellte, dass Christine von Anfang an eigentlich ein Geist gewesen ist.

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Drax

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Billy Wilders "Zeugin der Anklage" ist eine grandiose Mischung aus Krimi, Komödie und Justizdrama und zählt mit zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.
Die Geschichte basiert auf ein gleichnamigen Theaterstücks von Agatha Christie und alleine das verspricht schon viel Spannung und Raffinesse.

Im Mittepunkt des Filmes steht der Strafprozess um Leonard Stephen Vole, der angeblich ein reiche Witwe getötet haben soll um an ihr Erbe heranzukommen.
Sein Strafverteidiger in diesem scheinbar aussichtslosen Fall ist dabei niemand anderes als der legendäre Sir Wilfrid Robarts, der dabei jedoch die Hilfe von Voles Frau braucht, doch zweifelt Sir Wilfrid nach und nach daran, ob sie ihrem Mann überhaupt wirklich helfen möchte.
Die Handlung ist dabei auf wenige Personen und Schauplätze beschränkt so das der Film beinahe an ein Kammerspiel erinnert.

Der Film glänzt dabei nicht nur durch viel Spannung, schwarzen Humor, messerscharfe Dialoge und tollen Wendungen, sondern auch durch klasse Figuren und eine großartige Cast.
Insbesondere Charles Laughton ist einfach brillant in der Rolle des Sir Wilfrid Robarts und stellt die anderen hochkarätigen Darsteller wie Tyrone Power und Marlene Dietrich doch etwas in den Schatten.
Vor allem Sir Wilfrid Robarts ständige Sticheleien mit seiner Krankenschwester (gespielt von Charles Laughtons Frau Elsa Lanchester) gehören mit zu den absoluten Highlights des Filmes.

"Zeugin der Anklage" ist daher unterm Strich einer der Filme die man sich immer wieder ansehen kann ohne das sie langweilig werden.

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Drax

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Ja, die Wendung am Ende ist wirklich Hammer und hat mich beim ersten mal doch etwas umgehauen.


kobbi88

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Hammer Film, sehr schöner Kommentar :)


timmoe

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spannender Justizkrimiklassiker von Billy Wilder, der auch einige komödiantische Elemente besitzt. Insbesondere der Anwalt hat es mir angetan, aber alle Haupt- und Nebenrollen sind hervorragend geschauspielert.

SPOILER
Das Ende ist vielleicht etwas etwas over-the-top und verhindert eine höhere Wertung, tut dem Schauvergnügen aber gar nicht weh.

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bestseimon

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

ZEUGIN DER ANKLAGE ist mein erster Film von Billy Wilder gewesen und er hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Ich bin generell ein riesen Fan des Autorenkinos und Wilder war ja bekanntlich ein ganz Großer in diesem Gebiet. Das merkt man natürlich auch. Der Film überzeugt von der ersten Minute an mit humorvollen Dialogen und der ein oder anderen komischen Situation. Das hat meine Erwartungen zunächst völlig über den Haufen geworfen, habe ich mir doch ein ernstes Gerichtsdrama im Sinne von DIE 12 GESCHWORENEN vorgestellt. Doch diese zunächst leichte, humorvolle Art bringt Wilder perfekt in diesem Film unter.

Wenn sich dann die Handlung in den Gerichtssaal verlegt, wechselt Wilder gleichzeitig die Stimmung. Es scheint jetzt ernst zu werden, der Humor muss sich erstmal hinten anstellen. In der Folge ergibt sich eines der besten Justizdramen der Filmgeschichte. Wilder zieht so konsequent die Spannungsschraube an und spielt in fast unvergleichlicher Weise mit den Gedanken des Zuschauers. Welchen Verlauf die Handlung letztendlich nimmt ist vollkommen überraschend und schlicht großartig durchdacht. Und auch wenn man lange Zeit im Grunde „nur“ eine Gerichtsverhandlung sieht, ist das so spannend und interessant inszeniert wie ich es selten gesehen habe.
Dazu kommen die wirklich fantastischen Darsteller. Was Charles Laughton da abgeliefert hat, sprengt jeglichen Rahmen. Er erschafft einen Charakter, der einem trotz seiner schroffen Art ans Herz wächst und hat dabei eine unglaubliche Ausstrahlung, die einem regelrecht in diesen Film hineinzieht. Auch Marlene Dietrich ist durch und durch überzeugend und trägt einen großen Teil zu der Stärke des Streifens bei.

Generell lassen sich kaum Schwachpunkte ausmachen. Die Exposition ist vielleicht etwas zu lang geraten, aber das macht der restliche Teil allemal wieder wett. Drehbuch, Regie, Schauspieler, alles auf einem überaus hohen Niveau, dazu toll durchdachte Wendungen und teilweise spannender als ein Hitchcock. Ich freue mich jetzt auf die nächsten Werke von Billy Wilder, die hoffentlich genauso gut sind, oder womöglich sogar noch besser.

http://planetofpictures.blogspot.de/2013/11/witness-for-prosecution-us-1957-billy.html

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Curryman1312

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Einzige Frage die sich mir stellt, warum nur 8? :)


bestseimon

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Um noch etwas Luft nach oben zu lassen. War ja mein erster Wilder und da will ich erst nochmal abwarten wie seine anderen Filme im Vergleich zu dem hier sind und die Wertung dann ggf. angleichen.


AgentGuhl86

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klassiker zu bewerten ist immer besonders schwierig, denn die Community schaut da sicherlich mit wachsameren Blicken drauf, als auf einen 08/15-Streifen, der in den Bewertungen einfach so durchgewunken wird.
Als Genre ist Thriller oder Drama oder Kriminalfilm genannt, was mich hätte erwarten lassen, dass der Film eine düstere Erzählweise verfolgt. Er tut es nicht - nein, er ist eher aufgelockert, was insbesondere dem meisterhaften Rechtsanwalt Sir Roberts zuzuschreiben ist. Dieser wird liebevoll und äußerst motiviert von einer Krankenschwester umsorgt, die ein wachsames Auge auf seine Gesundheit hat. Er übernimmt gegen ärztlichen Rat und auch gegen sein erstes Urteil die Verteidigung in einem Mordfall, der recht unscheinbar erscheint. Der Kern des Films spielt sich in einem lexikalischen Schlagabtausch im Gerichtssaal statt und wir - die Zuschauer - drücken die Daumen, dass der wortgewandte Rechtsanwalt seinen Kunden aus der Schuld argumentiert. Interessant ist - aber unsere Sympathie für den Angeklagten und seinen Verteidiger lässt uns das vergessen - dass während der Verhandlung kaum noch über den Mordfall gesprochen wird. Die Argumentation versucht eher die Glaubwürdigkeit der Zeugen bzw. der "Zeugin der Anklage" zu untergraben. Die Verhandlung kommt mit einem Urteil zum Ende, die Beweisführung scheint klar. Zu unserer Freude lauert am Ende des Tages aber ein toller Twist, der in jedem Filmfreund die Glückshormone hochkochen lässt. Meine Empfehlung für dieses Gerichtsdrama, das leichter wirkt, als es in Wirklichkeit ist.

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Rei

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Grandiose Schauspieler brillieren in einem vor Dialogwitz nur so sprühenden und genial ausgetüftelten Script. Ein Glanzstück der Filmgeschichte. Rei

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vega_vincent

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Was für ein Film! Die Geschichte wartet mit unerwarteten Wendungen auf, die Spannung intensiviert sich von Minute zu Minute, die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend. Tyrone Powers spielt meiner Meinung nach blendend, auf höchstem Niveau, wird aber trotzdem von Marlene Dietrich an die Wand gespielt, als wäre er ein Laie. Das Spiel der Dietrich ist beängstigend gut, aber auch alles andere stimmt. Ein absolut sehenswerter Film! Alles andere als die Standard-Scheixxe, die heute meist produziert wird!

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Audreyfan

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Bewertung9.0Herausragend

"Zeugin der Anklage" fängt so an, wie ziemlich jeder andere Justizthriller. Ein Anwalt bekommt einen Fall dargelegt, der ziemlich eindeutig ist und wo die Unschuldigkeit des Angeklagten schwer, eigentlich gar nicht zu beweisen ist. Doch schon sehr bald merkt man, dass man es hier mit keinem Durschnittsfilm zu tun hat.
Da wäre einmal Marlene Dietrich, die Frau des Angeklagten. Was für eine Ausstrahlung, was für eine Präsenz, eine unglaubliche Aura umgibt diese Frau, obwohl der Zuschauer sie eigentlich gar nicht so sympathisch findet. Schließlich lügt und betrügt sie und sagt gegen ihren Mann aus.
Dann wäre da Charles Laughton, der Anwalt. Was für ein Humor, Gerissenheit. Ein Anwalt wie er im Bilderbuche steht, nur besser. Wie er sich seiner Krankenschwester widersetzt, einfach göttlich.
Und wir dürfen nicht vergessen, es ist ein Billy-Wilder-Film.
So übernimmt Sir Wilfrid den Fall und es folgt die Gerichtshandlung, der Hauptteil dieses Filmes. Während des Filmes überleg ich mir natürlich, wer denn jetzt der wirkliche Täter sein könnte, weil der Mann ist es ja schonmal nicht. Oder doch? Es ist absolut genial, wie dieser Film mit meinen Konventionen spielt und mit ihnen bricht und wie er den gesellschaftlichen Fehler entlarvt, alles ohne weiteres Hinterfragen hinzunehmen, nur weil die Vertrauenspersonen es so sagen. Wir glauben jedem Twist, der dann irgendwie doch kein Twist ist, weil der nächste Twist den vorherigen Twist umtwistet. Ist der Anwalt von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, sind wir es auch. Stellt sich seine eigene Frau gegen ihn, tun wir das auch. Beteuert der Angeklagte seine Unschuld, beteuern wir ihn Gedanken mit. 
Doch was ist, wenn sich einer irrt?
Was ist, wenn einer lügt?
Was ist, wenn keiner lügt und sich niemand irrt?

"Lügen! Alles Lügen!"

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PhantomGestalt

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Bewertung7.0Sehenswert

Auch wenn man dem Film sein Alter in vielerlei Hinsicht anmerkt, so ist die Geschichte auch heute noch durchaus spannend und unterhaltsam. Überragend ist der Schlussakt des Films, sozusagen die Mutter aller Twists.

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Nehcimheo

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Mutter aller Twists? dann schau dir mal "das cabinet des dr. caligari" an


meinalterego

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ZEUGIN DER ANKLAGE gilt neben WER DIE NACHTIGALL STÖRT oder DIE 12 GESCHWORENEN als Klassiker des Gerichtskrimis. Und das vollkommen zurecht. Die Adaption einer Kurzgeschichte von Agatha Christie ist ein Meisterwerk an unverhofften Wendungen und doppeltem Boden. Das starke Drehbuch steckt voller Ironie und Witz, das von Billy Wilder genial umgesetzt wurde. Die Schauspieler sind allesamt hervorragend, besonders Charles Laughton als grantelnder Staranwalt und Marlene Dietrich als titelgebende ZEUGIN DER ANKLAGE, die hier ihre wohl stärkste Leistung ihrer Karriere zeigt. Der Twist am Ende des Films kommt komplett unvorhergesehen und zeigt die komplette Raffinesse dieses Klassikers.
Fazit: Twists as it's best.

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Alienator

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klassiker mit überraschenden Ende
Ein exzellenter Schauspielfilm mit sehr überzeugenden Schauspielern (allen voran die Dietrich!).
Ein Gerichtsthriller mit typischen Wilderelementen, so z.B. die geschlechtsspezifischen Irrungen und Wirrungen. Der Film ist klassisches Erzählkino mit Hitchcockelementen ohne Hitchcok zu sein, so z.B. die Spielereien mit den Erwartungen des Publikums durch Suspenseaufbau und handfesten Überraschungen.
Der Film übt auch durchaus Kritik an die "obere" Klasse und ihre Stupidität aus, und ist aber auch gleichzeitig eine satirische Reise durch alle Gesellschaftsschichten. Er steht außerdem für Liebe (Un-) Schuld und verteidigt diese auf Schärfste.
Ein ganz großer Film, mit einem der überraschensten Enden der Filmgeschichte

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lhiannan

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Bewertung9.5Herausragend

Spannend, witzig und hintersinnig - hier wartet ein Klassiker mit Wortwitz und geschickten Wendungen auf Entdeckung. Sir Wilfrid Robarts, seines Zeichens Anwalt und gesundheitlich angeschlagen, wagt sich an die Verteidigung von L. Vole, dem der Mord von Emily French zu Lasten gelegt wird. Und da ist da noch seine liebende Frau, Mrs Christine Vole, die sich als Zeugin zur Verfügung stellt.
So einfach - so gut? Da Agatha Christie hier die Story liefert, muß man sich auf so manche Überraschung gefaßt machen.

Knurrend und schlecht gelaunt bellt sich Charles Laughton als Sir Wilfrid seinen Weg durch den Film ("Noch ein Gefühlsausbruch und ich lege mich wieder ins Krankenhaus, meine Herrschaften!") und stiehlt fast allen die Show.
Marlene Dietrich als Mrs Vole schreitet als wandelndes Enigma durch den Film, so unterkühlt spielt sie ihre Rolle - aber sehr effektiv, wie sich im Verlauf erweist.
Und Leonard Vole als schleimiger, hinterlistig-plappernder Angeklagter. Ist er wirklich schuldig?

Nichts ist so wie es scheint. An Twists haben wir uns heute als Zuschauer gewöhnt. Aber so kunstvoll, intelligent, charmant, fies und witzig ist es nur selten zu sehen.

"Finden Sie in meiner Gedankenkette einen Fehler?"
"Nein, nein, sie ist sehr logisch, ... soweit sie reicht.

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Homer Simpson

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Skala; von 1 (miserabel) bis 10 (herausragend):

Schauspieler (der Rolle entsprechend, überzeugend, glaubhaft) = 8

Story (gute, spannende Geschichte?) = 8,5

Inhalt der Geschichte (originelles, bedeutendes oder aktuelles Thema) = 7

Filmische Umsetzung (Qualität der Bilder, Musik, Effekte) = 7,5

Handlungsaufbau (Spannungsaufbau, Glaubwürdigkeit der Geschichte) = 9

Drehbuch (wie originell sind die Dialoge?) = 8

Regie (passt die Regie ins Bild, Drehbuch) = 7,5

Kostüme (passen die Kostüme, Qualität, usw.) = 8

Fazit: Ein gelungener Klassiker. Überzeugende Schauspieler, viele Twists, und eine spannende und raffinierte Story machen diesen Film zu einem Must-See.

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jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Erst mein dritter Wilder und ich kann sagen: "Zeugin der Anklage" ist definitiv neben "12 Angry Men" (der allerdings fast komplett im Hinterzimmer des Gerichts spielt) der packendste und spannendste Gerichts-Thriller, den ich bis jetzt gesehen habe.

Das ist zum einen dem Inszenatorischen geschuldet: Eine gute Balance aus tatsächlicher Verhandlung und Geschehnissen hinter den Kulissen findet Billy Wilder hier, denn nie hat man das Gefühl eine der beiden Komponenten käme zu kurz oder würde überansprucht. Tempo und Fortgang der Story sind genau richtig austariert.
Die formell recht trockene Gerichtsverhandlung wird mit einigen, trotz ernstem Thema sehr passenden humoristischen Details gespickt, verliert aber nie die Schärfe und Undurchsichtigkeit die ein Kriminalfall braucht um fesselnd zu wirken. Im richtigen Tempo formt sich ein Bild, doch ob es das endgültige ist, wird bis zum letzten, grandiosen Moment offen gelassen.

Man denkt zu wissen und glaubt zu entlarven, aber ist das auch so?

Auch schauspielerisch fährt "Zeugin der Anklage" groß auf: Marlene Dietrich als unnahbare, geheimnisvolle femme fatale, Tyronne Power als zunächst entspannter, später verzweifelter Angeklagter der ausbruchsartig seine Unschuld beteuert und ein großartiger Charles Laughton als kränkelnder, aber fest entschlossener Anwalt bilden den Kern eines starken und charismatischen Ensembles.

Definitiv ein sehr starker Klassiker der einmal mehr zeigt, dass man kaum etwas abseits eines guten Skripts und guter Darsteller braucht um einen Film zu schaffen, der trotz schwarz/weiss um einige Nuancen farbenfroher als so mancher neuerer Streifen ist und in seiner Reduziertheit enorme Wirkung erzielt.

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RoosterCogburn

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@jacker: Nein, nicht generell. In dem Fall meinte ich zwar den Film "Erin Brockovich", die Aussage kannst du aber auch auf "Traffic", "Out of Sight" und zum Teil "Ocean's 11" beziehen. - Das sind für mich Soderbergh's Top-Filme. Welche auch gut sind (allerdings nicht ganz so exquisit), "Sex, Lies, and Videotape", "The Good German" und "The Informant!". "Haywire" und "Magic Mike" habe ich noch nicht gesehen ...


jacker

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"Haywire" geht m.M.n. gar nicht. Wirkt so als wolle Soderbergh den Zuschauer in der Formelhaftigkeit seiner üblichen Sehgewohnheiten anschwärzen / entlarven, dafür liefert er aber einen 1) noch viel zu stylischen Film ab und 2) nichts was den Verzicht auf übliche Muster ausgleichen kann.
Aber nur meine Meinung. Für viele ist der Film auch ne Bombe!



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