Rashomon - Das Lustwäldchen

Rashômon (1950), JP Laufzeit 88 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Eastern, Kinostart 04.08.1952

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8.0
Kritiker
31 Bewertungen
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5.6
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2797 Bewertungen
31 Kommentare
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von Akira Kurosawa, mit Toshirô Mifune und Machiko Kyô

Rashomon ist ein japanischer Klassiker von Akira Kurosawa, bei dem ein Verbrechen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der drei Beteiligten geschildert wird.

Ein heftiger Wolkenbruch überrascht drei Menschen – einen Priester, einen Holzfäller und einen Knecht – die daraufhin in einer Tempelruine im Wald Schutz suchen. Die drei kommen langsam ins Gespräch und unterhalten sich über ein Verbrechen, das sich vor ein paar Tagen ereignet hat und alle bewegt: der Samurai Takehiro wurde ermordet und seine wunderschöne Frau Masako vergewaltigt. Als Mordverdächtiger wird der Räuber Tajomaru angeklagt, der gleich nach der Entdeckung des Verbrechens von einem Polizisten festgenommen wurde. Doch über das Geschehen und die Hintergründe, die zu dem Verbrechen geführt haben, gibt es unterschiedliche Versionen, die sich sogar widersprechen. Fest steht lediglich, dass der Samurai Takehiro mit dem Pferd unterwegs gewesen ist und von seiner Frau begleitet wurde.

Vollständige Handlung
Ein heftiger Wolkenbruch überrascht drei Menschen aus unterschiedlichsten Schichten. Sie alle suchen unter dem halb verfallenen Dach einer Tempelruine Schutz vor den Wassermassen. Ein Priester (Minoru Chiaki), ein Holzfäller (Takashi Shimura) und ein Knecht (Kichijiro Ueda). Sowohl der Holzfäller als auch der Priester machen einen sehr bedrückten Eindruck auf den zuletzt eingetroffenen Knecht. Es stellt sich heraus, dass beide Zeuge eines Verbrechens waren, welches sich vor drei Tagen ereignete. Und beide sind sich noch immer nicht klar darüber, wie das Verbrechen begangen wurde, denn es gibt völlig unterschiedliche Versionen über das Geschehene, die sich widersprechen.
Fest steht nur, dass in dem Wald der Dämonen (Rashomon) ein Samurai (p:7452) mit einem Schwert getötet wurde. In der Nähe der Leiche fand man den Hut seiner Frau Masako (Machiko Kyô) und einen Beutel. Das Paar ist mit einem Pferd unterwegs gewesen und traf während ihrer…


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Rashomon - Das Lustwäldchen

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.5Herausragend

„Rashomon“ ist kniffelig, verschachtelt und komplex, voller loser Enden, die dem Zuschauer vor die Füße geworfen werden, damit er daraus etwas Schönes mache. Kurosawa gibt sich nicht die Mühe, all das aufzulösen, was es aufzulösen gilt. Warum auch? Wozu sollte es dienen? Der Wahrheit? Welche dieser Geschichten ist die Wahrheit? Stimmt überhaupt irgendeine davon oder ist alles erlogen?

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

[...] „Rashomon“ (Der Zusatz „Das Lustwäldchen“ ist laut Wikipedia übrigens ein Übersetzungsfehler), gehört zu den Filmen, die nach dem ersten Anschauen noch deutlich wachsen, wenn man sich vor philosophischem und historischem Hintergrund mit ihnen beschäftigt. Da ist es dann auch zweitrangig, dass der Film nicht den heutigen westlichen Sehgewohnheiten entspricht.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (27) — Film: Rashomon - Das Lustwäldchen


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hutvic

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kurosawa hat mich Happy gemacht. Tolle Bilder, eine super Geschichte, grandios erzählt.

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chlamydomanu

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einfach stark - in jeder Beziehung!
Sollte jeder mal gesehen haben...

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Couga[MH]

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

So bildgewaltig, so anspruchsvoll, so aussagend, so vielschichtig, so episch, so revulotionär, so großartig. Akira Kurosawa - da habe ich was vor mir, auch wenn ich kaum glaube, dass so ein Niveau in einer Filmographie gehalten werden kann.

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Trimalchio

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Bewertung9.0Herausragend

Kurosawa hat mit 'Rashomon' einen wahrlich interessanten Film geschaffen. In den Vordergrund seiner Geschichte stellt er einen Kriminalfall, den er von allen Seiten beleuchtet und schließlich den Zuschauer zum Richter erhebt. Im Hintergrund zeichnet er still und leise das präzise Portrait einer sich im Wandel befindenden Gesellschaft, die nicht mehr zwischen richtig und falsch entscheiden kann und die völlig orientierungslos in eine ungewisse Zukunft taumelt. Er überwindet Grenzen und tritt für die Menschlichkeit ein, ohne sich dabei zu einem Lehrer aufzuschwingen, der dem Zuschauer alles mundgerecht präsentiert. Der Glaube an den Menschen existiert für ihn noch.

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Pyro 91

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Verbrechen geschieht, vier Leute schildern ihre Sicht der Dinge, doch wer von ihnen sagt die Wahrheit? Gibt es so etwas wie eine objektive Wahrheit überhaupt? Inwiefern beeinflussen Stolz, Vorurteile, Motive und Ziele unsere Wahrnehmung? Wie viele kleine, aber vielleicht enorm wichtige Details gehen bei der Überlieferung von Informationen von Mensch zu Mensch verloren? Verändern sich unsere Erinnerungen im Laufe der Zeit, d.h. verzerren, extremisieren oder rationalisieren wir unsere unsprüngliche Version der Geschehnisse?

Volkommen klar ist, dass Herr Kurosawa die Filmwelt hiermit wieder enorm bereichert hat. Ein Film, der ein Ereignis aus verschiedenen Perspektiven erzählt und den Zuschauer quasi als Geschworenen und Richter gleichermaßen einsetzt? Sicher, warum nicht?
Was "Rashomon" so enorm involvierend macht ist, dass wir als Zuschauer genauso unserer subjektiven Wahrnehmung unterliegen, wie jede andere Figur im Film. Wir sammeln Beweise, verwerfen diese wieder, glauben die Wahrheit erkannt zu haben und müssen doch feststellen, dass die Puzzlestücke nicht wirklich zusammenpassen. Man zweifelt an der Richtigkeit der Geschehnisse, hat Tendenzen in die eine oder andere Richtung und doch bleibt einem nur die eigene Interpretation der Dinge, die nicht zwingend wahr sein muss.
In gewisser Weise führt uns Kurosawa hier auch die manipulative Kraft des Kinos vor. In jeder Erzählung erscheinen uns die Figuren in einem anderen Licht. So wirkt z.B. die Frau des Samurai aus der Sicht des Banditen unterwürfig und untreu, aus der des Holzfällers fast schon mutig und herausfordernd. Dadurch erwägen wir nicht nur einen anderen Ablauf der Ereignisse, nein, auch die Sympathien, die wir den Filmfiguren entgegenbringen, ändern sich schlagartig.
Warum schauen wir überhaupt Filme? Wir wollen emotional, geistig oder unterbewusst angesprochen werden und lassen uns eine Geschichte auftischen, deren Erzählung in den Händen des Regisseur liegt, der nach Lust und Laune unsere Knöpfe drücken kann, um eine Reaktion hervorzurufen.

Im Fall von "Rashomon" manipuliert uns Kurosawa nach Belieben und hinterlässt uns mit der Botschaft, dass den Menschen nicht zu trauen ist und sie zwar vorgeben gut und edel zu sein, aber wir nicht in sie hineinschauen können.
So bleibt das Ende recht zwiespältig und auch wenn wir den Charakteren im Film nicht trauen können, ziert in der letzten Einstellung doch ein heller Sonnenstrahl den Himmel, wo zuvor nur strömender Regen herunterkam.
Ja, es gibt noch Hoffnung.

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Lina-Hanami

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Super Kommentar! Wobei bei 9,0 noch etwas Luft nach oben ist :)


Pyro 91

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Na, mal sehen. Der wird sicher noch einmal im Player landen. Irgendwann wenn ich alle Kurosawas durchhabe und alle sonstigen Filme, die ich noch sehen will (ca. 10000). xD


Johnzy

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Bewertung7.5Sehenswert

Nun nach "sieben Samurai" mein zweiter Akira Kurosawa und weitere werden folgen...
Der Film ist für seine Zeit höchst innovativ, wird die Geschichte über eine Vergewaltigung und den Tod eines Samurai, doch hier auf mehreren Handlungsebenen sowie aus mehreren Blickwinkeln erzählt... Diese (für die damalige Zeit einzigartige?!) Erzählweise funktioniert überraschend gut, zusammen mit der sehr guten Schauspielerischen Leistung bietet Rashomon ein wirklich meisterhaftes Filmerlebnis, welches mit Sicherheit auch spätere Regisseure wie Tarantino beeinflusst hat.
Eine Durchschnittswertung wie diese, ist nicht nachzuvollziehen und wirklich ein Armutszeugnis der Community, because if even I, holding a PHD in Filmklassikerbanausalität can see that this is a true Classic for some good Reason, why cant you?!

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VisitorQ

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Hier mal meine Lieblinge von Kurosawa (7 samurai und rashomon außen vor)
Yume
the bad sleep well
Kagemusha
I live in fear
ran
Sanjuro
Throne of blood
The hidden fortress
yojimbo
High and low (Vielleicht mein Liebling von ihm)


il padrino

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Tja,mein erster Kurosawa. Damit wäre auch diese Lücke geschlossen.

Tja, und wie hat er mir gefallen, dieser Film, der dem großen Akira Kurosawa zum internationalen Durchbruch verholfen hat? Das werden wir nun klären.

Du Musik ist gut, wenn auch nicht überragend. Sie ergänzt die ebenso solide Kameraführung und die gelungene Bildsprache. Der Film ist anspruchsvoll, aber verständlich; dass er spannend ist, liegt wohl zum Teil auch daran, dass ihn Kurosawa gekonnt inszeniert. Die Darsteller sind gut, wobei jedoch vereinzelt Overacting auftritt, besonders bei Toshirô Mifune.

Leider sind die Kampfszenen wirklich alles andere als gelungen, vor allem hier wirkt der Film teils unfreiwillig komisch.Diese Komik hält sich außerhalb der Kämpfe jedoch sehr stark in Grenzen, der größte Teil des Filmes ist frei davon.

Das Ende ist wirklich gelungen, zumal die Moral offen ist, was mit gut gefällt.

Insgesamt ist der Film zwar kein Meisterwerk, aber sehr gut. Ich werde mir weitere Filme von Kurosawa ansehen, so viel ist sicher. Kann den Film nur empfehlen.

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Uli Kunkel

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Bewertung3.0Schwach

Jeder Mensch betrachtet die Welt durch den Filter der eigenen Erfahrungen und Motivationen.
Jeder formt sich die Erinnerung und deren scheinbare Realität gerne selektiv so, wie es einem genehm ist oder entspricht.
Jeder hängt an der Illusion des eigenen Selbstbildes.

Das Konzept hinter "Rashomon" ist reizvoll, die Umsetzung allerdings grauenvoll nervtötend.
Vor allem aufgrund des fast durchgehend ganz schlimmen Overactings. Mit zunehmender Spieldauer war das immer schwerer zu tolerieren. Ich konnte allzu häufig nur den Kopf schütteln und die Augen verdrehen bei dem, was Mifune & Co. da abliefern.
Zudem sind die Intentionen und Gefühlsausbrüche der Figuren gelegentlich äußerst fremdartig und unverständlich. Möglicherweise fehlt mir auch einfach nur der Zugang zur Mentalität der Bewohner des historischen Japan.
Oder sollten das vielleicht Karikaturen des menschlichen Verhaltens darstellen und ich hab's schlicht nicht verstanden?
Die musikalische Untermalung ist zuweilen unnötig irritierend und aufdringlich. Beispielsweise dieser unablässig dudelnde Bolero während der Geschichte der Frau.
Technisch, auch aus heutiger Sicht, ist der Streifen nach wie vor sehr okay (Kamera, Schnitt, Ausstattung).

Bei einem 500 Worte langen, die Botschaft des Films zusammen fassenden Essay, wäre wahrscheinlich mehr davon bei mir angekommen.
Oder wie wäre es mit einem einzigen Satz: in einer kalten, dunklen Welt voller Verlogenheit und Gewalt existiert immer noch die unverlöschliche Flamme der Güte und Nächstenliebe.

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Uli Kunkel

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Danke Leute für eure Beiträge und interessanten ergänzenden Erläuterungen.
Ja, der Film spricht ein paar spannende Themen an. Den Gegensatz von objektiver Wahrheit und subjektiver menschlicher Perspektive beispielsweise. Für manchen kann die extreme Form der Darstellung den Zugang dazu jedoch nahezu verunmöglichen. Schade, ist aber so. Wenn die Figuren mich aktiv ausschließen von der Erzählung und ihrer Welt, ihrem Drama, ihren Konflikten, ihren Aussagen, dann ist sie für mich persönlich gescheitert.


FKirchherr

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Völlige Zustimmung zu deiner Bewertung. Schön formuliert, was mich ebenfalls am Film störte. Grundidee etc. spannend, technisch sauber aber durch, in ihrer Möglichkeit, ungekannten Leistung im "Over-Acting" (leider) nur 5.0


Lifelover

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Rashomon ist einer der wichtigsten und besten Filme die jemals gedreht wurde, wenn nicht sogar der Film überhaupt. Es handelt sich hierbei um eine Verfilmung der genialen Novelle "Im Dickicht" (im Japanischen "Yabu no Naka") in Verbindung mit einer zweiten Novelle und zwar "Rashomon" (im Japanischen "Rashomon") von Akutagawa Ryunosuke.

Keine andere Literatur Verfilmung ist derart gut wie diese, sogar die Dialoge sind nahezu identisch (hierzu muss ich Anmerken das ich glaube das sie im Japanischen komplett gleich sind, die deutschen Übersetzungen sind alle immer ein wenig anders daher die Abweichungen) aber trotz allem hat der Film, allein durch die verschmelzung der beiden Novellen seinen ganz eigenen Stil. Besonders interessant finde ich zum Ende die zusätzliche Geschichte des Holzfällers die im Original so nicht vor kommt sondern dazu geschrieben wurde, da musst ich sehr schmunzeln. Auch sonst blieb man dem Original nahezu immer treu und überzeugt auf ganzer Linie.

Die Schauspielerische Leistung die an den Tag gelegt wird ist überwältigend und Kaum zu übertreffen, besonders Toshiro Mifune ist voll in seinem Element und spielt seine Rolle genial.

Auch die Themen bzw. die Intention des Autors bringt der Film perfekt rüber ohne die Aussage zu verfälschen oder zu verändern. Ein toller Film der seines gleichen wohl ewig suchen muss.

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Brentano

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ICH würde gerne mal ine Liste der von ihnen zu Rate udn zum Vergkeich herna geszogenen Literturverfilmungen und Kurzkritiken dessen und entspechende Bewertungen von Ihnen lesen und dann dazu punktuelle Vergleiche zu/mit diesem Film, also Hausaufgaben gemacht, heute (gestern oder irgendwann)?


T-Rex

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ein meisterwerk.. akira kurosawa RIP!!

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Shritz

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Bewertung9.0Herausragend

Es regnet. Ein Holzfäller und ein Mönch sitzen vor einem heruntergekommenen Tor, ratlos. Ein Wanderer kommt durch den strömenden Regen zu ihnen. Sie erzählen ihm die Geschichte, die diese tiefe Verzweiflung auslöste. Die Geschichte eines Mordes. Die Geschichte einer Vergewaltigung.
Akira Kurosawas "Rashomon" beschäftigt sich mit der Frage nach Objektivität. Mit der Frage, wie unsere Wahrnehmung durch persönliche Motivationen beeinflusst wird. Und mit der Frage nach dem "Guten" im Menschen. Das Verbrechen wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, jeder hat für sich eine Existenzberechtigung, doch keiner stellt die alleinige Wahrheit dar. Diese zu finden bleibt dem Zuschauer überlassen, denn der ist zu keinem Zeitpunkt im Geschehen integriert. Das ist zum einen die große Stärke, aber auch die große (und eventuell auch einzige) Schwäche des Films. Als Zuschauer kann man sich mit keinem der Akteure identifizieren, wodurch auch eine emotionale Bindung ausbleibt. Die Stärke dabei ist, dass man sich so ein umfassendes Bild der Geschehnisse machen kann um zu einem Urteil zu kommen. Was als Außenstehender jedoch objektiv scheint, ist letztlich auch nur Subjektivität in objektiver Fassade, sucht man sich doch auch nur die Teile zusammen, die man selbst für die Wahrheit hält.
Kurosawas Klassiker, besitzt auch heute noch die gleiche Existenzberechtigung, wie vor 60 Jahren: Seine philosophischen und psychologischen Ansätze sind noch immer aktuell und hoch interessant. Ein Film von enormer Tragweite, intelligent aber mit unter auch fordernd.

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Finnigan

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Bewertung5.0Geht so

Puh...Klassiker zu kritisieren ist ja immer so eine Sache. Und wenn dieser Klassiker auch noch vom Meister Akira Kurosawa ist, wird die Sache eher noch unangenehmer.

Aber ehrlich gesagt hat mich "Rashomon" letztlich einfach nicht so überzeugen können. Dabei fing der Film noch richtig gut an, die erste Hälfte fand ich wirklich gut. Bis dann die dritte Version der Geschichte erzählt wurde. Das war so ein Knackpunkt, ab dem der Film nach meinem Empfinden stark nachlässt. Es fängt schonmal damit an, dass ich den "Ursprung" der dritten Version ziemlich blöd fand. Das hat mir nicht gefallen. Und irgendwie kam ab da dann auch Langeweile auf. Und das irre Lachen des Räubers ging mir dann doch irgendwann doch etwas auf die Nerven, nochmehr dann die hysterischen Anfälle der Frau.

Das Ende oder die Botschaft hab ich erst nicht so richtig nachvollziehen können muss ich zugeben...aber nach ein wenig nachdenken fiel mir dann ja ein, dass in Japan ja eine ganz andere Einstellung zu Ehre usw. vorherrscht.

Vielleicht muss ich den Film irgendwann nochmal sehen, vielleicht wirkt er beim zweiten Mal besser. Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Der Name Akira Kurosawa, dazu Lobpreisungen, die Rashomon als Meilenstein der Filmgeschichte hypen und fast schon philosophische Aufsätze zu dem Film und seiner Botschaft von den objektiven Wahrheiten. Da hatte ich wohlmöglich einfach zu viel erwartet, mal sehen, wenn ich ihn irgendwann nochmal schaue. Jetzt muss ich allerdings erstmal feststellen, dass ich eher enttäuscht von "Rashomon" bin.

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Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Diese Community-Durchschnittswertung macht mich traurig.

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Iamthesword

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Ist halt durchaus eine andere Art zu inszenieren. Vor allem die Schauspieler sind (aus europäisch-amerikanischer Perspektive) nicht gerade leicht verdaulich....


Uli Kunkel

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Mich stimmt traurig, wenn jemand die eigene Meinung mit "Objektivität" gleichsetzt, die anderer Leute herabwürdigt und anschließend notdürftig mit Sternchen kaschierte Beleidigungen austeilt.


filmfan90

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Akira Kurosawa schildert in seinem Klassiker „Rashomon“ einen Mord aus verschiedenen Perspektiven und stellt somit die Frage nach der Existenz einer objektiven Realität- jeder der dargestellten Blickwinkel wirft ein völlig anderes Licht auf das Verbrechen und misst den beteiligten Personen eine andere Rolle in Bezug auf den Tathergang und die Frage, wer nun der Mörder ist, bei.
Die „Augenzeugen“ legen in einem Gerichtshof ihre Versionen des Geschehenen dar, indem sie sich bei ihren Schilderungen direkt an den Zuschauer, dem also die Rolle des „Richters“ zugewiesen wird, wenden.
In Form (subjektiver!) Rückblenden, die die Aussagen der Zeugen visualisieren, wird jener Mord dermaßen verschiedenartig dargestellt, dass die Entwicklung einer klaren, differenzierten Sichtweise auf die tatsächlichen Tatumstände schier unmöglich ist; auf Grund des Leichenfundes scheint lediglich festzustehen, dass ein Mann getötet wurde…
„Rashomon“ erscheint durch die Konfrontation des Zuschauers mit einem scheinbar unlösbaren Rätsel außerordentlich modern und lässt daher hinsichtlich seiner Kernthematik Bezüge zu Werken wie Resnais‘ „Letztes Jahr in Marienbad“ oder Lynchs „Mulholland Drive“ erkennen (wobei anzumerken ist, dass sich die letztgenannten Titel auf eine völlig andere Weise mit der Frage nach dem Vorhandensein einer objektiv fassbaren Realität auseinandersetzen).
Auf Grund des Alters von „Rashomon“ kann man diesen in gewisser Weise als Inspirationsquelle später entstandener, thematisch verwandter Filme begreifen.
Besondere Huldigung verdient des Weiteren die perfekte Kameraarbeit Kazuo Miyagawas, dem es gelingt, den Film, der überwiegend in der freien Natur gedreht wurde, in überwältigende Schwarz- Weiß- Bilder zu kleiden.
Als störend und daher qualitätsmindernd erweist sich, dass „Rashomon“ zum Ende hin zu pathetisch und (auf eine fast schon aufdringliche Weise) emotional wird, was sich m.E. nicht in das Gesamtbild des Films einfügt.
Insgesamt bietet „Rashomon“ anspruchsvolles Kino, das wegen der ungewöhnlichen Inszenierung und der philosophischen Thematik einen enormen Einfluss auf die Filmgeschichte ausübte und auch aus heutiger Sicht noch zu überzeugen weiß.

Am besten fasste wohl Robert Altman den künstlerischen Wert dieses Films in Worte: „Everybody you will talk to (…) and ask him questions about the film will not give you the same answers (…) which is what art is- it penetrates your intellect, your mind (…) and your experience and history has to react on this new information but you’re reacting from your own persona on it and that’s what gives “Rashomon” such a power (…).”

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Luchsen

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Den ersten Satz bis zum Bindestrich habe ich schon oft gehört, und das hat mir den Film schmackhaft gemacht. Bloß stimmt er nicht. Es sind nicht verschiedene Perspektiven, also die individuelle Wahrnehmung, sondern schlicht Lügen. Die Personen lügen, um gut dazustehen. Die Existenz einer objektiven Realität wird so nicht infrage gestellt.


Iamthesword

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Die Frage ist nicht, ob es diese Reltität gibt, sondern ob man überhaupt Zugang dazu hat....


loh

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

alt,geil,super

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Miike

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Bewertung9.5Herausragend

Herausragender Film von Akira Kurosawa, der durch diesen, vielen späteren Generationen von Regiesseuren in Ihrer darstellungsweise von Geschichten Türen geöffent hat. Mir persönlich haben vorallem die perfekten Kamerafahrten und der Schnitt gefallen. Die Idee eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten war damals revolutionär. Über den wie immer grandios aufgelegten Toshiro Mifune brauch man eh kaum ein Wort zu verlieren, der hats halt einfach drauf vorallem das schreiend wahnsinnige Lachen göttlich. Wie immer in seinen frühen Filmen setzt auch hier Kurosawa ein Zeichen für mehr Menschlichkeit (siehe Schluss)...

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phoenix409

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

In der Ruhe liegt die Kraft. Akira Kurosawa sinniert über Lug und Trug und den menschlichen Makel im alten Japan und lässt sich beim Erzählen viel Zeit. Ab und an lässt er seine Bilder und Figuren still verharren, als ließe er sie verschnaufen, und schafft ihnen damit mehr Raum. "Rashomon" versprüht dabei viel altertümlichen Charme und Toshirô Mifune verleiht seiner wilden Räuberfigur eine intensive Kraft, die den Film zusammenhält. Schade hingegen, dass die einzig wichtige Frau im Film dann doch zur hysterischen Nervensäge verkommt.

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Conan Doyle

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Bewertung6.5Ganz gut

Inhalt: Obwohl der Film ohne Zweifel künstlerisch und inhaltlich anspruchsvoll ist, hat er mir persönlich nicht so gut gefallen. Die zugrundeliegende Kriminalgeschichte und die Idee, das Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven darzustellen, ist eigentlich sehr interessant, und auch die darstellerischen Leistungen sind makellos. Trotzdem ist bei mir das Interesse nach der Hälfte der Laufzeit stark abgeflacht. Manche Szenen waren einfach zu langatmig und besonders das ständige Heulen und ausgiebig dargestellte hysterische Gebaren der Frau empfand ich als extrem störend. Die moralische Botschaft, die das gesamte Werk von Kurosawa durchzieht war mir hier etwas zu aufdringlich präsentiert.
"Die sieben Samurai", "Yojimbo" oder "Das Schloß im Spinnwebwald" haben mir wesentlich besser gefallen.

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Acry

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein - besonders für sein Alter - gut gemachter Film, der zwar nicht sonderlich spannend ist, aber dennoch eine zeitlose Thematik behandelt: Jeder hat seine eigene Wahrheit.

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Tyler__Durden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Kurosawa und Mifune, die beiden zusammen da kann ja nichts schief gehn. Eine Geschichte die Banaler kaum sein kann aber durch die geniale, simple und zugleich zeitlose Erzählweise Kurosawas besticht. Ein Komplexes Essay über Wahrheit und Lüge und wie gerne wir Menschen diese beiden Begriffe verdrehen.

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