Rashomon - Das Lustwäldchen
Rashômon, JP 1950
- Genre
- Samuraifilm, Mysterythriller, Gerechtigkeit, Actionfilm
- Inhalt
Ein heftiger Wolkenbruch überrascht drei Menschen - einen Priester, einen Holzfäller und einen Knecht - die daraufhin in einer Tempelruine im Wald Schutz suchen. Die drei kommen langsam ins Gespräch und unterhalten sich über ein Verbrechen, das sich… — Mehr
Ein heftiger Wolkenbruch überrascht drei Menschen - einen Priester, einen Holzfäller und einen Knecht - die daraufhin in einer Tempelruine im Wald Schutz suchen. Die drei kommen langsam ins Gespräch und unterhalten sich über ein Verbrechen, das sich vor ein paar Tagen ereignet hat und alle bewegt: der Samurai Takehiro wurde ermordet und seine wunderschöne Frau Masako vergewaltigt. Als Mordverdächtiger wird der Räuber Tajomaru angeklagt, der gleich nach der Entdeckung des Verbrechens von einem Polizisten festgenommen wurde. Doch über das Geschehen und die Hintergründe, die zu dem Verbrechen geführt haben, gibt es unterschiedliche Versionen, die sich sogar widersprechen. Fest steht lediglich, dass der Samurai Takehiro mit dem Pferd unterwegs gewesen ist und von seiner Frau begleitet wurde. Die beiden trafen unterwegs auf den Räuber Tajomaru. Der Samurai wurde im Wald der Dämonen Rashomon mit einem Schwert getötet, ganz in der Nähe wurde der Hut seiner Frau gefunden. Als Tajomaru zum Tathergang befragt wurde, behauptete er, eine Windböe habe Masakos Schleier gelüftet und den Blick auf ihr schönes Gesicht preisgegeben. Er habe den Samurai daraufhin in einen Hinterhalt gelockt und gefesselt, anschließend hätte er vor dessen Augen an Masako vergangen. Dann hätte er den Samurai wieder befreit und ihn im Zweikampf besiegt. Masako hingegen erzählte, sie hätte ihren Mann eigenhändig umgebracht. Nach der Vergewaltigung durch Tajomaru hätte er nur noch Verachtung und Hass für sie übrig gehabt, sie hätte deshalb aus Verzweiflung zum Schwert gegriffen. Und auch der tote Samurai selbst kommt zu Wort, er spricht durch eine Geisterbeschwörerin. Allerdings behauptet er, sich umgebracht zu haben, da seine geliebte Frau bei dem Straßenräuber Tajomaru bleiben wollte. Der Holzfäller widerspricht diesen Versionen der Geschichte, er sei zufällig und unbemerkt Zeuge des Verbrechens geworden und habe bisher nur aus Furcht geschwiegen. Die drei soeben gehörten Geschichten seien allesamt unwahr - er berichtet nun, was er aus nächster Nähe beobachtet hatte. Alle vier Varianten könnten wahr sein, doch was ist tatsächlich im Wald der Dämonen passiert? War es ein heimtückischer Mord, ein ehrenhafter Tod im Zweikampf, eine Verzweiflungstat oder Selbstmord?
- Cast
- Toshirô Mifune, Machiko Kyô, Masayuki Mori, Takashi Shimura, Minoru Chiaki, Kichijiro Ueda, Fumiko Honma — Mehr
- Regisseure
- Akira Kurosawa
- Autoren
- Akira Kurosawa, Shinobu Hashimoto
- Laufzeit
- 88 Minuten
- Ort
- Japan
- Handlung
- Bandit, Gericht, Gerichtsverhandlung, Mord, Realität, Samurai, Subjektivität, Verbrechen, Wahrheit, Wald
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Kritiker — Ausgezeichnet 8.0
Der Film Rashomon - Das Lustwäldchen wurde von 18 Kritikern bewertet.
Kommentare — Sehenswert 7.6
Der Film Rashomon - Das Lustwäldchen wurde von 440 Mitgliedern bewertet.
Acry 2009/07/07 01:14:24
Ein - besonders für sein Alter - gut gemachter Film, der zwar nicht sonderlich spannend ist, aber dennoch eine zeitlose Thematik behandelt: Jeder hat seine eigene Wahrheit.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Tyler__Durden 2009/03/25 00:53:05
Kurosawa und Mifune, die beiden zusammen da kann ja nichts schief gehn. Eine Geschichte die eigentlich Banal erscheint besticht aber durch die geniale, simple und Zeitlose Erdzählweise Kurosawas. Ein Komplexes Essay über Wahrheit und Lüge und wie gerne wir Menschen beide verdrehen.
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maslobojew 2009/03/03 18:22:15
Mit der letzten Konstruktion des Geschehens liefert Kurosawa auch noch eine Absage an die heldenhaft dargestellte Gewalt, die im Film allgemein beinahe obligatorisch ist.
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Ansehen: Rashomon - Das Lustwäldchen
Photos: Rashomon - Das Lustwäldchen
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
Der Film Rashomon - Das Lustwäldchen gehört zum Genre Samuraifilm, Mysterythriller. Regie führte Akira Kurosawa.

Der Eindruck, dass die Japaner einen an der Waffel haben, wird durch Filme wie „Rashomon“ nicht gerade widerlegt. Denn die sehr theatralische und hoch expressive Darbietung der Schauspieler löst sicher bei vielen Zuschauern Skepsis aus. Nur kann es doch nicht von ungefähr kommen, dass dieses Werk von Akira Kurosawa das japanische Kino ein Stück weit revolutionierte.
Anders betrachtet ist „Rashomon“ nämlich ein Film, der veranschaulicht, welch immensen Wert Ehre, Würde, Stolz und Tradition in der fernöstlichen Welt vor unserer Zeit hatten. Außerdem geht es um das Phänomen der Wahrheitsfindung, wo die Realität durch Sinneseindrücke und individuelle Gedächtnisleistung verzerrt wird, was für den Menschen die Existenz der e i n e n Wahrheit unmöglich macht. Und schließlich wird gezeigt, dass in der japanischen Kultur vor dem 13. Jahrhundert die Wahrung der eigenen Ehre weit über der Schuldzuweisung zum Selbstschutz stand.
Regie und Kamera vermitteln die Geschichte um verschiedene Versionen einer Mordtat, wie sie später noch in unzähligen Detektivfilmen auftauchte, in geschickten und spannenden Bildern, auch wenn der Film sehr gemächlich beginnt.
„Rashomon“ (Der Zusatz „Das Lustwäldchen“ ist laut Wikipedia übrigens ein Übersetzungsfehler), gehört zu den Filmen, die nach dem ersten Anschauen noch deutlich wachsen, wenn man sich vor philosophischem und historischem Hintergrund mit ihnen beschäftigt. Da ist es dann auch zweitrangig, dass der Film nicht den heutigen westlichen Sehgewohnheiten entspricht.
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