Dick, aber lustig

Kinostars jenseits des Mainstreams

Muss immer lustig sein: Kevin James in Das Schwergewicht
© Sony
Muss immer lustig sein: Kevin James in Das Schwergewicht

Diese Woche kam Kevin James mit Das Schwergewicht in unsere Kinos, und der deutsche Titel beschreibt einen entscheidenden Aspekt seiner Karriere perfekt: Auch wenn er für die Rolle eines Lehrers, der sich als Mixed-Martial-Arts-Kämpfer versucht, ordentlich im Fitnessstudio geschwitzt hat, ist er doch generell eher als gemütlicher Dicker bekannt, schon seit er die Hauptrolle in der Sitcom King of Queens spielte. Mögen seine Kinofilme wie Der Zoowärter oder Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme bei den Kritikern regelmäßig durchfallen, beim Publikum erfreuen sie sich doch großer Beliebtheit. Auch Schauspieler wie Melissa McCarthy (Brautalarm), Rebel Wilson (Die Hochzeit unserer dicksten Freundin) oder Zach Galifianakis (Hangover) sehen nicht aus wie Brad Pitt oder Angelina Jolie, sind aber trotzdem gut im Komödien-Geschäft.

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Womit wir auch schon bei einem entscheidenden Punkt wären: Wer optisch nicht dem Mainstream entspricht, darf zwar trotzdem mitmachen im Hollywoodkino, muss sich aber meistens mit dem komischen Fach begnügen. Dies ist nicht erst heute so, schon John Candy, Chris Farley oder John Belushi waren auf Komödien abonniert. Ist jemand wie John Goodman auch mal in nicht-komischen Rollen zu sehen, dann zumeist als Bösewicht oder zumindest zwielichtige Person. Ausnahmen bestätigen die Regel. Herkömmliche Stars wie George Clooney dürfen in ihren Hauptrollen sowohl ernst als auch komisch sein. Wer nicht so umwerfend aussieht, kann seine ganze Bandbreite zumeist höchstens in Nebenrollen ausschöpfen.

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Es gibt zwar auch wahre Exoten vom Rang eines Philip Seymour Hoffman, die sich einen Namen als Charakterdarsteller gemacht haben. Ähnliches lässt sich auch über Steve Buscemi sagen, der seine ernsten Rollen aber eher im Fernsehen (Die Sopranos, Boardwalk Empire) als im Kino spielt. Generell scheint es aber so zu sein, das es dem Publikum nicht möglich ist (oder es ihm nicht zugetraut wird), über eine zum Beispiel durch die Leibesfülle bedingte Abweichung vom Idealbild hinwegzusehen oder sie gar nicht wahrzunehmen. Stattdessen wird der Sonderstatus entweder als Auslöser von komischen Situationen thematisiert, oder als Zeichen dafür, dass es sich um einen bedrohlichen Fiesling handelt.

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